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von 27.11.2012 07:46

Beichte gültig bei Piusbruderschaft?


Das Nachrichtenportal kath.net hat in einem Beitrag vom 21.11.2012 die Behauptung aufgestellt, die Beichten bei der Priesterbruderschaft St. Pius X seien wegen fehlender Jurisdiktion objektiv nicht gültig. Höchstens könne es eine subjektive Gültigkeit geben. Diese Behauptung ist nicht korrekt und wurde in der Vergangenheit schon mehrfach widerlegt.

Die Priester der Piusbruderschaft haben zwar keine ordentliche Beichtjurisdiktion, aber diese wird durch die Kirche ersetzt, so dass die Beichten sicher gültig sind. Dies wird auch von renommierten Kirchenrechtlern (z. B. Prof. Georg May) bestätigt, und Rom hat niemals etwas anderes behauptet.

Im Übrigen wird selbst bei den wirklich schismatischen Priestern der Ostkirchen die fehlende Jurisdiktion ersetzt, so dass die Gläubigen dort gültig beichten.

Der Verfasser des kath.net-Artikels legt zudem merkwürdige Theorien zur Sakramententheologie vor, wenn er schreibt, es handle sich bei den Beichten mit supplierter Jurisdiktion „um eine subjektive Gültigkeit bei objektiver Ungültigkeit: subjektiv gültig deshalb, weil die Seele dieselben Früchte erfährt, welche sie auch erlangen würde, wenn das Sakrament gültig gespendet würde, und objektiv ungültig deshalb, weil die sündenvergebende Wirkung nicht aufgrund des Beichtsakramentes selbst zustande kommt.“ Selbstverständlich kommt die Wirkung durch das Sakrament zustande, denn sonst könnte ja sogar die Beichte bei einem Nichtpriester (der sich z. B. betrügerisch in den Beichtstuhl gesetzt hat) gültig sein, was aber niemals der Fall ist. Eine sakramentale Lossprechung, die ein Priester aufgrund von supplierter Jurisdiktion spendet, ist selbstverständlich objektiv und nicht nur subjektiv gültig.

Wir veröffentlichen zu diesem Thema nochmals eine Analyse von Pater Matthias Gaudron, die bereits zweimal im Mitteilungsblatt erschien und auch in die Neuauflage seines „Katholischen Katechismus zur kirchlichen Krise“ aufgenommen wurde.


Die Beichtjurisdiktion
Ihre Existenz in außerordentlichen Fällen

Um gültig Beichten hören zu können, ist nicht nur die gültige Priesterweihe erforderlich, sondern der Priester benötigt zusätzlich noch eine besondere Vollmacht zum Vollzug des Bußgerichtes. Vgl. can. 966 § 1: „Zur gültigen Absolution von Sünden ist erforderlich, dass der Spender außer der Weihegewalt die Befugnis besitzt, sie gegenüber den Gläubigen, denen er die Absolution erteilt, auszuüben.“ (Der Einfachheit halber zitieren wir im Folgenden nur den Kodex von 1983, der im vorliegenden Fall nur unwesentlich vom alten Kodex abweicht.)
Wie steht es aber nun mit dieser Vollmacht bei den Priestern der Priesterbruderschaft St. Pius X.? Die ordentlichen Hirten der Kirche verweigern diesen ja jegliche Jurisdiktion. Woher bekommen diese Priester also die für das Beichthören notwendige Jurisdiktion?

Ähnlich gelagerte Fälle

Zur Lösung dieses Problems muss man beachten, dass die Kirche sich heute in einer außerordentlichen Notlage befindet, da die Hirten der Kirche selbst in einem vielleicht noch nie da gewesenen Maß versagen. Ein solcher Fall ist im Kirchenrecht nicht vorgesehen, und darum gibt es keinen Canon, der auf die Lage der Priester der Priesterbruderschaft St. Pius X. genau zutreffen würde. Das Kirchenrecht gibt aber im can. 19 selbst an, wie in einem solchen nicht vorgesehenen Fall vorzugehen ist: „Wenn in einer bestimmten Sache die ausdrückliche Vorschrift eines allgemeinen oder partikularen Gesetzes oder eine Gewohnheit fehlt, ist die Sache, wenn es nicht eine Strafsache ist, zu entscheiden unter Berücksichtigung von Gesetzen, die für ähnlich gelagerte Fälle erlassen worden sind, von allgemeinen Rechtsprinzipien unter Wahrung der kanonischen Billigkeit sowie unter Berücksichtigung der Rechtsauffassung und Rechtspraxis der Römischen Kurie und der gemeinsamen und ständigen Auffassung der Fachgelehrten.“ Wir müssen also untersuchen, wie die Kirche in anderen Fällen handelt, die unserem Fall wenigstens in etwa gleichkommen. Gibt es Fälle, in denen ein Priester, der keine ordentliche Jurisdiktion besitzt, trotzdem gültig die Absolution spenden kann? Die Antwort auf diese Frage ist eindeutig, dass es solche Fälle gibt, in denen die Kirche die fehlende Jurisdiktion suppletiert (= ersetzt).

Todesgefahr

Wenn jemand sich in Todesgefahr befindet, kann jeder Priester, selbst ein exkommunizierter oder suspendierter, ihn von allen Sünden und Strafen gültig und erlaubt lossprechen. Dies besagt can. 976: „Jeder Priester absolviert, auch wenn er die Befugnis zur Entgegennahme von Beichten nicht besitzt, jegliche Pönitenten, die sich in Todesgefahr befinden, gültig und erlaubt von jedweden Beugestrafen und Sünden, auch wenn ein Priester mit entsprechender Befugnis zugegen ist.“ Zur Gültigkeit der Absolution ist hierbei nicht erfordert, dass der Pönitent bereits im Sterben liegt, sondern es genügt eine entferntere Todesgefahr, wie sie z.B. alle Bürger einer im Krieg belagerten Stadt betrifft. Die Gültigkeit der Absolution wird auch nicht berührt, wenn sich nachträglich herausstellen sollte, dass gar keine Todesgefahr bestanden hatte, wie es z.B. aufgrund eines ärztlichen Irrtums geschehen könnte.

Error communis

Einen weiteren Fall von suppletierter Jurisdiktion gibt can. 144 § 1 an: „Bei einem tatsächlich vorliegenden oder rechtlich anzunehmenden allgemeinen Irrtum (in errore communi de facto aut de iure) und ebenfalls bei einem positiven und begründeten Rechts- oder Tatsachenzweifel (in dubio positivo et probabili sive iuris sive facti) ersetzt die Kirche für den äußeren wie für den inneren Bereich fehlende ausführende Leitungsgewalt.“ Der error communis auf die Beichte angewandt bedeutet Folgendes: Wenn z.B. ein Priester den Beichtstuhl einer Pfarrkirche besetzt, so dass die Pönitenten glauben, er habe die nötige Vollmacht zum Beichthören, obwohl er sie in Wirklichkeit nicht besitzt, spendet er trotzdem gültig die Absolution, denn es würde einen großen Schaden für die Seelen bedeuten, wenn sie aufgrund eines Irrtums ungültig beichten würden. Die Ersetzung der Jurisdiktion wegen positiven Zweifels meint dagegen den Fall, dass ein Priester zweifelt, ob er im konkreten Fall Jurisdiktion hat oder nicht. Zum Beispiel könnte ein Priester in Zweifel sein, ob er die nötige Vollmacht hat, von einer bestimmten reservierten Sünde loszusprechen, oder ob der Beichtstuhl sich noch in dem Territorium befindet, für das er Jurisdiktion hat. Wenn er nur irgendeinen wahren Grund dafür hat zu glauben, dass er die Jurisdiktion besitzt, kann er ruhig absolvieren, denn selbst wenn der Grund ungenügend wäre, würde die Kirche hier suppletieren. Dieser Sachverhalt ist in unserem Problem von großer Bedeutung, wie wir noch sehen werden. Can. 142 § 2 handelt noch von der erloschenen Jurisdiktion. Hier geht es darum, dass jemand einen Akt gesetzt hat, weil er glaubte, er hätte die dafür notwendige Jurisdiktion, während er sie in Wirklichkeit nicht mehr hatte. So könnte es z.B. geschehen, dass einem Priester nur für einen bestimmten Zeitraum die Beichtvollmacht gegeben wurde, er aber aus Versehen noch nach Ablauf dieser Frist Beichte hört. In diesem Fall wäre die Lossprechung trotzdem gültig.

Beichthören trotz Kirchenstrafe

Nicht uninteressant ist in unserem Zusammenhang auch der can. 1335. Er spricht im zweiten Teil davon, dass bei einem Priester, der sich die Exkommunikation oder Suspendierung als Tatstrafe zugezogen hat, das Verbot, die Sakramente zu spenden, aufgehoben wird, „sooft ein Gläubiger um die Spendung eines Sakramentes oder Sakramentales oder um einen Akt der Leitungsgewalt nachsucht“, vorausgesetzt, dass die Strafe von der Autorität noch nicht öffentlich festgestellt worden ist.

Die Kirche ist deshalb so großzügig, weil die Sakramente wichtige Heilsmittel sind und man den Gläubigen den Zugang zu ihnen möglichst erleichtern muss. Die Sakramente sind für die Menschen da und nicht umgekehrt. Das Heil der Seelen oberstes Gesetz An den angeführten Fällen sieht man, dass die Kirche immer dann die fehlende Jurisdiktion eines Priesters ersetzt, wenn sonst ein Nachteil für das Heil der Seelen entstehen würde. Das oberste Gesetz in der Kirche, dem alle anderen Gesetze untergeordnet sein müssen, ist nämlich das Heil der Seelen („Suprema lex est salus animarum“, vgl. can. 1752). In der gegenwärtigen Kirchenkrise wäre es aber zweifellos ein Schaden für das Heil der Gläubigen, wenn sie sich für die Beichte nicht an die glaubenstreuen Priester wenden dürften, sondern sich an solche wenden müssten, deren Glaubenstreue zweifelhaft ist und zwar aus folgenden Gründen:

1. Durch schlechte Belehrungen würden die Gewissen vieler Gläubiger verbildet werden, denn es ist bekannt, dass viele Priester heute die Schwere der Sünde bagatellisieren und selbst Todsünden für ganz „natürlich“ halten.

