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von esther10 05.10.2015 00:57

Keine Festungs-Gesellschaft, sondern eine Familien-Gesellschaft sein“



Die Worte von Papst Franziskus beim Angelusgebet vom Sonntag, dem 4. Oktober 2015
Von Redaktion

Vatikanstadt, 4. Oktober 2015 (ZENIT.org)

Wir dokumentieren im Folgenden in einer eigenen Übersetzung die Worte, die Papst Franziskus nach der Messe im Petersdom beim Angelusgebet um 12.00 Uhr vor den auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen und Pilgern sprach.

***

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

Vor kurzem endete im Petersdom die Eucharistiefeier zur Eröffnung der ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode. Drei Wochen lang werden sich Synodenväter aus allen Teilen der Welt um den Nachfolger Petri versammeln und eine eingehende geistliche und pastorale Reflexion über die Berufung und Mission der Familie in der Kirche und der Gesellschaft vornehmen. Wir werden den Blick auf Jesus gerichtet halten, um auf der Grundlage seiner Lehre der Wahrheit und der Barmherzigkeit die geeignetsten Wege für einen angemessenen Einsatz der Kirche mit den Familien und für die Familien auszumachen, sodass der ursprüngliche Plan des Schöpfers für den Mann und für die Frau umgesetzt wird und seine gesamte Schönheit und Kraft in der heutigen Welt ihre Wirkung entfalten.

Die Liturgie des heutigen Sonntags legt uns den im Buch Genesis enthaltenen grundlegenden Text über die Komplementarität und Gegenseitigkeit von Mann und Frau vor (vgl. Gen 2,18-24). Laut der Bibel verlässt der Mann aus diesem Grund Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau, und sie werden ein Fleisch, d.h. ein Leben, eine Existenz (vgl. V. 24). In dieser Einheit geben die Eheleute ihr Leben an neue Menschen weiter: Sie werden Eltern. Sie nehmen Anteil an der schöpferischen Macht Gottes. Aber Achtung! Gott ist Liebe, und man nimmt an seinem Werk teil, indem man mit ihm und wie er liebt. Zu diesem Zweck wurde laut dem hl. Paulus die Liebe durch den uns gesandten Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen (vgl. Röm 5,5). Es handelt sich um jene Liebe, die auch den Eheleuten im Sakrament der Ehe geschenkt wird. Diese Liebe nährt jede Beziehung durch Freude und Schmerzen, heitere und schwierige Momente. Diese Liebe erweckt das Verlangen nach der Zeugung, dem Erwarten, dem Aufziehen und der Erziehung von Kindern. Eben diese Liebe erweist Jesus im heutigen Tagesevangelium den Kindern: „Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes“ (Mk 10,14).

Heute bitten wir den Herrn darum, dass alle Eltern und Erzieher in aller Welt ebenso wie die gesamte Gesellschaft zu Werkzeugen jener Aufnahme und jener Liebe werden mögen, mit der Jesus die Kleinsten umarmt. Er blickt mit der Zärtlichkeit und Sorgfalt eines Vaters und zugleich einer Mutter in ihre Herzen. Ich denke an die vielen hungernden, verlassenen, ausgebeuteten, zum Krieg gezwungenen und abgelehnten Kinder. Es ist schmerzhaft, die Bilder unglücklicher Kinder zu sehen, deren Blick verloren ist, die der Armut und Konflikten entfliehen, an unsere Türen und unsere Herzen klopfen und uns um Hilfe bitten. Der Herr helfe uns dabei, nicht eine Festungs-Gesellschaft, sondern eine Familien-Gesellschaft zu sein, die zur Aufnahme fähig ist, wobei angemessene Regeln gelten, die jedoch immer zur liebevollen Aufnahme führen!

Ich rufe euch dazu auf, mit dem Gebet die Arbeiten der Synode zu unterstützen, auf dass der Heilige Geist die Synodenväter für seine Inspirationen vollkommen gefügig mache. Bitten wir die Jungfrau Maria um ihre mütterliche Fürsprache, indem wir uns im Geiste mit jenen vereinen, die in diesem Augenblick am Heiligtum von Pompeij das „Bittgebet an die Gottesmutter vom hl. Rosenkranz“ rezitieren.

[Nach dem Angelus:]

Liebe Brüder und Schwestern,

gestern erfolgte im spanischen Santander die Seligsprechung von Pio Heredia und weiterer siebzehn Mitbrüder und Mitschwestern des Zisterzienserordens der strengen Observanz und nach dem hl. Bernhard, die während des Spanischen Bürgerkrieges und der religiösen Verfolgung in den 1930-er Jahren aufgrund ihres Glaubens ermordet wurden. Preisen wir den Herrn für diese mutigen Zeugen und bitten wir ihn durch deren Fürsprache darum, die Welt von der Geißel des Krieges zu befreien.

Ein Gebet richte ich an den Herrn für die Opfer des Erdrutsches, von der ein gesamtes Dorf in Guatemala betroffen wurde und ebenso für die Opfer der Überschwemmungen an der französischen Côte d'Azur. Wir erweisen den schwer in Mitleidenschaft gezogenen Bevölkerungen auch durch konkrete Gesten der Solidarität unsere Nähe.
Ich danke euch so zahlreich aus Rom, Italien und vielen Teilen der Welt erschienenen Menschen. Mein Gruß gilt den Gläubigen aus der Erzdiözese Paderborn (Deutschland), aus Porto (Portugal) und der Gruppe des Kollegiums Mekhitarista in Rom.

Am Gedenktag des hl. Franz von Assisi, dem Schutzpatron Italiens, heiße ich mit besonderer Zuneigung die italienischen Pilger willkommen; insbesondere die Gläubigen aus Reggio Calabria, Bollate, Mozzanica, Castano Primo, Nulo und Parabita. Ich begrüße die jungen Menschen aus Belvedere di Spinello und die Vereinigung zum Schutz der Rechte der Fußgänger in Rom und in der Region Latium.

Euch allen wünsche ich einen schönen Sonntag. Vergesst bitte nicht, für mich zu beten. Gesegnete Mahlzeit und auf Wiedersehen!

von esther10 05.10.2015 00:55

Bischof zu Homosexuellen: „Ihr seid unsere Retter – „Katholisches“ Homo-Netzwerk tagte in Rom

5. Oktober 2015 15:41 | Mitteilung an die Redaktion


Homo-Tagung zum Auftakt der Bischofssynode in Rom: Peterskuppel in Homo-Farben

(Rom) Nach dem termingerechten „Outing“ des an der Römischen Kurie tätigen Theologen Charamsa am vergangenen Samstag, folgten die kirchlichen Reaktionen. Gleichzeitig fand in Rom hinter verschlossenen Türen eine Tagung von und über Homosexuelle in der katholischen Kirche statt. Eine Tagung, die das Ausmaß „eines epochalen Kampfes innerhalb der Kirche sichtbar machte“ und die Unterstützung der Homo-Aktivitäten durch einen Teil der kirchlichen Hierarchie, so Corrispondenza Romana. Ein Mitarbeiter des Internet-Nachrichtendienstes hatte hinter die verschlossenen Türen der Tagung geschaut.
Homo-Theologe seiner Aufgaben entbunden

Noch am Samstag gab Vatikansprecher Pater Federico Lombardi bekannt, daß Msgr. Charamsa mit sofortiger Wirkung aller Aufgaben in Rom entbunden wurde. Das gilt sowohl für seine Mitarbeit in der Internationalen Theologenkommission an der Glaubenskongregation als auch für seine Lehrtätigkeit an päpstlichen Hochschulen in Rom. Für den Rest sei der Diözesanordinarius zuständig.
Charamsa ist in der polnischen Diözese Pelplin inkardiniert. Sein Bischof, Msgr. Ryszard Kasyna, ließ in einer Erklärung bekanntgeben, Charamsa gemäß Kirchenrecht zu ermahnen, auf den priesterlichen Weg zurückzukehren. Gleichzeitig forderte der Bischof die Priester und Gläubigen seines Bistums auf, für Charamsas Rückkehr in den Schoß der Kirche zu beten.
Charamsa selbst, der sich eine Änderung der ganzen katholischen Kirche erwartet, anstatt selbst an Änderung zu denken, teilte der Presse mit, er wolle demnächst ein Buch über seine „Erfahrungen“ als schwuler Priester veröffentlichen und zeigte sich öffentlich mit seinem Homo-Partner Eduard.
Am vergangenen Samstag, dem Tag, an dem sich Charamsa im Corriere della Sera „outete“, fand in Rom eine „nicht minder skandalöse Veranstaltung von LGBT-‚Katholiken‘ statt“, so Corrispondenza Romana. „Homosexuelle Ordensmänner und Ordensfrauen und sogar ein mexikanischer Bischof aus dem Dominikanerorden, Jose Raul Vera Lopez von der Diözese Saltillo in Mexiko, ließen fort homosexuelle Pseudo-Rechte hochleben und brachten ihre große Hoffnung zum Ausdruck, die sie auf die Folgen der Bischofssynode setzen.“

Die Veranstaltung „lesbischer, schwuler, bisexueller und transsexueller Katholiken“ fand hinter verschlossenen Türen statt, doch Corrispondenza Romana gelang es, die Tagung zu beobachten. Hier der Bericht von Emmanuele Barbieri. Die Zwischentitel stammen von der Redaktion.
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Synode: LGBT-Katholiken tagen hinter verschlossenen Türen in Rom
von Emmanuele Barbieri


LGBT-Netzwerker in der Kirche
Im Pilgerzentrum Santa Teresa Courdec in Rom waren rund hundert Personen erschienen, um an der internationalen Tagung zum Thema „Die Wege der Liebe – Momentaufnahmen katholischer Begegnungen mit LGBT-Personen und ihren Familien“ teilzunehmen, die vom Global Network of Rainbow Catholic veranstaltet wurde, einem weltweiten Netzwerk von Organisationen, die im Namen der „sozialen Gerechtigkeit“ die Anerkennung von Homosexuellen in der katholischen Kirche und in der Gesellschaft allgemein fordern.
An der Versammlung nahmen angebliche „katholische“, pastorale Leader aus verschiedenen Ländern teil, die sich zusammenfanden, um anhand ihrer Lebensgeschichten Zeugnis abzulegen für ihren pastoralen Zugang zur Homosexualität und ihren Einsatz in ihren kirchlichen Gemeinschaften zugunsten Homosexueller. Neben neuen Aktionsstrategien war das erklärte und offensichtliche Ziel der Initiative, zusätzlichen Druck auf die entscheidende Bischofssynode über die Familie auszuüben, deren Arbeiten heute begonnen haben.

