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von esther10 01.01.2016 19:20

Papstbotschaft: Gott ist nicht gleichgültig!


Papst Franziskus - AFP

01/01/2016 09:00SHARE:
„Überwinde die Gleichgültigkeit und erringe den Frieden“: Botschaft von Papst Franziskus zum Weltfriedenstag am 1. Januar 2016
1. Gott ist nicht gleichgültig! Für Gott ist die Menschheit wichtig, Gott verlässt sie nicht! Mit dieser meiner tiefen Überzeugung möchte ich zu Beginn des neuen Jahres meine Glückwünsche verbinden: Im Zeichen der Hoffnung wünsche ich reichen Segen und Frieden für die Zukunft eines jeden Menschen, jeder Familie, jedes Volkes und jeder Nation der Erde sowie für die Zukunft der Staatsoberhäupter, der Regierungen und der Verantwortungsträger der Religionen. Wir verlieren nämlich nicht die Hoffnung, dass sich im Jahr 2016 alle entschieden und zuversichtlich dafür engagieren, auf verschiedenen Ebenen die Gerechtigkeit zu verwirklichen und für den Frieden zu arbeiten. Ja, dieser Friede ist Gabe Gottes und Werk der Menschen – Gabe Gottes, die aber allen Männern und Frauen anvertraut ist: Sie sind berufen, ihn zu verwirklichen.

Die Gründe zur Hoffnung bewahren

2. Kriege und terroristische Aktionen mit ihren tragischen Folgen, Entführungen, ethnisch und religiös motivierte Verfolgungen und Machtmissbrauch haben das vergangene Jahr von Anfang an bis zu seinem Ende charakterisiert und sich in zahlreichen Regionen der Welt so vervielfältigt, dass sie die Züge dessen angenommen haben, was man einen „dritten Weltkrieg in Abschnitten“ nennen könnte. Doch einige Ereignisse der vergangenen Jahre und des gerade verbrachten Jahres regen mich an, im Hinblick auf das neue Jahr wieder dazu aufzufordern, die Hoffnung auf die Fähigkeit des Menschen, mit Gottes Gnade das Böse zu überwinden, nicht zu verlieren und sich nicht der Resignation und der Gleichgültigkeit hinzugeben. Die Ereignisse, auf die ich mich beziehe, zeigen die Fähigkeit der Menschheit zu solidarischem Handeln, jenseits von individualistischen Interessen, von Apathie und Gleichgültigkeit gegenüber schwierigen Situationen.
Unter diesen möchte ich die Anstrengung erwähnen, die unternommen wurden, um das Treffen der weltweiten Leader im Rahmen der COP21 zu erleichtern, mit dem Ziel, neue Wege zur Bewältigung des Klimawandels und zur Sicherung des Wohls der Erde, unseres gemeinsamen Hauses, zu suchen. Und das verweist auf zwei vorangegangene Ereignisse auf globaler Ebene: auf das Gipfeltreffen von Addis Abeba, um Mittel für die nachhaltige Entwicklung der Welt zu sammeln, und auf die Annahme der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung durch die Vereinten Nationen, die den Zweck verfolgt, bis zu jenem Jahr allen – und vor allem den armen Bevölkerungen des Planeten – ein würdigeres Dasein zu sichern.
Für die Kirche war 2015 ein besonderes Jahr, auch weil es den fünfzigsten Jahrestag der Veröffentlichung zweier Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils markierte, die besonders aussagekräftig den Sinn der Kirche für die Solidarität mit der Welt wiedergeben. Papst Johannes XXIII. wollte zu Beginn des Konzils die Fenster der Kirche aufreißen, damit die Kommunikation zwischen ihr und der Welt offener sei. Die beiden Dokumente – Nostra aetate und Gaudium et spes – sind ein beispielhafter Ausdruck der neuen Beziehung des Dialogs, der Solidarität und der Begleitung, welche die Kirche innerhalb der Menschheit einführen wollte. In der Erklärung Nostra aetate wird die Kirche aufgefordert, sich dem Dialog mit den nicht christlichen Religionen zu öffnen. In der Pastoralen Konstitution Gaudium et spes wollte die Kirche, da »Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, […] auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi«[1] sind, einen Dialog mit der Menschheitsfamilie über die Probleme der Welt aufnehmen, als ein Zeichen der Solidarität und der respektvollen Zuneigung.[2]
Aus derselben Perspektive möchte ich mit dem Jubiläum der Barmherzigkeit die Kirche einladen zu beten und zu arbeiten, damit alle Christen in sich ein demütiges und mitfühlendes Herz heranreifen lassen, das fähig ist, die Barmherzigkeit zu verkünden und zu bezeugen; das fähig ist, »zu vergeben und [sich] selbst hinzugeben«; das fähig ist, sich zu öffnen »für alle, die an den unterschiedlichsten existenziellen Peripherien leben, die die moderne Welt in oft dramatischer Weise hervorbringt«, und nicht absinkt »in die Gleichgültigkeit, die erniedrigt, in die Gewohnheit, die das Gemüt betäubt und die verhindert etwas Neues zu entdecken, in den Zynismus, der zerstört«[3].
Es gibt vielerlei Gründe, an die Fähigkeit der Menschheit zu glauben, gemeinsam zu handeln, in Solidarität und unter Anerkennung der gegenseitigen Bindung und Abhängigkeit, und dabei die schwächsten Glieder sowie die Wahrung des Gemeinwohls besonders im Auge zu haben. Diese Haltung einer solidarischen Mitverantwortung ist die Basis für die grundlegende Berufung zu Geschwisterlichkeit und Gemeinschaftsleben. Die Würde und die zwischenmenschlichen Beziehungen gehören wesentlich zum Menschen, den Gott ja als sein Abbild und ihm ähnlich erschaffen wollte. Als Geschöpfe, die mit einer unveräußerlichen Würde begabt sind, existieren wir in Beziehung zu unseren Brüdern und Schwestern, denen gegenüber wir eine Verantwortung tragen und uns solidarisch verhalten. Ohne diese Beziehung würde man weniger menschlich sein. Gerade deshalb stellt die Gleichgültigkeit eine Bedrohung für die Menschheitsfamilie dar. Während wir uns auf den Weg in ein neues Jahr begeben, möchte ich alle einladen, diesen Sachverhalt zu erkennen, um die Gleichgültigkeit zu überwinden und den Frieden zu erringen.

Einige Formen der Gleichgültigkeit

3. Gewiss, die Haltung des Gleichgültigen – dessen, der sein Herz verschließt, um die anderen nicht in Betracht zu ziehen, der die Augen schließt, um nicht zu sehen, was ihn umgibt, oder ausweicht, um nicht von den Problemen anderer berührt zu werden – kennzeichnet einen Menschentyp, der ziemlich verbreitet und in jeder geschichtlichen Epoche anzutreffen ist. Doch in unseren Tagen hat sie entschieden den individuellen Bereich überschritten, um eine globale Dimension anzunehmen und das Phänomen der „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ zu erzeugen.
Die erste Form der Gleichgültigkeit in der menschlichen Gesellschaft ist die gegenüber Gott, aus der auch die Gleichgültigkeit gegenüber dem Nächsten und gegenüber der Schöpfung entspringt. Es ist dies eine der schwerwiegenden Nachwirkungen eines falschen Humanismus und des praktischen Materialismus in Kombination mit einem relativistischen und nihilistischen Denken. Der Mensch meint, der Urheber seiner selbst, seines Lebens und der Gesellschaft zu sein. Er fühlt sich unabhängig und trachtet nicht nur danach, den Platz Gottes einzunehmen, sondern völlig ohne Gott auszukommen. Folglich meint er, niemandem etwas schuldig zu sein außer sich selbst, und beansprucht, nur Rechte zu besitzen.[4] Gegen dieses irrige Selbstverständnis des Menschen erinnerte Benedikt XVI. daran, dass weder der Mensch, noch seine Entwicklung in der Lage sind, sich selbst ihren letzten Sinn zu geben.[5] Und vor ihm hatte Paul VI. bekräftigt: »Nur jener Humanismus also ist der wahre, der sich zum Absoluten hin öffnet, in Dank für eine Berufung, die die richtige Auffassung vom menschlichen Leben schenkt.«[6]
Die Gleichgültigkeit gegenüber dem Nächsten nimmt verschiedene Gesichter an. Es gibt Menschen, die gut informiert sind, Radio hören, Zeitungen lesen oder Fernsehprogramme verfolgen, das aber mit innerer Lauheit tun, gleichsam in einem Zustand der Gewöhnung. Diese Leute haben eine vage Vorstellung von den Tragödien, welche die Menschheit quälen, fühlen sich aber nicht betroffen, spüren kein Mitleid. Das ist die Haltung dessen, der Bescheid weiß, aber den Blick, das Denken und das Handeln auf sich selbst gerichtet hält. Leider müssen wir feststellen, dass die Zunahme der Informationen gerade in unserer Zeit von sich aus keine Zunahme an Aufmerksamkeit für die Probleme bedeutet, wenn sie nicht mit einer Öffnung des Bewusstseins im Sinn der Solidarität einhergeht.[7] Ja, sie kann eine gewisse Sättigung nach sich ziehen, die betäubt und den Ernst der Probleme einigermaßen relativiert. »Einige finden schlicht Gefallen daran, die Armen und die armen Länder mit ungebührlichen Verallgemeinerungen der eigenen Übel zu beschuldigen und sich einzubilden, die Lösung in einer ,Erziehung‘ zu finden, die sie beruhigt und in gezähmte, harmlose Wesen verwandelt. Das wird noch anstößiger, wenn die Ausgeschlossenen jenen gesellschaftlichen Krebs wachsen sehen, der die in vielen Ländern – in den Regierungen, im Unternehmertum und in den Institutionen – tief verwurzelte Korruption ist, unabhängig von der politischen Ideologie der Regierenden.«[8]
In anderen Fällen zeigt sich die Gleichgültigkeit in Form eines Mangels an Aufmerksamkeit gegenüber der umliegenden Wirklichkeit, besonders der weiter entfernten. Einige Menschen ziehen es vor, nicht zu suchen, sich nicht zu informieren, und leben ihren Wohlstand und ihre Bequemlichkeit in Taubheit gegenüber dem schmerzvollen Aufschrei der leidenden Menschheit. Fast ohne es zu bemerken, sind wir unfähig geworden, Mitleid mit den anderen, mit ihrem Unglück zu empfinden. Wir haben kein Interesse daran, uns um sie zu kümmern, als sei das, was ihnen geschieht, eine uns fern liegende Verantwortung, die uns nichts angeht.[9] So kommt es, dass wir, »wenn es uns gut geht und wir uns wohl fühlen, die anderen gewiss vergessen (was Gott Vater niemals tut); dass wir uns nicht für ihre Probleme, für ihre Leiden und für die Ungerechtigkeiten interessieren, die sie erdulden… Dann verfällt unser Herz der Gleichgültigkeit: Während es mir relativ gut geht und ich mich wohl fühle, vergesse ich jene, denen es nicht gut geht«[10].
Da wir in einem gemeinsamen Haus leben, dürfen wir nicht unterlassen uns zu fragen, wie es um seine Gesundheit steht – in der Enzyklika Laudato si’ habe ich das zu tun versucht. Die Verschmutzung von Wasser und Luft, die wahllose Ausbeutung der Wälder, die Zerstörung der Umwelt sind oft Frucht der Gleichgültigkeit des Menschen gegenüber den anderen, denn alles steht miteinander in Beziehung. Wie auch das Verhalten des Menschen gegenüber den Tieren seine Beziehungen zu den anderen beeinflusst[11] – ganz zu schweigen von denen, die sich erlauben, woanders das zu tun, was sie im eigenen Hause nicht zu tun wagen[12].
In diesen und anderen Fällen verursacht die Gleichgültigkeit vor allem Verschlossenheit und Teilnahmslosigkeit und trägt so schließlich zum Fehlen von Frieden mit Gott, mit dem Nächsten und mit der Schöpfung bei.