2. Viele Priester würden versuchen, die Gläubigen der Tradition abspenstig zu machen. Sie würden ihnen vorhalten, dass sie schwer sündigen würden und sogar exkommuniziert seien, wenn sie die Gottesdienste der Priesterbruderschaft St. Pius X. regelmäßig besuchen. Einem solchen Einfluss wären aber die meisten Gläubigen auf die Dauer nicht gewachsen. Dieser Fall trifft übrigens oft gerade bei so genannten „konservativen Priestern“ zu, die zwar an sich noch rechtgläubig sind, sich aber keine Rechenschaft über die Schwere de r Kirchenkrise geben bzw. die Konsequenzen scheuen.

3. Da die Gültigkeit der Sakramente neben der richtigen Materie und Form auch von der rechten Intention des Priesters abhängt, kann man heute in immer mehr Fällen an der Gültigkeit der Absolution zweifeln. Zwar kann an sich auch ein glaubensloser Priester die Sakramente gültig spenden, „wenn er tun will, was die Kirche tut“, aber in concreto beeinflusst der Glaube eben auch die Intention. Wenn ein Priester ganz bewusst mit der Tradition der Kirche nichts mehr zu tun haben will, darf man sicher daran zweifeln, dass er noch eine genügende Intention besitzt.

Beichte sicher gültig

Wenn in der Kirche das Heil der Seelen das oberste Gesetz ist, und man in den Fällen, die das Kirchenrecht nicht ausdrücklich vorsieht, nach den allgemeinen Normen urteilen und handeln muss, so folgt daraus mit Sicherheit, dass die Priester der Priesterbruderschaft St. Pius X. gültig das Sakrament der Buße spenden, denn es wäre unsinnig und dem kirchlichen Geist ganz und gar zuwiderlaufend, wenn man annehmen wollte, dass die Kirche ausgerechnet in diesem Fall nicht suppletieren würde, wo der einzige Grund der Verweigerung der Beichtjurisdiktion die Glaubenstreue der betreffenden Priester ist.

Außerordentliche Jurisdiktion

Wahr ist allerdings, dass die Priester der Priesterbruderschaft keine ordentliche Jurisdiktion besitzen, sondern nur eine außerordentliche, die ihnen immer dann zukommt, wenn ein Gläubiger sie um die Lossprechung bittet. Freilich ist es nicht der Gläubige, der dem Priester die Jurisdiktion erteilt, sondern diese wird jeweils von der Kirche suppletiert. Dies trifft auch für den – allerdings immer seltener werdenden – Fall zu, dass ein Gläubiger noch einen der Tradition verbundenen Pfarrer hat. Auch ein solcher Gläubiger könnte bei einem Priester der Priesterbruderschaft beichten, denn wenn die Kirche selbst bei einem exkommunizierten Priester die fehlende Jurisdiktion ersetzt, sobald man ihn aus einem gerechten Grund um die Lossprechung bittet (vgl. can. 1335), dann um so mehr bei einem Priester, dem wegen seines Kampfes für den Glauben die Jurisdiktion verweigert wird.
Diese Argumentation ist sicher. Selbst wenn aber noch irgendein Zweifel bleiben sollte, wäre die Gültigkeit der Absolution trotzdem sicher! Denn die oben ausgeführten Argumente begründen mindestens einen positiven Zweifel zugunsten der Auffassung, dass die traditionstreuen Priester gültig Beichte hören können, und in diesem Fall ersetzt die Kirche nach can. 144 die fehlende Jurisdiktion.

Weitere Argumente

1. Die Absolutionen, die die Priester der schismatischen Ostkirchen ihren Gläubigen erteilen, werden im Allgemeinen als gültig betrachtet. Wenn die Kirche aber hier suppletiert, dann um so mehr bei den wegen ihrer Treue zur Kirche verfolgten Priestern.

2. Vor einigen Jahren fragte ein französischer Prälat in Rom an, wie es mit der Gültigkeit bei den Beichten und Eheschließungen in der Priesterbruderschaft St. Pius X. stehe und erhielt die Antwort, hier gelte: „Ecclesia supplet“. Die Antwort wurde allerdings nur auf privatem Wege erteilt (aus leicht ersichtlichen Gründen), und daher kann hierfür kein Dokument erbracht werden. Trotzdem ist die Tatsache mit moralischer Sicherheit bezeugt. Eine solche moralische Sicherheit würde auch genügen, um auf den can. 144 rekurrieren zu können.

von 26.11.2012 00:34

http://www.kathbuch.net/pages/seite5.htm

von 26.11.2012 00:25

Jesus Christus herrscht als König

1. Jesus Christus herrscht als König,
alles wird ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Aller Zunge soll bekennen,
Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehre geben muß.

2. Fürstentümer und Gewalten,
Mächte, die die Thronwacht halten,
geben ihm die Herrlichkeit;
alle Herrschaft dort im Himmel,
hier im irdischen Getümmel
ist zu seinem Dienst bereit.

3. Gott ist Herr, der Herr ist Einer,
und demselben gleichet keiner,
nur der Sohn, der ist ihm gleich;
dessen Stuhl ist unumstößlich,
dessen Leben unauflöslich,
dessen Reich ein ewig Reich.

4. Gleicher Macht und gleicher Ehren
sitzt Er unter lichten Chören
über allen Cherubim;
in der Welt und Himmel Enden
hat Er alles in den Händen,
denn der Vater gab es ihm.

5. Nur in Ihm - o Wundergaben!-
können wir Erlösung haben,
die Erlösung durch sein Blut.
Hört's: Das Leben ist erschienen,
und ein ewiges Versühnen
kommt in Jesu uns zugut.

6. Jesus Christus ist der Eine,
der gegründet die Gemeinde,
die Ihn ehrt als teures Haupt.
Er hat sie mit Blut erkaufet,
mit dem Geiste sie getaufet,
und sie lebet, weil sie glaubt.

7. Gebt, ihr Sünder, Ihm die Herzen;
klagt, ihr Kranken, Ihm die Schmerzen;
sagt, ihr Armen, Ihm die Not!
Wunden müssen Wunden heilen,
Heilsöl weiß Er auszuteilen,
Reichtum schenkt Er nach dem Tod.

8. Eil, es ist nicht Zeit zum Schämen!
Willst du Gnade? Du sollst nehmen.
Willst du leben? Das soll sein.
Willst du erben? Du wirst sehen.
Soll der Wunsch aufs Höchste gehen:
Willst du Jesum? Er ist dein.

9. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder
hier auf kurze Zeit darnieder,
und das Leiden geht zuvor.
Nur Geduld! Es folgen Freuden;
nichts kann sie von Jesu scheiden,
und ihr Haupt zieht sie empor.

10. Ihnen steht ein Himmel offen,
welcher über alles Hoffen,
über alles Wünschen ist.
Die gereinigte Gemeinde
weiß, daß eine Zeit erscheine,
wo sie ihren König küßt.

11. Jauchz' Ihm, Menge heilger Knechte,
rühmt, vollendete Gerechte,
und du Schar, die Palmen trägt,
und du Blutvolk in der Krone,
und du Chor vor seinem Throne,
der die Gottesharfen schlägt!

12. Ich auch auf der tiefsten Stufen,
ich will glauben, reden, rufen,
ob ich schon noch Pilgrim bin:
Jesus Christus herrscht als König,
alles sei Ihm untertänig,
ehret, liebet, lobet Ihn!

Philipp Friedrich Hiller (1699 - 1769))

von 25.11.2012 11:45

Das Gebet » Heilungsgebet für Körper, Seele und Geist

Hier ein Auszug aus einer Botschaft an Schwester Josefe Menendez, wonach ich Inspiration zu u.a. Gebet fand:
Ich bin Gott, doch ein Gott der Liebe! Ich bin Vater, doch ein Vater, der mit Güte und nicht mit Strenge liebt. Mein Herz ist unendlich heilig, aber auch unendlich weise: Es kennt das Elend und die Gebrechlichkeit der Menschen und neigt sich mit unendlicher Barmherzigkeit zu den armen Sündern herab.
Ja, Ich liebe sie, nachdem sie ihre erste Sünde begangen haben, wenn sie zu Mir kommen und demütig um Verzeihung bitten... Ich liebe sie noch, wenn sie ihre zweite Sünde beweint haben; und wenn sich das wiederholt, Ich sage nicht milliardenmal, sondern Millionen von milliardenmal, so liebe Ich sie und verzeihe ihnen, und Ich wasche ihre letzte wie ihre erste Sünde in Meinem Blute.
Ich werde der Seelen nicht überdrüssig, und Mein Herz harrt ohne Unterlaß, daß sie kommen, sich hineinzuflüchten, um so mehr, je elender sie sind! Sorgt ein Vater sich nicht mehr um ein krankes Kind als um die gesunden? Umgibt er es nicht mit größerer Zärtlichkeit? So ergießt sich das Mitleid und die Zärtlichkeit Meines Herzens reichlicher noch über die Sünder als über die Gerechten.
Die Sünder will Ich lehren, daß das Erbarmen Meines Herzens unerschöpflich ist. Den Lauen und Gleichgültigen will Ich sagen, daß Mein Herz ein Feuer ist, das sie alle durchglühen will, weil Es sie liebt. Die Frommen und Guten sollen wissen, daß Mein Herz der Weg ist, auf dem sie zur Vollkommenheit schreiten und sicher ihr ewiges Heil erlangen werden. Von den Mir geweihten Seelen, von Priestern und Ordensleuten, von Meinen Auserwählten verlange Ich, daß sie Mir ihre Liebe schenken und nicht an Meiner Liebe zweifeln, vor allem aber, daß sie Mir ihr Vertrauen schenken und nicht an Meiner Barmherzigkeit zweifeln! Es ist so leicht, von Meinem Herzen alles zu erwarten!" (11. Juni 1923, S. 491) * Wir verweisen nach dem Datum auf die entsprechende Seite im Buch: "Die Liebe ruft - Botschaft des Herzens Jesu..."
"Ich will zeigen, daß sich Mein Werk auf Nichtigkeit und Armseligkeit gründet, und daß gerade dies der erste Ring jener Liebeskette ist, die Ich von Ewigkeit her für die Seelen bereitet habe. Ich werde Mich deiner bedienen, um zu zeigen, daß Ich das Elende und Geringe, ja das Nichts liebe.
Ich will den Seelen kundtun, wie sehr Mein Herz sie liebt und ihnen verzeiht; wie sogar ihr Versagen Mir wohlgefällig ist... ja, schreibe es... Mir wohlgefällig ist. Ich sehe ins Innerste der Seelen; Ich sehe ihr Verlangen, Mir zu gefallen, Mich zu trösten, Mich zu verherrlichen... und wenn sie nach dem Fallen ihre Schwäche einsehen und sich verdemütigen, so trösten und verherrlichen sie gerade dadurch Mein Herz.
Es liegt wenig daran, daß sie so klein sind; Ich ergänze, was ihnen mangelt.