Anerkennung der Homosexualität „bereits in Teilen der Kirche Wirklichkeit“


Bei der Vorstellung der Veranstaltung äußerten die beiden Tagungssprecher, Andrea Rubera und Martin Pendergast, den Wunsch auf einen konfliktfreie Auseinandersetzung mit der katholischen Kirche und ihren Institutionen: „In Anlehnung an die zweite Enzyklika von Papst Franziskus (Laudato si), denken wir, daß nun der Moment für uns alle gekommen ist, an unserem gemeinsamen Haus, der Kirche, mitzubauen mit dem Engagement eines jeden Angehörigen der römisch-katholischen Gemeinschaft. Unser gemeinsames Haus braucht keine Kämpfe und Spaltungen. Wir müssen den richtigen Platz für jedes Mitglied des Volkes Gottes finden, darunter auch für die LGBT-Personen. Die Erfahrungen, die wir nach Rom zur Tagung ‚Die Wege der Liebe‘ bringen, zeigen uns, daß die Seelsorge für und mit den LGBT-Personen bereits in verschiedenen Teilen der kirchlichen Welt Wirklichkeit ist und zwar ganz problemlos für die Gemeinschaften, in denen sie stattfindet. Das Stichwort, das wir den in Rom für die Synode versammelten Bischöfen geben wollen, ist, daß wir neue Formen finden können und sollen, diese Seelsorgemodelle zu fördern und neue zu entwickeln.“

Chilenischer Jesuit sprach von „Märtyrern“ der Homo-Rechte und Opfer der „Homophobie“

Das erste „Zeugnis“ im Rahmen der „Momentaufnahmen pastoraler LGBT-Projekte“ kam vom chilenischen Jesuiten Pedro Labrin, derzeit geistlicher Assistent der chilenischen Cristian Life Community (CLC/CVX). In seinem Bericht über seine Initiative Sexual Diversity Pastoral Padis+, die sich für die volle Anerkennung und Integration von Homosexuellen in die katholische Kirche einsetzt, erinnerte Labrin an die Geschichte von Daniel Zamudio, den er als einen „Märtyrer“ der Homophobie bezeichnete: „Das Blut der Märtyrer ist noch frisch und es waren sie, die uns halfen, zu verstehen, was das Zweite Vatikanische Konzil sagen wollte mit dem Ausdruck Kirche, Volk Gottes.“ Und weiter: „Daniel starb nicht durch Gottes Willen, sondern den der Homophoben“.
US-Rebellenschwester Gramick: Rechte für „sexuelle Minderheiten“ in der Kirche


Gut sichtbar im Saal ausgehängte Kirchenfahne
Anschließend ergriff die US-amerikanische Ordensfrau Jeannine Gramick das Wort. Sie gründete 1997, zusammen mit dem katholischen Priester Robert Nugent, in der Erzdiözese Washington die New Ways Ministry. Eine Organisation mit dem Zweck, „Gerechtigkeit und Versöhnung für sexuelle Minderheiten in der katholischen Kirche“ zu fördern.
Für ihre Tätigkeit im offenkundigen Widerspruch zur katholischen Lehre wurden 1999 von der römischen Glaubenskongregation unter der Leitung von Joseph Kardinal Ratzinger gegen Sr. Gramick und Nugent Sanktionen verhängt. Ihnen wurde „dauerhaft jedwede pastorale Tätigkeit unter homosexuellen Personen untersagt“. Ebenso wurde ihnen „auf unbestimmte Zeit“ die Wählbarkeit für irgendein Amt in ihren Ordensgemeinschaften aberkannt.
Während Nugent sich fügte und in den Pfarrdienst zurückkehrte, weigerte sich Gramick, sich an die römischen Vorgaben zu halten. Als ihr Orden, die Arme Schulschwestern von Unserer Lieben Frau, ihr spät aber doch untersagte, sich zum Thema Homosexualität zu äußern, verließ sie den Orden und trat dem Orden der Sisters of Loretto bei. Dort betreibt sie ihre homophilen Aktivitäten ungestört weiter.
Gramick erzählte, sie habe sich zu einer „weiteren und authentischeren“ Evangeliums-Auslegung „bekehrt“, nachdem sie einer Lesbe begegnet war. Gleichzeitig stellte die US-Ordensfrau ihre Homo-Aktivitäten vor. Besonders betonte sie ihren Einsatz in ihrer Pfarrei beim Referendum über eine Gleichstellung der „Homo-Ehe“. Ein Einsatz, der – laut ihren Angaben – wesentlich dazu beigetragen habe, die Meinung „vieler Katholiken zu ändern“ und sie für die „Homo-Ehe“ stimmen zu lassen.

Gramick behauptete, in diesem Punkt, das Wohlwollen ihres Bischofs gehabt zu haben, der – obwohl öffentlich als „Konservativer“ bekannt – großes Verständnis für die LGBT-Causa zeigte. Nach dem Sieg der „Homo-Ehe“ habe der Bischof die Niederlage eingestanden: „Ihr habt gesiegt und wir haben verloren. Ihr sprecht von Liebe und Annehmen, wir nicht!“

Garmick äußerte die Hoffnung, daß sich die Erfahrungen von New Way Ministrys in den USA über die ganze Welt ausbreiten. Dazu lieferte sie den Anwesenden eine Reihe von Hinweisen und Ratschlägen, die in den jeweiligen Pfarreien und Diözesen umgesetzt werden sollten.

Martin Pendergast: Homosexuelle „haben gleiches Recht auf Sakramente wie Heterosexuelle“


Es folgte die Rede des schwulen Engländers Martin Pendergast von LGBT Catholics Westminster. An seiner Sprache ließ sich sofort der geeichte Homo-Aktivist erkennen. Er stellte das Projekt All are welcome vor. Pendergast ist Mitbegründer von Cutting Edge Consortium, der „einzigen Allianz von lesbischen, schwulen, bisexuellen und transsexuellen Gruppen von Gläubigen jeder Religion und auch Ungläubigen“, so die christenfeindliche Britische Humanistische Vereinigung. Pendergast forderte, daß „Homosexuelle ein Recht auf eine effiziente und willkommen heißende Seelsorge haben“. Vor allem aber, so der britische Homosexuelle, hätten Homosexuelle „die gleichen Rechte wie Heterosexuelle die Sakramente zu empfangen“.

Pendergast unterstrich die Unterstützung für das Projekt All are welcome durch Kardinal Vincent Nichols, den Erzbischof von Westminster und Primas von England. Daran hätten auch römische Interferenzen nichts geändert, wie die Anweisung von Glaubenspräfekt Kardinal Müller „Homo-Messen“ abzustellen. Große Genugtuung zeigte Pendergast, daß es hingegen weiterhin in der Londoner Kirche in der Jesuit Farm Street regelmäßig eine „Homo-Messe“ gebe, die „gut besucht“ sei. Sie stehe „allen sexuellen Orientierungen“ offen und habe eine „richtige Gemeinschaft“ entstehen lassen. Pendergast stellte die „Homo-Messe“ der Jesuit Farm Street-Kirche als mögliches, weltweites Modell dar. Von der Bischofssynode erwartet er sich eine „Öffnung“ auf „globaler Ebene“ für die „pastoralen Bedürfnisse der LGBT-Katholiken“.

Italienischer Jesuit über die „inklusive“ Kirche „für alle“

Auch der italienische Jesuit Pino Piva und Anna Vitagliano stellten ihre Homo-Initiativen vor. Piva berichtete vom Projekt Kirche – ein Haus für alle, das am 3. April 2014 in der römischen Pfarrei San Saba gestartet wurde. „Dort treffen sich die Menschen und nicht die Kategorien“, so der Jesuit. Die Initiative, so Piva, werde von Weihbischof Matteo Zuppi, zuständig für das Gebiet Rom Mitte in der Diözese des Papstes, „stark unterstützt“. „Es handelt sich um die Einladung, die eigene spirituelle Erfahrung mit anderen zu teilen ausgehend von den Bedingungen, in denen jeder lebt, ob Laie oder Ordensmensch, alt oder jung, homosexuell oder heterosexuell, Single oder verheiratet, zusammenlebend oder geschieden“. Laut Piva müsse die Zukunft der Seelsorge „inklusiv“ sein.
Anna Vitagliano berichtete über das Projekt Grenzspiritualität, das im Herz-Jesu-Haus von Galloro in der Provinz Rom angesiedelt ist. Dabei handle es sich um „spirituelle Wochenenden“, die mit der Initiative des Jesuiten Piva zusammenhängen. Das Projekt sei eine „Werkstatt zur Ausbildung von Seelsorgenden und geistlich Begleitenden“.
„Stargast“ Bischof Jose Raul Vera Lopez: „Ihr werdet siegen“


Bischof Vera Lopez: Homosexuelle "Ihr seid unsere Retter"

Bischof Vera Lopez bei Homo-Tagung in Rom: Homosexuelle „ihr seid unsere Retter“

Schließlich ergriff der „Stargast“ der Tagung das Wort, der mexikanische Dominikaner und Diözesanbischof Jose Raul Vera Lopez aus Saltillo. Der Bischof war bereits vor seinem römischen Auftritt für seine Positionen in offenem Widerspruch zur katholischen Lehre bekannt. Bischof Vera Lopez wurde 1987 von Johannes Paul II. zum Bischof von Ciudad Altamirano in Mexiko ernannt. Der Papst persönlich spendete ihm die Bischofsweihe. 1995 erfolgte die Berufung zum Bischofkoadjutor von San Cristobal de las Casas und 1999 die Ernennung zum Bischof von Saltillo. Seine Vermittlerrolle nach den Zapatistenunruhen und sein soziales Engagement werden als Grund für seine innerkirchlichen Aufstieg genannt. Bischof Vera Lopez wurde mit zahlreichen Menschenrechtspreisen aus dem linken Spektrum ausgezeichnet. In jüngster Zeit fiel der Bischof vor allem durch seine Anerkennung von Abtreibung und Homosexualität als „Menschenrechte“ auf.

Am Beginn seiner Rede zeigte sich Vera Lopez „geehrt“ von der Einladung. Er betrachte es als „Privileg“, zusammen mit der Homo-Gemeinschaft „neue Horizonte zu öffnen“. Dann lobte der Bischof die „organisatorische Stärke der Homo-Bewegung“ und verglich die Homo-Verbände mit Ameisen, die zwar klein, durch ihre Emsigkeit aber siegreich seien. Wörtlich sagte er in Abwandlung eines mexikanischen Sprichwortes: „Die Kleinen, aber gut Organisierten besiegen die Monster, und Ihr seid gut organisiert und werdet siegen.“

Dann zeigte der Bischof mit dem Finger auf die Priester, die, seiner Meinung nach, die Bibel gebrauchen würden, als sei sie ein Knüppel, um die armen Sünder zu schlagen. Gleichzeitig rief er die Kirche auf, die Augen zu öffnen angesichts der „sozialen Veränderungen“. Er unterstütze „jede Form von Familie, einschließlich des Adoptionsrechts für Homosexuelle“. Zum Abschluß richtete er einen Appell an die Homosexuellen: „Wir brauchen Euch für eine inklusivere Kirche. Ihr seid unserer Retter. […] Die Kirche hat die gleiche Arbeit mit den Einwanderern geleitet und dann hat die Gesellschaft begonnen, sich zu ändern. […] Papst Franziskus braucht Euch jetzt. Er hat die Lehre beiseite gelegt und hat das Evangelium der Barmherzigkeit, des Friedens und der Liebe aufgegriffen. Helft uns bitte!“

Die internationale Konferenz des Global Network of Rainbow Catholics belegt die epochalen Konflikt, der innerhalb der katholischen Kirche im Gange ist. Der berühmt-berüchtigte Satz von Papst Franziskus vom Juli 2013 „Wenn einer homosexuell ist und den Herrn sucht, wer bin ich, um zu urteilen?“ entpuppte sich als außerordentlich wirksame Unterstützung für die Homo-Lobby, die heute – Lehre hin oder her – im Namen des Evangeliums und der Barmherzigkeit Gottes eine Revolution in der Kirche fordert. Die zahlreichen Berichte auf der Tagung belegen, daß dieser Prozeß bereits im Gange ist und in einigen Fällen auch auf die wichtige Unterstützung der kirchlichen Hierarchie zählen kann.
Einleitung/Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Corrispondenza Romana

von esther10 05.10.2015 00:48

05.10.2015 15:30
Aufklärung über die „Aufklärer“
Symposion der rechtswissenschaftlichen Sektion der Görres-Gesellschaft zur „Sexualpädagogik der Vielfalt“. Von Manfred Spieker
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Unter dem Einfluss einer „Sexualpädagogik der Vielfalt“ werden Schulen zum Ort ideologischer Umerziehung.
Foto: dpa
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Ein Meinungskartell bestimmt derzeit die Debatte über die Sexualpädagogik in Deutschland. So lässt sich das Ergebnis der diesjährigen Tagung der Sektion für Rechts- und Staatswissenschaften der Görres-Gesellschaft zusammenfassen, die sich unter dem Vorsitz des Dresdner Verfassungsrechtlers Arnd Uhle im Rahmen der 118. Generalversammlung der Gesellschaft in Bonn mit „Grund und Grenzen der Sexualpädagogik in der staatlichen Schule“ beschäftigte. Im Mittelpunkt stand dabei die „Sexualpädagogik der Vielfalt“, die derzeit wie ein Tsunami übers Land fegt – ohne Frühwarnsystem und ohne Gegenwehr. Jakob Pastötter, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung, beleuchtete das Meinungskartell, das mit bereits erheblichem Erfolg Schulen und auch Kindergärten in Deutschland auf die „Sexualpädagogik der Vielfalt“ verpflichten möchte: Es besteht aus der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Pro Familia, der Gesellschaft für Sexualpädagogik in Kiel, dem Institut für Sexualpädagogik in Dortmund und dem Sexualpädagogischen Studiengang an der Hochschule Merseburg.