Die Bedrohung des Friedens durch die globalisierte Gleichgültigkeit

4. Die Gleichgültigkeit gegenüber Gott überschreitet den persönlichen und geistigen Bereich des Einzelnen und greift auf den öffentlichen und gesellschaftlichen Bereich über. So bemerkte Benedikt XVI.: Es gibt »eine enge Verbindung zwischen der Verherrlichung Gottes und dem Frieden der Menschen auf Erden«.[13] Denn »ohne eine Offenheit auf das Transzendente hin wird der Mensch tatsächlich leicht zur Beute des Relativismus, und dann fällt es ihm schwer, gerecht zu handeln und sich für den Frieden einzusetzen«.[14] Das Vergessen und die Leugnung Gottes, die den Menschen dazu verleiten, keinen Maßstab mehr über sich anzuerkennen und nur sich selbst zum Maßstab zu nehmen, haben maßlose Grausamkeit und Gewalt hervorgebracht.[15]
Auf individueller und gemeinschaftlicher Ebene nimmt die Gleichgültigkeit gegenüber dem Nächsten – eine Tochter der Gleichgültigkeit gegenüber Gott – die Züge der Trägheit und der Teilnahmslosigkeit an. Diese bilden einen Nährboden, auf dem Situationen von Ungerechtigkeit und schwerwiegendem sozialen Ungleichgewicht fortdauern, die dann ihrerseits zu Konflikten führen können oder in jedem Fall ein Klima der Unzufriedenheit erzeugen, das Gefahr läuft, früher oder später in Gewalt und Unsicherheit zu eskalieren.
In diesem Sinn stellen die Gleichgültigkeit und die daraus folgende Teilnahmslosigkeit eine schwere Verfehlung in Bezug auf die Pflicht eines jeden Menschen dar, entsprechend seinen Fähigkeiten und der Rolle, die er in der Gesellschaft spielt, zum Gemeinwohl beizutragen, im Besonderen zum Frieden, der eines der wertvollsten Güter der Menschheit ist.[16]
Wenn die Gleichgültigkeit dann die institutionelle Ebene betrifft – Gleichgültigkeit gegenüber dem anderen, gegenüber seiner Würde, seinen Grundrechten und seiner Freiheit – und mit einer von Profitdenken und Genusssucht geprägten Kultur gepaart ist, begünstigt und manchmal auch rechtfertigt sie Handlungen und politische Programme, die schließlich den Frieden bedrohen. Eine solche Haltung der Gleichgültigkeit kann auch so weit gehen, im Hinblick auf die Verfolgung des eigenen Wohlstands oder jenes der Nation einige tadelnswerte Formen der Wirtschaftspolitik zu rechtfertigen, die zu Ungerechtigkeiten, Spaltungen und Gewalt führen. Nicht selten zielen nämlich die wirtschaftlichen und politischen Pläne der Menschen auf die Erlangung oder die Erhaltung von Macht und Reichtum ab, sogar um den Preis, die Rechte und die fundamentalen Bedürfnisse der anderen mit Füßen zu treten. Wenn die Bevölkerungen sehen, dass ihnen ihre Grundrechte wie Nahrung, Wasser, medizinische Versorgung oder Arbeit verweigert werden, sind sie versucht, sich diese mit Gewalt zu verschaffen.[17]
Darüber hinaus schafft die Gleichgültigkeit gegenüber der natürlichen Umwelt durch die Begünstigung von Entwaldung, Luftverschmutzung und Naturkatastrophen, die ganze Gemeinschaften aus ihrem Lebensbereich entwurzeln und ihnen Unstabilität und Unsicherheit aufzwingen, neue Formen der Armut und neue Situationen der Ungerechtigkeit mit häufig unheilvollen Konsequenzen hinsichtlich der Sicherheit und des sozialen Friedens. Wie viele Kriege sind geführt worden und werden noch geführt werden aufgrund des Mangels an Ressourcen oder um der unersättlichen Nachfrage nach natürlichen Ressourcen zu entsprechen?[18]

Von der Gleichgültigkeit zur Barmherzigkeit: die Umkehr des Herzens

5. Als ich vor einem Jahr in der Botschaft zum Weltfriedenstag „Nicht mehr Knechte, sondern Brüder“ an das erste biblische Bild der menschlichen Geschwisterbeziehung – das von Kain und Abel (vgl. Gen 4,1-16) – erinnerte, sollte das die Aufmerksamkeit darauf lenken, wie diese erste Geschwisterbeziehung verraten worden ist. Kain und Abel sind Brüder. Beide entstammen sie demselben Schoß, besitzen die gleiche Würde und sind als Abbild Gottes und ihm ähnlich erschaffen; aber ihre kreatürliche Brüderlichkeit zerbricht. »Kain erträgt nicht nur nicht seinen Bruder Abel, sondern aus Neid tötet er ihn.«[19] So wird der Brudermord die Form des Verrats, und die Ablehnung der Brüderlichkeit Abels durch Kain ist der erste Bruch in den familiären Beziehungen der Geschwisterlichkeit, der Solidarität und der gegenseitigen Achtung.
Gott greift dann ein, um den Menschen für seinen Mitmenschen zur Verantwortung zu ziehen, und er tut es genauso, wie er es tat, als Adam und Eva, die ersten Eltern, die Gemeinschaft mit dem Schöpfer gebrochen hatten. »Da sprach der Herr zu Kain: ,Wo ist dein Bruder Abel?‘ Er entgegnete: ,Ich weiß es nicht. Bin ich der Hüter meines Bruders?‘ Der Herr sprach: ,Was hast du getan? Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden!‘« (Gen 4,9-10).
Kain gibt vor, nicht zu wissen, was mit seinem Bruder geschehen ist, und sagt, er sei nicht dessen Hüter. Er fühlt sich nicht verantwortlich für sein Leben, für sein Geschick. Er fühlt sich nicht betroffen. Er ist seinem Bruder gegenüber gleichgültig, obwohl sie durch ihre gemeinsame Herkunft miteinander verbunden sind. Wie traurig! Was für ein geschwisterliches, familiäres und menschliches Drama! Dies ist die erste Erscheinung der Gleichgültigkeit unter Brüdern. Gott hingegen ist nicht gleichgültig: Das Blut Abels ist in seinen Augen sehr wertvoll, er verlangt von Kain, Rechenschaft darüber abzulegen. Gott offenbart sich also vom Anbeginn der Menschheit an als derjenige, der sich für das Geschick der Menschen interessiert. Als sich später die Söhne Israels in Ägypten in der Sklaverei befinden, greift Gott von neuem ein. Er sagt zu Mose: »Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen, und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne ihr Leid. Ich bin herabgestiegen, um sie der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen« (Ex 3,7-8). Es ist wichtig, auf die Verben zu achten, die das Eingreifen Gottes beschreiben: Er sieht, hört, kennt, steigt herab und entreißt, d.h. befreit. Gott ist nicht gleichgültig. Er ist aufmerksam und handelt.
Auf die gleiche Weise ist Gott in seinem Sohn Jesus herabgestiegen unter die Menschen, hat Fleisch angenommen und hat sich in allem, außer der Sünde, solidarisch mit der Menschheit gezeigt. Jesus hat sich mit der Menschheit identifiziert als »der Erstgeborene von vielen Brüdern« (Röm 8,29). Er begnügte sich nicht damit, die Menschenmenge zu unterweisen, sondern er kümmerte sich um sie, besonders wenn er sah, dass sie hungrig (vgl. Mk 6,34-44) oder arbeitslos (vgl. Mt 20,3) waren. Sein Blick war nicht nur auf die Menschen gerichtet, sondern auch auf die Fische im Meer, die Vögel des Himmels, die kleinen und großen Pflanzen und Bäume; er umfasste die gesamte Schöpfung. Jesus sieht, gewiss, aber er beschränkt sich nicht darauf, denn er berührt die Menschen, spricht mit ihnen, handelt zu ihren Gunsten und tut denen Gutes, die bedürftig sind. Und nicht nur das, sondern er lässt sich innerlich erschüttern und weint (vgl. Joh 11,33-44). Und er handelt, um dem Leiden, der Traurigkeit, dem Elend und dem Tod ein Ende zu bereiten.
Jesus lehrt uns, barmherzig zu sein wie der himmlische Vater (vgl. Lk 6,36). In dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter (vgl. Lk 10,29-37) prangert er die unterlassene Hilfeleistung angesichts der dringenden Not der Mitmenschen an: »Er sah ihn und ging weiter« (Lk 10,31.32). Zugleich fordert er durch dieses Beispiel seine Hörer – und besonders seine Jünger – auf zu lernen, anzuhalten vor den Leiden dieser Welt, um sie zu lindern; vor den Wunden der anderen, um sie zu pflegen mit den Mitteln, über die man verfügt, angefangen bei der eigenen Zeit, trotz der vielen Beschäftigungen. Die Gleichgültigkeit sucht nämlich immer nach Ausreden: in der Beachtung ritueller Vorschriften, in der Menge der zu erledigenden Dinge, in den Gegensätzen, die uns auf Distanz voneinander halten, in den Vorurteilen aller Art, die uns daran hindern, dem anderen ein Nächster zu werden.
Die Barmherzigkeit ist das „Herz“ Gottes. Darum muss sie auch das Herz all derer sein, die sich als Glieder der einen großen Familie seiner Kinder erkennen; ein Herz, das überall dort heftig schlägt, wo die Menschenwürde – ein Widerschein von Gottes Angesicht in seinen Geschöpfen – auf dem Spiel steht. Jesus warnt uns: Die Liebe zu den anderen – den Fremden, den Kranken, den Gefangenen, den Obdachlosen und sogar den Feinden – ist der Maßstab Gottes zur Beurteilung unserer Taten. Davon hängt unser ewiges Geschick ab. So ist es nicht verwunderlich, dass der Apostel Paulus die Christen von Rom auffordert, sich zu freuen mit den Fröhlichen und zu weinen mit den Weinenden (vgl. Röm 12,15) oder dass er den Korinthern ans Herz legt, Sammlungen zu organisieren als Zeichen der Solidarität mit den leidenden Gliedern der Kirche (vgl. 1 Kor 16,2-3). Und der heilige Johannes schreibt: »Wenn jemand Vermögen hat und sein Herz vor dem Bruder verschließt, den er in Not sieht, wie kann die Gottesliebe in ihm bleiben?« (1 Joh 3,17; vgl. Jak 2,15-16).
Darum ist es »entscheidend für die Kirche und für die Glaubwürdigkeit ihrer Verkündigung, dass sie in erster Person die Barmherzigkeit lebt und bezeugt! Ihre Sprache und ihre Gesten müssen die Barmherzigkeit vermitteln und so in die Herzen der Menschen eindringen und sie herausfordern, den Weg zurück zum Vater einzuschlagen. Die erste Wahrheit der Kirche ist die Liebe Christi. Die Kirche macht sich zur Dienerin und Mittlerin dieser Liebe, die bis zur Vergebung und zur Selbsthingabe führt. Wo also die Kirche gegenwärtig ist, dort muss auch die Barmherzigkeit des Vaters sichtbar werden. In unseren Pfarreien, Gemeinschaften, Vereinigungen und Bewegungen, d.h. überall wo Christen sind, muss ein jeder Oasen der Barmherzigkeit vorfinden können.«[20]
So sind auch wir aufgerufen, aus der Liebe, dem Mitgefühl, der Barmherzigkeit und der Solidarität ein wirkliches Lebensprogramm zu machen, einen Verhaltensstil in unseren Beziehungen untereinander.[21] Das verlangt die Umkehr des Herzens: dass die Gnade Gottes unser Herz von Stein in ein Herz von Fleisch verwandelt (vgl. Ez 36,26), das fähig ist, sich den anderen mit echter Solidarität zu öffnen. Diese ist nämlich viel mehr als »ein Gefühl vagen Mitleids oder oberflächlicher Rührung wegen der Leiden so vieler Menschen nah oder fern«[22]. Die Solidarität ist »die feste und beständige Entschlossenheit, sich für das Gemeinwohl einzusetzen, das heißt, für das Wohl aller und eines jeden, weil wir alle für alle verantwortlich sind«[23], denn das Mitgefühl geht aus der Brüderlichkeit hervor.
So verstanden ist die Solidarität das moralische und soziale Verhalten, das am besten der Bewusstwerdung der Plagen unserer Zeit und der unleugbaren Interdependenz entspricht – einer besonders in einer globalisierten Welt ständig zunehmenden Interdependenz zwischen dem Leben des Einzelnen und seiner Gemeinschaft an einem bestimmten Ort und dem Leben anderer Menschen in der übrigen Welt.[24]


Eine Kultur der Solidarität und der Barmherzigkeit fördern, um die Gleichgültigkeit zu überwinden

6. Die Solidarität als moralische Tugend und soziales Verhalten, eine Frucht der persönlichen Umkehr, erfordert ein Engagement vieler Einzelner, die im Erziehungs- und Bildungswesen Verantwortung tragen.
Ich denke zunächst an die Familien, die zu einer vorrangigen und unabdingbaren Erziehungsaufgabe berufen sind. Sie bilden den ersten Ort, an dem die Werte der Liebe und der Geschwisterlichkeit, des Zusammenlebens und des Miteinander-Teilens, der Aufmerksamkeit und der Sorge für den anderen gelebt und vermittelt werden. Sie sind auch der bevorzugte Bereich für die Weitergabe des Glaubens, angefangen von jenen ersten einfachen Gesten der Frömmigkeit, die die Mütter ihren Kindern beibringen.[25]
Die Erzieher und die Lehrer, die in der Schule oder in den verschiedenen Kinder- und Jugendzentren die anspruchsvolle Aufgabe haben, die jungen Menschen zu erziehen, sind berufen sich bewusst zu machen, dass ihre Verantwortung die moralische, spirituelle und soziale Dimension des Menschen betrifft. Die Werte der Freiheit, der gegenseitigen Achtung und der Solidarität können vom frühesten Alter an vermittelt werden. In einem Wort an die Verantwortlichen der Einrichtungen, die Erziehungsaufgaben haben, sagte Benedikt XVI.: »Möge jeder Bereich pädagogischer Arbeit ein Ort der Offenheit gegenüber dem Transzendenten und gegenüber den anderen sein; ein Ort des Dialogs, des Zusammenhalts und des Hörens, in dem der Jugendliche spürt, dass seine persönlichen Möglichkeiten und inneren Werte zur Geltung gebracht werden, und lernt, seine Mitmenschen zu schätzen. Mögen sie dazu anleiten, die Freude zu empfinden, die daraus entspringt, dass man Tag für Tag Liebe und Mitgefühl gegenüber dem Nächsten praktiziert und sich aktiv am Aufbau einer menschlicheren und brüderlicheren Gesellschaft beteiligt.«[26]
Auch die Kulturanbieter und die Betreiber der sozialen Kommunikationsmittel tragen eine Verantwortung auf dem Gebiet der Erziehung und der Bildung, besonders in den zeitgenössischen Gesellschaften, in denen der Zugriff auf Informations- und Kommunikationsmittel immer stärker verbreitet ist. Ihre Aufgabe ist vor allem, sich in den Dienst der Wahrheit und nicht der Partikularinteressen zu stellen. Denn die Kommunikationsmittel »informieren nicht nur den Geist ihrer Adressaten, sondern sie formen ihn auch und können folglich beträchtlich zur Erziehung der Jugendlichen beitragen. Es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass die Verbindung zwischen Erziehung und Kommunikation äußerst eng ist: Die Erziehung ereignet sich ja durch Kommunikation, welche die Bildung des Menschen positiv oder negativ beeinflusst«.[27] Die Kulturanbieter und die Betreiber der Medien müssten auch darüber wachen, dass die Weise, wie die Informationen erhalten und verbreitet werden, immer rechtlich und moralisch zulässig ist.