Das Gebet:

Mein Herr Jesus,
Du kennst mich und bist Dir meiner Schwäche bewusst.
Wieder habe ich das Gefühl von Niedergeschlagenheit und Trägheit. Es fehlt an Antrieb. Ich bin so Müde.
Ich möchte mich aufmachen und demütigst vor Deinem Jesuherz um Dein erbarmen bitten, denn es liegt mir sehr viel daran mit meinen Schwestern und Brüdern einst bei Dir zu sein. Du weißt, ich liebe Dich, doch nach der Erkenntnis Deiner Liebe zu uns habe ich das dringende Bedürfnis auch meine Schwestern und Brüder mitzunehmen. So lass mich ein nützlicher Diener sein und meine Werke für Dich sprechen. Ob auf der Arbeit oder in der Familie, ob für die Arbeit oder für meine Mitmenschen.
Mein Wunsch ist es Dein Wort weiterzugeben, so wie Du es uns gelehrt hast in Deinem heiligsten Namen. Mein Wunsch ist es so zu Arbeiten, wie es Deinem Herzen wohlgefällig ist. Denn nichts vermag ich ohne Dich, aber alles durch Dich.
Mein liebster Jesus. Mein Heiland und mein König. Mein geliebter Gott. DANKE!

von 25.11.2012 11:02

Sehr geehrte Schwestern und Brüder,

Eine Frage des Königtums


Tägliche Meditationen - 25. November 2012

Vierunddreißigster Sonntag im Jahreskreis


Christkönigssonntag

P. Edward Hopkins LC

Joh 18,33b-37
Pilatus ging wieder in das Prätorium hinein, ließ Jesus rufen und fragte ihn: Bist du der König der Juden? Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben es dir andere über mich gesagt? Pilatus entgegnete: Bin ich denn ein Jude? Dein eigenes Volk und die Hohenpriester haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber mein Königtum ist nicht von hier. Pilatus sagte zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.

Einführendes Gebet: Lieber Jesus, ich glaube, dass du die Wahrheit selbst bist; dass du uns die Grundlage für jedes moralische Urteil liefern kannst. Ich vertraue darauf, dass du dich wirklich um mich kümmerst und mir die Fähigkeit gibst, die Bedürfnisse anderer zu erkennen. Ich liebe dich, Herr, und ich will dir das jetzt mit meinem Wunsch zu beten zeigen.

Bitte: Mache deine Wahrheit zu meinem Leben, Herr!

1. Meine eigenen Fragen stellen. Wir bilden uns jeden Tag unzählige Urteile. Oft basieren sie mehr darauf, was andere gesagt haben, als darauf, was wir wissen. Es wird uns oft gesagt, was wir denken sollen: von den Massenmedien, der Regierung und sogar von Kollegen. Das Urteil von Pilatus basierte darauf, was andere gesagt hatten. Seine Frage an Jesus war die eines Beamten; nicht eines Menschen der ehrlich nach der Wahrheit sucht. Jesus spürte diese Schwäche und konfrontierte ihn damit. Pilatus’ Entschuldigung war, dass er kein Jude war und die Hoffnung der Juden somit nicht verstehen konnte. Ich selbst werde eines Tages danach gerichtet werden wie ich gerichtet habe. Wie fair, wie ehrlich und wie wirklich interessiert bin ich an anderen? Behandle ich sie so, als ob sie mir wirklich etwas bedeuten?

2. Jesus steht über dieser Welt. Die von Pilatus in Worten ausgedrückten Gedanken und die Anschuldigungen der Sanhedrin gegen Jesus sind Stimmen von dieser Welt. Es ist eine Welt, in der einmal angeklagte Menschen bereits gerichtet sind; in der die meisten Urteile verborgen bleiben und doch durch Handlungen und Unterlassungen Rufmord für den betroffenen Menschen bedeuten; eine Welt, in der das, „was andere von mir denken“, am wichtigsten ist. Das ist nicht der Weg Jesu, und diese Denkweise kann ihn auch nicht im Entferntesten beurteilen. Er muss sich vor Gott allein rechtfertigen, so wie er allein lebt, um seinem Vater zu gefallen. Gehöre ich zu Gott oder zu dieser Welt? Wie sehr hält mich diese Welt gefangen? Wie weit ist mein Verhalten von ihren Urteilen beeinflusst?

3. Zum Königtum der Wahrheit gehören. Was relativ ist, kann niemals das Absolute beurteilen, genauso wenig wie die sich ändernden Jahreszeiten die menschliche Natur festlegen. Nur das Urteil einer absoluten Macht, und somit Gott allein, kann wirkliche Werte für alle festsetzen. Schon vor seiner Wahl zum Papst nannte Kardinal Joseph Ratzinger die Überbewertung subjektiver, persönlicher Werte eine „Diktatur des Relativismus, die nichts als endgültig anerkennt und deren letztes Ziel einzig in dem eigenen Ich und seinen Wünschen besteht“ (Kardinal Ratzinger, Predigt vom 18. April 2005). In der gleichen Predigt stellte er dieser relativistischen „Wahrheit“ die Freundschaft mit Christus gegenüber. Wirkliche Freundschaft mit Christus ist das einzige Licht, das uns führen kann. Das setzt voraus, dass wir ihr alles andere, von dem wir glauben, dass es uns führen könnte, unterordnen: unser Ich, unsere eigenen Gefühle und unsere egoistischen Wünsche. Seine Wege, Liebe und Wahrheit verdrängen jede Selbstsucht. Zu welchem Königreich gehöre ich?

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, du bist mein König und dein Königtum ist die Wahrheit. Forme meinen Verstand, dass ich alles danach beurteile, wie es zu dir in Beziehung steht. Forme mein Herz, damit ich alle Menschen im Licht deiner Liebe sehe und einschätze. Befreie mich von den Täuschungen des Stolzes, der Menschenfurcht und der Eigenliebe. Ich möchte, dass allein deine Liebe in meinem Herzen regiert!

Vorsatz: Diese Woche will ich jede Verurteilung unterlassen, die allein darauf gründet, was andere gesagt und gehört haben. Ich will stattdessen für diese Menschen beten, im Falle von Zweifel und Unsicherheit von ihrer Unschuld ausgehen und sie der Obhut unseres Herrn anvertrauen.





Gottes Segen,Laudetur Jesus Christus
Herzliche Grüße aus Löbnitz
Michael Schonath

von 24.11.2012 10:45

Danken

Mit Sorgen beladen, voll Kummer und Gram

einmal eine Mutter zum Seelsorger kam

Das Herz auszuschütten, die Not ihm zu klagen

sie konnte ihr Elend allein nicht mehr tragen



Doch momentan hatte er nicht für sie Zeit

macht wichtige Post zum Abgang bereit

Sie soll im Besuchszimmer drüben verweilen

nur ein paar Minuten - er wird sich beeilen



Die Frau, sie nahm dankend den Sofaplatz ein

es schließt sich die Türe - nun ist sie allein

In fremden Raum lässt ihre Blicke sie wandern

sie schweifen von einem Ding weiter zum andern



Auf einmal ein seltsamer Spruch fest sie bannt:

"Versuch es mit Danken!" heißt´s groß an der Wand

Die Frau kann das Wort aus den Augen nicht lassen

soll sie´s wohl für sich - ganz persönlich - auffassen?



Sie hat es mit Klagen und Jammern versucht

gekämpft und gebetet - und etwa geflucht

ach, was hat nicht alles sie schon unternommen!

Doch Danken ist nie in den Sinn ihr gekommen



Zum Danken ist wirklich ihr Leben zu schwer

wie aber - wenn Danken der Ausweg nun wär?

Und während sie sinnt, kann sie´s nicht sich verhehlen

es würd ihr an Ursach zum Danken nicht fehlen



Mach Gutes, das Gott ihr getan, fällt ihr ein -

wie konnte sie bisher so blind dafür sein!

Sobald seine Arbeit der Seelsorger vollendet

er sich dem Besuchszimmer eilig zuwendet



Er öffnet die Türe - die Stube ist leer!

Die Frau, sie bedarf seines Zuspruchs nicht mehr

sie hat den Wandspruch zu Herzen genommen

und hat durch ihn Antwort und Weisung bekommen

von 23.11.2012 08:12

Sehr geehrte Schwestern und Brüder,

Das Haus Gottes ist heilig


Tägliche Meditationen - 23. November 2012

Freitag der dreiunddreißigsten Woche im Jahreskreis


Hl. Klemens I., Papst
Hl. Felicitas

P. John Doyle LC

Lk 19,45–48
Dann ging Jesus in den Tempel und begann, die Händler hinauszutreiben. Er sagte zu ihnen: In der Schrift steht: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein. Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht. Er lehrte täglich im Tempel. Die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die übrigen Führer des Volkes aber suchten ihn umzubringen. Sie wussten jedoch nicht, wie sie es machen sollten, denn das ganze Volk hing an ihm und hörte ihn gern.

Einführendes Gebet: Jesus, unser Herr, du bist das Alpha und das Omega. Du hast mir das Leben gegeben und bietest mir das ewige Leben bei dir an. Du verdienst meine Verehrung, Dankbarkeit und Liebe, und doch drängst du dich mir nie auf. Danke, dass du meine Freiheit respektierst, sodass ich mich dir anbieten kann. Alles, was ich habe, ist dein; ich gebe es dir zurück.

Bitte: Mein Gott, lehre mich eine tiefere Ehrfurcht vor deinem Haus.