Heterosexualität und Familie entnaturalisieren

In allen Einrichtungen dominiert die Schule von Uwe Sielert, der als ehemaliger Mitarbeiter der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 1992 eine Professur für Sozialpädagogik in Kiel übernahm, aber weiterhin den Kurs der Bundeszentrale bestimmt. Sielert schreibt auf der Homepage der Bundeszentrale, die „Sexualpädagogik der Vielfalt“ habe die Aufgabe, „Heterosexualität, Generativität und Kernfamilie zu entnaturalisieren und Lust, Zärtlichkeit und Erotik als Energiequelle für Lebensmut und Wohlbefinden, auch unabhängig von Ehe und Liebe in allen Altersphasen zu vermitteln. Sie soll Erlebnisräume öffnen, damit Kinder und Jugendliche gleichgeschlechtliches ebenso wie heterosexuelles Begehren ausdrücken und leben können“. Sielert und
tagespost
http://www.vatican.va/roman_curia/synod/...ssembly_ge.html


von esther10 05.10.2015 00:47

Kritiker warnen vor Verfahrensänderungen bei der Familiensynode
Am Freitag dieser Woche wird der Vatikan voraussichtlich die Einzelheiten veröffentlichen


Kardinäle bei der Ankunft in Rom, 2013
Foto: CNA / www.InterMirifica.net

Von CNA Deutsch/EWTN News

VATIKANSTADT , 30 September, 2015 / 11:32 AM (CNA Deutsch).-
Wird das Verfahren der kommenden Familiensynode kurzfristig geändert? Am Freitag dieser Woche soll der Vatikan bislang unbekannte Änderungen am Verfahren der kommenden Synode mitteilen. Änderungen, die Kritikern zufolge bedeuten könnten, dass einzelne Stimmen weniger gehört werden und das Treffen insgesamt ohne klaren Ausgang bleibt.

Das berichtet der langjährige Vatikanist Edward Pentin heute im National Catholic Register. Pentin ist Autor des investigativen Buches „The Rigging of a Synod” – also „die Manipulation einer Synode”. Er betont, dass alle Änderungen bis kurz vor Beginn des Treffens entschieden werden, und somit sich erneut bis Freitag ändern könnten.

Die diesjährige Synode, die vom 4. bis 25. Oktober dauert, wird den neuesten Erkenntnissen Pentins zufolge weniger Zeit für Diskussionen zur Verfügung stellen. Offenbar solle auch kein Interimsbericht erstellt und sogar keine Schlussbotschaft der Synodenväter vorgelegt, schreibt Pentin; „denn es wurde keine Kommission errichtet, um eine zu schreiben”. Zudem sollen die besonders heiß diskutieren Themen erst in der letzten Woche besprochen werden.

Die vielerorts als „Transparenz-Initiative” von Papst Franziskus gelobten Vorgänge rund um die vergangene Synode scheint das zu konterkarieren, so die Kritiker.

Andererseits gibt es beispielsweise einen guten Grund, warum es keinen Interimsbericht gibt: Die Synode wird die Kapitel des Instrumentum Laboris weiterdiskutieren, des Arbeitspapiers der vergangenen Synode. Nachdem das Treffen diesmal über drei Wochen läuft, soll dieses Arbeitspapier ebenfalls in drei Teile unterteilt werden. Dies gibt zwar den Bischöfen Gelegenheit, alle Kapitel zu bearbeiten. Doch führt es auch dazu, dass die „heißen Eisen”, etwa die Frage nach pastoralen Lösungen für geschiedene Wiederverheiratete, erst in der letzten Woche Gegenstand der Synode sind.

Pentin berichtet weiter, dass die Zeit für Rede-Interventionen der Bischöfe gekürzt wurde: Von vier auf nun noch drei Minuten. Dafür gibt es mehr Zeit für Gruppenarbeit. Doch: „Das ist zu kurz”, zitiert Pentin einen Teilnehmer früherer Synoden der 1980er und 1990er Jahre, der anonym bleiben wollte: „Es wird in der letzten Woche nicht genug Zeit geben, den letzten und wichtigsten Teil zu besprechen”.

Neben weiteren Punkten führt Pentin die Sorge an, dass die kurzfristigen Änderungen auch bedeuten könnten, dass es zum Abschluß der Synode nicht wie üblich ein Apostolisches Schreiben des Papstes geben könnte, sondern nur eine Rede des Heiligen Vaters. Dies könnte Franziskus bewußt tun, um die Bischöfe als Träger der Entscheidung aussehen zu lassen, so die Kritiker – laut Pentin.

Ein weiteres Gerücht, das der Autor anspricht, ist eine mögliche Änderung der Abstimmungsregel. Bis dato musste eine Zwei-Drittel-Mehrheit für Vorschläge stimmen. Dies könnte heuer einer einfachen Mehrheit weichen, mit der dann auch umstrittene Vorschläge wie der von Kardinal Walter Kasper, ihren Platz finden. Ein Grund für dieses Gerücht, so Pentin, sei, dass Papst Franziskus, entgegen der Regeln, auch Absätze in den Lineamenta, den Leitlinien der Synode aufnehmen liess, die keine Zwei-Drittel-Mehrheit fanden.
Der Ablauf der Synode im vergangenen Jahr ist bereits länger Gegenstand öffentlicher Debatten, darunter die – wegen ihrer zum Teil Kritikern zufolge sehr sperrigen Fragestellungen – umstrittene Fragebögen-Aktion. Für Verärgerung unter Bischöfen sorgte zudem die Entscheidung, den Interims-Bericht, offiziell Relatio Post-Disceptationem, zu veröffentlichen, bevor die Teilnehmer diesen überhaupt gesehen hatten. Doch Pentins neue Informationen, wie auch sein investigativer Bericht wirft völlig neue Fragen auf.

So geht der Romkorrespondent des National Catholic Register (die Zeitung gehört, wie CNA, zu EWTN) Vorwürfen nach, einzelne Bischöfen hätten 2014 versucht, die Synode – mit zum Teil plumpen Mitteln – zu manipulieren. Wie Pentin selber gegenüber CNA sagte, hätten diesen zufolge ein paar Bischöfe das Anliegen von Papst Franziskus wiederholt ignoriert, die Sichtweise aller Beteiligten zu Gehör zu bringen. Unter anderem soll versucht worden sein, erklärt Pentin, den Synodenvätern das Buch „In der Wahrheit Christi bleiben: Ehe und Kommunion in der katholischen Kirche” nicht rechtzeitig zur Synode zuzustellen. Grund: Das Buch enthält die allesamt kritischen Reaktionen von fünf Kardinälen und vier weiteren Wissenschaftlern auf Kardinal Walter Kaspers Buch „Das Evangelium von der Familie”. Darin fasst Kasper seine Forderung zusammen, unter bestimmten Umständen geschiedene Wiederverheiratete Katholiken zum Sakrament der Kommunion zuzulassen.

Die Thesen des deutschen Theologen führten nicht nur zu den kritischen Reaktionen, die „In der Wahrheit Christi bleiben: Ehe und Kommunion in der katholischen Kirche” zusammengefasst sind. Wichtige, ebenfalls kritische Beiträge zur Debatte leisten auch die Bücher „Das wahre Evangelium der Familie – Die Unauflöslichkeit der Ehe: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit”, herausgegeben von Juán José Perez-Soba und Stephan Kampowski . Aufsehen erregt hat auch das persönliche Zeugnis von Reinhold Beckmann, der aus der eigenen Erfahrung einer Trennung von seiner Frau schreibt: „Das Evangelium der ehelichen Treue: Eine Antwort auf Kardinal Kasper”.
http://de.catholicnewsagency.com/story/k...liensynode-0057

von esther10 05.10.2015 00:41

Diese afrikanischen Hirten wollen Christi Liebe und Wahrheit bei der Synode erhalten
Neues Buch von Kardinälen und Bischöfen aus Afrika


Kardinal Robert Sarah
Foto: CNA/Paul Badde

Von Andrea Gagliarducci

VATIKANSTADT , 02 October, 2015 / 3:04 PM (CNA Deutsch).-
Zehn Hirten aus Afrika haben sich gegen pastorale Innovationen ausgesprochen, die eine Änderung der kirchlichen Lehre bedeuten würden. In einem Band, der sich explizit als „Beitrag zur Familiensynode durch afrikanische Hirten” versteht, sind Beiträge einer ganzen Reihe von Kardinälen und Bischöfen aufgeführt.

Der Titel des bei Ignatius Press erschienen Buches ist „Das neue Heimatland von Christus – Afrika”. Das Vorwort ist aus der Feder des emeritierten Kurienkardinals Francis Arinze.

Die Essays kritisieren unter anderem das Arbeitspapier, Instrumentum Laboris, der Synode; widmen sich der Frage nach einer besseren Glaubensbildung katholischer Christen; und setzen sich mit Herausforderungen wie Polygamie und interreligiöse Heiraten auseinander.

Vor allem betonen die afrikanischen Autoren die wichtige Rolle ihres Heimatkontinents im Kampf gegen säkularisierende Entwicklungen und setzen auf einen starken Glauben als Antwort auf solche Tendenzen.

Das Buch gliedert sich in drei Teile: „Die Familiensynode: Von einer Versammlung zur Anderen”; „Das Evangelium der Familie”; und „Seelsorge für leidende Familien”. Der Epilog ist ein „Appell der Kirche in Afrika an den Staat”, der erklärt, warum Regierungen Familien unterstützen und fördern sollten.

Die Autoren sind Kardinal Robert Sarah, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung; Bischof Barthélemy Adoukonou, Sekretär des Päpstlichen Rates für die Kultur; Erzbischof Denis Amuzu-Dzakpah von Lomé; Kardinal Philippe Ouedraogo von Ouagadougou; Kardinal Berhaneyesus Souraphiel von Addis Abeba; Kardinal Christian Tumi, Erzbischof emeritus von Douala; Erzbischof Antoine Ganyevon Cotonou; Kardinal Théodore-Adrien Sarr, Erzbischof emeritus von Dakar; Erzbischof Samuel Kleda von Douala und Kardinal Jean-Pierre Kutwa von Abidjan.

Der erste Teil des Buches setzt sich mit dem Instrumentum Laboris auseinander, dem Arbeitspapier der Synode. Die Autoren, Kardinal Sarah und Bischof Adoukonou, diagnostizieren mehrere Mängel, darunter „schwammige Sprache” und ”„verräterische Ausdrücke” in dem Dokument, das Grundlage der kommenden Familiensynode ist. Auch die Rolle der Medien wird hier angesprochen: Es gebe keine zwei Lager, wie die Medien oft berichteten, wo im einen für eine geschlossene doktrinäre Haltung gekämpft werde, und im anderen für pastorale Offenheit. „In Wirklichkeit gibt es keine doktrinäre Seite gegen eine pastorale; vielmehr behaupten beide Seiten, der ewigen Lehre der Kirche zu folgen wollen und pastoral die Barmherzigkeit Gottes für alle Menschen auszudrücken”, schreibt Kardinal Sarah, und fragt: „Gibt es vielleicht welche, die für eine Weiterführung pastoraler Praxis argumentieren würden, die, falls geändert, ipso facto eine Änderung der Doktrin bedeuten würde?”

