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von 16.02.2013 09:48

FASTENZEIT
SAMSTAG NACH ASCHERMITTWOCH

4

RETTEN, WAS VERLOREN WAR

Wir sind krank und heilungsbedürftig. Jesus kommt als Arzt, die Menschen zu heilen.
Christus heilt unsere Gebrechen. Das Bußsakrament.
Auf den Herrn hoffen, wenn wir uns schwach fühlen. Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.

I. Im Evangelium der heutigen Messe1 wird uns die Berufung des Matthäus geschildert. Der Herr ruft ihn, und er reagiert unverzüglich: er verließ alles und folgte ihm.

Der neugewonnene Jünger wollte Jesus seine Dankbarkeit bezeigen: Er gab für Jesus in seinem Haus ein großes Festmahl und lud seine Freunde dazu ein: Viele Zöllner und andere Gäste waren mit ihnen bei Tisch.

Das erboste die Pharisäer. Sie fragten die Jünger: Wie könnt ihr zusammen mit Zöllnern und Sündern essen und trinken? Galten doch die Zöllner als Sünder, weil sie in ihrem Beruf unverhältnismäßig hohe Einkünfte erzielten und gute Beziehungen zu den Heiden unterhielten.

Jesus antwortet den Pharisäern mit einem tröstlichen Wort: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten2.

Der Herr möchte sich allen Menschen zuwenden. »Der Dialog des Heiles war nicht abhängig von den Verdiensten derer, an die er gerichtet war, und nicht einmal von den Ergebnissen, die er hätte erreichen oder verfehlen können.«3

Wir alle sind krank, wir alle sind Sünder, die der göttlichen Barmherzigkeit und der Verzeihung bedürfen, denn niemand ist gut außer Gott, dem Einen4. Die Menschheit ist nicht zweigeteilt in Gerechtfertigte aus eigener Kraft und Sünder. Wir alle brauchen den Herrn - Tag für Tag. Wer da meint, ihn nicht zu brauchen, verschließt sich dem Heil.

Die Worte Christi, der als Arzt kommt, regen uns an, demütig und vertrauensvoll um Verzeihung für unsere eigenen Sünden zu bitten und ebenso für die Sünden derer, die meinen, fern von Gott leben zu können. Von ihnen sagte die heilige Theresia von Avila: »O mein wahrhaftiger Gott, um welch widersinnige Sache bitte ich dich heute: daß du den liebst, dem du gleichgültig bist, daß du dem öffnest, der nicht an deine Tür gepocht, daß du dem Heilung bringst, der krank sein möchte und alles daransetzt, es zu sein! Du hast gesagt, Herr, daß du kommst, um nach den Sündern zu suchen. Diese, Herr, sind die wahren Sünder. Sieh nicht auf unsere Blindheit, Herr, mein Gott, sondern auf das viele Blut, das dein Sohn für uns vergossen hat; deine Barmherzigkeit überstrahle solch ein Übermaß an Bosheit; bedenke, Herr, daß wir deine Geschöpfe sind.«5 Wenn wir uns in Demut so an Jesus wenden, wird er uns und jenen, die wir ihm näherbringen möchten, stets seine Barmherzigkeit gewähren.

II. Im Alten Testament ist der Messias der Hirt, der seine Schafe umhegen und jene, die krank oder verletzt sind, heilen wird6. Der Herr kommt, um nach dem zu suchen, was verloren war, er ruft die Sünder, er gibt sein Leben hin als Lösepreis für alle7. In ihm erfüllt sich das prophetische Wort: Er hat unsere Krankheiten getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen, und durch seine Wunden sind wir geheilt.8

Christus heilt all unsere Gebrechen. Jeder braucht ihn, weil jeder hinfällig ist. »Er ist Arzt und heilt unseren Egoismus, wenn wir seine Gnade bis ins Tiefste unserer Seele eindringen lassen.«9 Unsere Begegnung mit dem Herrn soll wie die eines Kranken sein, der geheilt werden will und sich dem Arzt ganz anvertraut. »Jesus hat uns gemahnt, daß die schlimmste Krankheit die Heuchelei ist, jener Stolz, der uns dazu bringt, die eigenen Sünden zu verhehlen. Beim Arzt ist absolute Aufrichtigkeit unerläßlich; es gilt, die Wahrheit lückenlos aufzudecken und zu sagen: Domine, si vis, potes me mundare (Mt 8,2), Herr, wenn du willst - und du willst immer -, kannst du mich heilen. Du kennst meine Gebrechen; ich spüre diese Symptome, ich leide an jenen Schwächen; und wir zeigen ihm einfach unsere Geschwüre und auch den Eiter, wenn es ihn gibt. Herr, du hast ja so viele Menschen geheilt: Laß mich dich als göttlichen Arzt erkennen, wenn ich dich im Herzen habe oder dich im Tabernakel anbete.«10

Ein besonders wichtiges Heilmittel ist das Bußsakrament: »Beim tieferen Nachdenken über die Bedeutung dieses Sakramentes erblickt das Bewußtsein der Kirche in ihm (...) eine heilende Funktion. Dies hängt mit der Tatsache zusammen, daß Christus im Evangelium häufig gleichsam als Arzt erscheint und sein erlösendes Wirken von den frühesten christlichen Anfängen an oft als >heilende Medizin< bezeichnet wird. >Heilen will ich, nicht anklagen<, sagte der heilige Augustinus gerade mit Bezug auf die Bußpastoral; und es geschieht dank der Medizin der Beichte, daß die Erfahrung der Sünde nicht zur Verzweiflung führt,«11 sondern zu Frieden und Freude.

Wenn wir umkehren und neu beginnen, können wir immer mit der Unterstützung und Hilfe des Herrn rechnen. Er ist der Anführer unseres inneren Kampfes, und »ein Feldherr zieht einen Soldaten, der zuerst geflohen ist, dann aber umkehrt und den Feind beherzt bekämpft, demjenigen vor, der sich zwar niemals abgewendet, aber auch keine mutige Tat vollbracht hat«12. Nicht nur der heiligt sich, der niemals zu Fall kommt, sondern auch derjenige, der immer wieder aufsteht. Das Problem liegt nicht darin, daß wir schwach sind, sondern in der Resignation, die dazu führt, daß wir uns mit unseren Schwächen abfinden und nicht mehr kämpfen. Christus ist der Arzt, der uns heilt und uns im Kampfe stärkt.

III. Sollten wir einmal meinen, wir seien innerlich gebrochen und in eine ausweglose Situation geraten, kann uns das tröstliche Wort des Herrn wieder aufrichten: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Es gibt keine Krankheit, für die er nicht ein Heilmittel hätte. Und er ist stets ganz nahe bei uns, gerade dann, wenn die Schwere einer Sünde uns belastet. Nur eins ist dann nötig: rückhaltlos ehrlich zu sein.

Diese Erkenntnis kann uns auch in unserer Sorge um das Wohl der anderen zugute kommen; denn manchmal begegnen wir jemandem, dessen seelische Not kaum heilbar zu sein scheint. Und sie ist es doch. Getragen von unserem Gebet und unserem Opfer, erwartet der Herr dann von uns ein größeres Verständnis für die Not dieser Menschen.

»All deine Krankheiten werden geheilt werden« sagt der heilige Augustinus. »>Aber es sind ihrer viele< wirst du antworten. Doch der Arzt, der sie heilt, ist stärker als sie alle. Für den Allmächtigen gibt es keine unheilbaren Krankheiten; laß du ihn gewähren, daß er dich heilt, und gib dich ganz in seine Hand.«13

Welche Menschen gehen zu Jesus? Neben den einfachen Zuhörern solche, deren Not groß und ganz handgreiflich ist: Gelähmte, Blinde, Lahme ... Deshalb brennt in ihnen das Verlangen nach Heilung. Nur wer um die eigene Verwundung weiß, ersehnt Genesung. Hier hilft uns die persönliche Gewissenserforschung. Sie zeigt uns unsere Wunden.

