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von esther10 10.05.2013 00:40

Alevitischer Aufruf zur Distanzierung von der islamischen Scharia
Veröffentlicht: 10. Mai 2013 | Autor: Felizitas Küble | Einsortiert unter: ISLAM (Grundsatzthemen) | Tags: Aleviten, Ercan Kara, Grundgesetz, islam, Scharia |Schreibe einen Kommentar »
Gemäßigte islamische Glaubensrichtung verteidigt Grundgesetz und Rechtsstaat gegen die Scharia

Gemeinsame Pressemitteilung von Vereinen und Verbänden der Alevitischen Gemeinden in Bayern:

Die Scharia (der politische Islam) ist das Haupthindernis der Integration von Islamangehörigen und die Hauptgefahr des friedlichen Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Glaubensrichtungen.

Die Distanzierung von der Scharia ist der Hauptschlüssel für die notwendige Integration und Partizipation von unterschiedlichen Religions- und Glaubensgemeinschaften in unserer Gesellschaft.

Laut Artikel 1,1 des Grundgesetzes ist die Würde des Menschen unantastbar. Diese Ewigkeitsklausel unseres Grundgesetzes wird von der Scharia und ihren Anhängern nicht beachtet, weil diese deren Meinung nach „nicht von Allah, sondern von Menschen gemacht worden“ sei. Diese ruft zu Recht bei den Menschen in Deutschland berechtigte Ängste hervor.
“Scharia ruft berechtigte Ängste hervor”

Die islamistische Scharia stellt für die elementaren Grundrechte, wie z.B. Achtung der Menschenwürde, Gleichberechtigung von Mann und Frau, Freiheit der Meinungsäußerung sowie der Religionsfreiheit eine große Gefahr und Bedrohung dar. Unsere Werte müssen von überzeugten Demokraten mit Selbstbewusstsein vertreten und gleichzeitig der Verzicht auf die Scharia energischer einfordert werden.

Verbänden und Vereinen, die sich für die Integration, Partizipation und das friedliche Zusammenleben mit unterschiedlichen Religions- und Glaubensangehörigen in unserer Gesellschaft einsetzen wollen, müssen sich aktiv von der Scharia distanzieren und sich gleichzeitig uneingeschränkt zum Grundgesetz bekennen.

Dafür setzt sich Dr. Aydın Fındıkçı seit Jahren ein. Aus diesem Grund wird er von den Anhängern der islamistischen Scharia öffentlich verleumdet, beleidigt, beschimpft und sogar als „islamfeindlich“ bezeichnet.
“Die Scharia ist nicht vereinbar mit dem Grundgesetz”


Mit unserer gemeinsamen Erklärung möchten wir uns der Forderung Dr. Aydın Fındıkçıs anschließen, mit ihm solidarisieren und folgende Botschaften übermitteln:
1. Die Scharia ist nicht mit dem Grundgesetz vereinbar.
2. Wir lehnen anachronistische Glaubenssätze ab.
3. Wir setzen uns für die demokratischen und freiheitlichen Werte sowie für die Gleichstellung der Geschlechter ein.
4. Die Kooperation und Unterstützung der öffentlichen Stellen mit Anhängern der Scharia leistet keinen Beitrag zur Integration und friedlichem Zusammenleben von unterschiedlichen Religions- und Glaubensgemeinschaften in unserer Gesellschaft.

Die Unterzeichner dieser Erklärung bekennen sich uneingeschränkt zum Grundgesetz und distanzieren sich mit aller Deutlichkeit von der Scharia.

Ingolstadt, den 7. Mai 2013.

Unterzeichner:
1. Alevitisches Kulturzentrum Ingolstadt, Seeholzer Str. 22, 85053 Ingolstadt
2. Alevitische Gemeinde München e.V. Neuherbergstr. 2, 80937 München
3. Alevitische Gemeinde Neufahrn und Umgbung e.V.,Gottfried-von-Cramm-Str. 7,85375 Neufahrn
4. Alevitische Jugend München, Neuherbergstr. 2, 80937 München
5. Alevitische Gemeinde Krumbach, Dr. Schlögelstr. 10, 86381 Krumbach
6. Alevitisches Kulturzentrum Und Cem Haus Augsburg E.V., Jörg-Breu-Str. 9, 86154 Augsburg
7. Alevitisches Kulturzentrum Augsburg, Bozener Str. 4a, 86165 Augsburg
8. Alevitischer Kulturverein Landshut, Tuchwalkerstr. 5, 84034 Landshut
9. Alevitischer Kulturverein Günzburg, Stadtberg 29, 89312 Günzburg
10. Alevitische Gemeinde Hof, Gabelsbergerstr. 1, 95028 Hof
11. Alevitisches Kulturzentrum Mainburg, Bahnhofstr. 9a, 84048 Mainburg
12. Alevitisches Kulturzentrum Nürnberg, Rehdorferstr. 6, 90431 Nürnberg
13. Alevitischer Kulturverein Plattling, Silostr. 6, 94447 Plattling
14. Aleviten Kulturzentrum Miesbach e. V., Tiefenbachstr. 5 D-83734 Hausham
15. Alevitisches Kulturzentrum Rosenheim, Schönfeldstr. 19, 83022 Rosenheim
16. Alevitisch-Bekt. Kulturbund, Grabenstr. 6, 90552 Rothenbach-Pegniz
17. Alevitisches Kulturzentrum Schweinfurt, Johann-Georg-Gademann Str. 7, 97424 Schweinfurt
18. Alevitischer Kulturverein Memmingen e.V., Mittereschweg 1, 87700 Memmingen
19. Şahhaydar Kılıç: Mitglied des Ausländerbeirats München
20. Hüseyin Çelik: Generalsekretär des Diplinärausschußes Föderation der Alevitschen Gemeinde in Deutschland
Vorsitzende: Ercan KARA, Seeholzer Str. 22, D-85053 Ingolstadt
Mail: ercan.kara@arcor.de

von 09.05.2013 07:45

CHRISTI HIMMELFAHRT

40

JESUS ERWARTET UNS IM HIMMEL

Der verherrlichte Herr in seiner Vollendung.
Sein Fortgehen zum Vater stärkt unsere Hoffnung.
Als Jünger Christi in die Welt gesandt.


I. Der Herr erhob seine Hände und segnete sie. Und während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben1. Die segnenden Hände sind die letzte Geste, das letzte sichtbare Zeichen Jesu auf Erden. Matthäus ergänzt: als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder2 - vor ihrem Meister und Gott. Nun sind die Jünger jeglichen Zweifels enthoben: jener, dem sie als Rabbi gefolgt waren, ist der Messias. Rückblickend staunen und freuen sie sich bei dem Gedanken, daß ihr Herr und Gott ihnen immer ganz nahe war - auch zu Zeiten schwachen Glaubens. Während der vierzig Tage, in denen sich der Auferstandene immer wieder zeigte, hat sich ihre Zeugenschaft gefestigt, aber erst durch die Herabkunft des Heiligen Geistes wird sie unerschütterlich werden.

Jesu Worte sind nun mehr als die lebenserfüllte Belehrung des Meisters; jetzt spricht der souveräne Gott zu ihnen: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden3. Er überträgt seine göttliche Vollmacht auf jene, die er zur Fortsetzung des Heilswerkes um sich gesammelt hat. Sie werden im Taufsakrament neues Leben schenken, im Sakrament der Beichte Sünden vergeben. Christi göttliche Vollmacht lebt in der Kirche fort. Leo der Große sagt in einer Predigt zum heutigen Festtag: »Was also an unserem Erlöser sichtbar war, ist übergegangen in die Sakramente. Damit unser Glaube verdienstlicher und fester würde, ist an die Stelle der >sinnlichen Wahrnehmung< die >Lehre< getreten, deren gewichtigem Worte die von himmlischen Strahlen erleuchteten Herzen der Gläubigen folgen sollen.«4 Jesus kündigt dies mit Worten an, die wir in der ersten Lesung der Messe hören: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem, in ganz Jadäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.

Dann heißt es: Als er dies gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.5 »Der Vorgang der >Himmelfahrt< wird im Passiv dargestellt. (...) Das Geschehen ist also als eine Machttat Gottes geschildert, der Jesus in den Raum seiner Nähe einbezieht, nicht als eine Flugreise nach oben. Das Bild der Wolke, das in diese Richtung zu weisen scheint, ist in Wahrheit ein uraltes Bild alttestamentlicher Kulttheologie: Zeichen der Verborgenheit Gottes, der gerade in seiner Verborgenheit der Nahe und der Mächtige ist, der allzeit über uns und dennoch immerfort in unserer Mitte ist, der sich all unserem Greifen- und Verfügenwollen entzieht und eben darin über uns alle verfügt. Durch dieses Bild der Wolke wird die Erzählung von der Himmelfahrt eingefügt in die ganze Geschichte Gottes mit Israel, beginnend mit der Wolke am Sinai und über dem Bundeszelt in der Wüste bis zu der lichten Wolke, die auf dem Berg der Verklärung die Nähe Gottes verkündete.«6

Die Himmelfahrt des Herrn fügt sich als letztes Geschehen seines Lebens auf Erden in das Ganze des erlösenden österlichen Geheimnisses von Leiden, Tod und Auferstehung ein. Jene, die Zeugen der Schmach des Leidens und der Erniedrigung des Kreuzes geworden waren, werden nun zu Zeugen seiner Erhöhung eingedenk der Worte, die er einst zu ihnen gesprochen hatte: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.7 Und ebenso: Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.8

In einer Betrachtung zum zweiten Geheimnis des glorreichen Rosenkranzes heißt es beim seligen Josemaría Escrivá: »Jesus ist wieder beim Vater. - Zwei Engel in weißen Gewändern nähern sich uns und sagen: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel hinauf? (Apg 1,9)

Petrus und die anderen kehren nach Jerusalem zurück - >cum gaudio magno<, mit großer Freude (Apg 24,52). - Es ist nur gerecht, daß der heiligen Menschheit Christi von dem ganzen Chor der Engel und all den Scharen der Seligen im Himmel Huldigungen und Jubelrufe und Anbetung entgegengebracht werden.«9

II. Papst Leo der Große sagt in der bereits zitierten Predigt weiter: »Heute begehen und feiern wir mit Recht den Tag, an dem Christus unsere niedrige Natur über alle himmlischen Heerscharen, über alle Chöre der Engel und alle ihre erhabenen Mächte auf den Thron seines Vaters emporhob. Unserer Festigung, unserer Förderung diente diese Aufeinanderfolge der Taten des Herrn. Es sollte sich die Wirksamkeit der göttlichen Gnade in noch wunderbarerem Lichte offenbaren, wenn dem Blick des Menschen entzogen wird, was notwendig Ehrfurcht erwecken muß, und trotzdem der Glaube nicht versagt, die Hoffnung nicht wankt und die Liebe nicht erkaltet. Denn darin zeigt sich die Stärke großer Geister, darin die Erleuchtung gläubiger Seelen, daß sie bereitwillig für wahr halten, was sie nicht mit körperlichem Auge sehen, daß sie dorthin ihr Sehnen richten, wohin ihr Blick nicht zu dringen vermag.«10

Der Aufstieg des Herrn, die Erhöhung des Herrn - dies die eigentliche liturgische Bezeichnung des heutigen Festes - stärkt unsere Hoffnung. Denn Jesus, so beten wir in der Präfation, kehrt zum Vater heim, nicht um uns Menschen zu verlassen, er gibt den Gliedern seines Leibes die Hoffnung, ihm dorthin zu folgen, wohin er als erster vorausging11. Der Herr »tritt aus der Geschichte hinaus, in den Bereich der Vollendung, wo weder Geschehen noch Schicksal mehr ist, sondern nur ewig-lebendes Sein. Er geht fort - und ist zugleich in einer neuen Weise da, wie er selbst gesagt hat: >Ich gehe fort und komme zu euch< (Joh 14,28). Von diesem wiedergekommenen Christus redet Paulus: Er sitzt im Himmel zur Rechten des Vaters - ist aber auch in uns, und wir in ihm. Er ist in der Ewigkeit - aber auch, nach neuer Weise, in der Zeit, in der Innerlichkeit des Werdens.«12 Im Werden der Zeit hilft er uns, zu ihm zu gelangen, indem wir seinen verherrlichten Leib mit den Zeichen des heilbringenden Leidens betrachten.

Die Hoffnung auf den Himmel prägt unseren irdischen Weg. Es ist der Weg, den die Apostel nach der Himmelfahrt gingen: »Sie wurden so in ihrem Glauben gefördert, daß für sie alles, was ihnen vorher Furcht eingeflößt hatte, nunmehr ein Grund zur Freude wurde. All ihre Blicke waren jetzt zu dem emporgerichtet, der als Gott zur Rechten des Vaters thront. Nicht mehr hinderte sie die Schranke ihres leiblichen Auges, den in ihrem Geiste zu schauen, der sich weder durch sein Herniedersteigen zur Erde vom Vater entfernt, noch durch seinen Aufstieg zum Himmel von seinen Jüngern getrennt hatte.«13

Hatte er nicht gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?14 »Christus erwartet uns. Laßt uns bereits jetzt wie Bürger des Himmels leben (Phil 3,20), indem wir vollkommen als Bürger der Erde leben inmitten von Schwierigkeiten, Ungerechtigkeit und Unverständnis, aber auch inmitten der Freude und Gelassenheit, die aus dem Wissen kommt, daß Gott uns als seine Kinder liebt.

Wenn aber trotz allem die Himmelfahrt des Herrn in unserem Herzen einen Nachgeschmack von Bitternis und Traurigkeit zurücklassen sollte, dann wollen wir uns an seine Mutter wenden wie damals die Apostel: Sie kehrten nach Jerusalem zurück (...) und verharrten einmütig im Gebet (...) mit Maria, der Mutter Jesu (Apg 1, 12-14).«15

III. Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.16

»Auch wir verharren, wie die Apostel, halb staunend, halb traurig, weil er uns zurückläßt. Denn es ist wahrhaftig nicht leicht, sich an die leibliche Abwesenheit Jesu zu gewöhnen. Mich bewegt der Gedanke, daß er, in einer Großtat der Liebe, gegangen und doch geblieben ist: Er ist in den Himmel aufgefahren, und er schenkt sich uns als Nahrung in der heiligen Hostie. Aber wir vermissen sein menschliches Wort, seine Art zu handeln, zu blicken, zu lächeln und Gutes zu tun. Gern würden wir ihn noch einmal ganz aus der Nähe betrachten, wie er sich müde vom anstrengenden Weg am Brunnen niedersetzt (vgl. Joh 4,6), wie er um Lazarus weint (vgl. Joh 11,35), wie er lange im Gebet verweilt (vgl. Lk 6,12), wie er sich der Volksmenge erbarmt (vgl. Mt 15,32; Mk 8,2).«17

Was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Das Wort der Engel klingt wie eine liebevolle Mahnung: Kehrt zurück zu eurem Alltag, nehmt die große Aufgabe in Angriff, die auf euch wartet, die Zeit drängt. »Sie sollten nicht in die Zukunft starren, nicht grübelnd warten auf die Stunde seiner Wiederkunft. Nein, sie sollten erkennen, daß er gar nicht aufhöre, immerfort anwesend zu sein, ja, durch sie immer mehr anwesend werden wollte: Die Gabe des Geistes und die Aufgabe des Zeugnisses, der Verkündigung, der Mission sind die Weise, wie Christus jetzt schon anwesend ist.«18

Mit der Himmelfahrt ist das Werk Christi auf Erden vollendet. Nun beginnt unsere Zeit: die Zeit der Kirche, der Mission. Da werden die Worte, die der Herr an den Vater für uns richtete, zum eigenen Gebet: Ich bitte nicht, daß du sie aus der Welt nimmst, sondern, daß du sie vor dem Bösen bewahrst.19 Der Herr will uns nicht herausnehmen aus unserem Milieu, aus unserer Arbeit, aus unserer Familie. Ja, er will, daß wir vor Ort bleiben und überall seinem Wort den Boden bereiten. Dann werden - zumindest dort, wo Christus durch uns wirken kann - Menschenwürde, Gerechtigkeit, Frieden kein utopischer Traum bleiben.

»Das heutige Fest erinnert uns daran, daß der Eifer für die Seelen ein liebenswertes Gebot des Herrn ist, der uns bei seiner Himmelfahrt in die ganze Welt hinaussendet. Unsere Verantwortung ist groß; denn Zeuge Christi sein erfordert vor allem, nach seiner Lehre zu leben, uns anzustrengen, daß unser Verhalten Christus erkennen läßt und an seine liebenswerte Gestalt erinnert.«20

Jesus geht, aber er bleibt uns ganz nahe, besonders in der Eucharistie. Vielleicht ist ganz nahe bei unserem Arbeitsplatz, gleich um die Ecke, eine Kirche - und Christus dort im Tabernakel gegenwärtig. Und wenn es die konkreten Umstände nicht zulassen sollten, ihn dort aufzusuchen, können wir uns ihm zumindest mit dem Herzen nähern und ihn bitten, er möge unsere Sendung in der Welt segnen.

