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von 27.04.2013 12:49

OSTERZEIT
4. WOCHE - SAMSTAG

28

HOFFNUNG

Irdische Erwartungen und übernatürliche Hoffnung.
Vermessenheit, Verzweiflung, geistliche Trägheit.
Maria, Gestalt der Hoffnung.


I. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.1 Wir wollen diesem tröstlichen Wort aus dem heutigen Evangelium ein anderes Herrenwort, das wir heute im Kommunionvers beten, hinzufügen: Vater, ich will, daß alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir seien, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen.2 Jesus macht uns auf das Ziel unseres Lebens, auf die beseligende Gemeinschaft mit Gott, aufmerksam.

Jesus Christus, unser Mittler, wird uns gemäß seiner Verheißung alles gewähren, um was wir in seinem Namen bitten. Was aber heißt »in seinem Namen« Es heißt, ihn anzunehmen, im Glauben festzuhalten, daß er der Auferstandene ist und der Barmherzige. Und es heißt auch, alles, worum wir bitten, dem eigentlichen und letzten Ziel unseres Lebens zu unterstellen: dem Heil. Wir hoffen auf das Heil, auf das»ewige Leben in Gott.

Der Bauer beim Säen, der Seemann beim Antritt einer Seefahrt, der Händler bei seinen Geschäften, sie alle hoffen: auf reiche Ernte, auf glückliche Ankunft, auf erfolgreichen Abschluß. Es sind menschliche Erwartungen, die nur uneigentlich wiedergeben, was christliches Hoffen ist.

Die christliche Hoffnung ist wesenhaft übernatürlich. Sie übersteigt den natürlich-menschlichen Wunsch, Glück zu haben oder glücklich zu sein, ja, sie überragt sogar das natürlich begründete Vertrauen auf einen Gott, der irgendwie das Schicksal der Menschen lenkt. Die übernatürliche Tugend der Hoffnung erstrebt das ewige Leben, die seligmachende Teilhabe am Leben Gottes, ihn zu sehen, von Angesicht zu Angesicht. Gott selbst ist es, der uns die Sehnsucht einpflanzt und uns die Mittel gibt, damit sie sich dereinst ganz erfüllen kann. Freilich, diese Mittel können wir auch verschmähen. Der Hauptgrund unserer Hoffnung ist: Gott der Barmherzige und allgewaltig Liebende reicht uns gleichsam seine helfende, stützende Hand. Wir ergreifen sie in Liebe und Dankbarkeit.

Der heilige Bonaventura sagt in einer Adventspredigt, »die Bewegung der Hoffnung gleicht dem Flug des Vogels, der, um zu fliegen, seine Flügel so weit wie möglich ausspannt und alle seine Kräfte für das Bewegen der Flügel verwendet, gleichsam sich selber ganz zur Bewegung macht und damit Höhe erreicht - eben fliegt. Hoffnung ist Fliegen. Hoffnung erfordert von uns einen radikalen Einsatz; sie verlangt von uns, daß all unsere Glieder Bewegung werden, um abzuheben von der Schwerkraft der Erde, um aufzusteigen zur wahren Höhe unseres Seins, zu den Verheißungen Gottes.«3

Der Hoffende weiß, daß Gott niemals Unmögliches verlangt, daß er aber gebietet, das zu tun, was uns möglich ist, und das zu erbitten, was nicht in unserer Macht liegt. Mit Worten des Konzils von Trient: »Alle sollen ihre feste Hoffnung ganz und gar auf Gottes Hilfe setzen. Denn wenn sie nicht selbst seine Gnade vernachlässigen, dann wird Gott das gute Werk vollenden, wie er es begonnen hat (vgl. Phil 1,6), da er nicht nur das Wollen, sondern auch das Vollenden wirkt (Phil 2,13).«4

Darauf gründet unsere Hoffnung: der Herr wird uns nicht verlassen, wenn wir ihn nicht verlassen; er wird uns die notwendigen Mittel geben, damit wir in jeder Situation, zu jeder Zeit, an jedem Ort ihm nahe bleiben; er wird uns gern erhören, wenn wir ihn demütig anflehen. Er wird uns also alles Nötige geben, damit wir uns dort heiligen können, wo wir sind: in den alltäglichen Beschäftigungen, in den verschiedensten Umständen unseres Lebens. Je größer die Hindernisse, um so mächtiger wird seine Gnade sein, je geringer unsere Kraft, um so stärker seine Hilfe.

II. Die christliche Hoffnung »ruft den Einsatz all unserer Kräfte für die vollständige Öffnung unseres Seins hervor, für die Entfaltung all seiner Möglichkeiten«5. Sie ist aktiv, aber meidet die Vermessenheit, und da der Hoffende zutiefst davon durchdrungen ist, daß er ein Empfangender ist, kann ihm die Verzweiflung nichts anhaben, jene Haltung, die den Weg zu Christus bewußt nicht beschreiten will, weil sie an die Wirksamkeit der Erlösung für sich nicht glaubt.

Vermessenheit und Verzweiflung sind Formen einer Vorwegnahme, die »den Weg-Charakter des menschlichen Daseins im status viatoris zerstören. Beide heben das echte Werden auf. Das >Noch nicht< wird wirklichkeitswidrig umgedeutet entweder in das >Nicht< oder in das >Schon< der Erfüllung. In der Verzweiflung wie in der Vermessenheit erstarrt und gefriert das eigentlich Menschliche, das die Hoffnung allein in strömender Gelöstheit zu bewahren vermag.«6

Die Vermessenheit verfälscht »die übernatürliche Hoffnung, indem sie verkennt und nicht anerkennt, daß das irdische Dasein des status viatoris im präzisen und eigentlichen Sinn der >Weg< zur endgültigen Erfüllung ist; indem sie das Ewige Leben als etwas >im Grunde< schon Erreichtes, als etwas >im Prinzip< bereits Gegebenes ansieht.«7 Der Vermessene verläßt sich auf die eigene Kraft und vergißt am Ende ganz die Notwendigkeit der Hilfe Gottes. Er meint, gleichsam einen Rechtsanspruch auf die Gaben des barmherzigen Gottes zu besitzen, unabhängig davon, ob er sich ihnen öffnet oder nicht. Er hofft auf Vergebung ohne Reue, auf Hilfe ohne Gebet, auf ewiges Leben ohne Kampf.

Die Verzweiflung wurzelt in einer inneren Trägheit, die in der klassischen Theologie acedia genannt wird. Als Traurigkeit der Welt, die nach Paulus den Tod wirkt8, »will sie sich das Große nicht zumuten, das der Natur des Christen gemäß ist. Sie ist eine Art von angsthaftem Schwindelgefühl, das den Menschen befällt, wenn er der Höhe inne wird, zu der ihn Gott erhoben hat. (...) Sie will die übernatürlichen Güter nicht annehmen, weil sie ihrem Wesen nach verbunden sind mit einem Anspruch an den Empfänger.«9

Das geistliche Leben erschlafft so, und Gott gerät mehr und mehr aus dem Blickfeld. Solche Unterbewertung des geistlichen Lebens kann mit einer zunehmenden Anhänglichkeit an irdische Güter einhergehen. In dem Maße, in dem das Interesse an ihnen zunimmt und ausschließlich wird, verliert die Hoffnung ihre tragende Kraft, da sie ja gerade alles Irdische transzendiert.

Demgegenüber steht die Haltung dessen, der weiß, was absolut gilt. Er kann gelassen bleiben: Er »handelt mit Entschiedenheit, aber er hat den Lauf der Dinge, der sein Handeln ermöglicht, und damit auch sein mögliches Scheitern akzeptiert; denn er weiß, daß der Sinn nicht erst durch ihn und sein Handeln in die Welt kommt.«10 In Gelassenheit ist er fähig, den inneren Kampf immer wieder von neuem zu beginnen und jedesmal neu zu konkretisieren: im geistlichen Gespräch, in der täglichen Gewissenserforschung, im demütigen Anerkennen eines Versagens, in der dankbaren Annahme einer neuen Gnade.

III. Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht.11 Gott vergißt sein Volk nicht - aber sein Volk »findet sein Erwähltsein zu anstrengend, dieses ständige Gehenmüssen mit Gott. Man will lieber nach Ägypten, in die Normalität zurückkehren und sein wie alle anderen. Diese Rebellion der menschlichen Trägheit gegen die Größe der Erwählung ist ein Bild des Aufstands gegen Gott, der in der Geschichte immer wiederkehrt und unsere Epoche in besonderer Weise prägt. (...) Auch die Kirche kann der metaphysischen Trägheit - der acedia - verfallen, ein Übermaß an äußerer Aktivität kann der klägliche Versuch sein, den innersten Kleinmut und die Trägheit des Herzens zu verkleistern, die aus Glaubensarmut, aus Mangel an Hoffnung und an Liebe zu Gott und zu seinem Abbild, dem Menschen, hervorkommt.«12

Im Alten Bund erheben sich die Patriarchen und Propheten gegen Hoffnungslosigkeit und Resignation, gegen Traurigkeit, Verbitterung und Ermattung. Sie verkünden einen Gott, der sein Volk »wie auf Adlerflügeln« trägt. Er ist »kein Gott, der in seliger Ruhe unberührt über den Geschicken der Menschen und dem Lauf der Geschichte thront. Er ist ein lebendiger Gott, der das Elend der Menschen sieht und ihr Schreien hört. Er ist ein Gott, der sich für das Leben einsetzt, ein Gott, der befreit und herausführt, ein Gott, der in die Geschichte eingreift und eine neue Geschichte eröffnet. Er ist ein Gott der Hoffnung.«13

Diese Hoffnung der Patriarchen und Propheten auf Erfüllung der Verheißung findet im Herzen vieler frommen Israeliten Echo. Einige stehen an der Schwelle des Neuen Bundes oder treten in ihn ein: Johannes der Täufer, Simeon, Hanna, und vor allem Josef und Maria. Maria ist sich im Magnificat »bewußt, daß sich an ihr die Verheißung erfüllt, die an die Väter und vor allem an Abraham und seine Nachkommen auf ewig ergangen ist; daß also auf sie als die Mutter Christi der gesamte Heilsplan hingeordnet ist, in dem sich von Geschlecht zu Geschlecht derjenige offenbart, der als Gott des Bundes an sein Erbarmen denkt.«14

Maria hat Schritt für Schritt den Grund ihrer - unserer - Hoffnung erkannt: Vor der Verkündigung des Engels aus der Hoffnung Israels lebend und um die Erfüllung der Verheißung bittend; dann, nachdem sie sich ihrer Berufung bewußt geworden ist, dankbar als bevorzugte Trägerin der Hoffnung; und dann im kargen Stall von Betlehem, auf dem Weg nach Ägypten, während der stillen Jahre in Nazaret, in der Zeit des öffentlichen Wirkens ihres Sohnes und schließlich in der Dunkelheit von Golgota. Maria ist das lebendige Symbol für die Vollendung des Alten Bundes und den Beginn des Neuen. Sie wird zur betenden Mitte aller Hoffenden, als die Apostel nach der Himmelfahrt um sie versammelt sind und dann die Zeit der Kirche anbricht. Sie »leuchtet (...) hier auf Erden in der Zwischenzeit bis zur Ankunft des Tages des Herrn (vgl. 2 Petr 3,10) als Zeichen der sicheren Hoffnung und des Trostes dem wandernden Gottesvolk voran.«15

Frömmigkeit und Tradition preisen in Maria den Morgenstern, der die Sonne der Gerechtigkeit ankündigt, und den Leitstern im Leben des Christen. Wir schließen unsere Zeit des Gebetes mit Worten eines großen Mystikers, des heiligen Bernhard von Clairvaux, der im liebenden Überschwang Maria preist: »Wenn du erfährst, daß dieses Erdenleben mehr ein Dahintreiben in Wellen, Wind und Wetter ist als ein Dahinschreiten auf festem Land: wende deine Augen nicht ab vom Licht dieses Sternes, damit du nicht untergehst in den Stürmen. Wenn die Sturmwinde der Versuchungen daherbrausen, wenn du zwischen die Klippen der Drangsale verschlagen wirst, blick auf zum Stern, ruf zu Maria! Wenn dich emporschleudern Wogen des Stolzes, des Ehrgeizes, der Verleumdung, der Eifersucht - blick auf zum Stern, ruf zu Maria! Wenn Zorn, Habsucht oder die Begierde des Fleisches deine Seele erschüttern - blick auf zu Maria! Wenn dich die Last der Sünden drückt und die Schmach des Gewissens beschämt, wenn dich die Strenge des Gerichtes schreckt, wenn du drohst von abgrundtiefer Traurigkeit und Verzweiflung verschlungen zu werden - denk an Maria!«16

1 Joh 14,14. - 2 Joh 17,14. - 3 vgl. J.Kard.Ratzinger, Auf Christus schauen, Freiburg 1989, S.66. - 4 Konzil von Trient, Dekret über die Rechtfertigung, Kap.13. - 5 J.Kard.Ratzinger, a.a.O., S.67. - 6 J.Pieper, Lieben, Hoffen, Glauben, München 1986 S.221. - 7 ebd., S.236. - 8 vgl. 2 Kor 7,10. - 9 J.Pieper, a.a.O., S.228-229. - 10 R.Spaemann, Moralische Grundbegriffe, München 1983, S.107. - 11 Jes 49,15. - 12 J.Kard.Ratzinger, a.a.O., S.75-77. - 13 Katholischer Erwachsenen-Katechismus, Bonn 1985, S.61. - 14 Johannes Paul II., Enz. Redemptoris Mater, 25.3.1987, 36. - 15 II.Vat.Konzil, Konst. Lumen gentium, 68. - 16 Bernhard von Clairvaux, Homilie De Laudibus Virginis Matris, 2,17.

von esther10 27.04.2013 00:36

27 April 2013, 15:00 Gott wartet in Liebe auf sie

Ein Interview mit Alan Ames: Gott öffnet ihnen Sein Herz und lädt alle ein, zu kommen und in Seiner Liebe zu ruhen, in Seiner Liebe geheilt und gestärkt zu werden.




Perth (kath.net) „Ich war traurig, doch mir wurde klar, dass der Heilige Geist ihn leitete, diesen Schritt zu tun, und dass es Gottes Wille war“, antwortete Alan Ames (siehe Foto) auf die Frage der 21-jährigen Maria aus Süddeutschland, wie er auf den Rücktritt von Papst Benedikt reagiert habe. „In Papst Franziskus scheint nun ein anderer Aspekt der Liebe Gottes auf. Das Wunderbare, das Gott durch Seine Päpste tut, ist, dass Er in jedem von ihnen einen anderen Weg aufzeigt, wie man in Seiner Liebe leben kann.“

Alan Ames (*1953), der seit seiner tiefen mystischen Gotteserfahrung und Umkehr im Jahr 1992 Gebetstage in aller Welt hält, spricht in dem Interview auch über seine Reisen, die Angriffe gegen die Kirche, wie etwa jüngst gegen den Brüsseler Erzbischof, die Kirche in den deutschsprachigen Ländern und warum die Beichte oft abgelehnt wird.

Der Engländer Alan Ames gehört zu den bekanntesten katholischen Referenten im englischsprachigen Raum und kommt seit dem Jahr 2000 auch regelmäßig in die deutschsprachigen Länder. Diese Art der Neuevangelisierung wird von Gott gesegnet durch zahlreiche Heilungen und Bekehrungen. Alle Gebetstage finden mit Erlaubnis seines Heimatbischofs Barry Hickey von Perth, Australien, und nach den Regeln statt, die dieser dafür erlassen hat.


Sie reisen seit Jahren um die Welt und teilen Ihre Erfahrungen mit anderen. War es leicht für Sie, hinauszugehen, darüber zu sprechen und die weiten Reisen zu unternehmen?

Alan Ames: Bevor Gott in mein Leben trat, hatte ich nie das Verlangen, Vorträge vor vielen Menschen zu halten. Als der Herr mich darum bat, war ich mir nicht sicher, ob ich es tun könnte. Jesus, Mein Herr, sagte mir jedoch, Er werde mir all die Worte, Gnaden und Gaben schenken, die ich brauchte, um Seine Arbeit zu tun. Ich vertraue Ihm vollkommen, und so ging ich hinaus, obwohl ich nervös dabei war und immer noch bin! Er hat mich nie im Stich gelassen und hat mir alles, was nötig ist, geschenkt, so wie Er es versprochen hatte. Leider habe ich Ihn manchmal im Stich gelassen.

Viele Menschen haben eine Gotteserfahrung, sprechen aber nicht öffentlich davon. Sie halten Vorträge darüber in vielen Ländern. Warum?

Weil Gott mich darum gebeten hat. Von Anfang an sagte Er, dass das, was Er gibt, mit anderen geteilt werden soll und dass ich hinausgehen und Seine Liebe mit allen teilen solle. Weil ich Ihn liebe, tue ich das.

Menschen aus aller Welt erfuhren eine Heilung während Ihrer Gebetstage. Was sind die intensivsten oder berührendsten Erlebnisse, die Sie auf solchen Reisen hatten?

Am berührendsten ist für mich, Menschen zu sehen, die Gottes Liebe nicht kannten und jetzt von ihr berührt wurden, von Freude erfüllt sind und Ihn in den Sakramenten kennen lernen.

Wie bereiten Sie sich auf Ihre Vorträge vor?