Matthäus ließ an jenem Tage sein altes Leben hinter sich, um mit Christus zusammen ein neues zu beginnen. Betend kommentiert der heilige Ambrosius - der große Kirchenlehrer aus dem 4. Jahrhundert - diese Szene: »So wie er will auch ich, Herr, mein bisheriges Leben aufgeben und niemand anderem als dir folgen, denn du heilst meine Wunden. Wer vermöchte mir die Liebe zu Gott zu entreißen, die sich in dir offenbart? (...) Ich bin an den Glauben gebunden, mit Nägeln an ihn geheftet, und dies durch das heilige Band der Liebe. All deine Gebote mögen für mich wie ein Brandmal sein, das für immer an meinem Leib haftet (...); ja, die Medizin brennt in den Gliedern, aber sie merzt den Eiterherd aus. Reiß, Herr, die Fäulnis meiner Sünden aus mir heraus. Binde mich durch die Fesseln der Liebe und schneide alles Faule ab. Komm bald, und presse die vielen verborgenen und geheimen Leidenschaften aus mir heraus; brenne meine Wunden aus, damit die Erkrankung nicht den ganzen Körper erfaßt (...). Ich habe einen Arzt gefunden, der im Himmel wohnt, aber seine Medizin auf Erden gibt. Nur er kann meine Wunden schließen, denn er duldet nicht, daß ich leide; nur er vermag die Pein des Herzens zu lindern und die Angst der Seele, denn er kennt die verborgensten Dinge.«14

Viele Freunde des Matthäus, die bei dem Mahl mit Jesus zu Tisch saßen, werden von der freundlichen und verständnisvollen Art des Herrn angetan gewesen sein. Für manche von ihnen mag dies der Anstoß zu einer Neuausrichtung des Lebens, der Anfang einer Bekehrung zu Christus gewesen sein. Matthäus hatte die Freude der Nachfolge nicht für sich behalten. Er sorgte dafür, daß auch seine Freunde den Herrn kennenlernten. Das Gastmahl zur Ehre Jesu wurde so zum Zeichen des Dankes und zu einer Gelegenheit, sich zum erstenmal als Apostel, als Menschenfischer, zu versuchen.

1 Lk 5,27-32. - 2 Lk 5,31-32. - 3 Paul VI., Enz. Ecclesiam suam, 6.8.1964. - 4 Mk 10,18. - 5 Theresia von Avila, Rufe der Seele zu Gott, 8. - 6 vgl. Jes 61,1 ff.; Ez 34,16 ff. - 7 vgl. Lk 19,10. - 8 Jes 53,4 ff. - 9 J. Escrivá, Christus begegnen, 93. - 10 ebd. - 11 Johannes Paul II., Apost. Schreiben Reconciliatio et Paenitentia, 2.12.1984, 31,2. - 12 Gregor der Große, Homilien über die Evangelien, 4,4. - 13 Augustinus, Kommentar zum Psalm 102. - 14 Ambrosius von Mailand, Kommentar zum Lukasevangelium, 5,27.

von 15.02.2013 09:23

FASTENZEIT
FREITAG NACH ASCHERMITTWOCH

3

ZEIT DER BUSSE

Fasten und andere Bußübungen in der Verkündigung Jesu und im Leben der Kirche.
Der Kreuzweg stellt uns das heilige Menschsein des Herrn vor Augen.
Im Alltag finden wir die kleinen Abtötungen, die der Herr von uns erbittet. Erdulden und Tun. Auch die Phantasie, das Gedächtnis und der Verstand bedürfen der Läuterung.

I. Im Evangelium der heutigen Messe1 wird uns berichtet, wie die Jünger Johannes des Täufers Jesus fragten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten?

Auch damals war Fasten Ausdruck von Bußgesinnung. »Im Alten Testament wird mehr und mehr die Bedeutung der Buße als eine religiöse und persönliche Übung erkannt, deren Ziel die Liebe und die Hingabe an Gott ist.= 2 Sie ist - zusammen mit dem Gebet - ein Zeugnis der Demut dem Herrn gegenüber3: man begibt sich ganz in Gottes Hände. Fasten und Buße begegnen uns in der Heiligen Schrift, wenn es darum geht, eine schwierige Aufgabe anzugehen4, Verzeihung für eine Schuldzu erflehen5, eine Notlage abzuwenden6, um Gnade für die Verrichtung einer Aufgabe zu bitten7 oder sich auf die Begegnung mit Gott vorzubereiten8.

Johannes der Täufer, der um die heiligende Wirkung des Fastens wußte, lehrte seine Jünger die Bedeutung und Notwendigkeit von Bußübungen. Darin stimmte er mit den frommen Pharisäern und Schriftgelehrten überein, die sich darüber wunderten, daß Jesus sie seinen Jüngern nicht abverlangte. Der Herr aber nimmt die Seinen in Schutz: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist?9 Dieser Bräutigam ist - in der Sprache der Propheten - Gott selbst, der seine Liebe zu den Menschen offenbart.10

Einmal mehr läßt uns Christus an dieser Stelle seine Göttlichkeit ahnen, indem er seine Jünger Freunde des Bräutigams nennt, seine Freunde. Solange sie bei ihm sind, ist das Fasten nicht nötig. Aber wenn ihnen dann der Bräutigam entrissen wird, werden auch sie fasten.

Der ganze Sinn der alttestamentlichen Bußpraxis »war nichts anderes als der Schatten, der ankündigte, was da kommen sollte. Die Buße - ein Erfordernis des inneren Lebens, dessen Bedeutung durch die religiöse Erfahrung der ganzen Menschheit bestätigt wird und die Gegenstand einer besonderen Vorschrift der göttlichen Offenbarung ist - erreicht in Christus und der Kirche eine ganz neue und entschieden breitere und tiefere Grundlage«11.

Die Kirche der Urzeit hielt an den Bußübungen im Geiste Jesu fest. Die Apostelgeschichte berichtet von kultischen Handlungen, die mit Fastenübungen einhergingen12. Und der heilige Paulus gibt sich nicht damit zufrieden, während seines unermüdlichen apostolischen Wirkens Hunger und Durst zu ertragen, wo es die Umstände verlangen; wiederholt unterzieht er sich einem selbstgewählten Fasten13. Die Kirche ist stets dieser Einstellung zur Buße treu geblieben. Sie hat Fasttage für bestimmte liturgische Zeiten festgelegt und empfiehlt die freiwillige Buße als fromme Übung zum geistlichen Fortschritt.

Allerdings ist das Fasten nur eine unter mehreren Formen der Buße. Die Askese des Leibes kennt viele andere Gestalten, die die innere Umkehr und die Hinwendung zu Gott erleichtern. Heute können wir uns fragen, wie es mit unserem Sinn für die Buße steht. Die Kirche leitet uns an, eine Haltung, die uns das gesamte Leben hindurch begleiten muß, besonders während der Fastenzeit zu pflegen.

II. Tut Buße: Jesus greift zu Beginn seines öffentlichen Auftretens den Ruf des Täufers auf. Die Apostel werden dann in den Anfängen der Kirche dasselbe fordern. Auch heute brauchen wir Christen die Buße. In ihr drückt sich die Sühne für die Sünden, eigene wie fremde, aus. Ohne sie blieben wir in der Gewalt der Sünde, von Jesus Christus getrennt. Wer der Buße aus Angst ausweicht oder sie als überflüssig erachtet, zeigt einen Mangel an Gespür für das Übernatürliche. »Angst vor der Buße? ... Vor der Buße, die dir hilft, das ewige Leben zu gewinnen? - Um jedoch das armselige gegenwärtige Leben zu erhalten, unterwerfen sich die Menschen den tausend Qualen eines blutigen chirurgischen Eingriffs.«14 Vor der Buße zurückschrecken hieße vom Streben nach Heiligkeit ablassen und vielleicht sogar das eigene Heil gefährden.

Der Wunsch nach Gleichförmigkeit mit Christus läßt uns »ja« sagen zu seiner Einladung, das Leiden mit ihm zu teilen. Die Fastenzeit stellt uns dieses Leiden vor Augen, sie vergegenwärtigt uns den ersten Karfreitag. Es kann hilfreich sein, gerade freitags den Kreuzweg zu beten: »Der Kreuzweg. - Das ist eine kraftvolle und starke Gebetsübung! Wolltest du dir doch angewöhnen, jeden Freitag die vierzehn Stationen des Leidens und Sterbens unseres Herrn durchzugehen. - Ich sage dir, du wirst Kraft für die ganze Woche gewinnen.«15

Im Kreuzweg betrachten wir Christus in seinem heiligsten Menschsein. In seinem Leiden verbindet sich das Leiden eines Menschen mit der Majestät Gottes. Wir sehen den zum Tode Verurteilten das Kreuz auf sich nehmen, wir sehen ihn unter der schweren Last zusammenbrechen, und uns geht dann die Last unserer Sünden auf - der Sünden aller Menschen. Dies kann unseren Willen zur Umkehr festigen: »Das Kreuz schneidet immer tiefer in die verwundete Schulter des Herrn. (...) Der entkräftete Leib Jesu schwankt schon unter der schweren Last des Kreuzes. Und sein Herz, dieses Herz voller Liebe, vermag kaum mehr die zerschundenen Glieder zu beleben. (...) Du und ich, wir können nichts sagen: aber wir begreifen jetzt, warum das Kreuz Jesu so schwer wiegt. Wir weinen über unsere Erbärmlichkeit und über die erschreckende Undankbarkeit des menschlichen Herzens. Aus tiefster Seele steigt ein Gebet echter Reue auf, das uns aus der Niedergeschlagenheit der Sünde befreit. Jesus ist gefallen, damit wir uns erheben: einmal und immer wieder.«16

Im Gebet erleben wir Christi Leiden, im Tun schließen wir uns durch freiwillige Buße seinem Sühnopfer an. Und wir erkennen dann, daß auch unser apostolischer Eifer tiefer wird. Denn der Herr gab sein Leben hin, um alle Menschen Gott näherzubringen.