Eine solche falsche Barmherzigkeit würde nichts erreichen ausser Menschen tiefer das Böse ausforschen zu lassen, schreibt Sarah.

Mit Blick auf das Arbeitspapier der Synode schreibt der Kardinal: „der Mangel an einer klaren Position und all die Verwirrung, die wir in der Relatio Synodi bemerken sind offensichtliche Zeichen nicht nur einer tiefen Glaubenskrise, sondern auch einer ebenso tiefen Krise pastoraler Praxis: Seelsorger zögern, klar in eine Richtung zu steuern.”

Das Instrumentum Laboris spiegele die Malaise der Kirche im Westen wider, schreibt Kardinal Sarah.

Weitere Essays beschreiben die Rolle der Mutter Kirche als Spenderin von Sakramenten, als Lehrerin in natürlicher Familienplanung (NFP), und die Berufung christlicher Familien in dieser Welt.
http://de.catholicnewsagency.com/

von esther10 05.10.2015 00:38

„Gehen wir wieder von Nazareth aus“

Ansprache von Papst Franziskus bei der Gebetswache auf dem Petersplatz, 3. Oktober 2015 -- Volltext
Von Redaktion
Vatikanstadt, 3. Oktober 2015 (ZENIT.org)

Wir dokumentieren im Folgenden die Ansprache von Papst Franziskus bei der Gebetswache auf dem Petersplatz zur Vorbereitung auf die XIV. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode.

***
Liebe Familien, guten Abend!
Was nützt es, in der Nacht, die uns umgibt, eine kleine Kerze anzuzünden? Wäre nicht etwas ganz anderes notwendig, um die Dunkelheit aufzulösen? Kann man denn überhaupt die Finsternis besiegen?
Zu gewissen Zeiten im Leben – in diesem an wunderbaren Quellen doch so reichen Leben – drängen sich solche Fragen mit Nachdruck auf. Angesichts der Anforderungen des Lebens besteht die Versuchung, sich zurückzuziehen, davonzulaufen und sich zu verschließen – vielleicht unter dem Vorwand der Vorsicht und des Realismus – und so der Verantwortung zu entfliehen, den eigenen Beitrag bis zum Grunde zu leisten.

Erinnert ihr euch an das Erlebnis des Elija? Die menschliche Berechnung löst im Propheten die Angst aus, die ihn dazu treibt, die Flucht zu ergreifen. Angst… »Elija geriet in Angst, machte sich auf und ging weg, um sein Leben zu retten.« Er wanderte »vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Gottesberg Horeb. Dort ging er in eine Höhle, um darin zu übernachten. Doch das Wort des Herrn erging an ihn: „Was willst du hier, Elija?“« (1 Kön 19,3.8-9). Und dann, auf dem Horeb, sollte er eine Antwort finden – nicht im starken, heftigen Sturm, der die Felsen erschüttert, nicht im Erdbeben und auch nicht im Feuer. Die Gnade Gottes erhebt nicht die Stimme; sie ist ein sanftes, leises Säuseln, das die erreicht, die bereit sind, es im Hauch einer leichten Brise wahrzunehmen. Jener Hauch klingenden Schweigens fordert sie auf, herauszukommen und in die Welt zurückzukehren, als Zeugen der Liebe Gottes zum Menschen, damit die Welt glaubt…

In diesem Geist haben wir vor genau einem Jahr auf ebendiesem Platz den Heiligen Geist angerufen und darum gebetet, dass die Synodenväter bei der Behandlung des Themas Familie fähig sein möchten, hinzuhören und sich miteinander auszutauschen, mit festem Blick auf Jesus, der das letzte Wort des Vaters und das Kriterium für die Interpretation von allem ist.
An diesem Abend kann unser Gebet nicht anders sein. Denn – wie Patriarch Athenagoras sagte – ohne den Heiligen Geist ist Gott fern, bleibt Christus in der Vergangenheit, wird die Kirche eine bloße Organisation, verwandelt sich die Autorität in Herrschaft, wird Mission zu Propaganda, Gottesdienst zu Beschwörung und christliches Handeln zu einer Sklavenmoral.

Beten wir also, dass die Synode, die morgen eröffnet wird, die Erfahrung von Ehe und Familie zu einem vollkommenen Menschenbild zurückzuführen weiß; dass sie alles Schöne, Gute und Heilige in ihr erkenne, aufwerte und vor Augen führe; dass sie sich die Situationen von Verwundbarkeit zu Herzen nehme, die für viele Familien eine harte Prüfung darstellen: Armut, Kriege, Krankheit, Trauer, verletzte und zerrissene Beziehungen, die Missbehagen, Groll und Brüche verursachen; dass sie diese Familien wie überhaupt alle Familien daran erinnere, dass das Evangelium die „Frohe Botschaft“ bleibt, von der aus man immer neu beginnen kann. Mögen die Synodenväter fähig sein, aus dem Schatz der lebendigen Überlieferung Worte des Trostes und Orientierungen der Hoffnung zu schöpfen für Familien, die in dieser Zeit dazu berufen sind, die Zukunft der kirchlichen Gemeinschaft und der Stadt des Menschen aufzubauen.
*
Jede Familie ist nämlich immer ein Licht – so schwach es auch sein mag – im Dunkel der Welt.
Die Geschichte Jesu selbst unter den Menschen nimmt Gestalt an im Schoß einer Familie, in der er dreißig Jahre lang bleibt. Und seine Familie ist eine Familie wie viele andere, in einem abgelegenen Dorf am Rande der Imperiums.
Charles de Foucauld hat wie wohl wenige andere die geistliche Bedeutung erfasst, die von Nazareth ausgeht. Dieser große Forscher verließ sehr bald die militärische Laufbahn und war fasziniert vom Geheimnis der Heiligen Familie, vom täglichen Umgang Jesu mit seinen Eltern und den Nachbarn, von der Arbeit im Stillen, vom demütigen Gebet. Bei der Betrachtung der Familie von Nazareth spürte Bruder Charles die Unfruchtbarkeit der Gier nach Reichtum und Macht; mit dem Apostolat der Güte wurde er allen alles. Er, der sich zum Einsiedlerleben hingezogen fühlte, begriff, dass man nicht in der Liebe zu Gott wächst, wenn man die Knechtschaft der menschlichen Beziehungen umgeht. Denn in der Liebe zu den anderen lernt man, Gott zu lieben; indem man sich zum Nächsten niederbeugt, erhebt man sich zu Gott. Durch die brüderliche und solidarische Nähe zu den Ärmsten und Verlassensten verstand er, dass letztlich gerade sie es sind, die uns evangelisieren, indem sie uns helfen, in der Menschlichkeit zu wachsen.
Um die Familie heute zu verstehen, lasst auch uns – wie Charles de Foucauld – in das Geheimnis der Familie von Nazareth eintreten, in ihr verborgenes, alltägliches und gewöhnliches Leben, wie das der Mehrheit unserer Familien ist, mit ihren Mühen und ihren einfachen Freuden. Ein Leben, das durchwoben ist von gelassener Geduld in Widerwärtigkeiten, von Achtung gegenüber der Situation jedes Einzelnen, von jener Demut, die befreit und im Dienen erblüht. Ein Leben in Geschwisterlichkeit, die aus dem Gefühl entspringt, Teil eines einzigen Leibes zu sein.

Die Familie ist Ort einer vom Evangelium inspirierten Heiligkeit, die sich unter den gewöhnlichsten Bedingungen verwirklicht. Dort nimmt man die Erinnerung der Generationen in sich auf und schlägt Wurzeln, die befähigen, sich nach hohen Zielen auszustrecken. Die Familie ist Ort der Unterscheidung, wo man dazu angeleitet wird, den Plan Gottes für das eigene Leben zu erkennen und vertrauensvoll anzunehmen. Die Familie ist Ort der Unentgeltlichkeit, einer taktvollen, brüderlichen und solidarischen Gegenwart, die lehrt, aus sich selbst herauszugehen, um den anderen anzunehmen, um zu vergeben und Vergebung zu spüren.
*
Gehen wir wieder von Nazareth aus für eine Synode, die – mehr noch als über die Familie zu reden – fähig ist, von ihr zu lernen, in der Bereitschaft, immer ihre Würde, ihren Charakter und ihren Wert zu erkennen, trotz aller Mühen und Widersprüche, die sie kennzeichnen mögen.
Im »heidnischen Galiläa « (Mt 4,15) unserer Zeit werden wir die Bedeutung einer Kirche wiederentdecken, die Mutter ist, fähig, zum Leben zu erwecken, achtsam, um ständig das Leben hinzugeben, und beflissen, um mit Hingabe, Zärtlichkeit und moralischer Kraft zu begleiten. Denn wenn wir nicht verstehen, die Gerechtigkeit mit dem Mitleid zu verbinden, werden wir schließlich unnötig streng und zutiefst ungerecht sein.
Eine Kirche, die Familie ist, weiß mit der Liebe und der Nähe eines Vaters zu handeln, der die Verantwortung des Hüters lebt, der beschützt, ohne zu bevormunden, der korrigiert, ohne zu demütigen, der erzieht mit dem guten Vorbild und mit Geduld – bisweilen einfach mit dem Schweigen eines betenden und offenen Wartens.

Vor allem aber wird eine Kirche von Töchtern und Söhnen, die sich als Geschwister erkennen, nie so weit kommen, jemanden nur als eine Last, als ein Problem, als Anlass zu Opfer, Sorge oder Risiko zu betrachten: Der andere ist im Wesentlichen ein Geschenk und bleibt das auch, wenn er andere Wege einschlägt.

Die Kirche ist ein offenes Haus, weit entfernt von Prunksucht, aufnahmebereit im nüchternen Stil ihrer Mitglieder und gerade deshalb zugänglich für die Hoffnung auf Frieden, die in jedem Menschen vorhanden ist, auch in denen, deren Herz durch die Prüfungen des Lebens verletzt und leidend ist.
Diese Kirche kann wahrlich die Nacht des Menschen erhellen, ihm glaubwürdig das Ziel zeigen und seine Schritte mit ihm gehen, gerade weil sie als Erste die Erfahrung macht, im erbarmenden Herzen des Vaters ständig zu neuem Leben erweckt zu werden.
© Copyright - Libreria Editrice Vaticana