Ich bereite mich vor durch das Gebet und in der Hl. Messe vor den Vorträgen. In der Eucharistie erfüllt mich Gott mit sich selbst und mit allem, was ich brauche, um Seinen Willen zu tun. Es kam schon vor, dass es mir (physisch) nicht gut ging, und ich fragte mich, wie ich den Vortrag halten und für die Menschen beten sollte. Jesus, mein Herr, stärkt mich, während Er mich in der Eucharistie mit Seiner göttlichen Gegenwart erfüllt. Obwohl ich mich innerlich immer noch krank und schwach fühle, spüre ich Seine Kraft in mir, und das trägt mich und gibt mir die Kraft zum Weitermachen.

Was erwartet die Menschen, die zu Ihren Gebetstagen kommen?

Der Vater und Jesus und der Heilige Geist erwarten sie… Gott wartet in Liebe auf sie. Er öffnet ihnen Sein Herz und lädt alle ein, zu kommen und in Seiner Liebe zu ruhen, in Seiner Liebe geheilt und gestärkt zu werden.

Durch Ihre Vorträge haben Sie das Leben vieler Menschen verändert. Wie hat sich Ihr eigenes Leben geändert?

Ich verändere niemanden, Gott verändert! Er hat mein Leben verändert – es war ein Leben in Finsternis und Sünde, und jetzt ist es ein Leben, in dem ich versuche, im Licht Seiner Liebe zu leben und alle Sünden – auch die kleinsten – zu meiden. Leider versage ich so oft, wenn die Finsternis der Sünde in mein Leben kommt durch meine Ungeduld, durch Frustrationen oder schlechte Gedanken, die mir manchmal kommen. Doch dann gießt Gott in diesem wundervollen Sakrament der Beichte Gnade in mein Herz, wenn Er mir vergibt und mir hilft, das schwere Kreuz meines Stolzes zu tragen.

Haben Sie ein Lieblingsgebet?

Ja, die Eucharistie!

Als Papst Benedikt ankündigte, dass er zurücktreten werde – was war Ihre Reaktion darauf?

Ich war traurig, doch mir wurde klar, dass der Heilige Geist ihn leitete, diesen Schritt zu tun, und dass es Gottes Wille war. In Papst Franziskus scheint nun ein anderer Aspekt der Liebe Gottes auf. Das Wunderbare, das Gott durch Seine Päpste tut, ist, dass Er in jedem von ihnen einen anderen Weg aufzeigt, wie man in Seiner Liebe leben kann.

Welchen Eindruck haben Sie von der Kirche in den deutschsprachigen Ländern?

Deutschland hat seine Probleme, so wie viele Länder, aber auch seinen Segen – die wundervollen Priester und Ordensleute … und die Schar der Gläubigen. Zwar gibt es viele, die sich von der Kirche abwenden, doch es gibt auch diejenigen, die am katholischen Glauben festhalten, und durch sie wird Gott andere segnen und sie zurück in Seine Liebe ziehen. Vielleicht scheint es manchmal, wie wenn dies unmöglich wäre oder dass sich nichts tut, doch glauben Sie mir: Durch die Ausdauer der Gläubigen berührt Gott die Herzen und Seelen, und es wird eine reiche Ernte geben. Wir müssen Gott nur vertrauen und Ausdauer zeigen darin, Ihn im katholischen Glauben zu lieben – dem wahren Glauben und der wahren Liebe Gottes.

Die Kirche ist immer angegriffen worden. Heute scheinen die Angriffe noch intensiver zu werden. Warum?

Wenn wir einen Blick in die Geschichte werfen, werden wir feststellen, dass es schon schlimmere Zeiten für die Kirche gegeben hat. Seien wir nicht so besorgt wegen der Angriffe! Wir sollten mit Angriffen rechnen und darauf antworten, indem wir das Böse „angreifen“ mit unserer Gottesliebe, mit Sanftmut, mit Mitgefühl, mit Taten der Barmherzigkeit, mit Gebet, mit den Sakramenten – mit unserem Glauben!

Der Erzbischof von Brüssel ist ein gutes Vorbild dafür. Mit einem erstaunlichen Ausdruck der Sanftmut reagierte Erzbischof André-Joseph Léonard, Oberhaupt der katholischen Kirche in Belgien, auf einen gemeinen Angriff. Er blieb ruhig sitzen, die Augen geschlossen im Gebet, während er am Dienstag, dem 23. April 2013, von vier barbusigen Aktivistinnen angegriffen wurde. Sie schrien, fluchten und bespritzten ihn mit Wasser. Wir alle sollten uns verhalten wie er!

Gerade jungen Menschen fällt es schwer, nicht der Manipulation durch die Massenmedien zu verfallen. Welchen Rat haben Sie für die jungen Leute, die nach dem wahren Sinn ihres Lebens suchen?

Sie sollten den Heiligen Geist jeden Tag in ihr Leben einladen. Er ist es, der uns den wahren Sinn des Lebens erschließen, den wahren Weg aufzeigen und die Kraft dafür schenken wird. Aber er muss jeden Tag eingeladen werden, in unser Leben zu kommen.

In Ihren Vorträgen sprechen Sie von der Bedeutung und Wichtigkeit der Beichte. Warum wird dieses Sakrament in unserer Zeit so abgelehnt?

Weil wir alle sündigen… Das mag manche überraschen, doch jeder von uns sündigt! Die Sünde ist ein Hindernis zwischen uns und Gott und hält Gottes Gnade davon ab, uns zu erfüllen. Wenn wir also ganz offen für Gott sein wollen, müssen wir unsere Sünden beichten und die Hindernisse dadurch entfernen lassen.

In dem Sakrament leitet uns der Heilige Geist außerdem an, unsere Sünden zu sehen und zu erkennen, wie wir wirklich sind. Wenn wir dann akzeptieren, was uns aufgezeigt wird, und um die Gnade bitten, ein besserer Mensch zu werden, wird der Heilige Geist uns diese Gnade schenken. Die Sünde ist auch eine offene Tür für den Bösen, durch die er in eine Seele eindringen kann. Im Sakrament der Beichte verschließt Gott diese Tür und öffnet eine (andere) Tür für Seine Gnade.

Der Grund, warum die Beichte abgelehnt wird, liegt darin, dass der Böse sich unseren Stolz zunutze machte und manche von uns davon überzeugte, dass die Sünde gar keine Sünde sei oder dass wir die Vergebung Gottes gar nicht brauchen. Denn einige Menschen wollen gar nicht sehen, wie sie wirklich leben, und daher schauen sie weg, wollen die Wahrheiten des Lebens nicht sehen und akzeptieren den Betrug des Bösen.

Wieder andere meinen, es reiche, sich bei Gott ganz privat im persönlichen Gebet zu entschuldigen, ohne zur Beichte zu gehen. Auch hier wirkt der Böse auf unseren Stolz ein, um die Menschen davon abzuhalten, dass sie nicht gehen und die Gnade nicht empfangen, die ihnen durch den Priester in der Beichte angeboten wird. Diese Menschen lehnen die Gnade ab, die der Herr Jesus durch die Apostel geschenkt hat. Das ist genau das, was der Böse will.

Es ist auch weniger peinlich, weil sie vor niemand anders zugeben müssen, wie schwach sie sind. Der Wurzel für dieses Gefühl der Peinlichkeit ist der Stolz. Es gibt eine lange Liste von Ausreden, die die Menschen vorbringen, doch es gibt keinen Grund, der wirklich zählt.

Wie wichtig ist unsere Beziehung zu den Heiligen – neben unserer Beziehung zu Gott?

Die Heiligen zeigen uns, dass wir trotz unserer menschlichen Schwächen durch Gottes Gnade heilig sein können, wenn wir uns nach Kräften darum bemühen. Sie haben uns ein Vorbild vor Augen gestellt, dem wir folgen dürfen, und sie zeigten uns auf viele verschiedene Arten, dass wir so leben können, wie der Herr Jesus es von uns wünscht.

Ihr bekanntestes Buch ist “Durch die Augen Jesu”. Warum sind die Menschen so fasziniert davon – Menschen aus aller Herren Länder, Menschen unterschiedlichster Herkunft?

Der Grund liegt in der Liebe, die der Herr Jesus in diesem Buch enthüllt… Seine Liebe zu allen Menschen. In den Aposteln sehen wir die Schwächen, die wir haben, und wir sehen, wie alle (außer einem) diese Schwächen in Christus überwanden, und wie auch wir sie überwinden können. Eine weitere wundervolle Gnade ist, dass der Herr Seine menschliche Natur zeigte und wie Er unsere Gefühle teilt. Ich kann Gott nicht genug danken für dieses Buch. Es hat durch Seine Gnade das Leben vieler Menschen verändert.

Wie schreiben Sie Ihre Bücher?

Normalerweise schreibe ich von Hand in dem Moment, in dem sie mir gegeben werden. Auf diese Weise kann es keine Änderungen geben, und wenn mein Seelenführer sie sieht, weiß er, dass sie unverändert sind.

Zum Abschluss eine Frage zum “Jahr des Glaubens”. Wozu sind wir Katholiken nach Ihrer Ansicht vor allem aufgerufen?

Hinauszugehen und die Liebe Gottes mit anderen zu teilen! So viele Menschen kennen Seine Liebe noch nicht, und alle sollten sie kennen lernen! Wenn wir Seine Liebe auf sanfte, gütige, mitfühlende Art mit anderen teilen, können wir sie dazu führen, Ihn kennen und lieben zu lernen und die Erfüllung ihres Lebens in Ihm zu finden.

Danke für das Interview!

Alan Ames wird vom 11. – 23. Mai Vorträge in der Schweiz und Deutschland halten, Infos darüber finden Sie auf: www.alanames.org/de

von 26.04.2013 10:42

OSTERZEIT
4. WOCHE - FREITAG

27

WIE DAS EVANGELIUM LESEN?

Das Evangelium: Begegnung mit dem geoffenbarten Mysterium Gottes.
Das Leben Christi im Kopf und im Herzen tragen.
Sich ins Evangelium hineinversetzen, den Heiligen Geist wirken lassen.


I. Wir nennen die Überlieferung dessen, was sich mit der Menschwerdung des Sohnes Gottes unter uns ereignet und erfüllt hat1, Evangelium, Frohe Botschaft. Nach dem Sinn unseres Lebens fragend, finden wir dort die sichere Antwort, denn sie kommt von dem, der der Weg, die Wahrheit und das Leben2 ist. Das Evangelium als »Hauptzeugnis für Leben und Lehre des fleischgewordenen Wortes, unseres Erlösers«3, gibt uns nicht lediglich historische Auskunft, sondern bedeutet - mit Worten des heiligen Paulus4 - die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, (die) alles übertrifft. Der in ihm begründete christliche Glaube ist »= 3, gibt uns nicht lediglich historische Auskunft, sondern bedeutet - mit Worten des heiligen Paulus - die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, (die) alles übertrifft4. Der in ihm begründete christliche Glaube ist nicht etwa eine Weltanschauung mit religiösem Hintergrund, auch nicht ein religiöses oder theologisches Lehrsystem oder Moralgesetz, sondern es ist Mysterium im paulinischen Sinn, das heißt eine Offenbarung Gottes an die Menschheit durch gottmenschliche Taten, voll Leben und Kraft.«5

Deshalb reichen weder ein allgemeines Bescheidwissen als Bestandteil menschlicher Allgemeinbildung noch auch eine tiefergehende Kenntnis durch bloßes Nachdenken aus. »Das Leben Jesu muß sich in unserem eigenen Leben wiederholen, indem wir Christus kennenlernen: durch Lesen und immer wieder Lesen, durch Meditieren und immer wieder Meditieren der Heiligen Schrift.«6 Nötig ist eine Kenntnis, die wir engagiert nennen könnten, weil es ihr um das Ganze des Lebens geht: »Es genügt nicht, ein allgemeines Bild von Christus zu haben, wir müssen vielmehr aus seiner Haltung und seinen Reaktionen lernen. Und vor allem müssen wir seinen Erdenwandel betrachten und seinen Spuren nachgehen, um Kraft, Licht, Gelassenheit und Frieden daraus zu schöpfen.

Wenn man einen Menschen liebt, möchte man alles, selbst die kleinsten Details über ihn wissen, um sich mit ihm identifizieren zu können. Darum müssen wir die Lebensgeschichte Jesu betrachten, von der Geburt in einer Krippe bis zu seinem Tod und seiner Auferstehung.«7

In den vier Evangelien verdichtet sich die gesamte Heilige Schrift, denn alles im Alten Testament war auf ihn - auf Christus - hingeordnet, und alle anderen Bücher im Neuen Testament gehen von ihm - von Christus - aus. Besonders von den Evangelien gilt, was in der Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils über die göttliche Offenbarung steht: »In den Heiligen Büchern kommt ja der Vater, der im Himmel ist, seinen Kindern in Liebe entgegen und nimmt mit ihnen das Gespräch auf«8 Die Lektüre des Evangeliums, die »Seelenspeise und reiner, unversiegelter Quell des geistlichen Lebens«9 ist, soll deshalb eine liebende, betende Lektüre sein, wie es einem Werk entspricht, dessen Urheber Gott ist.

Das betende Betrachten des Evangeliums erfordert Glauben, denn da spricht die reine Wahrheit zu uns, und Ehrfurcht, denn es ist Gottes Wort, sowie ein Gespür für das Heilige, denn es sind Worte des Heils. Unter dem Beistand des Heiligen Geistes hat die Kirche den Schatz des Lebens Christi auf Erden unversehrt durch die Jahrhunderte weitergegeben, damit wir darin den Weg zur Heiligkeit finden. In dem Maße, in dem der Wunsch nach Gemeinschaft mit Gott in uns wächst, erschließt sich uns das Evangelium. Fragen wir uns also: Sind wir bestrebt, Tag für Tag tiefer in das Geheimnis der Menschwerdung unseres Herrn einzudringen? Bitten wir den Heiligen Geist vor der Lektüre des heiligen Buches um das Feuer seiner Liebe?

II. Lieben kann man nur, was man gut kennt. Deshalb ist es nötig, das Leben Christi »ganz im Kopf und im Herzen zu tragen, damit wir es in jedem Augenblick ohne Hilfe eines Buches mit geschlossenen Augen vor unserem inneren Blick wie einen Film vorbeiziehen lassen können. Die Worte und Taten des Herrn werden uns auf diese Weise in den verschiedenen Situationen unseres Lebens begleiten.

So werden wir sein Leben mitleben. Denn es geht nicht nur darum, an Jesus zu denken, uns diese oder jene Szene zu vergegenwärtigen. Wir müssen uns vielmehr in sie hineinversetzen, und als Teilnehmer des Geschehens werden wir dann Christus so nahe folgen wie Maria, seine Mutter, wie die ersten Zwölf, wie die frommen Frauen und die Menge, die ihn umdrängte. Wenn wir so handeln und Christus keine Hindernisse in den Weg legen, werden uns seine Worte bis ins Innerste durchdringen und umwandeln.«10

Wir schlagen das Evangelium mit dem Wunsch auf, Christus sehr aufmerksam, wie seine Jünger damals, zu betrachten: wie er in dieser oder jener Situation reagierte, warum er mit diesem Menschen so und mit jenem anderen anders sprach, wie er sich der Bedürftigen und Notleidenden erbarmte, wie er sich nach langer Wanderung müde fühlte und unter Freunden Erholung suchte, wie er den Glauben einfacher Menschen pries, wie er geduldig die Schwerfälligkeiten seiner Jünger ertrug. Und immer wieder werden wir beobachten, wie er tagsüber und nächtelang das Gespräch mit dem Vater sucht, dankend, vertrauend, bittend. Wir lernen so den Umgang mit Gott und mit den Menschen und entdecken in den Bildern des Evangeliums uns selbst: als Arbeiter im Weinberg und als Knechte auf dem Acker des Herrn, als Hirten, Bauern und Stadtmenschen, denn das alles sind wir in den Gleichnissen. Wir lernen Umgang mit der Schönheit der Natur, den Vögeln am Himmel und den Blumen auf dem Feld, mit den Dingen des Alltags, mit Arbeit, mit Leid. Vor allem aber lernen wir beten. Deswegen ermahnt das Zweite Vatikanische Konzil alle an Christus Glaubenden, »besonders eindringlich, durch das häufige Lesen der Heiligen Schrift sich das >alles übertreffende Wissen Jesu Christi< (Phil 3,8) anzueignen. >Die Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kennen< (Hieronymus). Sie sollen deshalb gern an den heiligen Text selbst herantreten, einmal in der mit göttlichen Worten gesättigten heiligen Liturgie, dann in frommer Lesung.«11

»Laß uns aus deiner Kraft leben und unter deinem beständigen Schutz geborgen sein«12, erbitten wir heute vom Herrn im Tagesgebet der heiligen Messe. So schwer ist das nicht: »Ich habe dir geraten, jeden Tag einige Minuten im Neuen Testament zu lesen und dich, gleichsam selbst beteiligt, in jede der einzelnen Szenen hineinzuversetzen. Auf diese Weise kannst du das Evangelium in deinem Leben sozusagen >Fleisch und Blut< werden lassen, kannst es erfüllen und auch andere dahin bringen, es zu erfüllen.«13

III. Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; in dieser Endzeit hat er zu uns gesprochen durch den Sohn.14 Seitdem der Sohn gesprochen hat, steht jede Stunde der Menschheitsgeschichte im Zeichen der Endzeit, der Vollendung - auch jede Stunde meines Lebens. Das ist der Kern der Frohen Botschaft. Das Wort des Sohnes bleibt Stunde für Stunde brandaktuell: lebendig (...) kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert.15 Es gilt allgemein, ohne deshalb abstrakt zu sein, denn es richtet sich an jeden einzelnen: es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenk und Mark.16 Es offenbart uns als wahres Licht, das jeden Menschen erleuchtet17, Sinn und Wert unseres Lebens und richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens18.