III. Die Abtötungen, die Gott von uns erwartet, finden wir in der Regel im Alltag. Viele ergeben sich wie von selbst aus dem normalen Tagesablauf, angefangen beim Aufstehen, wenn es gilt, die Dumpfheit der frühen Stunde zu überwinden. Andere zeigen sich vielleicht, wenn es darum geht, eine Arbeit mit besonderer Sorgfalt auszuführen. Manchmal wird eine Geste der Freundlichkeit uns Überwindung kosten, weil wir müde sind. Auch die Mäßigung beim Essen und Trinken, der pflegliche Umgang mit den Dingen, die wir besitzen und benützen, oder die Zurückhaltung im Urteil können, als kleine Abtötungen angenommen, wie Spuren des Kreuzes Christi sein. Aber an erster Stelle gilt der Rat: »Wenn du wirklich eine sühnende Seele - eine sühnende und frohe Seele! - sein willst, mußt du vor allem die Zeiten deines täglichen Gebetes sicherstellen; die Zeiten für ein zutiefst vertrauensvolles, großherziges, ausdauerndes Beten! Bemühe dich darum, nicht nach Lust und Laune dein Gebet zu halten, sondern - wenn irgend möglich - zu dem vorgesehenen Zeitpunkt. Sei in diesen kleinen Details nicht nachlässig! - Mach dich geradezu zum >Sklaven< dieser täglichen Aussprache mit Gott - und ich versichere dir: niemals wird dir die Freude fehlen!«17

Neben den passiven Abtötungen, die sich uns anbieten, ohne daß wir nach ihnen gesucht hätten, gibt es Formen der Überwindung, die wir aktive Abtötungen nennen können. Wir suchen sie aus eigener Initiative, weil wir erkennen, daß die Abtötung eine notwendige asketische Übung ist, die uns innerlich freier macht. Gerade im Denken und Fühlen müssen wir uns nicht selten gegen den Ansturm unsinniger Bilder und Gedanken wehren. Deswegen ist das Gespür für Askese - die Abtötung konkretisiert es - gerade für die innere Reifung und für die Läuterung des Herzens so wichtig. Die Abtötung der Phantasie läßt uns die wild wuchernde Vorstellungskraft zähmen und statt eitler Selbstbespiegelung die Zwiesprache mit Gott suchen. Dann wird es uns leichter bewußt, daß der Herr in unsere Seele Einkehr hält, wenn wir in seiner Gnade leben. Sich aufdrängende innere Vorstellungen über Erfolge oder Mißerfolge werden relativiert, uns ist es dann nicht mehr so wichtig, ob wir in dieser oder jener Situation eine schlechte Figur abgegeben haben oder ob die - wahrscheinlich harmlose - Bemerkung eines Bekannten beleidigend war. Stolz und Eigenliebe, die mit der Zeit jede Kleinigkeit aufbauschen, werden in ihre Schranken gewiesen, der innere Frieden kann sich wieder einstellen. Die Abtötung des Gedächtnisses schützt uns vor überflüssigen Erinnerungen, die oft nur Zeitverlust sind18 und lästige Versuchungen mit sich bringen können. Die Abtötung eines ausufernden Verstandes schließlich hilft uns, aufmerksam an dem zu arbeiten, was nicht aufgeschoben werden kann. Wir konzentrieren uns auf die Aufgaben, die im gegebenen Augenblick wichtig sind19, und können so der Pflicht oder der Nächstenliebe gegenüber den eigenen Launen den Vorrang geben.

Die betende Vergegenwärtigung des leidenden Christus durch den Kreuzweg und die Erfahrung des Kreuzes im eigenen Leben - Tag für Tag und meistens in Kleinigkeiten - werden in uns den Entschluß festigen, auch dann Weggenossen Christi zu bleiben, wenn er - der Kreuztragende - uns sein Kreuz anbietet.

1 Mt 9,14-15. - 2 Paul VI., Konst. Paenitemini, 17.2.1966. - 3 vgl. Lev 16,29-31. - 4 vgl. Ri 20,26; Est 4,16. - 5 1 Kön 21,27. - 6 Jdt 4,9-13. - 7 Apg 13,2. - 8 Ex 34,28; Dan 9,3. - 9 Mt 9,15. - 10 vgl. Jes 54,5. - 11 Paul VI., Konst. Paenitemini, 17.2.1966. - 12 vgl. Apg 13,2 ff. - 13 vgl. 2 Kor 6,5; 11,27. - 14 J. Escrivá, Der Weg, Nr. 224. - 15 ebd., Nr. 556. - 16 J. Escrivá, Der Kreuzweg, III. - 17 ders., Die Spur des Sämanns, Nr. 994. - 18 vgl. ders., Der Weg, Nr. 13. - 19 vgl. ebd., Nr. 815.



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von 14.02.2013 22:27

FASTENZEIT
DONNERSTAG NACH ASCHERMITTWOCH

2

DAS TÄGLICHE KREUZ


Es kann kein Christentum ohne Kreuz geben. Das Kreuz des Herrn ist Quelle des Friedens und der Freude.
Das Kreuz in den kleinen Dingen des Alltags.
Mittragen des Kreuzes: alltägliche Widrigkeiten erhalten eine neue Dimension. Kleine Abtötungen.

I. Am Beginn der Fastenzeit erinnert uns das Evangelium in der heutigen Messe daran, daß, wer Jesus nachfolgen will, auf das Kreuz stoßen wird: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.1

Der Herr wendet sich an alle, wenn er vom täglichen Kreuz spricht. Seine Worte haben nichts an Aktualität verloren. Sie richten sich an alle Menschen, die ihm nachfolgen wollen. Es gibt kein Christentum ohne Kreuz, kein Christentum für Laue und Opferscheue. Der Herr nennt unmißverständlich die Voraussetzung für die Nachfolge : Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein2. Deshalb ist das Nein zum Kreuz - zu den kleinen Opfern und zu all dem, was Entsagung bedeutet - ein Anzeichen dafür, daß die Seele beginnt, lau und gleichgültig zu werden.

Ohne Kreuz keine Heiligung und auch keine Freude. Und umgekehrt: die durch das Kreuz geläuterte Seele erlangt im Umgang mit Gott und mit den Menschen Freude und Frieden, selbst inmitten äußerer Wirrnisse und Schwierigkeiten. Wer sich aber dem Opfer in der Gestalt der Entsagung, der Abtötung, verschließt, gerät in die Fallstricke der Triebhaftigkeit und wird unfähig zu einem Denken und Empfinden, das auf Gott ausgerichtet ist.

Deswegen gibt es ohne die Bereitschaft zu Opfer und Abtötung kein Wachsen des spirituellen Lebens. Nach dem heiligen Johannes vom Kreuz gibt es nur wenige, die zu einer innigen Gemeinschaft mit Gott gelangen, weil viele nicht bereit sind, »größere Entbehrungen und Abtötungen«3 auf sich zu nehmen. »Und wenn jemand Christus wirklich besitzen will« fügt der Heilige hinzu, »möge er ihn niemals suchen ohne das Kreuz.«4

Wir sollten daher nie vergessen, daß die Abtötung - da sie uns mit dem Kreuz Christi in Berührung bringt - eng verbunden ist mit der Freude. Das nämlich ist das große Paradox der christlichen Abtötung: Eigentlich müßten konsequente Christen, die ja nicht nur das Leid hinnehmen, sondern sogar nach Gelegenheiten suchen, Opfer zu bringen, zu den traurigsten Wesen der Welt gehören. Aber so ist es ja nicht; denn Abtötung macht nur dann traurig, wenn die Eigensucht überwiegt und es so an Hingabe und Liebe zu Gott fehlt. Opferbereitschaft hingegen bringt Freude, selbst mitten im Schmerz, bringt das Glück, Gott im Erfüllen seines Willens herzlich zu lieben. Es ist die Erfahrung des Paulus: uns wird Leid zugefügt, und doch sind wir jederzeit fröhlich.5

II. »Täglich das Kreuz. Nulla dies sine cruce!, kein Tag ohne Kreuz; kein Tag, an dem wir nicht das Kreuz des Herrn tragen, an dem wir nicht sein Joch auf uns nehmen ... Der Weg unserer persönlichen Heiligung führt Tag für Tag über das Kreuz. Doch trostlos ist dieser Weg nicht, denn Christus selbst hilft uns, und bei ihm kann es keine Traurigkeit geben. In laetitia, nulla dies sine cruce! pflege ich oft zu sagen: die Seele von Freude durchdrungen, keinen Tag ohne Kreuz.«6

