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von esther10 09.10.2015 22:24

Ausgabe 40/2015: Botschaft von Papst Franziskus zum 31. Weltjugendtag 2016

»Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden« (Mt 5,7)



Liebe junge Freunde,
wir haben die letzte Etappe auf unserem Pilgerweg nach Krakau erreicht, wo wir im Monat Juli des kommenden Jahres gemeinsam den XXXI. Weltjugendtag feiern werden. Auf unserem langen und anspruchsvollen Weg werden wir von den Worten Jesu aus der „Bergpredigt“ geführt. Wir haben diese Strecke im Jahr 2014 begonnen, indem wir gemeinsam über die erste Seligpreisung nachgedacht haben: »Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich« (Mt 5,3). Für das Jahr 2015 war das Thema »Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen« (Mt 5,8). Im kommenden Jahr wollen wir uns von den Worten inspirieren lassen: »Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden« (Mt 5,7).
1. Das Jubiläum der Barmherzigkeit

Mit diesem Thema fügt sich der WJT in Krakau 2016 in das Heilige Jahr der Barmherzigkeit ein, sodass es ein richtiges Jubiläum der Jugendlichen auf Weltebene wird.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein internationales Jugendtreffen mit einem Jubiläumsjahr zusammenfällt. Es war in der Tat während des Heiligen Jahres der Erlösung (1983/1984), dass der heilige Johannes Paul II . zum ersten Mal die Jugendlichen der ganzen Welt für den Palmsonntag zusammenrief. Danach war es während des Großen Jubiläums des Jahres 2000, dass sich über zwei Millionen Jugendliche aus etwa 165 Ländern in Rom zum XV. Weltjugendtag versammelt haben. Wie es in diesen beiden vorausgehenden Fällen geschah, so bin ich gewiss, dass das Jubiläum der Jugendlichen in Krakau eines der bedeutendsten Momente dieses Heiligen Jahres sein wird!

Einige von euch werden sich vielleicht fragen: Was für eine Bewandtnis hat es mit diesem Jubiläumsjahr, das in der Kirche gefeiert wird? Der biblische Text in Levitikus 25 hilft uns verstehen, was für das Volk Israel ein „Jubeljahr“ bedeutete. Alle fünfzig Jahre hörten die Hebräer das Horn ertönen (jobel ), das sie zusammenrief (jobil ), um ein heiliges Jahr als eine Zeit der Versöhnung (jobal ) für alle zu feiern. In dieser Zeit sollte man auf der Grundlage der Unentgeltlichkeit ein gutes Verhältnis zu Gott, dem Nächsten und der Schöpfung wiederfinden. Deswegen wurden unter anderem der Erlass der Schulden, eine besondere Hilfe für die in Elend Geratenen, die Besserung der Beziehungen unter den Personen und die Befreiung der Sklaven gefördert.

Jesus Christus ist gekommen, um eine immer währende Gnadenzeit des Herrn zu verkünden und zu verwirklichen, indem er den Armen die gute Nachricht, den Gefangenen die Entlassung, den Blinden das Augenlicht und den Zerschlagenen die Freiheit bringt (vgl. Lk 4,18-19). In

Ihm, aber besonders in seinem Ostergeheimnis, findet der tiefste Sinn des Jubiläums seine vollkommene Erfüllung. Wenn die Kirche im Namen Christi ein Jubeljahr einberuft, dann sind wir alle eingeladen, eine außerordentliche Gnadenzeit zu leben. Die Kirche selbst ist aufgerufen, Zeichen der Gegenwart und Nähe Gottes im Überfluss anzubieten, in den Herzen die Fähigkeit zu wecken, auf das Wesentliche zu blicken. Dieses Heilige Jahr der Barmherzigkeit ist im Besonderen »die Zeit für die Kirche, den Sinn des Auftrags wieder neu zu entdecken, den der Herr ihr am Ostertag anvertraut hat: Zeichen und Werkzeug der Barmherzigkeit des Vaters zu sein« (Predigt bei der Ersten Vesper vom Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit , 11. April 2015 ).
2. Barmherzig wie der Vater

Das Motto dieses außerordentlichen Jubiläums lautet: »Barmherzig wie der Vater« (vgl. Misericordiae Vultus , 13), und mit ihm wird das Thema des kommenden WJT angestimmt. Versuchen wir daher besser zu verstehen, was die göttliche Barmherzigkeit bedeutet.

Das Alte Testament gebraucht verschiedene Begriffe, um von der Barmherzigkeit zu sprechen; die bedeutungsvollsten sind hesed und rahamim . Der erste Begriff, auf Gott angewandt, drückt seine unermüdliche Treue zum Bund mit seinem Volk aus, das er liebt und dem er immer wieder verzeiht. Der zweite, rahamim , kann als „Eingeweide“ übersetzt werden und weist besonders auf den Mutterschoß hin; er lässt uns die Liebe Gottes zu seinem Volk verstehen, die wie die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind ist. So stellt es der Prophet Jesaja dar: »Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht« (Jes 49,15). Eine solche Liebe bringt mit sich, dass man in sich Raum für den anderen schafft, mit dem Nächsten fühlt, leidet und sich freut.

Im biblischen Konzept der Barmherzigkeit ist auch die Konkretheit einer Liebe eingeschlossen, die treu und unentgeltlich ist und verzeihen kann. In der folgenden Stelle bei Hosea haben wir ein sehr schönes Beispiel für die Liebe Gottes, die mit der Liebe eines Vaters zu seinem Kind verglichen wird: »Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb, ich rief meinen Sohn aus Ägypten.

Je mehr ich sie rief, desto mehr liefen sie von mir weg. […] Ich war es, der Efraim gehen lehrte, ich nahm ihn auf meine Arme. Sie aber haben nicht erkannt, dass ich sie heilen wollte. Mit menschlichen Fesseln zog ich sie an mich, mit den Ketten der Liebe. Ich war da für sie wie die, die den Säugling an ihre Wangen heben. Ich neigte mich ihm zu und gab ihm zu essen« (Hos 11,1-4). Trotz der verfehlten Haltung des Kindes, die eine Bestrafung verdienen würde, ist die Liebe des Vaters treu und vergibt immer einem Kind, das Reue zeigt. Wie wir sehen, ist in der Barmherzigkeit immer die Vergebung mit eingeschlossen; sie »ist nicht eine abstrakte Idee, sondern eine konkrete Wirklichkeit, durch die Er seine Liebe als die Liebe eines Vaters und einer Mutter offenbart, denen ihr Kind zutiefst am Herzen liegt. […] Sie kommt aus dem Innersten und ist tiefgehend, natürlich, bewegt von Zärtlichkeit und Mitleid, von Nachsicht und Vergebung« (Misericordiae Vultus , 6).

Im Neuen Testament hören wir von der göttlichen Barmherzigkeit (eleos ) als Zusammenfassung des Werkes, zu dessen Verwirklichung Christus im Namen des Vaters in die Welt gekommen ist (vgl. Mt 9,13). Die Barmherzigkeit unseres Herrn offenbart sich vor allem, wenn Er sich dem menschlichen Elend zuwendet und sein Mitleid gegenüber demjenigen zeigt, der des Verständnisses, der Heilung und der Verzeihung bedarf. In Jesus spricht alles von Barmherzigkeit. Ja, Er selber ist die Barmherzigkeit.

Im 15. Kapitel des Lukasevangeliums finden wir drei Gleichnisse über die Barmherzigkeit: das vom verlorenen Schaf, das vom verlorenen Geldstück und jenes, das als das Gleichnis „vom verlorenen Sohn“ bekannt ist. In diesen drei Gleichnissen beeindruckt uns die Freude Gottes, die Freude, die Er empfindet, wenn er einen Sünder wiederfindet und ihm vergibt. Ja, die Freude Gottes ist das Vergeben! Hier finden wir die Zusammenfassung des ganzen

Evangeliums. »Jeder von uns ist jenes verlorene Schaf, jenes verlorene Geldstück; jeder von uns ist jener Sohn, der seine Freiheit vergeudet hat, falschen Götzen, Blendwerken des Glücks, gefolgt ist und alles verloren hat. Doch Gott vergisst uns nicht, der Vater verlässt uns nie. Er ist ein geduldiger Vater, er erwartet uns immer! Er respektiert unsere Freiheit, doch er bleibt immer treu. Und wenn wir zu ihm zurückkehren, nimmt er uns in seinem Haus wie Kinder auf, da er niemals aufhört, auch nicht einen Augenblick, uns voll Liebe zu erwarten. Und sein Herz feiert ein Fest für jedes Kind, das zurückkehrt. Es feiert ein Fest, weil es eine Freude ist. Gott hat diese Freude, wenn einer von uns Sündern zu ihm geht und um seine Vergebung bittet« (Angelus , 15. September 2013 ).

Die Barmherzigkeit Gottes ist sehr konkret und wir alle sind gerufen, diese Erfahrung in eigener Person zu machen. Als ich siebzehn Jahre alt war und einmal mit meinen Freunden ausgehen sollte, habe ich beschlossen, zuerst eine Kirche zu besuchen.

Dort habe ich einen Priester getroffen, der mir ein besonderes Vertrauen eingeflößt hat, sodass ich den Wunsch verspürte, mein Herz in der Beichte zu öffnen. Diese Begegnung hat mein Leben verändert! Ich habe entdeckt, dass, wenn wir das Herz in Demut und Aufrichtigkeit öffnen, wir sehr konkret die Barmherzigkeit Gottes betrachten können. Ich hatte die Gewissheit, dass in der Person jenes Priesters Gott auf mich schon wartete, noch bevor ich den ersten Schritt tat, um die Kirche zu besuchen. Wir suchen ihn zwar, aber Er ist es, der uns immer zuvorkommt; er sucht uns immer und er findet uns zuerst. Es mag sein, dass einer von euch eine Last auf dem Herzen hat und denkt: Ich habe das gemacht, ich habe jenes gemacht …

Fürchtet euch nicht! Er wartet auf euch! Er ist Vater: Er wartet immer auf uns! Wie schön ist es, im Sakrament der Versöhnung auf die barmherzige Umarmung des Vaters zu treffen, den Beichtstuhl als Ort der Barmherzigkeit zu entdecken, sich von dieser barmherzigen Liebe des Herrn berühren zu lassen, der uns immer verzeiht!