Manchmal werden wir uns in einer der Gestalten des Evangeliums wiederfinden, im verlorenen Sohn, der traurig-froh zum Vater heimkehrt, oder im verirrten Schaf, dem die Sorge des Hirten gilt. Manchmal wird uns ein Wort oder eine Begebenheit besonders ansprechen, die uns dann zu einem den Tag prägenden Stoßgebet des Dankes, der Bitte oder der Reue inspirieren. Vor allem aber liefert das Evangelium den Stoff für unsere festen Gebetszeiten, die ja so nötig sind, will man ein kontemplatives Leben mitten in der Welt führen. »Jeder Gläubige kann und muß aus den verschiedenen Formen und dem Reichtum des christlichen Gebetes, wie es die Kirche lehrt, seinen eigenen Weg und seine eigene Gebetsmethode herausfinden; doch fließen alle diese persönlichen Wege am Ende in jenen Weg zum Vater zusammen, als der sich Jesus Christus bezeichnet hat. Beim Suchen nach dem eigenen Weg soll sich der einzelne daher nicht so sehr von seinem persönlichen Geschmack als vielmehr vom Heiligen Geist leiten lassen, der ihn durch Christus zum Vater führt.«19

Die Betrachtung des Evangeliums unseres Herrn führt uns in das Mysterium seines Lebens. Es ist besonders wichtig, sein Leben als Geheimnis der Liebe Gottes zu sehen, reich und nie auszuloten, aber nicht willkürlich interpretierbar: »Die Liebe Gottes, einziger Gegenstand der christlichen Kontemplation, ist eine Wirklichkeit, deren man sich mit keiner Methode oder Technik >bemächtigen< kann; ja, wir müssen den Blick immer auf Jesus Christus gerichtet halten, in dem die göttliche Liebe für uns am Kreuz so weit gegangen ist, daß sie auch die Gottverlassenheit auf sich genommen hat (vgl. Mk 15,34). Wir müssen also Gott die Entscheidung darüber überlassen, wie er uns an seiner Liebe teilhaben lassen will. Wir dürfen aber nie irgendwie versuchen, uns mit dem betrachteten Gegenstand, der freien Liebe Gottes, auf eine Stufe zu stellen; auch dann nicht, wenn uns durch die Barmherzigkeit Gottes des Vaters, durch den in unsere Herzen gesandten Heiligen Geist in Christus aus Gnade ein spürbarer Widerschein dieser göttlichen Liebe geschenkt wird und wir uns von der Wahrheit, Güte und Schönheit des Herrn gleichsam angezogen fühlen.«20

Wir überlassen es Gott, wie er durch die Lektüre des Evangeliums auf unser Leben einwirken will. Aber wir können dieses Wirken vorbereiten und erleichtern, indem wir nach einem besonders passenden Augenblick für die tägliche Lektüre suchen. Die kurze Lektüre bereits am Morgen kann uns eine konkrete, einfache Anregung für den beginnenden Tag mit auf den Weg geben, die so unsere Gottesgegenwart, unseren Umgang mit den Menschen, unsere Arbeit oder unsere Stimmung grundiert. Schritt für Schritt können die Worte des seligen Josemaría Escrivá im »Weg« in uns Gestalt annehmen: »Wären doch dein Verhalten und deine Worte so, daß jeder, der dich sieht oder mit dir spricht, unwillkürlich dächte: Der da beschäftigt sich mit dem Leben Jesu.«21

1 vgl. Lk 1,1. - 2 Joh 14,6. - 3 II.Vat.Konz., Konst. Dei Verbum, 18. - 4 Phil 3,8. - 5 Odo Casel, Das christliche Kultmysterium, Regensburg 1932, S.25. - 6 J.Escrivá, Christus begegnen, 14. - 7 ebd., 107. - 8 II.Vat.Konz., Konst. Dei Verbum, 21. - 9 ebd. - 10 J.Escrivá, Christus begegnen, 107. - 11 II.Vat.Konz., a.a.O., 25. - 12 Tagesgebet. - 13 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.672. - 14 Hebr 1,1. - 15 Hebr 4,12. - 16 ebd. - 17 Joh 1,9. - 18 Hebr 4,12. - 19 Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben an die Bischöfe der katholischen Kirche über einige Aspekte der christlichen Meditation, 15.10.1989, 29. - 20 Kongregation für die Glaubenslehre, a.a.O., 31. - 21 J.Escrivá, Der Weg, Nr.2.

von 25.04.2013 10:38

OSTERZEIT
4. WOCHE - DONNERSTAG

26

VERSTEHEN, VERSCHMERZEN, REIFEN

Fähig sein, frühere Urteile über Menschen zu revidieren.
Menschen können an Reife und Weisheit zunehmen.
Unsere Fehler von gestern sollen uns nicht den Mut nehmen.


I. In der ersten Lesung1 der heiligen Messe erfahren wir von einem Streit im Kreis der Mitarbeiter des heiligen Paulus. Dieser erscheint bereits als die beherrschende Gestalt, nicht umsonst heißt es: Paulus und seine Begleiter. Zu diesen Begleitern gehören Barnabas, der Paulus in den Kreis der Jerusalemer Gemeinde eingeführt hatte, und Markus. Er gibt Anlaß zu der Meinungsverschiedenheit.

Johannes mit dem Beinamen Markus2 war ein Vetter des Barnabas. Seine Mutter gehörte zu den ersten Frauen, die Jesus und den Zwölf halfen. Ihr Haus in Jerusalem diente der Urgemeinde als Versammlungsort.3 Markus hatte also die Anfänge der Kirche in Jerusalem erlebt, mit der Mutter des Herrn und den Aposteln engen Kontakt gehabt. So erscheint es logisch, daß Barnabas sich auf seinen Verwandten stützte und ihn als Begleiter auf die Missionsreise nach Kleinasien mitnahm, die er und Paulus unternahmen. Aber den jungen Markus verließen irgendwann einmal die Kräfte, und er kehrte nach Jerusalem zurück. Dies ist der Grund, weshalb Paulus ihn nicht erneut auf die zweite Missionsreise mitnehmen will. Barnabas wollte auch den Johannes, genannt Markus, mitnehmen; doch Paulus bestand darauf, ihn nicht mitzunehmen, weil er sie in Pamphylien im Stich gelassen hatte, nicht mit ihnen gezogen war und an ihrer Arbeit nicht mehr teilgenommen hatte.4 Es kommt daraufhin zur Trennung: Barnabas nahm Markus mit und segelte nach Zypern. Paulus aber wählte sich Silas und reiste ab, nachdem die Brüder ihn der Gnade des Herrn empfohlen hatten.5 Der Kirchenvater Hieronymus schreibt dazu: »Paulus strenger, Barnabas milder - jeder blieb bei der eigenen Ansicht. Und im Streit schimmert etwas von der menschlichen Gebrechlichkeit durch.«6

Wahrscheinlich war die Auseinandersetzung recht heftig. Doch später treffen wir Markus in Rom, zuerst bei Petrus, dann ebenfalls bei Paulus7. Die beiden haben sich also ausgesöhnt, mehr noch, Paulus legt besonderen Wert auf die Hilfe des Markus, wenn er an Timotheus schreibt: Bring Markus mit, denn er wird mir ein guter Helfer sein.8 Vom römischen Gefängnis aus schickt er Grüße an die Philipper: Es grüßt euch Aristarch, der mit mir im Gefängnis ist, und Markus, der Vetter des Barnabas (...); durch sie bin ich getröstet worden.9 Markus ist also einige Jahre danach Paulus' Freund und wirksamer Mitarbeiter geworden. Paulus, vorher der Meinung, Markus käme für das anstrengende Werk der Verkündigung nicht länger in Frage, will ihn nun bei sich als seinen Helfer haben. Der Apostel, den wir als großherzig und opferbereit, feurig und entschlossen kennen, schämt sich nicht, sein Urteil zu revidieren. Er ist weise genug, zu wissen, daß die Gnade Gottes und die Zeit einen Menschen ändern können, und demütig genug, über Menschen nicht unwiderruflich zu urteilen. Denn wir können zwar ihre äußere Handlungsweise, selten aber ihre Absichten beurteilen. Gott allein kennt ihre letzten Beweggründe. Deshalb müssen unsere Urteile revidierbar bleiben.

Der Herr nimmt uns an, wie wir sind - und dazu gehören auch unsere Armseligkeiten. Er gibt uns die Kraft, uns nicht mit ihnen abzufinden.

Wie lehrreich ist ein Blick auf die eigene Erbärmlichkeit, um sich in andere Menschen hineinzuversetzen! Natürlich werden wir offensichtliche Mängel nicht einfach ignorieren. Aber gleichzeitig können wir sie in einem anderen Licht sehen, in einer umfassenderen Perspektive betrachten. Damit sind wir schon auf dem Weg des Verstehens so wie Christus damals, als er unter den schwerfälligen Aposteln lebte oder der ehebrecherischen Frau begegnete. Der Herr liebt nicht unsere Gebrechen als solche, aber weil er uns liebt, die wir sie haben, hat er aus Liebe Geduld mit uns, wartet und hilft. Er schreibt uns niemals ab. Lassen wir Menschen, die uns mißliebig sind, nicht gleich fallen, geben wir ihnen die Chance, die Gott auch uns gibt.

II. Auch von Markus her gesehen ist das, was uns die Apostelgeschichte erzählt, lehrreich. Wir wissen wenig über ihn. Zu der Zeit, da er den Konflikt zwischen Paulus und Barnabas auslöste, war er jung, sicher noch unreif. Wer weiß, ob Barnabas ihn nicht - er war sein Vetter - aus familiärer Zuneigung überschätzt hatte oder ob Markus selbst noch zu leicht verwundbar war und den Kampf zu früh aufgab. Wir wissen es nicht. Aber, so dürfen wir annehmen, jener, den uns eine alte Überlieferung als »Dolmetscher des Petrus= 10 vorstellt, hat die Worte des Apostels über Jesus nicht nur gedolmetscht und anderen vorgetragen, sondern er hat sie auch auf sich selbst bezogen - bis zu den Selbstanklagen des Petrus wegen mangelnden Mutes und Kleingläubigkeit. Dem jungen Markus wird «10 vorstellt, hat die Worte des Apostels über Jesus nicht nur gedolmetscht und anderen vorgetragen, sondern er hat sie auch auf sich selbst bezogen - bis zu den Selbstanklagen des Petrus wegen mangelnden Mutes und Kleingläubigkeit. Dem jungen Markus wird es nicht gleichgültig gewesen sein, daß ein so erfahrener Verkündiger wie der große Paulus ihn abgelehnt hatte. Er wird die Ursachen bei sich selbst gesucht und so an Reife und Weisheit gewonnen haben. Auch für ihn - wie für Paulus - wurde das Vergangene nicht zu einer unumstößlichen Wirklichkeit. Denn später, als er gebraucht wird, ist er da: als Trost und guter Helfer für Paulus. Beide lehren uns, daß Vergeben, Verschmerzen und Nichtnachtragen zur inneren Größe einer Seele gehören: »Wie eng ist die Seele derer, die ihre >Beschwerdeliste< sorgfältig aufbewahren! Mit solchen bedauernswerten Menschen ist ein Zusammenleben kaum möglich.

Wahrhafte Nächstenliebe >omnia suffert< - >erträgt alles< und führt nicht Buch: weder über die >ständigen und notwendigen< Dienste, die sie tut, noch über die Kränkungen, die sie erfährt.«11

Der Hochmütige neigt dazu, alles - jeden Gefallen - zu >verbuchen<, und er erwartet eine Gegenleistung; erfahrene Kränkungen will er beglichen wissen. So gehen Energien verloren, die man lieber auf das innere Wachsen und auf geistige Geschmeidigkeit lenken sollte, damit wir für die Pläne Gottes gerüstet sind. Sonst sind wir in der Vergangenheit gefangen. Anders dagegen ein Mensch, der von demütiger Gesinnung ist: er ist nicht so schnell eingeschnappt, weil er sich von Gott angenommen weiß; er reagiert auf die Meinung anderer gelassener, weil er abzuwägen versteht; er vermag einer Kränkung oder einem Affront im Auf und Ab des Alltags ihren Stellenwert zu geben: heute geschehen, morgen vergessen, innerlich vergeben.

Eine solche Haltung bedeutet nicht weltfremde Gleichgültigkeit gegenüber der eigenen Selbstachtung oder dem eigenen Ansehen, sondern die Wirklichkeit von Gott her zu bewerten; er kennt unser Herz, und deshalb können wir Fehleinschätzungen oder Mißdeutungen anderer Menschen ertragen - wissen wir doch aus Erfahrung um die Wechselhaftigkeit menschlicher Urteile. Vor diesem Hintergrund dürfen wir die Gestalt des erwachsenen Markus sehen: die frühere Schelte nicht nachtragend, ist er nun ein gereifter Mitarbeiter des Barnabas, stärkender Tröster des Paulus, treuer geistlicher Sohn des Petrus.

Die Demut schließlich erleichtert die Brüderlichkeit. Der Demütige sucht den Kontakt zu den anderen, bereit, aus eigenem Impuls den Frieden wiederherzustellen, Hilfe zu leisten und Hilfe anzunehmen. »Jene, die sich nahestehen, tragen sich gegenseitig und dank ihrer entsteht das Bauwerk der Liebe (...). Wenn ich also mir nicht die Mühe nehme, deine Eigenarten zu ertragen, und wenn du dir nicht die Mühe nimmst, mich mit meiner Eigenart zu ertragen, wie werden wir dann - ohne durch Geduld in gegenseitiger Liebe verbunden zu bleiben - zusammen den Bau der Liebe aufrichten können? Denn in einem Bauwerk ist jeder Stein tragend und wird selbst getragen.«12

III. Markus »schreibt das Evangelium des heiligen Petrus nieder, das Markusevangelium. Nach Petri Tod leitet er von Alexandrien aus die ägyptische Kirche. So versichert die Tradition (...). Jedenfalls steht jedem Christen der heilige Markus nahe durch sein Evangelium. Er hat uns darin ein Christusbild geschenkt, das bis in feinste Einzelheiten geht.«13

Wie beeindruckend, die Gestalt des zweiten Evangelisten zu betrachten - vom zögernden Jüngling bis zur verläßlichen Stütze der Urkirche. Daraus können wir lernen, daß eigene Armseligkeiten oder früheres Schwanken kein Hindernis sein müssen, der Kirche beherzt zu dienen. Die Gnade kann uns zu wirksamen Werkzeugen des Heiligen Geistes werden lassen.

Wie wird Markus den greisen, gefangenen Paulus umsorgt haben! Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, läßt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach (...). Sie erträgt alles14: eigene wie fremde Fehler, eigensinnige Charaktere, die Schwierigkeiten im Umgang miteinander. Können wir uns einen Paulus vorstellen, der den Markus weiterhin wie ehemals beurteilt? Der das Urteil von damals zum Vorurteil gerinnen ließe, Markus sei für das Werk des Evangeliums nicht brauchbar, weil er einmal schwach wurde und nach Jerusalem zurückging? Können wir uns einen Markus vorstellen, der, verletzt, jenen Augenblick nicht hätte vergessen können?

Erbitten wir uns heute von der Muttergottes ein weites Herz, damit wir niemals etwas nachtragen und Vorurteile gern fallen lassen. Paulus lehrt uns das richtige Verschmerzen, Markus das Reifen.

1 Apg 13,13-25. - 2 vgl. Apg 12,12. - 3 ebd. - 4 Apg 15,37-38. - 5 Apg 15,39-40. - 6 Hieronymus, Dialog wider die Pelagianer, 2,17. - 7 vgl. Phlm 24. - 8 2 Tim 4,11. - 9 vgl. Kol 4,10-11. - 10 vgl. Eusebius, Kirchengeschichte III,39,15. - 11 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.738. - 12 Gregor der Große, Homilien über Ezechiel. - 13 Th.Schnitzler, Die Heiligen im Jahr des Herrn, Freiburg 1989, S.146. - 14 1 Kor 13,4.

von 24.04.2013 04:50

OSTERZEIT
4. WOCHE - MITTWOCH

25

DANKBARKEIT

Dank und Undank.
»Er gebe uns ein fröhlich Herz ...«
Danksagen nach der Kommunion.


I. Ich will dir danken, Herr, vor den Völkern; deinen Namen will ich meinen Brüdern verkünden. Halleluja1, heißt es im Eröffnungsvers der heutigen Messe. Alles in der Heiligen Schrift - die Hymnen, die Psalmen, die Worte der Gerechten - ist von Lob und Dank durchsetzt: Lobe den Herrn, meine Seele, und alles in mir seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat.2

Die eigene Erfahrung zeigt, wie wichtig das Danken ist: ein Wort, eine Geste des Dankes kann uns beflügeln. Heute ist es aber gar nicht so selbstverständlich, einem dankbaren Menschen zu begegnen: »Was das allgemeine Gefühl bestimmt, ist nicht Bitten und Geben, sondern das Anmelden von Rechten und deren organisierte, von Behörden überwachte Einlösung. Und was darauf antwortet, ist nicht Dank, sondern die Quittung, die Sache sei in Ordnung.