Der Friede – Frucht einer Kultur der Solidarität, der Barmherzigkeit und des Mitgefühls

7. Im Bewusstsein der Bedrohung durch eine Globalisierung der Gleichgültigkeit dürfen wir aber nicht unterlassen anzuerkennen, dass sich in die oben beschriebene Gesamtsituation auch zahlreiche positive Initiativen und Aktionen einfügen, die das Mitgefühl, die Barmherzigkeit und die Solidarität bezeugen, zu denen der Mensch fähig ist.
Ich möchte einige Beispiele lobenswerten Engagements erwähnen, die zeigen, wie jeder die Gleichgültigkeit überwinden kann, wenn er sich entscheidet, seinen Blick nicht von seinem Nächsten abzuwenden – Beispiele für gute Formen konkreten Handelns auf dem Weg zu einer menschlicheren Gesellschaft.
Es gibt viele Nichtregierungsorganisationen und karitative Gruppen in und außerhalb der Kirche, deren Mitglieder im Fall von Epidemien, Unglücken oder bewaffneten Konflikten Mühen und Gefahren auf sich nehmen, um die Verletzten und die Kranken zu pflegen und die Toten zu begraben. Neben ihnen möchte ich die Personen und Vereinigungen erwähnen, die den Migranten Hilfe bringen, die auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen Wüsten durchziehen und Meere überqueren. Diese Taten sind Werke der leiblichen und geistigen Barmherzigkeit, nach denen wir am Ende unseres Lebens gerichtet werden.
Ich denke auch an die Journalisten und Fotografen, die die Öffentlichkeit über schwierige Situationen informieren, die an die Gewissen appellieren, sowie an diejenigen, die sich für die Verteidigung der Menschenrechte einsetzen, besonders für die der ethnischen und religiösen Minderheiten, der indigenen Völker, der Frauen und Kinder und aller, die in Situationen größerer Verwundbarkeit leben. Unter ihnen gibt es auch viele Priester und Missionare, die als gute Hirten trotz der Gefahren und Entbehrungen – besonders während bewaffneter Konflikte – an der Seite ihrer Gläubigen bleiben und sie unterstützen.
Und außerdem: Wie viele Familien bemühen sich inmitten zahlreicher sozialer und arbeitsbezogener Schwierigkeiten konkret und um den Preis vieler Opfer, ihre Kinder „gegen den Strom“ zu den Werten der Solidarität, des Mitgefühls und der Geschwisterlichkeit zu erziehen! Wie viele Familien öffnen Notleidenden wie den Flüchtlingen und Migranten ihre Herzen und ihre Häuser! Ich möchte in besonderer Weise allen Einzelpersonen, Familien, Pfarreien, Ordensgemeinschaften, Klöstern und Heiligtümern danken, die umgehend auf meinen Aufruf reagiert haben, eine Flüchtlingsfamilie aufzunehmen.[28]
Schließlich möchte ich die Jugendlichen erwähnen, die sich zusammentun, um Projekte der Solidarität zu verwirklichen, sowie alle, die ihre Hände öffnen, um dem notleidenden Nächsten in ihren Städten, in ihrem Land oder in anderen Regionen der Welt zu helfen. Allen, die sich in Aktionen dieser Art engagieren, auch wenn diese nicht öffentlich bekannt werden, möchte ich danken und sie ermutigen: Ihr Hunger und Durst nach Gerechtigkeit wird gesättigt werden, ihre Barmherzigkeit wird sie selbst Barmherzigkeit finden lassen, und insofern sie Friedenstifter sind, werden sie Kinder Gottes genannt werden (vgl. Mt 5,6-9).

Der Friede im Zeichen des Jubiläums der Barmherzigkeit

8. Im Geist des Jubiläums der Barmherzigkeit ist jeder aufgerufen zu erkennen, wie sich die Gleichgültigkeit in seinem eigenen Leben zeigt, und ein konkretes Engagement zu übernehmen, um dazu beizutragen, die Wirklichkeit, in der er lebt, zu verbessern, ausgehend von der eigenen Familie, der Nachbarschaft oder dem Arbeitsbereich.
Auch die Staaten sind zu konkreten Taten aufgerufen, zu mutigen Gesten gegenüber den Schwächsten ihrer Gesellschaft wie den Gefangenen, den Migranten, den Arbeitslosen und den Kranken.
Was die Häftlinge betrifft, erscheint es in vielen Fällen dringend, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Lebensbedingungen in den Gefängnissen zu verbessern. Dabei sollte man denen, die ihrer Freiheit beraubt sind und noch auf ihr Urteil warten, eine besondere Aufmerksamkeit schenken[29], bei der Verbüßung der Strafe die Zielsetzung der Rehabilitation im Sinn haben und die Möglichkeit erwägen, in die nationalen Gesetzgebungen alternative Strafen zur Gefängnishaft einzufügen. In diesem Zusammenhang möchte ich meinen Appell an die staatlichen Autoritäten erneuern, die Todesstrafe dort, wo sie noch in Kraft ist, abzuschaffen und die Möglichkeit einer Begnadigung in Betracht zu ziehen.
In Bezug auf die Migranten möchte ich dazu einladen, die Gesetzgebungen über die Migration zu überdenken, damit sie – in der Achtung der wechselseitigen Pflichten und Verantwortungen – von Aufnahmebereitschaft geprägt sind und die Integration der Migranten vereinfachen können. Aus dieser Sicht müsste den Aufenthaltsbedingungen der Migranten eine besondere Aufmerksamkeit gelten, wenn man bedenkt, dass das Leben im Untergrund die Gefahr birgt, sie in die Kriminalität zu ziehen.
Außerdem möchte ich in diesem Jubiläumsjahr einen dringenden Appell an die Verantwortlichen der Staaten richten, konkrete Taten zugunsten unserer Brüder und Schwestern zu vollziehen, die unter dem Mangel an Arbeit, Land und Wohnung leiden. Ich denke an die Schaffung von Arbeitsplätzen mit würdiger Arbeit, um der sozialen Plage der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken, die eine große Anzahl von Familien und von Jugendlichen betrifft und sehr ernste Folgen für den Zusammenhalt der gesamten Gesellschaft hat. Keine Arbeit zu haben schwächt in hohem Maße das Empfinden für die eigene Würde, lässt die Hoffnung schwinden und kann nur zum Teil durch die – wenn auch notwendigen – Hilfen aufgewogen werden, die für die Arbeitslosen und ihre Familien bestimmt sind. Eine spezielle Aufmerksamkeit müsste den – im Arbeitsbereich leider noch diskriminierten – Frauen gewidmet werden sowie einigen Kategorien von Beschäftigten, deren Arbeitsbedingungen unsicher oder gefährlich sind und deren Besoldung der Bedeutung ihrer sozialen Aufgabe nicht angemessen ist.
Zum Schluss möchte ich dazu auffordern, wirksame Schritte zu unternehmen, um die Lebensbedingungen der Kranken zu verbessern, indem allen der Zugang zu medizinischer Behandlung und lebensnotwendigen Medikamenten einschließlich der Möglichkeit zu häuslicher Pflege gewährleistet wird.
Die Verantwortungsträger der Staaten sind auch aufgerufen, mit einem Blick über die eigenen Grenzen hinaus ihre Beziehungen zu den anderen Völkern zu erneuern und allen eine wirkliche Einschließung und Beteiligung am Leben der internationalen Gemeinschaft zu erlauben, damit die Brüderlichkeit auch innerhalb der Familie der Nationen verwirklicht wird.
Aus dieser Sicht möchte ich an alle einen dreifachen Appell richten: Abstand davon zu nehmen, andere Völker in Konflikte oder Kriege zu verwickeln, die nicht nur ihre materiellen und kulturellen Güter sowie ihre sozialen Errungenschaften zerstören, sondern auch – und auf lange Sicht – die moralische und geistige Integrität; die internationalen Schulden der ärmsten Länder zu streichen oder annehmbar zu verwalten; Formen einer Politik der Zusammenarbeit anzuwenden, die sich nicht der Diktatur einiger Ideologien beugen, sondern stattdessen die Werte der örtlichen Bevölkerungen respektieren und keinesfalls das fundamentale und unveräußerliche Recht der Ungeborenen auf Leben verletzen.
Ich vertraue diese Überlegungen – zusammen mit meinen besten Wünschen für das neue Jahr – der Fürsprache Marias an, der für die Nöte der Menschheit aufmerksamen Mutter, damit sie für uns von ihrem Sohn Jesus, dem Friedensfürsten, die Erhörung unserer Gebete und den Segen für unseren täglichen Einsatz zugunsten einer brüderlichen und solidarischen Welt erbitte.


Aus dem Vatikan, am 8. Dezember 2015,
Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau Maria,
Eröffnung des Außerordentlichen Jubiläums der Barmherzigkeit



[1] Zweites Vatikanisches Konzil, Past. Konst. Gaudium et spes, 1.
[2] Vgl. ebd., 3.
[3] Verkündigungsbulle des Außerordentlichen Jubiläums der Barmherzigkeit Misericordiae Vultus, 14-15.
[4] Vgl. Benedikt XVI., Enzyklika Caritas in veritate, 43.
[5] Vgl. ebd., 16.
[6] Enzyklika Populorum progressio, 42.
[7] »Die zunehmend globalisierte Gesellschaft macht uns zu Nachbarn, aber nicht zu Geschwistern. Die Vernunft für sich allein ist imstande, die Gleichheit unter den Menschen zu begreifen und ein bürgerliches Zusammenleben herzustellen, aber es gelingt ihr nicht, Brüderlichkeit zu schaffen« (Benedikt XVI., Enzyklika Caritas in veritate, 19).
[8] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 60.
[9] Vgl. ebd., 54.
[10] Botschaft zur österlichen Bußzeit 2015.
[11] Vgl. Enzyklika Laudato si’, 92.
[12] Vgl. ebd., 51.
[13] Ansprache beim Neujahrsempfang für die Mitglieder des beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomatischen Corps (7. Januar 2013).
[14] Ebd.
[15] Vgl. Benedikt XVI., Ansprache am Tag der Reflexion, des Dialogs und des Gebets für Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt (Assisi, 27. Oktober 2011).
[16] Vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 217-237.
[17] »Solange die Ausschließung und die soziale Ungleichheit in der Gesellschaft und unter den verschiedenen Völkern nicht beseitigt werden, wird es unmöglich sein, die Gewalt auszumerzen. Die Armen und die ärmsten Bevölkerungen werden der Gewalt beschuldigt, aber ohne Chancengleichheit finden die verschiedenen Formen von Aggression und Krieg einen fruchtbaren Boden, der früher oder später die Explosion verursacht. Wenn die lokale, nationale oder weltweite Gesellschaft einen Teil ihrer selbst in den Randgebieten seinem Schicksal überlässt, wird es keine politischen Programme, noch Ordnungskräfte oder Intelligence geben, die unbeschränkt die Ruhe gewährleisten können. Das geschieht nicht nur, weil die soziale Ungleichheit gewaltsame Reaktionen derer provoziert, die vom System ausgeschlossen sind, sondern weil das gesellschaftliche und wirtschaftliche System an der Wurzel ungerecht ist. Wie das Gute dazu neigt, sich auszubreiten, so neigt das Böse, dem man einwilligt, das heißt die Ungerechtigkeit, dazu, ihre schädigende Kraft auszudehnen und im Stillen die Grundlagen jeden politischen und sozialen Systems aus den Angeln zu heben, so gefestigt es auch erscheinen mag« (Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 59).
[18] Vgl. Enzyklika Laudato si’, 31; 48.
[19] Botschaft zum Weltfriedenstag 2015, 2.
[20] Verkündigungsbulle des Außerordentlichen Jubiläums der Barmherzigkeit Misericordiae Vultus, 12.
[21] Ebd., 13.
[22] Johannes Paul II., Enzyklika Sollecitudo rei socialis, 38.
[23] Ebd.
[24] Vgl. ebd.
[25] Vgl. Ansprache bei der Generalaudienz am 7. Januar 2015.
[26] Botschaft zum Weltfriedenstag 2012, 2.
[27] Ebd.
[28] Vgl. Angelus vom 6. September 2015.
[29] Vgl. Ansprache an eine Delegation der internationalen Strafrechtsgesellschaft (23. Oktober 2014).