von esther10 05.10.2015 00:38

Synode: „In Wirklichkeit sind das alles Hirten“


"Synodenteilnehmer spüren Druck der Medien" - OSS_ROM

05/10/2015 14:39SHARE:
„Warten wir mal ab – die Synode fängt ja gerade erst an, wir haben also noch keine Antwort auf alle Fragen“: So wehrte der Generalrelator der Synode, der ungarische Kardinal Peter Erdö, auf der ersten großen Pressekonferenz am Montag die Frage eines Journalisten ab. Die Frage drehte sich übrigens – nicht alle wird das überraschen – um die Seelsorge für wiederverheiratete Geschiedene, und was die Synode in dieser Hinsicht zu beschließen gedenke.
„Wir fangen gerade an, den Druck der Medien zu spüren“, legte Kardinal André Vingt-Trois von Paris nach; er war der Sitzungspräsident der ersten Vollversammlung. „Aber schon bei der Synode im letzten Jahr und auch im Lauf des ganzen Jahres haben wir diesen Druck sehr gespürt. Uns ist klar, dass einige Fragen vor allem des Zeitgeistes wegen gestellt werden; der Zeitgeist ist allerdings nicht dasselbe wie die Zeichen der Zeit.“ Christus habe empfohlen, die Zeichen der Zeit aufmerksam zu beachten; was hingegen den Zeitgeist angehe, so glaube er – Vingt-Trois – nicht, dass Papst Franziskus diesem huldige. „Ich denke eher: Der Papst ist vollkommen frei.“
Der Pariser Kardinal zeigte sich vor der Presse beeindruckt von der Diversität, die er an diesem Montag in der Synodenaula wahrgenommen habe: „Man könnte denken, dass es schwierig wird, dass so unterschiedliche Leute sich auf etwas einigen, aber ich sah sie alle um den Papst geschart, im Gebet und mit dem Willen, auf den Heiligen Geist zu hören und die Lebenswirklichkeit der Familien genau wahrzunehmen.“
Der Sondersekretär der Synode, Bischof Bruno Forte, bekräftigte, dass der Papst sich von der Synode einen „Stil großer Offenheit“ erwarte. „Wir müssen uns wirklich zum Sprachrohr der Hoffnungen und der Leiden aller Familien der Welt machen, und zwar in tiefer Verantwortung vor Gott und den Menschen. Der Papst spricht von Mut und Demut, und außerdem von vertrauensvollem Gebet: Ich glaube, das sind die Schlüssel dazu, die Synode wirklich fruchtbar zu machen. Die Augen vor nichts verschließen; dem Wirken des Heiligen Geistes gegenüber aufgeschlossen sein. Wir brauchen also einen Stil des Gebets, der Demut gegenüber Gott und des apostolischen Mutes der Welt gegenüber!“
Außerhalb der Synodenaula werde häufig das Bild von zwei Parteien gezeichnet, die sich während der Beratungen gegenüberstünden, ja sogar bekämpften, so Bischof Forte. „Ich würde ehrlich sagen, dass im Innern der Synode der Eindruck ein anderer ist. In Wirklichkeit sind das alles Hirten, Männer des Glaubens, die auf Gott hören und auf die Erwartungen der Menschen. Das eint uns zutiefst.“
Nach der x-ten Frage zu wiederverheirateten Geschiedenen meinte Kardinal Vingt-Trois: „Wenn Sie nach Rom gekommen sind mit der Vorstellung, dass sich hier in den nächsten Tagen die Lehre der Kirche auf spektakuläre Weise ändern wird, dann werden Sie enttäuscht sein.“
(rv 05.10.2015 sk)

von esther10 05.10.2015 00:34

Vatikan reagiert of „Coming Out" eines Priesters der Glaubenskongregation
Lombardi: Versuch, medialen Druck auf Familiensynode auszuüben


Wollte der Priester bewusst medialen Druck auf die Kirche und die Familiensynode ausüben?
Foto: CNA

Von CNA Deutsch/EWTN News

VATIKANSTADT , 03 October, 2015 / 5:57 PM (CNA Deutsch).-
Der Vatikan hat einen Priester der Glaubenskongregation entlassen, der sich am Vorabend der Familiensynode öffentlich als praktizierender Homosexueller „outete” und eine Änderung der katholischen Morallehre fordert.

In einem Video-Interview mit der italienischen Zeitung Corriere della Serra hatte Monsignore Krzystof Charamsa bekannt gegeben, dass er in einer homosexuellen Beziehung lebe und die Lehre der Kirche, wie sie im Katechismus steht, ändern wolle.

In einem Statement erklärte der Leiter des Presse-Amtes, Pater Federico Lombardi, das Verhalten Charamsa als, wörtlich, „schwerwiegend und unverantwortlich”. Lombardi wertete den Auftritt als klaren Versuch, die Synode medial unter Druck zu setzen; er teilte mit, dass der Priester von allen Aufgaben im Vatikan mit sofortiger Wirkung entbunden wurde. Weitere kirchenrechtliche Schritte oblägen nun dem zuständigen Ortsbischof.

Der 43-Jährige Pole arbeitete seit 12 Jahren in der Glaubenskongregation. Außerdem war er an zwei päpstlichen Universitäten tätig.

Neben dem öffentlichen Auftritt Chamsaras versuchen kurz vor der Synode zwei internationale Konferenzen, ihre Herangehensweise im Umgang mit Homosexualität bekannter zu machen.

Da ist einerseits die Konferenz „Die Wege wahrer Liebe – Pastorale Ansätze, wie Menschen mit homosexuellen Neigungen begrüßt und begleitet werden können”. Sie findet seit Freitag am Angelicum statt, der Päpstlichen Universität, die den Namen des großen Heiligen und Kirchenlehrers Thomas von Aquin trägt. Der Schwerpunkt bei dieser Konferenz ist der Ansatz der sogenannten „Courage Ministries”; sie helfen Männern wie Frauen mit homosexuellen Neigungen, ein keusches Leben zu führen – gemäß der katholischen Lehre. Homosexuelle Katholiken berichten unter anderem über ihre Erfahrungen, ebenso wie eine Reihe katholischer Therapeuten und Psychologen. Zu der Veranstaltung wurden unter anderem der australische Kardinal George Pell und Kardinal Robert Sarah erwartet.

Gegen diese Form des katholischen Umgangs mit homosexuellen Neigungen ist eine Konferenz, die am heutigen Samstag in einem römischen Pilgerzentrum stattfindet, organisiert von einer Gruppe, die sich als „LGBTQI Katholiken” bezeichnet. Unter dem Motto „Ways of Love” – „Wege der Liebe” wird im Rahmen dieser Veranstaltung nicht über Keuschheit gesprochen sondern darüber, wie homosexuell aktive Menschen seelsorglich betreut werden beziehungsweise betreut werden sollen – so das Veranstaltungsprogramm. Koordinator ist der Münchner Religionslehrer Michael Brinkschroeder vom „Europäischen Forum für christliche LGBT Gruppen”. Als Gastredner ist Bischof Raul Vera aus Mexiko angekündigt.
http://de.catholicnewsagency.com/story/v...ngregation-0064

von esther10 05.10.2015 00:32

05.10.2015



Kardinal Erdö bekräftigt Unauflöslichkeit der Ehe
Vertiefte Reflexion benötigt
Zum Auftakt der Bischofssynode über die Familie im Vatikan hat der Generalrelator der Versammlung, der Budapester Kardinal Peter Erdö, die Unauflöslichkeit der Ehe betont und die geltende Lehre der Kirche verteidigt.

Die Wiederheirat nach dem Scheitern einer kirchlich geschlossenen Verbindung verstoße gegen die Botschaft Jesu Christi und schließe die Betroffenen vom Empfang der Kommunion aus, bekräftigte er am Montag in seinem Eröffnungsreferat.

Die Kirche sei gefordert, wiederverheiratete Geschiedene seelsorgerisch und barmherzig zu begleiten und zugleich die katholische Lehre konsequent zu bezeugen. "All dies braucht jedoch eine vertiefte Reflexion", sagte er mit Blick auf die bevorstehenden dreiwöchigen Beratungen der Bischöfe. Als Generalrelator ist Erdö der Berichterstatter der Bischofsversammlung und hat wichtigen Einfluss auf die Formulierung der Synodenergebnisse.

Erdö bezog sich in seinen Ausführungen auf das Arbeitspapier zur Synode. Demnach gibt es viele Wege, wiederverheiratete Geschiedene am Gemeindeleben teilhaben zu lassen, ohne sie zur Eucharistie zuzulassen. Kritisch setzte sich Erdö mit den Wegen der orthodoxen Kirchen auseinander, die eine Wiederheirat nach einer Scheidung unter bestimmten Vorgaben zulassen. Diese seien nicht mit der Rechtsprechungspraxis der katholischen Kirche vergleichbar.

Auch erteilte Erdö der Idee der "Gradualität" bei der Beurteilung sexueller Beziehungen außerhalb der Ehe eine Absage. Objektiv gebe es zwischen wahr und falsch sowie zwischen Gut und Böse keine Gradualität, betonte er. Allerdings könne es für den einzelnen eine subjektive, graduelle Annäherung an das Gute und Wahre geben. Die subjektive Schuld sei weniger schwer, wenn die Sünde nicht erkannt werde.

Zum Thema Homosexualität erinnerte Erdö an die geltende kirchliche Lehre, wonach es zwischen homosexuellen Partnerschaften und dem Plan Gottes für Ehe und Familie "nicht einmal entfernte Analogien oder Ähnlichkeiten" gibt.

(KNA)

von esther10 05.10.2015 00:25

Danneels und der Mafiaklub „Gruppe von Sankt Gallen“

5. Oktober 2015 09:45 | Mitteilung an die Redaktion


Mafiaklub

Kardinal Danneels im Krawattenoutfit wird im flämischen Privatfernsehen VTM zur Biographie über ein Leben und die Gruppe Sankt Gallen befragt

Anmerkungen von Amand Timmermans

Die Vorstellung der Biographie von Kardinal Godfried Danneels am 22. September 2015 im Saal Vita unterhalb der Basilika von Koekelberg in Brüssel wird in die Annalen der Kirchengeschichte eingehen.

Nicht so sehr wegen des ästhetisch gesehen abscheulichen Kirchenbaus, der in den Kellergewölben noch finsterer wird und dessen Assoziationen mit diabolischen Tendenzen schon vielfach beschrieben wurden.

Sondern weil hier ein bekannter Kardinal vor einem großen Publikum ausgesprochen hat, was viele schon lange vermutet und viele andere nicht für möglich gehalten hatten:

daß nämlich in der katholischen Kirche über viele Jahre ein konspiratives Netzwerk von Bischöfen und Kardinälen existierte, intensiv kommunizierte und zusammenarbeitete, um einen Wunschkandidaten auf den Stuhl Petri zu heben.
1.

Diese Biographie wurde geschrieben von Jürgen Mettepenningen, Ex-Benediktiner, „Theologe“ (wie kerknet, die halboffizielle Website der niederländischsprachigen Bischöfe von Belgien, schreibt) und jetzt verbunden mit den dahinschwindenden nordbelgischen Christendemokraten, und Karim Schelkens, verbunden an den Abteilungen Religionswissenschaften der Universitäten Löwen (B) und Tilburg (NL) als Spezialist für die Lokalgeschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils tätig ist.

Es sind keine Anfänger und keine Idioten.

Beide Autoren sind bekannt für ihre progressistischen Gedanken betreff einer Modernisierung der Kirche und gehören zu dem engeren Freundes- und Bekanntenkreis um Danneels (dessen Fanclub allein hätte übrigens eine eigene intensive Untersuchung verdient).

Für die Biographie kontaktierten die Autoren mehr als 50 Bekannte und Weggenossen von Danneels, studierten die überreichen Akten in den Bistümern Brügge, Antwerpen und Mechelen-Brüssel sowie in den Dokumentationszentren an der Universität Löwen und führten von 2012 bis 2014 insgesamt 20 (zwanzig) Gespräche von mehrstündiger Dauer mit dem Kardinal himself.

Trotzdem bleibt die Persönlichkeit von Kardinal Danneels sehr undeutlich und nicht faßbar, wie die linkschristdemokratische Zeitung De Standaard schon am 23. September 2015 kritisch feststellte.

Unklar bleibt, wieso Danneels, der stets von sich sagte, daß er sich in der Mitte der Kirche lokalisiert fühle, mit zunehmender Zeit stets mehr als modern und links angesehen wurde;
wie er sich stets als große Versöhner und Mittler sah, und trotzdem auf politischem und gesellschaftlichem Gebiet kontinuierlich Niederlagen für die Kirche einstecken mußte (Abtreibung, Homo-Ehe, Euthanasie);

und warum die eminent wichtige Rolle von Danneels bei der beispiellosen Pädophilisierung der Kirche in Belgien im Buch nicht erschöpfend behandelt wird.
2.