Das Kreuz des Herrn, das wir jeden Tag auf uns zu nehmen haben, dürfen wir nicht verwechseln mit den »Kreuzen« die wir uns mit unserer Selbstsucht, mit unserem Neid oder mit unserer Trägheit selbst schaffen. Das ist nicht das Kreuz Christi, sondern die Last des alten Menschen in uns. Weil es nicht auf den Herrn gerichtet ist, führt es nicht zur Heiligkeit.»Manchmal werden wir das Kreuz in einer großen Not finden, in einer schweren und schmerzhaften Krankheit, in einem finanziellen Engpaß, im Tod eines geliebten Menschen: »Vergeßt eines nicht: bei Jesus sein heißt auch mit Sicherheit seinem Kreuz begegnen. Wenn wir uns in die Hand Gottes geben, läßt er es häufig zu, daß wir den Schmerz spüren, Einsamkeit, Widrigkeiten, Verleumdungen, üble Nachrede, Spott, von innen und von außen; denn er möchte uns nach seinem Bild und Gleichnis gestalten, und so erlaubt er auch, daß man uns für verrückt hält und Narren nennt. Das ist die Stunde der passiven Abtötung, die manchmal versteckt, bisweilen auch offen und sogar herausfordernd auf uns zukommt, gerade wenn wir es nicht erwarten«7.

In der Kraft des Herrn werden wir das Kreuz, das er uns schickt, aufrecht zu tragen vermögen. Denn mit dem Kreuz gibt er uns auch seine überreiche Gnade. Sie läßt uns erfahren, daß Gott seinen Freunden immer wieder und auf vielfältige Weise Segen spendet und daß er sie zu Mitträgern seines Kreuzes - gleichsam zu Miterlösern unter ihm - machen will.

Für gewöhnlich jedoch werden wir unserem täglichen Kreuz in kleinen Widrigkeiten begegnen, wie sie bei der Arbeit oder im Zusammenleben auftreten: in unvorhergesehenen Ereignissen, im schwierigen Charakter eines Mitarbeiters, in der Hektik einer kurzfristigen Änderung unserer Pläne, in Störungen und Unannehmlichkeiten wie Hitze, Kälte oder Lärm, im mangelnden Verständnis für unsere Absichten, in einer Unpäßlichkeit ...

Wir können solche alltäglichen Beschwerlichkeiten großherzig und mutig ertragen, gleichsam als Gegengabe für den Herrn - und ohne Klagen; denn wer klagt, gibt zu erkennen, daß er eigentlich das Kreuz zurückweist. Durch die bereitwillige Annahme der Widerwärtigkeiten werden Bußfertigkeit, Geduld, Nächstenliebe, Verständnis und andere Tugenden gefördert, wir kommen Gott näher. Nehmen wir sie aber nur widerwillig an, dann werden sie zum Anlaß für Empörung, Ungeduld und Mutlosigkeit. Für viele Menschen endet der Tag dann freudlos, nicht weil ihnen ein großes Unglück widerfahren wäre, sondern weil sie es nicht verstanden haben, die Ermüdung bei der Arbeit und die kleinen Schwierigkeiten, die den Tag über aufgetreten sind, zu heiligen. Das Kreuz - sei es nun groß oder klein -, das man angenommen hat, spendet Frieden und Freude inmitten des Schmerzes, es ist wie ein Angeld auf das ewige Leben. Das Kreuz hingegen, das man zurückgewiesen hat, verbreitet in der Seele Enttäuschung oder heimlichen Groll, die als Traurigkeit und Unmut nach außen dringen. »Das Kreuz auf sich zu nehmen ist etwas großes, sehr großes ... Es bedeutet, das Leben mit Mut, ohne Schwäche und Erbärmlichkeit zu gestalten; bedeutet, die in unserem Dasein unausbleiblichen Schwierigkeiten in moralische Kraft umzuwandeln, bedeutet, den menschlichen Schmerz zu begreifen, bedeutet schließlich, wahrhaft lieben zu können.«8 Wer als Christ durch die Welt geht und dabei versucht, jedem Opfer auszuweichen, kann Gott nicht finden.

III. Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst ... Es genügt nicht, daß wir nur das Kreuz annehmen, das uns - nicht selten unerwartet - begegnet. Um die Gesinnung der Buße wachzuhalten, werden wir auch von uns aus kleine Abtötungen suchen. Dabei ist es für den inneren Fortschritt von großem Nutzen, sich ganz konkret einige vorzunehmen, die man regelmäßig verrichten kann.

Diese Opfer aus Liebe zu Gott sind von großem Wert, sozusagen ein Kraut gegen Trägheit, Selbstsucht oder Hochmut, die stets auf der Lauer liegen. Die einen werden uns helfen, geordnet und konzentriert zu arbeiten und unser Arbeitsgerät pfleglich zu behandeln. Die anderen werden uns dazu befähigen, verständnisvoller Menschen zu begegnen, mit denen wir es tagtäglich zu tun haben: mit einem Lächeln, das Überwindung kostet, einer Geste der Anteilnahme für die Arbeit eines Kollegen, einem freundlichen Wort oder einer kleinen Hilfeleistung, und nicht zuletzt mit dem Bestreben, die eigene schlechte Laune für sich zu behalten und nicht an anderen auszulassen. Andere Abtötungen wiederum dienen dazu, die Trägheit zu überwinden, die Neugier zu zähmen oder die inneren und äußeren Sinne zu beherrschen. Es ist durchaus nicht nötig, daß es sich hierbei um große Dinge handelt, es kommt nur darauf an, daß man sich angewöhnt, sie regelmäßig und aus Liebe zu Gott zu tun.

Jeder neigt instinktiv dazu, Anstrengungen aus dem Weg zu gehen. Deswegen ist es nötig, wachsam zu bleiben, damit es nicht nur bei guten Absichten bleibt. Gelegentlich wird es hilfreich sein, sich festzulegen, etwa indem man die beabsichtigten kleinen Opfer schriftlich festhält und sie bei der abendlichen Gewissenserforschung überprüft. Dabei werden wir bedenken, daß der Herr jene Abtötungen besonders schätzt, die sich auf die Nächstenliebe, auf den apostolischen Eifer und auf die treuliche Erfüllung unserer Pflichten beziehen.

Am Ende unserer Betrachtung vor dem Herrn wollen wir ihm sagen, daß wir bereit sind, ihm nachzufolgen - das Kreuz auf uns zu nehmen, heute und Tag für Tag.

1 Lk 9,23. - 2 Lk 14,27. - 3 Johannes vom Kreuz, Lebendige Liebesflamme, 2,7. - 4 ders., Brief an Juan von Santa Ana, 23. - 5 2 Kor 6,10. - 6 J. Escrivá, Christus begegnen, 176. - 7 ders., Freunde Gottes, 301. - 8 Paul VI., Ansprache, 24.3.1967.

von 14.02.2013 05:22

Benedikt XVI. – Vorbild für Kirche und Gesellschaft

Kardinal Rainer Maria Woelki zum Rüchtritt des Papstes.


Erstellt von Radio Vatikan am 13. Februar 2013 um 19:55 Uhr

Berlin (kathnews/RV). Der Rücktritt von Benedikt XVI. hat nach Einschätzung von Kardinal Rainer Maria Woelki die Kirche verändert. Er habe das Papstamt dadurch auf eine gute Weise „entzaubert“, sagte der Berliner Erzbischof am Dienstag vor Journalisten. Damit sei er ein Vorbild für andere Verantwortungsträger in Kirche und Gesellschaft, „nicht an der Macht zu kleben“. In den vergangenen 700 Jahren schieden die Päpste nur durch ihren Tod aus dem Amt. Benedikt XVI. setze durch seinen Amtsverzicht „einen Maßstab, der auch für folgende Päpste richtungsweisend ist“, betonte Woelki. Er mache deutlich, „dass der eigentliche Herr der Kirche Jesus Christus ist“. Der Kardinal betonte zugleich, dass in dem Rücktritt allerdings auch eine Gefahr bestehen könne. Auch künftige Päpste müssten sich der geistlichen Dimension des Amts bewusst sein. Sie seien „nicht nur Aufsichtsratsvorsitzende“. Der Kardinal räumte ein, dass ein Rücktritt des Papstes für ihn bislang „nur sehr schwer vorstellbar“ gewesen sei. So sei er immer dafür eingetreten, dass Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. „sein Amt immer so ausübt, wie er konnte“.