1. Eifer für das Haus des Vaters. Jesus hatte nichts gegen Händler. Denn das Evangelium erwähnt oft Käufe und Verkäufe, ohne damit irgendwelche negativen Assoziationen zu verbinden. Im heutigen Evangelium allerdings finden wir unseren Herrn zornig aus zwei Gründen. Zuerst, weil die Geschäftstätigkeiten im Tempelbereich stattfanden. Das war eine „Entweihung“ des Hauses Gottes. Der Tempel in Jerusalem enthielt, verborgen hinter einem gewaltigen Vorhang, das Allerheiligste, wo Gott geheimnisvoll gegenwärtig war. Paradoxerweise mussten die Besucher des Tempels, um vor Gott zu beten, zuerst einen Platz überqueren, der wie ein Marktplatz aussah. Zum zweiten war Jesus ungehalten, weil die Tempelhändler unehrlich waren. Bin ich bei meinen Geschäften immer ehrlich? Ehre ich immer den Namen Gottes und alles, was zu Gott gehört?

2. Zur Ehrfurcht zurückkehren. Jesus brannte vor Eifer für das Haus seines Vaters und sorgte dafür, dass es als Haus des Gebets respektiert wurde. Stille, Verehrung Gottes und Gebet sind die wesentlichen Elemente jedes Kirchenbesuchs, besonders der heiligen Messe am Sonntag. Im Tabernakel jeder katholischen Kirche ist unser Herr in der Eucharistie wie ein Gefangener der Liebe gegenwärtig und wartet auf ein Gespräch mit uns. Wir sind dem Himmel niemals näher, als wenn wir uns vor unserem eucharistischen Herrn befinden. Leider vergessen wir diese Wahrheit manchmal. Unsere Haltung, unser Reden und Tun können prinzipiell zu einer „Entweihung“ des Hauses Gottes beitragen. Versuche ich immer, wenn ich eine Kirche betrete, mich zu erinnern, dass ich vor meinem Herrn stehe, der Himmel und Erde erschaffen hat? Können andere erkennen, dass ich glaube, dass Jesus in der heiligen Eucharistie wirklich gegenwärtig ist? Ist er der Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit? Kann ich alle Ablenkungen vermeiden?

3. An Jesus hängen und ihn gern hören. Die Menge, so wurde berichtet, „hing“ an Jesus und hörte ihn gern. Jesus zeigte eine Ehrfurcht vor dem Hause des Vaters, die weitaus größer war als jede äußere Frömmigkeit, die die Pharisäer vorführten. Er sagte die Wahrheit und fürchtete sich niemals, für sie einzustehen, auch wenn es ungelegen war. Er war auch denen gegenüber furchtlos, die „ihn töten wollten“. Die Menschen waren beeindruckt von der ungeheuren Wucht und Ehrlichkeit seiner Worte. Als Christen sind wir dazu aufgerufen, die Aufrichtigkeit unseres Herrn in Wort und Tat nachzuahmen.

Gespräch mit Christus: Herr, ich habe mich häufig in der Kirche ablenken lassen und vergessen, dass du gegenwärtig bist. Ich bitte dich um Verzeihung. Lass mich ein eifriger Zeuge deiner Liebe sein. Ich möchte dir versprechen, eine größere Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten Sakrament des Altars zu zeigen.

Vorsatz: Ich will die Messe am kommenden Sonntag in besonderer Meinung feiern.





Gottes Segen,Laudetur Jesus Christus
Herzliche Grüße aus Löbnitz
Michael Schonath

von 22.11.2012 10:36

Wohin steuert die vom Modernismus beeinflußte Kirche?

Die Antwort darauf nötigt zu einer Beurteilung der Entwicklung in den letzten vierzig Jahren. Es verwundert wohl nicht, dass Jesus selbst in der vorgenannten BOTSCHAFT (Botschaft der barmherzigen Liebe, mit kirchlicher Druckerlaubnis) verschiedentlich darauf zu sprechen kommt, vor allem in der ersten Zeit nach dem Konzil; offensichtlich auch, um die Verantwortlichen an ihre Gewissenspflicht ihm und den Seelen gegenüber zu erinnern. So sagt er am 5.1.66: "Man muss der Wirklichkeit ins Auge schauen und dem Bösen, das in meiner Kirche ständig zunimmt, energisch abhelfen...Der Sinn für das Göttliche geht verloren. Der übertriebene Modernismus zerstört sogar das Gnadenleben in zahlreichen Seelen." "Die Übertreibung jedoch schadet und gefährdet den ganzen heiligen Bau (der Kirche). Man muss sobald wie möglich zu den Quellen des Glaubens zurückkehren (22.4.68). Für das ewige Leben der Seelen braucht die Kirche heilige Seelen, die sie erneuern, aber nicht diese falsche Menschenfreundlichkeit, die sie zerrüttet" (22.3.67).



"Die Kirche muss die Welt durch ihre Heiligkeit retten. Sie wird aber ihr Ziel nicht erreichen, wenn sie das Leben der Welt teilt. Sie muss allen zur Verfügung stehen, aber mit Klugheit und Weisheit" (27.2.70) und "bedenken, dass sie nur heilig ist aus meiner Heiligkeit. Es gibt zur Zeit mehr Unglauben in ihr als bei den Heiden...Ich habe versprochen, sie zu beschützen, doch brauche ich dazu die Mitarbeit jener, die vor mir verantwortlich sind für ihren Beistand in dieser aus dem Gleichgewicht geratenen Welt" (21.6.67).



"Wölfe sind in meinen Schafstall eingebrochen. Und da sie in Schafspelz gehüllt sind, fühlen sich selbst die Gerechten verunsichert" (28.9.66). "Sie haben sich unter friedlichem Äusseren dort eingeschlichen und sind nun am günstigen Platz, um ihre Irrtümer zu verbreiten" (18.4.67). Aber "meine Lehren ändern sich niemals" (21.5.66). "Was machen sie aus der Autorität, die ich ihnen gegeben habe? Da sie Verantwortung tragen, sind sie am Untergang vieler Seelen schuldig. In meiner Gegenwart werden sie nicht mit den Achseln zucken" (23.6.68).



Wenige Monate später wendet er sich direkt an sie (13.2.69): "Seht doch, was ihr angerichtet habt! Ihr werdet euch für euer Werk vor mir rechtfertigen müssen. Fürchtet meine Gerechtigkeit, wenn ihr nicht auf meine Stimme hört! Ihr seid nicht mehr Führer meines Volkes, sondern seine Henker. Wenn die Welt gegenwärtig leidet, so trifft euch eine große Verantwortung...Kämpft nicht weiterhin gegen mich! Ihr werdet nicht die Stärkeren sein. Gehorcht meinem Stellvertreter wie mir selber, denn er wird von meinem Geist geleitet, während euch der Geist der Welt erfasst hat...Der Widerspruch steht einem Kind Gottes schlecht an. Er ist den aufrührerischen Engeln eigen. Und was ist aus ihnen geworden?" - "Die Zeit der Ernte ist nahe. Was habt ihr gesät, Söhne der Finsternis? Hass, Missgunst, Unzucht, Stolz. Das sind Früchte des Todes. Und was ist aus den Früchten des Lebens geworden, die ich euch gelehrt habe? Frömmigkeit, Sittsamkeit, Gehorsam,...Demut? Der Glaube und die Hoffnung...? Und was soll ich über eure Liebe sagen? Ich habe trotz eurer Treulosigkeit nicht aufgehört, euch zu lieben. Doch seid auf der Hut! Morgen wird es zu spät sein, wenn ihr nicht zur Besinnung kommt" (20.4.73). "Euer Gott sieht und richtet bereits euer Verhalten. Durch eure Schuld verwirft mich die Welt!" (1.4.70)



"Die Verwirrung ist so gross, dass sich die Ordnung nicht ohne Schmerzen wieder herstellen lässt" (21.5.67). "Das innere Leben der Seelen ist auf ein Minimum verkümmert, da es nicht mehr von denen genährt wird, die von mir den Auftrag dazu erhalten haben. "Vereinfachung" ist das Wort, das sie leichtfertig verwenden, und das nur dazu dient, das Gnadenleben in vielen Seelen zu zerstören" (10.9.68). Einige Jahre danach beklagt er aufs neue die fortdauernde Verwüstung inmitten seiner Herde durch so viele Irrlehren und sagt am 7.4.74: "Das Übel droht die Gesamtheit der Gläubigen anzustecken, die sich der Gefahr, in der sie stehen, nicht bewusst sind; denn alles, was man ihnen vorsetzt, ist von teuflischer Spitzfindigkeit...Man glaubt, alles zu wissen - und man weiss nichts; man glaubt, man verstehe alles - und man versteht nichts!"



"Muss ich denn zuschlagen, damit sie wieder zur Vernunft kommen?" (25.4.68). Etwa ein Jahr später, am 7. März 1969, deckt er den eigentlichen Hintergrund auf und sagt, was sein Stellvertreter Paul VI. am 29. Juni 1972 mit dem "Rauch Satans" bezeichnete: "Sie werden von den höllischen Mächten beherrscht, und das Entsetzlichste ist, dass sie es nicht wissen, weil sie von den Torheiten verblendet sind..." - Schon bald nach dem Konzil hatte er auf diese Gefahr aufmerksam gemacht und erklärt (18.1.66): "Unter dem Vorwand des Guten verlassen sie ihren Gott. Sie vernachlässigen, was ihre Kraft ausmachte. Sie haben keine Zeit mehr für das Gebet, denn die Welt und alles Weltliche nimmt sie gefangen. Sie eilen ihrem Untergang entgegen. Der Verführer ist da. Sie sind blind. Sie mögen sich vorsehen, dass es nicht zu spät ist, wenn sie zurück wollen!" -



"Man kann seinem Gott nicht treu sein, ohne zuerst die Pflichten zu erfüllen, die man Ihm gegenüber hat. Ich verlange vom Klerus jeden Tag eine halbe Stunde gemeinsames Rosenkranzgebet. Die kostbaren Gnaden, die sie empfangen werden, werden das aufwiegen, was manche als Zeitverlust bezeichnen. Glauben sie etwa, es bedeutet nichts, meiner lieben Mutter diesen Beweis ihrer Zuneigung zu geben?" (28.9.66) "Ich wünsche und verlange von meinen Priestern Sühneandachten zur Wiedergutmachung der Sünden, die mein göttliches Herz unaufhörlich schwer beleidigen." (24.5.71)