Christi Himmelfahrt! »Der Herr sitzt zur Rechten des Vaters; aller Wandelbarkeit der Geschichte entrückt; im stillen, wartenden Triumph, der einst in den offenbaren, die Welt erschütternden Sieg des Gerichtes ausbrechen wird. Zugleich aber ist er aufs neue bei uns Menschen; an den Wurzeln alles Geschehens; im Innersten jedes Glaubenden; in Innersten des gläubigen Gesamt, der Kirche; als Gestalt, Macht, Führung und Einheit. Indem er den allgemeinen geschichtlichen Raum des offenen Dastehens verläßt, bildet sich im Heiligen Geist der neue christliche Raum: die Innerlichkeit des glaubenden Einzelnen und der Kirche, wechselseitig bezogen und eins.«21 Und es bildet sich der Raum unserer Sendung in der Welt. Die Apostel kehrten in großer Freude nach Jerusalem zurück22. Dort verharrten sie im Gebet, vereint mit Maria, in Erwartung der Kraft des Heiligen Geistes.

1 Lk 24, 50-51. - 2 Mt 28,17. - 3 Mt 28,18. - 4 Leo der Große, Predigt 74. - 5 Apg 1,8-9. - 6 J.Kard.Ratzinger, Dogma und Verkündigung, München 1973, S.362-363. - 7 Joh 20,17. - 8 Joh 17,11. - 9 J.Escrivá, Der Rosenkranz, 2. glorreiches Geheimnis. - 10 Leo der Große, a.a.O. - 11 Präfation von Christi Himmelfahrt I. - 12 R.Guardini, Der Herr, Würzburg 1951, S.508. - 13 Leo der Große, a.a.O. - 14 Joh 14,2. - 15 J.Escrivá, Christus begegnen, 126. - 16 Apg 1,10-11. - 17 J.Escrivá, a.a.O., 117. - 18 J.Kard. Ratzinger, a.a.O., S.364. - 19 Joh 17,15. - 20 J.Escrivá, a.a.O., 122. - 21 R.Guardini, a.a.O., S.511. - 22 Lk 24,52.

von esther10 09.05.2013 00:13

Mittwoch, 8. Mai 2013 Heavy Metal weiterhin ein Kassenschlager



Heavy Metal weiterhin ein Kassenschlager

http://de.wikipedia.org/wiki/Metal

Heavy Metal wird immer populärer. Eine Untergattung des Heavy Metals sind Death Metal und Black Metal, die oft satanische Elemente und Gotteslästerung enthalten.

Drei Heavy Metal Bands stehen zur Zeit in den Top 5 der deutschen Albumcharts.

Die Südtiroler Rockband Frei.Wild hat es in der 18. Kalenderwoche auf den ersten Platz der deutschen Albumcharts geschafft. Ihr Album „Feinde deiner Feinde“ hatte schon im Herbst 2012 den zweiten Platz belegt. Selbst die Chart-Ermittler von Media Control sind über den Erfolg mit dem Wiedereinsteiger-Album „Gold Edition“ überrascht. Dabei hat die italienische Band ihr Comeback auch der Diskussion um ihre rechte Gesinnung zu verdanken, denn ihre Texte klingen wie Hymnen und schüren Fremdenhass.



Frei.Wild haben ihre Wurzeln in der deutschen Rock- und Metal-Szene Südtirols. Aufgrund ihrer beachtlichen Verkaufszahlen waren sie im März für die Verleihung eines Echo-Preises nominiert doch wegen ideologischer Bedenken wieder ausgeladen worden. Dies führte zu heftigen Diskussionen und einem veritablen Medienrummel.

Auf dem zweiten Platz findet sich diese Woche die Band Heaven Shall Burn aus dem thüringischen Saalfeld wieder. Ihr Album klingt noch härter als der Volksmetal von Frei.Wild.
Auch die dänische Band Volbeat bewegt sich mit ihrem Bestseller „Outlow Gentelman & Shady Ladies“ in der 17. Kalenderwoche in Deutschland, Dänemark, Österreich, der Schweiz und Norwegen auf der Spitzenposition. Auch Volbeat lassen sich der Metal-Szene zurechnen.

Doch nur durch das Kaufverhalten der - anscheinend überzeugten - Plattenkonsumenten kommen die unglaublichen Zahlen von 100.000 verkauften Alben im vergangenen Jahr zustande.

um Mittwoch, Mai 08, 2013



Labels: Heavy Metal

1 Kommentar:

Old Geezer hat gesagt…

Warum sollte sich daran auch etwas ändern - es ist eine konstante Marktpräsenz seit rund 20 Jahren, wieso erwarten Sie im letzten halben Jahr da einen radikalen Umschwung?

"Dabei hat die italienische Band ihr Comeback auch der Diskussion um ihre rechte Gesinnung zu verdanken"

Soviel Kritik ob das wegen gerade von Ihnen, der sonst so gerne wörtliche aus der "Jungen Freiheit" zitiert, die nun kein Jota besser ist?

100.000 verkaufte Alben sind keine große Hausnummer, nichtmal in Deutschland, zumal dabei wahrscheinlich auch bezahlte Downloads dabei sind.

8. Mai 2013 12:44

Hauptseite von "Kinder in Gefahr"
http://aktion-kig.de/

http://aktion-kig.de/kampagne/death_metal_A.html

**************

DER SATAN sitzt in den Medien, mit seinen Haßparolen, mit seinen Sexparolen, mit seinen Manipulierparolen, mit seinen Abtreibungs und Mörderparolen, mit seinen Selbsttötungsparolen....und, und und ...um damit die Menscheit für sich zu gewinnen und am Ende man dann in der Hölle landet, aus der dann niemand mehr entrinnen kann......Es ist wirklich furchtbar. Geben WIR ihm doch keine Chance, wir, die das lesen, dann ist schon einiges gewonnen....

Geben wir ihm keine Chance. Er verdirbt unsere Kinder, Jugendlich und Erwachsene sonst weiterhin, bis er mal die Meisten in den Klauen hat und die gibt er kaum mehr frei, höchstens durch ein Wunder. Und die geschehen selten.

Beten wir in diesen Anliegen und geben gutes Beispiel -
seien wir Jünger Christi und helfen den Glauben zu verbreiten.
Admin.

von 08.05.2013 16:24


Ein Bittgebet um Gedeihen der Feldfrüchte


•Gebet um Regen
Bittgebet um Gedeihen der Feldfrüchte


Barmherziger Gott und Vater,
du gütiger Erhalter unseres Lebens.
Wir rufen zu dir um das tägliche Brot und um alles,
was wir zu unserem Unterhalte brauchen.
Gib den Feldfrüchten Wachstum und Gedeihen.
Sende zur rechten Zeit erquickenden Regen und milden Sonnenschein.

Schöpfer und Herr des Himmels und der Erde!
Alles steht in deiner Macht;
du kannst uns deinen Segen geben und entziehen.
Darum bitten wir dich kindlich:
segne die Früchte unserer Felder
und beschütze sie vor Mißwachs,
Dürre, Nässe, Reif und Hagel.
Zwar sind wir sündige Menschen deiner Gaben und Gnaden,
die du uns täglich,
ja stündlich erweisest, nicht würdig;
aber, o gütiger Vater im Himmel,
siehe nicht auf unsere Sünden,
die wir von Herzen bereuen,
sondern erbarme dich unser um Jesu,
deines Sohnes, willen, der für uns
sein kostbares Blut vergossen hat
und am Kreuze gestorben ist.

Wir setzen all unser Vertrauen auf dich und geloben dir,
daß wir unsere Standespflichten treu erfüllen
und im Unglück wie im Glücke
mit deinen weisesten Anordnungen zufrieden sein wollen.
Nie wollen wir es vergessen,
daß du unser Vater bist
und daß du es gut mit deinen Kindern meinest,
du magst geben oder nehmen segnen oder strafen.
Wir bitten dich, barmherziger Vater,
verlaß deine armen, hilfbedürftigen Kinder nicht.
Erbarme dich auch ferner über uns und segne uns mit Gnade
und Barmherzigkeit in allem,
was unser zeitliches und ewiges Heil betrifft.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, deinen Sohn,
unseren Herrn und Heiland.
Amen.



Gebet um Regen
V: Bedecke, Herr, den Himmel mit Wolken!
A: Und sende Regen der dürstenden Erde!
V: Gott, in dem wir leben, uns bewegen und sind gewähre uns gedeihlichen Regen, damit wir, für unsere zeitlichen Bedürfnisse genügend versorgt, um so vertrauensvoller nach dem Ewigen trachten. Sende uns, Herr erquickenden Regen und begieße das dürre Erdreich in Güte mit den Wassern vom Himmel her; durch Christus, unseren Herrn.
A: Amen


von 08.05.2013 06:06

OSTERZEIT
6. WOCHE - MITTWOCH

39

FRÜCHTE DES APOSTOLATS

Das Zeugnis des Paulus in Athen.
Aussaat und Ernte. Geduld: die Tugend des Sämanns.
Die Frau als Trägerin der Evangelisierung.


I. Die Lesung der heiligen Messe zeigt uns, wie lebendig und ansprechend der heilige Paulus die Frohbotschaft Menschen verkündet, die ganz außerhalb des Glaubens leben, die der Verfasser der Apostelgeschichte so charakterisiert: Alle Athener und die Fremden dort taten nichts lieber, als die letzten Neuigkeiten zu erzählen oder zu hören.1 Paulus war sich sicher, daß die Lehre, die er auf dem Areopag von Athen verkündet, die Athener schockieren würde; dennoch spart er die grundlegenden Wahrheiten nicht aus, versucht nicht, sich soweit »anzupassen« daß er auf Kosten der Lehre »verständlicher«»erfolgreicher« »zeitgemäßer« erscheint. Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, spotteten die einen, andere aber sagten: Darüber wollen wir dich ein andermal hören.2 Aber Paulus verläßt nicht der Mut.

Was bewegte den Apostel? Papst Benedikt XV. faßte in einer Enzyklika 1917 die Grundhaltung des Apostels so zusammen: »Dahin wirken, daß Jesus Christus unter den Menschen mehr und mehr bekannt sei, und zwar dank einer Kenntnis, die nicht nur auf den Glauben, sondern auf das Leben abzielte, das ist es, wofür er die ganze Kraft seines Apostelherzens einsetzte. Deshalb handelte er von allen Glaubenswahrheiten und Sittengeboten Christi, selbst von den anspruchsvolleren; und zwar sprach er ohne die geringste Zurückhaltung und Abschwächung von der Demut, der Selbstverleugnung, der Keuschheit, der Geringschätzung irdischer Güter, vom Gehorsam, von der Nachsicht gegenüber den Feinden und von ähnlichen Gegenständen. Und er scheute sich auch nicht, offen auszusprechen, daß man zwischen Gott und Belial seinen Dienstherrn wählen müsse, und daß es unmöglich sei, beiden zu dienen; daß alle nach dem Tod ein strenges Gericht zu erwarten haben; daß es bei Gott keine Abfindung gibt; daß entweder das ewige Leben in Aussicht stehe für jene, die das ganze Gesetz beobachten, oder die ewige Verdammung zu gewärtigen sei, wenn man aus Nachgiebigkeit gegenüber den Leidenschaften die Pflicht vernachlässige. Und niemals glaubte >der Prediger der Wahrheit< Gegenstände dieser Art übergehen zu müssen, weil sie angesichts des damaligen Sittenzerfalls seinen Zuhörern allzu hart erscheinen konnten.«3

Wer von Christus Zeugnis gibt, muß damit rechnen, als unzeitgemäß bespöttelt zu werden. Die Mühe, gegen den Strom zu schwimmen, und der Stachel der Erfolglosigkeit könnten ihn dazu verleiten, das Fordernde der Heilsbotschaft zu verharmlosen und Begriffe wie Sühne, Opfer und Abtötung auszusparen, auf Gerechtigkeitssinn im Geschäftsleben und im Beruf zu pfeifen, das Offensein der Eheleute für das Kind und den Wert der standesgemäßen Keuschheit zu verschweigen. Aber: »Verschreibt denn ein Arzt seinem Patienten nutzlose Heilmittel, weil dieser die nutzbringenden verabscheut?«4

Unsere heutige Welt zeigt ein gewandeltes Wertebewußtsein und eine wachsende Gleichgültigkeit gegenüber Glauben und Kirche. Deshalb ist gerade heute ein unerschrockenes und gewinnendes Zeugnis besonders nötig. »Für den modernen Menschen kreist sehr vieles um das eigene Ich und seine Betroffenheit. Den Zeitgenossen scheint dies ganz normal zu sein, und doch ist eine solche Sicht keineswegs selbstverständlich. In der Bibel ist der einzelne in seiner Situation zwar durchaus auch angesprochen. Aber das wandernde Volk Gottes braucht im Gang der Zeiten auch das verläßliche Glaubensbekenntnis der Kirche. Dieses muß gewiß immer wieder neu ausgelegt und frisch übersetzt werden, aber man darf es nicht mit dem Argument beiseite schieben, es entspräche nicht mehr den heutigen Lebenserfahrungen und Bedürfnissen. Ohne Bekenntnis und Lehre gibt es keine Kirche. Das >Credo< der Kirche war über fast zwei Jahrtausende ein unentbehrlicher Wegweiser und Maßstab - wie dürften wir uns einbilden, darauf verzichten zu können?«5

In einem Text des Zweiten Vatikanischen Konzils heißt es: »Allen Christen ist also die ehrenvolle Last auferlegt, mitzuwirken, daß die göttliche Heilsbotschaft überall auf Erden von allen Menschen erkannt und angenommen wird.«6 Unser apostolisches Bemühen muß sich zuallererst an jene richten, die in unserer Nähe sind.

II. Paulus verließ Athen in Richtung Korinth, eine nicht minder schwierige Stadt, »eine Weltstadt ersten Ranges, von internationaler Prägung, mit reichen Verkehrs- und Handelseinrichtungen, wirtschaftlich wie kulturell Austauschplatz zwischen Osten und Westen, eine Stadt der Lebesucht, der Laster, der sozialen Gegensätze«7. Er soll erfahren, daß der Herr die Arbeit fruchtbar werden läßt, wann und wie er will. Der Kommunionvers der heutigen Messe erinnert uns daran: Ich habe euch erwählt und euch dazu bestimmt, daß ihr euch aufmacht und Frucht bringt, und daß eure Frucht bleibt.8

Die apostolische Aufgabe ist manchmal Aussaat - das Korn in die Erde senken, ungeachtet seines Verschwindens -, manchmal Ernte: es zeigen sich die Früchte. Vielleicht haben andere den Samen ausgestreut: durch ihr Wort oder ihr Leiden vom Krankenbett aus oder mit einem unscheinbaren Dienst. Wie auch immer, es gilt, sich an die Worte des Herrn zu erinnern, daß sich der Sämann und der Schnitter gemeinsam freuen. Denn hier hat das Sprichwort recht: Einer sät, und ein anderer erntet.9

Gerade dann, wenn die eigene Arbeit unfruchtbar zu sein scheint, sollten uns diese Worte des Herrn froh stimmen - die Freude jener ahnend, die einmal die Ernte einfahren werden. Freilich, leicht ist es nicht, unsere landläufigen Maßstäbe abzulegen und der Versuchung zu widerstehen, den Wert unserer Bemühungen an greifbaren Ergebnissen zu messen. Aus der Kraft des Gebetes aber kann es uns gelingen, auch hier dem Herrn zu vertrauen und weitsichtig den Samen auszustreuen.

»Unsere Sendung ist immer und überall auf die Zukunft ausgerichtet. Sei es auf die Zukunft, deren wir im Glauben gewiß sind: also die eschatologische; sei es auf die Zukunft, die, menschlich gesehen, unsicher ist. Denken wir an jene, die als erste den europäischen Kontinent als Künder der Frohbotschaft betreten haben, wie Petrus und Paulus. Denken wir an jene, die im Lauf der Geschichte Europas die Wege zu neuen Völkern geebnet haben, die Augustinus oder Bonifatius oder das Brüderpaar aus Saloniki: Cyrillus und Methodius. Nicht einmal sie waren der menschlichen Zukunft ihrer Mission und ihres eigenen Schicksals sicher. Mächtiger aber als diese menschliche Ungewißheit waren Glaube und Hoffnung. Mächtiger war die Liebe Christi, die sie >drängte< (vgl. 2 Kor 5,14). In diesem Glauben, dieser Hoffnung und dieser Liebe tat sich das Wirken des Geistes kund: Auch wir müssen zu gefügigen und wirksamen Werkzeugen seines Wirkens in unserer Zeit werden!«10

Wenn ausbleibender sichtbarer Erfolg uns resignieren läßt, zeugt das oft von mangelnder Lauterkeit der Absicht. Wollen wir für den Herrn arbeiten, oder suchen wir nur die eigene Selbstbestätigung? Doch nicht nur Resignation, auch Übereilung kann zur Versuchung werden. Warum denn warten, bis die Blüte sich öffnet, statt nachzuhelfen? Nicht nur Säen und Pflegen ist unsere Aufgabe, sondern auch geduldiges Wartenkönnen, mit langem Atem, den Menschen Zeit lassend. Der Herr versteht es, Tage, Wochen, Monate, Jahre auf den inneren Ruck, die Umkehr des Sünders zu warten. Die Seelen brauchen Zeit, die zu bemessen wir nicht in der Lage sind. Kümmern wir uns also um eine gute Aussaat und warten wir in Geduld.