Und du, lieber junger Freund, liebe junge Freundin, hast du jemals diesen Blick unendlicher Liebe auf dir ruhen gespürt, die trotz aller deiner Sünden, Grenzen und deines Versagens dir weiter vertraut und deine Existenz voll Hoffnung betrachtet? Bist du dir deines Wertes vor Gott bewusst, der dir aus Liebe alles gegeben hat? Wie uns der heilige Paulus lehrt: »Gott aber hat seine Liebe zu uns darin erwiesen, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren« (Röm 5,8). Verstehen wir aber wirklich die Kraft dieser Worte?

Ich weiß, wie lieb euch allen das Kreuz der WJT ist – ein Geschenk des heiligen Johannes Paul II. –, das seit 1984 alle eure Welttreffen begleitet. Wie viele Veränderungen, wie viele wahre und wirkliche Bekehrungen sind im Leben von so vielen Jugendlichen durch die Begegnung mit diesem nackten Kreuz hervorgegangen! Vielleicht habt ihr euch die Frage gestellt: Woher kommt die außergewöhnliche Kraft dieses Kreuzes? Die Antwort ist diese: Das Kreuz ist das beredteste Zeichen von Gottes Barmherzigkeit! Es bezeugt uns, dass das Maß der Liebe Gottes zur Menschheit ein Lieben ohne Maß ist! Im Kreuz können wir die Barmherzigkeit Gottes berühren und uns von seiner Barmherzigkeit selbst berühren lassen! An dieser Stelle möchte ich an die Episode von den zwei Verbrechern erinnern, die neben Christus gekreuzigt worden waren. Einer von ihnen war überheblich, hat sich nicht als Sünder bekannt, hat den Herrn verhöhnt. Der andere hingegen bekennt, gefehlt zu haben, wendet sich an den Herrn und sagt zu ihm: »Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst«. Jesus schaut ihn mit unendlicher Barmherzigkeit an und antwortet ihm: »Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein« (vgl. Lk 23,32.39-43). Mit welchem von beiden identifizieren wir uns? Mit dem, der überheblich ist und seine Vergehen nicht anerkennt? Oder mit dem anderen, der zugibt, der göttlichen Barmherzigkeit zu bedürfen, und sie von ganzem Herzen erfleht? Im Herrn, der für uns sein Leben am Kreuz hingegeben hat, werden wir immer eine bedingungslose Liebe finden, die unser Leben als ein Gut betrachtet und uns immer wieder die Möglichkeit gibt, neu zu beginnen.

3. Die außergewöhnliche Freude, Werkzeug der Barmherzigkeit Gottes zu sein

Das Wort Gottes lehrt uns: »Geben ist seliger als nehmen« (Apg 20,35). Gerade deswegen preist die fünfte Seligpreisung die Barmherzigen selig. Wir wissen, dass der Herr uns zuerst geliebt hat. Aber wir werden nur dann wirklich selig und glücklich sein, wenn wir in die göttliche Logik des Geschenks, der unentgeltlichen Liebe eingehen, wenn wir entdecken, dass Gott uns unendlich geliebt hat, um uns fähig zu machen, wie Er zu lieben ohne Maß. Wie der heilige Johannes sagt: »Liebe Brüder, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe. […] Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat. Liebe Brüder, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben« (1 Joh 4,7-11).
Nachdem ich euch ganz kurzgefasst erklärt habe, wie der Herr seine Barmherzigkeit uns gegenüber ausübt, möchte ich euch nun vorschlagen, wie wir konkret Werkzeuge eben dieser Barmherzigkeit gegenüber unserem Nächsten sein können.

Da kommt mir das Beispiel des seligen Pier Giorgio Frassati in den Sinn. Er sagte: »Jesus besucht mich jeden Morgen in der Kommunion, ich vergelte es ihm in der mir möglichen ärmlichen Weise, indem ich die Armen besuche«. Pier Giorgio war ein junger Mann, der verstanden hatte, was es heißt, ein barmherziges Herz zu haben, das empfindsam ist gegenüber den am meisten Notleidenden. Ihnen gab er weit mehr als nur materielle Dinge; er gab sich selbst, er widmete Zeit, Worte und die Fähigkeit zuzuhören. Er diente den Armen mit großer Einfühlsamkeit, ohne sich jemals zur Schau zu stellen. Er lebte wirklich das Evangelium, das sagt: »Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Dein Almosen soll verborgen bleiben, und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten« (Mt 6,3-4). Denkt nur, am Tag vor seinem Tod, als er schwer krank war, gab er Anweisungen, wie seinen bedürftigen Freunden geholfen werden sollte. Bei seiner Beerdigung waren seine Familienangehörigen und Freunde verblüfft wegen der Anwesenheit so vieler ihnen unbekannter Armer, um die sich der junge Pier Giorgio gekümmert und denen er geholfen hatte.

Ich verbinde immer gerne die Seligpreisungen mit dem 25. Kapitel des Matthäusevangeliums, wo Jesus uns die Werke der Barmherzigkeit vorstellt und sagt, dass wir einst nach ihnen gerichtet werden. Deswegen lade ich euch ein, die Werke der leiblichen Barmherzigkeit neu zu entdecken: Hungrige speisen, Durstigen zu trinken geben, Nackte bekleiden, Fremde aufnehmen, Kranke pflegen, Gefangene besuchen, Tote begraben. Und vergessen wir nicht die geistigen Werke der Barmherzigkeit: Zweifelnden recht raten, Unwissende lehren, Sünder zurechtweisen, Betrübte trösten, Beleidigungen verzeihen, Lästige geduldig ertragen, für Lebende und Verstorbene zu Gott beten. Wie ihr seht, ist die Barmherzigkeit weder ein „Alles-Gutheißen“ noch reine Gefühlsseligkeit. Hier bewahrheitet sich die Echtheit unseres Jüngerseins Christi, unsere Glaubwürdigkeit als Christen in der heutigen Welt.

Euch jungen Freunden, die ihr sehr konkret seid, möchte ich gerne für die ersten sieben Monate des Jahres 2016 vorschlagen, ein leibliches und ein geistiges Werk der Barmherzigkeit auszuwählen, das jeden Monat in die Tat umgesetzt wird. Lasst euch vom Gebet der heiligen Faustyna inspirieren, die eine demütige Apostelin der göttlichen Barmherzigkeit unserer Zeit ist:

»Hilf mir, o Herr, […]

dass meine Augen barmherzig schauen, damit ich niemals nach äußerem Anschein verdächtige und richte, sondern wahrnehme, was schön ist in den Seelen meiner Nächsten, und ihnen zu Hilfe komme […]

dass mein Gehör barmherzig wird, damit ich mich den Bedürfnissen meiner Nächsten zuneige, dass meine Ohren nicht gleichgültig bleiben für Leid und Klage der Nächsten […]

dass meine Zunge barmherzig wird, dass ich niemals über meine Nächsten abfällig rede, sondern für jeden ein Wort des Trostes und der Vergebung habe […]

dass meine Hände barmherzig und voll guter Taten sind […]

dass meine Füße barmherzig sind, dass sie meinen Nächsten immer zu Hilfe eilen und die eigene Mattheit und Müdigkeit beherrschen […]

dass mein Herz barmherzig ist, auf dass ich alle Leiden der Nächsten empfinde« (Tagebuch, Nr. 163).

Die Botschaft der göttlichen Barmherzigkeit stellt somit ein sehr konkretes und herausforderndes Lebensprogramm dar, weil es Werke einbezieht. Eines der offensichtlichsten Werke der Barmherzigkeit, aber vielleicht auch eines das am schwierigsten durchzuführen ist, besteht darin, dem zu verzeihen, der mich beleidigt hat, der mir Böses getan hat, eben denen, die wir als unsere Feinde ansehen. »Wie schwer ist es anscheinend, immer und immer wieder zu verzeihen! Und doch ist die Vergebung das Instrument, das in unsere schwachen Hände gelegt wurde, um den Frieden des Herzens zu finden. Groll, Wut, Gewalt und Rache hinter uns zu lassen, ist die notwendige Voraussetzung für ein geglücktes Leben« (Misericordiae Vultus ,

9).
Ich begegne so vielen jungen Menschen, die sagen, dass sie diese so geteilte Welt leid sind, in der Anhänger verschiedener Parteien zusammenstoßen, in der es so viele Kriege gibt und es sogar Leute gibt, die die eigene Religion als Rechtfertigung für die Gewalt benutzen. Wir müssen den Herrn bitten, er möge uns die Gnade schenken, mit dem barmherzig zu sein, der uns Böses tut. So wie Jesus, der am Kreuz für jene gebetet hat, die ihn gekreuzigt hatten:

»Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun« (Lk 23,34). Der einzige Weg, um das Böse zu besiegen, ist die Barmherzigkeit. Die Gerechtigkeit ist notwendig, ja sehr, aber sie alleine genügt nicht. Gerechtigkeit und Barmherzigkeit müssen zusammen gehen. Wie möchte ich, dass wir uns alle in einem gemeinsamen, aus der Tiefe unserer Herzen kommenden Gebet vereinten, um zu bitten, dass der Herr Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt habe!
4. Krakau wartet auf uns!

Es fehlen noch wenige Monate bis zu unserem Treffen in Polen. Krakau, die Stadt des heiligen Johannes Paul II. und der heiligen Faustyna Kowalska, wartet mit offenen Armen und Herzen auf uns. Ich glaube, dass die göttliche Vorsehung uns geführt hat, gerade dort das Jubiläum der Jugend zu feiern, wo diese beiden großen Apostel der Barmherzigkeit unserer Tage gelebt haben. Johannes Paul II. hatte erfasst, dass dies die Zeit der Barmherzigkeit sei. Zu Beginn seines Pontifikats hat er die Enzyklika Dives in Misericordia geschrieben. Im Heiligen Jahr 2000 hat er Schwester Faustyna heilig gesprochen und auch das Fest der Göttlichen

Barmherzigkeit für den zweiten Sonntag nach Ostern eingesetzt. Und im Jahr 2002 hat er persönlich in Krakau das Heiligtum des Barmherzigen Jesus eingeweiht, indem er die Welt der göttlichen Barmherzigkeit anvertraut hat mit dem Wunsch, dass diese Botschaft alle Einwohner der Erde erreiche und die Herzen mit Hoffnung erfülle: »Diesen Funken der Gnade Gottes müssen wir entfachen und dieses Feuer des Erbarmens an die Welt weitergeben. Im Erbarmen Gottes wird die Welt Frieden und der Mensch Glückseligkeit finden!« (Predigt bei der Weihe des Heiligtums der Göttlichen Barmherzigkeit in Krakau , 17. August 2002).