"Die übertriebene Geschäftigkeit, die sich meiner Geweihten bemächtigt, ist durch ihr Übermass ein großes Übel für die Menschheit." (27.2.70) "Ich bin nicht in der modernen Betriebsamkeit zu finden." (19.1.74) "Die Kirche muss ihren sakralen Charakter zurückerhalten." (21.9.70)



"Das Erbe meiner Kirche aufgeben, würde ihrem Untergang gleichkommen." (18.4.67) "Ihre Grundfesten sind unerschütterlich." (5.3.67) (Sie) "ist heilig und wird heilig bleiben; ... Die Kirche will den Frieden, das Heil der Seelen...Sie lebt im Herzen ihres Gottes. Nichts kann sie beflecken, denn sie gehört nicht den Menschen; ihnen gehört der Irrtum." (5.1.71) "Aber trotz der Verirrungen mancher ihrer Glieder dürft ihr euch niemals von ihr trennen, unter keinem Vorwand." (23.6.75) "Die Kirche wird siegreich hervorgehen aus dem Kampf, der ihre Söhne in Gegensatz zueinander bringt." (25.9.68) (Marguerite, die Vertraute Jesu, die diese Mitteilungen von ihm empfing, betrachtete eine Kerze, die am Erlöschen war). "Du siehst diese kleine Flamme. Das ist die Kirche. Wird sie erlöschen? Sie flackert; sie erreicht die äusserste Grenze ihrer Lebensfähigkeit. Aber da belebt der Hauch des Heiligen Geistes diese kleine Flamme neu. Sie wird nicht erlöschen; sie wird erstarken und alle Völker erleuchten. Fürchte nichts, ich bin noch da, und meine Kirche wird nicht untergehen." (11.5.72)

(Marguerite verstarb 2004)



Öffentliche Stellungnahme von Papst Johannes Paul II.

In einer scharfen, öffentlichen Stellungnahme verurteilte der Heilige Vater am 6. Februar 1981 das Vorgehen gewisser Verantwortlicher in der Kirche, indem er sagte:

"Um eine fruchtbare Arbeit auf dem Gebiet der Verkündigung zu leisten, ist heute vor allem eine genaue Kenntnis der geistigen und seelischen Situation der Christen in der modernen Gesellschaft erforderlich. Und was diese Situation angeht, so muss man realisieren und mit tiefer, schmerzlicher Betroffenheit feststellen, dass die Gläubigen sich heute zum grossen Teil verloren und verwirrt vorkommen, ratlos und sogar hintergangen; weiter, dass mit vollen Händen Ideen ausgestreut wurden, die mit der geoffenbarten und zu allen Zeiten gelehrten Wahrheit in Widerspruch stehen; dass auf dogmatischem und moralischem Gebiet wirkliche und eigentliche Irrlehren verbreitet wurden, die Zweifel, Durcheinander und Auflehnung zur Folge hatten; dass auch die Liturgie angetastet wurde. So sind die Gläubigen überflutet von ... der Versuchung eines sittlich ungebundenen Freidenkertums, eines soziologischen Christentums ohne feste Dogmen und ohne objektiv gültige Moral."



Kardinal Ratzinger vor den chilenischen Bischöfen

Am 13. Juli 1988 trat Kardinal Ratzinger vor den chilenischen Bischöfen dafür ein, dass die Liturgie "die Würde und das Heilige" bewahren müsse. Er fuhr dann fort: "Nach dem Konzil haben viele absichtlich die "Entsakralisierung" zum Programm erhoben, indem sie erklärten, dass das Neue Testament dem Tempelkult abgeschafft habe: der im Augenblick des Kreuzestodes Christi zerrissene Vorhang des Tempels bedeute das Ende des Heiligen. Der Tod Jesu vor den Mauern, d.h. vor aller Augen, sei nun der wahre Kult. Der Kult, wenn er überhaupt existiert, besteht in der Nicht-Sakralität des täglichen Lebens, in der gelebten Liebe. Von diesen Überlegungen getrieben, hat man die priesterlichen Gewänder beiseite gelegt; man befreite die Kirchen weitgehendst vom Glanz, der an das Heilige erinnert; und wo dies möglich war, reduzierte man die Liturgie durch Grüße, gemeinsame Zeichen der Freundschaft und ähnliche Dinge auf die Sprache und Gesten des normalen Lebens...Aber die Liturgie ist kein Festspiel, kein gemütliches Zusammensein. Es ist vollkommen unwichtig, ob es dem Priester gelingt, seine eindrucksvollen Idden oder phantasievollen Nachtgedanken zu verwirklichen. Die Liturgie bedeutet, den dreimal heiligen Gott unter uns zu vergegenwärtigen; sie ist der brennende Dornbusch und die Verbindung Gottes mit dem Menschen in Jesus Christus, dem Toten und Auferstandenen..., den wir nicht herbeiholen könnten. Er kommt, weil Er will." Es geht darum, dass Er "uns berührt mit anderen Worten: das Wesentliche der Liturgie ist das Geheimnis, das im gemeinsamen Ritus der Kirche begangen wird; alles andere ist Nebensache. Die Menschen spüren dies innerlich und fühlen sich betrogen, wenn das Mysterium in Unterhaltung verwandelt wird und der Hauptdarsteller in der Liturgie nicht mehr der lebendige Gott ist, sondern der Priester..."



Viele meinen, das Zweite Vatikanische Konzil (das nur ein Pastoralkonzil war) "wäre fast das Superdogma, das allen anderen die Bedeutung nimmt...Was früher als das Heiligste galt - die überlieferte Form der Liturgie - scheint plötzlich als das Verbotenste und das einzige, was man mit Sicherheit ablehnen muss. Man duldet keine Kritik an den Massnahmen der nachkonziliaren Zeit; wo aber die alten Normen und die grossen Glaubenswahrheiten - z.B. die leibliche Jungfräulichkeit Mariens, die körperliche Auferstehung Jesu, die Unsterblichkeit der Seele - auf dem Spiel stehen, da reagiert man entweder überhaupt nicht oder nur in extrem schwacher Form...Das führt bei vielen Menschen dazu, dass sie sich fragen, ob die Kirche von heute wirklich noch die gleiche ist wie gestern oder ob man sie nicht ohne Warnung gegen eine andere ausgetauscht hat..."



In diese Richtung weist auch eine Pressemitteilung der KNA (Sb-Nr. 33/89 vom 17.8.89 - C.P. Clausen, D - 4780 Lippstadt) wonach sich Kardinal Ratzinger "zum antirömischen Affekt" in den deutschsprachigen Ländern geäussert und dafür Übermittlungsprobleme und ein "Ungenügen Roms" als Gründe genannt hat. Nicht zu übersehen seien jedoch "Faktoren in Deutschland, wo Lust daran besteht, Rom zurückzudrängen und Unabhängigkeitsgebärden nicht nur zu üben, sondern möglichst auch zum Erfolg führen." Diese Trends gingen bis zur Absicht, ein "etwas anderes Christentum zu bauen, ein bürgerliches Christentum, und dafür die Anlässe zu nutzen, die sich anbieten." Hauptursache sei jedoch eine grundlegende Differenz zwischen dem "Moralanspruch des Christentums und der Lebensidee von heute."

(entnommen aus: Deine Tage sind gezählt, von Werk der Barmherzigen Liebe)