von esther10 01.01.2016 00:57

Exorzisten berichten 'eine außerordentliche Erhöhung der dämonischen Aktivität ", wie Papst lobt ihre Arbeit


Der Papst wurde auf einem Kongress der 300 Priester und Psychiater, die in Rom waren gesprochen, um den Einfluss des Okkultismus und Satanismus, die viele von ihnen Angst nimmt zu diskutieren

Read more: http://www.dailymail.co.uk/news/article-...l#ixzz3vzzazPME

Franziskus gesegnet Exorzisten zu helfen denen, die wegen der Teufel leiden

Verband brachte 300 Mitglieder nach Rom, um Auswirkungen des Satanismus zu diskutieren

Sie warnte Anzahl von Menschen wenden sich satanischen Praktiken "stetig"

Die Gruppe wurde die formale Anerkennung durch den Vatikan im Juni dieses Jahres gegeben

Im vergangenen Jahr erschien Papst, von einem Rollstuhl gefesselten Mann warf einen Dämon


Read more: http://www.dailymail.co.uk/news/article-...l#ixzz3vzsJrEor



http://www.dailymail.co.uk/news/article-...c-activity.html
Franziskus hat einen besonderen Segen zu einer Konvention des Exorzisten gegeben, lobte sie für 'helfen, die wegen der Arbeit des Teufels zu leiden ".
Die Internationale Vereinigung der Exorzisten brachte rund 300 Mitglieder nach Rom, um den Einfluss des Okkultismus und Satanismus, die viele von ihnen Angst auf dem Vormarsch ist zu diskutieren.


Der Papst, der oft spricht über den Kampf gegen den Satan in seinen Predigten, die durch Behandlung von Menschen, die besessen sind, zeigen, Exorzisten, dass "die Kirche begrüßt diejenigen, die an der Teufelswerke '.

Im Gespräch mit Radio Vatikan, Dr. Valter Cascioli, ein Psychiater und Sprecher der Internationalen Vereinigung der Exorzisten, warnte vor "einer außergewöhnlichen Zunahme der dämonischen Aktivität".

Er sagte, dass dies macht es noch beunruhigender, dass "die Zahl der Menschen, Drehen werden auf diese Praktiken, die psychologisch schädlich sind, geistig und moralisch, wächst ständig.

Der Verband, der katholische Priester und Psychiater zusammen bringt, wurde 1990 gegründet und angesichts formelle Anerkennung durch den Vatikan im Juni.

Dr Cascioli sagte, dass zu viele Menschen heute unterschätzen Sie der Versuchung, in "normalen dämonische Aktivitäten", die lässt sie unvorbereitet zu bekämpfen größeren Angriffen vom Teufel zu engagieren.


Im vergangenen Jahr erschien Franziskus, von einem Rollstuhl gefesselten Mann, der er vom Teufel besessen, sagte trieb einen Dämon. Der Vatikan, betonte der Papst, "nicht die Absicht, eine Teufelsaustreibung durchführen '

Read more: http://www.dailymail.co.uk/news/article-...l#ixzz3vzuHItvz

In Gesellschaften, die von der Aufschrift "hetzen, Oberflächlichkeit, übertriebenen Individualismus und Säkularisierung, fügte er hinzu," den Kampf gegen das Böse und der Teufel immer wird zu einem Notfall ".

An der Tagung, die Schuld Vater Aldo Buonaiuto das Phänomen der Halloween für einen Anstieg der dämonischen Besitz im Oktober.


Read more: http://www.dailymail.co.uk/news/article-...l#ixzz3vzt2RMIc

http://www.dailymail.co.uk/news/article-...s-reverend.html



von esther10 01.01.2016 00:41

NRW: Hannelore Kraft (SPD) entdeckt jetzt den Wert der Familie (für die Altenpflege)

Veröffentlicht: 1. Januar 2016 | Autor: Felizitas Küble


Von Peter Helmes

Hannelore Kraft, die sozialdemokratische Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, ist mit ihrer kraftlosen Politik am Ende. Träume, Schäume, Illusionen – das wird einmal über ihre politische Bilanz geschrieben werden. peter-helmes-227x300

Einer ihrer Träume handelte von „lieben Grünen“ und „Gutmenschen“, die einen ganz neuen Menschen schaffen wollen. Auch Opa und Oma sollten sich demnach umerziehen lassen – und zwar weg von der Familie. Familie ist alt, Mist und nicht gesellschaftsfähig. Der neue Mensch ist ein staatlicher, will heißen der Verfügungsgewalt des Staates total Ausgesetzter.

Da Menschen es an sich haben, alt und älter zu werden, mußte die Versorgung der Alten natürlich staatlich organisiert werden. Nachdem man die Familien erschlagen hatte, mußte der Staat einspringen. Fatal für Frau Kraftlos: Es gibt immer mehr Alte, und irgendwann werden sie betreuungsbedürftig, fallen also nach Rot-Grün der Obhut des Staates anheim. Das aber kostet Personal, nämlich Pflegekräfte.

Das Schicksal will es, daß Frau Kraft kein Geld mehr hat, um die Versorgung zu gewährleisten. Nun verfällt sie auf einen geradezu dialektischen Trick: Sie beklagt, daß die Familien zu wenig für die Altenversorgung tun und fordert eine Rückbesinnung auf die Institution Familie. Nicht ´mal ein schlechtes Gewissen hat sie dabei, waren und sind es doch in erster Linie Sozis, die an die Allzuständigkeit des Staates – von der Wiege bis zur Bahre – glauben.

Nun also soll nach ihrem Willen wieder die Familie zurück ins Geschirr und die Altenpflege übernehmen. Es ist zum Fremdschämen. Natürlich begrüßen wir Konservativen das Bekenntnis zur Familie, aber aus dem Mund einer solchen Politikerin klingt das fade.

Klaus Hildebrandt hat der Frau Ministerpräsidentin deshalb folgendes ins Stammbuch geschrieben, wobei er bezug nimimt auf einen Artikel im Bonner Generalanzeiger vom 29.12.2015:

Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Kraft,0022



nun haben endlich auch SPD und Grüne erkannt, dass es für alte und kranke Menschen besser ist, von ihren Angehörigen “zu Hause” in der “Familie” gepflegt zu werden, was auch immer man heute unter den beiden Begriffen verstehen kann.

Zunehmend beschränken sich diese nur noch auf die “Behausung” selbst und das lockere “Zusammenleben von Menschen irgendwelcher sexueller Orientierung oder sonstiger Interessen”, und wo alles nur noch mit viel Geld erkauft werden muss. Wer sich die hohen Kosten nicht leisten kann, säuft ab.

Haben Sie, Frau Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, der traditionellen Familie nicht schon genug Schaden zugefügt? So wie es jetzt bei der Pflege von Angehörigen, wenn auch auf umständlichem Wege, wohl eine Rückbesinnung auf Bewährtes geben soll, so wird sich irgendwann auch wieder die Erkenntnis durchsetzen, dass es für Kinder deutlich besser ist, zu Hause von ihren Müttern liebevoll umsorgt und erzogen zu werden, wovon letztlich die ganze Gesellschaft doch profitiert. Kleinkinder und sogar Säuglinge (U3) nur wegen politischer Förderung von Berufstätigkeit ihren Eltern zu entreißen, ist unverantwortlich.

Ungeachtet dessen begeben sich Eltern heute infolge Ihrer feministisch geprägten, allumfassenden Emanzipationspolitik mehr denn je in die finanzielle Abhängigkeit vom Staat. Ein klassischer Fall von Ideologie und Sozialismus. Selbst das Betreuungsgeld von zuletzt 150 Euro gönnten Sie den Familien nicht, obwohl dieses nur einen Bruchteil der Kita-Kosten für U3 verursachte. Ist es ein Wunder, wenn in Deutschland viel zu wenige Kinder geboren werden?

Nachdem sich Menschen – insbesondere Frauen – mangels Zeit und Energie kaum noch um ihre pflegebedürftigen Angehörigen selbst kümmern können (und oft auch nicht mehr wollen), soll nun also ein uraltes Konzept wiederbelebt und am besten auch noch politisch gut verkauft werden. Was früher überall auf der Welt und schon immer als normal und human galt, soll den Wählern nun politisch korrekt als neue “Errungenschaft” Ihrer Partei verkauft werden. Foto: Evita Gründler



Das alles sind die Ergebnisse einer völlig überzogenen Frauenpolitik, die es schnell zu beenden gilt. Gender, dessen Triebfeder schon immer der Feminismus war, hat seine Berechtigung längst verloren und sollte schon bald verboten werden.

Die Folgen dieser linken Ideologie werden immer deutlicher und treffen uns alle, aber insbesondere die Frauen selbst. Erlauben Sie mir, dass ich in diesem Zusammenhang auf einen weiteren, wenn auch kleinen, Artikel derselben gestrigen Ausgabe des General-Anzeigers bzgl. der rapide wachsenden Anzahl von Kindern in Kinderheimen hinweise, der Ihnen zu denken geben sollte. Wer diese Politik nicht durchschaut, ist entweder dumm oder naiv. Vielleicht hat er aber wegen seiner Berufstätigkeit und sonstigen vielen Verpflichtungen ja auch nicht die Zeit, sich ernsthaft mit solchen Problemen auseinander zu setzen.

Die Zeit für eine Korrektur und Rückbesinnung auf ganz normale, eben gute Werte ist mehr als reif. Dazu bietet sich gegenwärtig die AfD, die sich im Übrigen auch gegen jegliche Form der Gender-Ideologie ausspricht, wohl am ehesten an. Geben wir diesem politischen Neuling also eine faire Chance und “bekämpfen” ihn nicht mit Vokabeln wie “Pack” und “Dumpfbacken”.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Hildebrandt

P.S.: “Besänftigen” könnten Sie mich nur noch, indem Sie – für den Fall einer erneuten Regierungsbeteiligung – ein eigenständiges Familienministerium unter männlicher und heterosexueller Leitung einrichten.

Jetzt bleibt zu hoffen, daß sich die Erkenntnis über den Wert der Familie auch gegenüber Kindern durchsetzt. Denn in diesem Bereich scheint der Glaube an die Allmacht des Staates – Frau Schwesig sei´s getrommelt und gepfiffen – unausrottbar zu sein: Möglichst jung weg von den Eltern in die staatliche Obhut der Kitas, damit die „sexuelle Früherziehung“ auch wirklich klappt.

Vielleicht gewinnt die SPD ja doch einmal die Einsicht zurück, daß Kinder bei den Eltern am besten aufgehoben sind. Bei den Grünen und Knallroten ist diese Hoffnung vermutlich vergeblich – getreu deren Motto: Am Genderwesen soll das Mensch genesen.

Unser Autor Peter Helmes ist politischer Publizist, ehem. Bundesgeschäftsführer der JU (Jungen Union) und er betreibt die liberal-konservative Webseite www.conservo.wordpress.com

von esther10 01.01.2016 00:40

28. Dezember 2015 - 09.14 Uhr EST


Queen Elizabeth Weihnachtsbotschaft vielleicht das beste aller führenden Politiker der Welt

weihnachten, Queen Elizabeth

28. Dezember 2015 (Lifesitenews) - Jedes Weihnachten seit 1952, dem Jahr, sie Königin von England und dem britischen Commonwealth wurde, Queen Elizabeth hat einen Weihnachtstag Nachricht an den britischen und Commonwealth-Staaten ausgestrahlt. Ihre Botschaft war in diesem Jahr einen deutlichen Kontrast zu den öffentlichen Weihnachts Aussagen von US-Präsident Barack Obama, kanadischer Premierminister Justin Trudeau und die meisten anderen weltlichen Führer der Welt. Elizabeth offenbart, dass sie weiß noch, was Weihnachten wirklich geht, und nicht einmal ein wenig verlegen, um es anzugeben.



Im Folgenden sind einige Auszüge aus dem vollständigen Text und Video von der Weihnachtsbotschaft von der jetzt 89-Jährige, am längsten regierende Monarch jemals in der britischen Geschichte, der neben vielen anderen Dingen, persönlich gab einem saudischen Prinzen eine erschütternde Fahrt in um ihren Balmoral Estate 1998:

Viele Leute sagen, das erste Weihnachten nach dem Verlust eines geliebten Menschen ist besonders schwer. Aber es ist auch eine Zeit, um alles, was wir haben, dankbar zu sein erinnern.

Es ist wahr, dass die Welt hatte, um Momente der Dunkelheit in diesem Jahr zu konfrontieren, aber das Johannesevangelium enthält einen Vers der großen Hoffnung, der häufig zur Weihnachtslied Dienstleistungen zu lesen: "Das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfaßt ".