Kardinal Danneels signiert Ausgaben von Schelkens/Mettepenningens Biographie

Dagegen wird das Ringen von Danneels mit dem konservativem Lager im Vatikan, allen voran mit Joseph Cardinal Ratzinger, ausführlich besprochen.

Das geht vom Gebiet der Liturgie bis zu kommunistischen Tendenzen bei der Befreiungstheologie in Südamerika, von modernistischen Rätegruppen und De Ecclesia bis zur Bekämpfung der gewaltigen Pädophilieoffensive in kirchlichen Milieus : stets wieder standen sich die beide als Kontrahenten gegenüber.

Insgesamt alles nichts Neues, aber vom Publikum bei der Buchvorstellung auf dem Koekelberg bei Brüssel mit Vergnügen angehört.

Ein Publikum, das es in sich hatte: ein Großteil der kirchlichen Hierarchie von Belgien war anwesend, die sehr modernistisch eingestellte Fangemeinde von Danneels, in den nordbelgischen Ordinariaten und an der Theologischen Fakultät der Universität Löwen, um das Parochialblatt „Kerk&Leven“ und der offiziösen bischöflichen Website www.kerknet.be angesiedelt, ebenso.

Besonders bemerkenswerte Gäste saßen in der ersten Reihe:

- Kanonikus Herman Cosijns, Sekretär der Belgischen Bischofskonferenz, sehr lang in Brüssel als Dekan tätig, frühere rechte Hand von Danneels‘ Weihbischof DeKesel (inzwischen Bischof in Brügge und durch Malpractice bei Pädophilie des Klerus moralisch erledigt).

Seit 15 Jahren ununterbrochen in engem Kontakt mit pädophilen Tätern und Vertuschern. Kardinal Danneels und Weihbischof Lanneau wurden gerichtlich verfolgt wegen Vertuschung und Deckung von pädophilen Straftaten, wobei unter sehr unklaren Umständen Weihbischof Lanneau die gesamte Schuld auf sich nahm und nicht lange hinterher verstarb, wobei dann später in Berufung alles für nicht begründet erklärt wurde.

Cosijns ist übrigens nun der Ansprechpartner für pädophilen Mißbrauch in der belgischen Kirche (zusammen mit dem homofreundlichen Bonny).

- Toon Osaer, früherer Pressesprecher von Danneels, seit dem Amtsantritt von Erzbischof Léonard Leiter des bischofsnahen Verlags Halewijn (mit dem Parochialblatt Kerk&Leven und der Website kerknet.be). Bei Proteststurm flämischer Eltern im Roeach3-Skandal

(Religionsunterrichtsbuch mit pädophilen Abbildungen) rief dieser Toon Osaer als Delegat von Kardinal Danneels tatsächlich eine protestierende Mutter an, „daß sie als gute Katholikin den Bischöfen zu gehorchen“ und diesen Protest zu stoppen hätte.

Das Buch wurde verlegt bei dem Verlag Polis, einer Neugründung/Abzweigung des Verlags Pelckmans (Antwerpen/Kapellen), die 1993-1999 die verruchte Buchreihe Roeach mit pädophilisierender Indoktrination herausgab.

In zwanzig Jahren hat man in der Kirche Nordbelgiens nichts gelernt.
In diesem Milieu fühlte Kardinal Danneels sichtlich wohl.

Das Video zeigt, wie er, entgegen seiner sonstigen Gewohnheit, sehr entspannt auf seinem Sessel sitzt und ohne Hapern, ohne die sonst für ihn kennzeichnenden Ähs und Pausen offenherzig und sehr detailliert spricht:

„Sankt Gallen, das war ein anständiger/angesehener Name; wir nannten uns DIE MAFIA.“
Womit er klipp und klar sagte, daß diese Gruppe von ähnlich (modern) denkenden Kardinälen und Bischöfen gegen restaurative Tendenzen von Papst Johannes Paul II. und Joseph Cardinal Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., subversiv agierend, natürlich nicht „anständig/angesehen/gehoben“ (Niederländisch: „deftig“) war.
3.


Kardinal Danneels leistet den Eid vor Beginn des Konklaves

Danneels sagte auch „wir“, nicht „ich“, was für ihn sehr ungewöhnlich ist.
Kein Gast auf dem Koekelberg zweifelte übrigens am Wahrheitsgehalt dieser Aussage.
Beim Konklave 2005 erlitt Danneels eine gewaltige Niederlage gegen Joseph Cardinal Ratzinger. In den darauffolgenden Jahren detonierte eine unablässige Serie von pädo-und homophilen Skandalen in der belgischen Kirche mit Danneels im Mittelpunkt.

Nach dem GAU um seinen Freund, den pädophilen Bischof von Brügge, vanGheluwe (2010-2011) und die Operation „Kelk“ („Kelch“) erledigte er sich selbst mit den Worten:
„Meine Rechtsanwälte haben mir ans Herz gelegt, nichts mehr darüber zu sagen.“

Diesen weisen Rat hat der 83-jährige Kardinal Danneels hier nicht beherzigt.
Der „Klub von Sankt Gallen“ hatte im Konklave von 2005 verloren.

Wie aber Danneels ausführte (und von seinen Adlaten bestätigt wurde), habe dieser Klub mit der Wahl von Bergoglio im Konklave von 2013 sein Ziel erreicht.

Das ist natürlich Dynamit für die Führung der Kirche, und wohl auch einerseits für die Modernisten, die sich über die Veröffentlichung dieser Machinationen, trotz des für sie günstigen Resultats, nicht besonders freuen dürften; und andererseits ebenso für die in traditionelleren Gleisen gebundenen Papolatristen, die sich jetzt erst richtig veräppelt fühlen.
Es wurde nämlich offen gesagt und bestätigt, was niemals hätte vorkommen dürfen:

daß nämlich ein mafia-ähnlicher Klub innerhalb der Leitungsgremien der Kirche konspiriert, gegen zwei Päpste agiert (Johannes Paul II. und Benedikt XVI.) und am Ende dann noch (sei es auch erst im zweiten Anlauf) im Konklave seinen Wunschkandidaten durchsetzt.
Jetzt schlagen die Wogen hoch:

Die zwei Autoren rudern zurück, wollen plötzlich vieles schlecht verstanden oder nicht genau formuliert haben. Doch aus der Schweiz kommt die Nachricht, daß es diesen Klub von Sankt Gallen wirklich gab. Andererseits gibt es auch eine alte Stimme aus diesem Bistum die erklärt, hiervon nichts zu wissen. Es wird relativiert und angezweifelt – doch zugleich kommt immer mehr Anrüchiges auf.

Es stinkt – und das wohl bestialisch.

Gestern wurde in Rom die zweite Synode über die Familie eröffnet.
Und der jetzt weltbekannte Kardinal Danneels darf zum zweiten Male auf persönliche Einladung von Franziskus auf der Synode „herumturnen“, wie ein kritischer Blogger einmal sagte; und aus Belgien wurde der durch Tat exkommunizierte und homofreundliche Johann Bonny (ebenfalls mit dem Pädofreund Jef Barzin befreundet) als Synodale nach Rom gesandt.

Paßt alles sehr gut zum Direktor von Domus Sanctæ Marthæ, Mario Battista Ricca.
In jeden Fall: Es wäre sicher nützlich, für funktionierende Aufzüge zu sorgen.
Text: Amand Timmermans

Bild: LifeSiteNews/cvb/vtm (Screenshot
http://www.katholisches.info/2015/10/05/...n-sankt-gallen/



von esther10 05.10.2015 00:25

ZdK-Präsident kritisiert Diskussionskultur im Umfeld der Synode


Chef des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Glück: Vormals betont "Papsttreue" machen nun "mit scharfen und diffamierenden Worten Stimmung gegen Franziskus"

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05.10.2015, 10:49 Uhr Deutschland/Kirche/Papst/Bischofssynode/ZdK/Glück
München, 05.10.2015 (KAP/KNA) Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, hat sich zum Auftakt der Weltbischofssynode in Rom kritisch über die Diskussionskultur im Umfeld des Treffens geäußert. "Bestimmte Kreise, die vor kurzem 'Romtreue', also 'Papsttreue' als wichtigstes Merkmal der Katholiken beschworen haben, machen nun mit scharfen und diffamierenden Worten Stimmung gegen Papst Franziskus. Nicht wenige unterstellen einen Abfall vom Glauben", sagte Glück der "Passauer Neuen Presse" (Montag). "Der innerkirchliche Stil der Auseinandersetzung in diesen Fragen ist miserabel und abschreckend. Die Kirche muss kein Harmonieverein sein, aber eine andere Art des Umgangs wünsche ich mir schon."

Die kommenden drei Synoden-Wochen seien von entscheidender Bedeutung für die Zukunft der katholischen Kirche, so der Präsident des höchsten Gremiums der katholischen Laien in Deutschland. "Es wird sich zeigen, ob Tradition für die Kirche etwas ganz Starres ist oder sich weiter entwickeln lässt." Eine Chance auf eine Veränderung der kirchlichen Haltung zugunsten Homosexueller sehe er nicht. "Bei diesem Thema wird es in der Weltkirche sicherlich keinen gemeinsamen Nenner geben können. Das muss man ganz realistisch sehen."

Die Synode werde jedoch exemplarisch zeigen, "was die richtige Balance zwischen der notwendigen Einheit in der Weltkirche und möglicher Vielfalt in den Ortskirchen ist", so Glück. Für die Kirche in Deutschland hofft der ZdK-Präsident auf "eigenverantwortliche pastorale Gestaltungsmöglichkeiten". Als wichtigsten Punkt nannte er "einen anderen Umgang mit Wiederverheirateten und Geschiedenen".

Es gehe dabei, so Glück, besonders um den Zugang zur Kommunion - "nicht mit einem Automatismus, sondern nach ausführlichen Gesprächen mit einem Seelsorger oder entsprechend Beauftragten". Diese Veränderung erhoffe sich "die überwältigende Mehrheit der Katholiken in Deutschland". Nach geltender kirchlicher Lehre sind wiederverheiratete Geschiedene vom Empfang der Kommunion ausgeschlossen.

Ehe bleibt unauflösbar

"Das katholische Verständnis der Ehe als Sakrament der Ehe wird bleiben", betonte Glück. Niemand plädiere für einen Abschied vom Grundsatz der Unauflösbarkeit der Ehe. "Wir hoffen aber sehr, dass gewürdigt wird, dass auch in anderen Formen von Familien christliche Werte gelebt werden wie eheliche Partnerschaft und Treue, wechselseitige Fürsorge, verantwortungsbewusste Erziehung der Kinder."

Zugleich warnte Glück vor zu hohen Erwartungen. "Die Synode ist kein Konzil und kann deshalb keine Entscheidungen treffen", stellte er klar. "Das Ergebnis der Beratungen wird deshalb nicht das letzte Wort sein. Entscheidend wird sein, welche Schlüsse Papst Franziskus ziehen wird."
http://www.kathpress.at/goto/meldung/130...feld-der-synode



von esther10 05.10.2015 00:24

05.10.2015


Kardinal Andrello aus Chile mit Papst Franziskus
© Giuseppe Lami (dpa

Debatten der weltweiten Bischofssynode haben begonnen
Große Erwartungen
Am Tag eins der mit Spannung erwarteten Bischofssynode zur Familie werden deutliche Akzente gesetzt. Der Papst ermuntert zu einer offenen Debatte. Das nehmen auch Konservative gerne für sich in Anspruch.

Der mediale Erwartungsdruck ist mit Händen zu greifen am ersten Tag der Synodendebatte in Rom. Journalisten schwirren um den Vatikan, interviewen Bischöfe, besetzen den vatikanischen Pressesaal bis auf den letzten Platz. Es ist der erste Tag einer auf drei Wochen angesetzten Folge von Debatten und Abstimmungen, mal im Plenum der 270 Synodenväter, mal in Kleingruppen von je 25 Teilnehmern. Es ist der Tag der Grundsatz-Statements. Die Leiter der Versammlung versuchen, Pflöcke einzuschlagen.