von 21.11.2012 11:24

Dritter Teil der Buchtrilogie über Jesus von Nazareth erschienen
(radiovatikan.de) Papst Benedikt XVI. hat an diesem Dienstag sein drittes Buch über Jesus veröffentlicht. Diesmal geht es um die Kindheit Jesu. Im Vatikan fand dazu am Vormittag eine Pressekonferenz statt. Neben Vertretern der Verlagshäuser äußerten sich auch Vatikansprecher Federico Lombardi und Kurienkardinal Gianfranco Ravasi zum neuen Buch des Papstes. Mehr als 200 Journalisten, Diplomaten und Vertreter der römischen Kurie waren dabei.
Das Buch mit dem Titel „Joseph Ratzinger - Benedikt XVI., Jesus von Nazareth. Prolog. Die Kindheitsgeschichten“ erscheint in diesen Tagen in 50 Ländern und in neun Sprachen - mit einer Gesamtauflage von mehr als einer Million Exemplaren, wie der Leiter des vatikanischen Verlagsbuchhandlung LEV, Giuseppe Costa, bei der Pressekonferenz mitteilte. In den kommenden Monaten soll das Werk nach Angaben des italienischen Verlags Rizzoli, der die weltweiten Rechte an dem Buch besitzt, in weitere elf Sprachen übersetzt und in 72 Ländern vertrieben werden.
Vatikansprecher Federico Lombardi stellte zunächst den Inhalt des neuen Jesus-Buches des Papstes vor: „Wir stellen hier den dritten Teil vor, den über die Kindheit Jesu, der aber ein Prolog ist. Es ist aber auch ein bisschen ein Fazit von allen Werken des Papstes zu Jesus. Die Vorstellung dieses Buches ist ein sehr wichtiges und bedeutungsvolles Ereignis – deshalb hat der heutige Tag etwas von einem Festtag: Ein Werk von großem kulturellem und spirituellem Reichtum ist damit vollendet. Ein Werk, das von seinem Autor innig geliebt und gewollt ist.“
Lombardi erinnerte daran, dass der Papst vor acht Jahren mit dieser Trilogie über Jesus von Nazareth anfing. „Nur mit viel Mut und Leidenschaft kann man ein solches Projekt angehen. Dazu muss man auch bedenken, dass der Papst in all diesen Jahren, die er dem Werk gewidmet hat, auch mit viel Kraft die Kirche geleitet hat. Das es ihm trotzdem gelungen ist, so schöne Bücher über Jesus zu schreiben, ist für uns alle beeindruckend.“
Der Vatikansprecher fügte an, dass auch der vor wenigen Wochen verstorbene ehemalige Mailänder Erzbischof, Kardinal Carlo Maria Martini, die bisherigen Teile der Trilogie mit großer Bewunderung aufgenommen hatte.
Die neue Ausgabe vollendete Benedikt XVI. am 15 August 2012. Der Papst beherzige die Maxime des Philosophen Ludwig Wittgenstein „Was sich überhaupt sagen lässt, lässt sich klar sagen“, so der Präsident des päpstlichen Kulturrates Ravasi. Im Gegensatz zu vielen „unlesbaren“ theologischen und philosophischen Bücher der Gegenwart sei das Buch des Papstes allgemeinverständlich und richte sich nicht nur an einen kleinen Zirkel Fachgelehrter. So sei beispielsweise eine wichtige Stelle bereits zu Beginn des Buches zu finden, fügte der italienische Kurienkardinal bei der Pressekonferenz im Vatikan an: „Der Papst beginnt mit einer Szene, die in der Geschichte Jesu eher am Ende steht: Pontius Pilatus fragt ihn: ‚Woher kommst du?′ Diese Frage ist quasi die Essenz des ganzen neuen Bandes. Sie wird im übertragenen Sinn zu einer symbolischen, sehr bedeutsamen Frage: Was ist der Ursprung Christi – und zwar jenseits des historischen Wissens? Es ist eine sehr tief gehende Frage. Und auf diese will das Buch antworten, so der Papst.“
Zum Teil werde diese Frage auch in den vorausgegangenen zwei Bänden schon beantwortet, sagte Ravasi. Außerdem ging er auf das im Text sehr bedeutende Wortpaar „Geschichte-Glaube“ ein, das Benedikt in seinem Werk verbinden wolle. Benedikt nehme in dem Buch auf viele Dinge Bezug, etwa auf die vierte Ekloge von Virgil. „Darüber hinaus bezieht sich der Papst auch auf die berühmte Inschrift in der Stadt Priene, in der heutigen Türkei. Die Inschrift von Augustus stammt aus dem neunten Jahrhundert vor Christus und ist sehr interessant, denn dort finden sich die vier griechischen Worte für: Retter, Frieden, Ökumene und Evangelium.“
Dies sei ursprünglich natürlich auf Augustus gemünzt gewesen. Ravasi führte dazu aus, dass sich die geheimen und konfusen Träume der Menschlichkeit von einem Neubeginn in Christus realisiert hätten - in einer Realität, die nur Christus schaffen konnte. Die Heiligen drei Könige seien stellvertretend für den Menschen, der zu sich auf den Weg zu Christus mache.
Beim Lesen des Buches komme es übrigens auch auf den Leser an. Papst Benedikt selbst erinnere zu Beginn des Textes daran, so Ravasi:
„Wir sollten nicht nur über das Nachdenken, was die Texte an sich sagen, nicht nur zurück blicken in die Geschichte und auf das Evangelium, sondern auch in uns selbst hineinhören: Was sagen diese Texte mir persönlich? Oft gibt es dort Anknüpfungspunkte für den Leser, die sehr intensiv sind.“
Wer diese Erfahrung selbst machen möchte, hat dazu ab Mittwoch Gelegenheit: Ab dann ist die deutschsprachige Ausgabe im Handel erhältlich. Der Freiburger Verlag Herder gibt das Buch mit einer Startauflage von 100.000 Exemplaren heraus.

von 20.11.2012 08:00

Sehr geehrte Schwestern und Brüder,

Jesus ist mein Gast

Tägliche Meditationen - 20. November 2012

Dienstag der dreiunddreißigsten Woche im Jahreskreis


Hl. Bernward von Hildesheim, Bischof
Hl. Korbinian, Bischof

P. John Doyle LC

Lk 19,1–10
Dann kam Jesus nach Jericho und ging durch die Stadt. Dort wohnte ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war sehr reich. Er wollte gern sehen, wer dieser Jesus sei, doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht; denn er war klein. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste. Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein. Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf. Als die Leute das sahen, empörten sie sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt. Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück. Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.

Einführendes Gebet: Jesus, unser Herr, du bist das Alpha und das Omega. Du hast mir das Leben gegeben und bietest mir das ewige Leben bei dir an. Du verdienst meine Verehrung, Dankbarkeit und Liebe, und doch drängst du dich mir nie auf. Danke, dass du meine Freiheit respektierst, sodass ich mich dir anbieten kann. Alles, was ich habe, ist dein; ich gebe es dir zurück.

Bitte: Herr, vermehre meinen Glauben.

1. Zachäus auf dem Baum. Das gestrige und das heutige Evangelium betont die Notwendigkeit, Christus um jeden Preis zu begegnen. Der Blinde, von dem gestern die Rede war, hört nicht auf zu schreien, bis er vor Jesus gebracht wird. Heute hören wir von einem kleinwüchsigen und sehr unbeliebten Mann, der in der Menge umher rennt, bis er schließlich, weil er Christus unbedingt sehen will, auf einen Baum klettert. Und Jesus verliert keine Zeit, in das Leben dieses Zöllners einzutreten und es zu verwandeln. Das ähnelt unserer eigenen Begegnung mit Christus. Auf unserem Weg stoßen wir immer wieder auf Hindernisse, die uns die Sicht auf den Herrn und auf sein Handeln in unserem Leben nehmen. Vor allem fehlt es uns an Entschlossenheit. An Ausreden fehlt es uns nicht: „Ich bin einfach zu unbedeutend“, „vielleicht hat Jesus zu viel zu tun“, „ich bin einfach ein Sünder“. Wenn wir wirklich wollen, dass der Herr zu uns kommt, dann wird er es auch tun, aber wir müssen dazu vielleicht zuerst „auf einen Baum klettern“.

2. Jesus empfangen. Kaum jemand hat Jesus je mit solcher Freude und Begeisterung aufgenommen wie dieser kleine Mann. Er ist vom Baum herabgestiegen, hat die Hälfte seines Vermögens den Armen gegeben und hat versprochen, das Vierfache denen zurückzubezahlen, die er betrogen hatte. Zachäus ist wirklich wie jener Kaufmann, der nach kostbaren Perlen suchte (vgl. Mt 13,45f). Für die kostbarste aller Perlen – Freundschaft und Nähe zu Gott – ist er bereit, seinen ganzen Besitz zu geben. Wie oft hat Jesus zu uns hinaufgeschaut und uns gebeten, bei ihm zu bleiben? Wie oft ist uns die unermessliche Gnade zuteil geworden, den König der Könige in der heiligen Eucharistie in unser Herz aufzunehmen? Bieten wir ihm nur einen Platz in der Ecke unseres Herzens an, oder reservieren wir ihm den besten Platz? Wie rein halten wir unsere Seele für diesen Gast?

3. Von Sündern und Heiligen. Was macht den einen zum Heiligen und den anderen zum Sünder? Sicher nicht das Murren der eifersüchtigen Menge, die den verachtet, der auf den Baum klettert. Tatsächlich ist jeder ein Sünder. Der heilige Paulus schreibt: „Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um die Sünder zu retten. Von ihnen bin ich der Erste“ (1 Tim 1,15). Doch der heilige Paulus, Zachäus und wir alle können von Sündern zu Heiligen werden, wenn wir Christus begegnen und an seiner Freundschaft festhalten. Das Heil ist dem Haus des Zachäus geschenkt worden, als Jesus es betrat, und das Heil kommt zu uns durch die Gnaden, die wir in der Taufe empfangen, im Sakrament der Buße erneuert und in der Eucharistie genährt haben.

Gespräch mit Christus: Jesus, hilf mir bereitwillig alles zu tun, was notwendig ist, um zu einer tieferen und engeren Freundschaft mit dir zu gelangen. Gib, dass mich das Murren der Menge nicht beunruhigt, dass ich vielmehr nur auf deine Stimme höre und freudig darauf antworte.

Vorsatz: Ich will mir vornehmen, bei der nächsten Gelegenheit zur Beichte zu gehen und Jesus um Vergebung meiner Sünden und um Hilfe bei der Abkehr von der Sünde und dem Streben nach Heiligkeit zu bitten. Es soll für mich eine echte Begegnung mit Jesus werden.



Gottes Segen,Laudetur Jesus Christus
Herzliche Grüße aus Löbnitz
Michael Schonath

von 19.11.2012 15:31

Lesen SIE bitte DRINGEND das BUCH:

Die Wahrheit über Martin Luther
von Paul Josef jakobius
Bestell-Nr.3318,Euro 14,70
Bestell-Adresse:Salvator mundi Verlag
A-3292 Garming
Kartäuserstr.2
D-84495 Altötting
Postach 1263


http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downlo..._domine_dt.html

von 15.11.2012 11:24

Judith Butler - Die Ideenlieferantin

Die Tagespost, 11. 09. 2012

Gender-Chefideologin Judith Butler erhielt am 11. September 2012 den Theodor W. Adorno-Preis der Stadt Frankfurt

Judith Butler wird als bedeutendste Philosophin der Gegenwart bezeichnet. Wenn „Philosophie“ nicht mehr Wahrheitssuche meint, sondern Denkgebäude bezeichnen kann, welche ersonnen wurden, um die bestehende Gesellschaft umzustürzen, dann ist dieser Ehrentitel richtig. Ihr wichtigstes Buch, erschienen 1990, heißt im Original: Gender Trouble – Feminism and the Subversion of Identity. (Deutsch: Das Unbehagen der Geschlechter, Suhrkamp Verlag 1991.) Dies ist das Grundlagenwerk der Gender-Ideologie. Butler empfindet Unbehagen an der Geschlechterordnung und will, wie sie im Vorwort erklärt, trouble machen. Ihre Frage ist: „Wie kann man am besten die Geschlechter-Kategorie stören, die die Geschlechter-Hierarchie und die Zwangsheterosexualität stützen? … Die Aufgabe der vorliegenden Untersuchung ist …, den Phallogozentrismus und die Zwangsheterosexualität zu … dezentrieren … und die starren, hierarchischen sexuellen Codes wirksam zu deregulieren.“ (Das Unbehagen der Geschlechter, S. 8-11)

Solche Sätze muß man nicht sofort verstehen, aber sie lassen sich übersetzen: Butler möchte die Geschlechter-Kategorie von Mann und Frau stören, denn die schiere Existenz dieser Polarität erzeugt eine Hierarchie der Geschlechter, gibt dem Mann, auf dessen Phallus die Kultur zentriert ist, Macht über die Frau, und zwingt die Menschen in die Heterosexualität. Gelingt es, die Identifizierung des Mannes mit dem Mann sein und der Frau mit dem Frausein aufzulösen, dann bricht dieses ganze hierarchische Machtgefüge, welches Judith Butler so zuwider ist, zusammen.