Liebe junge Freunde, der Barmherzige Jesus, der auf dem vom Volk Gottes im ihm geweihten Heiligtum in Krakau verehrten Bild dargestellt ist, erwartet euch. Er verlässt sich auf euch und rechnet mit euch! Er hat jedem und jeder von euch so viele wichtige Dinge zu sagen… Habt keine Angst, seine von unendlicher Liebe zu euch erfüllten Augen anzuschauen, und lasst euch von seinem barmherzigen Blick treffen, der bereit ist, jede eurer Sünden zu verzeihen; es ist ein Blick, der euer Leben zu verwandeln und die Wunden eurer Seele zu heilen vermag, ein Blick, der den tiefen Durst stillt, der sich in euren jungen Herzen befindet: der Durst nach Liebe, nach Frieden, nach Freude und wahrem Glück. Kommt zu Ihm und habt keine Angst! Kommt und sagt Ihm aus tiefstem Herzen: „Jesus, ich vertraue auf Dich!“. Lasst euch von seiner grenzenlosen Barmherzigkeit berühren, damit auch ihr durch die Werke, die Worte und das Gebet zu Aposteln der Barmherzigkeit werdet in unserer von Egoismus, Hass und so großer Verzweiflung verwundeten Welt.

Tragt die Flamme der barmherzigen Liebe Christi – von der der heilige Johannes Paul II . gesprochen hat – in das Umfeld eures alltäglichen Lebens und bis an die Grenzen der Erde. Auf dieser Sendung begleite ich euch mit meinen Wünschen und meinen Gebeten. Ich empfehle euch alle auf dieser letzten Wegstrecke der geistlichen Vorbereitung auf den kommenden WJT in Krakau der Jungfrau Maria, der Mutter der Barmherzigkeit, und segne euch alle von Herzen.
Aus dem Vatikan, am 15. August 2015
http://www.bildpost.de/index.php/dokumen...tjugendtag_2016
Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel
Franziskus

von esther10 09.10.2015 21:26

Herumfliegendes Popcorn

Publiziert 9. Oktober 2015 | Von admin


Noch gleicht die Bischofssynode in Rom einem grossen Palaver, in dem viele alles Mögliche zu vielem sagen

Papst Franziskus hat die Synodenväter ermahnt, nicht gegeneinander zu arbeiten, sondern sich um Einheit zu bemühen.

Von Guido Horst

Rom, Die Tagespost, 09. Oktober 2015

Ein kurzer Rundgang über die Touristenmeile rund um den Petersdom in Begleitung eines deutschen Fernsehteams offenbart Bedrückendes. Die in Rom zur Familiensynode reichlich versammelten Medien aus aller Herren Länder müssen sich die Zeit vertreiben. Die Wortmeldungen der Kardinäle und Bischöfe in der Synodenaula sind nicht öffentlich und auch die Informationen aus den dreizehn Sprachzirkeln flossen bis gestern Mittag eher spärlich.

Also fischen sich die Reporter mit Kamera und Mikrofon deutschsprachige Touristen und Pilger aus der Menge heraus und stellen meistens Paaren die üblichen Fragen: Ob sie wüssten, dass in Rom derzeit eine Familiensynode stattfinde, wie sie zur kirchlichen Ehelehre stünden und welche Änderungen sie sich wünschten? Der erste Befund: Niemand der Befragten weiss, dass im Vatikan eine Synode tagt – auch wenn sich die meisten als durchaus gläubige Katholiken outen. Die Antworten auf die zweite Frage sind eher vage, bringen aber alle zum Ausdruck, dass die Kirche etwas der Zeit hinterherhinken würde. Und nach den Änderungswünschen befragt, ist keiner in der Lage, den Sachstand richtig wiederzugeben. Da ist davon die Rede, dass auch die Wiederverheirateten wieder zur Kirche gehen dürfen oder man den Geschiedenen erlauben möge, am Altar Eucharistie zu feiern. Irgendwie hat die Berichterstattung über den seit zwei Jahren laufenden synodalen Prozess zu Ehe und Familie zumindest in deutschsprachigen Landen zwar den Fokus auf Trennung, Scheidung, Wiederverheiratung gelegt – ohne aber das Wissen über die katholische Ehelehre zu vertiefen.

Dass es auf der Synode nicht nur um Scheidung und Wiederverheiratung geht, hat die erste Woche der Beratungen gezeigt. Im Plenum und in den Sprachzirkeln stand eine globale Bestandsaufnahme an, ein alle Kontinente umfassendes Panorama der “Herausforderungen im Hinblick auf die Familie“. Am dramatischsten waren die Schilderungen der katholischen Kirchenführer aus dem Orient. Der syrisch-katholische Patriarch von Antiochien, Ignatius Joseph III. Younan, trat am Donnerstag vor die Journalisten und warf dem Westen Tatenlosigkeit angesichts der Christenverfolgung im Nahen Osten vor. “Der Westen hat uns vergessen und geradezu verraten”, die westliche Politik verfolge wirtschaftliche Interessen und dies gehe auf Kosten der verfolgten Christen im Orient.

Bereits am Mittwoch hatte der Gastgeber des letzten Weltfamilientreffens, Kardinal Charles Chaput aus Philadelphia, vor Journalisten nochmals zu der ungewöhnlichen Intervention des Papstes am zweiten Synodentag Stellung genommen. “Der Papst hat uns am Dienstagvormittag gesagt, dass wir vermeiden sollen so zu denken, als würde der eine gegen den anderen konspirieren, sondern dass wir für die Einheit unter den Bischöfen arbeiten.” Dieser Aufruf, so Chaput, betreffe alle in der Kirche, nicht nur die Bischöfe. Gleichzeitig, so der Kardinal, “bin ich nie auf einer kirchlichen Versammlung gewesen, auf der es nicht Gruppen gab, die sich trafen und Lobby-Arbeit gegen eine bestimmte andere Richtung betrieben haben“.

Stellungnahmen und Stimmen aus der Synode spiegeln eine dermassen weite und unterschiedliche Bandbreite wider, dass der australische Erzbischof Mark Coleridge die Wortbeiträge der ersten Synodentage in einem Interview mit “herumfliegendem Popcorn” verglich. Warum der kanadische Erzbischof Paul-Andre Durocher im Plenum die Einrichtung eines Ständigen Diakonates für Frauen und die Predigterlaubnis für verheiratete Männer und Frauen vorgeschlagen hat, erweist sich angesichts des Themas der ersten Synodenwoche als nicht ganz einsichtig. Oft sind es auch Journalistenfragen, die ganz bestimmte Meldungen produzieren. So wurde der afrikanische Erzbischof Gabriel Charles Palmer-Buckle von einem Journalisten im vatikanischen Pressesaal gefragt, ob die Vertreter Afrikas mögliche Reformen der Synode blockieren wollten. “Wir sind nicht hier, um zu blockieren, sondern um unsere Werte zum grösseren Nutzen der Kirche einzubringen”, gab daraufhin der Erzbischof von Ghanas Hauptstadt Accra zurück. Das Wort von den “blockierenden Afrikanern“ war aber somit in die Welt gebracht.

Stark beobachteter deutscher Sprachzirkel

Erwartungsgemäss vertrat Erzbischof Heiner Koch aus Berlin in der Synodenaula den mehrheitlichen Standpunkt der Deutschen Bischofskonferenz, als er, schon in der ersten Woche, als es noch um die Herausforderungen der Familie ging, die Kommunionzulassung der Wiederverheirateten thematisierte: “Ist für Menschen, die unumkehrbare Brüche in ihrem Leben erlebt und erlitten haben, kein Platz am Tisch des Herrn? Wie fehlerlos und wie heil muss man sein, um zum Mahl des Herrn eingeladen zu werden?“, fragte Koch. Bei diesem Thema gehe es für zahlreiche Gläubige “um den christlichen Glauben und um Gott und seine Barmherzigkeit“.

Gestern gab es dann auch noch eine Zusammenfassung der ersten Beratungen in dem kleinen, aber stark beobachteten deutschen Sprachzirkel. Dort hat man sich auch mit der Sprache der abschliessenden, dem Papst zu übergebenden Empfehlungen der Synode befasst. In dem von Erzbischof Koch als Relator der Sprachgruppe im Plenum vorgetragenen Zwischenbericht heisst es, bei der Abfassung der Texte solle darauf geachtet werden, “dass kirchliche und theologische Positionen nicht nur intern verständlich, sondern auch in einer säkularen Umwelt zugänglich sind“. Daraus folge bei der Redaktion des Gesamtdokuments, so der Zwischenbericht weiter, “ob eine negativ abgrenzende und normativ verurteilende Sprache vorherrscht (forensischer Stil) oder eine positive, die christliche Position entfaltende Sprache, die damit implizit zur Sprache bringt, welche Positionen christlich inkompatibel sind”. Dazu gehöre auch die Bereitschaft, von der Gesellschaft positive Entwicklungen aufzugreifen.


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von 09.10.2015 18:18

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Seite 1 / 1. September 2015 AM / ass
Botschaft der lieben Gottesmutter
Meine geliebten Kinder: Heute wende ich mich ganz besonders an die Priestersöhne im Bischofs- und im Priesteramt. Viele von ihnen erfüllen den Auftrag nicht mehr so, wie ihn der HERR gegeben hat. Nein, sie setzen ihre eigenen Ideen um. Es gibt auch viele Bischöfe, die umgeben sich mit Mietlingen. Doch, diese haben von GOTT keine Macht und keine Kraft erhalten, Seelen zu heilen oder gar vom Tod aufzuerwecken.
Schon so oft habe ich gesagt: Sammelt die Herden. Kehrt um, bereut und tut Busse mit ihnen. Nur so kann die Welt noch gerettet werden. Aber, Viele folgen meinem Aufruf nicht. Doch, diese klagen: „Wir haben zu wenig Priester.“ Das ist aber nicht wahr. Denn, viele junge Priestersöhne stehen bereit und warten auf ihren Einsatz. Aber, ihr wollt diese nicht, weil sie nicht das tun, was ihr wünscht. Denn, sie sind bereit, die ewige Wahrheit zu lehren und ihren Auftrag so zu erfüllen, wie sie ihn von GOTT erhalten haben.