Daran ist freilich auch etwas sehr Gutes: daß nämlich die Dinge sachlich, nach zweckmäßig durchdachter Ordnung vor sich gehen und das Persönliche nicht dort hineingezogen wird, wo es nicht wirklich hingehört (...). Dadurch droht aber die Gefahr, daß das Lebendige verschwindet, was die Worte >Bitten< und >Danken<, >Geben< und >Empfangen< meinen.«3 Wenn wir schon unter uns Menschen mangelnden Dank als Verlust betrachten, um wieviel mehr müßten wir darauf achten, daß der Dank Gott gegenüber niemals fehlt. Gott danken, weil er als Vater über uns wacht und alles Gute auf Ihn zurückgeht. Zuversicht und Hoffnung sprengen die engen Grenzen des nur Eigenen: »Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Volk und Land, er gebe Glück zu unserm Tun und Heil zu allem Stand.«4

Auf die Aufforderung des Priesters: Lasset uns danken dem Herrn, unserm Gott, antworten wir: Das ist würdig und recht5 und treten ein in die Mitte der Eucharistie - das Wort bedeutet ja Danksagen -, der erhabensten Gestalt des Dankes, die auf Erden möglich ist. Die Eucharistie ist wie ein Vorauskosten der endgültigen Vereinigung mit Gott, die das Wesen der ewigen Seligkeit ausmacht. Unser eucharistischer Dank auf Erden greift dem vor.

Ein Blick auf das Evangelium zeigt uns, daß Jesus Undankbarkeit sehr nahe ging. Als er die zehn Aussätzigen heilte6, wartete er vergeblich auf sie. Sie hatten die Wohltat empfangen und den Wohltäter sogleich vergessen, obwohl er ihnen mit der Gesundheit und dem Ende des Ausgestoßenseins alles wiedergeschenkt hatte: Familie, Arbeit, die Gemeinschaft mit den Menschen. Ein anderes Mal weinte der Herr über die undankbare Stadt, die die Zeit der Gnade nicht erkannt hatte7, die Zeit, in der Jesus ihre Kinder sammeln wollte, so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt8.

Der heilige Paulus bringt die Undankbarkeit in Zusammenhang mit der Verfinsterung des Herzens, die schließlich zu Abgötterei, Lebenslüge, Lasterhaftigkeit und Gotteshaß führt. Am Anfang von alldem steht: Sie haben Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt.9 Daher die eindringliche Aufforderung an die Christen: Dankt für alles; denn das will Gott von euch, die ihr Christus gehört.10

Johannes Chrysostomos weitet die Gedanken des Apostels aus: »Paulus dankt in allen seinen Briefen für all das Gute, das der Welt widerfuhr. Ebenso sollen auch wir immerdar für unser eigenes Wohl danken, wie auch für das anderer, danken für kleine und für große Wohltaten (...), deren Zahl ja die Menge des Sandes am Meere übertrifft.«11

Wenn wir einmal - am Ende unseres Weges - vor Gottes Angesicht stehen, werden wir erkennen, wieviel Gründe, dankbar zu sein, wir hier auf Erden gehabt haben. Eine Ahnung davon können wir schon jetzt in dem Maße erhalten, in dem unser Glaube wach ist. Daher der Rat: »Gewöhne dich daran, dein Herz viele Male während des Tages in Dankbarkeit zu Gott zu erheben. - Weil er dir dies und jenes gibt. - Weil man dich verachtet hat. - Weil du das Notwendigste hast oder weil du es nicht hast.

Weil er seine Mutter, die auch deine Mutter ist, so schön gemacht hat. - Weil er die Sonne geschaffen und den Mond und dieses Tier und jene Pflanze. - Weil er jenen Menschen so beredt geschaffen hat und dich so schwerfällig im Wort ...

Sage ihm Dank für alles, denn alles ist gut.«12

II. Der Herr deutet uns an, daß auch kleine Dienste Dankbarkeit verdienen: Wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil er ein Jünger ist - amen, ich sage euch: Er wird gewiß nicht um seinen Lohn kommen.13 Als der Samariter zu Jesus zurückkehrte, um ihm für die wiedererlangte Gesundheit zu danken, erhielt er etwas noch Wertvolleres: den Glauben und die Freundschaft mit dem Herrn: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dir geholfen.14 Der Herr erwartet von uns Dank, Tag für Tag und oft am Tage. Aber auch das Dankenkönnen ist, wie alles, seine Gabe: »Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn, und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz in Meerestiefen hin.«15

Die Dankbarkeit ist eine natürliche Tugend, die den Gemeinsinn stärkt. Die dankbare Erinnerung an eine Wohltat, mag sie auch noch so klein gewesen sein, weckt den Wunsch nach Erwiderung. Mag es auch nur ein Wort, ein »Danke= sein - dahinter steht die Freude, die wir empfangen haben und erwidern möchten.Nur wenn wir genau hinschauen, merken wir, wie viele kleine Dienste und Gunsterweise uns von anderen zuteil werden. Sich dafür dankbar zu zeigen kostet recht wenig und kann viel Gutes bewirken: eine bessere Atmosphäre, eine würdigere Art, Menschen zu begegnen, und schließlich auch ein Einüben in »kostspieligere« Äußerungen der Nächstenliebe, die nur im Blick auf Gott gelingen.

Die Dankbarkeit öffnet uns die Augen für das Wohlwollen der anderen, sie macht uns demütig und erkenntlich. Im Gegensatz dazu ist ein Hochmütiger unfähig zu danken: er sieht nur sich selbst und betrachtet die kleinen Dienste, die andere ihm erweisen, als Selbstverständlichkeit.

Auf Gott und auf unsere Mitmenschen achten macht uns hellsichtig. - Wieviele Details zuhause lassen uns erfahren, daß jemand an uns gedacht hat: ein blumengeschmückter Tisch, das geputzte Zimmer, die frische, wohltemperierte Wohnung, die sorgfältig gebügelte Wäsche. Gelegentlich, wenn dieses oder jenes Detail vergessen worden ist, mögen wir uns ärgern. Sollten wir da nicht an unsere eigenen Versäumnisse denken? Dann nehmen wir die der anderen nicht so tragisch und es fällt uns sogar eine Entschuldigung ein.

Und außerhalb der eigenen vier Wände? Auch da Menschen, die uns zu Diensten sind: der Hausmeister, die Frau am Zeitungskiosk, der Busfahrer. Wie anders wäre das Miteinander, wenn es uns gelänge, nicht nur die gerechterweise geschuldete Leistung zu erwarten, sondern sie aus einem Überfluß an dankbarer Gesinnung immer auch zu erwidern; denn dankbar sein, das ist wie ein Vibrieren des Herzens.

III. Gott sei uns gnädig und segne uns, er lasse über uns sein Angesicht leuchten.16 Die Bitte um Gnade und Segen in der heutigen Liturgie soll uns Anlaß sein zu vielen Stoßgebeten des Dankes im Laufe des Tages, weil der Herr gnädig ist und uns segnet. Gottes Fürsorge umgibt uns, sie überhäuft uns. Es gibt aber am Tage einen Augenblick, da Dankbarkeit ganz besonders naheliegt: die Zeit unmittelbar nach der heiligen Messe.

Unser Gespräch mit dem Herrn während dieser Zeit - so kostbar im geistlichen Leben - soll sehr persönlich, einfach, froh sein. Mutter Teresa sagt zu ihren geistlichen Töchtern: »Wenn ihr Christus in eure Herzen aufnehmt - in Gemeinschaft mit dem Lebendigen Brot -, dann bedenkt, was die allerseligste Jungfrau empfunden haben muß, als der Heilige Geist sie überschattete; sie, die voll der Gnade war, wurde zum Gefäß für Jesu Leib. Der Geist kam mit solcher Macht auf sie herab, daß Maria sich unverzüglich aufmachte, einen Dienst zu erfüllen. Jedesmal, wenn das Brot des Lebens gebrochen wird und wir daran teilnehmen, müßte in uns diesselbe Wirkung entstehen, denn wir empfangen denselben Gottessohn, der zu Maria kam, um Fleisch zu werden.«17

Bemühen wir uns, wenn eben möglich, um einige Minuten persönlicher Danksagung nach dem Kommunionempfang: allein mit dem Herrn, er in uns, wir in ihm; er, der Freund, er, unser Gott, den wir zusammen mit den Engeln anbeten. Gelegentlich wird uns der liturgische Gebetsschatz zu Hilfe kommen mit jenen Gebeten, die uns mit früheren Generationen verbinden: das Te Deum, der Lobgesang der Drei im Feuerofen18 oder das Gottheit, tief verborgen19.

»Die Liebe zu Christus, der sich für uns darbietet, drängt uns dazu, nach Beendigung der heiligen Messe für einige Minuten in persönlicher, intimer Danksagung zu verweilen, um in der Stille des Herzens jene andere Danksagung, welche die Eucharistie ist, zu verlängern. Wie aber sollen wir uns an ihn wenden, wie ihn ansprechen, wie uns verhalten?

Das christliche Leben entfaltet sich nicht in starren Richtlinien (...). Ich denke jedoch, daß oft während der Danksagung nach der heiligen Messe der Kern unseres Gespräches mit Christus der Gedanke sein kann, daß für uns der Herr König, Arzt, Lehrer und Freund ist.«20

Warum König? Er führt uns ein in das Reich der Wahrheit und des Lebens, das Reich der Heiligkeit und der Gnade, das Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens.21 Wir bitten ihn, er möge in unserem Herzen gegenwärtig sein: in unseren Worten, bei unserer Arbeit, in unserem Denken, in jeglichem Tun.

Arzt ist er, weil er das Leben und die Quelle des Lebens ist und das Heilmittel gegen alle unsere Gebrechen. Er stärkt uns, wenn wir seinen Leib empfangen, den er für uns geopfert hat.22 Wir gehen zur Kommunion, wie damals die Blinden, die Taubstummen, die Gelähmten zu ihm kamen.

Lehrer ist er, weil er Worte des ewigen Lebens hat für uns, die wir so unwissend sind! Er lehrt immerfort, aber wir müssen hinhören und dürfen nicht zulassen, daß Phantasie, Gedächtnis, Sinne und Verstand ihre eigenen Wege, fern von ihm, gehen.

Und Freund ist er, der Freund, der uns Freundschaft lehrt, unsere Nöte mitträgt, uns tröstet und ermutigt. Wir wissen um das Geheimnis seiner realen Gegenwart und vereinen uns mit den Engeln, die ihn anbeten und es besser als wir verstehen, ihm zu danken. Vielleicht fällt uns einmal im Gebet ein, die heiligen Engel zu bitten: Dankt ihr doch für mich, der ich es nicht schaffe, es würdig genug zu tun.

Als Maria von ihrer Gottesmutterschaft erfuhr, muß sich ihr Gebet in ein einziges, nie aufhörendes Dankgebet verwandelt haben. Sie möge uns lehren, Dank zu sagen.

1 Ps 18(17),50. - 2 Ps 103,2. - 3 R.Guardini, Tugenden, Mainz/Paderborn 1987, S.130. - 4 Paul Gerhard, Nun danket all, Gotteslob 267. - 5 Zuruf vor der Präfation. - 6 vgl. Lk 17,11ff. - 7 vgl. Lk 19,41-44. - 8 vgl. Mt 23,37. - 9 vgl. Röm 1,19-31. - 10 1 Thess 5,18. - 11 Johannes Chrysostomos, Homilien über das Matthäusevangelium, 25,4. - 12 J.Escrivá, Der Weg, Nr.268. - 13 Mt 10,42. - 14 Lk 17,19. - 15 Paul Gerhard, a.a.O. - 16 Antwortpsalm Ps 67(66),2. - 17 Mutter Teresa, Beschaulich inmitten der Welt, Einsiedeln 1990, S.24. - 18 vgl. Geborgen in Gott, Köln 1985, S.116. - 19 Hymnus Adoro te devote. - 20 J.Escrivá, Christus begegnen, 92. - 21 Präfation vom Königtum Christi. - 22 Präfation von der heiligen Eucharistie I.

von esther10 23.04.2013 21:55

Papst Franziskus wird Reformen durchführen, doch vor allem erweckt er die Leidenschaft zu neuem Leben (Teil 2)

Interview mit Kardinal Francesco Monteresi, emeritierter Erzpriester von Sankt Paul vor den Mauern

Von H. Sergio Mora

VATIKANSTADT, 23. April 2013 (ZENIT.org) - Wir veröffentlichen heute den zweiten Teil des Interviews mit Kardinal Francesco Monteresi, emeritierter Erzpriester der römischen Basilika von Sankt Paul vor den Mauern. Der erste Teil ist gestern erschienen, am 22. April 2013.

***

Warum wurde der hl. Paulus hier begraben?

Kard. Monterisi: Der hl. Paulus erlitt bei den „Tre Fontane“ (drei Brunnen) an dem „Acquae Salviae“ (Wasser des Lebens) genannten Ort das Martyrium. Sein Leichnam wurde zum nächstgelegenen Friedhof am Rand der Via Ostiense gebracht. Dort können heute noch einige wenige alte Gräber besichtigt werden. Im Rahmen sorgfältiger historischer und wissenschaftlicher Untersuchungen wurde mit großer Genauigkeit festgestellt, dass sich dort das Grab des hl. Paulus befindet.

Aus welchem Grund?

Kard. Monterisi: Die erste Kirche, die Konstantin um 330-335 erbauen ließ, erstreckte sich von der heutigen Apsis bis zum Grab des hl. Paulus. Ihr Eingang befand sich daher an der Via Ostiense, auf der gegenüberliegenden Seite des heutigen. Aus historischer Sicht war das Christentum nur wenige Jahre zuvor zur erlaubten Religion erklärt worden. Der Zustrom der Pilger zum Grab des hl. Paulus war damals so groß, dass den drei zu dieser Zeit an der Macht befindlichen Kaisern (Theodosios, Honorius und Valentian) der Bau einer Kirche in der heutigen Dimension als notwendig erschien. Das Grab des hl. Paulus blieb unversehrt, wurde allerdings auf die Höhe dieser zweiten Basilika angehoben.

Zur Zeit Papst Leos dem Großen ließ die Kaiserin Galla Placia um 440 den Bogen oberhalb des Altars des Sarkophags anfertigen. Leo der Große selbst gilt als Initiator der Anbringung der ersten Medaillons mit den Porträts der ersten Päpste, beginnend mit dem hl. Petrus, an den Wänden der Basilika.

Zu welchen Schäden führte der Brand im Jahre 1823?

Kard. Monterisi: Das 1200 entstandene Mosaik der Apsis wurde dabei nicht zerstört. Dieses Mosaik wurde von aus Venedig stammenden Mosaikmalern und Handwerkern gestaltet und enthält die Darstellung Christi und der Heiligen Petrus, Paulus, Lukas und Andreas. Zu Christi Füßen befindet sich die Figur von Papst Honorius III. in kleiner Statur. Auch der Bogen aus dem Jahre 440 blieb bei dem Brand von 1823 erhalten.

Der neue Papst Franziskus vollzieht eine Inbesitznahme der Basiliken. Ist das die übliche Vorgehensweise?

Kard. Monterisi: Da es sich um eine „päpstliche Basilika“ handelt, steht eine „Besitzergreifung“ durch den jeweiligen Papst durchaus im Einklang mit dieser Funktion. Es ist mir im Augenblick nicht erinnerlich, ob alle Päpste der letzten Zeit ebenso wie Papst Franziskus „Besitz“ ergriffen haben. Alle Päpste kommen zur Abschlussfeier der Gebetswochen für die Einheit der Kirche am Fest der Bekehrung des hl. Apostels Paulus am 25. Januar jeden Jahres. Der emeritierte Papst Benedikt XVI. begab sich außerdem anlässlich des paulinischen Jahres und zur Feier der Vesper am 28. Juni nach St. Paul, wenngleich es ihm aus gesundheitlichen Gründen in den letzten beiden Jahren nicht mehr möglich gewesen war.

Welchen Eindruck hat das Erscheinen des Papstes in St. Paul auch nach Ihrer Zeit als Erzpriester in Ihnen hinterlassen?

Kard. Monterisi: Ich empfand vor allem ein sehr tiefes Gefühl, das unter anderem auch von dem unmittelbar zurückliegenden Konklave herrührt, aus dem er hervorgegangen war und an dem ich teilgenommen hatte. Beeindruckend war die Aufmerksamkeit der Menschen den Worten des Papstes gegenüber. Dieses durch den Anblick des Papstes in ihnen ausgelöste Gefühl der Freude und des Festes war sehr ergreifend. Sehr berührt hat mich die Aufmerksamkeit und Hingabe des Papstes während der gesamten Feier, insbesondere während der Weihe und der Kommunion. Von Anfang an war ich erfüllt von dem Gedanken, dass Papst Franziskus die Liebe des hl. Paulus zu Christus mit großer Innigkeit verkörpert.

Welches Charisma von Papst Franziskus beeindruckt Sie am meisten?

Kard. Monterisi: Meines Erachtens verfügt Franziskus über eine sehr intensive und tief empfundene Spiritualität. Sein Herz ist erfüllt von einer großen Liebe zu Christus; ebenso herausragend ist seine Art, sich den anderen zu schenken, ihnen auf der gleichen Höhe zu begegnen, seine Nähe zu den Menschen in geistlicher Hinsicht. Seine charakteristischen Sprachbilder wie beispielsweise: „in der Kirche soll jeder Hirte nach seinen Schafen riechen“ für sein Dasein „mitten unter den Menschen“ haben Bekanntheit erlangt.