Der Brauch, Richtfest einen Baum geht ebenfalls auf Prince Albert ist an der Zeit. Für Baum seiner Familie, wählte er einen Engel, helfen, uns zu erinnern, dass der Schwerpunkt der Weihnachtsgeschichte ist auf eine bestimmte Familie.

Für Josef und Maria, die Umstände der Geburt Jesu - in einer stabilen - waren alles andere als ideal, aber noch schlimmer kommen, wie die Familie war gezwungen, das Land zu verlassen.

Es ist keine Überraschung, dass eine solche menschliche Geschichte noch fängt unsere Vorstellungskraft und fährt fort, alle von uns, die Christen sind, auf der ganzen Welt begeistern.

Trotz der Vertriebenen und während seines kurzen Lebens verfolgt, war unveränderliche Botschaft Christi nicht einer von Rache oder Gewalt, sondern einfach, dass wir einander lieben sollen.

Obwohl es keine einfache Botschaft zu folgen, sollten wir uns nicht entmutigen; besser gesagt, es inspiriert uns mehr anstrengen: dankbar für die Menschen, die Liebe und Glück in unser Leben zu bringen, um zu sein, und nach Wegen zu verbreiten, dass die Liebe zu anderen, wann und wo immer wir können, zu suchen.

Es gibt ein altes Sprichwort, dass "es ist besser, eine Kerze, als die Dunkelheit zu verfluchen".

Es gibt Millionen von Menschen, die Beleuchtung Kerzen der Hoffnung in unserer heutigen Welt.

Weihnachten ist eine gute Zeit, dankbar zu sein für sie und für all das bringt Licht in unserem Leben.

Ich wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest.
Image


Elizabeth bei ihrem ersten im Fernsehen übertragenen Weihnachtssendung im Jahr 1957.


https://www.lifesitenews.com/topics/faith

von esther10 01.01.2016 00:40

Video-Phänomen mit Konsequenzen: Weihnachtsmesse mit Hoverboard-Priester


Von CNA Deutsch/EWTN News

BIÑAN , 30 December, 2015 / 11:31 AM (CNA Deutsch).-
Die Reaktionen waren belustigt bis entsetzt: Dieses Video von einem philippinischen Priester macht weltweit als virales Phänomen die Runde. Darin ist zu sehen, wie er in der Christmette auf einem "Hoverboard" herumfährt und dabei Weihnachtslieder singt. Die Diözese von San Pablo auf den Philippinen, zu welcher der Priester gehört, hat nun mitgeteilt, dass das Verhalten Konsequenzen hat.

Der Priester werde die Pfarrei verlassen und eine Zeit der Reflexion über das Geschehene erhalten.

"Die Diözese von San Pablo will ein Thema ansprechen, das einen ihrer Priester betrifft" erklärte das philippinische Bistum in seiner Mitteilung "zum Thema Hoverboard".

Das Video, dessen Protagonist Pater Falbert San Jose ist, von der Kirche Unserer Lieben Frau der Wunderbaren Medaille in Biñan (Philippinen), ging um die Welt – zu Überschriften wie "Priester feiert Eucharistie auf dem Skateboard".

"Hoverboards", wie diese Geräte genannt werden, sind eine Art motorisiertes Skateboard mit zwei Rädern (eins auf jeder Seite). In jüngster Zeit waren sie Mittelpunkt internationaler Kontroversen wegen Berichten über plötzliche Explosionen aufgrund fehlerhafter Batterien.

Mehrere internationale Fluggesellschaften haben festgelegt, dass Hoverboards wegen Explosions- und Brandgefahr nicht transportiert werden dürfen.

Die Diözese von San Pablo gab an, dass am "vergangenen 24. Dezember 2015, vor dem Schlusssegen der Christmette, der Priester als eine Art Abschiedsgruß an seine Pfarreimitglieder ein Weihnachtslied sang und dabei auf einem Hoverboard im Kirchenschiff umherfuhr."

"Das war nicht gut" erklärte die Diözese. Und präzisierte, dass "die Eucharistie höchsten Respekt und Ehrerbietung verlangt".

Das kommende Jahr ist besonders bedeutsam für die Kirche auf den Philippinen, denn dort wird der 51. Internationale Eucharistische Kongress unter dem Motto "Christus unter euch, Hoffnung auf Herrlichkeit" stattfinden.

Die Heilige Messe, so weiter die Diözese von San Pablo, "ist Quelle und Höhepunkt des christlichen Lebens" und "die höchste Form der Anbetung der Kirche (...) Folglich ist es keine persönliche Zelebration, in die jeder nach eigener Lust und Laune etwas einfügen kann, um die Aufmerksamkeit der Leute zu gewinnen".

Die Diözese von San Pablo teilte weiterhin mit, dass Pater Falbert seinen Fehler eingesehen "und versprochen hat, dass so etwas nicht wieder vorkommen wird."

"Er befindet sich momentan außerhalb der Pfarrei und wird der Betrachtung zu diesem Ereignis einige Zeit widmen" erklärte die Diözese und fügte an, dass der philippinische Priester "sich für das Geschehen entschuldigen will.
http://de.catholicnewsagency.com/story/v...r-priester-0342

von esther10 01.01.2016 00:39

"Die Kirche ist kein Philosophenclub"

Er ist der mächtigste Deutsche im Vatikan. Ein Gespräch mit dem Glaubenspräfekten Gerhard Ludwig Müller über ewige Wahrheiten, erfundene Finanzskandale, antirömische Affekte – und warum Papst Franziskus kein Häretiker ist

Interview: Evelyn Finger
30. Dezember 2015, 18:49 Uhr DIE ZEIT Nr. 1/2016, 30. Dezember 2015 102 Kommentare


Glaubenswächter: Kardinal Gerhard Ludwig Müller bei einer Zeremonie im Vatikan © Franco Origlia/Getty Images

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Seite 1 — "Die Kirche ist kein Philosophenclub"
Seite 2 — "Dogmatik und Pastoral eigenen sich nicht für Machtspiele"
Seite 3 — "'Religiös begründete Gewalt' ist ein Widerspruch in sich"
DIE ZEIT: Herr Kardinal, dürfen wir fragen, wie Sie Weihnachten gefeiert haben?

Gerhard Ludwig Kardinal Müller: An Weihnachten war ich, wo ich hingehöre, im Petersdom an der Seite des Heiligen Vaters. Mit meiner Hausgemeinschaft feiere ich Weihnachten immer mit Gebet, Gesang und der Lesung des Weihnachtsevangeliums, so wie es einem deutschen Gemüt guttut.


ZEIT: Die Christen haben ein dramatisches Jahr hinter sich. Was war für Sie 2015 das Wichtigste?

Kardinal Müller: Das Wichtigste für die Glaubenskongregation ist immer dasselbe: dass wir dem Heiligen Vater in seinem Lehramt dienen und uns auch um "Delikte" gegen die Glauben oder gegen die Heiligkeit der Sakramente kümmern müssen. Wir, das sind nicht nur die 45 Mitarbeiter in unseren drei Abteilungen Glaubenslehre, Disziplin und Ehefragen, sondern auch etwa 25 Kardinäle und Bischöfe als Mitglieder sowie 30 theologische Konsultoren in Rom.

ZEIT: Sie wurden von Papst Benedikt ins Amt des Glaubenspräfekten berufen. Was hat sich für Sie unter Papst Franziskus geändert?


Dieses Interview erschien in gekürzter Fassung in der ZEIT Nr. 01 vom 30.12.2015.
Die aktuelle ZEIT können Sie am Kiosk oder hier erwerben.

Kardinal Müller: Meine Aufgabe ist unverändert. Die Kongregation dient im Auftrag des Papstes dem universalen Lehramt der Kirche – gemäß den approbierten Regeln und Statuten. Jeder Papst ist der Nachfolger des Apostels Petrus. Er stellt für die Einheit der Kirche im Glauben das "immerwährende und sichtbare Prinzip und Fundament" dar – so hat es das Zweite Vatikanische Konzil bestimmt. So wie aber Petrus als ein individueller Mensch mit seinen Stärken und Schwächen von Jesus berufen wurde, so sollen auch die Päpste ihre Mission mit ihrer Persönlichkeit ausfüllen. Sie sind keine austauschbaren Funktionäre. Die beiden Päpste, für die ich die Arbeit der Kongregation koordiniere, sind verschiedene Menschen. Das bereichert die Kirche.

ZEIT: Papst Franziskus ist angetreten, seine Kirche und insbesondere die Kurie zu erneuern. Was muss sich Ihrer Meinung nach ändern?

Kardinal Müller: Erneuerung der Kirche kann nicht das spezielle Programm eines einzelnen Papstes sein. Sie ist die permanente Aufgabe eines jeden Christen, der über eine bloß äußerliche Anhänglichkeit an das Christentum hinaus ein wahrer Anhänger Christi werden will. Es gibt aber auch epochale Herausforderungen, auf die die Kirche jeweils in ihrer Zeit antworten muss.

GERHARD LUDWIG MÜLLER
68, ist seit 2012 Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre in Rom und seit 2014 Kardinal. Der gebürtige Rheinländer steht damit an der Spitze der katholischen Zentralbehörde und bekleidet derzeit den wohl heikelsten Job in seiner Kirche. Er muss sagen, was für Christen immer galt und was doch heute neu ist. Deutsche Reformer kritisieren Müller als reaktionär, römische Reaktionäre als liberal. Müller war Bischof von Regensburg und lehrte unter anderem Dogmatik in München. Er promovierte über Dietrich Bonhoeffer, daher kennt er auch das protestantische Denken gut. Von ihm erschien zuletzt Armut. Eine Herausforderung für den Glauben (Kösel Verlag) und Katholische Dogmatik (Herder Verlag).

ZEIT: Und was heißt das für die Kurie, deren "Krankheiten" der Papst zu Weihnachten 2014 auflistete?

Kardinal Müller: Wer genau hingehört hat, der merkte, dass er selbst zur Gewissenserforschung eingeladen war. Der Papst sprach von geistlichen Versuchungen wie ein Exerzitienmeister in der Tradition seines Ordensvaters, des Heiligen Ignatius von Loyola. Niemand solllte sich dadurch in seinen Vorurteilen und Klischees bestätigt fühlen. Die Kurie ist ein Hilfsinstrument für die Regierung der Kirche. Sie steht nicht im Zentrum der Kirche. Wo immer die Eucharistie gefeiert wird, ist das Zentrum auch in einer ärmlichen Urwaldhütte. Die überproportionale mediale Aufmerksamkeit ausgerechnet für die Kurie anstatt für das Evangelium ist der beste Beweis: Ein Perspektivenwechsel ist nötig! Die Kurienmitarbeiter müssen vom Geist Petri erfüllt sein und in den Päpsten ihm dienen. Nur wer trotz aller eigenen Schwächen mit Petrus zu Jesus sagen kann "Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe", der kann auch seinem Nachfolger, dem Papst, mit vernünftigem Rat und Urteil zur Seite stehen.

ZEIT: Der römische Reformprozess, insbesondere die Reform der Finanzen, macht immer wieder Schlagzeilen. Zuletzt standen Sie selbst in der Bild-Zeitung.

Kardinal Müller: Das geht an mir vorbei. Ich bin nicht zum Präfekten der Glaubenskongregation berufen worden, um mich um ein sekundäres Thema wie die sogenannten "Finanzen des Vatikans" zu kümmern, zumal in seinen weltlichen Institutionen, die nicht zu Kurie gehören. Da gibt es andere, die das besser können und lieber machen. Seit 1965 ist unsere Kongregation fast vollständig von der Verwaltung ihrer einst beträchtlichen Güter befreit, um sich ganz ihrer geistlichen und theologischen Mission zu widmen.

ZEIT: Gab es tatsächlich eine Haussuchung in der Glaubenskongregation? Und einen ominösen Geldfund von 20.000 Euro?

Kardinal Müller: Die investigativen Phantastereien in der Yellow-Press sind sachlich haltlos und dienen nur der Störung unseres eigentlichen Auftrags. Bezeichnend ist nur, wie bereitwillig das Lächerliche statt des Ernsthaften geglaubt wird. Wir haben eine Freudenbotschaft für die Menschen guten Willens und nicht eine Schadensfreudenbotschaft für die Hämischen.

ZEIT: Ihre Kongregation ist die älteste in der Kurie. Einst war sie in ganz Europa gefürchtet als Heilige Inquisition. Warum gibt es sie noch immer?

Kardinal Müller: Die heutige Kongregation für die Glaubenslehre ist nicht nur dem Namen nach, sondern auch der Aufgabenstellung nach von der alten Römischen Inquisition verschieden. Sie besteht in dieser Form seit 1965, weil der Papst auch heute die Universalkirche nicht allein leiten kann, sondern sich dazu der Hilfe der Römischen Kirche bedient. Seit dem 16. Jahrhundert hat das Kardinalskollegium, das vorher für alle Fragen gemeinsam zuständig war, einzelne Abteilungen gebildet. Heute gibt es zehn Kongregationen, eine neue für Ehe und Familie wurde gerade gegründet. Es stimmt: Als im Jahre 1542 unsere Kongregation entstand, waren die Zeiten für die katholische Kirche schwierig, die Päpste bekämpften die reformatorischen Bewegungen und diese den Papst. Zur historischen Inquisition wären die geschichtlichen Fakten und die antikatholischen Legenden kritisch zu unterschieden. Aber heute leben wir nicht mehr im Zeitalter des Konfessionalismus, sondern im Zeitalter der Ökumene!