Ja, die Drangsale werden noch grösser. Aber, auch heute sehen das viele Bischöfe immer noch nicht und sie vergeuden ihre Zeit mit Organisieren und Diskutieren. Und die Seelen, die ihnen anvertraut sind, werden dem Verderben überlassen. Wehe euch, ihr Priester-söhne, wenn der HERR nach diesen Seelen fragen wird, die wegen eurer Schuld nicht geheilt und nicht vom Tod auferweckt wurden !
Die Drangsale sind heute doch schon gross. Und ich, die MUTTER, ver-
stehe nicht, warum viele Bischöfe und Priester noch immer so blind sind.
Die Zeichen sind bereits da. Aber, sie werden nicht oder wollen nicht beachtet werden.
Meine geliebten Kinder: Wenn jetzt keine Umkehr erfolgt, kann ich nicht mehr kommen !
Denn, so Vieles ist schon geschehen. Und, es wird noch mehr Furchtbares geschehen!

Nochmals, wiederhole ich:
Wenn jetzt keine Umkehr erfolgt, werden auch die Christen in Europa
verfolgt werden. Denn, ich habe gesagt, dass auch Europa von Irr-
gläubigen unterwandert ist. Doch, das Gebet könnte noch retten !

Bittet eure Bischöfe und Priester, dass sie mit ihren Herden umkehren und Busse tun.
Und, dass sie der ewigen Wahrheit so folgen, wie GOTT sie gab; und nicht ein eigenes Tun!

Was auch jetzt wieder geschieht: Dieses Diskutieren und Organisieren macht gar keinen Sinn !
Denn, die heiligen zehn Gebote besagen, was zu erfolgen hat.

Ja, ich bin sehr traurig, weil ich zusehen muss, dass so viele Seelen verloren gehen!
Doch, meine treuen Priestersöhne, bitte ich: Verzagt nicht. Erfüllt euren Auftrag so, wie ihr ihn von GOTT erhalten habt. Ich, die MUTTER, führe und beschütze euch, wenn immer ihr mich darum bittet. Gebt mir eure Hände und ich begleite euch auf eurem schmerzvollen Weg, der mit GOTTES-Hilfe und meinem Beistand gegangen werden kann. Ja, geht zu euren Herden und führt und leitet sie in der ewigen Wahrheit. Dann, können noch viele Seelen gerettet werden. Und, wenn die Umkehr stattfindet und die Bischöfe wieder das tun, was GOTT ihnen anvertraut hat, dann wird die Sonne wieder aufgehen und es wird wieder ‚LICHT‘ werden. Doch, Umkehr, Reue und Busse müssen vorausgehen, damit die ewige Wahrheit überall verkündet wird. Und, auch die heiligen zehn Gebote müssen wieder so gelehrt und gehalten werden, wie ich es im-mer gesagt habe: Kein Buchstabe dazu und kein Buchstabe hinweg !

Meine geliebten Kinder: Harrt aus in der ewigen Wahrheit und betet für die Bischöfe und die Priester. Und wie ich auch schon so oft gesagt habe: Verlasst den engen Weg nie. Denn rechts und links ist das Verderben. Gebt mir eure Hände und ich führe euch durch diese Finsternis.
Ja, auch ihr seid aufgerufen, mit eurem Gebet noch Vieles zu retten. Harrt aus. Bittet die treuen Priester, dass sie euch immer durch das Spenden der heiligen Sakramente nähren, stärken und euch heilen bei Krankheit und seelischem Tod. Denn, sie besitzen die Macht dazu; nicht aber die Mietlinge! Betet und harrt aus. Ich bin mit euch, wenn immer ihr mich darum bittet. Ja, betet.

Myrtha: „Nein! Oh, mein GOTT: Lass es nicht zu spät sein! Oh, MUTTER: Du kannst helfen!
Bitt Deinen göttlichen SOHN um Geduld und dass ER den Arm des VATERS zurückhält.

Pater Pio, Bruder Klaus, Schwester Faustina: Bitte, bleibt immer unsere Fürbitter.“

Nun beginnt das sehr schwere Sühneleiden zur heiligen Messe.

von esther10 09.10.2015 18:11

09.10.2015

Pro Asyl warnt vor Rechtsbruch


Scharfe Kritik an Seehofer
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer
© Matthias Balk (dp

Bayerns Pläne, Flüchtlinge an der österreichischen Grenze abzuweisen, sind auf scharfe Kritik gestoßen. Pro Asyl warnte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und die Staatsregierung vor einem offenen Rechtsbruch in der Flüchtlingsfrage.

Das bayerische Vorhaben entbehre jeder rechtsstaatlichen Grundlage, erklärte die Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge am Freitag in Frankfurt. Die grüne Parteivorsitzende Simone Peter bezeichnete die Äußerungen als "geistige Brandstiftung". Seehofer stelle sich an die Seite von "rechten Hetzern" wie Ungarns Premier Viktor Orban und verabschiede sich mehr und mehr von der europäischen Idee, sagte Peter in Berlin. "Wer von 'Notwehr' spricht, gibt den Lautsprecher für Rechtspopulisten, die Ängste und Hass schüren."

Seehofer plant Alleingang

Seehofer verteidigte in einem Interview der "Bild"-Zeitung seine Ansichten. "Fakt ist doch: Es wird ohne eine Begrenzung der Zuwanderung nicht gehen." Auf die Frage, ob Bayern Alleingänge plane, sagte er: "Was wir allein umsetzen können, werden wir umsetzen." Seehofer nannte es "absurd", dass er mit seiner Kritik Radikale stark machen könnte. Dass passiere nicht, wenn man über Probleme rede, "sondern wenn wir die Probleme der Menschen nicht lösen".

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi zeigte sich in der "Rheinischen Post" optimistisch, dass es nicht zu einem Rechtsruck kommen werde. "Wachsenden Fremdenhass kann ich nicht erkennen." Das bleibe ein Randthema der Gesellschaft. "Ein Rechtsruck entsteht dann, wenn Populisten den Menschen vorgaukeln, es gäbe die eine einfache Lösung für alles."

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, "wir haben es weiterhin mit hohen Zuzugszahlen zu tun, und wir rechnen nicht damit, dass es sich in Kürze dramatisch ändert". Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland ist laut ZDF-Politbarometer der Ansicht, dass das Land die derzeitige Zahl an Flüchtlingen nicht verkraften könne. Vor zwei Wochen hatte sich die Mehrheit mit 57 Prozent noch zuversichtlich gezeigt, 40 Prozent waren skeptisch. Mittlerweile denken nur noch 45 Prozent, dass Deutschland den Zuzug verkraften kann, 51 Prozent der Befragten teilen diese Einschätzung nicht.

Auch Kritik aus der SPD

Aus der SPD-Spitze kommen aber auch kritische Stimmen. Vizekanzler Sigmar Gabriel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnten im Magazin "Der Spiegel" (Samstag) vor einer unbegrenzten Zuwanderung.

"Wir können nicht dauerhaft in jedem Jahr mehr als eine Million Flüchtlinge aufnehmen und integrieren", schreiben die Politiker in einem Beitrag. "Trotz der beispiellosen Hilfsbereitschaft der Deutschen müssen wir das Mögliche dafür tun, damit die Zuwanderungszahlen nach Deutschland wieder sinken."

Für die Flüchtlingshilfe haben einer Umfrage zufolge bislang 21 Prozent der Bevölkerung Geld gespendet. Von den Nichtspendern gaben 40 Prozent an, schon für andere wohltätige Zwecke gespendet zu haben. Ein Drittel erklärte, kein Geld übrig zu haben, wie das gemeinnützige Analyse- und Beratungshaus Phineo erklärte, das die repräsentative Forsa-Umfrage in Auftrag gegeben hat.
http://www.domradio.de/themen/soziales/2...rin-den-ruecken
(KNA)

von esther10 09.10.2015 15:07

Bürgermeisterrücktritt: Im Vatikan Sorge wegen Heiligem Jahr


Marino-Rücktritt in Rom erschwert Endspurt für Jubiläumsvorbereitungen

09.10.2015, 14:01 Uhr Italien/Vatikan/Politik/Kirche/Rücktritt/Marino/Rom
Vatikanstadt-Rom, 09.10.2015 (KAP) Genau zwei Monate vor Beginn des Heiligen Jahres hat Roms Bürgermeister Ignazio Marino seinen Rücktritt eingereicht. Der Amtsverzicht fällt in die entscheidende Vorbereitungsphase der italienischen Hauptstadt für den Ansturm von bis zu 30 Millionen Pilgern und Besuchern. Am 8. Dezember eröffnet Papst Franziskus im Petersdom die Heilige Pforte zum Heiligen Jahr - offiziell "Jubiläum der Barmherzigkeit". Aus dem Vatikan gab es dazu bis Freitagmittag keine Stellungnahme. Die Planungen für das Heilige Jahr würden damit nicht leichter, hieß es allerdings in Kirchenkreisen.

Auch schon bisher war man im Vatikan nicht glücklich über den schleppenden Gang der Vorbereitungen. Es sei zu befürchten, dass die Stadtverwaltung jetzt noch mehr mit sich selbst beschäftigt sein werde und sich der Rückstand beim angekündigten Ausbau der Infrastruktur nun noch weiter verzögern wird. Allerdings war nicht Bürgermeister Marino direkt sondern vor allem der Stadt-Kommissar Franco Gabrielli mit der Koordination der Heilig-Jahr-Vorbereitungen betraut.