Was ist Ihrer Meinung nach von größerer Wichtigkeit: die von Franziskus beabsichtigten Reformen, oder die von ihm wiedererweckte Leidenschaft?

Kard. Monterisi: Die gesamte Arbeit der Kirche ist auf die Rettung der Seelen ausgerichtet. Die Kurie und die weiteren Einrichtungen sind ein Apparat in den Händen des Papstes und der Bischöfe, der so beweglich wie möglich sein soll und zur Verbreitung Christi bis an die Grenzen der Erde dient. Wie derzeit erkennbar ist, wird Papst Franziskus am Bild des den Menschen liebenden, barmherzigen, Vergebung schenkenden und die Arme ausbreitenden Gottes festhalten. Derzeit werden zahlreiche Beichten, aber auch Bekehrungen von Menschen verzeichnet, die die Kirche als einen Ort der Ankunft erfahren haben.

von esther10 23.04.2013 21:52

Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils
Die Rolle der Bischöfe

ROM, 23. April 2013 (ZENIT.org) - Papst em. Benedikt XVI. hat anlässlich des Jahrs des Glaubens und des 50-jährigen Jubiläums der Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils dazu aufgerufen, die Konzilstexte nochmals aufmerksam zu lesen. Wir dokumentieren als Beitrag zu diesem Wunsch des Heiligen Vaters jeweils thematisch ausgesuchte Texte in der offiziellen deutschen Version des Heiligen Stuhls.

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Die Rolle der Bischöfe

Bei der Erfüllung ihrer Aufgabe zu heiligen sollen die Bischöfe bedenken, dass sie aus den Menschen genommen und für die Menschen bestellt sind in ihren Angelegenheiten bei Gott, um Gaben und Opfer für die Sünden darzubringen. Die Bischöfe erfreuen sich nämlich der Fülle des Weihesakramentes. Von ihnen hängen bei der Ausübung ihrer Gewalt sowohl die Priester ab, die ja, um sorgsame Mitarbeiter des Bischofsstandes zu sein, selbst zu wahren Priestern des Neuen Bundes geweiht sind, als auch die Diakone, die, zum Dienst geweiht, dem Gottesvolk in der Gemeinschaft mit dem Bischof und seinem Presbyterium dienen. Die Bischöfe selbst sind also die hauptsächlichen Ausspender der Geheimnisse Gottes, wie sie auch die Leitung, Förderung und Aufsicht des gesamten liturgischen Lebens in der ihnen anvertrauten Kirche inne haben.

Unablässig sollen sie sich daher bemühen, dass die Gläubigen durch die Eucharistie das österliche Geheimnis tiefer erkennen und leben, so dass sie einen festgefügten Leib in der Einheit der Liebe Christi bilden. „Dem Gebet und dem Dienst am Wort sollen sie obliegen“ (Apg 6,4) und sich darum bemühen, dass alle, die ihrer Sorge anvertraut sind, in einmütigem Gebet verharren, durch den Empfang der Sakramente in der Gnade wachsen und dem Herrn treue Zeugen sind.

Als Führer zur Vollkommenheit seien die Bischöfe darauf bedacht, die Heiligkeit der Kleriker, Ordensleute und Laien nach der Berufung eines jeden zu fördern. Dabei seien sie sich freilich bewusst, dass sie gehalten sind, das Beispiel der Heiligkeit in Liebe, Demut und Einfachheit des Lebens zu geben. Die ihnen anvertrauten Kirchen sollen sie so heiligen, dass in ihnen der Sinn für die ganze Kirche Christi voll aufleuchtet. Deswegen sollen sie die Priester- und Ordensberufe so viel wie möglich fördern und dabei den Missionsberufen besondere Sorgfalt widmen.

Bei der Erfüllung ihrer Vater- und Hirtenaufgabe seien die Bischöfe in der Mitte der Ihrigen wie Diener, gute Hirten, die ihre Schafe kennen und deren Schafe auch sie kennen, wahre Väter, die sich durch den Geist der Liebe und der Sorge für alle auszeichnen und deren von Gott verliehener Autorität sich alle bereitwillig unterwerfen. Die ganze Familie ihrer Herde sollen sie so zusammenführen und heranbilden, daß alle, ihrer Pflichten eingedenk, in der Gemeinschaft der Liebe leben und handeln.

Um dies wirksam tun zu können, müssen die Bischöfe „zu jedem guten Werk bereit“ (2 Tim 2,21) sein, „alles um der Auserwählten willen ertragen“ (2 Tim 2,10) und ihr Leben so ordnen, dass es den Anforderungen der Zeit entspricht.

Mit besonderer Liebe seien sie jederzeit den Priestern zugetan, die ja für ihren Teil die Aufgaben und Sorgen der Bischöfe übernehmen und in täglicher Mühewaltung so eifrig verwirklichen. Sie sollen sie als Söhne und Freunde betrachten. Deshalb sollen sie sie bereitwillig anhören und sich durch ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihnen um den Fortschritt der gesamten Seelsorgsarbeit in der ganzen Diözese bemühen.

Sie sollen sich um deren geistliche, intellektuelle und wirtschaftliche Lage kümmern, damit sie heilig und fromm leben und ihren Dienst treu und fruchtbar verrichten können. Sie sollen daher Einrichtungen fördern und besondere Kurse veranstalten, in denen die Priester gelegentlich zusammenkommen, sowohl um an längeren geistlichen Übungen zur Erneuerung des Lebens teilzunehmen, als auch um tiefere Kenntnisse der kirchlichen Wissenschaften, besonders der Heiligen Schrift und der Theologie, der wichtigeren sozialen Fragen und der neuen Methoden der Seelsorgsarbeit zu erwerben. Mit tatkräftigem Erbarmen sollen sie jenen Priestern nachgehen, die irgendwie in Gefahr schweben oder sich in bestimmten Punkten verfehlt haben.

Damit sie für das Wohl der Gläubigen, deren jeweiliger Lage entsprechend, besser sorgen können, seien sie bemüht, deren Bedürfnisse in Anbetracht der sozialen Verhältnisse, in denen sie leben, gebührend kennenzulernen. Dazu mögen sie geeignete Mittel, besonders das der soziologischen Untersuchung, anwenden. Um alle sollen sie sich besorgt zeigen, gleich welchen Alters, welchen Standes, welcher Nationalität sie sind, um die Einheimischen sowohl als auch um die Zugezogenen und die Fremden. Bei der Wahrnehmung dieser Hirtensorge mögen sie ihren Gläubigen in den Angelegenheiten der Kirche den ihnen gebührenden Anteil belassen und deren Pflicht und Recht anerkennen, aktiv am Aufbau des mystischen Leibes Christi mitzuwirken.

Die getrennten Brüder sollen sie lieben und auch ihren Gläubigen empfehlen, jenen mit großer Freundlichkeit und Liebe zu begegnen, und auch den Ökumenismus, wie er von der Kirche verstanden wird, fördern. Auch die Nichtgetauften sollen ihnen am Herzen liegen, damit auch ihnen die Liebe Jesu Christi aufleuchte, dessen Zeugen die Bischöfe vor allen Menschen sind.

[Dekret „Christus Dominus“, Über die Hirtenaufgabe der Bischöfe, Kap.II, 15-16]

von 23.04.2013 09:12

OSTERZEIT
4. WOCHE - DIENSTAG

24

DAS ZEUGNIS DER URCHRISTEN

Selbstverständliche Frucht des christlichen Lebens.
Gläubig-selbstbewußt in einer heidnischen Gesellschaft.
Ein christlich geprägtes Familienleben.


I. Christus gründete seine Kirche und sandte jenen, die sie tragen sollten, den Beistand des Heiligen Geistes. Das Fundament war schwach und doch fest zugleich; denn die Apostel - weder Helden noch Gelehrte, noch Mächtige - waren treu. Viele, die die beginnende Evangelisierung beobachteten, müssen sie für sinnlos und zum Scheitern verurteilt gehalten haben. Der Glaube jedoch, die Treue und das Bewußtsein, im Auftrag des Herrn zu handeln, verbreiteten jene Lehre, so neuartig und dem heidnischen Empfinden so entgegengesetzt, allmählich über die ganze Welt.

In der heutigen Messe lesen wir, wie jene, die bei der Verfolgung nach dem Tode des Stephanus versprengt worden waren, bis nach Phönizien, Zypern und Antiochia1 kamen. In dieser Stadt war die Zahl der Bekehrten sehr groß, und hier nannte man die Jünger zum erstenmal Christen. Einige Jahre später finden wir die ersten Nachfolger Christi in Rom.

»Die Apostelgeschichte gibt uns zu verstehen, daß es in der Heidenmission am Anfang der Kirche zwar Missionare >auf Lebenszeit< gibt, die sich ihr aufgrund einer speziellen Berufung widmen, daß die Mission aber gleichzeitig als eine ganz selbstverständliche Frucht des christlichen Lebens, als Auftrag an jeden Gläubigen angesehen wurde, durch seine Lebensführung und wenn möglich durch ausdrückliche Verkündigung ein persönliches Glaubenszeugnis zu geben.«2

Zuerst schlug der Glaube Wurzeln in den Herzen einfacher Menschen. Paulus schreibt: Seht doch auf eure Berufung, Brüder! Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme.3 Man könnte sie eher als kleine Leute bezeichnen: Handwerker, Hafenarbeiter, Kaufleute, Sklaven und Freigelassene. Auch Soldaten und Handelsvertreter sind darunter, und gerade ihre Beweglichkeit trägt zur raschen Ausbreitung des Glaubens bei: »In den ersten Jahrhunderten hat sich das Christentum vor allem deshalb ausgebreitet, weil die Christen auf ihren Reisen oder in ihren Niederlassungen in anderen Regionen, wo Christus noch nicht verkündigt worden war, ihren Glauben mutig bezeugten und dort die ersten Gemeinden gründeten.«4

Auch wenn die ersten Träger des Glaubens einfache Menschen waren, hören wir schon in der Apostelgeschichte von Vornehmen, die wie der Kämmerer der Königin der Äthiopier, der ihren ganzen Schatz verwaltete5, oder wie Dionysius der Areopagit6 gläubig werden. Thomas von Aquin bemerkt dazu: »Auch dies gehört zur Verherrlichung Gottes, daß er durch einfache Menschen die Erhabenen der Welt an sich gezogen hat.«7

Unter den Urchristen finden wir Menschen aus vielen Berufen. Sie mieden nur jene, die ihren Glauben hätten gefährden können: Traumdeuter, Tempelwächter, Gladiatoren ... In einer Atmosphäre, die noch ganz von heidnischen Sitten geprägt war, blieb jeder dort, wo er den Glauben gefunden hatte, bemüht, durch beispielhaftes Verhalten sein gesellschaftliches Umfeld zu prägen. »Wir bewohnen die Welt mit euch zusammen« sagt Tertullian stolz im Jahre 197, »wir besuchen euer Forum, euren Markt, eure Badestuben, eure Bazare, eure Werkstätten, eure Gasthöfe, eure Messen und eure sonstigen Handelsplätze. Auch fahren wir mit euch zusammen zur See, sind wie ihr Soldaten und Bauern, und ebenso treiben wir mit euch Handel; unser Können, unsere Erzeugnisse stellen wir allen zur Verfügung.«8

Auch heute ruft der Herr die Christen überallhin. »Du fühlst sicher Mitleid mit ihnen ... Du möchtest ihnen zurufen, daß sie ihre Zeit vergeuden ... Warum sind sie so blind und nehmen das nicht wahr, was du - ein armer Mensch - gesehen hast? Wieso entscheiden sie sich nicht für das Beste?

Bete und bringe Opfer für sie. Und dann - das ist deine Pflicht! - wecke sie einzeln und erkläre ihnen - ebenfalls jedem einzelnen! -, daß auch sie, ohne ihren Standort in der Gesellschaft zu verlassen, einen göttlichen Weg finden können, wie du ihn gefunden hast«9, schreibt der selige Josemaria Escrivá.

II. Die Christen fliehen nicht vor der Welt, sie »sind weder durch Heimat noch durch Sprache und Kleidung von den übrigen Menschen verschieden. Sie bewohnen nirgendwo eigene Städte, bedienen sich keiner abweichenden Sprache und führen auch kein absonderliches Leben (...). Sie bewohnen Städte von Griechen und Nichtgriechen, wie es einem jeden das Schicksal beschieden hat, und fügen sich der Landessitte in Kleidung, Nahrung und in der sonstigen Lebensart, legen aber dabei einen wunderbaren und anerkanntermaßen überraschenden Wandel in ihrem bürgerlichen Leben an den Tag.«10 Im »Brief an Diognet« aus dem 3. Jahrhundert faßt der unbekannte Verfasser zusammen: »Was im Leibe die Seele ist, das sind in der Welt die Christen.«11

Der beseelende Einfluß des Glaubens wird nicht nur in kleinen Kreisen, sondern im ganzen Reich spürbar. »Der Glaube nivelliert die Klassen und hebt die sozialen Unterschiede auf, während die römische Gesellschaft darauf aus war, sich abzuschließen und Trennwände aufzurichten. Herren und Sklaven, Reiche und Arme, Patrizier und Philosophen kommen zusammen und vereinigen sich in einer tieferen Gemeinschaft als der des Blutes oder der Kultur. Sie alle finden sich darin, daß sie gemeinschaftlich und persönlich eine Wahl getroffen haben, die es ihnen ermöglicht, einander in Wahrheit >Bruder< und >Schwester< zu nennen. Was den spottsüchtigen Heiden erschüttert, ist die erstaunliche Vereinigung aller Stände in der christlichen Bruderschaft. Ob Sklave oder Bürger, alle haben sie in gleicher Weise die Seele eines freien, und das Bewußtsein dieser Gleichheit ist so stark, daß kaum je der Sklavenstand auf den christlichen Grabsteinen erwähnt wird.«12 Aus einigen Zeugnissen können wir auf die ernsthafte Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten schließen. Justin der Märtyrer, der bedeutendste Apologet des 2. Jahrhunderts, schreibt: »Abgaben und Steuern suchen wir überall vor allen anderen euren Beamten zu entrichten, wie wir von ihm (Christus) angeleitet worden sind. (...) Wir beten zwar Gott allein an, euch aber leisten wir im übrigen freudigen Gehorsam, indem wir euch als Könige und Herrscher der Menschen anerkennen und beten, daß ihr nebst eurer Herrschermacht auch im Besitze vernünftiger Einsicht erfunden werdet.«13

Als Christen sind wir Teil der Gesellschaft, in der wir leben, und deshalb kehren wir ihr nicht den Rücken. Wir können - im Herzen der Welt - das irdische Tun mit christlichem Geist durchdringen. Je spürbarer die Ferne von Christus wird, um so dringender ist unsere Präsenz, um im Namen Christi den Menschen zu helfen, ihre alles überragende Würde nicht aufs Spiel zu setzen. »Um den Spuren Christi zu folgen, braucht ein Apostel unserer Zeit nicht als Reformer aufzutreten, geschweige denn die historischen Realitäten seiner Gegenwart zu ignorieren ... Es genügt vollauf, wie die Urchristen zu handeln, die Umwelt neu zu beseelen.«14

III. Wie fanden die ersten Christen den Weg zum Glauben? Außergewöhnliche Erfahrungen wie die des Paulus15 werden eher selten gewesen sein. Die Berichte, die uns überliefert sind, lassen uns die Hauptgründe für die Hinwendung zum Glauben ahnen. Auch die Schilderungen von heidnischen Schriftstellern - einige um Objektivität bemüht, andere mit Spott und Sarkasmus durchsetzt - helfen uns begreifen, worin die Überzeugungskraft des Glaubens lag. Es ist »zunächst die Botschaft des Evangeliums selbst, dann die gelebte Brüderlichkeit innerhalb der Gruppen und schließlich die Bezeugung der Heiligkeit bis zum Martyrium. Diese Beweggründe stehen nicht beziehungslos nebeneinander, sondern entfalten erst im Miteinander ihre vielfache Wirkung«16 - eine bedenkenswerte Anregung für uns.

= 16 - eine bedenkenswerte Anregung für uns.In dem Maße, wie sich der Glaube ausbreitete, wurde die Familie immer mehr zur Glaubensschule. »Innerhalb seiner alltäglichen Umgebung vergißt der Gläubige niemals - ob er nun allein oder mit der Familie lebt -, daß er zu einem ganzen Volk gehört, das sich auf Wanderschaft befindet. Er möchte diese Überzeugung von Herzen gern mit seinen Nächsten teilen. Welche Belastung mag es für ihn oder sie darstellen, nicht mit den liebsten, den nächsten Menschen, wie dem Vater oder dem Ehemann, über diese unsichtbare Hoffnung sprechen zu können.«17

Wir wissen aus der apostolischen Zeit von der Taufe ganzer Familien.18 Zu Anfang des 3. Jahrhunderts betrachtet Origenes die Gewohnheit der Kindertaufe als apostolische Überlieferung. Die Eltern geben den Glauben weiter, christliche Sitten prägen das Zuhause, die Familie wird zur tragenden Säule der Glaubensverbreitung.