ZEIT: Das sagen Sie als Hüter der Glaubenslehre?! Was heißt denn Ökumene?

Kardinal Müller: Ökumene heißt, dass die Christen verschiedener Konfessionen versuchen, das Gemeinsame zu entdecken und zusammen Zeugen für Jesus Christus zu sein.

ZEIT: Trotz des Satzes im Glaubensbekenntnis Ihrer Kirche: "Ich glaube an die heilige katholische Kirche"?

Kardinal Müller: Das Attribut "katholisch" kommt in allen Glaubensbekenntnissen der Christenheit lange vor der Trennung des 16. Jahrhunderts vor. Doch gerade die beträchtlichen dogmatischen und liturgischen Unterschiede zeigen: Der Weg auf eine größere Einheit hin ist notwendig.
http://www.zeit.de/2016/01/katholische-k...eller-interview


von esther10 01.01.2016 00:36

27.12.2015

Franziskus küsst eine Jesus-Figur
© Claudio Peri (dpa)

Franziskus beginnt Programm des Heiligen Jahres
Vertrauen in die Familie behalten

Mit einem Appell zu mehr Anerkennung für Familien hat Papst Franziskus am Sonntag das Programm des Heiligen Jahres begonnen. "Verlieren wir nicht das Vertrauen in die Familie", sagte er in einem Gottesdienst für Familien im Petersdom.

Im Heiligen Jahr solle jede christliche Familie ein "bevorzugter Ort sein, wo man die Freude der Vergebung erfährt", so der Papst. Hier geschehe Erziehung zu Vergebung, "weil man die Gewissheit hat, dass man trotz der Fehler, die man machen kann, verstanden und unterstützt wird", erklärte er in seiner Predigt. Es sei schön, "einander das Herz zu öffnen, ohne irgendetwas zu verbergen". Dies sei die "wichtige Mission" von Familien, "die die Welt und die Kirche braucht wie nie zuvor".

Der Gottesdienst für Familien war nach den Eröffnungszeremonien für das Heilige Jahr, dem Aufstoßen der Heiligen Pforten von Petersdom, Lateran-Basilika und von einer Caritas-Station der erste Programmpunkt des Heiligen Jahres mit dem Papst in Rom. Franziskus hat das Jahr, das der Barmherzigkeit gewidmet ist, am 8. Dezember eröffnet. Es endet am 20. November.

Mit der Familie beten

Franziskus rief zugleich zum regelmäßigen Gebet in der Familie auf. Für einen Vater und eine Mutter gebe es nichts Schöneres, als am Anfang und zum Schluss eines Tages ihre Kinder zu segnen. Ihnen wie am Tag ihrer Taufe ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen, sei das einfachste Gebet der Eltern für ihre Kinder. Es bedeute, "sie dem Herrn anzuvertrauen, damit er ihr Schutz und ihr Halt sei in den verschiedenen Momenten des Tages".

Ebenso wichtig sei es, für eine Familie, sich auch zu einem kurzen Moment des Gebets vor dem gemeinsamen Essen zusammenzufinden, um Gott für die Gaben zu danken. So lernten die Kinder, das Empfangene mit den Notleidenden zu teilen. All dies seien zwar nur kleine Gesten.

Sie brächten aber "die bedeutende erzieherische Rolle" der Familie zum Ausdruck.

Pilgern mit der Familie

In seiner Predigt betonte der Papst weiter, dass fromme Werke wie eine Pilgerreise kein Selbstzweck sein dürften. Eine Pilgerreise mit der Familie zu unternehmen sei besonders schön. Wie jede Pilgerreise gelte jedoch auch hier, dass sie nicht ende, "wenn man das Ziel des Heiligtums erreicht hat, sondern wenn man nach Hause zurückkehrt und das Alltagsleben wieder aufnimmt und dabei die geistlichen Früchte dessen, was man erfahren hat, in die Tat umsetzt".

(KNA)
Mit einem Appell zu mehr Anerkennung für Familien hat Papst Franziskus am Sonntag das Programm des Heiligen Jahres begonnen. "Verlieren wir nicht das Vertrauen in die Familie", sagte er in einem Gottesdienst für Familien im Petersdom.

Im Heiligen Jahr solle jede christliche Familie ein "bevorzugter Ort sein, wo man die Freude der Vergebung erfährt", so der Papst. Hier geschehe Erziehung zu Vergebung, "weil man die Gewissheit hat, dass man trotz der Fehler, die man machen kann, verstanden und unterstützt wird", erklärte er in seiner Predigt. Es sei schön, "einander das Herz zu öffnen, ohne irgendetwas zu verbergen". Dies sei die "wichtige Mission" von Familien, "die die Welt und die Kirche braucht wie nie zuvor".

Der Gottesdienst für Familien war nach den Eröffnungszeremonien für das Heilige Jahr, dem Aufstoßen der Heiligen Pforten von Petersdom, Lateran-Basilika und von einer Caritas-Station der erste Programmpunkt des Heiligen Jahres mit dem Papst in Rom. Franziskus hat das Jahr, das der Barmherzigkeit gewidmet ist, am 8. Dezember eröffnet. Es endet am 20. November.

Mit der Familie beten

Franziskus rief zugleich zum regelmäßigen Gebet in der Familie auf. Für einen Vater und eine Mutter gebe es nichts Schöneres, als am Anfang und zum Schluss eines Tages ihre Kinder zu segnen. Ihnen wie am Tag ihrer Taufe ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen, sei das einfachste Gebet der Eltern für ihre Kinder. Es bedeute, "sie dem Herrn anzuvertrauen, damit er ihr Schutz und ihr Halt sei in den verschiedenen Momenten des Tages".

Ebenso wichtig sei es, für eine Familie, sich auch zu einem kurzen Moment des Gebets vor dem gemeinsamen Essen zusammenzufinden, um Gott für die Gaben zu danken. So lernten die Kinder, das Empfangene mit den Notleidenden zu teilen. All dies seien zwar nur kleine Gesten.

Sie brächten aber "die bedeutende erzieherische Rolle" der Familie zum Ausdruck.

Pilgern mit der Familie

In seiner Predigt betonte der Papst weiter, dass fromme Werke wie eine Pilgerreise kein Selbstzweck sein dürften. Eine Pilgerreise mit der Familie zu unternehmen sei besonders schön. Wie jede Pilgerreise gelte jedoch auch hier, dass sie nicht ende, "wenn man das Ziel des Heiligtums erreicht hat, sondern wenn man nach Hause zurückkehrt und das Alltagsleben wieder aufnimmt und dabei die geistlichen Früchte dessen, was man erfahren hat, in die Tat umsetzt".

(KNA)

*
Heiliges Jahr

Das Heilige Jahr ist ein Jubiläumsjahr in der katholischen Kirche. Es wird regulär alle 25 Jahre begangen. Biblisches Vorbild ist das Jubeljahr (Levitikus 25), ein alle 50 Jahre begangenes Erlassjahr. Das erste Heilige Jahr wurde 1300 von Papst Bonifatius VIII. (1294-1303) ausgerufen. Ursprünglich als Jahrhundertereignis gedacht, wurde es zunächst im Abstand von 50 und dann 33 Jahren wiederholt. Der Rhythmus von 25 Jahren besteht seit 1470.

Zentrale Elemente der Heiligen Jahre wurden die Romwallfahrt, die Heilige Pforte und der Ablass. Zum Ritual gehörte der Besuch bestimmter Kirchen in Rom. Heute gehören acht Pilgerorte dazu, darunter der Petersdom, die Lateranbasilika, die Basilika Santa Maria Maggiore und die Katakomben.

Neben den "ordentlichen" Heiligen Jahren gab es wiederholt außerordentliche Jubiläen, etwa 1566 angesichts der Bedrohung durch die Türken, 1605 zum Amtstritt von Papst Paul V., 1983 als besonderes Gedenkjahr der Erlösung, 1987 mit dem Themenschwerpunkt Maria und 2008 anlässlich der Geburt des Apostels Paulus vor 2000 Jahren. Im Jubeljahr 2000 kamen rund 25 Millionen Pilger und Besucher nach Rom. (KNA)


von esther10 01.01.2016 00:35

Diese drei Sternsinger brachten Papst Franziskus die Gaben an den Altar


Papst Franziskus mit den Sternsingern aus Bayern
Foto: Romano Siciliani

Von CNA Deutsch/EWTN News

VATIKANSTADT , 01 January, 2016 / 2:55 PM (CNA Deutsch).-
Drei Sternsinger aus Eichstätt haben während der Neujahrsmesse im Petersdom in ihren Gewändern Brot und Wein zum Altar gebracht: Stefan Waldau (10), Charlotte Schön (12) und Ulrich Bittl (12) überreichten Papst Franziskus neben den Gaben für die Eucharistie noch ein Schatzkästchen, gefüllt mit 45 sehr persönlichen Briefen. Die drei gehörten zu den rund 50 Ministranten der Dompfarrei aus Eichstätt, die den Jahreswechsel in Rom verbracht hatten. Die Gruppe ist ausgewählt worden, weil das Bistum Eichstätt Ende 2016 zum ersten Mal Gastgeber der bundesweiten Eröffnung der Sternsinger-Aktion sein wird: Die Diözese sendet die großen und kleinen Könige am 29. Dezember 2016 in Neumarkt aus.

Kurz nach dem Ende des Neujahrsgottesdienstes stand Ulrich erleichtert im Petersdom. "Ich kann es kaum beschreiben, es war fantastisch“, erzählte der Zwölfjährige. "Der Heilige Vater hat zu uns gesagt: 'Ich segne Euch'.“ Und der der Jüngste aus der Gruppe freute sich über die persönliche Ansprache von Papst Franziskus "Er hat ganz leise 'Stefan’ gesagt“. Bereits zum zwölften Mal seit 2001 durften an Neujahr Sternsinger bei der Gabenprozession im Petersdom dabei sein. "Es war voll schön und sehr aufregend“, berichtete Charlotte noch im Petersdom. Und Stefan schloss sich mit strahlenden Augen an: "Ich habe richtig gezittert. Mir wäre fast die kleine Box aus der Hand gefallen.“
http://de.catholicnewsagency.com/story/d...-den-altar-0344



von esther10 01.01.2016 00:29

30.12.2015

Abendgebet mit Bruder Alois und Kindern
© Mercedes Herran (KNA)

Taizé-Jugendtreffen in Valencia geht weiter

Appelle zur Völkerverständigung
Mit Appellen zur Völkerverständigung ist das Jugendtreffen der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé fortgesetzt worden. Rund 20.000 Jugendliche aus ganz Europa wollen mit Gebet und Gesang ein Zeichen für Frieden und Versöhnung setzen.

Wie die Bruderschaft am Mittwoch mitteilte, stellen junge Christen aus Polen (3.200), der Ukraine (2.000) und Italien (1.200) die zahlenmäßig größten Teilnehmergruppen, gefolgt von Frankreich, Spanien, Kroatien und Deutschland mit je bis zu tausend Teilnehmern zwischen 17 und 35 Jahren. Ingesamt kommen die Teilnehmer aus 52 Ländern, darunter auch Südafrika, China, Kanada, Indien, Argentinien und Chile. Auf dem Programm stehen neben den täglichen Gebetstreffen auch Workshops sowie Begegnungen mit den gastgebenden Kirchengemeinden.

Barmherzigkeit und Mitleiden

Bekanntgeworden ist Taizé durch einprägsame, meditative Lieder, die unter Christen in aller Welt verbreitet sind. Auch in Gebet und Stille sollen die Quellen des christlichen Glaubens erfahren werden. Barmherzigkeit und Mitleiden seien Werte des Evangeliums, "die auf die großen Fragen unserer Gesellschaften eine Antwort geben können", erklärte der Prior der Kommunität von Taizé, Frère Alois, am Dienstagabend: "Barmherzigkeit und Mitleiden können die Spirale der Gewalt zwischen den Menschen zum Stillstand bringen. Christen hätten eine "besondere Gabe", um Wege des Friedens und des Vertrauens zu bahnen. Der Württemberger Alois Löser ist seit 2005 Prior.

Zum Auftakt des Treffens am Montag hatten Papst Franziskus, der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., Generalsekretär Olav Fykse Tveit vom Weltkirchenrat, der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, und EU-Ratspräsident Donald Tusk Grußbotschaften an die Teilnehmer gesandt. Das Europäische Jugendtreffen soll angesichts der weltweiten Konflikte ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung sein, teilte die Bruderschaft mit. Die jungen Leute sollen dabei einen Sinn für das Leben finden und neuen Mut schöpfen, um im Alltag zu Hause Verantwortung zu übernehmen.

Gründer: Frère Roger

Seit 1978 organisieren die Brüder der Kommunität von Taizé die Jugendtreffen, die jeweils nach Weihnachten stattfinden. Zum Jahreswechsel 2013/2014 pilgerten mehr als 20.000 Teilnehmer nach Straßburg. Im vergangenen Jahr war Prag Gastgeber.