Um das zu erreichen, will Judith Butler, die ihre Homosexualität öffentlich bekennt, das Inzesttabu abschaffen, weil es durch „den Mechanismus der Zwangsidentifizierung gewisse geschlechtlich bestimmte Subjektivitäten hervorbringt“, das „Phantasma“ geschlechtlicher Identität als Mann und als Frau aufrecht erhält und „ein Tabu gegen die Homosexualität“ schafft. (Unbehagen, S. 115-118)

Es ist kein kleiner Geist, der es wagt, an der fundamentalen Vorgabe der menschlichen Existenz zu rütteln, nämlich an der Tatsache, dass wir als Mann und Frau geboren werden und das Fortbestehen der Menschheit von der wechselseitigen Anziehung der Geschlechter abhängt, welche sich in der Zeugung eines Kindes vollendet. Überhaupt für möglich zu halten, dass eine Ideologie, die sich so weit von der Realität entfernt hat, die Gesellschaft tatschlich unterminieren kann, zeugt von einer außerordentlichen visionären Kraft.

Die Revolte der Gender-Ideologie gegen die „Diktatur der Natur“ (Butler) hat, anders als etwa die marxistische Vision der „klassenlosen Gesellschaft“ keine „Massenbasis“ – immer noch kennen die wenigsten auch nur den Begriff „gender“. Dennoch wird die Gesellschaft auf allen Ebenen „gegendert“, das heißt, die in jeder einzelnen Zelle, in der Gehirnstruktur, im Hormonhaushalt, im Körperbau eingeprägte unauslöschliche Identität als Mann oder Frau wird zum „Stereotyp“ erklärt, welches es auszumerzen gilt, ebenso die Heterosexualität als „normative Normalität“ (Robert Spaemann). Dass die Subversion der Identität tatsächlich zum gesellschaftspolitischen Programm werden konnte, zeugt dafür, dass sie den Machteliten nützt, denn sie sind es, die das große Umerziehungsprogramm des Gender-Mainstreaming durchführen – ohne jede demokratische Legitimation. Es handelt sich um eine top-down Revolution, deren Auswirkungen jeder spürt: die Auflösung tragender Normen, insbesondere im sexuellen Bereich, und den daraus mit Notwendigkeit folgenden Zerfall der Familie.

Das ist die „hervorragende Leistung“, für welche die Rhetorik-Professorin der University of California und Inhaberin des Hannah Arendt Lehrstuhls für Philosophie an der European Graduate School der Schweiz den Theodor W. Adorno Preis erhält: Sie liefert die Ideologie für die Zerstörung des christlichen Wertefundaments und der tragenden sozialen Strukturen des einzigartigen Erfolgsmodells europäische Kultur. Alle drei Jahre wird der Preis mit 50.000 Euro von der Stadt Frankfurt bei einem Festakt in der Paulskirche vergeben.

Judith Butler ist der Darling großer Stiftungen wie Guggenheim und Rockefeller, deren Fellowships sie angehört. 2004 erhielt sie den Brudner Prize der Yale University für besondere Verdienste für „ lesbian and gay studies“; 2008 wurde sie mit dem Andrew W. Mellon Award ausgezeichnet, dotiert mit 1,5 Millionen Dollar, welcher den Empfängern ermöglichen soll, „unter besonders günstigen Bedingungen zu lehren und zu forschen“. Seit 2012 ist sie Gastprofessorin an der Columbia University, jener Universität, welche den exilierten Professoren Horkheimer und Adorno mit ihrem Institut für Sozialforschung in den 1930iger Jahren Asyl gewährte. Die Schlussfolgerung ist unvermeidlich: die Macht- und Geldeliten wollen die „Subversion der Identität“.

Es hat etwas Gespenstisches, dass die eigentliche „historische Leistung“ der Judith Butler in der gegenwärtigen Kritik an der Preisverleihung so gut wie gar nicht zur Sprache kommt, und die Tarnkappe der Gender-Ideologie medial weiterhin unangetastet bleibt. Ein Nebenschauplatz erhitzt die Gemüter: die Tatsache, dass die Jüdin Judith Butler eine zweideutige Haltung zu den palästinensischen Terrororganisationen Hisbollah und Hamas einnimmt und die antiisraelische Boykottinitiative BDS (Boycott, Divestment, Sanctions) unterstützt. Das hat ihr scharfe Kritik des Sekretärs des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, eingetragen, der ihr „jüdischen Selbsthass“ und „moralische Verderbtheit“ vorwirft, weil sie, wie er meint, Partei für Kräfte ergreift, die Israel von der Landkarte austilgen wollen.

In einem langen Artikel in Die Zeit, den diese Zeitung wörtlich von dem antisraelischen Blog Mondoweiss übernahm, konnte sich Butler ausführlich rechtfertigen. Überschrift: „Diese Antisemitismus-Vorwürfe sind verleumderisch und haltlos“ (Zeit online 29.08.2012). Darin spielt sie die jüdische Karte voll aus:

„Ich bin eine Wissenschaftlerin, die durch das jüdische Denken zur Philosophie gekommen ist, und ich verstehe mich als jemand, der eine jüdische ethische Tradition verteidigt und diese im Sinne von beispielsweise Martin Buber und Hannah Arendt fortführt. Ich wurde in der Synagoge „The Temple“ in Cleveland, Ohio, unter Anleitung von Rabbi Daniel Silver ins Judentum eingeführt und entwickelte dabei radikale ethische Positionen auf der Grundlage des jüdischen philosophischen Denkens. Während meiner Einweisung ins Judentum habe ich auf Schritt und Tritt gelernt, dass es nicht hinnehmbar ist, im Angesicht von Ungerechtigkeiten zu schweigen.“ In der Mondoweiss-Fassung fährt sie fort:

„Es ist äußerst wichtig, dass diese Traditionen geachtet und in unserer Zeit neu belebt werden – sie repräsentieren Werte der Diaspora, Kämpfe für soziale Gerechtigkeit und den überaus wichtigen jüdischen Wert ‚die Welt zu reparieren’ (Tikkun).“

Wer, vor allem welcher Deutsche, kann es bei so viel Selbstauthorisierung durch jüdische Tradition und die Proklamation hehrer Ziele noch wagen, den Hauptschauplatz des Wirkens Judith Butlers ins Licht zu stellen? Sie gehört, wie ihr die TAZ zu Recht attestiert, „zu den führenden Gender- und Queertheoretikerinnen der Welt“. Die Queer theory will die Polarität der Hetero- und Homosexualität beseitigen zugunsten einer vollständigen Auflösung der geschlechtlichen Identität, um die „Hegemonie der Zwangheterosexualität“ abzuschaffen. Dass dies tatsächlich vor unseren Augen auf der ganze Welt geschieht, dafür hat Judih Butler die Ideen geliefert und als Aktivistin der internationalen Homo-Lobby das social engineering. Was würden wohl Martin Buber und Hannah Arendt dazu sagen? Ein radikalerer Gegensatz zur jüdischen Ethik lässt sich nicht denken. Es ist eine patriarchale Ethik, in deren Zentrum die Familie steht. Der prioritäre Rang der Familie ist ein wesentlicher Faktor, der den Juden das Überleben durch alle Verfolgungen hindurch ermöglicht hat. Weit davon entfernt, die „Welt zu reparieren“, betreibt Judith Butler mit ihrer außerordentlichen Intelligenz die Zerstörung der ethischen und sozialen Grundlagen der Familie und gefährdet so das Überleben auch unserer Gesellschaft.

Die Stadt Frankfurt bleibt sich mit der Preisvergabe an Judith Butler treu. Bereits 1946 hatte sie die exilierten jüdischen Marxisten Max Horkheimer und Theodor W. Adorno an die Frankfurter Universität zurückgeholt, um das von den Nazis verbotene Institut für Sozialforschung wieder zu eröffnen und so ihren Beitrag zur Reeducation der Deutschen zu leisten – ein Projekt das 1968 voll zum Durchbruch kam. Es könnte allerdings sein, dass sich sogar Theodor W. Adorno im Grabe umdrehen würde, wenn er wüßte, welche Blüten seine Kritische Theorie getrieben hat. In der Dialketik der Aufklärung schreibt er:

„Mit der Verleugnung der Natur im Menschen wird nicht bloß das Telos des eigenen Lebens verwirrt und undurchsichtig. In dem Augenblick, in dem der Mensch das Bewusstsein seiner selbst als Natur sich abschneidet, werden alle Zwecke, für die er sich am Leben erhält … nichtig“ (Fischer Tb 1971, S. 51)

von 14.11.2012 16:37

Schleift die Mauern der Konfessionen

Vor gut einem Jahr hat Papst Benedikt XVI. Erfurt besucht – jene Stadt, in der Martin Luther studiert und im Augustinerkloster gelebt hat.

Evangelische Christen und auch viele Katholiken versprachen sich von dem Besuch ein „ökumenisches Gastgeschenk". Der Papst allerdings dämpfte die Erwartungen und sprach von einem „politischen Missverständnis des Glaubens und der Ökumene".

An der Basis kümmert das die Priester jedoch wenig. Pater Dantscher (Bild), eine ökumenischer gesinnter Jesuit aus Frankfurt, zeigt wie es geht. Er lädt die Protestanten zur Kommunion ein mit den Worten:

„Ich lade Sie ein zur Kommunion, wenn sie Ihnen mehr bedeutet als das Teilen von Brot, sondern dass Sie darauf vertrauen, dass in dem Teilen des Brotes, der Geist Jesu unter uns lebendig wird."

Das folgende Interview stammt aus dem Magazin der Steyler Missionare "stadtgottes":

Das Christentum von morgen ist ökumenisch. Auch wenn die offizielle Annäherung der Kirchen stockt, blüht an der Basis die Gemeinsamkeit. Kaum jemand weiß das besser als Pater Jörg Dantscher SJ, Pfarrer im Frankfurter Bankenviertel. stadtgottes-Chefredakteur Albert Herchenbach sprach mit ihm.

stadtgottes: Pater Dantscher, ist die Ökumene tot, festgefahren in scheinbar unaufgebbaren Positionen?