III. Der Predigt des Paulus während seines Aufenthalts in Athen verdankt sich die erste christliche Gemeinde in jener Stadt: Einige Männer aber schlossen sich ihnen an und wurden gläubig, unter ihnen auch Dionysius, der Areopagit, außerdem eine Frau namens Damaris und noch andere mit ihnen.11

Wir kennen den Namen der Frau, die sich zum Glauben bekehrte: Damaris. Sie ist eine der zahlreichen Frauengestalten, die uns in der Apostelgeschichte begegnen und zeigen, daß die Verkündigung des Evangeliums allen gilt. Wie der Herr, so verkündeten die Apostel - trotz der Vorurteile ihrer Zeit - die Frohe Botschaft allen, Männern wie Frauen.

Auch am Anfang der Evangelisierung Europas stand eine Frau, wie Lukas uns überliefert. Von Lydia wissen wir, daß sie eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira12 war: Der Herr öffnete ihr das Herz, so daß sie den Worten des Paulus aufmerksam lauschte. Sie gewann alle, die zu ihrem Haus gehörten, für den Glauben. Einst hatte die Samariterin, die am Brunnen von Sychar die Botschaft Christi hörte, sie als erste unter den Bewohnern ihrer Stadt verbreitet.13

Das Evangelium zeigt uns, wie treu Frauen dem Herrn folgten und dienten. Sie stehen unter dem Kreuz, sie sind die ersten, die zum Grab gehen und die Kunde von der Auferstehung weitergeben. Paulus lobt ausdrücklich einige Frauen für ihre Mitarbeit beim Werk der Evangelisierung.

Damals wie heute spielt die Frau eine wichtige Rolle bei der Bewahrung und Weitergabe des Glaubens. »Die Frau ist dazu berufen, in Familie, Gesellschaft und Kirche etwas hineinzutragen, das nur ihr eigen ist und das nur sie zu geben vermag: feinfühlige Umsicht, unermüdliche Großzügigkeit, Liebe für das Konkrete, Scharfsinn, Einfühlungsvermögen, Ausdauer und eine tiefe, schlichte Frömmigkeit.«14

Das Engagement und das Zeugnis der Frau sind für die Kirche unersetzlich. Denn »auf der Grundlage des ewigen Planes Gottes ist die Frau diejenige, in der die Ordnung der Liebe in der geschaffenen Welt der Personen das Erdreich für ihr erstes Wurzelfassen findet. (...) Die Würde der Frau ist eng verbunden mit der Liebe, die sie gerade in ihrer Weiblichkeit empfängt, und ebenso mit der Liebe, die sie ihrerseits schenkt. So wird die Wahrheit über die Person und über die Liebe bestätigt.«15

Maria ist uns auch hier Wegweisung. Die Mariensäule, die 1638 in der furchtbaren Bedrängnis des Dreißigjährigen Krieges im Herzen Münchens errichtet wurde, »sollte nicht nur die Mitte dieser Stadt sein, sondern die Mitte des ganzen Landes, und in der Tat werden noch heute alle Entfernungen bei uns von diesem Punkt aus gemessen; Maria ist der stille Mittelpunkt aller unserer Straßen geblieben.

Das Bild der Mutter des Herrn gehört zur Herzmitte der europäischen Kultur. Es gehört zur Herzmitte unseres Glaubens. Vor der Mutter verstehen wir uns alle; vor ihr erkennen wir uns alle als Kinder. Von ihr lernen wir Vertrauen; mit ihr lernen wir glauben und beten.«16 Von ihr erbitten wir, sie möge in unseren Familien, in der Gesellschaft, in der Kirche Leitstern unseres Weges zu ihrem Sohn bleiben.

1 Apg 17,21. - 2 Apg 17,32. - 3 Benedikt XV., Enz. Humani generis, 15.6.1917. - 4 ebd. - 5 K.Lehmann, Hirtenwort zur Österlichen Bußzeit 1992, 4.3.92. - 6 II.Vat.Konz., Dekret Apostolicam actuositatem, 3. - 7 Echter-Bibel, Die Apostelgeschichte, Würzburg 1951, S.68. - 8 Joh 15,16. - 9 Joh 4,36-37. - 10 Johannes Paul II., Predigt, 20.6.1979. - 11 Apg 17,34. - 12 Apg 16,14. - 13 vgl. Joh 4,1ff.. - 14 Gespräche mit Msgr.Escrivá de Balaguer, 87. - 15 Johannes Paul II., Apost. Schreiben Mulieris dignitatem, 15.8.1988, 29-30. - 16 J.Kard.Ratzinger, Christlicher Glaube und Europa, München 1981, S.17.

von esther10 07.05.2013 23:37

Jesus geht heim zum Vater – und bleibt dennoch bei uns

Homilie am 6. Sonntag der Osterzeit
5. Mai 2013, Lesejahr C

L 1: Apg 15,1-2.22-29; L 2: Offb 21,10-14.22-23; Ev: Joh 14,23-29

Die liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch.

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Der Evangelist Johannes überliefert uns die Abschiedsreden Jesu. Jesus hat diese im Abendmahlssaal gehalten, bevor er sein Leiden und Sterben auf sich nahm, um durch den Tod hindurch zum Vater zu gehen. Als der Auferstandene hat er sich den Aposteln und Jüngern wiederum gezeigt, freilich in einer neuen Seinsweise. Die Liturgie der Kirche lässt uns die Worte des Herrn in diesen Tagen bedenken, da wir auf das Hochfest Christi Himmelfahrt zugehen.

Abschied von einem lieben Menschen nehmen zu müssen ist mit Schmerz verbunden. Dies gilt auch dann, wenn wir ein Wiedersehen erhoffen. Doch die Zeit der Trennung mag uns fast unerträglich erscheinen, und sehnsüchtig warten wir auf die erneute Begegnung. Wenn nun Jesus Christus, der Erlöser und Herr, Abschied nimmt, ist es da nicht verständlich, dass das Herz der Jünger von großer Traurigkeit erfüllt ist?

Jesus versteht das. Doch er will die Jünger trösten und klärt sie über den wahren Sachverhalt auf. Im Grunde ist es ein Anlass zur Freude, wenn er zu seinem Vater geht. Denn dort wird er den an ihn Glaubenden eine ewige Wohnung bereiten. Außerdem: Jesus entzieht den Jüngern bloß seine sichtbare Gegenwart. In Wirklichkeit bleibt er bei ihnen: in seinem Wort, in den Sakramenten, vor allem in der heiligen Eucharistie, in allen Werken der Liebe und im Gebet jener, die sich in seinem Namen versammeln.

Jesus verheißt den trauernden Jüngern einen Beistand, einen Tröster: den Heiligen Geist, den der Vater in seinem Namen senden wird. In diesem Geist wird den Jüngern Friede zuteil. Es ist ein Friede, wie ihn diese Welt nicht geben kann. Die Freude an Gott wird die Stärke all jener sein, die an Jesus Christus glauben.

Es ist wichtig, dass wir diese Worte des Herrn nicht bloß als etwas begreifen, was damals an die Apostel und Jünger gerichtet war. Nein: Jesus lebt! Und er ist bei seiner Kirche geblieben im Heiligen Geist. Wir dürfen ihm im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe begegnen. Sein göttliches Leben erfüllt uns; das Licht seiner Wahrheit erleuchtet uns; seine Liebe beseelt uns. Jesus sagt selber: „Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.“ Gott selbst will Gast sein in unserem Herzen. Das ist die Frucht jener Gnade, die wir in der heiligen Taufe empfangen haben.

Sollte uns das nicht emporheben über unseren Alltag? Ist das nicht ein Anlass zur Hoffnung in allen Widrigkeiten des Lebens? Gott hat unser Herz so groß gemacht, dass uns nichts auf dieser Erde genügt. Nur Gott allein kann das Herz erfüllen und selig machen! Und er tut es; er wendet sich uns voll Liebe zu in seinem Sohn und im Heiligen Geist.

So beten wir zu Gott um den Beistand des Heiligen Geistes. Er möge uns mit seinen Gaben erfüllen, damit wir wie die Jungfrau und Gottesmutter Maria das Wort Gottes in unserem Herzen bewahren. Christ sein heißt unterwegs sein zum Himmelreich und zugleich fest auf dieser Erde stehen, den Nöten unserer Mitmenschen zugewandt, um sie mit der Liebe Gottes bekannt zu machen!

Amen.
http://spindelboeck.net/

von 07.05.2013 12:52

OSTERZEIT
6. WOCHE - DIENSTAG

38

DER MARIENMONAT MAI

Das Marienlob einer unbekannten Frau.
Reichtum der Volksfrömmigkeit.
Wallfahrten.


I. Während Jesus vom Reich Gottes spricht und seine Jünger lehrt, wie sie beten sollen, tadeln ihn seine Kritiker: Einerseits wollen sie Zeichen sehen, andererseits relativieren sie alle Machterweise, die er wirkt. Aus der Menschenmenge ertönt plötzlich die Stimme einer Frau. Keine Frage, kein Einwand, keine Bitte. Nur ein freudiger Ruf: Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genährt hat.1 »Und Jesus erwidert: >Ja, selig sind die, die das Wort Gottes hören und es befolgen.< Ist das nicht, als sei er mit einmal fort aus dem lärmenden Gedränge? Als gehe es wie ein tiefer Glockenton durch seine Seele, und er sei in Nazaret und fühle seine Mutter?«2 Denn Jesu Antwort greift den Lobpreis auf seine Mutter und auf den Anfang ihrer Berufung, das Mir geschehe bei der Verkündigung des Engels auf. Der heilige Augustinus erklärt es in einer Predigt so: »Von daher also ist auch Maria selig, weil sie das Wort Gottes hörte und bei sich bewahrte: Und mehr bewahrte sie die Wahrheit im Geiste als das Fleisch im Schoße. Die Wahrheit ist Christus, das Fleisch ist Christus: die Wahrheit Christus im Geiste Mariens, das Fleisch Christus im Schoße Mariens; mehr ist, was im Geiste lebt, als was im Schoße getragen wird.«3

Damit erhalten wir für den Marienmonat Ziel und Richtung für unsere Marienverehrung. Die rasche Antwort des Herrn kommt unerwartet, aber ihr Inhalt ist nicht überraschend. Denn »eine Empfängnis im Leibe ohne die im Geist wäre nicht nur sinnlos, sondern furchtbar gewesen, und es kann nicht sein, daß die Erlösung der Menschheit die Erstbeteiligte zerstöre. Mutter dieses mit keinem anderen vergleichbaren Sohnes konnte sie nur werden, wenn sie es auch im personalen Sinne wurde«4. So klingt es aus den Worten Elisabets: Selig ist die, die geglaubt hat, daß sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.5 Marias Antwort auf die Worte Elisabets nimmt gewissermaßen den Ruf der unbekannten Frau vorweg: von nun an preisen mich selig alle Geschlechter6. »Schon seit ältester Zeit wird die selige Jungfrau unter dem Titel der >Gottesgebärerin< verehrt, unter deren Schutz die Gläubigen in allen Gefahren und Nöten bittend Zuflucht nehmen.«7

Dichter und Beter, Könige und Bettler, Männer und Frauen, Erwachsene und Kinder werden in das Lob jener unbekannten Frau einstimmen, und das bis zum Ende der Welt: »In der Person Mariens und ihrer Erscheinung haben Maler, Bildhauer und Schreiber den Widerschein von Gnade und Sündelosigkeit nachzuformen gesucht. Denn es gibt Unschuld, wie es Schuld gibt. Und es existiert das Verlangen, der Unschuld zu huldigen. Vielleicht versteht sie der am besten, der sich selbst in der Verstrickung seiner Schwäche begriffen hat und der mit seinen Fehlern im Streit liegt. Unschuld, das heißt doch wohl: im Kern seiner Person nicht kompromittiert oder durch etwas unversehrt hindurchgegangen sein; etwas behalten haben, was selbst kein Schrecken und kein Altern zerstören konnten - etwas Strahlendes, Unantastbares, Heiliges. Dies ist den Kindern benachbart: ihrer Ursprünglichkeit, ihrer Freiheit zur Freude, ihrer Unfähigkeit, sich lange zu grämen. Diese Bilder Mariens also, was für Ausrufezeichen der Freude, was für Urkunden der Zärtlichkeit Gottes mit dem Menschen, was für Testamente der Unschuld!«8

II. Die Volksfrömmigkeit hat es zu jeder Zeit verstanden, den Glaubensweg Mariens als sicheren Pfad zu Gott zu veranschaulichen: in Bildern, Gebeten, Liedern, Andachten, Wallfahrten. Im 18. Jahrhundert entstand die Gewohnheit, den Monat Mai als Marienmonat zu begehen. Kardinal Newman fragt nach dem Grund: »Warum ist der Mai in ganz besonderer Weise der Verehrung der allerseligsten Jungfrau gewidmet? Weil nach langem Schnee und Eis, nach Frost und Kälte des Winters, nach den Frühlingsstürmen und Regenschauern die Erde im Monat Mai sich mit neuem Grün und frischem Blätterschmuck bekränzt. Weil überall in Feld und Garten, auf Bäumen und an Fenstern die Blumen erstehen, die Tage länger werden und den Sonnenschein uns immer weiter öffnen. Dieser stumme Jubel der Natur ist der natürlichste Ausdruck unserer Verehrung gegen jene, die da genannt wird: >Rosa mystica<, >Domus aurea< - Mystische Rose, Goldenes Haus. Und sollte der Mai auch einmal düster und herbe sein, so bleibt er dennoch der Monat der Hoffnungen und der Verheißungen (...). Und die Verheißung ist, wie nun einmal das Leben sich gestaltet, immer mehr als die Erfüllung und unser Erwarten immer beseligender denn das Erreichen. Als die Fülle der Erwartung müssen wir aber gerade die allerseligste Jungfrau Maria betrachten; darum ist der Monat Mai ihr geweiht.«9

Das Zweite Vatikanische Konzil ermuntert die Christen, »die Gebräuche und Übungen der Andacht zu ihr (der Mutter Gottes), die im Laufe der Jahrhunderte vom Lehramt empfohlen wurden, hochzuschätzen«10. Der Monat Mai bietet Anlaß dazu. »Alle Christgläubigen mögen inständig zur Mutter Gottes und Mutter der Menschen flehen, daß sie, die den Anfängen der Kirche mit ihren Gebeten zur Seite stand, auch jetzt, im Himmel über alle Seligen und Engel erhöht, in Gemeinschaft mit allen Heiligen bei ihrem Sohn Fürbitte einlege.«11

Fragen wir uns in unserem Gebet, was uns die Mutter Gottes, ganz besonders in diesem Monat, bedeutet, was wir uns, sie zu verehren, vorgenommen haben, wie wir es zu verwirklichen suchen. »Spontan und wie selbstverständlich fühlen wir uns zur Mutter Gottes hingezogen, die auch unsere Mutter ist. Wir möchten ihr wie einem lebendigem Menschen begegnen: denn über sie hat der Tod nicht triumphiert, sie ist vielmehr mit Leib und Seele bei Gott dem Vater, bei seinem Sohn und beim Heiligen Geist.(...) Wie begegnen denn normalerweise Kinder ihrer Mutter? Sehr verschieden, aber immer mit Feingefühl und Vertrauen; mit einem Feingefühl, daß sich spontan, je nach der Situation immer anders äußert, niemals aber an Äußerlichkeiten haften bleibt: herzliche Erweise der Zusammengehörigkeit, alltägliche Kleinigkeiten, zu denen sich ein Kind seiner Mutter gegenüber gedrängt fühlt, und die eine Mutter vermißt, wenn es das eine oder andere Mal nicht daran denkt: ein Kuß, eine Zärtlichkeit beim Fortgehen oder Heimkommen, ein kleines Geschenk, ein paar liebevolle Worte.

Auch in unserem Verhalten zur Mutter im Himmel gibt es diese Weisen kindlicher Zuneigung, in denen wir ihr gewöhnlich begegnen. Viele Christen leben den alten Brauch, ein Skapulier zu tragen; manche haben es sich zur Gewohnheit gemacht, die Muttergottesbilder, die man in jedem christlichen Haus oder in den Straßen so vieler Städte antrifft, zu grüßen - Worte sind dazu nicht notwendig, es genügt ein kurzer Gedanke; andere beten den Rosenkranz, dieses schöne Gebet, bei dem man nicht müde wird, dieselben Dinge wie Verliebte immer aufs neue zu wiederholen und dabei die wichtigsten Augenblicke im Leben des Herrn zu betrachten; oder andere widmen einen bestimmten Tag der Woche Maria - (... ) den Samstag -, um sich ihr erkenntlich zu zeigen und ganz besonders darüber nachzudenken, daß sie die Mutter Gottes und unsere Mutter ist.«12

III. Maria machte sich auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.13 Maria reagiert auf die Botschaft des Engels menschlich-spontan. Sie freut sich und will ihre Freude nicht für sich behalten. Drei oder vier Tage mag sie von Nazaret bis zu jenem Flecken in der Nähe Jerusalems unterwegs gewesen sein. Die Landschaft: Berge und Täler, Olivenhaine und Weinberge, interessiert den Evangelisten nicht, er wird sicherlich einmal von Maria selbst den Reisebericht gehört haben; er widmet sich ganz dem inneren Panorama und hebt deshalb hervor: sie eilte. Immer wieder mag ihr Herz, mögen ihre Gedanken unterwegs zu den Worten des Engels zurückgekehrt sein.