Papst: Glaubensgut ist kein Museum

Als erster redet Papst Franziskus. Wie fast immer spricht er kurz, ist konzentriert auf das Wesentliche. Er ruft die Synodalen zu Mut und Offenheit auf und erinnert daran, dass eine Synode kein Parlament ist. Sie sei ein gemeinsamer Weg im "Geist der Kollegialität", auf dem die Kirche die Wirklichkeit "mit den Augen des Glaubens und dem Herzen Gottes" zu verstehen versuche.

In einem plastischen Bild mahnt er, die Kirche dürfe ihr "Glaubensgut" nicht wie ein Museum betrachten und bewahren, sondern müsse es als lebendige Quelle nutzen, um das "Lebensgut" zu erleuchten. Zugleich erinnert der Papst die Synodalen daran, dass sie sich als Diener sehen und offen sein sollten für Überraschungen.

Detaillierte Zusammenfassungen zum Auftakt

Entscheidend seien nicht persönliche Ansichten, sondern "der Glaube an Gott, die Treue zum Lehramt, das Wohl der Kirche und das Seelenheil der Gläubigen". Im Vergleich zum Papst wirken die Grundsatzreden des Generalsekretärs und des Generalberichterstatters langatmig und detailliert. Der erste, Kardinal Lorenzo Baldisseri, hat die schwierige Aufgabe, den Weg der Debatte seit der Synode im Oktober 2014 zusammenzufassen und dann die Spielregeln der kommenden drei Wochen zu erklären. Er zeigt auf, welch langen Vorlauf diese Synode hat und dass sie vermutlich die bestvorbereitete Bischofsversammlung seit 50 Jahren ist.

Der Generalsekretär erläutert auch den Weg der Debatten und Abstimmungen, der die Synodalen nun erwartet. Pro Woche soll einer der drei Abschnitte des Schlussdokuments bereits verabschiedet werden, aber am Ende wird auch noch einmal der Gesamttext für Änderungsvorschläge geöffnet und abermals zur Abstimmung gestellt.

Kardinal Erdö: Debatte über wiederverheiratete Geschiedene offen

Dieses Verfahren dürfte für einen weiten Spannungsbogen sorgen. Und es führt dazu, dass die Textkommission wichtig wird, und dass kluges Taktieren sich bis zum Ende auszahlen könnte.

Die ersten inhaltlichen Akzente waren unterdessen eher konservativ. Kardinal Peter Erdö gab einen Überblick über den Stand der Debatte seit der turbulenten Synodenversammlung im Oktober 2014. Die seitdem eingereichten Beiträge aus vielen Bischofskonferenzen sind in das Arbeitspapier eingeflossen. Und das sind, wie Erdö am Montag betonte, in ihrer Mehrheit Beiträge, die an die geltende Lehre der Kirche erinnern. Die Öffnungen vom Oktober 2014 sind damit nicht vom Tisch, aber sie werden eingeordnet in Glaubenslehre und Kirchenrecht. Zum Thema Homosexualität, das durch das Coming-Out eines Vatikanprälaten am Samstag viel Beachtung fand, heißt es bei Erdö schlicht: "Es gibt keinerlei Grundlage, um zwischen homosexuellen Partnerschaften und dem Plan Gottes für Ehe und Familie irgendwelche auch noch so entfernten Ähnlichkeiten oder Analogien herzustellen."

Eine gewisse Offenheit ließ Erdö beim Thema wiederverheiratete Geschiedene erkennen. Hier gebe es offene Fragen, erklärte er. Man könne aber nicht die Praxis der Ostkirchen einfach auf die katholische Kirche übertragen, denn die Auffassungen vom Ehesakrament gingen zwischen Ost- und Westkirche auseinander.

Am ersten Tag profilierte sich der Pariser Kardinal Andre Vingt-Trois als scharfzüngiger Wortführer der Konservativen. Wer erwarte, dass die Synode eine Änderung der Lehre beschließen könnte, werde nach drei Wochen enttäuscht abreisen, erklärte er. Es sei klar, dass Franziskus nicht der Melodie des Zeitgeistes folge. Der eher liberale Erzbischof Bruno Forte, der Sondersekretär der Synode, beeilte sich daraufhin zu betonen: "Wir sitzen aber auch nicht in Rom zusammen, um am Ende gar nichts zu sagen!"


*
Im Unterschied zu einem Konzil nehmen an einer Bischofssynode nicht alle rund 5.000 Bischöfe der Weltkirche teil. Die nationalen bzw. regionalen Bischofskonferenzen entsenden jeweils Delegierte. Bei der bevorstehenden Familiensynode stellen die Delegierten aus 112 Bischofskonferenzen zusammen mit den Teilnehmern aus der römischen Kurie rund 300 Bischöfe. Dazu kommen zehn Ordensleute aus der "Union der Generaloberen" sowie rund 100 weitere vom Papst zusätzlich benannte Bischöfe und weitere Experten. Darunter sind auch 17 Ehepaare und 17 Einzelpersonen, davon 13 Frauen.

(KNA)




Ludwig Ring-Eifel
(KNA)

von esther10 05.10.2015 00:21




Erzbischof Georges Pontier.

Serie zur Bischofssynode (6): Interview mit Erzbischof Georges Pontier
"Wir müssen anspruchsvoller werden"

Vatikanstadt / Münster. Was denken die Bischöfe in Amerika, Afrika, Asien und Europa über die Situation der Familie, was über wiederverheiratet-geschiedene und homosexuelle Menschen? Den Anfang einer Umfrage unter fünf Teilnehmern der Bischofssynode macht George Pontier (72), Erzbischof von Marseille und Vorsitzender der Französischen Bischofskonferenz.

Welches sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Themen der Bischofssynode?

Erzbischof George Pontier: Das erste Thema ist sicherlich, die Familie – so wie sie im Evangelium vorkommt – als ein Geschenk Gottes wiederzuentdecken. Das ist eine gute Nachricht, die es möglich macht, dass Mann und Frau gut zueinander finden. Das zweite Thema ist für mich, dass wir all das vertiefen, was im Leben unserer christlichen Gemeinden Ausbildung, Begleitung, Ehevorbereitung, Unterstützung für die Paare betrifft. Das wichtigste Zeugnis für die Liebe und die Familie geben die Paare selbst. Alles, was in unseren Gemeinden dieser Berufung zu Ehe und Familie dient, ist wichtig. Als drittes Thema hoffe ich darauf, dass die Synode der Familie den Geist der Initiative für ein geistliches Ehe- und Familienleben verleiht. Vielleicht werden in unserer Kirche zu viele Dinge in der Gemeinde gemacht und zu wenige in der Familie.

In Deutschland schauen viele Menschen vor allem auf die Fragen des Sakramenten-Empfangs von wiederverheiratet Geschiedenen und des Umgangs mit Homosexuellen. Rechnen Sie in diesen Feldern mit neuen Bewertungen oder einer neuen Praxis?

Erzbischof George Pontier: Seine ganze Hoffnung auf die Veränderung der kirchlichen Disziplin zu legen, scheint mir übertrieben zu sein. Worum es wirklich geht, ist die geistliche Begleitung von Personen, die in irregulären Situationen leben. Man kann sich von der Synode eine stärkere Berücksichtigung der Verschiedenartigkeit der Situationen erhoffen – mit der Verantwortung, die den Bischöfen in ihren Diözesen gegeben ist, solchen Personen gegenüber pastorale Initiativen zu ergreifen, die gerecht, angemessen und wirksam erscheinen.

Müssen höhere Anforderungen an das Wissen der Paare um das Ehe- und Sakramentenverständnis der katholischen Kirche gestellt werden?

Erzbischof George Pontier: Wir müssen anspruchsvoller werden in Bezug auf die Art und Weise, mit der wir die Paare auf die Ehe vorbereiten. Weniger in Bezug auf sie, als vielmehr in Bezug auf uns. Ermöglicht ihnen das, was wir ihnen vorschlagen, die Botschaft zu spüren und in sie hineinzufinden – und sei es auch nur nach und nach? Wichtig ist das Eheverständnis, aber auch die Begegnung mit Christus. Es geht hier nicht so sehr um ein Modell, das man kennen sollte, um es dann nachzuahmen, sondern um eine Person, der man begegnet und die auf einen Weg führt, die Ehe zu leben.

Welche Haltung soll die Kirche gegenüber jenen Paaren einnehmen, die (noch) keine kirchliche Ehe eingehen möchten?

Erzbischof George Pontier: Unsere Haltung müsste eine dreifache sein: Als Erstes müssen wir lernen, die Keime des Evangeliums wahrzunehmen, die es in dieser Lebensform geben kann, Werte wie Respekt, Treue, Annahme des Lebens, gegenseitige Unterstützung, die Schönheit dessen, was die Partner leben. Das Zweite ist die Begleitung dieser Paare, um ihnen zu zeigen, welche Wohltat die zivile, aber vor allem die kirchliche Heirat für diese Werte bedeuten kann. Das Dritte ist, dass man die Zelle der Familie nicht auf etwas ganz und gar Privates reduzieren kann. Wir leben in einer Gesellschaft, die auf alle Menschen angewiesen ist, wie auch alle Menschen auf die Gesellschaft angewiesen sind. Die Treue der Paare, die Stabilität der Familien sind auch für die Gesellschaft wertvolle Güter.
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von esther10 05.10.2015 00:19

PAPST FRANZISKUS

FRÜHMESSE IM VATIKANISCHEN GÄSTEHAUS "DOMUS SANCTAE MARTHAE"

Sich auf die Zunge beißen



aus: L'Osservatore Romano, Wochenausgabe in deutscher Sprache, Nr. 37, 11. September 2015

Über andere Menschen herzuziehen ist Terrorismus, gerade so, als werfe man eine Bombe, um Menschen zu vernichten und dann die Flucht zu ergreifen und sich selbst in Sicherheit zu bringen. Der Christ dagegen soll, um heilig zu werden, stets »Frieden und Versöhnung« bringen, und er muss, um der Versuchung von Klatsch und Tratsch nicht nachzugeben, dazu bereit sein, selbst soweit zu gehen, sich auf die Zunge zu beißen. Das tue zwar weh und er werde spüren, wie die Zunge anschwelle, aber wenigstens habe er keinen kleinen oder großen Krieg ausgelöst. Das sind, zusammen mit einer Gewissenserforschung, die Empfehlungen, die Papst Franziskus bei der Messe gab, die er am Freitag, 4. September, im Gästehaus Santa Marta feierte.

Paulus, so sagte der Papst gleich zu Beginn, »gibt uns im Kolosserbrief (1,15-20) so etwas wie den Personalausweis Jesu«. Kurz gesagt, der Apostel frage also: »Wer ist dieser Christus, den wir unter uns gesehen haben?« Und darauf gebe er die folgende Antwort: »Er ist der Erste, der Erstgeborene Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen«, das heißt »in ihm hat alles Bestand«. Paulus stelle den Kolossern »Jesus in seiner Gottheit vor: Jesus ist Gott. Er ist vor aller Schöpfung, er ist der Ursprung. Er ist der Erstgeborene der Toten; so hat er in allem den Vorrang.« Und er fahre so in diesem Ton fort, dass es »fast ein wenig übertrieben wirkt«, wenn er »darüber spricht, wer Jesus ist«. Ja, »dieser Jesus wurde vom Vater gesandt, um ›durch ihn alles zu versöhnen, der am Kreuz durch sein Blut den Frieden gestiftet hat‹«.