Dies ist nicht zeitbedingt, sondern wesentlich. Johannes Paul II. sagte in Köln: Die Familie muß »eine Schule des Glaubens und ein Ort des gemeinsamen Gebetes sein. Ich messe gerade dem Gebet in der Familie große Bedeutung zu. Es gibt Kraft zur Bewältigung der vielfältigen Probleme und Schwierigkeiten. In Ehe und Familie müssen die menschlichen und christlichen Grundhaltungen wachsen und reifen, ohne die Kirche und Gesellschaft nicht Bestand haben können. Hier ist der erste Ort christlichen Laienapostolates und des gemeinsamen Priestertums aller Getauften.«19

Man hat gesagt, die Weitergabe des Glaubens zur Zeit der Urchristen lasse »eher lebendiges als taktisches Vorgehen erkennen«20. Papst Paul Vl. fordert die Eltern zu solcher spontanen Lebendigkeit auf: »Mütter, lehrt ihr eure Kinder die christlichen Gebete? Bereitet ihr sie in Einklang mit den Priestern auf die Sakramente der Kindheit und Jugend vor, auf Beichte, Kommunion und Firmung? Macht ihr es ihnen zur Gewohnheit, in Krankheit an das Leiden Christi zu denken, Maria und die Heiligen um ihre Hilfe zu bitten? Betet ihr zu Hause den Rosenkranz? Und ihr Väter, könnt ihr mit euren Kindern beten, mit der ganzen Hausgemeinschaft, wenigstens von Zeit zu Zeit? Euer Beispiel durch Geradheit im Denken und Tun, das von gelegentlichem gemeinsamem Beten unterstützt wird, ist Unterricht aus dem Leben, ist Gottesdienst von hohem Wert; so bringt ihr Frieden in euer Heim: >Friede diesem Hause!< Merkt es euch: So baut ihr Kirche!«21

Wieviel Christliches können wir unseren Freunden und Bekannten einfach dadurch weitergeben, daß sie mit Auge und Ohr das natürlich-christliche Fluidum unseres Familienlebens erfahren! Wie wirksam sind dann die kleinen christlichen Äußerungen in unserem Zuhause! Gebete wie der Rosenkranz, der Tischsegen, ein Kruzifix oder ein Marienbild in der Wohnung, die Weihnachtskrippe ... Pflegen wir dies und ähnliches mehr, dann tragen wir dazu bei, daß durch das Familienleben im Kleinen das Große eines Lebens aus dem Glauben erfahrbar und anziehend wird.

1 Apg 11,19-26. - 2 Johannes Paul II., Enz. Redemptoris missio, 7.12.90, 27. - 3 1 Kor 1,26. - 4 Johannes Paul II., a.a.O., 82. - 5 vgl. Apg 8,27. - 6 vgl. Apg 17,34. - 7 Thomas von Aquin, Erläuterung zum 1. Korintherbrief. - 8 Tertullian, Apologeticum, 42,2. - 9 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.182. - 10 Brief an Diognet, 5. - 11 ebd. - 12 A.Hamman, Die ersten Christen, Stuttgart 1985, S.48. - 13 Justin, Apologie, 1,17. - 14 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.320. - 15 vgl. Apg 9,1-19. - 16 A.Hamman, a.a.O., S.82. - 17 ebd., S.181. - 18 vgl. Apg 10,44-48;16,15;16,33; 1 Kor 1,16. - 19 Johannes Paul II., Ansprache in Köln, 15.11.1980. - 20 A.Hamman, a.a.O., S.82. - 21 Paul VI, Ansprache, 11.8.1976.

von esther10 23.04.2013 00:58



Wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz

„Herr, behüte meinen Mund und bewahre meine Lippen.“ – Aus dem Psalm 141,3. Ein Kurzimpuls von Gerhard Naujokat (idea)



Wetzlar (kath.net/idea) Flottes Reden und fließende Antworten sind heute gängig. Die Unmenge der Vokabeln, der Worthülsen und Sprechblasen erdrückt. Wenn auch die Predigten und Bibelstunden belanglos werden, dann liegt die Aussage von Psalm 90 nahe: „Wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz.“ Wir werden zugeschüttet von Belanglosigkeiten und verbalem Müll.

Auf solch eine ungezügelte Wortproduktion können wir verzichten. Jesus gab den Rat: „Eure Rede sei ja, ja; nein, nein; was darüber ist, ist vom Übel.“

Ein Psalmist betet: „Herr, behüte meinen Mund und bewahre meine Lippen” (141,3).

Der Kirchenvater Augustin (354–430) sagt zu Recht: „Wenn das ‚Wort’ wächst, mindern sich die ‚Wörter’.“ In der Tat: Schweigen war vielfach der Ursprung von klugem Handeln.

Die Väter der Bibel waren meist in der Einsamkeit der Wüste gereift, kamen dort zur inneren Ausrichtung, lernten Gehorsam und Glauben.
Jesus wurde 40 Tage in die Wüste geführt. Paulus hatte sein Gotteserlebnis in der Wüste.

Bei einem Besuch in einem Beduinenzelt in der Negevwüste Israels hörte ich den Satz: „Wer aus der Wüste kommt, darf reden.“

Ja, wer aus dem Schweigen, der Stille, der Besinnung kommt, ist von sich abgerückt, hat eine geistliche Dimension erlebt. Darum kann er jetzt den Mund aufmachen, hat eine Botschaft. Er kommt nicht mehr aus der Leere, ist kein tönendes Blech. Erst Schweigen, dann Reden. Im Reiche Gottes bedarf es keiner lautstarken Taktik und keines vollmundigen Wortpegels. Wer ein Stück Wüste innerlich durchlebt hat, der wird auch glaubhafter Botschafter des Evangeliums.

Der Autor, Gerhard Naujokat (Kassel), ist evangelischer Pfarrer und Publizist)
http://kath.net/news/40805

von esther10 23.04.2013 00:56

Belgien: Rasanter Anstieg von 4620% bei “Sterbehilfe”-Fällen seit Beginn der Legalisierung
Veröffentlicht: 23. April 2013 | Autor: Felizitas Küble



Eine äußerst besorgniserregende Nachricht erreicht uns aus unserem Nachbarland:
Vor zehn Jahren wurde in Belgien die “Sterbehilfe” legalisiert. In diesem Zeitraum stieg die Zahl gemeldeter Fälle laut einem Bericht von „Lifesitenews“ um sage und schreibe 4620 Prozent. Allein im Jahr 2012 betrug der Anstieg 25 % und erreichte die absolute Zahl von 1.432 Fällen.

Das zeigt: Die Einführung der “Sterbehilfe” wirkt wie ein Dammbruch; sie wird dann immer mehr akzeptiert und auch praktiziert.

Die belgische Behörde zur Überwachung der Euthanasie (Commission fédérale de contrôle et d’évaluation de l’euthanasie – FCEE) erwägt nun sogar, Euthanasie auch bei Krankheiten wie Alzheimer und bei Kindern zu erlauben.

Die Statistik der FCEE zeigt nicht das gesamte Ausmaß des Phänomens in Belgien, denn nur die Tötungen, die streng nach den Gesetzesvorlagen durchgeführt wurden, sind dort enthalten.

Aus den Niederlanden weiß man aber, daß die Euthanasie oft durch eine Überdosis von Morphium oder dergleichen herbeigeführt wird. Solche Fälle sind nicht in der offiziellen Statistik enthalten.
Quelle: Kultur und Medien online
Bericht der FCEE: HIER
http://www.west-info.eu/files/Rapport-2012-fr.pdf

von 22.04.2013 08:43

OSTERZEIT
4. WOCHE - MONTAG

23

HEILIGmäSSig leben WOLLEN

Die Gnade, der Wunsch und die Wirklichkeit.
Das Wirken des Geistes kennt keine Grenzen.
Demut und Geduld.


I. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele, Gott, nach dir. (...) Wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen?1 Können wir uns in das elementare Verlangen eines Dürstenden hineinversetzen? Das biblische Bild spricht von einem dürstenden Tier, dem ein Rinnsal nicht genügt, sondern das sich nach einem echten Wasserlauf sehnt. Es steht als Bild für den Gerechten, der in seiner Suche nach Güte, Heil und Gerechtigkeit in der Welt unerfüllt bleibt, unbefriedigt von den Erfolgen, die die Welt geben kann, denn: Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt?2 Er sehnt sich - wissend oder ahnend - nach Fülle.

Die Frage des Herrn geht an die Wurzeln. Sie beschwört eine Wirklichkeit, die über die Welt, über das Irdische hinausreicht. So lechzt meine Seele, Gott, nach dir ... Was waren die Heiligen denn anders als Menschen, die so lebten: nach Gott sich sehnend inmitten ihrer geschöpflichen Begrenztheit? Sie zeigen uns - die wir auf dem Wege sind -, daß es möglich ist, die Dürre des Irdischen mit der Sehnsucht nach Gott zu benetzen. Aber: Sehne ich mich wirklich nach Gott? Will ich ernsthaft heilig werden? Oder bleibt es bei der Theorie? Tatsächlich sehen viele in der »Heiligkeit« nichts anderes als »ein unerreichbares Ideal, einen asketischen Gemeinplatz, aber nicht ein konkretes Ziel und eine lebendige Wirklichkeit«3. Mit der Gnade des Herrn können wir sie in unserem Leben wirklich werden lassen.

So lechzt meine Seele, Gott, nach dir. Immer steht am Anfang die Gnade und - auf unserer Seite - der Wunsch: Ich will ... Oder zumindest, wenn ich mich schwach fühle: Ich möchte wollen, ich möchte es wünschen ... Dann wenden wir uns Christus zu: »Der Herr Jesus, göttlicher Lehrer und Urbild jeder Vollkommenheit, hat die Heiligkeit des Lebens, deren Urheber und Vollender er selbst ist, allen und jedem einzelnen seiner Jünger in jedweden Lebensverhältnissen gepredigt: >Seid vollkommen, wie auch euer Vater im Himmel vollkommen ist< (Mt 5,48).«4

Heiligkeit ist nicht bloß ein Angebot und viel weniger ein abstraktes Ideal, sondern eine Aufforderung des Herrn: Seid vollkommen ... Deshalb betont die Kirche eindringlich: »Alle Christgläubigen sind also zum Streben nach Heiligkeit und ihrem Stand entsprechender Vollkommenheit eingeladen und verpflichtet.«5

Es liegt an uns, diese Aufforderung zu konkretisieren. Dabei geht es nicht zuerst um diese oder jene bestimmte Frömmigkeitsübung, sondern um die Disposition des Herzens. In der Heiligen Schrift wird der Prophet Daniel vir desideriorum6 genannt, ein Mensch voller Herzenswünsche, voller Sehnsüchte. »Laß deine Seele sich in Sehnsucht verzehren ... Sehnsucht nach Liebe, nach Selbstvergessenheit, nach Heiligkeit, nach dem Himmel ... Verliere dich nicht in Gedanken darüber, ob all das auch einmal Wirklichkeit werden wird - wiewohl so manche >klugen< Ratgeber dir derartige Spekulationen suggerieren möchten. Nein, entfache immer mehr Wünsche in dir: denn der Heilige Geist selbst verkündet, daß er Wohlgefallen hat an Menschen, die große Wünsche im Herzen tragen.

Aber es sollen tatkräftige Wünsche sein, die du in deiner täglichen Arbeit realisierst.«7

Prüfen wir, ob unser Wunsch nach Heiligkeit aufrichtig und wirksam ist. Gewiß finden wir dann in unserer Gewissenserforschung die Ursachen heraus, die unser Streben lähmen.

Wer vom Wasser des Lebens trinken will, sagt die heilige Theresia von Avila, braucht »eine große, höchst entschlossene Entschlossenheit, nicht anzuhalten, bevor die Quelle erreicht ist, käme unterwegs auch der Tod, wäre auch der Mut den Mühsalen des Weges nicht gewachsen und ginge auch die Welt unter«8

II. In der ersten Lesung der heiligen Messe9 hören wir von der Bekehrung des Hauptmanns Cornelius. Als Petrus von Cäsarea nach Jerusalem zurückkehrt, machen ihm die Judenchristen Vorhaltungen, er habe Gemeinschaft mit Heiden gesucht und ihnen das Heil angeboten. Petrus hält sich nicht lange mit Erklärungsversuchen auf: Er beginnt schlicht damit, ihnen der Reihe nach zu berichten bis hin zum Höhepunkt des Geschehens: Während ich redete, kam der Heilige Geist auf sie herab, wie am Anfang auf uns.

Cornelius gehörte nicht zum auserwählten Volk, doch das Wirken des Heiligen Geistes kennt keine Grenzen. Auch nicht die Begrenzungen unseres armseligen Lebens. Der Wunsch nach Heiligkeit muß da sein, er allein genügt jedoch nicht: Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut.10 Dies zu wissen ist Demut. Sie lehrt uns, das persönliche Bemühen um die Tugenden nie von der Gnade Gottes zu trennen. Beides zusammen macht die Heiligung aus. Und zu ihr gehört immer auch Offenheit für die Mitmenschen, denn persönliche Heiligung, die nicht apostolisch ist und die Nächstenliebe vernachlässigt, gibt es nicht. Und schließlich müssen wir mit dem Kreuz, drückend oder erträglich, rechnen.

Faule Kompromisse in Dingen, die Gott mißfallen, sind mit dem Wunsch nach Heiligkeit unvereinbar. Deshalb sollen wir Tag für Tag um Licht bitten, damit wir erkennen, wo unsere Liebe verblaßt. So kann der Wunsch nach Heiligkeit konkret werden. Wir geben uns dann nicht damit zufrieden, die vorgesehenen Frömmigkeitsübungen zu verrichten, sondern wir achten auch darauf, daß wir dabei feinfühlig sind und sie nicht ohne Grund verschieben oder ausfallen lassen.

Streben nach Heiligkeit verlangt immer Demut. Sie läßt uns die eigene Wirklichkeit realistisch sehen: wir erkennen, welches Werk aus Liebe geschah und welche Nachlässigkeiten ein gutes Werk vereitelten. Die Demut stutzt uns nicht die Flügel, sie läßt uns begreifen, daß wir allein nichts vermögen und der Hilfe Gottes bedürfen, damit aus dem Wollen Wirklichkeit wird. Wenn die Seele sich in Demut geweitet hat, ist sie offen für weitere Gnaden, in deren Licht sie Hindernisse ausräumen, Gelegenheiten zur Sünde meiden, Versuchungen widerstehen kann.

III. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Aber können wir von Durst nach Gott sprechen angesichts unserer täglichen Sünden und Fehler? Wohl doch, denn ein Heiliger ist nicht ein makelloser Mensch, sondern jemand, der immer wieder aufsteht, wenn er stolpert oder fällt. Franz von Sales, der große Seelenführer, fragt sich, wie wir auf die Erfahrung, daß wir im Vollkommenheitsstreben immer Anfänger bleiben, reagieren sollen: »Wie sollten wir aber nicht traurig und verzagt sein, wenn wir erkennen, daß eigene Schuld uns am Fortschritt hindert? Gewiß, wir sollen über unsere Fehler trauern, sollen sie tief und innig bereuen, uns jedoch ihretwegen nicht der Unruhe und Mutlosigkeit überlassen. Demütigen wir uns vor Gott, flehen wir seine Barmherzigkeit an, bekennen wir unsere Schuld dem Priester. Dann aber bleiben wir im Frieden und nehmen wir die Demütigung an, die in unserem Versagen liegt. Warten wir geduldig, bis Gott uns zum Fortschritt verhilft; und statt uns zu grämen, daß wir in der Vergangenheit so wenig getan haben, streben wir lieber eifrig danach, künftig mehr zu tun.«11

Schatten und Schmutz werden gerade dann sichtbar, wenn wir - uns nach Gott sehnend - mit dem Psalmisten beten: Sende dein Licht und deine Wahrheit, damit sie mich leiten; sie sollen mich führen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung12. Das durchdringende Licht seiner Wahrheit macht unsere Sünden und Fehler nur um so deutlicher. Werden wir aber deshalb den Kampf aufgeben? Dies wäre nicht nur eine subtile, gefährliche Versuchung, sondern auch töricht und wenig logisch. Denn wir müssen uns von der Vorstellung lösen, wir könnten im Handumdrehen, von heute auf morgen, heilig werden. Wir brauchen also Geduld, können wir doch nicht an einem einzigen Tag alles beseitigen, was sich im Laufe der Zeit an Fehlern aufgehäuft hat.

Mutter Teresa sagt: »Eines verlangt Jesus von mir: daß ich mich auf ihn stütze, auf ihn und nur auf ihn mein ganzes Vertrauen setze, mich ohne Vorbehalte ihm überlasse. Selbst wenn alles schiefgeht und ich mir wie ein steuerloses Schiff vorkomme, soll ich mich ihm ganz übergeben. Ich soll nicht versuchen, Gottes Handeln zu überprüfen, soll nicht die Marschetappen zählen, die er mich gehen heißen will. Ich soll keine klare Übersicht meines Fortschreitens auf dem Wege verlangen; es ist gar nicht notwendig, daß ich genau weiß, an welchem Punkt auf dem Weg der Heiligkeit ich mich befinde. Ich bitte ihn, aus mir eine Heilige zu machen, muß es jedoch ihm überlassen, welche Weise von Heiligung er für mich vorsieht, damit ich dahin gelange.«13

Gott rechnet also mit der Zeit, mit unserem guten Willen, mit unserer Ausdauer, mit unserer Demut: »Gott hat uns befohlen, alles zu tun, was in unseren Kräften steht, um Vollkommenheit zu erlangen. Unterlassen wir also nichts, was uns darin fördern kann. Haben wir dann das Unsere getan, müssen wir den Erfolg unseres Strebens und Mühens von Gott erwarten. Sehen wir, daß wir nicht so große Fortschritte machen, wie wir es wünschen, so beunruhigen wir uns nicht. Bleiben wir im Frieden. An uns ist es, das Erdreich unserer Seele getreulich zu bearbeiten. Das Ausmaß der Ernte müssen wir Gott anheimstellen. Der Bauer ist nicht tadelnswert, wenn er keine gute Ernte einbringen kann, wohl aber, wenn er seinen Acker nicht sorgfältig bestellt hat.«14

Wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen? Sehnsucht nach Gott ... In Demut und Geduld überlassen wir ihm die Antwort. Er schenkt uns die Gnade, wir schüren das Feuer des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe und sehen dankbar, wie unsere Erbärmlichkeiten allmählich in seinen Flammen aufgehen.