Der Berliner Kardinal erwartet nach eigenen Worten keine Probleme dadurch, dass es neben dem neuen Papst auch noch einen lebenden Amtsvorgänger gibt. Er rechne damit, „dass Benedikt XVI. sich sehr zurückhalten und nicht in den Verantwortungsbereich seines Nachfolgers hineinreden wird“. Dafür spreche schon sein Rückzug in ein Kloster. „Dort ist er in Rufweite, sollte man ihn fragen“, so der Berliner Erzbischof. Kardinal Woelki äußerte sich auch zu seinen Erwartungen an das neue Kirchenoberhaupt. Aus welchem Kontinent der Papst komme, sei ihm „total egal“. Er müsse sich jedoch den Fragen in Afrika und Lateinamerika genauso stellen wie denen der westlichen Welt.

von 12.02.2013 09:55

JAHRESKREIS
5. WOCHE - DIENSTAG

38

Das Vierte Gebot

Hintergrund einer Auseinandersetzung.

Jesus und das vierte Gebot.

Aus der Sicht der Eltern.




I. Durch frühere Erfahrungen gewitzigt, treten die Pharisäer und Schriftgelehrten diesmal vorsichtig taktierend auf: sie fragen nur.1 Und sie sind listig genug, nicht Jesus selbst, sondern seine Jünger aufs Korn zu nehmen: Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten? Jesus aber - Jesaja zitierend - entlarvt ihre Gesinnung: Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen. Denn sie nahmen daran Anstoß, daß seine Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen. Es geht um die Sicherung der rituellen Reinheit, einen Brauch, der nicht auf das Gesetz selbst, sondern auf die Autorität der alten Gesetzeslehrer zurückging und zweimal an den Fingerspitzen vorgenommen werden mußte, damit das zweite Wasser jede Spur des ersten, verunreinigten, fortspülte. »Aber diese rein äußerliche Übung durfte nicht zur Hauptsache werden. Die Propheten, Amos vor allem, waren gekommen, um die Reinheit des Herzens zu predigen, besonders die Liebe, die Gott wohlgefälliger ist als die Beobachtung äußerlicher Gebräuche.«2

Jesus verdeutlicht diese Entartung des Religiösen mit einem eindrucksvollen Beispiel: Mose hat zum Beispiel gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter!, und: Wer Vater oder Mutter verflucht, soll mit dem Tod bestraft werden. Ihr aber lehrt: Es ist erlaubt, daß einer zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: Was ich dir schulde, ist Korbßn, das heißt: eine Opfergabe. Damit hindert ihr ihn daran, noch etwas für Vater oder Mutter zu tun. Jene also, die den Ernst der Gesetzeserfüllung bei den Jüngern bezweifeln, weil sie die Überlieferung der Alten nicht beachten, unterhöhlen selbst Gottes Gebot. Worin bestand die Praxis, die Jesus verurteilt?

Gottes Wille ist von Mose im Dekalog niedergelegt; er verlangt, daß die Kinder ihre Eltern ehren; wer dieses Gebot übertritt, verfällt der Todesstrafe. Nun setzten die Pharisäer durch ein Kultusgelübde dieses Gebot außer Kraft. »Das Korbangelübde konnte jedem anderen gegenüber angewendet werden. Und so konnte auch der Sohn, der mit seinen Eltern verfeindet oder ein habsüchtiger Egoist war, in Form eines Gelübdes erklären, daß jede Leistung, die seine Eltern von ihm beanspruchen konnten, für sie wie eine Opfergabe (Korban) sein sollte. Hier konnte sich die Herzenshärte oder die Undankbarkeit die Maske der Ehrfurcht vor Gott anlegen. Damit waren die Eltern aller Unterstützungsansprüche an den Sohn für immer beraubt, weil es jedermann verboten war, von einer Opfer- oder Weihegabe an den Tempel irgendwelchen Nutzen zu haben. Auf Grund dieser rabbinischen Lehre konnte der Sohn die auf seine Unterstützung angewiesenen Eltern dem bittersten Elend preisgeben, ohne dabei selbst von seinem Vermögen oder Einkommen etwas an den Tempel abgeben zu müssen. Denn das Korbangelübde war nichts als ein bloßes >Scheingelübde<, nämlich ein >Versagungsgelübde<, durch das der Gelobende sich selbst nicht zur geringsten Leistung verpflichtete.«3 Gott wird so zu einer Art Geschäftspartner degradiert, den man geschickt hintergehen kann.

Bitten wir den Herrn, er möge uns ein schlichtes Herz geben.



II. Das vierte Gebot hatte Gott mit feierlichen Segensverheißungen ausgestattet: damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt4. Diese Verheißungen klingen recht diesseitig; sie sollen wohl bedeuten, daß echtes Wohlergehen nur dann möglich ist, wenn man im Einklang mit dem Willen Gottes und mit den Forderungen der menschlichen Natur lebt. Im Katechismus heißt es dazu: »Die Beherzigung dieses Gebotes bringt neben geistlichen auch zeitliche Früchte, nämlich Frieden und Wohlergehen. Die Mißachtung dieses Gebotes hingegen zieht schwere Nachteile für menschliche Gemeinschaften und Einzelpersonen nach sich.«5

Wie in jedem der zehn Gebote drückt sich auch im vierten der geoffenbarte Wille Gottes aus, der zugleich eine Forderung des natürlichen Sittengesetzes ist: »Mit dem vierten Gebot beginnt die zweite Tafel des Dekalogs. Es weist auf die Ordnung der Liebe hin. Gott hat gewollt, daß wir nach ihm auch unsere Eltern ehren, denen wir das Leben verdanken und die uns den Glauben vermittelt haben.«6

Gott ist der einzige, nach dessen Namen jedes Geschlecht im Himmel und auf Erden benannt wird7. So ist die Vaterschaft Gottes die Quelle der menschlichen Elternschaft und diese ein Widerschein des göttlichen Schöpfertums; darauf gründet die Ehre der Eltern: »Die Achtung der Kinder vor den Eltern entspringt der Dankbarkeit gegenüber denen, die ihnen das Leben geschenkt und durch ihre Liebe und Arbeit ihnen ermöglicht haben, an Größe, Weisheit und Gnade zu wachsen.«8

Es ist ein Gesetz des Lebens, daß sich im Laufe der Zeit die konkrete Gestalt der Beziehung zu den eigenen Eltern ändert: jene, die einmal als kleine Kinder unter der Pflicht des Gehorsams standen, treten in eine neue Lebenssituation ein, heiraten, gründen eine Familie und werden selbst Eltern. Dennoch bleiben die Pflichten gegenüber den eigenen Eltern bestehen: »In Dankbarkeit, Ehrfurcht und Vertrauen müssen die Kinder das erwidern, was die Eltern ihnen Gutes tun, und ihnen, wie es Kindern ziehmt, im Unglück und in der Einsamkeit des Alters beistehen.«9 Dieser Beistand ist auch darin besonders notwendig, wenn sich die Eltern dem Glauben entfremdet haben und die Kinder darauf bedacht sein müssen, ihnen zu helfen, den Umgang mit Gott wieder zu entdecken oder neu zu beleben. Freilich ist eine Bekehrung nicht die Frucht einer Belehrung, die Kinder gegenüber ihren Eltern nur schwer vornehmen können, sondern zuallererst die Frucht von Gebet und Opfer.

Beispiel und Lehre Jesu bekräftigen die Bedeutung des vierten Gebotes. Wir können nur ahnen, wie aufmerksam und liebevoll er sich Maria und Josef gegenüber verhielt. Sein Wort im Tempel: Wußtet ihr nicht, daß ich in dem sein muß, das meinem Vater gehört?10 ist kein Aufbegehren, es soll lediglich die Rangordnung des Gehorsams deutlich machen. Denn im Anschluß daran heißt es: Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Später, als der Herr schon sein öffentliches Leben begonnen hat, vernehmen wir zwischen den Zeilen etwas von seiner Wertschätzung für die Familie: die Leute sehen in ihm den Sohn des Zimmermanns11, der bei Josef das Handwerk erlernt hat; selbst beim ersten Wunder schimmert etwas von dieser familiären Verbundenheit durch, denn er wirkt es auf die Bitte seiner Mutter hin12; er kümmert sich um die Mutter vom Kreuze herab und vertraut sie Johannes an13; und er ist stets bereit, auf die Not einer Mutter oder eines Vaters einzugehen14.

Gleichzeitig vermitteln uns Beispiel und Lehre des Herrn eine tiefere Sicht des vierten Gebotes, indem sie zeigen, wie sich jede menschliche Liebe dem absoluten Vorrang der Liebe zu Gott unterordnen muß: Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig.15 Dies ist der Maßstab, damit die Bindung an die eigene Familie nicht zur Fessel wird.