Pater Dantscher: Nein, sie ist ungeheuer lebendig, aber mehr vor Ort und nicht so deutlich an der Spitze. In den meisten Gemeinden ist es überhaupt kein Problem, wenn evangelische Christen zur Eucharistie kommen. Aber zwischen der offiziellen und der gelebten Kirche gibt es ungeheure Unterschiede.

Meine Frage zielte weniger auf den Ist-Zustand ab, sondern auf den Annäherungsprozess.

Der Prozess ist ja nicht einfach nur das, was der Papst tut oder sagt. Nein, es ist nicht so, dass nichts geschieht. Aber es sind immer die gleichen verhakten Teile, bei denen es klemmt: Können wir uns gegenseitig anerkennen? Kann ein Katholik zum Abendmahl gehen? Ein evangelischer Christ zur Kommunion?

Ist Ökumene denn auf Gemeindeebene überhaupt noch ein Thema? Evangelische und katholische Christen leben sie doch schon ganz selbstverständlich.

Es ist eher ein Thema bei den Menschen, die mit Kirche nicht mehr viel zu tun haben. Das habe ich bei Hochzeiten oft erlebt, wo einer katholisch und der andere evangelisch ist. Bei der Eucharistie müssten eigentlich die evangelischen Gäste von der Kommunion abgewiesen werden. Ich möchte nicht abweisen, sondern eher formulieren: „Ich lade Sie ein zur Kommunion, wenn sie Ihnen mehr bedeutet als das Teilen von Brot, sondern dass Sie darauf vertrauen, dass in dem Teilen des Brotes, der Geist Jesu unter uns lebendig wird."

Wie erleben Sie als Gemeindepfarrer das Trennende zwischen evangelischen und katholischen Christen?

Ich denke lieber über Brücken nach. Es gibt so wunderbare Bauwerke, die beide Ufer verbinden und jeder Seite ihren eigenen Charakter lassen. Ein anschauliches Bild ist für mich die Brücke von Arles in Südfrankreich. Sie wurde immer wieder von Hochwassern zerstört. Aber für die Menschen war sie nicht das Symbol eines unüberbrückbaren Flusses. Sie haben sie immer wieder aufgebaut und schließlich darauf einen Tanzplatz gemacht, wo sie ihre Hoffnung feiern. Das ist doch ein reizvolles Bild für Ökumene: Wir haben nicht ständig Angst, dass zu viel Wasser die Brücke einreißt und wir um unsere Mühe betrogen wurden. Sondern: Wir machen daraus die Chance eines neuen, größeren Verständnisses von Froher Botschaft.



Anmerkung: Die vielgerühmte Ökumene und Verbrüderung mit den Protestanten ist im Zusammenhang mit dem Verhalten gegenüber der Piusbruderschaft an pharisäischem Geist beinahe nicht mehr zu überbieten.

Den Protestanten wird mit Handkuss die Kirchentür geöffnet, man hat fast den Eindruck, man will eine Einheit geradezu erzwingen.

Noch nie hat man jedoch gehört, dass den Protestanten Vorbedingungen gestellt worden wären. So zum Beispiel, dass sie zunächst das Konzil anerkennen müssten.

Das Konzil können Protestanten gar nicht anerkennen, weil sie nicht einmal das Papsttum akzeptieren. Geschweige denn die katholische Kirche.

Luther ist der Verfasser der kirchenfeindlichsten Schriften, die es je gab, so zum Beispiel der Schrift: "Wider das Papsttum vom Teufel gestiftet".

Hier eines der vielen Luther-Zitate über das Papsttum und die Bischöfe:


"So wir Diebe mit Strang, Mörder mit Schwert, Ketzer mit Feuer strafen, warum greifen wir nicht viel mehr an diese schädlichen Lehrer des Verderbens als Päpste, Kardinäle, Bischöfe und das ganze Geschroürm (= Geschwür) der Römischen Sodoma mit allerlei Waffen und waschen unsere Hände in ihrem Blut ...? Aber Gott, der da spricht: Die Rache ist mein, wird diese Feinde zu rechter Zeit wohl finden, die zeitlicher Strafe nicht wert sind, sondern müssen ewiglich im Abgrund der Hölle ihre Strafe haben."

Protestanten versuchen, solche Stellen zu verharmlosen. Der Text sei in seiner Zeit geschrieben und aus der Zeit heraus zu verstehen. Das mag sein. Aber haben die evangelikalen Splittergruppen seither ihre Haltung geändert? Haben sie die Kirche und das Papsttum anerkannt?

Warum verlangt man nicht für die Evangelikalen eine bedingungslose Anerkennung des Lehramtes der Kirche und des Papsttums, bevor man ihnen die Kirchen geradezu anbiedernd öffnet?

Man kann nicht einerseits von der Piusbruderschaft verlangen, das nachkonziliare Lehramt mit seinen nachgewiesenen Widersprüchen bedingungslos anzuerkennen, andererseits den wirklichen Leugnern des Papsttums einen unumschränkten Freibrief ausstellen. Ein solches Verhalten hat vor der Geschichte keinen Bestand.

Und: Auch wenn der Papst mit seiner Rede in Erfurt in der Ökumene mit den Protestanten zurückzurudern versuchte – an der Basis ist der Zug, wie das Beispiel Dantscher zeigt, längst abgefahren. In Richtung "Geist des Konzil", der sich mit drei Worten zusammenfassen lässt: Brüderlichkeit ohne Wahrheit.

von 14.11.2012 11:38

Der seltsame Fall: die BBC deckte die Pädophilen, attackierte aber den Vatikan

Der seltsame Fall: die BBC deckte die Pädophilen, attackierte aber den Vatikan
(London) Großbritannien wird weiterhin vom Savile-Skandal erschüttert. Der bekannte Fernsehstar der BBC, Jimmy Savile, der allein in den 80er Jahren mehr als 300 Kinder, Buben und Mädchen mißbraucht hat. Der Skandal ohne absehbares Ende stellt eine heuchlerische Seite der BBC bloß.

Das große Köpferollen begann, als Savile bereits tot war. Vor wenigen Tagen trat der BBC-Generaldirektor George Entwistle zurück. Inzwischen gebe es Beweise, daß das britische Fernsehen den Pädophilieskandal im eigenen Haus und in führenden Kreisen der britischen Gesellschaft vertuschte. Dem Sender wird vorgeworfen, selbst jetzt in der Berichterstattung den sexuellen Mißbrauchsskandal an Minderjährigen wenig transparent zu behandeln und den Zuhörern und Zuschauern mehr zu verheimlichen als aufzudecken. Der Sender, so der Vorwurf, habe in seinen Nachrichtensendungen gezielt die Aufmerksamkeit des Publikums vom Skandal um Jimmy Savile abzulenken und auf andere Meldungen umzulenken versucht.

Wirft man einen Blick auf die Vorwürfe, die im Fall erhoben werden, erscheint es tatsächlich wenig glaubhaft, daß man bei der BBC in all den vielen Jahren nichts von den unaussprechlichen Taten bemerkt haben will. Und das trotz der krampfhaften Fixierung auf das Thema Pädophilie, das zu Recht, aber auch zu Unrecht anderen angehängt wurde, nur nicht im eigenen Haus.

Wer könnte den berühmt-berüchtigten BBC-Dokumentarfilm vergessen, der unter dem Titel Sex Crimes and the Vatican, in exakt langen 38 Minuten und 57 Sekunden den Vatikan beschuldigte, unbewiesen, aber wen kümmerte das damals schon, pädophile Priester in Scharen gedeckt zu haben und daher ein Pädophilensumpf zu sein. Diese Filmanklage wurde von anderen Sendern übernommen. Betrachtet man, welche Journalisten die Sendung holten und weiterverbreiteten, erhärtet sich einmal mehr der Verdacht, daß hinter dem Pädophilievorwurf gegen die Kirche kirchenfeindliche Triebkräfte wirkten und das Thema nur ein willkommener Aufhänger war.

Ob die BBC nun einen Dokumentarfilm über ihre eigenen Angestellten und hausinternen Machenschaften dreht?

Die tendenzielle Ausrichtung der BBC ist unschwer als anti-katholisch und Anti-Lebensrecht identifizierbar. In dieser Kategorie finden sich führende Medien in den meisten Ländern. Es genügt, an die große Unterstützung zu erinnern, die die BBC der Verbreitung der These vom angeblich entdeckten „Grab von Jesus“ gewährte, nach dem unausgesprochenen Motto: „Keine Auferstehung, keine Religion, keine Kirche, kein menschgewordener Gott, nur ein Mensch“. Ebenso die geplante Direktübertragung einer Abtreibung, um den Beweis zu erbringen, daß die Tötung eines ungeborenen Kindes etwas völlig „Ungefährliches“ sei und gleichzeitig Werbung für eine Abtreibungsklinik zu machen. Oder die Direktübertragung einer Euthanasie, um den Schweizer Tötungsverein Dignitas zu bewerben. Die gesellschaftspolitische Positionierung ist damit unübersehbar.

Die ausgeprägte anti-christliche Ausrichtung wurde auch durch eine Befragung deutlich, die von der BBC selbst unter 4500 Personen, darunter auch BBC-Mitarbeitern durchgeführt wurde. Nicht von ungefähr mußte der damalige BBC-Generaldirektor Mark Thompson im vergangenen Februar in einem Interview eingestehen, daß der Sender dem Christentum gegenüber weniger sensibel war als gegenüber anderen Religionen. Thompson, heute geschäftsführender Vorstandvorsitzender der linksliberalen New York Times, droht selbst vom Skandal mitgerissen zu werden. Er sei es gewesen, der die Ermittlungen versanden ließ, die vom Sender anfangs zur Entlastung seines pädophilen Starmoderators eingeleitet worden waren. Der ehemalige Chefredakteur der New York Times, Bill Keller, fragte sich am 17. Oktober in einem Leitartikel: „Wie war es möglich, daß das Gerede über Savile ignoriert wurde?“ Thompson wird nicht genannt. Er ist aber einer der Ersten, dem diese Frage gestellt werden muß.

Die Tageszeitung Il Foglio von Giuliana Ferrara titelte deshalb: Der seltsame Fall der BBC, die sich um sich selbst kümmern sollte, aber den Vatikan angriff.

Text: UCCR/Giuseppe Nardi

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