Die Ewige Stadt, die sich für viele Großereignisse als sympathischer und souveräner Gastgeber zeigte, läuft laut Beobachtern Gefahr, sich der Weltöffentlichkeit diesmal schlecht vorbereitet zu präsentieren. Marino, der seit Monaten unter heftigem Beschuss steht und zuletzt über angeblich veruntreute Steuergelder stolperte, kann binnen 20 Tagen seinen Schritt widerrufen. Er wird prüfen, ob er den erforderlichen Rückhalt für die Fortsetzung seiner Arbeit und den Aufbau einer neuen Stadtverwaltung erhält. Denn mit ihm sind weitere führende Mitarbeiter zurückgetreten. Bereits in den vergangenen Monaten hatte der Korruptionsskandal "Mafia Capitale" zur deutlichen Ausdünnung seiner Stadtregierung geführt.

Eine Krisensitzung beim Rat für die Neuevangelisierung, der im Auftrag des Papstes das Jubiläumsjahr vorbereitet, fand noch nicht statt. Ratspräsident Erzbischof Rino Fisichella nahm am Freitag wie gewohnt an den Beratungen der Weltbischofssynode teil. Der Vatikan versuche den kirchlichen, geistlichen thematischen Teil des Jubiläums so gut wie möglich vorzubereiten, so ein Mitarbeiter. Man hoffe, dass die Stadt ihren Teil beitrage und sich zum Weltkirchenereignis von ihrer besten Seite zeige.

Rom diesmal keine Großbaustelle

Anders als zum letzten Heiligen Jahr 2000, vor dem die Stadt Rom fünf Jahre lang einer Großbaustelle glich und Straßen, Plätze und Paläste restauriert wurden, nahm man sich diesmal nur zwei Projekte vor: Eine Reihe von Straßenbaumaßnahmen soll einen besseren Fluss der Pilgerströme ermöglichen. Und an bestimmten Pilgerpunkt der Stadt, etwa an großen Kirchen und entlang von Pilgerwegen, sollen Grün- und Rastanlagen gereinigt und ausgebaut werden. Insbesondere will die Stadt vier alte Pilgerwege vom Lateran und der Basilika Maria Maggiore zum Petersdom fußgänger- und behindertengerecht ausbauen. Denn im Heiligen Jahr sollen Reisebusse komplett aus dem Innenstadtbereich ausgesperrt bleiben.

Selbst wenn die Baustellen künftig 24 Stunden am Tag geöffnet bleiben, ist unklar, was bis zum 8. Dezember fertig werden kann. Allerdings dürften die großen Heiligjahr-Pilgerströme erst Anfang 2016 einsetzen. Denn mit Beginn der Fastenzeit (Aschermittwoch/10. Februar) stehen die großen Jubiläums-Veranstaltungen auf dem Programm. Dann erwartet man auch einen großen Ansturm vor allem aus Süditalien, wenn die Reliquien des Heiligen Pater Pio in verschiedenen Kirchen Roms ausgestellt und dann in Prozession über den Petersplatz geführt werden.

von esther10 09.10.2015 14:43

„Was ist heute in meinem Herzen geschehen?“
Frühmesse von Papst Franziskus in der Domus Sanctae Marthae über den wahren Christen


Rom, 9. Oktober 2015 (ZENIT.org) Britta Dörre | 45 klicks


Papst Franziskus befasste sich in der heutigen Frühmesse in der Domus Sanctae Marthae mit dem Verhalten, das einen guten Christen ausmacht. Ausgehend vom Tagesevangelium erklärte der Papst, dass Neid, Angst, Starrheit und schlechtes Gerede von Jesus entfernten. Jesus sei von seinen Kritikern und Gegnern permanent auf die Probe gestellt worden. Ihm sei sogar unterstellt worden, besessen zu sein. Ein guter Christ jedoch unterscheide und schaue genau hin, woher Dinge kämen und was ihre Wurzel sei. Ein guter Christ müsse unterscheiden, ob Gott oder das Böse der Ursprung seien. Dazu müsse der Christ wachsam sein, da überall Versuchungen lockten und das Böse nie müde werde.

Sei das Böse erst in das Leben getreten, betäube es den Menschen und sein Gewissen. Niemand sei von der Sünde ausgenommen. Daher sei die Gewissensprüfung grundlegend. „Was ist heute in meinem Herzen geschehen, heute, deshalb? Ist der wohlerzogene Dämon mit seinen Freunden zu mir gekommen?“ Unterscheiden und wachsam sein, mahnte Papst Franziskus, seien wichtig, um nicht denjenigen eintreten zu lassen, der betrüge, verführe und in seinen Bann ziehe.

( 9. Oktober 2015) © Innovative Media Inc.

von esther10 09.10.2015 14:42

Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden
Evangelium Tag für Tag -- Freitag der 27. Woche im Jahreskreis: Lukas 11,14-26


Straßburg, 9. Oktober 2015 (Evangelizo.org) Redaktion | 81 klicks


In jener Zeit trieb Jesus einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten.
Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem Anführer der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.
Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel.
Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stürzt ein.
Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe.
Wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Anhänger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil.
Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen.
Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher;
wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute.
Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.
Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann. Wenn er keinen findet, sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe.
Und wenn er es bei seiner Rückkehr sauber und geschmückt antrifft,
dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. So wird es mit diesem Menschen am Ende schlimmer werden als vorher.

(Quelle: Evangelium Tag für Tag - © Evangelizo.org 2001-2015)

( 9. Oktober 2015) © Innovative Media Inc.

von esther10 09.10.2015 14:32

Im Unterricht Zeugnis geben
Von: Judith Rupp | 4. Oktober 2015


Erstmals sind Religionslehrerinnen und -lehrer aller Schularten gemeinsam im Trierer Dom beauftragt worden.

Bischof Dr. Stephan Ackermann verlieh 108 Lehrerinnen und Lehrern am 26. September im Dom die „Missio canonica“, die Lehrerlaubnis für den katholischen Religionsunterricht. Er sagte, eine solche Sendung werde nicht nur mit dem Ausgeben einer Urkunde bestätigt. Die gemeinsame Feier der Eucharistie in der „Mutterkirche des Bistums“ mache deutlich: „Wir bitten Jesus Christus, dass er uns befähigt zum Zeugnis und dass er uns seinen Segen gibt, weil wir es alleine nicht schaffen würden.“

Bischof Ackermann: „Wir gehen in seine Schule“

Jesus sei ein Lehrer durch seine Worte und vor allem durch sein Zeugnis bis in den Tod. „Wir gehen in seine Schule, vor allem wenn wir Eucharistie feiern und erleben, worin der eigentliche Sinn des Lebens liegt – darin, dass wir es geben und dadurch reicher werden, dass wir das Leben teilen, damit es größer wird.“

Der Bischof bat die jungen Lehrerinnen und Lehrer, ihren Schülerinnen und Schülern klarzumachen, dass der Glaube an Gott Horizonte öffne: „Er sprengt unser Leben auf; wir dürfen groß denken. Die Welt steht uns zur Verfügung, er hat sie uns anvertraut, hat uns mit Geist und Vernunft beschenkt.“ Der Glaube fordere heraus und „gibt dem Leben eine andere Dimension und Tiefe“. Er helfe auch, nicht den Mut zu verlieren und ermögliche die Auseinandersetzung mit dem Dunklen, Abgründigen und der Ohnmacht des Menschen. „Der Glaube hilft zu wahrhaft menschlichem Leben.“

Ackermann sagte mit Blick auf die oft verwendete Formulierung der „Weitergabe des Glaubens“, der Glaube sei kein Ding, das einfach weitergereicht werde wie ein Buch. Es gehe darum, den Glauben mit anderen zu teilen, als gläubige Menschen erkennbar zu sein und darauf zu hoffen, dass das auf fruchtbaren Boden falle. Diesen Auftrag gab der Bischof an die Lehrerinnen und Lehrer weiter: „Bitte achten Sie darauf, dass Jesus im Unterricht vorkommt.“ Dann könne Christus sein Werk wirken, „behutsam und machtvoll zugleich“.

Premiere in der neuen Form ist gelungen

Erstmals wurde die „Missio canonica“ in der Bischofskirche gemeinsam an Religionslehrerinnen und -lehrer aller Schularten verliehen. Wolfgang Müller, Leiter der Abteilung Schule und Hochschule im Bischöflichen Generalvikariat Trier, sagte, die „Premiere“ dieser neuen Form sei gelungen. Der feierliche Gottesdienst und der gesamte Tag hätten deutlich werden lassen, in wessen Auftrag die Lehrerinnen und Lehrer gesandt seien.

Der Tag hatte mit einem theologischen Impuls im Priesterseminar begonnen. Dort hatte Professor Dr. Hans-Georg Gradl von der Theologischen Fakultät Trier über „Neutestamentliche Lehrgänge. Mit der Bibel lernen, Lehrer zu sein“ gesprochen.

Im Priesterseminar hatten die neuen Religionslehrerinnen und -lehrer auch die Gelegenheit, die Mitarbeitenden der Schulabteilung des Bischöflichen Generalvikariats (BGV) und deren Angebote kennenzulernen. An den Gottesdienst, den Monsignore Dr. Michael Kneib, Leiter des Bereichs „Pastoral und Gesellschaft“ im BGV, und der Saarbrücken Schulpfarrer Christian Heinz mitfeierten, schloss sich eine Begegnung im Romanischen Saal an. Es gibt im Bistum rund 6000 Religionslehrerinnen und -lehrer.

http://www.paulinus.de/paulinus/Integral...dx.Rubrik=Titel
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von esther10 09.10.2015 14:26

Viel Beifall findet die gelungene, locker moderierte Programm-Mischung des Forums.


Die Antworten, die wir geben, genügen nicht!
Von: Sandra Blass-Naisar | 22. Juni 2014

220 Frauen und Männer haben am zweitägigen Forum „Geschieden – Wiederverheiratet" anlässlich der Synode im Bistum Trier teilgenommen.