Die ökumenische Bruderschaft wurde von dem Schweizer Roger Schutz (1915-2005) gegründet. Der Pfarrerssohn wollte in der Zeit des Zweiten Weltkriegs "die Zerrissenheit unter den Christen und die Konflikte in der Menschheit" überwinden helfen. Dazu zog er sich 1940 in das kleine Dorf Taizé bei Cluny im französischen Burgund zurück.

Derzeit leben in der "Communauté de Taizé" mehr als 100 Brüder aus rund 25 Ländern. Viele arbeiten in den Armenvierteln der Welt. Ihren Lebensunterhalt bestreiten sie mit Einkünften aus ihrer Arbeit. Sie haben sich zur Ehelosigkeit sowie zu einem Leben in materieller Gütergemeinschaft verpflichtet.

(epd)

***
Taizé

Der kleine Ort Taizé im Südburg ist Sitz der ökumenischen Bruderschaft, die zum Treffpunkt für Jugendliche aus der ganzen Welt geworden ist. Ihr gehören rund 100 Brüder aus mehr als 25 Ländern an, die aus verschiedenen evangelischen und aus der katholischen Kirche stammen.
Seit im August 1974 Zehntausende zu einem "Konzil der Jugend" nach Taizé kamen, veranstalten die Brüder regelmäßig Jugendtreffen in allen Teilen der Welt. Jährlich findet zudem über Silvester in einer europäischen Großstadt ein Taizé-Treffen statt. Geleitet wird die Bruderschaft von dem deutschen Katholiken Frère Alois. Er wurde 2005 Nachfolger des von einer psychisch kranken Frau getöteten Gründers Frère Roger (Schutz, 1915-2005). Schwerpunkt der Arbeit ist neben der Ökumene die Solidarität mit den Armen und Rechtlosen in der Welt.

(kna)




von esther10 01.01.2016 00:25

31.12.2015


Taizé-Teilnehmer sitzen im Park.
© Mercedes Herran (KNA)

Taizé-Jugendtreffen in Valencia

"Kraftvolles Zeichen, um ins neue Jahr zu starten"
Das Taizé-Jugendtreffen in Valencia setzt gleich mehrfach ein Zeichen gegen Zerrissenheit - das betont Kristell Köhler vom Jugendpastoralen Zentrum CRUX. Im Interview mit domradio.de spricht sie über die Kraft gemeinsamer Gebete und Lieder.

domradio.de: Sie sind jetzt seit mehreren Tagen da, es gibt täglich Gebete und Begegnungen mit den gastgebenden Kirchengemeinden. Wen haben Sie denn da schon getroffen?

Kristell Köhler vom Jugendpastoralen Zentrum CRUX in Köln: In unserer Kirchengemeinde gibt es vor allem ganz engagierte jüngere Ehepaare und Familien, die uns aufgenommen haben. Und auch der örtliche Pfarrer hat uns einiges über die Kirchengemeinde selbst erzählt. Da wo ich untergebracht bin, das war bis vor 40 Jahren noch ein Feld nahe dem Stadtkern von Valencia. Und vor 40 Jahren ist dort ein Priester, der vorher zu Missionszwecken unterwegs war, gelandet und hat dort eine Gemeinde gegründet. Die Kirche ist eigentlich eher unscheinbar - fast im Hinterhof - ein großer Raum. Aber es gibt ganz offensichtlich ein sehr engagiertes Gemeindeleben, denn wir sind da sehr herzlich aufgenommen worden und es gibt eine große Zahl an freiwilligen Helfern aus der spanischen Gemeinde. Obwohl die selbst noch nie in Taizé waren, erzählen sie mit Begeisterung davon, was es für sie bedeutet, uns aufzunehmen. Das sind die einen Menschen, die wir getroffen haben. Die anderen sind natürlich die Brüder von Taizé. Mit Frere Alois durfte ich heute Mittag ganz kurz sprechen und ihn aus Köln grüßen.

domradio.de: Wenn ich mir das jetzt so vorstelle: Da kommen aus Europa ganz viele Jugendliche zusammen, im Namen von Taizé. Singen Sie immer den ganzen Tag?

Köhler: Wir singen schon sehr viel. Dreimal am Tag treffen wir uns ja zu den Gebeten, die sind vornehmlich geprägt durch den gemeinsamen Gesang. Aber wir singen natürlich auch drumherum. Wenn wir in die U-Bahn steigen, kann man mit der Gitarre schonmal ein "Feliz Navidad" anstimmen. Und dann erlebt man, dass eine spanische U-Bahn schnell auch ins Grölen und Schunkeln gerät. Also auch da machen wir Musik.

domradio.de: Und die tun Ihnen da nicht was ins Döschen und denken, Sie sind Straßenmusikanten in einer Straßenbahn?

Köhler: Das ist bisher noch nicht vorgekommen, aber wir schauen mal, was sich noch ergibt.

domradio.de: Jetzt hat ja der Schweizer Roger Schutz diese Bruderschaft nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Und er wollte dabei helfen - Zitat - "die Zerrissenheit unter den Christen und die Konflikte in der Menschheit zu überwinden. Ist das eine Art Geist, von der Sie gerade was spüren in Valencia.

Köhler: Ja, das glaube ich schon. Als Frere Roger die Gemeinschaft von Taizé gegründet hat, ging es ihm natürlich vor allem um die Zerrissenheit durch den Zweiten Weltkrieg. Aber ich glaube, wir erleben auch in unserer heutigen Zeit ganz viel Zerrissenheit: Die Zerrissenheit in jedem Einzelnen, der manchmal ortlos ist und nicht mehr weiß, wohin er gehört. Die Zerrissenheit natürlich, in einer Gesellschaft und in einer Welt, in der es Kriege und Terror gibt. Aber eben natürlich auch die Zerrissenheit zwischen den einzelnen Konfessionen. Es ist sehr schön zu sehen, dass zum Beispiel das Unterscheidende der Konfessionen bei so einem europäischen Jugendtreffen gar keine große Rolle spielt. In meiner Gemeinde sind orthodoxe Christen, Protestanten, Katholiken vertreten, die alle gemeinsam beten und singen und sich auf den Kern der Botschaft besinnen, nämlich die Freude über die Lebendigkeit Gottes und die Nähe Gottes in unserer Welt, durch Jesus Christus, seinen Sohn.

domradio.de: Der Prior der Kommunität von Taizé, Bruder Alois, war an Weihnachten in Homs, in Syrien, und hat dort gemeinsam mit Opfern des Bürgerkrieges Weihnachten gefeiert. Er hat davon auch in einer Meditation berichtet, da waren Sie dabei. Wie war das?

Köhler: Das war schon sehr bewegend, muss ich sagen. Zum einen finde ich es ein grandioses Zeichen der Verbundenheit und Freundschaft, dass er sich nach Homs aufgemacht hat und in einem Land, das zerrissen ist vom Krieg - auch da taucht dieses Motto wieder auf - Weihnachten feiert und dass er sich auch nicht scheut, sich für dieses Zeichen einer Gefahr auszusetzen. Er hat davon berichtet, mit welcher Freude vor allem Kinder dieses Fest dort gefeiert haben. Und er hat davon erzählt, wie Jugendliche für Kinder, die ohne Eltern sind, Geschenke organisiert und verpackt haben. Damit Kinder, die so viel Unglück und Leid erlebt haben, dieses Weihnachtsfest als ein Fest der Freude begreifen. Er sagte - ich kann es nicht mehr wörtlich wiedergeben - so viel wie bei diesem Besuch in Homs habe er selten von der ursprünglichen Botschaft des Weihnachtsfestes und des Evangeliums gespürt.

domradio.de: Wie genau begehen Sie denn jetzt in Valencia den Jahreswechsel?

Köhler: Auf jeden Fall betend, das haben wir schon miteinander organisiert. Um 23.30 Uhr werden wir in unserer Gemeinde wieder zusammenkommen - nicht nur die Jugendlichen, die zu Gast sind, sondern auch die Gastfamilien und die Organisatoren in der Gemeinde. Wir werden beten über den Jahreswechsel hinaus. Und im Anschluss gibt es dann ein "Fest der Nationen" - einzelne Nationen bereiten etwas vor, einen Gesang, einen kurzen Tanz oder ähnliches, um am Silvesterabend beziehungsweise am Neujahrsmorgen miteinander zu feiern. Aber das Gebet um den Frieden steht im Mittelpunkt dieser Silvesternacht und das ist ein sehr kraftvolles Zeichen, um ins neue Jahr zu starten.
http://www.domradio.de/themen/taize/2015...reffen-valencia
(dr)

von esther10 01.01.2016 00:21

Kommentar: 31 mal Gleichgültigkeit


Papst Franziskus unter Flüchtlingen auf Lampedusa - ANSA

01/01/2016 09:00SHARE:
Wenn man wissen will, was Papst Franziskus wichtig ist, dann reicht es manchmal, einfach mal die Worte zu zählen, zum Beispiel in der Botschaft des Papstes zum Weltfriedenstag an diesem 1. Januar.
http://de.radiovaticana.va/news/2015/12/...ltig%21/1194437
Einunddreißig Mal kommt das Wort „Gleichgültigkeit“ in diesem Text vor. Das ist eindeutig. Dazu noch andere Begriffe wie Mangel an Aufmerksamkeit, Gewöhnung, Lauheit, Teilnahmslosigkeit. Bei der Lektüre dieser Friedens-Botschaft des Papstes wird sofort deutlich, worum sich seine Gedanken in diesem Jahr drehen. Ein Kommentar im Blog von Pater Bernd Hagenkord. (rv)
http://blog.radiovatikan.de/einunddreiss...ichgueltigkeit/




von esther10 01.01.2016 00:16

Predigt von Papst Franziskus in Santa Maria Maggiore


Papst Franziskus - AFP

01/01/2016 17:28SHARE:
Die Predigt von Papst Franziskus während der Heiligen Messe in Santa Maria Maggiore, nachdem er dort die Heilige Pforte geöffnet hat, im Wortlaut.
Salve, Mater misericordiae!

Mit diesem Gruß wollen wir uns an die Jungfrau Maria wenden in der römischen Basilika, die ihr unter dem Titel „Mutter Gottes“ geweiht ist. Dieser Gruß ist der Anfang eines alten Hymnus, den wir am Ende dieser Eucharistiefeier singen werden. Er geht auf einen unbekannten Autor zurück und kam auf uns als ein Gebet, dass spontan dem Herzen der Gläubigen entspringt: „Gruß dir, Mutter der Barmherzigkeit, Mutter Gottes und Mutter der Vergebung, Mutter der Hoffnung und Mutter der Gnade, Mutter reich an heiliger Fröhlichkeit.“ In diesen wenigen Worten findet sich eine Zusammenfassung des Glaubens von Generationen von Menschen, die ihre Augen fest auf die Ikone der Jungfrau gerichtet halten und Maria um ihre Fürsprache und um Trost bitten.

Mehr denn je ist es angebracht, am heutigen Tag die Jungfrau Maria vor allem als Mutter der Barmherzigkeit anzurufen. Die Heilige Pforte, die wir geöffnet haben, ist tatsächlich eine Pforte der Barmherzigkeit. Wer immer über jene Schwelle schreitet, ist gerufen, voll Vertrauen und ohne irgendwelche Furcht in die barmherzige Liebe des Vaters einzutauchen; und er kann von dieser Basilika mit der Zuversicht wieder fortgehen, dass Maria ihn an seiner Seite begleitet. Sie ist die Mutter der Barmherzigkeit, denn sie hat in ihrem Schoß das Antlitz der göttlichen Barmherzigkeit geboren, Jesus, den Emmanuel, Erwartung aller Völker und „Fürst des Friedens“ (Jes 9,5). Der Sohn Gottes, der zu unserem Heil Fleisch annahm, hat uns seine Mutter geschenkt. Zusammen mit uns wird sie zur Pilgerin, um uns auf dem Weg unseres Lebens nicht allein zu lassen, vor allem in den Augenblicken der Unsicherheit und des Schmerzes.

Maria ist die Mutter des Gottes, der vergibt, der Vergebung schenkt, und deswegen können wir sagen, sie ist Mutter der Vergebung. Dieses Wort – „Vergebung“ –, das vom weltlichen Denken so unverstanden ist, weist hingegen auf die eigentliche, originale Frucht des christlichen Glaubens hin. Wer nicht zu vergeben weiß, hat die Fülle der Liebe noch nicht erfahren. Und nur wer wirklich liebt, ist imstande, bis zur Vergebung zu gelangen, indem er die erlittene Beleidigung vergisst. Unter dem Kreuz sieht Maria ihren Sohn, der sich selbst ganz hingibt und auf diese Weise bezeugt, was es heißt, zu lieben wie Gott liebt. In diesem Augenblick hört sie Jesus Worte sprechen, die wahrscheinlich dem entspringen, was sie selbst ihn von Kind auf gelehrt hat: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lk 23,34). In diesem Augenblick wurde Maria für uns alle zur Mutter der Vergebung. Nach dem Beispiel Jesu und mit seiner Gnade war sie fähig, denen zu vergeben, die gerade ihren unschuldigen Sohn töteten.