Es ist sozusagen die erste christliche Wallfahrt der Geschichte, eine Wallfahrt zu zweit. Noch ist der Mariengruß, wie er sich durch die Geschichte christlicher Frömmigkeit zieht, unvollendet. Der Engel hat den ersten Teil gesprochen, Elisabet fügt ihm ein weiteres Glied an: Gesegnet bist du vor allen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.14 Das Kernstück des Rosenkranzgebetes entsteht.

Im Wallfahren verbindet sich das spontane Empfinden mit der theologischen Sicht des Lebens als ein Unterwegssein. Es gibt die Wallfahrten zu den großen Stätten des Heiles, nach Jerusalem und ins heilige Land, an die Grabstätten der Apostel, nach Rom oder Santiago de Compostela, zu durch Marienerscheinungen geheiligten Orten wie Lourdes und Fatima, schließlich zu »Gnadenbildern« wo Menschen Gottes Gnade in besonderer Weise erfahren haben. Papst Johannes Paul II. sagt dazu: »Man könnte von einer eigenen >Geographie< des Glaubens und der marianischen Frömmigkeit sprechen, die alle diese Orte einer besonderen Pilgerschaft des Gottesvolkes umfaßt, das die Begegnung mit der Muttergottes sucht, um im Bereich der mütterlichen Gegenwart >derjenigen, die geglaubt hat<, den eigenen Glauben bestärkt zu finden.«15

Doch auch das betende Verweilen in einer Marienkapelle, auf die man bei einem Waldspaziergang unverhofft gestoßen ist, hat etwas von diesem Geist des Wallfahrens.

Immer wieder unternehmen Menschen Wallfahrten im Geist der Sühne und Buße; sie verzichten dabei auf Annehmlichkeiten wie Fahren, Essen oder Trinken. Und wie natürlich-apostolisch kann das Wallfahren sein, wenn wir jemanden dazu einladen, der auf diese Weise entdeckt, wie selbstverständlich Beten und ein Sich-Aussprechen unter Freunden sein kann.

Papst Johannes Paul II. ermuntert uns, den Reichtum volkstümlicher Marienfrömmigkeit fruchtbar werden zu lassen - für den einzelnen wie für ganze Völker: »Das Erbe marianischen Glaubens so vieler Generationen darf nicht zu einer bloßen Erinnerung an etwas Vergangenes, sondern muß zu einem Ausgangspunkt auf Gott hin werden. Die dargebrachten Gebete und Opfer, der lebendige Pulsschlag eines Volkes, das vor Maria seine weltlichen Freuden, Betrübnisse und Hoffnungen ausspricht, sind neue Bausteine für die heilige Dimension des Marienglaubens. Denn in dieser religiösen Kontinuität bringt die Tugend neue Tugend hervor. Die Gnade zieht Gnade an. Und die jahrhundertealte Anwesenheit Mariens verwurzelt sich im Laufe der Jahrhunderte immer tiefer und inspiriert und ermutigt die nachfolgenden Generationen. So festigt sich der schwierige Aufstieg eines Volkes nach oben.«16

1 Lk 11,27. - 2 R.Guardini, Der Herr, Würzburg 1951, S.8. - 3 Augustinus, Predigt. - 4 R.Guardini, Die Mutter des Herrn, Würzburg 1955, S.27. - 5 Lk 1,45. - 6 Lk 1,48. - 7 II.Vat.Konz., Konst. Lumen gentium, 66. - 8 E.Kock, Du Grund unserer Freude, Limburg 1979, S.6. - 9 John Henry Newman, Maimonat, Mainz 1921. - 10 II.Vat.Konz., Konst. Lumen gentium, 67. - 11 ebd. 69. - 12 J.Escrivá, Christus begegnen, 142. - 13 Lk 1,39-40. - 14 Lk 1,42. - 15 Johannes Paul II., Enz. Redemptoris Mater, 25.3.1987, 28. - 16 Johannes Paul II., Predigt in Saragossa, 6.11.1982.

von esther10 07.05.2013 00:53

Von der notwendigen Wiederentdeckung der Keuschheit – Ein Ausweg aus sozialer und kultureller Dekadenz

von Josef Spindelböck1

Das Generalthema des diesjährigen „Forums Moraltheologie Mitteleuropa“ befaßt sich mit der Sexualisierung der Medien und ihren Folgen und mit der Suche nach positiven Antworten auf diese Situation aus psychologischer, soziologischer und philosophisch-theologischer Perspektive.

http://www.katholisches.info/category/nachrichten/

Jeder von uns hat seinen besonderen, ja individuellen Zugang zur Wirklichkeit2 ; wir sind geprägt durch unsere Familien- und Lebensgeschichte und durch jeweils konkrete Herausforderungen in Beruf und Gesellschaft. Und doch sind wir alle auch eingebettet in gemeinsame kulturelle und soziale Lebensfelder – in Milieus und Traditionen –, die unser Denken und Handeln in ähnlicher Weise mitbedingen und auch beeinflussen und die wiederum auch von unserer Freiheit in sittlicher Verantwortung gegenüber uns selbst, gegenüber den Mitmenschen und vor allem gegenüber Gott gestaltet werden sollen. Kurz gesagt: Das soziale Milieu prägt uns, doch wir sind auch selbst wieder für dessen Ausformung mitverantwortlich. Dies gilt im Positiven wie im Negativen: in Bezug auf das sittlich Gute, das zu bejahen und zu verwirklichen ist, und in Bezug auf das sittlich Böse, das wir innerlich ablehnen und in allem auch effektiv meiden sollen.

Interaktivität der Medien und sittliche Verantwortung

Wenn von der Sexualisierung der Medien die Rede ist, sollte uns klar sein, daß die Mittel der sozialen Kommunikation in ihren verschiedenen Formen nicht gleichsam hypostasiert für sich allein bestehen, sondern daß es um einen Ausdruck des Denkens und Wollens konkreter Menschen bzw. sozialer Gruppen geht und natürlich auch immer um das Bestreben jener Akteure, das Denken, Wollen und Handeln der Adressaten in der einen oder anderen Weise – positiv oder negativ – zu beeinflussen. Die klassische Aufteilung der medialen Bezugsgruppen in Akteure (oft Medienproduzenten genannt) und Rezipienten (die als Medienkonsumenten gelten) stellt gewiß eine Verkürzung dar. Medien sind ihrem Wesen und Anspruch nach keine Einbahnstraße, sondern Foren des Austauschs und der Kommunikation, also der jeweiligen Wechselwirkung (Interaktion).

Die elektronischen Medien verwirklichen diesen grundlegenden Zusammenhang noch konkreter, wie dies am Beispiel des Internets und damit verbundener neuer kommunikativer Formen und damit verbundener Möglichkeiten des Ausdrucks und Austauschs ersichtlich ist (Webpages, Foren, Blogs, Facebook, Twitter, Youtube etc.). Der ethische Standard des Gebrauchs der einzelnen Medien läßt sich danach bemessen, inwieweit die Personen in ihrer unveräußerlichen Würde geachtet werden und inwieweit es in der Form der Kommunikation um ein Anerkennen und Erstnehmen des personalen Gegenübers in Einsicht und Freiheit geht. Wo diese Wesensmerkmale des verantwortlich gelebten Menschseins gleichsam übersprungen werden, droht die Gefahr der Manipulation. Diese zielt eben gerade nicht darauf ab, andere zu überzeugen und in ihrer unvertretbaren Freiheit zum guten Handeln zu motivieren, sondern möchte andere Menschen wie „blinde Werkzeuge“ für bestimmte Zwecke instrumentalisieren. Dabei bleiben die wirklichen Absichten der Akteure oft im Dunkeln, und die eigentliche Triebkraft des Handelns wird nicht in der Freiheit der Entscheidung gesehen, sondern in den zu weckenden und zu lenkenden Impulsen und Trieben einer auf das Biologische verkürzten menschlichen Natur.

Wenn von einer weit verbreiteten „Sexualisierung der Medien“ zu sprechen ist, dann ist dieses Phänomen gerade hier einzuordnen, wo es um die Problemanzeige eines auf das Biologische verkürzten Menschenbilds und um die Klärung der Differenz zwischen Manipulation und Freiheit geht. Wir stehen vor der Alternative zwischen Wahrheit und Illusion, zwischen einer Freiheit, die sich an das Gute bindet, und grenzenloser Willkür, die den Menschen als Menschen verrät und sein Leben zerstört. Die ethische Frage ist daher nicht, ob die Sexualität des Menschen ein Thema der Medien sein darf, sondern wie diese zum Thema gemacht wird: ob in Ehrfurcht vor der Würde der Person und der spezifischen Aufgabe und Berufung von Ehe und Familie oder in Verkehrung ihres Wesens als angeblich durch keine Grenzen bestimmte Freiheit der Triebbefriedigung, die in Wirklichkeit nicht Freiheit ist, sondern paulinisch gesprochen mit der Sklaverei und Verfallenheit an das „Fleisch“ zusammen fällt.3

Weil wir auf diesem Symposion nicht nur Istzustände analysieren wollen, sondern nach Auswegen suchen, um eine gerade im Bereich der Sexualisierung der Medien zutage tretende soziale und kulturelle Dekadenz zu überwinden, gilt es nach den eigentlichen Ursache bestimmter Entwicklungen zu fragen und die Kräfte der sittlichen Verantwortung im Rahmen der menschlichen Freiheit, die von der Gnade Gottes getragen und unterstützt wird, neu zu wecken. Als hilfreich kann sich fürs erste ein Blick auf soziologisch erhobene und empirisch verifizierte Zusammenhänge zwischen der rechtlichen und sittlichen Regulierung der sexuellen Betätigung und dem jeweiligen kulturellen Standard eines Volkes bzw. einer Gesellschaft erweisen.

Die soziologische Analyse von Joseph D. Unwin – Ein Zusammenhang zwischen sexueller Regulierung und kulturellem Standard

Die aufgrund empirischer Untersuchungen gewonnene und durch „harte Fakten“ bestätigte soziologische Grundthese des Anthropologen Joseph D. Unwin (1895-1936) lautet, in Kürze auf den Punkt gebracht: Je permissiver Völker und Gesellschaften im Hinblick auf das sexuelle Leben sind, desto niedriger ist der jeweilige kulturelle Standard.4 Und umgekehrt: Je mehr sich in einer Gesellschaft in Theorie und Praxis die Achtung und Wertschätzung der unauflöslichen Einehe (Monogamie) und der auf sie gegründeten Familie durchsetzt und die sexuellen Energien dadurch in positiver Weise gebunden werden, desto höher ist das geistig-kulturelle Gesamtniveau einer solchen Gesellschaft. 5 Unwin ist zu seiner Untersuchung durch die Theorie der sexuellen Sublimierung Sigmund Freuds angeregt worden, wonach der Treib „von einem ursprünglichen Ziel – z.B. sexueller Natur – auf ein anderes, kulturell höheres, hingelenkt wird.“6

Sieben Jahre lang erforschte Unwin achtzig verschiedene Naturvölker und sechs verschiedene Kulturvölker im Hinblick auf den vermuteten Zusammenhang zwischen einem Verbot direkter Befriedigung der sexuellen Antriebe und einer damit korrelierenden gesellschaftlichen Förderung von Kultur und Zivilisation. Er sah sich schließlich veranlaßt, seine eigene Lebensphilosophie aufgrund der Ergebnisse seiner Untersuchungen in Frage zu stellen.7

Als ausnahmslos gültiges Ergebnis fand Unwin z.B., daß jene Naturvölker, die eine vollkommene voreheliche Enthaltsamkeit für die Frau (d.h. den Zustand der unversehrten physischen Jungfräulichkeit) vor der Ehe verlangten, in religiöser Hinsicht einem Gottes- bzw. Götterglauben anhingen. Wo nur eine eingeschränkte sexuelle Enthaltsamkeit vor der Ehe verlangt wurde (im Sinn der sexuellen Treue zu einem bestimmten Mann), wurde eine manistische religiöse Verehrung (Ahnenkult) festgestellt. Wo schließlich die völlige sexuelle Freizügigkeit vor der Ehe zugelassen war, gab es nur die kulturelle Stufe einer magischen Religiosität.8

Unwin kam weiters zum Ergebnis: Je stärker bei einem Volk die sexuelle Begrenzung in Richtung auf absolute Monogamie innerhalb der Ehe war, desto vorherrschender war ein expansiver Drang des betreffenden Volkes, was nicht notwendigerweise mit Aggressivität gegen andere Völker gleichzusetzen sei.9 Aggressivität ist also keine Folge von sexueller Einschränkung; in der Regel ist der Zusammenhang nach Unwin gerade umgekehrt.

In einem noch weiter fortgeschrittenen Zustand werde die Gesellschaft eines Volks rationalistisch: Das Individuum trete mehr und mehr in den Vordergrund, während frühere Gesellschaften stärker auf die Zugehörigkeit des einzelnen zu sozialen Gruppen aufgebaut waren. 10 Das letzte wäre nach Unwin der wissenschaftlich-produktive Zustand, der dann erreicht werde, wenn ein Volk genügend Energie besitze.11

Der Energiezustand eines Volkes korreliere mit der jeweiligen Intensität verpflichtender sexueller Enthaltsamkeit, die sich ein Volk auferlege, was sich jeweils einige Generationen später im kulturellen Bereich positiv oder negativ auswirke.12 Tradition und Erziehung haben nämlich einen Einfluß auf die jeweils nächste Generation. 13 Den großen Einfluß der auf die Frauen bezogenen normativen Aspekte der Sexualität erklärt Unwin durch die primäre Erziehungsfunktion der Frauen für ihre Kinder, wodurch sie für das Ethos der Gesellschaft besonders prägend seien.14

Den rechtlich-sittlichen Status absoluter Monogamie sieht Unwin in historischer Analyse verknüpft mit einer Dominanz des Mannes über die Frau; erst allmählich sei es in den jeweiligen Gesellschaften zu einer schrittweisen Gleichberechtigung der Frauen gekommen, was allerdings meist mit einer Lockerung der Festigung des Ehebundes einhergegangen sei und in manchen Fällen auch mit einer größeren Freizügigkeit im Hinblick auf voreheliche Enthaltsamkeit verbunden war. In jenen Fällen habe die „Energie der Gesellschaft“ abgenommen, was sich in kulturellem Niedergang ausgewirkt habe.15

Bewertung und Rezeption der Untersuchungen Unwins

Die Grundthese Unwins, wonach es einen eindeutig feststellbaren empirischen Zusammenhang zwischen vorehelicher sexueller Enthaltsamkeit und strikter Monogamie auf der einen und dem höheren kulturellen Status einer Gesellschaft auf der anderen Seite gibt, ist bis jetzt nicht widerlegt. Im Hinblick auf die Zuordnung zu bestimmten Völkern und Gesellschaften ergeben sich freilich Unschärfen, was Unwin auch selber zugibt.

Von einem ethischen und moraltheologischen Standpunkt aus könnte man in Anschluß an Unwin und in Weiterführung seiner Ergebnisse auch den positiven Wert einer sakralen bzw. religiösen Sicht von Ehe, Familie und Sexualität würdigen und feststellen, daß der Glaube an Gott und die damit verbundene religiös-sittliche Praxis zur Stärkung von Ehe und Familie und zur Sublimierung und Integration der sexuellen Urkräfte im sittlichen und kulturellen Bereich wesentlich beitragen.

Etwas konstruiert klingt eine Folgerung Unwins, wonach eine Gesellschaft, die den Ausschluß vorehelicher sexueller Beziehungen sowie die absolute Monogamie in der Ehe verlangt, bei einem relativen Rückfall im ersten Bereich unter Beibehaltung der zweiten Errungenschaft kultisch gesehen den Gottesglauben mit manistischen Elementen vermenge. Damit erklärt er das angeblich erstmalige Auftreten der Heiligenverehrung innerhalb der römisch-katholischen Kirche seit dem 4. Jh. und deren Abschaffung im England des 16. Jh.16

Unschwer wird man in der Analyse der gegenwärtigen Gesellschaft so manches von dem verwirklicht finden können, was Unwin als These aufgestellt hat. Freilich ist gerade die pluralistische Gesellschaft keineswegs nur von einem einzigen Faktor oder einer einzigen Tendenz bestimmt, so daß man einfach sagen könnte, es wäre gegenwärtig nur ein sittlicher Verfall im Hinblick auf Ehe und Familie feststellbar. In „Familiaris consortio“ hat Johannes Paul II. ein differenziertes Bild gezeichnet: es gibt sowohl „Licht“ als auch „Schatten“.17 Dem entsprechen aktuelle soziologische Untersuchungen, wonach bei allem Scheitern und allen Schwierigkeiten von Ehen und Familien auch heute bei vielen Menschen eine tiefe Sehnsucht nach Stabilität einer heterosexuellen Partnerbeziehung in Offenheit für Kinder vorhanden ist, auch wenn dies aus verschiedenen Gründen oft nur unvollkommen oder gar nicht verwirklicht wird. Das „klassische“ Leitbild der Ehe und Familie, das die Kirche sowohl aus der Schöpfungs- als auch aus der Erlösungsordnung begründet, scheint also keineswegs überholt. 18 Seine Substanz ist, wie der Soziologe Franz-Xaver Kaufmann anmerkt, „auch unter liberalen und säkularisierten Bedingungen weitgehend intakt“, wobei er die Werte „Liebe, Treue, wechselseitige Unterstützung, Dauerhaftigkeit ‚bis der Tod Euch scheidet‘“ anführt. 19 Eine Erklärung für diese optimistische Sichtweise trotz aller Defizite läßt sich in der allen Menschen gemeinsamen Wesensnatur und den in sie eingeschriebenen sittlichen Gesetzen auch des ehelichen Zusammenlebens von Mann und Frau finden.20

Die von Unwin in seiner Hauptthese aufgezeigten Zusammenhänge sind zwar in einschlägigen Kreisen bekannt und anerkannt; im öffentlichen gesellschaftlichen Diskurs hindert es gegenwärtig eine so genannte „political correctness“ im Rahmen der Gender- und Homosexualitäts-Ideologie, daß die Ergebnisse Unwins zum Gegenstand weiterer Analysen und Schlußfolgerungen gemacht werden. Die Mentalität des Scientismus, die trotz einer verstärkten Zuwendung zur Natur in ihrem Eigenwert und ihrer Schutzbedürftigkeit noch weiterwirkt, zeigt sich in der vagen und letztlich illusorischen Hoffnung, Wissenschaft und Technik könnten den moralischen Verfall gerade im Bereich der sexuellen Ordnung gleichsam kompensieren. Man meint so im letzten, Moral durch Technik ersetzen zu können. Der Mensch wäre auf diese Weise gleichsam frei geworden von seiner eigenen zweigeschlechtlichen Natur, die nur mehr ein willkürlich zu instrumentalisierendes „biologisches Material“ darstellt. So würde die These Unwins unter den Bedingungen der Industrie- und Informationsgesellschaft angeblich nicht mehr gelten. So jedenfalls die von manchen als Vorwand und Rechtfertigung für das Aufrechterhalten eines sexuell permissiven Lebensstils vorgebrachte Auffassung, die kaum mehr als eine unbewiesene Vermutung darstellt.