III. »Das vierte Gebot wendet sich ausdrücklich an die Kinder und betrifft ihre Beziehungen zu Vater und Mutter, denn diese ist die grundlegendste aller Beziehungen.«16 So haben wir es als Kinder erfahren. Als Erwachsene auf die eigene Kindheit zurÜckblickend, weitet sich dieser Blick und erfaßt auch - neben den Eltern -jene anderen Menschen, denen wir Dankbarkeit und Wertschätzung schulden, weil sie zu unserer Erzieh= 16 So haben wir es als Kinder erfahren. Als Erwachsene auf die eigene Kindheit zurückblickend, weitet sich dieser Blick und erfaßt auch - neben den Eltern - jene anderen Menschen, denen wir Dankbarkeit und Wertschätzung schulden, weil sie zu unserer Erzieung beigetragen haben: die Großeltern, vielleicht auch ledig gebliebene Geschwister der Eltern, die immer für uns da waren, Lehrer oder Lehrerinnen oder einen Priester, der uns väterlich zu einer Zeit beraten hat, da wir mit uns selbst nicht zurechtkamen. Wieviele Menschen haben uns durch ihre natürliche Autorität - Weisheit, Erfahrung und Beispiel - geprägt! »Wir sind verpflichtet, alle zu ehren und zu achten, die Gott zu unserem Wohl mit seiner Autorität ausgestattet hat.«17 Lassen wir diese Zeit der Betrachtung in ein Gebet für sie alle einmünden. Die Gemeinschaft der Heiligen verbindet uns mit ihnen - mit den Lebenden wie mit den bereits Verstorbenen.

= 17 Lassen wir diese Zeit der Betrachtung in ein Gebet für sie alle einmünden. Die Gemeinschaft der Heiligen verbindet uns mit ihnen - mit den Lebenden wie mit den bereits Verstorbenen.Eine besondere Sehweise des vierten Gebotes ergibt sich für die Eltern: Sie »sollen ihre Kinder als Kinder Gottes ansehen und sie als menschliche Personen achten. Sie erziehen ihre Kinder dazu, das Gesetz Gottes zu erfüllen, indem sie selbst gegenüber dem Willen des Vaters im Himmel gehorsam sind.«18 Wieviele Anregungen in so wenigen Worten! Die eigenen Kinder um ihrer selbst willen lieben, ihre Eigenart respektieren und fördern, sie nicht als eigenen Besitz betrachten... Wenn man sich schon früh in diese Selbstverständlichkeit einübt, wird es leichter, sie behutsam zu begleiten, wenn sie später ihre eigenen Entscheidungen treffen. Und wenn ein Sohn oder eine Tochter den Weg der Gotteshingabe in Ehelosigkeit gehen will, dann gilt es zu bedenken: »Es ist kein >Opfer<, die Kinder hinzugeben, damit sie Gott dienen - es ist Ehre und Glück.«19 Geraten sie in eine Glaubenskrise, dann ist es an der Zeit, sie spüren zu lassen, daß man - einfühlsam und verstehend - für sie da ist; oder sollten sie sich ganz vom Glauben entfernen, gilt es die Brücke der menschlichen Verbundenheit um so mehr zu fes= 19 Geraten sie in eine Glaubenskrise, dann ist es an der Zeit, sie spüren zu lassen, daß man - einfühlsam und verstehend - für sie da ist; oder sollten sie sich ganz vom Glauben entfernen, gilt es die Brücke der menschlichen Verbundenheit um so mehr zu fetigen. Es ist ein schöner Gedanke, stellvertretend für sie all das zu tun, was zum Christsein gehört.

Ein Angelpunkt der elterlichen Liebe ist die Sorge um die Erziehung: »Die Eltern sind die Erstverantwortlichen für die Erziehung ihrer Kinder. In erster Linie erfüllen sie diese Verantwortung, indem sie ein Zuhause schaffen, wo Zärtlichkeit, Vergebung, gegenseitige Achtung, Treue und selbstlose Dienstbereitschaft herrschen. Die Erziehung zu den Tugenden beginnt zu Hause. Hier müssen die Kinder Opferbereitschaft, gesundes Urteil und Selbstbeherrschung lernen, die Voraussetzung zu wahrer Freiheit sind. (...) Die Eltern sollen die Kinder dazu erziehen, sie vor falschen Zugeständnissen und dem Verlust der Würde zu bewahren, die jede menschliche Gesellschaft in Gefahr bringen.«20

Das vierte Gebot ist ein Geben und Nehmen, das den einzelnen bereichert, die Familie beseelt, die Gesellschaft vermenschlicht. Jene Mutter hatte das gut verstanden, die in einem Abschiedsbrief ihre Kinder bat, auch über ihren Tod hinaus das gegenseitige Geben und Nehmen fortzusetzen, und die dann fortfuhr: »Vergebt mir alles, worin ich gefehlt habe! Vergeßt nicht, immer für mich zu beten! Vor allem: Haltet immer fest am Glauben! Im Himmel erwarte ich euch.«



1 Mk 7,1-13. - 2 M.-J. Lagrange, Das Evangelium von Jesus Christus, Heidelberg 1949, S.255. - 3 Regensburger Neues Testament, Bd.2, Regensburg 1958, S.136-137. - 4 Ex 20,12. - 5 Katechismus der Katholischen Kirche, 2200. - 6 ebd., 2197. - 7 Eph 3,15. - 8 Katechismus der Katholischen Kirche, 2215. - 9 II. Vat. Konz., Konst. Gaudium et spes, 48. - 10 Lk 2,49. - 11 Mt 13,55. - 12 vgl. Joh 2,1-11. - 13 vgl. Joh 19,26-27. - 14 vgl. Lk 7,11-17; Mt 9,18-26; 15,22-28; 17,14-20. - 15 Mt 10,37. - 16 Katechismus der Katholischen Kirche, 2199. - 17 ebd., 2197. - 18 ebd., 2222. - 19 J. Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.22. - 20 Katechismus der Katholischen Kirche, 2223-2224.

von esther10 12.02.2013 00:53

12. Februar 2013, 'Wir' waren nie Papst! Zerreißt eure Herzen!

'Wir' waren nie Papst! Zerreißt eure Herzen!

Denn wir, WIR, haben mit enormem Ungehorsam, Starrsinn und Streitsucht einen Pontifikat ausgebremst, der kaum seinesgleichen hat. Ein Kommentar von Petra Lorleberg

Vatikan (kath.net/pl) Konflikte gab es genug in der Zeit des Pontifikats Benedikts XVI. Doch die schmerzhaftesten Konflikte waren immer hausgemacht. Schlimmer als der Streit mit einem fremden Feind ist immer der Bruderzwist.

Da ist der Missbrauchsskandal: Die ungeheuerliche Erkenntnis, dass es Kleriker gibt, die nicht nur ein bisschen sondern gewaltig egoistisch sind, und dabei über Menschen trampeln - ihre Zerstörung, ihren Tod in Kauf nehmend. Da ist obendrein die Erkenntnis, dass dies von anderen gedeckt wurde, um der Wahrung der Standesvorteile willen.

Da ist der Konflikt mit der Piusbruderschaft: Fromme Menschen, aus dem Herzen der Kirche erwachsen, wurden durch Ungehorsam, Starrsinn und Streitsucht zu einem Krebsgeschwür, das möglicherweise zur Heilung abgeschnitten muss.

Da ist die Kirche in Deutschland und im deutschsprachigen Raum: Sie hätte sich diesem Papst ja besonders verbunden fühlen sollen. Wir hätten an Benedikt XVI. das Papsttum neu lieben lernen sollen. „Wir sind Papst“. Wir sind mitverantwortlich. Mitverantwortlich für diesen Rücktritt und seine Konsequenzen. WIR haben mit enormem Ungehorsam, Starrsinn und Streitsucht, die in nichts den Piusbrüdern nachstehen, denen obendrein sogar noch die Gottessuche und die Frömmigkeit fehlt, einen Pontifikat ausbremst, der kaum seinesgleichen hat. Wir selbst, des Papstes Geschwister der Nationalität und Sprache wie auch dem Glauben nach, haben dafür gesorgt, dass er seine Kraft nicht frei entfalten konnte. Wir haben solange dialogisiert und monologisiert, bis wir ihm die Kraft geraubt hatten. Angefangen von so manchen Kardinälen und Bischöfen bis hin zu vielen kleinen Laien in vergessenen Dorfkirchen haben wir unser eigenes Süppchen kochen wollen.

Nun ist Fastenzeit angesagt. Für unsere gesamte Kirche. Eine Zeit der Buße. "Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider", heißt es in der Bibel (Joel 2,13). Aus so mancher der Würdigungen dieses Pontifikats höre ich aber stolze und uneinsichtige Herzen heraus.