„Das Problem bedrängt mich als Bischof und vor allem auch als Seelsorger. Die Antworten, die wir bisher geben, genügen nicht!“ Das sagte Bischof Dr. Stephan Ackermann zum Abschluss des zweitägigen Forums „Geschieden – wiederverheiratet“ im Robert Schuman-Haus anlässlich der Synode im Bistum Trier. Gleichzeitig warnte er vor zu hohen Erwartungen: „Es kann hier keine Trierer Lösung vorbei an der Gesamtkirche geben, keine Schnellschuss-Lösung. Aber wir sind momentan in einer Situation, die eine besondere Chance bietet, in diesem Thema voranzukommen.“

Dorniges und hochkomplexes Thema

Dabei wies Ackermann auf die außerordentliche und ordentliche Synode zum Thema „Ehe und Familie" im Herbst 2014 und 2015 hin, zu denen Papst Franziskus nach Rom eingeladen hat. Der Trierer Oberhirte arbeitet derzeit in einer Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz „an diesem hochkomplexen und dornigen Thema“. Die Impulse des Forums sollen hier einfließen. Namhafte Expertinnen und Experten aus dem Bereich der unterschiedlichen theologischen Fachdisziplinen und der Human- und Gesellschaftswissenschaften standen in Trier zwei Tage lang im Austausch mit Seelsorgern und Betroffenen aus dem ganzen Bistum.

„Das Besondere dieses Forums war die Mischung“, resümierte der Bischof. „Theologische und kirchenrechtliche Positionen trafen auf beeindruckende persönliche Zeugnisse gebrochener Biographien.“ Eines wurde auch deutlich. Der Umgang der Katholischen Kirche mit Katholiken in zweiter Ehe sei nicht das Problem eines einzigen Bischofs irgendwo in Deutschland. „Dass Beziehungen scheitern, ist das Problem aller Menschen auf der ganzen Welt. Wir müssen einen Konsens finden, Sanktionen zu überwinden.“ „Ich fühle mich von der Kirche im Karfreitag gelassen. Sie zeigt mir keinen Weg zu Ostern“, sagte eine Teilnehmerin. Die Basis helfe weiter, das Kirchenrecht aber stehe massiv dagegen. Beim abschließenden Resümee – im Saal moderiert von Bistumssprecherin Judith Rupp und Rundfunk-Redakteur Stefan Weinert – wurde die Forderung nach „Verlässlichkeit und Verbindlichkeit“ laut.


Umgang hängt vom Gemeindepriester ab

„Ich möchte nicht mehr, dass es vom jeweiligen Gemeindepriester abhängig ist, wie im konkreten Einzelfall mit Geschiedenen umgegangen wird. Ich möchte nicht mehr Glück oder Pech haben, je nachdem in welcher Gemeinde ich zu Hause bin. Diese Ungerechtigkeit macht mich zornig und traurig“, formulierte es Ilse Diewald, Diözesanvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands. Krankenhausseelsorger Gerhard Schwetje meinte:

„Das Forum hat die ganze Komplexität des Themas aufgezeigt. Es muss sich vieles ändern, damit die Menschen spüren, dass wir Seelsorger auch bei einem Scheitern weiterhelfen.“ Wenn die Kirche keine neuen Wege finde für den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, komme das einem „Ausverkauf der Seelsorge“ gleich. Und Monsignore Stephan Wahl mahnte: „Wenn es für einen des Missbrauchs überführten Priester einfacher ist, Sakramente zu spenden, als für einen Geschieden-Wiederverheirateten, Sakramente zu empfangen, dann ist was faul in unserer Kirche.“ Das Ziel – und da waren sich die 220 Teilnehmer des Forums, darunter 80 Synodale einig – müsse sein, dass die Kirche endlich einen Weg finde zwischen Rigorismus und Laxismus.

Die Teilnehmer des Forums forderten eine Änderung des kirchlichen Dienstrechts. Da es dieses in dieser Form nur in Deutschland gebe, sei das keine gesamtkirchliche Frage, betonte der Bischof in der abschließenden Pressekonferenz. „Wir müssen in der Deutschen Bischofskonferenz eine gemeinsame Lösung finden, die angemessen auf diese Situation reagiert."
http://www.paulinus.de/paulinus/Integral...ocument.PK=2690



von esther10 09.10.2015 14:13

Relator Kardinal Schönborn überrascht von Familienerzählungen


Kardinal Christoph Schönborn bei der Synode - L'Osservatore Romano

09/10/2015 13:07SHARE:
Die „neue Methode“ bei der Synode, die auch kleine Sprachgruppen betrifft, ist positiv. Das sagt im Gespräch mit Radio Vatikan der Wiener Kardinal Christoph Schönborn. Damit sei der direkte Austausch der Synodenteilnehmer besser möglich. Früher habe es nur Wortmeldungen von Bischöfen geben, oft ohne Zusammenhalt, nun komme es zu richtigen Diskussionen, zu einem Dialog, so Kardinal Schönborn.
„Hier gehen wir nach den drei Teilen des Arbeitspapiers vor: eine Woche gibt es den ersten Teil, in der zweiten Woche folgt der zweite Teil und in der dritten Woche der dritte Teil. Wir haben eine ganze Woche Zeit, um über den ersten Teil des Grundlagenpapieres zu arbeiten und die meiste Zeit verbringen wir in den Sprachgruppen. Das heißt eine viel intensivere Beteiligung der Teilnehmer der Synode und eine viel stärkere Konzentration auf das jeweilige Thema, damit verbunden ist aber auch eine viel effizientere, effektivere Arbeitsweise und somit auch zufriedenere Teilnehmer. Das Gefühl der Frustration, dass ich bei früheren Synoden erlebt habe, scheint mir hier überhaupt nicht vorhanden zu sein. Es herrscht eine intensive Arbeit, des Zusammenarbeitens und des Miteinander Gehens – und das ist ein ganz enormer Fortschritt.“
Außergewöhnlich waren für den Kardinal, der zugleich Moderator der deutschen Sprachguppe „Germanicus“ ist, die privaten Erzählungen der Bischöfe. In einigen Gruppen haben die Bischöfe über ihren eigenen Familienerfahrungen gesprochen.
„Und da gibt es alles, was zum Thema dieser Synode passt, natürlich auf der persönlichen Erfahrungsebene. Da gibt es die wunderbare Erfahrung des Glaubens, der Eltern, der Großeltern, in denen man aufwachsen konnte. Da gibt es aber auch Erfahrungen von Flucht, von Migration, von Scheidungen, von schmerzlichen Konflikten in der Familie. Da gibt es die Erfahrung der sogenannten ,extendet familiy´, der erweiterten Familie, der inneren Familie. Da gibt es die Erfahrungen des Glaubensweges innerhalb einer Familie, die vielleicht von weniger Glauben zu mehr Glauben gewachsen ist. Alles das wird viel lebendiger, wenn es nicht die Theorie unserer Familie ist, sondern unsere eigenen Erfahrungen sind. Wir sprechen hier nicht abstrakt, wir sprechen von dem, was wir selber erleben und was uns begegnet.“
Die deutsche Sprachgruppe selbst sei eine sehr homogene Sprachgruppe, so der österreichische Kardinal. Diese Homogenität – also auch die ähnlichen Meinungen und Übereinstimmungen der vor allem aus Deutschland und Österreich kommenden Teilnehmern (manche aus Ungarn, Türkei etc.) sei ein Mangel an Vielseitigkeit, der vielleicht in anderen Sprachgruppen gegeben sei. Kardinal Schönborn stellte im Gespräch mit Radio Vatikan klar, dass in „seiner“ Gruppe, auch wenn es die Medien so annehmen, nicht gestritten wurde.
„Man hat von medialer Seite erwartet, wenn man die Namen der fünf Kardinäle liest – ‚da müssen die Fetzen geflogen sein, da muss also heftig gestritten worden sein – wurde nicht. Vielleicht liegt das auch daran, dass der erste Teil des Synodendokuments der Blick auf die Realität ist, in der wir leben und da besteht sicher sehr viel Einmütigkeit.“
Mehr Widerstand sei wohl im zweiten Teil, also in der nächsten Woche zu erwarten. Denn da gehe es um die Lehre und die pastorale Anwendung, doch diese Spannung sei wohl auch notwendig für den Fortschritt.
Hören Sie hier das gesamte Interview:
http://de.radiovaticana.va/news/2015/10/...4hlunge/1177996

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(rv 09.10.2015 ord/no)

von esther10 09.10.2015 14:12

Papst fordert Friedensanstrengungen für Syrien und Irak


Franziskus am Freitag, unterwegs zur Synode - REUTERS

09/10/2015 09:20SHARE:
Papst Franziskus ruft zu Friedensbemühungen für den Nahen Osten auf. Beim Morgengebet auf der römischen Bischofssynode warnte er an diesem Freitag vor einer „Eskalation der Gewalt“ unter anderem in Syrien. Ohne direkt auf die russischen oder amerikanischen Luftschläge in Syrien einzugehen, forderte Franziskus eine Rückkehr zu Diplomatie und „den Mitteln des Völkerrechts“.

„Ich möchte Sie einladen, jetzt beim Stundengebet für Frieden und Versöhnung im Nahen Osten zu beten. Wir sind schmerzlich betroffen und verfolgen mit tiefer Sorge, was in Syrien, im Irak, in Jerusalem und in Jordanien vorfällt. Wir erleben dort eine Eskalation der Gewalt, die auch unschuldige Zivilisten trifft und einer humanitären Krise von enormem Ausmaß weiter Vorschub gibt. Der Krieg bringt Zerstörung mit sich und vervielfältigt die Leiden der jeweiligen Bevölkerung. Hoffnung und Fortschritt ergeben sich nur aus einer Wahl des Friedens!“

Franziskus drückte allen leidenden Menschen im Nahen Osten, speziell den Christen, seine „Nähe“ aus. „Gleichzeitig appelliere ich zusammen mit der Synode dringend an die internationale Gemeinschaft: Sie möge Mittel und Wege finden, um den Betroffenen wirksam dabei zu helfen, dass sie ihre Horizonte erweitern über ihre unmittelbaren Interessen hinaus! Sie sollten die Mittel des Völkerrechts und der Diplomatie einsetzen, um die laufenden Konflikte zu lösen.“

Der Papst bat vor den Synodenvätern auch um Gebet für eine Lösung „ähnlicher Konflikte“ in Afrika.
(rv 09.10.2015 sk)

von esther10 09.10.2015 14:03

Papst: Wachsam sein gegenüber dem Bösen


Der Papst nach der Santa Marta-Messe: Zu Fuß zur Synodenaula - REUTERS

09/10/2015 12:34SHARE:

Papst Franziskus hat in seiner Morgenmesse am Freitag vor den alltäglichen Fallen des Bösen gewarnt. Jemandem Schlechtes nachsagen, obwohl er Gutes tue, jemanden aus Neid verleumden und ihm Fallen stellen – das alles käme nicht von Gott sondern vom Teufel. Wachsamkeit und Urteilskraft seien gefragt, um sich gegen das Schlechte zu wappnen.
Das Tagesevangelium handelte davon, dass Jesus einen Dämon verjagte, Gutes tat und bei den Menschen blieb, die ihm zuhörten und seine Autorität achteten. Aber es gab auch immer jemanden, der ihn verurteilte, so der Papst.