Was die Analysen Unwins nicht leisten können und wollen, ist die Ausarbeitung einer philosophischen Anthropologie. Diese aber scheint unerläßlich, um den Stellenwert rechtlicher und sittlicher Verpflichtungen in angemessener Weise begründen und interpretieren zu können. Eine solche Anthropologie im Hinblick auf die personale Gemeinschaft der Ehe und Familie und die damit verbundenen sittlichen Normen betreffend die sexuelle Dimension hat der verstorbene Papst Johannes Paul II. entwickelt, und zwar noch bevor er Papst wurde, nämlich als Anthropologe und Ethiker. Eine umfassende Präsentation seiner Gedanken findet sich im Werk „Liebe und Verantwortung“21 , auf das im folgenden auch Bezug genommen werden soll, wenn die Rede ist von der notwendigen Wiederentdeckung der Keuschheit als Antwort auf die Dekadenz unserer Zeit, die gerade durch die Sexualisierung der Medien sichtbar geworden ist.

Die notwendige Wiederentdeckung der Keuschheit

Die richtige Antwort gegenüber der Herausforderung der „Sexualisierung der Medien“ als bloß instrumentelle Sicht des Menschen und seines Leibes und als einseitige Fixierung auf Sexualität als sinnliche Bedürfnisbefriedigung kann nur eine sittliche und im letzter Konsequenz eine in der Gottesbeziehung gründende sein. Bloß technische „Rezepte“, und seien sie noch so ausgefeilt und gut gemeint, nützen nichts , wenn wir nicht dort ansetzen, wo unser Herr Jesus Christus die Wurzel sowohl des Guten als auch des Bösen verortet: im menschlichen Herz!22

Nicht umsonst spricht Jesus in den Seligpreisungen der Bergpredigt von der „Reinheit des Herzens“, die mit der Verheißung der Gottesschau verbunden ist. 23 Sicher ist damit nicht nur die rechte Ordnung des sexuellen Bereichs gemeint, sondern es geht um die Integrität des Menschen als solchen, um sein Heilsein und Heilwerden in der Wahrheit und in der Liebe vor Gott, doch ist gerade die sexuelle Prägung des Menschseins ein konstitutives Element seiner Person, und die rechte Sicht dieser Wirklichkeit und der Umgang mit der Sexualität als triebhafter Urkraft des Menschen ist wesentlich für alles übrige: für das geistig-kulturelle Leben gemäß der Analyse Joseph D. Unwins und insbesondere für die Gottesbeziehung des Menschen. Wer seinen eigenen Leib, der ein Tempel des Heiligen Geistes sein soll24 , entwürdigt und schändet und wer den Mitmenschen in seinem Leib instrumentalisiert (in Gedanken, Worten und Werken), der trübt auch das Bild Gottes im Menschen und verbaut sich und anderen den Zugang zu Gott, der die Liebe und das Leben ist und den man nur schauen kann mit einem reinen Herzen.

Der Sache nach geht es hier um nichts anderes als um die notwendige Wiederentdeckung der Keuschheit als sittlicher Tugend in der Einheit der Gottes- und Nächstenliebe. Eine Tugend zu besitzen und zu verwirklichen bedeutet viel mehr als bloß bürgerliche Anständigkeit oder Bravheit. Es geht gemäß klassischem aristotelisch-thomanischen Verständnis um „das ultimum potentiae, das Äußerste dessen, was ein Mensch sein kann; sie ist die Erfüllung des menschlichen Seinskönnens.“ Es geht um „die Vollendung des Menschen zu einem Tun, durch das er seine Glückseligkeit verwirklicht.“25

Der Begriff der Keuschheit ist im gesellschaftlichen Kontext fast zum Fremdwort geworden, und auch innerkirchlich gilt man als Exot, wenn man von ihr spricht. Der „Katechismus der Katholischen Kirche“ tut dies dennoch und stellt heraus, was wirklich damit gemeint ist:

„Keuschheit bedeutet die geglückte Integration der Geschlechtlichkeit in die Person und folglich die innere Einheit des Menschen in seinem leiblichen und geistigen Sein. Die Geschlechtlichkeit, in der sich zeigt, dass der Mensch auch der körperlichen und biologischen Welt angehört, wird persönlich und wahrhaft menschlich, wenn sie in die Beziehung von Person zu Person, in die vollständige und zeitliche unbegrenzte wechselseitige Hingabe von Mann und Frau eingegliedert ist.“26

Diese Kurzbeschreibung zeigt auf, daß es bei der Tugend der Keuschheit um keine Unterdrückung und Verleugnung der geschlechtlichen Dimension des Menschseins geht. Im Gegenteil! Ein keuscher Mensch bejaht voll und ganz die eigene sexuelle Prägung und Ausrichtung: Die jeweilige Person nimmt ihr Frau-Sein bzw. Mann-Sein wirklich an und sieht es als Reichtum ihrer Person und als Prägung und Qualifikation, die nicht nur den Leib betrifft, sondern das ganze leibseelische Wesen. Der Sinn so verstandener Keuschheit liegt nicht in der Selbstgenügsamkeit der Person, nicht in einem Sichverschließen gegenüber dem Mitmenschen, vielleicht aus Egoismus oder auch aus falscher „bewahrender“ Ängstlichkeit, sondern in einer Offenheit und Hingabe der Liebe, wie sie in der ehelichen Berufung ihren einzigartigen Ausdruck findet.

Es geht bei der Tugend der Keuschheit sowohl um die Wahrung der „Unversehrtheit der Person“ als auch um die „Ganzheit der Hingabe“, wie der Katechismus ausführt.27 Wesentlich ist es, die Keuschheit als standesgemäße Tugend zu erkennen, d.h. es gibt nach dem heiligen Ambrosius einen Unterschied zwischen der Keuschheit der Verheirateten, der Verwitweten und der Jungfräulichen.28 Dabei gilt:

„Verheiratete sind berufen, in ehelicher Keuschheit zu leben; die anderen leben keusch, wenn sie enthaltsam sind.“29

Die eheliche Keuschheit entspricht voll und ganz dem Wesen ehelicher Liebe als personale Ganzhingabe und Vereinigung der Partner mit Leib und Seele. Die Einheit der Herzen zeigt sich auch im Ein-Fleisch-Werden, d.h. in der sexuellen Vereinigung der Gatten. Diese ist stets auf humane Weise und als Ausdruck personaler Liebe zu vollziehen. 30 Niemals ist es in der Ehe gestattet, den Ehepartner als Instrument der sexuellen Befriedigung zu mißbrauchen. Der innere Zusammenhang der Sinndimensionen der ehelich-sexuellen Vereinigung, nämlich Ausdruck personaler Liebe in Offenheit für das Leben zu sein, darf nicht aufgelöst werden.31

Die Keuschheit der Unverheirateten zeigt sich nicht nur in der wirklichen Enthaltsamkeit von allen sexuellen Akten, sei es mit anderen oder auch allein. Es muß auch die rechte innere Haltung gegenüber dem Geschlechtlichen gegeben sein. Entweder ist die Person von ihrer Fähigkeit und Berufung her offen für eine mögliche Ehe und bereitet sich in entsprechender Weise vor, auch durch eine innere Kultur ihrer Affektivität und durch äußere Weisen der Kommunikation, um den geeigneten Partner fürs Leben zu finden.32 Oder aber eine Person hat erkannt, daß sie entweder nicht (mehr) heiraten kann oder daß im Unverheiratet-Sein sogar ihre eigentliche Berufung liegt, um auf diese Weise einen besonderen Dienst auszuüben und/oder in ausdrücklicher Weise ganz Gott anzugehören. Auch hier darf und soll die sexuelle Prägung und Ausrichtung nicht verleugnet werden. Es ist wichtig, daß auch ehelose und zölibatär-jungfräuliche Menschen eine natürliche und übernatürliche Kultur männlicher bzw. fraulicher Affektivität entwickeln und pflegen, die sie auch befähigt, in sittlich geordneter Freundschaft und Liebe mit anderen Menschen verbunden zu sein. Zugleich muß in kluger Weise dafür Sorge getragen werden, daß allfällige Gefahren für die Wahrung der Keuschheit ausgeschlossen werden und Ärgernisse vermieden werden.

Bei der Einübung in die Tugend der Keuschheit geht es um das schrittweise Erlernen der Selbstbeherrschung und des rechten Maßes im Umgang und Einsatz der uns von Gott geschenkten Kräfte. 33 Dies alles muß im Kontext personaler Liebe geschehen, worin sich die volle Bedeutung der Tugend der Keuschheit zeigt.34 Von daher wird klar, daß die christliche Tradition stets daran festgehalten hat, daß die Keuschheit bei allem menschlichen Bemühen um sie letztlich eine Gabe Gottes ist, d.h. eine Gnade, die auch erbetet werden muß.35

Karol Wojtyła hat in seinen Analysen herausgestellt, daß es bei der Keuschheit um einen zugleich unbefangenen und ehrfurchtsvoll-liebenden Zugang zum eigenen Leib als auch zur leibseelischen Wirklichkeit des Mitmenschen geht.36 Während wir an uns selber den Leib von unserem Innenleben klar unterscheiden können, begegnet uns der Mitmensch gerade auch in seiner Innerlichkeit immer nur vermittelt durch den Leib. Von daher verbietet sich jede Versachlichung und Instrumentalisierung des Leibes gerade der anderen Person. Wir können den Respekt und die Ehrfurcht, die wir dem Leib des Mitmenschen entgegenbringen, nicht vom Respekt gegenüber dieser oder jener konkreten Person trennen.37

Die besondere Perspektive der Medien

In der medialen Präsentation wird nun zwar eine gewisse Distanz gegenüber dem durch Leiblichkeit vermittelten und unmittelbar gegenwärtigen Menschsein aufgebaut, und oft besteht auch eine Anonymität und „Künstlichkeit“ der Perspektive. Doch darf dies nicht zur irrigen Auffassung führen, es gäbe in den Medien überhaupt keinen Bezug zur Wirklichkeit als solcher bzw. zu wirklichen Menschen. Auch wo diese als Schauspieler auftreten oder in eine andere Rolle schlüpfen, können sie doch von ihrer eigenen Persönlichkeit nicht ganz abstrahieren, und insofern kann und darf es nicht gleichgültig sein, welches Verhalten jemand an den Tag legt bzw. welche Rollenerwartung der sog. Rezipient der Medien an die Darsteller hat. Es gibt per se entwürdigende Verhaltensweisen, die durch keine noch so gute Absicht oder Umstände zu rechtfertigen sind.38 Nicht alles darf man daher in den Medien „zeigen“. Wo es um eine Darstellung des Bösen geht (im Kontext einer wirklich sittlichen Bewertung und nicht als Selbstzweck, d.h. nicht zur Verherrlichung des Bösen) muß auch diese eher mit manchen Andeutungen arbeiten als daß sie das Böse einfach „reproduzieren“ darf, um es so möglichst „realistisch“ darzustellen. Denn eine Quasi-Reproduktion des Bösen würde dessen Immoralität gleichsam medial wiederholen bzw. sogar intentional vervielfachen. Ein derart mißverstandener „Realismus“, der beispielsweise eine Vergewaltigung in pornografisch-obszöner Weise zur Darstellung bringt, verleitet eher zu einer partiellen und instrumentellen Sicht der Personen als daß diese Darstellungsform geeignet wäre, das furchtbare Unrecht gegenüber einem Opfer sexueller Gewalt aufzuzeigen.39 Und so weiter.

Insbesondere die Pornografie (von Medienverantwortlichen mitunter verharmlosend als „Vollerotik“ oder „adult entertainment“ bezeichnet) stellt ein massives gesellschaftliches und sittliches Problem dar und verlangt die Wahrnehmung medialer Verantwortung.40

„Pornografie besteht darin, tatsächliche oder vorgetäuschte geschlechtliche Akte vorsätzlich aus der Intimität der Partner herauszunehmen, um sie Dritten vorzuzeigen. Sie verletzt die Keuschheit, weil sie den ehelichen Akt, die intime Hingabe eines Gatten an den anderen, entstellt. Sie verletzt die Würde aller Beteiligten (Schauspieler, Händler, Publikum) schwer; diese werden nämlich zum Gegenstand eines primitiven Vergnügens und zur Quelle eines unerlaubten Profits. Pornografie versetzt alle Beteiligten in eine Scheinwelt. Sie ist eine schwere Verfehlung. Die Staatsgewalt hat die Herstellung und Verbreitung pornografischer Materialien zu verhindern.“41

Der eheliche Akt ist etwas, das den Gatten zu eigen ist. Sie brauchen den notwendigen Raum des Schutzes dafür, um ihn so vollziehen zu können, daß er wirklich ein Ausdruck ihrer Ganzhingabe und Liebe ist. Von seinem Wesen her widersetzt sich gerade dieser Akt der Außenbeobachtung, wie Karol Wojtyła aufgezeigt hat.42
Der voyeuristische Außenbeobachter eines sexuellen Aktes nimmt ja gerade nicht die innere Dimension der Liebe wahr und kann dies auch gar nicht. Insofern dieser heiligste Akt der Gatten dann gleichsam auf sein biologisches Erscheinungsbild reduziert wird, wird er zugleich radikal entwertet und gerät in den Verdacht, nichts anderes zu sein als ein Akt der Unzucht oder gar der Prostitution, wo es nur um die geschlechtliche Befriedigung als solche geht und die jeweiligen Personen bloß Mittel zum Zweck sind. In der Pornografie und im öffentlich präsentierten erotischen Vergnügen wird die Sexualität aus dem intimen und sie schützenden personalen Bezug herausgenommen und der sexuellen Begierde ausgeliefert.43 Sexualität wird so zur Ware, und insbesondere die Würde der Frau wird mißachtet, was im öffentlichen Bewußtsein inzwischen immer mehr erkannt wird.44 Eine besonders schwerwiegende Form des Unrechts und der Gewalt stellt die Kinderpornografie dar, unabhängig davon, ob die dargestellten pornografischen Szenen tatsächlich „real“ sind oder „fiktiv“ bzw. „virtuell“.45

Praktische Schlußfolgerungen für den Umgang mit Medien

Angesichts der Sexualisierung der Öffentlichkeit und des Einflußes der Medien ergeben sich einige praktische Folgerungen:

Entscheidend ist gemäß dem Evangelium das „reine Herz“. Auf dieses kommt es in allem an. Dabei muß uns bewußt sein, daß der Mensch sich nicht selbst erlösen und rechtfertigen kann. Thomas von Aquin hat darum mit Recht festgestellt, daß das neue Gesetz ja gerade die Gnade des Heiligen Geistes ist, der die Liebe ausgießt in die Herzen der Menschen.46
Es braucht gewisse Regeln der Klugheit im Umgang mit den Gefahren: Dabei ist es wichtig nicht zu dramatisieren, aber auch nicht zu verharmlosen. Was für den einen eine ernste Gefahr darstellt, ist für den anderen vielleicht (noch) keine Bedrohung. Vor Selbstsicherheit sollte man sich hüten: „Wer also zu stehen meint, der gebe acht, daß er nicht fällt.“47 Die Gelegenheit zur Sünde ist – in kluger Einschätzung, nicht in Überängstlichkeit – entsprechend den vorhandenen Möglichkeiten und speziellen Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu meiden.48 Gerade die „Starken“ müssen sich jedoch auch bemühen, den „Schwachen“ kein Ärgernis zu geben.49
Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat jedenfalls Vorrang vor der Wahrnehmung der Freiheit Erwachsener. Im Kontext medial vermittelter Realität ist es wesentlich, auf den Reifegrad der Personen Rücksicht zu nehmen, die von bestimmten Darstellungen betroffen sind. Nicht umsonst gibt es, auch wenn er vielfach ausgehöhlt ist, den Jugendschutz, und für die Umsetzung entsprechender Empfehlungen sind die Eltern in der Familie die primären Verantwortlichen, die wir darum auch in ihrer Aufgabe unterstützen sollten. So ist es sinnvoll, Zeiten und Möglichkeiten des Fernsehens und der Nutzung des Internets gerade für Minderjährige einzuschränken und hier entsprechende „zensurierende“ Vorkehrungen zu treffen.50 Dies freilich nicht in einer Haltung prinzipieller Abwehr und Angst vor diesen Medien, doch im Gesamtkontext eines verantwortlichen Umgangs, der nicht nur um die vielen Chancen der Medien im Dienst des Guten weiß, sondern auch ganz realistisch konkrete Gefahren erkennt und ihnen mit Klugheit und Entschiedenheit zu begegnen weiß.
Die nötige Selbstdisziplin im Umgang mit den Medien der sozialen Kommunikation müssen sich gerade auch Erwachsene aneignen. Dabei geht es darum, die Medien nicht zu verteufeln, sondern gezielt, d.h. aber auch selektiv nutzen, wie die inzwischen zahlreichen kirchlichen Dokumente zu den Massenmedien, besonders auch zu Fernsehen und Internet ausführen.51 Oft ist weniger mehr. Wer alles Dargebotene unterschiedslos konsumiert, kann das Gehörte und Gesehene nicht wirklich verarbeiten. Er verliert in seinem Denken und Empfinden fast unmerklich die Sensibilität für das Wahre und Gute.52
Nebenbei sei angemerkt, daß die verzerrte und entwürdigende Darstellung der menschlichen Sexualität nicht die einzige Gefahr ist, die von einem Mißbrauch der Medien droht. Ein großes Problem ist der in vielen Filmen (und auch in Computerspielen!) begegnende massive Einsatz von Gewalt, was auf einer anderen Ebene zu Verrohung und Abstumpfung führen kann. Auch wenn dies hier nicht unmittelbar das Thema ist, so sagt doch das Begriffspaar „Sex and Crime“ schon genug aus über einen oft bestehenden Zusammenhang von Haß, Gewalt und sexueller Diskriminierung, der noch stärker beachtet werden sollte.
An dieser Stelle sei ein Wort über kirchliche oder kirchennahe Medien verloren: Natürlich ist es für katholische Christen nicht notwendig, sich nur auf die Nutzung kirchlicher oder kirchennaher Medien zu beschränken. Wir leben nun einmal in dieser Welt und müssen uns auch in angemessener Weise über Vorgänge des öffentlichen Lebens informieren. Außerdem gibt es neben Information und religiös-sittlicher Weiterbildung auch ein Recht auf eine – selbstverständlich sittlich einwandfreie – Unterhaltung. Wollte man sich nur auf „katholische“ oder kirchliche Medien beschränken, so würde die Gefahr einer Gettoisierung drohen. Gerade katholische Christen sollen und dürfen sich im Sinne einer recht verstandenen Präsenz der Laien in dieser Welt auch in säkulare Medien einbringen; sie sollen diese mitgestalten und Verantwortungsaufgaben übernehmen, ohne allerdings unannehmbare Kompromisse zu schließen, die gegen ihr christliches Gewissen sind oder ihre Identität als katholische Christen preisgeben.
Erinnert sei nochmals an das über die standesgemäße Keuschheit Gesagte: Verheiratete sollen die Beziehungen zu ihrem Partner in ehelicher Liebe fördern; auch gute und sittlich geordnete Freundschaften sind wichtig, wie schon der heilige Franz von Sales richtig erkannt hat.53
Jedenfalls sind stets geistliche Hilfen in Anspruch zu nehmen: das Gebet, der Empfang der Sakramente, die geistliche Begleitung, die treue Erfüllung der Standespflichten und beruflichen Aufgaben in einer Haltung der „guten Meinung“, d.h. zur Ehre Gottes und zum Heil der Seelen.

Schlußimpuls

Als Christen leben wir auch in einer weithin von Gott abgewandten Welt immer in der Hoffnung auf Gottes Hilfe und Beistand. Eine Erneuerung der Kultur im christlichen Sinne ist nicht illusorisch. Die Evangelisierung vollzieht sich immer nach dem Prinzip des Sauerteigs im Evangelium54 . Ein guter Anfang, wie immer und wo immer er geschieht, pflanzt sich fort und findet seine Nachahmer. „Exempla trahunt!“ – Gute Beispiele regen an und bewegen. In diesem Sinn sollte jeder seine Aufgabe und Verantwortung wahrnehmen und nach besten Kräften zu erfüllen trachten: Gottes Beistand und Gnade ist uns jedenfalls zugesagt!

Der Priester Josef Spindelböck ist Professor für Moraltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Diözese St. Pölten und Mitglied der Gemeinschaft vom heiligen Josef.
http://www.katholisches.info/2009/12/09/...eller-dekadenz/

von esther10 07.05.2013 00:05

Ein Gespräch mit dem Dogmatiker Manfred Hauke
Prof. Dr. Manfred Hauke ^

Seit Jahren gibt es eine Diskussion um das Phänomen der angeblichen „Marienerscheinungen“, die in Medjugorje ihren Ursprung genommen haben: Erscheint den aus Medjugorje stammenden Sehern wirklich die Gottesmutter? Oder sind die Ereignisse parapsychologische Früchte aus dem Unbewussten der Seher? Sind sie eine betrügerische Manipulation oder gar eine Täuschung böser Mächte? Dem Vernehmen nach gibt es im Vatikan Pläne, das Phänomen Medjugorje demnächst durch eine Kommission abschließend prüfen zu lassen. Regina Einig befragte dazu den Vorsitzenden der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Mariologie, den in Lugano lehrenden Dogmatiker und Patrologen Professor Manfred Hauke.
Worin liegt die theologische Bedeutung der Marienerscheinungen?

Medjugorje WEBCAM
http://www.medjugorje.ws/en/videos/medjugorje-webcams/

Die Erscheinungen der Gottesmutter gehören zum Charisma der Prophetie, worin das unverfügbare Wirken des Geistes Gottes zum Ausdruck kommt. Paulus betont: „Löscht den Geist nicht aus! Verachtet prophetische Worte nicht!“ (1 Thess 5, 19–20). Schon das Buch der Sprichwörter betont: „Ohne prophetische Offenbarung verwildert das Volk“ (Spr 29, 18). Gemäß Thomas von Aquin werden die prophetischen Offenbarungen nach der apostolischen Zeit nicht dazu gegeben, eine neue Glaubenslehre zu verbreiten, sondern dienen der Ausrichtung des menschlichen Handelns. Die Theologie spricht hier auch von „Privatoffenbarungen“, insofern der mitgeteilte Gehalt nicht zur allgemeinen und öffentlichen Offenbarung gehört, die mit der apostolischen Zeit abgeschlossen ist. „Privat“ meint dann den Bezug auf eine einzelne Person, eine Gruppe oder auch die ganze Kirche in einer besonderen geschichtlichen Situation. Die „Privatoffenbarungen“ oder (besser) prophetischen Offenbarungen helfen uns, die „Zeichen der Zeit“ (Lk 12, 56) zu erkennen und entsprechend zu handeln. Nach Papst Benedikt XIV. begründet die Anerkennung einer Privatoffenbarung durch den zuständigen Bischof keineswegs eine Glaubenspflicht im strikten Sinn (fides divina), sondern erklärt, dass man den Erscheinungen begründetermaßen einen rein menschlichen Glauben entgegenbringen kann (fides humana). Kein Katholik ist also verpflichtet, daran zu glauben, dass die Muttergottes in Lourdes und Fatima erschienen ist; die Kirche erklärt aber, dass die Berichte über die Erscheinungen glaubwürdig sind und ein Katholik daran glauben und eine entsprechende Spiritualität pflegen darf. Ja, die Kirche hat sogar eigene Gedenktage in den liturgischen Kalender gesetzt und entsprechende Messformulare herausgegeben. Prophetische Offenbarungen sind nicht der Normalfall des christlichen Lebens, sondern eine Ausnahme: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ (Joh 20, 29). Der Katechismus der Katholischen Kirche betont mit dem hl. Johannes vom Kreuz: In Jesus Christus, dem ewigen göttlichen Wort, hat uns der göttliche Vater alles mitgeteilt (vgl. Hebr 1, 1–2). „Wer demnach jetzt noch ihn befragen oder von ihm Visionen oder Offenbarungen haben wollte, der würde nicht bloß unvernünftig handeln, sondern Gott geradezu beleidigen, weil er seine Augen nicht einzig auf Christus richten würde, ohne jegliches Verlangen nach anderen oder neuen Dingen“ (KKK 65)
http://www.medjugorje.ws/de/articles/med...fred-hauke/#ch1

von esther10 07.05.2013 00:02


Dienstag, 30. April 2013
Der Giftcocktail aus dem ChemielaborAssads Arsenal des Tötens

Von Gudula Hörr

Mehr und mehr wächst die Besorgnis: Setzt Syriens Herrscher Assad Chemiewaffen gegen Aufständische ein? Und wie groß ist sein Arsenal an Giftstoffen? US-Experten gehen von "hunderten Tonnen" aus – genug, um ganze Landstriche zu vergiften.
Die Wahrheit ist bekanntlich eines der ersten Opfer im Krieg - diese US-Karte sollte die Bedrohung durch irakische Chemiewaffen zeigen. Die Wahrheit ist bekanntlich eines der ersten Opfer im Krieg - diese US-Karte sollte die Bedrohung durch irakische Chemiewaffen zeigen.(Foto: picture-alliance / dpa)

Es war eine der größten Blamagen der US-Regierung unter Georg W. Bush. Am 5. Februar 2002 zeigte der damalige Außenminister Colin Powell vor dem UN-Sicherheitsrat eine eindrucksvolle Powerpoint-Präsentation. Es war die Rede von mobilen Labors zur Herstellung von Biowaffen, von bis zu 500 Tonnen Chemiewaffen, über die der Irak verfügte. Saddam Husseins angebliches Giftwaffenarsenal sollte zu einem Argument für den US-Einmarsch im Irak werden – tatsächlich wurden die Massenvernichtungswaffen nie gefunden, die vermeintlichen Beweise Powells entpuppten sich als Ammenmärchen.

Kein Wunder, dass Chemiewaffen im Nahen Osten daher für die USA ein heikles Thema sind. Dennoch kommt US-Präsident Barack Obama im Syrien-Konflikt kaum mehr darum herum. "Physiologische Proben" deuteten darauf hin, dass in Syrien möglicherweise das Nervengas Sarin eingesetzt worden sei, sagte vor wenigen Tagen die Sprecherin des Nationalen US-Sicherheitsrates, Caitlin Hayden. Das britische Außenministerium spricht gar von "begrenzten, aber überzeugenden" Belegen für die Nutzung von Chemiewaffen in Syrien.

Ist dies tatsächlich so – oder haben sich die USA und Großbritannien wieder verrannt? Und wenn es tatsächlich einen Giftgas-Einsatz gab: Steckt der syrische Herrscher Baschar al-Assad dahinter oder sind es die Rebellen, die die internationale Gemeinschaft zum Handeln zwingen wollen? Wegen der Kämpfe und der chaotischen Lage in Syrien ist der Einsatz von Chemiewaffen zurzeit noch schwer zu klären, zumal Assad keine unabhängigen Experten ins Land lässt. So viel allerdings ist klar: Syrien unterzeichnete nie die internationale Chemiewaffenkonvention und im Sommer vergangenen Jahres räumte das syrische Außenministerium erstmals ein, Chemiewaffen zu besitzen. Diese werde man allerdings nur im Falle eines ausländischen Angriffs einsetzen.
Ist Syrien eine "Chemiewaffen-Supermacht"?

Wie groß das syrische Arsenal an verbotenen Giftwaffen ist, liegt allerdings bislang im Bereich des Spekulativen. Laut einem Fachmann vom Monterey Institute for International Studies verfügt Syrien über "hunderte Tonnen" an Chemiewaffen. Der Rüstungsfachmann David Friedman vom Tel Aviver Institzut für nationale Sicherheitsstudien (INSS) meint, dass Syrien das größte Chemiewaffenarsenal in der Region besitzt, die israelische Regierung nennt Assads Regime eine "Chemiewaffen-Supermacht". Auch der französische Chemiewaffenexperte Olivier Lepick glaubt, dass das syrische Programm hochentwickelt sei.

Doch über welche Waffen genau verfügt das Regime? Und welche Auswirkungen haben sie?
Noch ist unklar: Setzte Assad Giftgas ein? Noch ist unklar: Setzte Assad Giftgas ein?(Foto: REUTERS)

Sollte tatsächlich Sarin in Proben gefunden worden sein, verfügt Syriens Herrscher Baschar al-Assad damit über ein hochwirksames Gift. Schon kleinste Mengen von einem halben Miligramm wirken bei einem erwachsenen Menschen tödlich. Es kann über die Haut oder Atmung aufgenommen werden und dann zur vollständigen Lähmung führen. Da es weder riecht noch sichtbar ist, lassen sich Wasser und Nahrung damit leicht vergiften. Auch kann es als Gas eingesetzt werden, etwa durch die Explosion von entsprechend bestückter Munition.

Traurige Berühmtheit erlangte Sarin, das 1938 von einem deutschen Chemiker der IG-Farben als Insektenvernichtungsmittel entwickelt wurde, im Jahr 1995. Bei ihrem Angriff in der U-Bahn in Tokio nutzte die japanische Aum-Sekte das Gift: 13 Menschen kamen ums Leben, mehr als 6000 wurden verletzt.

Auch das Nervengas VX soll Syrien inzwischen produzieren, wie der Franzose Lepick meint. Das Nervengas VX ist eine farblose bis gelbliche Flüssigkeit, die über die Augen und die Atemwege in den Körper eindringt. Schon die geringsten Mengen führen zur Lähmung der Atemmuskulatur und zum Tod.

Ein weiteres tückisches Kampfmittel, das in Syrien im Umlauf sein könnte, ist Senfgas. Ein Franzose entwickelte es bereits im Jahr 1854, deutsche Truppen setzten es im Ersten Weltkrieg ein. Das Gas, das über die Haut eindringt, führt zu entstellenden Verletzungen und war lange Zeit eine der gefürchtetsten Waffen.
Fatale Folgen
Bereits jetzt forderte der syrische Bürgerkrieg mehr als 70.000 Tote. Bereits jetzt forderte der syrische Bürgerkrieg mehr als 70.000 Tote.(Foto: REUTERS)

Wie fatal der Einsatz von Chemiewaffen wie Senfgas, Sarin und dem Nervengift VX ist, zeigte sich im Irak 1988. Damals bekämpfte Saddam Hussein mit einem Gift-Cocktail die Kurden in der Stadt Halabdscha. Bis zu 5000 Menschen starben, Tausende erlitten schwerste Verletzungen. Viele leiden bis heute unter Gesundheitsschäden wie Atemwegserkrankungen, Nervenlähmungen oder Lungenschäden.

Syrien selbst soll sein Chemiewaffenprogramm in den 1970 Jahren entwickelt haben, mit tatkräftiger Unterstützung der Sowjetunion und Ägyptens. 1991 setzte Russland offenbar die Kooperation fort. Laut einem Bericht des US-Experteninstitution CSIS hilft seit 2005 auch der Iran dem verbündeten Damaskus munter bei der Entwicklung von Chemiewaffen. Das Ziel war und ist offenbar: die Schlagkraft gegen Israel zu erhöhen.

Setzt Assad Chemiewaffen ein?: Obama erhöht Druck auf Moskau 30.04.13 Setzt Assad Chemiewaffen ein? Obama erhöht Druck auf Moskau
Gerüchte über Giftgas-Einsatz in Syrien: "Jetzt kann Obama nur noch Fehler machen" 26.04.13 Gerüchte über Giftgas-Einsatz in Syrien "Jetzt kann Obama nur noch Fehler machen"
Die Freie Syrische Armee kämpft für den Sturz des Präsidenten - auch mit deutscher Hilfe. 25.04.13 An der Seite der Rebellen Deutsche Gotteskrieger kämpfen in Syrien

Unter diesen Umständen ist es wenig erstaunlich, dass in Israel die Besorgnis wächst. Vor allem befürchtet die Regierung, syrische Chemiewaffen könnten in die Hände der von Assad unterstützten terroristischen Hisbollah-Miliz geraten. Diese agiert im Süden des Libanon und hat sich in der Vergangenheit immer wieder durch Angriffe auf Israelis hervorgetan.

Allen Grund zur Sorge haben aber auch die Rebellen in Syrien - wenn sie nicht selbst hinter einem möglichen Giftgas-Einsatz stecken. Kämpfer in den Bergen wollen gehört haben, dass bereits Gasmasken an die Regierungssoldaten verteilt worden seien. Sie selbst bereiten sich offenbar auf ihre Art auf einen möglichen Giftgasangriff vor: Mit abgeschnittenen Plastikflaschen, Holzkohle, Cola und ein Stück Gaze basteln sie sich eigene Gasmasken – ein ebenso fantasievoller wie dürftiger Schutz


von 06.05.2013 12:41

OSTERZEIT
6. WOCHE - MONTAG

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DIE GABEN DES HEILIGEN GEISTES

Die übernatürlichen Tugenden und die Gaben des Heiligen Geistes.
Was sind diese Gaben?
Eindringlicheres Gebet während der zehn Tage vor Pfingsten.