"Wir" waren nie Papst! Zerreißt eure Herzen


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Lesermeinungen....sehr, sehr war.

krak des chevaliers vor 7 Minuten

in Zukunft eine Nebenrolle
Ganz gleich, wer der nächste Papst sein wird, eines dürfte klar sein: Die "deutsche Kirche" wird in der Zukunft nur noch eine untergeordnete Rolle in der Weltkirche spielen. Man wird wohl kaum noch Rücksicht auf deutsche Befindlichkeiten, deutschen Starrsinn und deutschen Ungehorsam nehmen, und das ist auch gut so. Wer nicht mehr beizusteuern hat als Geld, der manövriert sich schon selbst ins Abseits. Hoffentlich kommt der neue Papst aus Indien. Dort gibt es einen sehr guten und noch jungen Kardinal, der das Werk Benedikts gut weiterführen könnte.

Victor vor 15 Minuten

Frau Lorleberg hat recht
Die Kirche in D und Deutschland selbst sind nun weithin blamiert. Hätte sich Papst Benedikt XVI. auf die Deutschen verlassen können wie Papst Johannes Paul II. auf "seine" Polen, dann wäre es eher wahrscheinlich, daß es heute/gestern keine Rücktrittserklärung gegeben hätte.
Aber der Papst wurde im Stich gelassen von etlichen Hirten (Namen kann man sich ersparen) und vom Großteil der Herde ganz zu schweigen von "den Medien".

C15 vor 16 Minuten

Ja, klare Worte.
Ich kann zwar nicht allem zustimmen, aber bei vielem.

Im einem anderem Beitrag las ich, dass jemand aus dem "Kirchensteuerverand " der dt. Bischöfe austreten" will.
Ich kann und will das nicht meht unterstützen. Ich komme nach langer Überlegung mehr und mehr zu dem Entschluß mitzugehen. Das Geld gebe ich lieber einer altritualen Gemeinschaft.

wormwood vor 26 Minuten

JA! Danke für die klaren Worte.

von esther10 12.02.2013 00:47



DER PAPSTRUF INS JAHR DES GLAUBENS – IN DEUTSCHLAND EIN RUF OHNE ECHO

Papstrücktritt: Dass sein eigenes Volk ihn mit unterbrochenem medialem Trommelfeuer bekämpft und geschmäht hat, daran dürfte der überaus feinfühlende Mensch Josef Ratzinger vielleicht mit am meisten gelitten haben. Ein Kommentar von Gabriele Kuby

Vatikan (kath.net) Papst Benedikt XVI. legt sein Amt nieder, der zweite Papst in der Geschichte der Kirche, der lebend aus dem Amt scheidet. Ich hatte damit gerechnet, seit sein Bruder Georg vor nicht allzu langer Zeit andeutete, es sei durchaus denkbar, dass sein Bruder zurücktrete, wenn seine Kräfte nachlassen.

Als ich dem Heiligen Vater am 31. Oktober 2012 gegenüber stand, war ich getroffen von seiner Zerbrechlichkeit. Er schien nur noch Geist zu sein, der mit äußerster Anstrengung und völliger Hingabe seine Pflicht erfüllte, einige Dutzend Menschen persönlich zu begrüßen.

Dennoch habe ich gehofft, dass er noch bleibt. Sein Glaube, sein überragender Geist, der splendor veritatis seiner Sprache, seine Demut, seine Standhaftigkeit, seine Bereitschaft, das schwere Kreuz zu tragen, dass dieses Amt ihm auferlegte, waren ein Licht, das über die ganze Erde leuchtete und weiter leuchten wird. Dass sein eigenes Volk ihn mit ununterbrochenem medialem Trommelfeuer bekämpft und geschmäht hat, daran dürfte der überaus feinfühlende Mensch Josef Ratzinger mit am meisten gelitten haben. „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“, heißt es im Johannes Prolog über den Sohn Gottes. Als dessen Stellvertreter hat er sein Schicksal geteilt. Wie Jesus hat er Verrat erlitten durch einen, den er „wie einen Sohn“ geliebt hat. In seiner Rücktritterklärung sagt Papst Benedikt: „Ich bin mir sehr bewusst, dass dieser Dienst wegen seines geistlichen Wesens nicht nur durch Taten und Worte ausgeübt werden darf, sondern nicht weniger durch Leiden und durch Gebet.“ Natürlich hat er zu allen Zeiten seines Lebens gewusst, was es verlangt, mit vollständiger Hingabe in der Nachfolge Christi zu stehen. Das Leiden wird dadurch nicht weniger schmerzhaft, aber das Wissen um seine Fruchtbarkeit gibt die Kraft, es zu tragen.

Papst Benedikt XVI. hat die Gläubigen unermüdlich dazu aufgerufen, in eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus einzutreten, aus dieser Liebesbeziehung tatsächlich zu leben. Das ist ohne Gebet, ohne Wissen, was wir glauben, nicht möglich. Seine letzter großer Versuch, in den Menschen die Bereitschaft zu wecken, dem Herrn, der anklopft, die Tür zu öffnen (Off 3,20), war die Ausrufung des Glaubensjahres. Aber es ist in Deutschland ein Ruf ohne Echo. Die Kirche, gelähmt durch staatlich garantierten Reichtum, bürokratische Apparate, Lavieren mit der Wahrheit und Heidenangst vor den Medien, scheint nicht mehr durchlässig zu sein für die inspirierten Wegweisungen ihres obersten Hirten. Verweltlichung – was ist das?, fragen jene, die in der Welt sind und von ihr.

All die Kritiker rufen die Menschen auf den breiten Weg

Dies war ein Papst, dessen Geist in einem ununterbrochenen Strom als „cooperator veritatis“ mit Milde und Güte die Menschen auf den schmalen Weg zu Gott gewiesen und gezeigt hat, dass dieser Weg tatsächlich begehbar ist. All die Kritiker und Reformer, die die Kirche dem Zeitgeist anpassen möchten, rufen die Menschen auf den breiten Weg. Dieser hat nur den Nachteil: er führt nicht zu Gott. Der Philosoph Dietrich Hildebrand sah dies „als den großen säkularen Irrtum unserer Zeit: die Vorstellung, dass die Religion dem Menschen angepasst werden sollte und nicht der Mensch der Religion.“

Der Kirche nun durch ein Leben im Gebet dienen

Wenn es einen Menschen gibt, der die Pflicht erfüllt, die er als Willen Gottes erkennt, dann ist das Joseph Ratzinger. Auch diese revolutionäre Entscheidung, hat er, nachdem er sein Gewissen wiederholt vor Gott geprüft hat, ganz gewiss nur getroffen, weil er zu der Erkenntnis gekommen ist, so der Kirche am besten zu dienen. Er tritt von der sichtbaren Bühne ab und lässt uns wissen, dass er in der Verborgenheit mit gleicher Hingabe sein Leben für die Kirche aufopfert. „Was mich betrifft, so möchte ich auch in Zukunft der Heiligen Kirche Gottes mit ganzem Herzen durch ein Leben im Gebet dienen.“ Den Urbi et Orbi-Segen an Ostern werden wir von einem neuen Papst empfangen. Es wird kein Deutscher sein, und das ewige überhebliche Genörgel deutscher Katholiken wird ins Leere gehen. Wie schade, dass wir die Chance verpasst haben, uns an diesem großen Papst aufzurichten.
http://kath.net/detail.php?id=40048

von esther10 12.02.2013 00:30

Von Gabriele Kuby

Alle Artikel von Lieseschmitt Blog über unsern noch Papst...Dem es viele "DEUTSCHE ungerecht und schlecht gemacht haben" Gott weiß es...

blog-a1-Neuer-Blog.html

Bitte Link anklicken,
über Papst Benedikt XVI. Neuigkeiten

http://schwarzwaldmaedle.xobor.de/

http://schwarzwaldmaedle.xobor.de/blog-u1-anne-s-blog.html

http://kleinewelt.xobor.de/blog-u1-Marit...udels-Blog.html

http://kleinewelt.xobor.de/

http://liseschmitt.xobor.de/blog.html

http://liseschmitt.xobor.de/blog-u1-Traudel-s-Blog.html


Papst Benedikt XVI. legt sein Amt nieder, der zweite Papst in der Geschichte der Kirche, der lebend aus dem Amt scheidet. Ich hatte damit gerechnet, seit sein Bruder Georg vor nicht allzu langer Zeit andeutete, es sei durchaus denkbar, dass sein Bruder zurücktrete, wenn seine Kräfte nachlassen.

http://liseschmitt.xobor.de/f6-Aktuelles.html

Als ich dem Heiligen Vater am 31. Oktober 2012 gegenüber stand, war ich getroffen von seiner Zerbrechlichkeit. Er schien nur noch Geist zu sein, der mit äußerster Anstrengung und völliger Hingabe seine Pflicht erfüllte, einige Dutzend Menschen persönlich zu begrüßen.