Papst Franziskus wiederholte die Worte des Paulus, um zu erläutern, »worin die Aufgabe Jesu bestand«, und er nannte dabei zwei Schlüsselwörter: Versöhnen und Frieden stiften. Jesus, so sagt uns Paulus, »hat die Menschheit nach dem Sündenfall wieder mit Gott versöhnt und hat Frieden gestiftet, er hat Frieden mit Gott gestiftet «. Und so »ist der Friede das Werk Jesu, das Ergebnis seines Blutes, seines Wirkens, seiner Selbsterniedrigung, um gehorsam zu sein bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz«. Also, so fuhr Franziskus fort, »hat Jesus uns den Frieden gebracht und uns versöhnt«. Deshalb sollen wir, »wenn wir von Frieden oder Versöhnung sprechen – von kleinen Friedensschlüssen, kleinen Versöhnungen –, an den großen Frieden und an die große Versöhnung denken, die Jesus herbeigeführt hat«. Im Bewusstsein, dass »ein Friede ohne ihn unmöglich ist; dass ohne ihn eine Versöhnung unmöglich ist«. Und dasselbe gelte natürlich auch für »uns, die wir Tag für Tag Nachrichten von Krieg, von Hass bekommen«. Mehr noch, »es wird auch in den Familien gestritten«. Und daher »ist es unsere Aufgabe, auf diesem Weg zu gehen«, um »Männer und Frauen des Friedens zu sein, Männer und Frauen der Versöhnung«.

An diesem Punkt regte der Papst zu einer echten und gründlichen Gewissenserforschung an: »Es wird uns gut tun, uns die Frage zu stellen: Säe ich Frieden? Säe ich etwa mit meiner Zunge Frieden oder säe ich Zwietracht?« Und er fügte hinzu: »Wie oft haben wir schon über eine Person sagen hören, dass sie eine Zunge wie eine Schlange hat, weil sie stets das tut, was die Schlange mit Adam und Eva getan hat: sie hat den Frieden zerstört.« Das aber, so warnte der Papst, »ist ein Übel, das ist eine Krankheit in unserer Kirche: Zwietracht zu säen, Hass zu säen, keinen Frieden zu säen«.

Franziskus setzte seine Ausführungen zur Gewissenserforschung mit einer Frage fort, die man sich, so sagte er, am besten jeden Tag stellen sollte: »Habe ich heute Frieden gesät oder Zwietracht?« Und es bringe nichts, zu versuchen, sich zu rechtfertigen, indem man sage: »Aber manchmal muss man die Dinge beim Namen nennen, weil dieser und jener…« »Was säst Du wirklich mit dieser Einstellung aus?«, fragte der Papst. Nachdem er damit wieder zur Schriftlesung aus dem Paulusbrief zurückgekehrt war, wiederholte der Papst, dass Jesus »der Allererste ist, er ist zu uns gekommen, um Frieden zu stiften, um Versöhnung herbeizuführen«. Wenn folglich »ein Mensch im Lauf seines Lebens nichts anderes tut als zu versöhnen und Frieden zu stiften, dann kann man ihn heiligsprechen: diese Person ist heilig!« Aber, so warnte er, »wir müssen hierin wachsen, wir müssen umkehren: niemals ein Wort sagen, das trennt, nie, niemals ein Wort, das Krieg entfacht, kleine Kriege, niemals Klatsch und Tratsch«. Und der Papst wollte sich mit dem Thema Klatsch und Tratsch noch ausführlicher beschäftigen, insofern fragte er, worum es sich dabei eigentlich handle. Allem Anschein nach, so erläuterte er, seien es »nichts«: Klatsch und Tratsch bestünden darin, »ein Wörtchen gegen einen anderen fallen zu lassen oder eine Geschichte « dieser Art zu erzählen: »Der da hat… getan.« Aber in Wirklichkeit sei es ganz anders. »Über andere herzuziehen ist Terrorismus«, so bekräftigte Franziskus, »denn derjenige, der klatscht, ist wie ein Terrorist, der eine Bombe wirft und dann das Weite sucht, er richtet Zerstörung an: er zerstört mit der Zunge, er stiftet keinen Frieden. Aber er ist schlau, nicht wahr? Er ist keineswegs ein Selbstmord-Attentäter, nein, nein! Er passt gut auf sich auf!«

Der Papst kehrte dann erneut zur Lesung aus dem Paulusbrief zurück und erinnerte daran, dass in Jesus »alles versöhnt ist, da er Frieden gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut«. Also »ist der Preis sehr hoch«, so bekräftigte er. Und daher sei »jedes Mal dann, wenn ich gerne etwas aussprechen würde, das Zwietracht sät und Teilung schafft und darin besteht, über einen anderen herzuziehen«, der beste Rat der, »sich auf die Zunge zu beißen!« Und er bestand darauf: »Ich versichere euch, dass euch anfangs, wenn ihr diese Übung macht, euch auf die Zunge zu beißen, statt Zwietracht zu säen, die verletzte Zunge anschwillt, weil der Teufel seine Hand mit im Spiel hat, denn das ist seine Arbeit, das ist sein Beruf: zu spalten!«

Bevor Papst Franziskus mit dem Messopfer, dem »Opfer der Versöhnung«, fortfuhr, betete er die folgenden Worte: »Herr, du hast dein Leben gegeben, gewähre mir die Gnade, Frieden zu stiften, zu versöhnen. Du hast dein Blut vergossen, möge es mir nichts ausmachen, wenn meine Zunge ein wenig anschwillt, wenn ich auf sie beiße, bevor ich anfange, über andere herzuziehen «. Und er schloss mit der Aufforderung, dem Herrn zu danken, dass er uns mit dem Vater versöhnt und unsere Sünden vergeben hat und uns so »die Chance geschenkt hat, Frieden in unseren Seelen zu haben«.

von esther10 05.10.2015 00:10

Synode: Kardinal Erdö umreißt die Themenfelder


Kardinal Peter Erdö in der Synodenaula (zweiter von rechts) - L'Osservatore Romano

05/10/2015 14:25SHARE:
Worum geht es inhaltlich in der Synode? Was wird die Teilnehmenden in den kommenden drei Wochen beschäftigen? Der Generalrelator der Synode - also ihr Berichterstatter - ist Kardinal Peter Erdö. Er umriss das Themenfeld bei seinem umfangreichen Einführungsreferat an diesem Montagvormittag in der vollbesetzten Synodenaula. Bei den strittigen Punkten rief Kardinal Erdö jeweils die geltende katholische Lehre in Erinnerung.
Herausforderungen

Migration, niedrige Arbeitslöhne, Geburtenrückgang, Gewalt gegen Frauen, Zwangsabtreibung und Zwangs-Sterilisation: die Problemfelder, in denen Familie heute bestehen muss, sind exorbitant viele, sagte Erdö. Auch der wachsende Individualismus gefährde Ehe und Familie, ebenso wie die Konsumgesellschaft: diese trenne Sexualität und Fortpflanzung und mache menschliches Leben und Elternschaft zu wählbaren und abwählbaren Modulen.

Berufung

Als Lichtpunkte in diesem düsteren Panorama skizzierte Erdö Ehe und Familie, wenn sie funktionieren: sie lassen die Individuen nicht isoliert, sondern übermitteln Werte und bieten Entwicklungschancen. Die Unauflöslichkeit der Ehe sei da nicht etwa ein Joch, sondern ein Geschenk.


Sendung

Die katholische Familie habe heute auch die Aufgabe, das eigene Selbstverständnis zu erklären, und das in einer so klaren wie zeitgemäßen Sprache zu tun, sagte Erdö: „So wird das Angebot klar, auch wenn nicht alle die Verkündigung akzeptieren werden.“ Auch in der Zusammenarbeit mit öffentlichen Einrichtungen gelte es Farbe zu bekennen, besonders dort, wo „der offizielle Betriff von Familie nicht mit dem christlichen übereinstimmt“
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„Verwundete Familien“

„Heikel und anspruchsvoll“ ist die Sendung der Kirche dort, wo es um die kirchliche Eingliederung „verwundeter Familien“ geht, sagte Erdö. Damit sind gescheiterte Verbindungen, Paare ohne Trauschein oder in ziviler Zweitehe verheiratete Geschiedene gemeint. Barmherzigkeit und Aufnahme seien hier das Gebot der Stunde, begleitet freilich von einer klaren Darstellung der Wahrheit über die Ehe, verdeutlichte Erdö. „Die größte Barmherzigkeit ist es, die Wahrheit mit Liebe zu sagen.“ Barmherzigkeit gehe über Mitleid hinaus, sie „zieht an und vereint, verwandelt und erhebt, lädt ein zur Umkehr“.


Paare ohne Trauschein müssten mit „gesunder Pädagogik“ angeleitet werden, damit sie den Plan Gottes erkennen; für Geschiedene regt Erdös Bericht die Schaffung diözesaner Krisenzentren an, in denen nach Lösung und Versöhnung gesucht werden soll.

Wiederverheiratete Geschiedene

Im Fall der wiederverheirateten Geschiedenen sei „ein vertieftes Nachdenken“ erforderlich. Dabei dürfe die barmherzige seelsorgerliche Begleitung keinen Zweifel an der Unauflöslichkeit der (ersten) Ehe lassen. „Die Barmherzigkeit Gottes schenkt dem Sünder Vergebung, verlangt aber Umkehr.“ Hier geht Erdös Synoden-Bericht auf den Begriff des sogenannten „Bußwegs“ („via penitenziale“) ein, den Kardinal Walter Kasper als möglichen Lösungsweg ins Spiel gebracht hatte. Lossprechung in der Beichte und Zugang zur Eucharistie könnten – bekräftigte Erdö - jene wiederverheirateten Geschiedenen erlangen, die sexuell enthaltsam leben. Alternativ könne der „Bußweg“ nach der traditionellen Praxis der lateinischen Kirche verstanden werden, die den Priestern eine Lossprechung wiederverheirateter Geschiedener freilich nur dann ermöglichte, sofern sie versprachen, ihr Leben zu ändern.


Abstufungen und „Gradualität“

Der Vorstellung einer „Gradualität“ bei der Beurteilung sexueller Beziehungen außerhalb der Ehe erteilte Erdö eine Absage. Objektiv gebe es zwischen wahr und falsch sowie zwischen Gut und Böse keine Gradualität, betonte er. Allerdings könne es für den einzelnen eine subjektive, graduelle Annäherung an das Gute und Wahre geben. Die subjektive Schuld sei weniger schwer, wenn die Sünde nicht erkannt werde.
Umgang mit Homosexuellen


Menschen mit homosexueller Tendenz müssen „mit Respekt und Taktgefühl“ aufgenommen und jede Diskriminierung vermieden werden, heißt es im Synodenbericht in Anlehnung an den Katechismus. Es gebe aber keine Grundlage, um auch nur entfernte Parallelen zwischen homosexuellen Verbindungen und dem Plan Gottes mit Ehe und Familie zu ziehen.

Ja zum Leben vom Anfang bis zum Ende

Großes leistet die Kirche – so erinnert Erdö - in der Unterstützung von Schwangeren, verlassenen Kindern, Frauen, die abgetrieben haben. Hier trete die Kirche an Lehrstellen des staatlichen Systems, sie trägt hier Werte voran, „die man in Geld nicht bemessen kann“. Auch das Nein zu Abtreibung und Euthanasie und das Ja zur Förderung natürlicher Verhütungsmethoden findet sich im Synodenpapier, ebenso wie die Ermutigung zur Adoption von Kindern.


Erziehung

Die Eltern sind und bleiben die ersten Verantwortlichen für die menschliche und religiöse Erziehung ihrer Kinder, und die Kirche hat das Recht, sie zu einem verantwortlichen und wachsamen Blick auf staatliche Erziehungsprogramm anzuhalten, heißt es in Erdös Bericht.


(rv 05.10.2015 gs)

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