Für uns wird Maria zum Bild, wie die Kirche die Vergebung auf die ausdehnen muss, welche sie erflehen. Die Mutter der Vergebung lehrt die Kirche, dass die auf Golgota dargebotene Vergebung keine Grenzen kennt. Das Gesetz mit seinen Spitzfindigkeiten kann sie nicht aufhalten, noch die Weisheit der Welt mit ihren Unterscheidungen. Die Vergebung der Kirche muss die gleiche Ausdehnung haben wie die Vergebung Jesu am Kreuz und jene Marias unter dem Kreuz. Es gibt keine Alternative. Eben deswegen hat der Heilige Geist die Apostel zu wirksamen Werkzeugen der Vergebung gemacht, damit das, was vom Tod Jesu erlangt wurde, jeden Menschen an jedem Ort und zu jeder Zeit erreichen kann (vgl. Joh 20,19-23).

Der Marienhymnus fährt schließlich weiter fort: „Mutter der Hoffnung und Mutter der Gnade, Mutter reich an heiliger Fröhlichkeit.“ Die Hoffnung, die Gnade und die heilige Fröhlichkeit sind Schwestern: alle sind sie Gabe Christi, ja mehr noch, sie sind ebenso seine Namen, die sozusagen in sein Fleisch eingeschrieben sind. Das Geschenk, das uns Maria mit der Gabe Jesu Christi macht, ist das der Vergebung, die das Leben erneuert, die es dem Leben erlaubt, wieder den Willen des Vaters zu tun, und die es mit wahrer Glückseligkeit erfüllt. Diese Gnade öffnet das Herz, um mit der Freude dessen, der Hoffnung hat, auf die Zukunft zu schauen. Diese Lehre kommt auch vom Psalm: „Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist! […] Mach mich wieder froh mit deinem Heil“ (Ps 51,12.14). Die Kraft der Vergebung ist das wahre Gegenmittel zur Traurigkeit, die von Groll und Rache hervorgerufen wird. Die Vergebung öffnet für die Freude und die Gelassenheit, denn sie befreit die Seele von den Gedanken des Todes, während der Groll und die Rache den Geist aufstacheln und das Herz zerreißen, indem sie ihm die Ruhe und den Frieden wegnehmen.

Durchschreiten wir also die Heilige Pforte der Barmherzigkeit in der Gewissheit, dass die heilige Jungfrau und Mutter Maria uns begleitet, die Mutter Gottes, die für uns als Fürsprecherin eintritt. Lassen wir uns von ihr begleiten, um die Schönheit der Begegnung mit ihrem Sohn Jesus zu entdecken.

Öffnen wir weit unser Herz für die Freude über die Vergebung, und tun wir dies im Bewusstsein der vertrauensvollen Hoffnung, die uns wiedergegeben wird, um unser tägliches Leben zu einem einfachen Werkzeug der Liebe Gottes zu machen.

Und mit kindlicher Liebe rufen wir Maria mit denselben Worten an wie das Volk von Ephesus zu Zeiten des geschichtsträchtigen Konzils: „Heilige Mutter Gottes!“
(rv 01.01.2015 pdy)


von esther10 01.01.2016 00:14

Papst Franziskus: „Mehr auf die Zeichen Gottes achten”


Papst Franziskus - ANSA

31/12/2015 18:00SHARE:
Die Menschen müssen angesichts von aktuellen Krisen und Gewalt besonders auf die Zeichen Gottes achten, um die Kraft seiner barmherzigen Liebe mit Händen greifen zu können. Das sagte Papst Franziskus am Silvesterabend während der Abendandacht zum Hochfest der Gottesmutter Maria und dem Te Deum im Petersdom. Viele Tage in dem zu Ende gehenden Jahr seien von Gewalt, Tod und unaussprechlichem Leid vieler Unschuldiger gezeichnet gewesen. Flüchtlinge waren gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, zahlreichen Männern, Kindern und Frauen fehle eine feste Bleibe, Essen und Unterstützung.

„Wir müssen uns fragen, ob die Geschehnisse der Welt sich nach dem Willen Gottes verwirklicht haben, oder ob wir eher auf menschliche Werke geachtet haben, die oft von persönlichen Interessen geleitet sind, voll von unstillbarem Durst nach Macht und grundloser Gewalt,“ fuhr der Papst fort.

„Doch wie viele große Gesten der Güte, Liebe und Solidarität haben die Tage dieses Jahres gefüllt,“ betonte Franziskus. „Auch wenn man das nicht im Fernsehen zu sehen bekam!“ Diese Zeichen der Liebe dürften nicht von der Überheblichkeit des Schlechten überschattet werden. „Das Gute gewinnt immer, auch wenn es manchmal schwächer und unscheinbar wirkt.“

Der Lobgesang Te Deum sei einer von vielen Anlässen der Kirche, Gott für seine guten Werke zu loben und zu preisen. Im Gebet merkten die Gläubigen aber oft, dass die einzelne Stimme nicht ausreiche. Sie brauche die Begleitung des ganzen Volkes Gottes, das in einem einstimmigen Gesang seine Dankbarkeit zum Ausdruck bringe. „Deshalb bitten wir im Te Deum um die Hilfe der Engel, Propheten und der ganzen Schöpfung, um Gott zu preisen,“ sagte Franziskus.

Die Worte des Te Deum müssten insbesondere im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit Beachtung finden, das am 8. Dezember begonnen hat. Der Papst wies auf die letzten Worte des Te Deum: „Lass über uns dein Erbarmen geschehn, wie wir gehofft auf dich.“ „Die Barmherzigkeit lässt uns verstehen, wie wir gelebt haben und ist die Hoffnung, die uns zum Beginn des neuen Jahres begleitet“, so Franziskus.

Zum Schluss seiner Predigt ermunterte Franziskus auch die Römer dazu, im neuen Jahr die Probleme ihrer Stadt zu überwinden. Angesichts schwerer Unsicherheiten und eines mangelnden Sinnes für das Gemeinwohl, die in der Ewigen Stadt im zu Ende gehenden Jahr deutlich geworden seien, müssten die Bewohner sich stärker für Werte wie Ehrlichkeit und Solidarität einsetzen. „Das christliche Zeugnis darf in Rom nie fehlen“, so Franziskus. Rom sei aufgrund seiner Geschichte, der Fürbitte der Muttergottes, der Salus Populi Romani, privilegierter Ort der Glaubensauslegung, der Aufnahme, Brüderlichkeit und des Friedens.
„Auf dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt. In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden.“
(rv 31.12.2015 cz)

von esther10 01.01.2016 00:11

Gebet für die Bekehrung Deutschlands


erzengel_michael

Heiliger Erzengel Michael, Schirmherr der heiligen Kirche Gottes, auf Bitte Kaiser Karls des Großen und der Bischöfe seines Reiches hat das Oberhaupt der Christenheit dich zum Schutzpatron des heiligen Römischen Reiches erhoben.

Unser Volk als geschichtlicher Träger dieses Reiches hat sich über ein Jahrtausend von deinem Geist im Kampf für Gott und seine Rechte beseelen lassen und so für die einzigartige christliche Kultur gearbeitet und sie ausgebreitet. In deinem Namen und unter deinem Banner haben Kaiser Otto der Große und der heilige Bischof Ulrich von Augsburg diese christliche Kultur in großen Kämpfen gegen übermächtige heidnische Gegner sieghaft behauptet.

Der hl. Petrus Canisius, der zweite Apostel Deutschlands in den schweren Jahren der Glaubensspaltung, stellte unter deinem Patronat den wahren katholischen Glauben für große Teile unserer Heimat wieder her.

Dennoch wurde durch die protestantische Irrlehre unser Volk im Glauben gespalten und hat an seiner großen Berufung in der Geschichte des Heils gefrevelt. Unermeßliche Demütigungen und Züchtigungen haben uns daher heimgesucht. Lügengeister und falsche Idole haben unser Land verführt. Schwer lastete deswegen die Hand Gottes auf uns.

Heiliger Erzengel Michael, derallmächtige und barmherzige Gott hat dem deutschen Volk in seiner allweisen Vorsehung die äußere Einheit wieder erstehen lassen. Streite du, o Führer der himmlischen Heerscharen, in dieser Stunde unserer Geschichte für die Rechte Gottes! Erflehe unserem Volk die Einheit im katholischen Glauben und die Unterwerfung unter den Stuhl Petri. Führe uns alle zum erlösenden Kreuze Jesu Christi und zu seinem von Liebe glühenden Herzen!

Hilf uns, durch vorbildlichen Tugendwandel das Glaubens- und Sittenleben unseres Volkes von neuem zu erwecken und zu fördern. Mögen wir besonders dem Verbrechen der Tötung ungezählter Kinder im Mutterschoß sowie der sittlichen Zerrüttung durch eine schamlose Unkultur wirksam begegnen können!

Unser Vertrauen richtet sich insbesondere und rückhaltlos auf die allerseligste Jungfrau Maria, die Königin der Engel, und ihre allesvermögende Fürspräche am Gnadenstuhl der allerheiligsten Dreifaltigkeit.

Lasset uns beten:
Allmächtiger, ewiger Gott, in Deiner Hand liegt die Gewalt aller Machthaber und das Recht aller Völker, schaue gnädig auf jene, die uns kraft ihres Amtes regieren, damit allerorten unter dem Schutz Deiner Rechten die Unversehrtheit der Religion gewahrt bleibe und der Bestand des Vaterlandes gesichert sei.
http://www.katholisches.info/gebete/gebe...g-deutschlands/
(Gebet für die Staatenlenker aus dem Missale Romanum)

von esther10 01.01.2016 00:10

Papst: „Vergeben heißt Lieben“


Papst Franziskus grüßt Gläubige - OSS_ROM

01/01/2016 17:07SHARE:
Wer nicht vergeben kann, hat noch nicht die Fülle der Liebe erfahren. Das sagte Papst Franziskus am Nachmittag von Neujahr in seiner Predigt in Santa Maria Maggiore. Kurz zuvor hatte er dort die Heilige Pforte eröffnet. Damit öffnete sich die letzte Heilige Pforte der vier päpstlichen Kirchen in Rom.
Am Hochfest der Gottesmutter Maria predigte Papst Franziskus ausgehend vom Marienhymnus „Salve, Maria misericordiae!“ über die Bedeutung Mariens, ihre Barmherzigkeit und die Vergebung. Sie sei die Mutter der Barmherzigkeit selbst, denn sie habe mit Jesus die göttliche Barmherzigkeit geboren. Und somit wäre sie auch die Mutter der Vergebung, denn sie sei die Mutter des Gottes, der vergibt, erklärte Papst Franziskus. „Dieses Wort – „Vergebung“ –, das vom weltlichen Denken so unverstanden ist, weist hingegen auf die eigentliche, originale Frucht des christlichen Glaubens hin. Wer nicht zu vergeben weiß, hat die Fülle der Liebe noch nicht erfahren. Und nur wer wirklich liebt, ist imstande, bis zur Vergebung zu gelangen, indem er die erlittene Beleidigung vergisst. Unter dem Kreuz sieht Maria ihren Sohn, der sich selbst ganz hingibt und auf diese Weise bezeugt, was es heißt, zu lieben wie Gott liebt.“

So wie Jesus seinen Peinigern am Kreuz vergeben hat, so konnte auch Maria, mit der Gnade ihres Sohnes, denen vergeben, die Jesus umbrachten. Somit werde Maria auch Vorbild für die Kirche, wie sie die Vergebung ausdehnen müsse auf alle, die um Vergebung bitten. „Die Mutter der Vergebung lehrt die Kirche, dass die auf Golgota dargebotene Vergebung keine Grenzen kennt. Das Gesetz mit seinen Spitzfindigkeiten kann sie nicht aufhalten, noch die Weisheit der Welt mit ihren Unterscheidungen. Die Vergebung der Kirche muss die gleiche Ausdehnung haben wie die Vergebung Jesu am Kreuz und jene Marias unter dem Kreuz. Es gibt keine Alternative,“ betont Franziskus. Deswegen habe der Heilige Geist die Apostel zu Werkzeugen der Vergebung gemacht, damit sie Jesu Wirken in die Welt tragen.

Der Marienhymnus, auf den sich die Predigt von Franziskus bezieht, fährt fort mit den Worten „Mutter der Hoffnung und Mutter der Gnade, Mutter reich an heiliger Fröhlichkeit,“ diese Gaben – Hoffnung, Gnade und Fröhlichkeit seien Gaben Jesu Christi, die schlussendlich der Mutter zu verdanken sind, beschreibt Franziskus. „Das Geschenk, das uns Maria mit der Gabe Jesu Christi macht, ist das der Vergebung, die das Leben erneuert, die es dem Leben erlaubt, wieder den Willen des Vaters zu tun, und die es mit wahrer Glückseligkeit erfüllt. Diese Gnade öffnet das Herz, um mit der Freude dessen, der Hoffnung hat, auf die Zukunft zu schauen.“ Die Vergebung sei das wahre Gegenmittel zur Traurigkeit, sie öffne einen für Freude und Gelassenheit und befreie die Selle von den Gedanken des Todes, betont Franziskus die Bedeutung der Vergebung.
(rv 01.01.2015 pdy)
http://de.radiovaticana.va/news/2016/01/...2%80%9C/1198310



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