I. Wie viele Gaben Gottes gewahren wir in und um uns! Sichtbare und unsichtbare, geistige und leibliche. In einer Zeit des Machbarkeitskultes, da viele Menschen alles - auch sich selbst - »machen« wollen und sich dagegen wehren, Empfangende zu sein, wollen wir uns betend den Gnadengaben Gottes öffnen, weil wir nicht nur die eigene Armut, sondern auch unsere Schwerfälligkeit kennen.

Mit seinen vielfachen Gaben will Gott uns auf Erden glücklich machen und zum Himmel führen. Er beschenkt uns im Sakrament der Taufe, tilgt darin den Makel der Erbsünde in unserer Seele und bereichert uns mit der heiligmachenden Gnade, die uns an seinem göttlichen Leben teilhaben und zu seinen Kindern werden läßt.

Mit der heiligmachenden Gnade senkt Gott gleichzeitig die drei göttlichen Tugenden - Glaube, Hoffnung und Liebe - in den Menschen ein. Sie ist es auch, die ihn zum Leben der moralischen (Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Zucht und Maß) wie der sittlichen Tugenden (Religio, Demut, Großmut, Dankbarkeit usw.) befähigt. In den sieben Gaben des Heiligen Geistes nun findet das göttliche Gnadenleben im Menschen eine zusätzliche Bereicherung, ja gewissermaßen seine Vollendung.

Papst Leo XIII. drückt dies in seiner Enzyklika über den Heiligen Geist so aus: »Um das übernatürliche Leben der Gnade zu führen und um dazu die entsprechenden Tugenden zu üben, als wären es seine Fähigkeiten, bedarf der Gerechte unbedingt jener sieben Gaben, die man eigentlich als Gaben des Heiligen Geistes bezeichnet. Ihr wohltätiger Beistand befähigt und bekräftigt die Seele, um den Einsprechungen und Antrieben des Heiligen Geistes leichter und rascher Folge zu leisten. Deshalb ist die Wirkung dieser Gaben so groß, daß sie den Menschen zum höchsten Grade der Heiligkeit emporführen, und so erhaben, daß sie, wenn auch vervollkommnet, ihrem Wesen nach im Himmelreiche fortdauern. Die Hilfskraft dieser Geistesgaben weckt im Menschen den Wunsch nach den evangelischen Seligkeiten und lenkt ihn auf den Weg zu ihnen, die - den sprießenden Frühlingsblumen vergleichbar - Anzeichen und Vorboten der ewig währenden Glückseligkeit sind.«1

Die Gaben des Heiligen Geistes gestalten Schritt für Schritt unser Leben nach der Eigenart eines Kindes Gottes. Sie schenken uns ein feineres Gespür für die Anregungen des Helfers, die wir dann leichter in die Tat umsetzen. So lenkt der Heilige Geist unser Leben, sanft und mächtig, nach dem Willen Gottes und nicht nach unserer Neigung und Willkür.

Bitten wir heute den Heiligen Geist, er möge in uns beugen, was verhärtet ist, besonders die Starre des Hochmuts; er möge wärmen, was erkaltet ist, besonders die Lauheit; er möge auch lenken, was da irre geht2: die Schwerkraft des Irdischen, die Last vergangener Sünden, Schwächen des Willens, Dunkelheiten im Verstand, die Gründe für so manche Niederlage oder Resignation nach einem scheinbaren Scheitern. Nur der Heilige Geist kann »die toten Gewichte, die von all den Unreinheiten geblieben sind und die Seele am Boden festhalten, wegnehmen«3.

II. Die liturgische Feier jenes Tages nähert sich, an dem der Herr seine Verheißung erfüllte: Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen.4 Das Evangelium der Messe greift diese Worte auf, damit wir uns darauf vorbereiten.

Der entschlossene Kampf gegen die Sünde - auch im Kleinen - macht uns aufnahmebereit für das göttliche Licht. Der Verstand öffnet sich den göttlichen Plänen, der Wille richtet sich stärker auf die tagtäglichen Gelegenheiten, Gutes zu tun, und auf den Kampf gegen die Versuchungen. »Die Gabe der Weisheit, die uns das Himmlische mehr als alles Irdische schätzen lehrt, Verlangen nach demselben einflößt und die rechten Mittel zum Heile zeigt; die Gabe des Verstandes, die uns erleuchtet, die Geheimnisse und Lehren der heiligen Religion recht zu verstehen; die Gabe des Rates in zweifelhaften Fällen, die zu erkennen gibt, was man tun oder lassen oder auch andern raten soll (...); die Gabe der Stärke, welche alle Zaghaftigkeit und Menschenfurcht besiegt und den Menschen stärkt, das Laster zu hassen und die Tugend unerschütterlich zu üben und lieber Verachtung, zeitlichen Nachteil, Verfolgung und Tod zu wählen, als Christus durch Wort oder Tat zu verleugnen; die Gabe der Wissenschaft, durch die der Heilige Geist innerlich uns erleuchtet, daß wir uns selbst, die Fallstricke der Eigenliebe, der Leidenschaften, des Teufels und der Welt erkennen und die geeignetsten Mittel wählen, sie zu überwinden; die Gabe der Gottseligkeit und der Hingabe, die uns Ehrfurcht vor Gott und göttlichen Dingen und Freude am Umgang mit ihm einflößt; die Gabe der Furcht Gottes, jener kindlichen Furcht, die kein anderes Unglück fürchtet als das, Gott zu mißfallen, und die daher die Sünde als das größte Übel flieht.«5

Paulus mahnt die Christen: Beleidigt nicht den Heiligen Geist Gottes6. Die Kirche blickt in diesen Tagen bereits auf Pfingsten, da sich das Osterfest vollendet. Damals im Abendmahlssaal bestand sie aus Maria und den Aposteln, und wie sie damals erbitten wir heute vom Herrn alle Gaben, damit er in uns und durch uns in unsere Zeit hineinwirke, »eine Zeit, die besonders nach dem Geist hungert, weil sie hungert nach Gerechtigkeit und Frieden, nach Liebe und Güte, nach Starkmut und Verantwortung, nach Menschenwürde7. Komm herab, o Heiliger Geist, der die finstre Nacht zerreißt, strahle Licht in diese Welt. Komm, der alle Armen liebt, komm, der gute Gaben gibt, komm, der jedes Herz erhellt. ( ... ) Gib dem Volk, das dir vertraut, das auf deine Hilfe baut, deine Gaben zu= 7. Komm herab, o Heiliger Geist, der die finstre Nacht zerreißt, strahle Licht in diese Welt. Komm, der alle Armen liebt, komm, der gute Gaben gibt, komm, der jedes Herz erhellt.(...) Gib dem Volk, das dir vertraut, das auf deine Hilfe baut, deine Gaben zm Geleit. Laß es in der Zeit bestehn, deines Heils Vollendung sehn und der Freuden Ewigkeit.8

III. Der Heilige Geist »wirkt die Reinigung von allem, was den Menschen >verunstaltet<, von >dem, was ihn befleckt<; er heilt auch die tiefsten Wunden der menschlichen Existenz; er verwandelt die innere Dürre der Seelen in fruchtbare Felder der Gnade und Heiligkeit.«9 Wir verherrlichen den Heiligen Geist, indem wir uns seinem Wirken weit öffnen. Das heißt, auch die natürlichen Tugenden zu pflegen: »Indem der Christ um diese Tugenden kämpft, macht er seine Seele für den wirksamen Empfang der Gnade des Heiligen Geistes bereit (...). Die dritte Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit - süßer Gast der Seele - (Sequenz Veni Sancte Spiritus) schenkt ihm ihre Gaben: Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Wissenschaft, Frömmigkeit, Gottesfurcht (vgl. Jes 11,2).«10

Wie könnte es anders sein, als daß der Heilige Geist uns sehnlich seine Gabe mitteilen will. Bei Meister Eckhart lesen wir: »In dem Augenblick, in dem der (menschliche) Geist bereit ist, geht Gott in ihn ein, ohne Verzögerung und ohne Zögern ... Du mußt ihn nicht eigens suchen, weder dort noch hier. Er ist ja nicht weiter weg als vor der Tür des Herzens. Da steht er und wartet, wen er bereit findet, ihm auftut und ihn hineinläßt. Du brauchst ihn auch nicht erst von fernher zu rufen. Er kann es ja kaum erwarten, bis du ihm auftust. Ihn verlangt tausendmal dringlicher nach dir als du dich nach ihm sehnst.«11

Der Heilige Geist will den mächtigen Strom des übernatürlichen Lebens in uns ausgießen. Er erwartet nur, daß wir mögliche Hindernisse aus der Seele räumen und ihn aus ganzem Herzen darum bitten, uns zu reinigen: Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe. Der Herr ermutigt uns, vertrauensvoll zu bitten, denn wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten12.

Im Verlauf dieser Tage der Vorbereitung auf Pfingsten erbitten wir vom Vater der Gestirne13, er möge den Geist seiner Sohnes in unser Herz senden, den Geist, der ruft: Abba, Vater14.

Die zehn Tage nach Himmelfahrt bis zum Pfingstfest können wir dafür nutzen. Erbitten wir Tag für Tag vom Heiligen Geist, er möge für uns Tröster in der Zeit, Gast, der Herz und Sinn erfreut und Labsal in der Not15 sein. Erbitten wir von ihm auch die innere Fügsamkeit, die wir brauchen, um, wo auch immer unser Platz ist, gute Werkzeuge Gottes zu sein. Betrachten wir, »wie wir - obgleich wenig begabt, unbekannt und unvermögend - dennoch zu wirksamen Werkzeugen werden können, wenn wir den Heiligen Geist um seine Gaben und seinen Beistand bitten.

Drei Jahre lang hatte Jesus die Apostel unterwiesen; trotzdem liefen sie bestürzt vor den Feinden Christi davon. Nach Pfingsten waren sie fähig, Geißelung und Kerker zu erdulden, und schließlich opferten sie ihr Leben zum Zeugnis für ihren Glauben.«16

Unsere Treue gegenüber den inneren Regungen und Eingebungen des Heiligen Geistes wird sich in vielen Fällen im beharrlichen Bemühen konkretisieren, die Ratschläge dessen zu befolgen, dem wir die Leitung unseres geistlichen Lebens anvertraut haben.

Maria, die stille Mitte im Kreis der betenden Apostel und Jünger in Erwartung des Pfingstfestes, sie bitten wir auch heute, sie möge uns helfen, uns für die Eingebungen des Heiligen Geistes weit zu öffnen.

1 Leo XIII., Enz. Divinum illud (über den Heiligen Geist), 9.5.1897. - 2 Sequenz Veni Sancte Spiritus. - 3 J.Escrivá, Der Weg, Nr.886. - 4 Joh 15,26. - 5 Leonhard Goffiné, Die Gaben des Heiligen Geistes, Einsiedeln 1888, S.305. - 6 Eph 4,30. - 7 Johannes Paul II., Enz. Redemptor hominis, 4.3.79, 18. - 8 Sequenz Veni Sancte Spiritus. - 9 Johannes Paul II., Enz. Dominum et vivificantem, 18.5.1986, 67. - 10 J.Escrivá, Freunde Gottes, 92. - 11 Meister Eckhart, Die Gottesgeburt im Seelengrund, Freiburg 1990, S.122. - 12 Lk 11,13. - 13 Jak 1,17. - 14 Gal 4,6. - 15 Sequenz Veni Sancte Spiritus. - 16 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, 283.

von esther10 06.05.2013 00:01

: EHE, FAMILIE und ELTERNRECHT | Tags: Birgit Kelle, Familienbund der dt. Katholiken, Familienförderung, Krankenkassen |Schreibe einen Kommentar Krankenversicherungen erzielen Überschüsse mit Familien
Veröffentlicht: 6. Mai 2013 | Autor:
Von Birgit Kelle (Vorsitzende von “Frau 2000plus”)

Zum Stichwort “kostenlose Mitversicherung” aus gegebenem Anlass eine Klarstellung: Nicht die Familien profitieren von den Krankenkassen, sondern die Krankenkassen profitieren von den Familien.

Der Familienbund der Katholiken in Bayern hat sich die Mühe gemacht, dies einmal auszurechnen. Hier ein Ausschnitt aus der Pressemitteilung des Familienbundes:
Birgit Kelle

Birgit Kelle

“Eine durchschnittlich erwerbstätige Familie mit zwei Kindern (Vater Vollzeit, Mutter halbtags erwerbstätig) bringt der gesetzlichen Krankenversicherung jährlich 9000 € Beiträge ein, verursacht aber nur Kosten in Höhe von 6100 €. Auf diese Art bringt die Familie der Versicherung knapp 3000 € mehr ein, als sie an Kosten verursacht.

Hochgerechnet auf Deutschland kommt der Familienbund für das Jahr 2008 zu der Schätzung, dass die Familien circa 20 Milliarden EUR mehr in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlten, als sie aus ihr erhielten.

Das Bundesfamilienministerium weist allein für das Jahr 2008 einen Betrag von 14 Milliarden € Familienförderung durch die gesetzliche Krankenversicherung aus. Dieser Betrag kommt dadurch zustande, dass die beauftragten Experten nicht die kompletten Familien bilanzierten. Betrachtet wurden allein die Kinder. Sie verursachten 14 Milliarden € Kosten, brachten aber keine Beiträge. Durch das Ausblenden der Eltern wird kaschiert, dass Eltern der Krankenversicherung mehr einbringen, als sie und ihre Kinder zusammen an Kosten verursachen. Auf diese Art werden Familien zu Netto-Empfängern gerechnet, obwohl sie tatsächlich Netto-Zahler sind.”

Damit dürfte auch das Märchen aus der Welt sein, dass hier eine Familienförderung stattfindet und konsequenter Weise müsste dieser Posten auch aus den Aufstellungen des Familienministeriums über angebliche Familienleistungen gestrichen werden.

Die ganze Pressemitteilung mit Links zu der Studie finden Sie hier.
http://www.familienbund-bayern.de/19351.html

von 05.05.2013 14:26



Ihr Lieben
Wir haben zur Zeit
ein großes Problem
mit dem Internet.
Das Internet wirft uns laufend raus[Häuschen]
sobald es wieder alles in Ordnung ist
werde ich selbstverständig
allen wieder persönlich schreiben.
Ich wünsche EUCH allen
einen gesegneten,gnadenreichen Sonntag
und Woche.
Lg.Hildegard Maria

von 05.05.2013 14:06

OSTERZEIT
SECHSTER SONNTAG

36

VOR CHRISTI HIMMELFAHRT

Die Hoffnung auf den Himmel.
Gott schauen.
Ich mache alles neu.


I. Während der vierzig Tage zwischen Ostern und Himmelfahrt fordert uns die Kirche auf, in wacher Hoffnung auf den zu schauen, von dem wir bekennen: aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit.1

Dies ist auch ein Bekenntnis zu unserem eigentlichen Zuhause, zum Ziel unserer christlichen Berufung. Der Herr hatte den Seinen verheißen: Ich gehe, um euch einen Platz zu bereiten. Im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen.2 Er will, daß auch ihr dort seid, wo ich bin3.

Wo aber wird das sein? Christi Himmelfahrt »bedeutet den Glauben daran, daß in Christus der Mensch, das Wesen Mensch, aus dem wir alle Anteil haben, auf eine unerhörte und neue Art eingetreten ist ins Innere Gottes. Es bedeutet, daß der Mensch in Gott Raum findet auf immer. Der Himmel ist nicht ein Ort über den Sternen, er ist etwas viel Kühneres und Größeres: das Platzhaben des Menschen in Gott, das in der Durchdringung von Menschheit und Gottheit im gekreuzigten und erhöhten Menschen Jesus seinen Grund hat. Christus, der Mensch, der in Gott ist, ewig eins mit Gott, ist zugleich das immerwährende Offenstehen Gottes für den Menschen. Er selbst ist so das, was wir >Himmel< heißen, denn der Himmel ist kein Raum, sondern eine Person, die Person dessen, in dem Gott und Mensch für immer trennungslos eins sind.«4

Die Worte aus dem heutigen Evangelium: Ich gehe fort und komme wieder zu euch zurück5 verheißen die Wiederkunft des Herrn in Macht und Herrlichkeit am Ende der Zeiten6 und die Begegnung eines jeden mit ihm am Ende des irdischen Lebens. Der Tod wird zur endgültigen Begegnung mit Christus für alle, die bemüht waren, ihm, dem Weg zum Vater, auf Erden zu folgen.