„Es gab eine andere Gruppe von Menschen, die ihn nicht mochten und die ihm seine Worte negativ auslegten. Manche taten das aus Neid, andere aus der Strenge ihrer Lehre heraus, andere hatten Angst, dass die Römer kämen und ein Blutbad anrichteten. Es gab viele Gründe, warum sie die Autorität Jesu vom Volk fernhalten wollten – auch mittels Verleumdung. Sie sagten ihm nach, dass er von Dämonen besessen sei, Zauberei betreibe. Und so stellten sie ihn stets auf die Probe, stellten ihm fallen, um zu sehen, ob er hineinfällt.

Papst Franziskus appellierte an das Urteilsvermögen und die Wachsamkeit jedes Einzelnen. Es sei wichtig, unterscheiden zu können, wann etwas vom Teufel und wann etwas von Gott komme. Denn das Schlechte versuche immer zu täuschen, uns auf den falschen Weg zu bringen. Franziskus wörtlich: Der Christ kann nicht ruhig davon ausgehen, dass alles gut geht. Er muss die Situationen erkennen und genau schauen, woher sie kommen.

Weil das Schlechte „geduldig“ sei und immer wieder zurückkomme, sei es wichtig, wachsam zu sein. Der Teufel sei eine Plage. Er komme unauffällig daher, schleiche sich ein im Alltag und verleite die Menschen zum Relativismus, indem er ihr Gewissen ruhigstelle.

„Wenn der schlechte Geist es schafft, das Gewissen zu betäuben, ist das ein wahrer Triumph, er wird zum Herr über dieses Gewissen. Indem die Menschen sich sagten: Im Grunde sind wir alle Sünder, trage niemand die Schuld. So lebten die Menschen in einer Weltlichkeit, die Tochter des Bösen sei.

Der Papst wiederholte die Bedeutung der Wachsamkeit:

„Die Kirche rät uns immer zur Prüfung des Gewissens: Was ist heute in meinem Herz passiert? Ist dieser höfliche Teufel mit seinen Freunden vorbeigekommen? Und wir brauchen Urteilskraft: Woher kommen die Kommentare, Worte, Lehren, die dieser vertritt? Bitten wir den Herrn um die Gnade der Wachsamkeit und Urteilskraft, auf dass wir nicht jene eintreten lassen, die betrügen, täuschen und uns begeistern wollen.“
(rv 09.10.2015 cz)

von esther10 09.10.2015 12:21

IS-Terror07. Oktober 20150
Hunderte Frauen begehen Selbstmord

Atlanta (idea) – Hunderte junge Frauen in Gefangenschaft der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) begehen Selbstmord, um nicht zur Sex-Sklavin zu werden. Das hat die Jesidin Ameena Saeed Hasan gegenüber dem US-Sender CNN (Atlanta/US-Bundesstaat Georgia) berichtet. Sie selbst konnte den Fängen des IS entkommen. Nun hilft sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, junge Frauen aus den Händen der Islamisten zu retten. Laut CNN hat das Ehepaar dafür ein Netzwerk mit Helfern aufgebaut. Erscheint eine Flucht möglich, reist ihr Mann zur syrisch-irakischen Grenze, um die Geretteten abzuholen. Wie Hasan CNN sagte, quälen sie jedoch die Gedanken an jene, die nicht fliehen können: „Ich s...

von esther10 09.10.2015 12:17

„Ich bin überzeugt davon, dass die Muttergottes in meinem Leben Regie führt“
Publiziert am April 14, 2015 von michaela


Interview mit Bischof Oster zur Aktualität Don Boscos und des salesianischen Charismas/ Teil

PASSAU, 14. April 2015 (Vaticanista/ZENIT.org).- Anlässlich des 200. Geburtstags des Heiligen und Ordensgründers Don Giovanni Bosco gibt das päpstliche Verlagshaus Libreria Editrice Vaticana in den kommenden Wochen einen Sammelband über die Aktualität der Pädagogik und des pastoralen Programms des Apostels der Jugend heraus, der in Zusammenarbeit mit ZENIT entsteht und salesianische Persönlichkeiten über ihre Auseinandersetzung und ihre Sendung im Geiste Giovanni Boscos erzählen lässt. Michaela Koller sprach für dieses Projekt mit Bischof Stefan Oster von Passau. Vor einem Jahr ernannte Papst Franziskus ihn, damals Salesianerpater und Dogmatikprofessor in Benediktbeuern, zum 85. Bischof von Passau. Im Gespräch verriet der Bischof, wie die Geschichte seines Ordensgründers ihn berührte und wie das Fest Maria, Hilfe der Christen, ihn in besonderer Weise mit Don Bosco verbindet.

Fehlt gerade auch im Umgang mit jungen Leuten das rechte Maß zwischen Geduld und Klarheit bei der Vermittlung von Glaubenswissen, damit sie es auch annehmen können?

Bischof Oster: Einerseits gilt es, die jungen Menschen zu akzeptieren in dem, was sie sind, anderseits sie aber in dieser Akzeptanz nicht einfach stehen zu lassen, sondern sie in der Geduld und in der Hoffnung mitzunehmen. Das kann man tun, ohne die Wahrheit preiszugeben. Der heilige Paulus spricht in seinen Bildern von der Milch und von der festen Speise. Man kann den Jugendlichen nicht die Wahrheit wie einen nassen Lappen um die Ohren schlagen, sondern muss ihnen da hinein helfen wie in einen warmen Mantel und das kann ein bisschen dauern, bis sie drin sind. Wer ist schon je ganz drin?

Wie war Ihre persönliche Erfahrung auf Ihrem Glaubensweg als Jugendlicher? Welche Vorbilder haben Sie angezogen?

Bischof Oster: In der Kirche hatte ich zunächst meine besten Freunde und habe da immer Menschen kennengelernt, die ganz wohlwollend waren. Kirche habe ich ganz selten als repressiv erfahren. Ich kann mich daran erinnern, dass es in Amberg, wo ich aufgewachsen bin, einen sehr strengen Pfarrer gab, als ich Ministrant war. Aber da war auch ein Kaplan, der der Puffer dazwischen war und sich um uns gekümmert hat und mit uns unterwegs war. Ich habe nie geglaubt, mich gegen etwas Altes oder Überkommenes emanzipieren zu müssen. Das war ein Glück. Auch ältere Jugendliche, die damals als Gruppenleiter Verantwortung übernommen haben, als ich Kind war, von denen ich dachte, das sind tolle Burschen, waren Vorbilder. Später – auf der intellektuellen und spirituellen Ebene – kam mein großer Lehrer Ferdinand Ulrich dazu. Aber es hat auch Vorbilder in meiner eigenen Ordensgemeinschaft gegeben. Wissen Sie, die Menschen, die einem die Erfahrung schenken, dass sie den „Karren Kirche“ wirklich innerlich ziehen und uns in Richtung Reich Gottes bewegen, das sind nicht so viele. Die Durchschnittlichkeit überwiegt bei uns allen. Aber es gibt den einen oder anderen Leuchtturm, Mann oder Frau, manchmal sogar in der Verborgenheit, aber da merkt man einfach, dass das Evangelium die Wahrheit ist.

Und welche Diktion hat sie eher abgeschreckt?

Bischof Oster: Natürlich will ich auch die Wahrheit wissen. Es hilft mir nicht, wenn jemand allzu lang und allzu sehr herumeiert. Es ist eine Gratwanderung, den Menschen da abzuholen, wo er steht, und ihn zugleich mit der Wahrheit herauszufordern und klar zu sein. Mein Wahlspruch „Der Sieg der Wahrheit ist die Liebe“ verdeutlicht, dass die umstrittenen Wahrheiten, die wir schwer verdauen, nur unter der Voraussetzung der Liebe angenommen werden können. Dabei geht es am Ende um Heiligkeit. In unserer Kirche gibt es da eine große Schwierigkeit: Auf der einen Seite gibt es die Rechtgläubigen, die die Wahrheit mit den Löffeln gefressen haben, und die anderen, die davon nichts mehr wissen wollen und sagen, es habe nichts mehr mit ihrer Wirklichkeit zu tun. Die versöhnte Mitte von beiden ist die Heiligkeit. Schauen Sie, wie unfassbar demütig Jesus war – und trotzdem erscheint er manchmal unglaublich streng. Und wir empfinden dies nicht als Widerspruch.

Welche Beispiele Don Boscos pädagogischen und pastoralen Programms haben Sie am meisten berührt?

Bischof Oster: Jetzt gerade ist mein Mitbruder Lothar Wagner in Sierra Leone, für dessen Arbeit ich auch viel Werbung mache. Und was für ein Salesianer er ist. Ich kenne eigentlich niemanden, der soweit rausgeht, mit seiner ganzen Existenz, seinem ganzen Leben. Da leuchtet etwas von Jesus auf.

[Bruder Lothar Wagner, Salesianer Don Boscos, arbeitet dort als Streetworker und leitet eine Einrichtung für heimatlose Kinder und Jugendliche. Wegen seines Einsatzes gegen Kinderprostitution wurde er schon mehrfach bedroht. Trotz der dramatischen Ansteckungsgefahr durch Ebola unterstützt er weiter junge Menschen, die die Seuche zu Waisen gemacht hat, und davon betroffene Familien; Anm. d. Red.]