1 Antwortpsalm, Ps 42(41),2.3. - 2 Mt 16,26. - 3 J.Escrivá, Christus begegnen, 96. - 4 II.Vat.Konz., Konst. Lumen gentium, 40. - 5 ebd., 42. - 6 Dan 9,23. - 7 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.628. - 8 Theresia von Avila, Weg zur Vollkommenheit, 35,2. - 9 Apg 11,1-18. - 10 Ps 127,1. - 11 Franz von Sales, Über die Gottesliebe, Einsiedeln 1985, S.147. - 12 Antwortpsalm. - 13 Mutter Teresa, Beschaulich inmitten der Welt, Einsiedeln 1990, S.35. - 14 Franz von Sales, a.a.O., S.146.

von 21.04.2013 08:13

OSTERZEIT
VIERTER SONNTAG

22

DER GUTE HIRT. LIEBE ZUM PAPST

Die Einsetzung des Primats.
Das Petrusamt: Gebet für den Papst.
Jeder Papst ist anders.


I. Auferstanden ist der Gute Hirt. Er gab sein Leben für die Schafe. Er ist für seine Herde gestorben, Halleluja.1

Die Gestalt des guten Hirten beherrscht die Liturgie dieses Sonntags. Das Opfer des Hirten hat den Schafen das Leben wiedergeschenkt, seine Hingabe bringt ihnen Rettung. Jahre später stärkt Petrus den Glauben der Christen, indem er sie an alles erinnert, was der Herr für sie getan und gelitten hat: Durch seine Wunden seid ihr geheilt. Denn ihr hattet euch verirrt wie Schafe, jetzt aber seid ihr heimgekehrt zum Hirten und Bischof eurer Seelen.2 Deshalb betet die Kirche heute: Allmächtiger, ewiger Gott, dein Sohn ist der Kirche siegreich vorausgegangen als der Gute Hirt. Geleite auch die Herde, für die er sein Leben dahingab, aus aller Not zur ewigen Freude.3

Aus den ersten christlichen Jahrhunderten sind uns, vor allem in Fresken und Mosaiken, zahlreiche Darstellungen vom guten Hirten überliefert. Sie erinnerten die Gläubigen an die barmherzige Güte des menschgewordenen Gottes, der die Seinen niemals im Stich läßt. Dies will auch die heutige Liturgie. Gleichzeitig können wir in unserem persönlichen Gebet an alle denken, die im Auftrag des Herrn das Hirtenamt ausüben, besonders an den Träger des Petrusamtes.

Im Alten Testament ist Mose der Hirt der Herde Gottes4, und David wird von Gott von seinen Schafen weggeholt, um das Volk Israel zu weiden5. Aber auch Gott selber ist der Hirte Israels6, der das zerstreute und versprengte Volk wieder sammelt. Alle Verheißungen und Erwartungen an den vollkommenen Hirten, die im Alten Testament anklingen, erfüllen sich im Neuen in der Gestalt Jesu. Vor allem im Johannes-Evangelium erkennen wir neue Züge. Jesus ist keine Herrschergestalt, wie der messianische König es ist. Er ist der gute Hirt, der sein Leben für die Schafe hingibt und Hirten einsetzt, damit diese sein Werk weiterführen. Im Gegensatz zum Mietling, der im Augenblick der Gefahr die Schafe im Stich läßt, um sein eigenes Leben zu retten, setzt Jesus sein Leben für die Schafe ein und zeigt damit, daß sie seine Schafe sind. Aber dies ist mehr als ein Eigentumsverhältnis, es ist »das wechselseitige Verhältnis zwischen Hirt und Herde, das im Bilde als Rufen des Hirten und Hören (Kennen) seiner Stimme durch die Schafe, in der Deutung als gegenseitiges Sich-Kennen beschrieben wird= 7. Jesus ist der eine Hirt und - wie es im 1. Petrusbrief heißt - der oberste Hirt8.Als der auferstandene Herr vor seiner Himmelfahrt Petrus zum Hirten seiner Herde einsetzte,9 erfüllte sich die vor der Passion gegebene Verheißung: Ich aber habe für dich gebetet, daß dein Glaube nicht erlischt. Und wenn du dich wieder bekehrt hast, dann stärke deine Brüder.10 Lassen wir jenen Augenblick am See von Tiberias11 auf uns wirken: »>Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese?< Wie menschlich rührend, daß hier Jesus ihn ein letztes Mal beim ursprünglichen Namen nennt - immer, von Ewigkeit her, heißt das, bist du mein gewesen, auch schon als du bloß der Simon aus Betsaida warst. Und die zutiefst menschlich vornehme Antwort, die nicht einfach lautet >Ja<, was er vor den anwesenden Freunden nicht fertigbringt, weil es ihnen weh tun könnte. So sagt er denn: >Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebe.< Wie hat Jesus ihn wohl, falls man es überhaupt so ausdrücken kann, für dieses demütige Zartgefühl geliebt! Er sagte zu ihm: >Weide meine Lämmer.< Das sind die kleinen, die jungen, die noch taumeligen und schwachen Schafe. Sie nennt der Herr der Kirche als erste, denn sie bedürfen zuallererst des guten Futters, der regelmäßigen ausreichenden Nahrung, sonst gehen sie zugrunde. Noch einmal fragt Jesus: >Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?< Und noch einmal die gleiche Antwort. Aber nicht die ganz gleiche Weisung Jesu, sondern: >Hüte meine Schafe!< Das heißt, nicht nur für ihre Ernährung sorgen, sondern auch für ihren Schutz vor den Wölfen und vor den Unbilden der Natur.«12

Und zum dritten Mal die Frage: Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum drittenmal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zur Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, daß ich dich lieb habe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe. »Es versteht sich, auch die ausgewachsenen Tiere der Herde brauchen Weidegrund. Weide meine Lämmer - hüte meine Schafe - weide meine Schafe. Diese Reihenfolge ist nicht zufällig, sie bezeichnet genau die Lebensbedingungen und -gesetze für das Werden und Wachsen von Kirche, damals wie gestern, heute und alle Zeit.«13

II. Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus.14 Diesen einen Grund hat der Stifter der Kirche in Petrus sichtbar machen wollen. Durch einen Befehl, der auch eine Bitte ist, hat der Gekreuzigte und Auferstandene »den heiligen Petrus an die Spitze der übrigen Apostel gestellt und in ihm ein immerwährendes und sichtbares Prinzip und Fundament der Glaubenseinheit und der Gemeinschaft eingesetzt«15.

Wo Petrus ist, da ist die Kirche, wie Christus sie gestiftet, gewollt hat. Der Bau der Kirche ruht nach dem Willen des Herrn auf dem Felsen Petri. »Das Unproportioniertsein der Menschen zu solcher Funktion ist so schreiend, so eklatant, daß gerade in der Beauftragung des Menschen mit der Felsfunktion sichtbar wird, daß es nicht diese Menschen sind, die die Kirche halten, sondern er allein, der dies mehr trotz der Menschen als durch die Menschen tut. Das Geheimnis des Kreuzes ist vielleicht nirgends so greifbar anwesend wie in der kirchengeschichtlichen Realität des Primats. (...) Wenn die Kirche im Glauben an diesen Worten festhält, ist dies nicht Triumphalismus, sondern die Demut, die staunend und dankbar den Sieg Gottes über die menschliche Schwachheit und durch sie hindurch erkennt. Wer den Worten aus Furcht vor Triumphalismus oder vor menschlicher Eigenmacht ihre Kraft nimmt, verkündet nicht den größeren Gott, sondern verkleinert ihn, der gerade im Paradox menschlicher Ohnmacht die Macht seiner Liebe zeigt und damit dem Gesetz der Heilsgeschichte treu bleibt.«16

Auf dem Felsen des Petrus ruht bis zum Ende der Zeiten der Bau der Kirche, allen Erschütterungen der menschlichen Geschichte trotzend. Was unser Herr Jesus Christus im heiligen Petrus eingesetzt hat, »das muß notwendig nach seiner Anordnung in der Kirche fortdauern, die auf dem Felsen errichtet ist und bis zum Ende der Zeiten feststehen wird«17.

Ähnlich wie die Einsetzung des Primates am Anfang der Kirche steht, können wir die Einheit der jungen Gemeinde mit ihrem Haupt bis in die Anfänge zurückverfolgen. Die Apostelgeschichte schildert uns in bewegenden Bildern die Liebe und Fürsorge der Gläubigen, als Herodes Petrus ins Gefängnis werfen läßt und plant, ihn nach dem Paschafest der Juden hinrichten zu lassen. Die Gemeinde aber betete inständig für ihn zu Gott.18 Als Petrus durch den Engel befreit wird, findet er sie im Haus der Maria, der Mutter des Johannes mit dem Beinamen Markus19 im Gebet versammelt. Dies setzt sich durch die Jahrhunderte fort im Gebet für den jeweiligen Nachfolger des Petrus: »Der Herr erhalte ihn, er schenke ihm Leben und Seligkeit auf Erden und beschütze ihn vor seinen Feinden.«20

Das Gebet für den Papst und für seine Anliegen hat in jeder heiligen Messe einen festen Platz. Aber unsere Verbundenheit mit ihm soll sich ebenso in unserem persönlichen Gebet zeigen: »Gebet als Pflicht, als Dienst, als Akt der Gerechtigkeit, denn Petrus hat ein Anrecht auf dieses Beten. Gebet als zweifellos anstrengende Arbeit, die aus Treue, Loyalität und letztlich eben aus Liebe zu verrichten ist.«21 Aber Gebet auch als Dank dafür, daß wir inmitten so vieler Wirrnisse die Tragweite des Petrusamtes zu erkennen vermögen: »Dank, mein Gott, für die Liebe zum Papst, die du mir ins Herz gelegt hast.«22

III. Eure Ältesten ermahne ich, da ich ein Ältester bin wie sie und ein Zeuge der Leiden Christi und auch an der Herrlichkeit teilhaben soll, die sich offenbaren wird: Sorgt als Hirten für die euch anvertraute Herde Gottes, nicht aus Zwang, sondern freiwillig, wie Gott es will; auch nicht aus Gewinnsucht, sondern aus Neigung; seid nicht Beherrscher eurer Gemeinden, sondern Vorbilder für die Herde. Wenn dann der oberste Hirt erscheint, werdet ihr den nie verwelkenden Kranz der Herrlichkeit empfangen.23 Diese Worte aus dem 1. Petrusbrief greifen das Bild vom guten Hirten auf, das der erste Papst vom Herrn vernommen hatte, und weiten es aus. Sie sind nicht nur eine Ermahnung an die Hirten von damals, sondern auch ein Vermächtnis an alle Hirten, besonders an die Träger des Petrusamtes bis heute. Jeder Papst hat seine persönliche Eigenart und trägt die Züge seiner Zeit. Aber allen ist gemeinsam, was Johannes XXIII. kurz nach seiner Wahl in sein »Geistliches Tagebuch« schrieb: »Seitdem mich der Herr, elend wie ich bin, zu diesem großen Dienst berufen hat, fühle ich mich keinem privaten Bereich in diesem Leben mehr zugehörig, weder Familie noch Heimat, Vaterland, besonderen wissenschaftlichen Richtungen und Vorhaben, auch wenn sie gut sind. Mehr denn je erkenne ich mich heute als unwürdigen und demütigen >Knecht Gottes und Knecht der Knechte<. Meine Familie ist die ganze Welt. Dieses Gefühl universaler Zugehörigkeit muß meinen Verstand, mein Herz und mein Tun bestimmen und beleben.«24

Die letzten Jahrzehnte haben uns eindrucksvoll gezeigt, wie jeder Papst - jeder auf seine Weise - treu den Auftrag des Herrn verwirklicht. Papst Paul VI. bekannte wenige Monate vor seinem Tod »das unermüdliche, wache, brennende Anliegen, das uns die fünfzehn Jahre unseres Pontifikates hindurch bewegt hat. >Den Glauben habe ich bewahrt!< können wir heute sagen aufgrund unserer demütigen und zugleich festen Überzeugung, niemals die heilige Wahrheit verraten zu haben.«25

Papst Johannes Paul I. dachte vierzehn Tage vor seinem Tod an die gerade vierzehn Tage zurückliegende Wahl und erzählte: »Das erste, was ich tat, kaum daß ich Papst war - ich ging in die Privatkapelle des päpstlichen Hauses. Dort hat Papst Paul an der Rückwand zwei Mosaiken anbringen lassen: Petrus und Paulus. Petrus, wie er stirbt, und Paulus, wie er stirbt. Unter dem heiligen Petrus stehen die Worte Jesu: >Ich werde für dich beten, Petrus, damit dein Glaube nicht wanke.< Unter dem heiligen Paulus, der den Schwerthieb empfängt: >Ich habe meinen Lauf vollendet und den Glauben bewahrt.<«26

Der Grund unserer Liebe zum Papst ist nicht dieser oder jener uns besonders anziehende Charakterzug, sondern die gläubige Einsicht in seinen Auftrag. Katharina von Siena sah im Papst den liebenswerten Christus auf Erden. Um so weniger dürfen wir der Versuchung erliegen, Päpste aus verschiedenen Epochen der Geschichte gegeneinander auszuspielen oder sie nach ihren uns mehr oder weniger zusagenden Qualitäten zu beurteilen. Jemand sagte einmal: Manche sehnen sich nach dem Papst von gestern, andere träumen vom Papst von morgen und beide vergessen dabei den Papst von heute. Es ist Teil unseres christlichen Zeugnisses, dafür zu sorgen, daß die Stimme des Heiligen Vaters alle erreicht. »Mit Freude segne ich dich, Sohn, für den Glauben an deine apostolische Sendung, der dich schreiben ließ: >Kein Zweifel: die Zukunft ist sicher, vielleicht trotz uns. Aber wir müssen zusammen mit dem Haupt eine Einheit bilden - ut omnes unum sint! - durch Gebet und Opfer. <«27

1 Kommunionvers. - 2 1 Petr 2,24-25. - 3 Tagesgebet. - 4 vgl. Jes 63,11. - 5 vgl. Ps 78(77),70 ff. - 6 Ps 80(79),2. - 7 Regensburger Neues Testament, Bd. 4, Regensburg 1961, S.200. - 8 1 Petr 5,4. - 9 vgl. Joh 21,15-17. - 10 Lk 22,32. - 11 Joh 21,1. - 12 P.Berglar, Petrus - Vom Fischer zum Stellvertreter, München 1991, S.166. - 13 ebd., S.167. - 14 1 Kor 3,11. - 15 II.Vat.Konz., Konst. Lumen gentium, 18. - 16 J.Kard.Ratzinger, Zur Gemeinschaft berufen, Freiburg 1991, S.69. - 17 I.Vat.Konz., Konst. Pastor aeternus, 2. - 18 Apg 12,5. - 19 vgl. Apg 12,12. - 20 vgl. Enchiridion indulgentiarum, 1986, Nr. 39: Gebet Pro Pontifice. - 21 P.Berglar, a.a.O., S.235. - 22 J.Escrivá, Der Weg, 573. - 23 1 Petr 5,1-4. - 24 Johannes XXIII., Geistliches Tagebuch, Freiburg 1964, S.321. - 25 vgl. Paul VI, Ansprache, 29.6.78. - 26 Johannes Paul I., Ansprache, 13.9.78. - 27 J.Escrivá, Der Weg, Nr.968.

von 20.04.2013 10:04

OSTERZEIT
3. WOCHE - SAMSTAG

21

DIE BESONDERE GEWISSENSERFORSCHUNG

Treu bleiben inmitten der Verwirrung.
Das Gewissen in konkreten Punkten prüfen.
Schmiede der Treue
.