Die Anschauung Gottes »bedeutet, daß uns Gott in gnadenhafter Weise die ganze Fülle seines Lebens und seiner Liebe offenbart, daß uns die ganze Tiefe seiner Wahrheit und das unergründliche Geheimnis seiner Wirklichkeit aufgeht als Grund, Ziel und Inhalt unseres eigenen Seins und damit als unsere endgültige Sinnerfüllung, unser vollendetes Glück und unsere ewige Seligkeit. Die Anschauung Gottes darf also nicht rein intellektuell verstanden werden; sie schließt Liebe, Friede und Freude ein. Sie ist Teilnahme an Gottes eigener Seligkeit und die Vollendung unseres jetzigen gnadenhaften Seins in Jesus Christus und im Heiligen Geist. Sie ist vollendete Teilnahme am dreifaltigen Leben Gottes.«7

Heiligmäßige Menschen sehnen sich nach solchem Erfülltwerden von Gott. Der selige Josemaría Escrivá sagt: »Die sich lieben, wollen sich sehen. Verliebte haben nur Augen für den, den sie lieben. Es ist nur natürlich, daß das so ist. Das menschliche Herz spürt dieses Verlangen. Ich würde lügen, wollte ich leugnen, daß es mich drängt, das Antlitz Christi zu betrachten. Vultum tuum, Domine, requiram! Dein Antlitz, Herr, begehre ich zu schauen!«8

Eine beständige gläubige Nähe zu Christus auf Erden schürt die Hoffnung auf die gnadenhafte Gottesschau im Himmel. Von der Hoffnung her erscheint alles - eingeschlossen das Los des Todes - im gleißenden Licht künftiger Vollendung. Der Gedanke an das künftige Glück im Himmel prägt auch unsere irdische Gegenwart: das fragwürdige Hängen an irdischen Gütern und an materiellem Besitz wird dann leichter durchschaubar, Anfechtungen sind dann nicht mehr so bedrängend. »In der Stunde der Versuchung solltest du die Liebe vor Augen haben, die im Himmel auf dich wartet; pflege die Tugend der Hoffnung. Das bedeutet keineswegs Mangel an Selbstlosigkeit.«9

Die Hoffnung auf den Himmel kann in uns den Wunsch entzünden, großherziger im täglichen Kampf, wachsam im Kleinen wie im Großen zu sein und so ans Werk zu gehen, als wäre unser jeweiliges Tun das letzte auf Erden vor der Ankunft beim Vater. »Wir gehen in dem Maß auf den Himmel zu, ja, in den Himmel ein, in dem wir zugehen auf Jesus Christus und eintreten in ihn. Insofern kann >Himmelfahrt< ein Vorgang mitten in unserem Alltag werden.«10

II. Wenn uns einmal der Schmerz niederdrückt oder Treue und Beharrlichkeit bei der Arbeit oder im Apostolat schwer fallen, richtet uns der Gedanke an das himmlische Entgelt auf. Ein Kirchenvater sagt: »Die Hoffnung auf den Lohn stärkt die Seele beim Verrichten von guten Werken.«11

Die einstige Seligkeit des Himmels schließt auch alles ein, was wir getan und erlitten haben. »Die Freude des Himmels ist deshalb auch Freude über den empfangenen Lohn (vgl. Mt 5,12). Dabei krönt Gott in der Krönung unserer Verdienste das Werk seiner eigenen Gnade. Jeder wird den ihm gemäßen Lohn empfangen (vgl. Mt 16,27; 1 Kor 3,8). Aus diesem Grund kann von unterschiedlichen Graden der himmlischen Seligkeit die Rede sein. Doch so wie kleine Gefäße auf ihre Weise genau so voll sind wie größere Gefäße, obwohl diese mehr enthalten, wird im Himmel jeder auf seine Weise ganz erfüllt und ganz im Frieden sein. Die eine Liebe Gottes wird durch den einen Heiligen Geist alle im einen Leib Jesu Christi verbinden in der gemeinsamen Verherrlichung Gottes und seiner Werke.«12

Wir werden bei Christus sein und Gott schauen.13 »In diesen Verheißungen und in diesen wunderbaren Geheimnissen besteht wesentlich unsere Hoffnung. Wenn unsere Vorstellungskraft nicht bis dort vorzudringen vermag, so gelangt doch unser Herz aus eigenem Antrieb und zuinnerst dorthin.«14

Die alle Vorstellung sprengende Wirklichkeit, zu der wir gerufen sind, findet im Alten Testament ihre bildliche Entsprechung im Gelobten Land und seiner Inbesitznahme nach langer Wüstenwanderung. Doch: »Weder die Heiligen Schriften noch die Theologen bieten uns genügend Licht, um das künftige Leben nach dem Tod richtig zu beschreiben. Die Christen müssen die beiden folgenden wesentlichen Punkte festhalten: einerseits müssen sie an die grundsätzliche Fortdauer - in der Kraft des Heiligen Geistes - des gegenwärtigen Lebens in Christus im künftigen Leben glauben (denn die Liebe ist das Gesetz des Reiches Gottes, und unsere auf Erden geübte Liebe wird das Maß für unsere Teilhabe an der Herrlichkeit Gottes im Himmel sein); andererseits müssen sie deutlich wissen, daß zwischen dem jetzigen Leben und dem künftigen Leben ein grundlegender Unterschied besteht, denn der Ordnung des Glaubens folgt die Ordnung des vollen Lichtes.«15 So heißt es in einem Schreiben der Kongregation für die Glaubenslehre.

Der Herr schildert die Seligkeit des Himmels im Bild eines Festmahles.16 Doch auch dies ist nur ein Schatten der verheißenen Wirklichkeit: Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht17, schreibt Paulus. Jesus bekräftigt immer wieder, daß die unausdenkliche Wirklichkeit, die wir jetzt nur erahnen können, uns zu eigen werden wird: Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, daß ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse. Der Vater will, daß alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben und daß ich sie auferwecke am Letzten Tag18. Und beim Letzten Abendmahl sagt er: Vater, ich will, daß alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir seien, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast.19

»Stellen wir uns vor, wie der Himmel sein wird. Kein Auge hat geschaut, kein Ohr gehört, in keines Menschen Herz ist es gedrungen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. Könnt ihr euch vorstellen, was es bedeutet, dorthin zu gelangen, Gott gegenüberzutreten, in jene Herrlichkeit und Liebe, die sich in unsere Herzen ergießt und die den Hunger stillt, ohne zu sättigen? Ich frage mich häufig: wie wird es sein, wenn sich die ganze Schönheit, die ganze Güte und die ganze Herrlichkeit Gottes in dieses arme tönerne Gefäß ergießen wird, das ich bin und jeder einzelne von uns? Und dann verstehe ich auf einmal jene Worte des Apostels: Kein Auge hat gesehen, kein Ohr hat gehört ... Es lohnt sich, meine Kinder, es lohnt sich.«20

III. Das unermeßliche Glück, Gott schauen und beim verherrlichten Christus sein zu dürfen, vollendet unsere Bestimmung. Wir dürfen uns den Himmel nicht als ein Abgetrenntsein von allem Guten im irdischen Leben vorstellen. »Die Gemeinschaft mit Angehörigen und Freunden aus der Zeit des Erdenlebens, die Freude über die Schönheit der Werke Gottes in der Schöpfung und in der Geschichte, über den Sieg der Wahrheit und der Liebe im eigenen Leben wie im Leben der anderen= 21 - all dies wird in der Anschauung Gottes nicht verlorengehen, sondern endgültig aufgehoben sein.Im Glaubensbekenntnis bekennen wir die Auferstehung der Toten22: »Die Kirche versteht diese Auferstehung so, daß sie den ganzen Menschen betrifft; dies ist für die Auserwählten nichts anderes als die Ausweitung der Auferstehung Christi selber auf die Menschen.«23 Auch der Leib also wird der neuen Seinsweise teilhaftig werden, die Paulus mit den Worten andeutet: dieses Vergängliche muß sich mit Unvergänglichkeit bekleiden und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit24. Unserem natürlichen Sehen und Erleben ist die spezifische Seinsweise des auferstandenen Leibes - Raum und Zeit nicht mehr unterworfen, in Klarheit und Schönheit und ohne Leiden - unzugänglich. Den Auferstandenen, der seinen Jüngern erscheint, muß ein Schimmer des Lichtes im blendenden Geheimnis einer neuen Welt umgeben haben, einer Welt, in der der Tod nicht mehr sein wird, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal25. Es wird ein neuer Himmel und eine neue Erde sein; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen (...). Seht ich mache alles neu.26

»Immer wieder hört man sagen, das Christentum denke vom Menschen klein, es verachte den Leib, es entwerte die Welt, es hole den Glaubenden von Tat und Werk in eine geistige oder religiöse Abseitigkeit fort. Man begreift nicht, wie dieses Dogma der Unwahrheit entstehen und aufrechterhalten werden konnte, denn nirgendwo ist der Mensch so groß gesehen, wie in der christlichen Botschaft; nirgendwo wird die Welt so ernst genommen, wie in ihr; nirgendwo wird das Geschaffene, das in der Zeitlichkeit sich Zutragende so entschieden zu Gott hinauf- und in ihn hineingehoben, wie es durch Christus geschieht. Das aber in einer Weise, der von Mythos oder Märchen auch kein Hauch anhaftet, sondern in einem göttlichen Ernst, für welchen Christi Schicksal die Gewähr bildet.«27

Bedenken wir kurz vor dem Himmelfahrtstag: Christi Schicksal ist unser Schicksal, wenn wir treu sind. Verstand, Wille und Gemüt auf den Himmel zu richten, festigt diese Treue im Auf und Ab kleiner oder größerer Krisen und Schwierigkeiten. Das Ziel unserer Hoffnung ist: die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt28: »Gib, daß wir lieben, was du befiehlst, und ersehnen, was du uns verheißen hast, damit in der Unbeständigkeit dieses Lebens unsere Herzen dort verankert seien, wo die wahren Freuden sind.«29

1 Das Große Glaubensbekenntnis. - 2 Joh 14,2. - 3 Joh 14,3. - 4 J.Kard.Ratzinger, Dogma und Verkündigung, München 1973, S.363. - 5 Joh 14,23-29. - 6 vgl. 1 Kor 4,5; 11,26; 1 Joh 2,28. - 7 Katholischer Erwachsenen-Katechismus, Bonn 1985, S.421. - 8 J.Escrivá, in: Informationsblatt Nr.1, S.5. - 9 J.Escrivá, Der Weg, Nr.139. - 10 J.Kard.Ratzinger, a.a.O., S.363. - 11 Cyrill von Jerusalem, Katechese 348,18,1. - 12 Katholischer Erwachsenen-Katechismus, Bonn 1985, S.421-422. - 13 vgl. 1 Joh 3,2. - 14 Schreiben der Kongregation für die Glaubenslehre zu einigen Fragen der Eschatologie, 17.5.1979. - 15 ebd. - 16 vgl. Lk 13,29;14,15. - 17 1 Kor 13,12. - 18 Joh 6,39-40. - 19 Joh 17,24. - 20 J.Escrivá, in: Informationsblatt Nr.1, S.5. - 21 Katholischer Erwachsenen-Katechismus, Bonn 1985, S.420. - 22 vgl. Credo. - 23 Schreiben der Kongregation für die Glaubenslehre zu einigen Fragen der Eschatologie, 17.5.1979. - 24 1 Kor 15,53. - 25 Offb 21,4. - 26 Offb 21,1,5. - 27 R.Guardini, Die letzten Dinge, Mainz 1989, S.127. - 28 Das Große Glaubensbekenntnis. - 29 Tagesgebet, Wochentagsmessen zur Auswahl.

von esther10 05.05.2013 00:51



05.05.2013
Cölestin V. wird zum Papst gekrönt


Vor 700 Jahren Cölestin V. heiliggesprochen : Der zurückgetretene Papst

Vor dem 11. Februar 2013 war er nur Insidern bekannt. Nach der Rücktrittsankündigung von Benedikt XVI. gehörte er für zwei Wochen zu den meistgenannten Päpsten überhaupt: Cölestin V.

Der 1294 nach nur fünf Monaten zurückgetretene Nachfolger Petri gilt als einziger Papst, der vor Benedikt XVI. aus freien Stücken sein Amt niedergelegt hat. Vor 700 Jahren, am 5. Mai 1313, wurde der wegen seines asketischen und frommen Lebens auch als „Engelspapst» bezeichnete Eremit von Clemens V. (1305-14) heiliggesprochen - allerdings unter seinem bürgerlichen Namen Peter von Morrone. So sollte jeder Zweifel an der Gültigkeit des Rücktritts zerstreut werden.

Cölestin V. und Benedikt XVI. - zwei Päpste, die in den vergangenen Wochen oft in einem Atemzug genannt wurden. Wirklich vergleichbar sind die beiden Fälle jedoch nicht: Dort Peter von Morrone, ein einfacher Mann, der vor seiner Wahl als Einsiedler in den Bergen nahe dem italienischen Sulmona gelebt hat, eine Mönchsgemeinschaft gründete und die römische Kurie zuvor nur flüchtig kannte. Hier Benedikt XVI., ein Theologe von Weltrang, der vor seiner Wahl mehr als 20 Jahre an der Spitze der vatikanischen Glaubenskongregation stand.

Schlichtweg überfordert

Auch die Wahlen könnten unterschiedlicher kaum sein: Nachdem sich die zerstrittenen Kardinäle 27 Monate lang nicht auf einen Kandidaten einigen konnten, brachte der König von Sizilien und Neapel, Karl II. von Anjou, 1294 Peter von Morrone ins Spiel. Aus sehr eigennützigen Motiven. Andere Historiker sagen, die Kardinäle hätten aus Überdruss über die Pattsituation mit einem kühnen Schachzug das Papsttum erneuern wollen. Gewählt wurde der italienische Eremit in jedem Fall gegen seinen Willen - «per inspirationem», durch eine «formlose Spontanwahl». Peter von Morrone war zum Zeitpunkt seiner Wahl 85 Jahre, so alt wie Benedikt XVI. bei seinem Rücktritt. Und schließlich unterschieden sich auch die Gründe für den Schritt selbst: Benedikt XVI. begründete seine Entscheidung mit seinen nachlassenden Kräften.

Cölestin trat nach einhelligem Urteil der Historiker zurück, weil er schlichtweg überfordert war und dies erkannte. Die Geschichte des Einsiedler-Pontifikats ist schnell erzählt: Der in Verwaltungsangelegenheiten unerfahrene Cölestin zeigte sich sehr schnell seinem Amt nicht gewachsen und war von Anfang an eine Marionette Karls II. Weil der Monarch ihn unter seinen Fittichen haben wollte, residierte Cölestin nicht in Rom, sondern im Castello Nuovo in Neapel. In Rom herrschten derweil Chaos und Verwirrung.

Cölestin selbst sah schnell ein, dass er den Anforderungen auf dem Stuhl Petri nicht genügen konnte, und suchte Rat bei Kardinal Benedetto Caetani, einem berühmten Kirchenrechtler und späteren Papst Bonfifaz VIII. Als dieser ihm versicherte, dass sein Rücktritt kirchenrechtlich möglich sei, entschloss er sich zur Tat. Am 13. Dezember 1294 verlas er vor dem Kardinalskollegium seine Abdankungsformel und legte die päpstlichen Insignien ab.

Gestorben in Gefangenschaft

Benedikt XVI. hat Cölestin V. auffallend verehrt. Im März 2010, suchte er zum 800. Geburtsjahr Cölestins Reliquien im mittelitalienischen Sulmona auf. In dessen Nahbarschaft, im Morrone-Gebirge, lag Cölestins Einsiedelei. Zuvor hatte er im April 2009 am Grab seines Vorgängers in der Abruzzen-Hauptstadt L'Aquila eine Ehrenstola, ein sogenanntes Pallium, niedergelegt. Dass Benedikt XVI. fast vier Jahre später dem Beispiel Cölestins folgen würde, ahnte damals freilich noch niemand. Darf ein Papst überhaupt zurücktreten? Anders als heute wurde diese Frage im Mittelalter auch schon vor dem Rücktritt Cölestins unter Gelehrten lebhaft diskutiert.

Damals herrschte die Auffassung vor, dass man ein Amt nur niederlegen könne, wenn der, der es verliehen hat, zustimmt. Für einen Papst hieß das: mit göttlichem Einverständnis. Die Frage war allerdings: Wie lässt sich das feststellen? Die Mehrheit der Kirchenrechtler argumentierte, dass der Willen Gottes allein durch den Mund des Papstes verkündet werden könne. Wenn dieser also seinen Rücktritt selbst erklärte, wäre er gültig. Um alle Zweifel an seinem Tun auszuräumen, veröffentlichte Cölestin V. überdies noch einen Erlass, der eine Abdankung des Papstes ausdrücklich für zulässig erklärte. Angezweifelt wurde die Rechtmäßigkeit seiner Entscheidung dennoch immer wieder.

Das unwürdige Schauspiel, das sich nach der Abdankung Cölestins bot, hat entscheidend dazu beigetragen, dass der Rücktritt eines Papstes in den folgenden 700 Jahren als nahezu undenkbar galt. Sein äußerst machtbewusster Nachfolger Bonifaz VIII. (1294-1303) nahm ihn gefangen und sperrte ihn im Turm von Castello Fumone ein. Er wollte verhindern, dass der zurückgetretene Papst zur Galionsfigur von Schismatikern werde. Anderthalb Jahre nach seiner Abdankung, am 19. Mai 1296, starb er in Gefangenschaft. Heiliggesprochen wurde Cölestin schließlich 1313 vor allem auf Drängen des französischen Königs Philipp IV.: Der Monarch führte einen posthumen Rachefeldzug gegen Bonifaz VIII.
Thomas Jansen
(KNA)

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