Don Bosco hat die Verehrung der Muttergottes unter dem Titel „Maria, Hilfe der Christen“ in die Spiritualität des Ordens integriert, ein Fest, das wir am 24. Mai feiern. Was wissen Sie darüber, wie Don Bosco auf diese besondere Marienverehrung gekommen ist?

Bischof Oster: Als ich Salesianer Don Boscos geworden bin, habe ich irgendwann erfahren, dass Don Bosco die Muttergottes zunächst als Immaculata verehrte und dann wohl gemeint hat, da müsse so ein aktiveres Moment hinein. Wir wissen eigentlich nicht so genau, warum das so war: Aber sicher ist ja, dass es von hier, von Süddeutschland aus, eine Bewegung durch die Entstehung der Mariahilf-Bruderschaften gab und sicher kam dies auch bei Don Bosco an. Er hat dann eben begonnen, sie unter diesem Titel zu verehren. Heute wird in Südeuropa und Lateinamerika Mariahilf immer mit Don Bosco in Verbindung gebracht. Er hat in Turin die große Mariahilf-Basilika gebaut und in der liegt er auch begraben. Don Bosco hat – weil er diesen 24. Mai so geliebt hat – an jedem 24. im Monat in seinen Häusern den Mariahilfsegen gespendet. Er hat einen besonderen Segen geschrieben und sich diesen vom Papst approbieren lassen.
Sie haben persönlich zu diesem Fest einen besonderen Bezug, nicht wahr?

Bischof Oster: Ich bin in Amberg im Marienkrankenhaus geboren, unterhalb des Mariahilfbergs. Ich bin dort bis zu meiner frühen Jugend aufgewachsen und habe dort an diesem Berg im Wald gespielt, Indianer, Fußball und was auch alles. Einmal im Jahr fand das große Bergfest am Mariahilfberg statt, die Franziskaner predigten dort und es war sehr aufregend. Einmal haben sie mir in dem Krankenhaus das Leben gerettet, oder zumindest den Verstand: Ich bin in der Nacht mit einer Meningitis eingeliefert worden und zunächst wollte keiner helfen. Da hat mein Vater als junger Mann dort das Haus zusammengeschrien, damit endlich jemand zur Hilfe eile. Ein Arzt kam dann und stellte fest, was ich hatte. Wenn sie es später erkannt hätten, dann wäre ich zumindest geistig behindert geworden.

Meine allererste heilige Messe in Passau habe ich am Mariahilfberg gefeiert, die Hochzeit von Peter Seewald [als Pater Stefan Oster, bevor er Bischof wurde; Anm. d. Red.]. Als ich dann zum Bischof ernannt war, kamen die Passauer zu mir und haben gesagt, wir müssten bald die Weihe organisieren. Ich fragte sie, für wann denn. Sie sagten: am 25. Mai. Ich fragte, ob wir vielleicht den 24. Mai festlegen könnten, weil es unser Hochfest Mariahilf ist. Das sei unmöglich, antworteten sie, weil an einem Samstag im Mai viele Hochzeiten stattfinden. Ich habe dann den Kardinal [Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, Anm. d. Red.] angerufen und gefragt. Er sagte, er habe nur am 24. Mai Zeit.

Dann komme ich nach Passau und werde hier Bischof und erfahre, dass von hier die Mariahilf-Verehrung quasi ihren Ausgang genommen hat. Zumindest war hier ein starker Kristallisationspunkt, weil das Kaiserpaar [Kaiser Leopold I., der 1683 nach Passau geflohen war] hier gegen die Türkengefahr gebetet hat. Als sie dann das Gebetskärtchen für die Bischofsweihe mit allen Daten zusammengestellt haben, gab es noch einmal einen schönen Zufall: Ewige Profess am 24. Juli, Priesterweihe 24. Juni und Bischofsweihe 24. Mai. Ich bin überzeugt davon, dass die Muttergottes in meinem Leben Regie führt.
http://www.vaticanista.info/2015/04/14/i...n-regie-fuehrt/



von esther10 09.10.2015 12:11

Dank an Kardinal Sarah für sein Lebenszeugnis



Publiziert am Oktober 4, 2015
Festliche Präsentation des frischen Interviewbands in Regensburg
Von Michaela Koller

REGENSBURG, 4. Oktober 2015 (Vaticanista/ZENIT.org).- Kardinal Robert Sarah, Präfekt der Gottesdienstkongregation, war als Erzbischof von Conakry in Guinea Nachfolger des vom damaligen kommunistischen Regime unter dem Diktator Sékou Touré gefolterten Raymond-Maria Tchidimbo. An Heiligabend 1970 war dieser als erklärter Gegner der Kommunisten wegen angeblicher Spionage für das damalige Westdeutschland zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt worden. Fast neun Jahre schmachtete er in einem Lager unter grausamen Bedingungen. Dieses Lebenszeugnis seines Mitbruders im Orden der Spiritaner und im Bischofsamt mag Robert Sarah, der mit Anfang dreißig zum jüngsten Bischof der Weltkirche ernannt wurde, in seiner eigenen Amtsauffassung bestärkt haben.

„Die Märtyrer sind nicht nur die leibliche Gegenwart Jesu in einer Welt, die dem Evangelium feindlich und verschlossen gegenüber steht, sondern sie sind auch die radikalste Antwort des Menschen auf die Liebe Gottes“, sagt Sarah im Gespräch mit Nicolas Diat unter dem Titel „Gott oder nichts“. In einem Drittel der 198 Länder, in denen das Pew Research Center Erhebungen durchgeführt habe, seien schwere Christenverfolgungen zu beklagen, stellt Sarah, der zuvor Sonderbotschafter für den Nahen Osten war, fest. Die „schuldhafte Gleichgültigkeit“ der Welt gegenüber den Schicksalen hinter den Statistiken prangert er an.

Das Interview lag zunächst in französischer Sprache vor und ist in diesen Tagen frisch auf Deutsch herausgekommen (Fe-Medienverlag), nach der Übersetzung von Katrin Krips-Schmidt und Claudia Reimüller. In dem autobiographisch angeordneten Band schreibt denn auch Erzbischof Georg Gänswein in seinem Vorwort von der Radikalität des Evangeliums, ein Stichwort, das sich wie ein Leitfaden durch Sarahs Leben zieht und ihn feststellen lässt: „Während Christen für ihren Glauben und ihr treues Festhalten an Jesus sterben, versuchen im Westen Männer der Kirche die Anforderungen des Evangeliums auf ein Minimum zu reduzieren.“

Ein weiteres großes Thema Sarahs – neben der Religionsfreiheit – betrifft die Erhaltung der Ehe und Familie als von Gott gewollte Institutionen. Als „besonders stark“ nennt er die Worte von Papst Franziskus: „Es gibt ideologische Kolonisierungen, die versuchen, die Familie zu zerstören.“ Bei der Buchpräsentation im September in Regensburg mit anschließendem Diner auf Schloss Sankt Emmeram stellte Prälat Wilhelm Imkamp, der Wallfahrtsdirektor von Maria Vesperbild, in seiner Einführung fest: „Das Handeln totalitärer Regime richtet sich immer zuerst gegen die Familie.“ Er zeichnete an dem Abend ein erstes Bild von Kardinal Sarah als einer, der sich weder von den an seinem Vorgänger verübten Verbrechen einschüchtern, noch sich durch Schmeicheleien auf die falsche Seite ziehen lasse: „Sarah bekam vom Staatspräsidenten den höchsten Orden seines Landes verliehen und nutzte die Gelegenheit, um seiner Regierung die Meinung zu sagen.“

In seinen anschließenden Gedanken zum Buch dankte Kardinalpräfekt Gerhard Ludwig Müller Sarah für sein Glaubenszeugnis. Die Verantwortung, die Kardinal Sarah von Papst Franziskus übertragen worden sei, könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. „Der geistige Horizont eines Kardinalpräfekten der Kongregation für den Gottesdienst muss die philosophischen, fundamentaltheologischen, dogmatischen, kulturellen und politischen Voraussetzungen und Bedingungen des Christseins in der Moderne und Postmoderne geistig durchdrungen haben.“ Nicht allein ausgezeichnete geistliche Vorbilder, sondern auch die Auseinandersetzung mit den Irrtümern der Zeit prägten Müller zufolge Sarahs christliche Identität.

Dazu zählt er die extreme Verletzung der Religionsfreiheit durch die Maxime „Religion ist Privatsache“. „Denn ebenso wie Agnostiker haben auch Menschen mit der Überzeugung, dass Gott die Liebe ist, das natürliche Menschenrecht, sich gerade auch im Bekenntnis ihrer Lehre und ihrer Lebensführung im öffentlichen Leben für das Gemeinwohl einzusetzen“, betonte der Kardinal. Der moderne demokratische Staat müsse naturrechtlich, aber eben nicht weltanschaulich säkularistisch-agnostisch begründet sein. Christliche Mission sei aber von Proselytismus klar abzugrenzen. „Proselytismus instrumentalisiert andere für die Bestätigung des Selbst. Mission bezeugt den Brüdern die Liebe Gottes jedem einzelnen Menschen.“

Zu diesem Zeugnis möchte Kardinal Sarah die Gläubigen (an)leiten. „Für einen Christen muss der Glaube die Form, die Gussform für sein gesamtes privates und öffentliches, persönliches und soziales Leben werden“, ist er überzeugt. Die Kirche baue auf der Grundlage der Familien auf, „die sakramental vereint seien und die große Bedeutung des Geheimnisses bezeugten, das Christi Geschenk sei. Um die Verbreitung dieser Worte in Afrika zu fördern, lud Fürstin Gloria von Thurn und Taxis neben Freunden Vertreter aus Kirche und katholischer Publizistik, darunter Schriftsteller Martin Mosebach, den äthiopische Prinzen Asfa Wossen-Asserate sowie Papstbruder Domkapellmeister Georg Ratzinger, zu einem unvergesslichen Abendessen ein, denn nicht nur das Kreuz, sondern auch die Festlichkeit gehört schließlich zum christlichen Leben.

[Spendenkonto: Bischöfliche Administration

IBAN DE99 7509 0300 1801 1002 03; GENODEF1M05.
http://www.vaticanista.info/2015/10/04/d...gnis/#more-3338
Referenz: „Gott oder nichts“]

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