I. Die Rede des Herrn in der Synagoge von Kafarnaum wurde vielen zum Ärgernis. Es kam unter den Zuhörern zu erregten Gesprächen. Daraufhin zogen sich viele Jünger zurück und wanderten nicht mehr mit ihm1, heißt es bei Johannes im heutigen Evangelium. Gemeint ist nicht die Menge der anonymen Zuhörer, gemeint sind Leute aus dem Kreis der Jünger. »Hätten sie verstehen sollen? Wohl kaum. Man kann sich nicht denken, wie damals einer diese Worte hätte verstehen können. Aber sie hätten an ihn glauben sollen. An ihm festhalten und offenlassen, wohin er sie auch führen würde. Ahnen, daß hinter seinen Worten eine göttliche Tiefe liege; daß sie zu etwas unsäglich Großem geführt werden sollten und sagen: Wir verstehen nicht; öffne Du uns den Sinn! Doch sie urteilen, und alles verschließt sich.«2 Nur bei den Zwölf gibt es hinter dem Nichtverstehen etwas, das sie zum Bleiben anhält. Und was? Warum standen sie in Treue zu ihm, als Ärgernisse und Mißtrauen überhandnahmen, als Enttäuschung zum Abfall von ihm führte? Weil sie keine bloßen Zuhörer, sondern enge Freunde Jesu waren, die sich - wie könnte es anders gewesen sein - Tag für Tag mit ihm über alles aussprachen. Sie hatten - mehr oder weniger - erkannt, daß Jesus nicht nur Worte für ihre alltäglichen Nöte fand, sondern Worte des ewigen Lebens hatte. Zu wem sollen wir gehen? fragt Petrus. Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.3 »Es ist schön, zu lesen, wie Petrus antwortet. Er sagt nicht: Wir verstehen, was du meinst, sondern: Wir halten deine Hand fest. Deine Worte sind Worte des Lebens, auch wenn wir sie nicht verstehen. Das war wohl die einzige Antwort, die damals gegeben werden konnte.«4

Und heute? Flexibilität und Anpassung scheinen mehr zu gelten als Treue. Zerrüttete Ehen gehören zum Alltagsbild, ein Wortbrüchiger gilt als kluger Pragmatiker, »Freundschaft« ist zum vielfach mißbrauchten und deshalb wohlfellen Begriff geworden. Auch in der Kirche begegnen uns Verhaltensweisen, die die Treue zum Glauben verletzen.

Das heutige Evangelium stellt uns die Treue von zwölf Menschen vor Augen, die wenig verstehen und nicht wissen, wie es weitergehen wird, die aber an ihrer Bindung festhalten, weil sie den, dem sie folgen, lieben. Sie zweifeln nicht an Jesus und haben deshalb keine Selbstzweifel, denn Jesus trägt sie. In seiner Homilie bei der Übernahme des obersten Hirtenamtes brachte Papst Johannes Paul II. die Ungewißheiten des heutigen Menschen mit der Antwort des Petrus in Zusammenhang: »Heute weiß der Mensch oft nicht, was er in seinem Innern, in der Tiefe seiner Seele, seines Herzens trägt. Er ist deshalb oft im Ungewissen über den Sinn seines Lebens auf dieser Erde. Er ist vom Zweifel befallen, der dann in Verzweiflung umschlägt. Erlaubt (...) Christus, zum Menschen zu sprechen! Nur er hat Worte des Lebens! In der Tat, Worte ewigen Lebens!«5

Treue zum Herrn erfordert innere Wachsamkeit in leichten wie in schweren Zeiten. Die kleinen Scharmützel haben ihre Bedeutung, halten sie uns doch in der notwendigen inneren Spannung. Deshalb empfehlen erfahrene geistliche Menschen die Übung der besonderen Gewissenserforschung - auch Partikularexamen genannt -, die auf einen besonderen Punkt unseres inneren Kampfes zielt, etwa auf größeres Feingefühl im Umgang mit dem Herrn. »Die allgemeine Gewissenserforschung gleicht der Abwehr. - Das Partikularexamen dem Angriff. - Das erste ist Panzerung, das zweite ein scharfes Schwert.«6

Das heutige Evangelium stellt uns Treue und Untreue vor Augen. Es regt zu konkreten Fragen an: Ist meine Bindung an den Herrn so stark, daß ich der so zeittypischen Versuchung zu pragmatischer Untreue standhalten kann? Ist das ein besonderer Punkt meiner Gewissenserforschung?

II. Solange wir leben, müssen wir kämpfen. Wir lieben Christus, aber Leidenschaften, Lauheit oder eine spießige Gesinnung suchen nur das eigene Ich. Auf Dauer wird Christus dann zum Störfaktor im menschlichen Leben. Damit das nicht geschieht, gilt es, nein zu allem zu sagen, was uns von ihm trennen könnte, und ja zu allem, was uns ihm näher bringt. Manchmal fällt es einem leicht, wir kommen uns wie echte Himmelsstürmer vor, manchmal schwer, wir werden mutlos angesichts so vieler trauriger Beispiele um uns. Ob es den Aposteln damals nicht ähnlich ergangen ist, als Petrus zu dem rettenden Wort Zuflucht nahm: Mögen auch alle weglaufen - Du hast Worte des ewigen Lebens?

Die allgemeine Gewissenserforschung läßt uns die Beweggründe unserer Handlungen besser erkennen, sie erstreckt sich auf alles in unserem Alltag. Die besondere Gewissenserforschung soll uns helfen, einen konkreten Fehler zu überwinden oder in einer bestimmten Tugend zu wachsen. »Dein Partikularexamen soll darauf zielen, eine bestimmte Tugend zu erwerben oder einen dich beherrschenden Fehler auszumerzen«7 Es ist ratsam, die Ubung dieser Gewissenserforschung an bestimmte Tageszeiten zu knüpfen. Wenn wir es uns beispielsweise zur Gewohnheit gemacht haben, den Engel des Herrn um die Mittagszeit zu beten, können wir dieses Gebet gut mit einem kurzen prüfenden Blick auf den bisherigen Tag verbinden.

Was kann Gegenstand unserer besonderen Gewissenserforschung sein? Vielleicht haben wir bemerkt, daß es uns in bestimmten Situationen am Bewußtsein der Gegenwart Gottes fehlt. Zu den Zeiten des Gebetes sind wir beim Herrn, aber dann - mitten in unserer Arbeit, im Familienleben oder auf der Straße - denken wir überhaupt nicht mehr an ihn. Wir möchten gerne, aber ... Und dann erinnern wir uns, daß wir auf dem Weg zur Arbeit vielleicht an einer Kirche vorbeifahren oder beim Betreten unserer Wohnung ein Marienbild vor uns haben ... Was liegt da näher, als Tag für Tag zu versuchen, nicht gleichgültig an der Kirche vorbeizufahren oder das Marienbild außer acht zu lassen.

Andere Male werden wir uns betrübt fragen: Warum diese Trägheit beim Aufstehen, die ich doch eigentlich gar nicht will und wo ich weiß, daß sie mich nur aus dem bewährten Rhythmus bringt? Warum die grantigen Äußerungen beim Frühstück, die immer wieder den Tag mit einem Mißklang beginnen lassen? Könnte ich mir nicht vornehmen, jedesmal - mit ein wenig mehr Selbstkontrolle - ein freundliches Wort zu sagen und gelassen einen vielleicht nötigen Tadel auf später zu verschieben? Wir können viele solcher Kleinigkeiten entdecken, die Gegenstand der besonderen Gewissenserforschung sein können: Geduld haben gegenüber diesem oder jenem Mitarbeiter, dessen enervierende Art ich mittlerweile doch kenne; Zurückhaltung beim Gespräch über abwesende Dritte, damit es nicht in Klatsch ausartet; zuhören lernen; dankbar sein für kleine Aufmerksamkeiten; mehr Gespür für Ordnung, innerlich bei der Zeiteinteilung und äußerlich zwischen Arbeitspapieren oder Handwerkszeug, entwickeln? Neben solchen Details werden wir manchmal auf wesentlichere Aspekte stoßen, die unser inneres Leben tiefer im Glauben verankern, etwa den Umgang mit der Muttergottes oder mit den Schutzengeln zu verlebendigen.

Gelegentlich wird uns das Partikularexamen ein entschiedenes Nein abverlangen, wenn wir einen Fehler haben einreißen lassen. Besser freilich ist es, wenn wir statt des Nein zu einer schlechten Gewohnheit ein überzeugtes, freudiges Ja zur entgegengesetzten Tugend sprechen.

Wie passend ist da das Stoßgebet des Blinden im Evangelium: Domine, ut videam! Herr, mach, daß ich sehe!8

III. Auch das geistliche Gespräch ist ein geeignetes Mittel, die Gewissenserforschung auf die momentane Lebenssituation konkret abzustimmen. Jemanden, der sich leicht im Abstrakten verliert, kann eine regelmäßig eingesehene Notiz schnell auf den Boden der Wirklichkeit zurückholen. Für den hingegen, der sich in Kleinigkeiten verzettelt, wäre so etwas nicht empfehlenswert.

Es darf uns nicht überraschen, wenn unser Kampf nicht gleich zum Erfolg führt. Außerdem ist es nicht gut, selbst über Erfolge oder Mißerfolge zu urteilen. Haben wir den Nerv wirklich getroffen, dann geht es in aller Regel bei unserer besonderen Gewissenerforschung um einen chronisch gewordenen Fehler. Und das heißt: Zeit, Geduld, Beharrlichkeit aufbringen. Der Fortschritt kommt mit der Bereitschaft, immer wieder aufs neue zu beginnen. So festigt sich die Demut, Niederlagen werden uns zu tieferer Reue, Siege zu größerer Dankbarkeit führen. Die lautere Liebe ist hellwach und kommt deshalb immer wieder auf neue Einfälle, unseren asketischen Kampf zu präzisieren.

Nichts vermag gegen Lauheit und spießige Allüren erfolgreicher zu sein als die tägliche besondere Gewissenserforschung. Darin festigt sich die Treue, die wir uns für den Ernstfall erhoffen. »Vergessen wir nicht: weder die Spitzhacke noch die Axt, noch die Schläge sonst eines Werkzeugs, so scharf es auch sein mag, sind die gefährlichsten Feinde des Gesteins, sondern das Wasser, das tropfenweise in die Ritzen des Felsen sickert, bis es das Gefüge sprengt. Hier liegt für den Christen die große Gefahr: die täglichen Scharmützel zu vernachlässigen, was nach und nach seine Spuren in der Seele hinterläßt, so daß sie schließlich schlaff und spröde wird, gleichgültig und unempfänglich für die Stimme Gottes.«9

Am Ende unseres Gebetes vergegenwärtigen wir uns noch einmal die Antwort des Petrus: Du hast Worte des ewigen Lebens. (...) Du bist der Heilige Gottes. Ohne dich verfehlen wir den Weg, erblinden für die Wahrheit, verschließen uns dem Leben. Es ist ein Stoßgebet, das uns wachhält.

Wir empfehlen unsere Treue der Virgo fidelis. Sie möge uns helfen, Schritt für Schritt die Hindernisse zu beseitigen, die uns von ihrem Sohn trennen.

1 Joh 6,66. - 2 R.Guardini, Der Herr, Würzburg 1951, S.240. - 3 Joh 6,68-69. - 4 R.Guardini, a.a.O., S.240. - 5 Johannes Paul II., Homilie bei der Amtsübernahme, 22.10.78. - 6 J.Escrivá, Der Weg, Nr.238. - 7 ebd., Nr.241. - 8 Mk 10,51. - 9 J.Escrivá, Christus begegnen, 77.

von esther10 19.04.2013 17:44

Josef Schuster SJ
Pille danach


Zwei katholische Krankenhäuser in Köln weigerten sich am 15. Dezember 2012, eine mutmaßlich vergewaltigte Frau medizinisch zu versorgen. Man befürchtete, in der Frage "Pille danach" mit dem kirchlichen Träger und der Erzdiözese Köln in einen Konflikt zu geraten. Inzwischen hat eine lebhafte Diskussion eingesetzt. Für eine angemessene ethische Bewertung ist es notwendig zu wissen, ob das entsprechende Präparat eine nidationshemmende, eine abortive oder analog zur "Pille davor" eine empfängnisverhütende Wirkung hat.

Auf dem Markt gibt es die Pille "PiDaNa" mit dem Wirkstoff Levonorgestrel schon seit fast 30 Jahren. Sie verhindert entweder den Eisprung oder verzögert zumindest diesen Zeitpunkt. Wird diese Pille vor dem Eisprung eingenommen, kommt es in der Regel zu keiner Empfängnis. Studien belegen, dass Lovonorgestrel weder nidationshemmend noch abortiv wirkt; wenn eine Empfängnis bereits stattgefunden hat, bleibt das Präparat wirkungslos.

Mit dem Namen "ellaOne" ist seit 2010 ein von der EU-Arzeimittelbehörde zugelassenes Präparat auf dem Markt, dessen Wirkstoff Ulipristalacetat die Ausschüttung eines Hormons (LH) in der Hirnanhangdrüse verhindert, das jene Kaskade auslöst, die zum Eisprung führt. Analog zur Wirkweise von Levonorgestrel wird dadurch der Eisprung verhindert bzw. hinausgezögert - merklich länger als bei "PiDaNa". Diese Pille hat den Vorteil, dass sie bis zu 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden kann. Allerdings gibt es Zweifel, ob der Wirkstoff Ulipristalacetat nicht doch nidationshemmende Wirkung hat. Dabei gilt es zu bedenken, dass diese Pille im Unterschied zu "PiDaNa" erst relativ kurz erhältlich ist, daher ist auch die Anzahl der belastbaren Studien noch gering.

Bei der auch in Deutschland zugelassenen Pille "Mifegyne" (RU-486) handelt es sich eindeutig um eine Abtreibungspille. Ihr Wirkstoff Mifepriston verhindert nicht nur die Einnistung des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut, er bricht auch Wochen nach der Empfängnis eine Schwangerschaft ab - wirkt also abortiv. Deshalb darf Mifegyne nicht mit den beiden zuvor genannten Pillen verwechselt werden.

Die Bedeutung der jeweils unterschiedlichen Wirkweisen der vorgestellten Präparate wird unter ethischer Rücksicht erst dann unmittelbar plausibel, wenn man mit der offiziellen kirchlichen Position davon ausgeht, dass der Mensch als Mensch - also nicht nur als Mitglied der biologischen Gattung homo sapiens - mit dem Abschluss der Befruchtungskaskade zu einer Zygote beginnt. Damit kommt ihm Würde zu - und daraus folgend auch Schutz der Würde: Recht auf Leben von seinem Beginn an. Unter dieser Rücksicht gewinnt eine mögliche Schwangerschaft aufgrund von Vergewaltigung zusätzliche Brisanz.

Zu bedenken ist: erstens das Verbrechen der Vergewaltigung, das von den betroffenen Frauen nicht nur als brutale Verletzung ihrer körperlichen Integrität und Selbstbestimmung empfunden wird, sondern als seelisches Trauma oft jahrzehntelang nachwirkt; zweitens eine mögliche aufgenötigte Schwangerschaft; und drittens ein Kind, das als bleibende traumatisierende Erinnerung an die Vergewaltigung empfunden werden kann und das doch selber ein unschuldiges Opfer der Umstände ist. Erst wenn die Komplexität dieser Situation angemessen wahrgenommen wurde, wird eine ethische Bewertung genügend Sensibilität entwickeln können und nicht einfach im logischen Paradeschritt zu fertigen Antworten kommen.

Kardinal Joachim Meisner, Erzbischof von Köln, entschuldigte sich für das (Fehl-)Verhalten der beiden Krankenhäuser und erklärte am 31. Januar 2013 nach Absprache mit der römischen Glaubenskongregation, dass die "Pille danach" im Fall einer Vergewaltigung auch in katholischen Krankenhäusern verabreicht werden darf. Die katholische Bischofskonferenz schloss sich dieser Auffassung an. Außerdem sei der Wille der Frau in jedem Fall zu berücksichtigen. Neu ist die damit vorgetragene Position nicht, denn bereits 2009 heißt es in einer Verlautbarung der US-amerikanischen Bischofskonferenz: "Einer Frau, die vergewaltigt wurde, sollte es ermöglicht werden, sich selbst gegen eine potenzielle Empfängnis aufgrund einer Notzucht zu verteidigen. Wenn sich nach einer angemessenen Untersuchung herausstellt, dass es keine Evidenz für eine bereits erfolgte Empfängnis gibt, sollte sie mit Medikamenten behandelt werden, die einen Eisprung, Spermien-Kapazitation (physiologischer Reifungsprozess der Samenzellen, ohne die eine Befruchtung nicht möglich ist; J. S.) oder die Befruchtung verhindern." In den jeweiligen Erklärungen wird eigens darauf hingewiesen, dass den betroffenen Frauen neben medizinischer auch psychologische und seelsorgliche Hilfe anzubieten sei.

Es kann sein, dass eine betroffene Frau sich nicht in der Lage sieht, das bereits empfangene Kind auszutragen. Eberhard Schockenhoff spricht in diesem Zusammenhang von einer Art "Notwehrrecht" der Frau, die ihr aufgezwungene Schwangerschaft auch durch die Einnahme einer nidationshemmenden bzw. abortiv wirkenden Pille zu beenden. Andere Moraltheologen haben sich ähnlich geäußert. Deren Begründung stützt sich nicht in erster Linie auf die rechtliche Legitimität einer Abtreibung nach § 218 StGB, sondern auf die besondere Situation einer Schwangerschaft aufgrund einer Vergewaltigung und der Sorge um die physische wie psychische Genesung der Frau.

Die Bischöfe gehen in ihrer Erklärung nicht so weit. Allerdings sollte es auch für Krankenhäuser in kirchlicher Trägerschaft gelten, dass sie gerade in solchen Fällen das Arzt-Patienten-Verhältnis achten und die gewiss nicht leichte Entscheidung einer betroffenen Frau auch dann respektieren, wenn sie mit dem generellen Leitbild des Schutzes des menschlichen Lebens der Einrichtung kollidiert. Ferner sollte es keinen Druck auf beteiligte Ärzte und Seelsorger geben. Anderseits dürfen von einem Arzt keine Handlungen verlangt werden, die er nicht mit seinem Gewissen verantworten kann und die seinem ärztlichen Ethos widersprechen.

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