Dennoch habe ich gehofft, dass er noch bleibt. Sein Glaube, sein überragender Geist, der splendor veritatis seiner Sprache, seine Demut, seine Standhaftigkeit, seine Bereitschaft, das schwere Kreuz zu tragen, dass dieses Amt ihm auferlegte, waren ein Licht, das über die ganze Erde leuchtete und weiter leuchten wird.

Dass sein eigenes Volk ihn mit ununterbrochenem medialem Trommelfeuer bekämpft und geschmäht hat, daran dürfte der überaus feinfühlende Mensch Josef Ratzinger mit am meisten gelitten haben. „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“, heißt es im Johannes-Prolog über den Sohn Gottes.

Als dessen Stellvertreter hat er sein Schicksal geteilt. Wie Jesus hat er Verrat erlitten durch einen, den er „wie einen Sohn“ geliebt hat.

In seiner Rücktritterklärung sagt Papst Benedikt: „Ich bin mir sehr bewusst, dass dieser Dienst wegen seines geistlichen Wesens nicht nur durch Taten und Worte ausgeübt werden darf, sondern nicht weniger durch Leiden und durch Gebet.“

Natürlich hat er zu allen Zeiten seines Lebens gewusst, was es verlangt, mit vollständiger Hingabe in der Nachfolge Christi zu stehen. Das Leiden wird dadurch nicht weniger schmerzhaft, aber das Wissen um seine Fruchtbarkeit gibt die Kraft, es zu tragen.

Papst Benedikt XVI. hat die Gläubigen unermüdlich dazu aufgerufen, in eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus einzutreten, aus dieser Liebesbeziehung tatsächlich zu leben. Das ist ohne Gebet, ohne Wissen, was wir glauben, nicht möglich.

Sein letzter großer Versuch, in den Menschen die Bereitschaft zu wecken, dem HERRN, der anklopft, die Tür zu öffnen (vgl. Off 3,20), war die Ausrufung des Glaubensjahres. Aber es ist in Deutschland ein Ruf ohne Echo.

Die Kirche, gelähmt durch staatlich garantierten Reichtum, bürokratische Apparate, Lavieren mit der Wahrheit und Heidenangst vor den Medien, scheint nicht mehr durchlässig zu sein für die inspirierten Wegweisungen ihres obersten Hirten. Verweltlichung – was ist das?, fragen jene, die in der Welt sind und von ihr.

Dies war ein Papst, dessen Geist in einem ununterbrochenen Strom als „cooperator veritatis“ mit Milde und Güte die Menschen auf den schmalen Weg zu Gott gewiesen und gezeigt hat, dass dieser Weg tatsächlich begehbar ist. All die Kritiker und Reformer, die die Kirche dem Zeitgeist anpassen möchten, rufen die Menschen auf den breiten Weg. Dieser hat nur den Nachteil: er führt nicht zu Gott.

Der Philosoph Dietrich Hildebrand sah dies „als den großen säkularen Irrtum unserer Zeit: die Vorstellung, dass die Religion dem Menschen angepasst werden sollte und nicht der Mensch der Religion.“

Wenn es einen Menschen gibt, der die Pflicht erfüllt, die er als Willen Gottes erkennt, dann ist das Joseph Ratzinger. Auch diese revolutionäre Entscheidung hat er, nachdem er sein Gewissen wiederholt vor Gott geprüft hat, ganz gewiss nur getroffen, weil er zu der Erkenntnis gekommen ist, so der Kirche am besten zu dienen.

Er tritt von der sichtbaren Bühne ab und lässt uns wissen, dass er in der Verborgenheit mit gleicher Hingabe sein Leben für die Kirche aufopfert: „Was mich betrifft, so möchte ich auch in Zukunft der Heiligen Kirche Gottes mit ganzem Herzen durch ein Le
ben im Gebet dienen.“

von esther10 12.02.2013 00:15

12.02.2013
Erzbischof Joachim Kardinal Meisner zum Rücktritt von Papst Benedikt XVI.
(erzbistum-koeln.de) Im folgenden wird die Erklärung des Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner zum angekündigten Rücktritt von Papst Benedikt XVI. dokumentiert:
Die Nachricht vom bevorstehenden Rücktritt unseres Heiligen Vaters hat auch mich überrascht und tief berührt. Sie erfüllt mich mit großem Respekt und mit großer Dankbarkeit, aber auch mit Traurigkeit. Noch vor vier Wochen hatte ich schriftlich angefragt, ob er sich vorstellen könnte, den Abschlussgottesdienst zum Eucharistischen Kongress bei uns in Köln zu feiern. Er ließ mir antworten: Warte noch vier Wochen. Ich ahnte nichts. Die Wartezeit war vergangene Woche um, ich fragte bei seinem Sekretär nach, und es hieß: Warte noch eine Woche. Der heutige Tag brachte die Antwort.
Wie unser Heiliger Vater selbst sagt, hat er sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, sondern sich vor Gottes Angesicht gewissenhaft geprüft. Dabei ist er zu der Gewissheit gelangt, dass seine Kräfte „infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben“, wie er selbst wörtlich sagte.
Als ehemaliger Professor in Bonn, Münster, Tübingen und Regensburg und Erzbischof von München und Freising war Joseph Ratzinger gleichsam unser Nachbar. Als Papst Benedikt XVI. hat er uns als Brüder und Schwestern im Glauben gestärkt, gerade in Deutschland. Unvergessen ist der Weltjugendtag 2005 hier bei uns in Köln, bei dem wir mit jungen Menschen aus allen Nationen unseren gemeinsamen Glauben gefeiert haben. Bei seinem letzten Besuch in Deutschland 2011 hat Papst Benedikt XVI. in seinen Ansprachen gleichsam noch einmal den ganzen Horizont seiner Theologie und des katholischen Glaubens aufscheinen lassen. In seinen Jesusbüchern, die zu Bestsellern wurden, hat er zur Auseinandersetzung mit der Person Jesu, der Mitte aller Zeiten, auf seine ganz persönliche Weise eingeladen.
Papst Benedikt XVI. hatte es als oberster Hirte der Weltkirche nicht leicht, und er hat es sich nie leicht gemacht. Um die Gemeinschaft zu stärken und zu festigen, bereiste der Papst die ganze Welt, obwohl in seinem Alter Weltreisen mit einem Mammutprogramm eine echte Strapaze sind. Um die Verbindungen zwischen den einzelnen katholischen Ortskirchen zu verlebendigen, besuchen sich auch die Bischöfe als Repräsentanten dieser Kirchen untereinander. Weil wir alle mit dem Papst Kommunikation halten, stehen wir auch untereinander in Kommunion. Solche Begegnungen sind selbstverständliche Konsequenz unseres gemeinsamen katholischen Glaubens. Unser Heiliger Vater hat dies gleichsam personifiziert.
Es wird berichtet, nach seiner Ankündigung des Rücktritts habe unter den Kardinälen, die im Apostolischen Palast versammelt waren, für einen Moment fassungsloses Schweigen geherrscht. Wie es weiter heißt, soll das Konklave zur Wahl eines neuen Papstes bereits im März stattfinden. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich so kurz vor meinem 80. Geburtstag noch einmal an einem Konklave teilnehmen muss.
Schon verschiedentlich habe ich davon berichtet, was mich an Papst Benedikt XVI. beeindruckt: In meinen zahlreichen Begegnungen mit ihm bei festlichen Gottesdiensten in Sankt Peter, bei Audienzen oder auf Synoden und Konferenzen beeindruckt mich am stärksten seine tiefe Sammlung und Gebetsversunkenheit. Hier ist etwas vom Geheimnis des Menschen Joseph Ratzinger zu ahnen. Die Schwerkraft seines Lebens verlagert sich im Gebet in die Hände Gottes. Ich lade Sie deshalb alle ein: Beten wir um Gottes Geist, dass er in seiner Kirche wirke. Beten wir für diese unsere Welt, die, wie unser Heiliger Vater sagt, „durch Fragen, die für das Leben des Glaubens von großer Bedeutung sind, hin- und hergeworfen“ wird. Beten wir für das bevorstehende Konklave, dass der Geist Gottes den unter uns erwählt, der die Kirche Jesu Christi in dieser Zeit sicher und kraftvoll zu führen vermag. Der jetzige und der zukünftige Papst sollen sich auf uns Beter verlassen können.

von esther10 12.02.2013 00:09

Gebeugt vom Alter, tritt Benedikt XVI. zurück. Doch der Papst geht nicht, weil er resigniert hätte – sondern, weil es ihm als der einzig vernünftige Weg erschien. Die Hintergründe des Rücktritts. Von Paul Badde/Die Welt



Rom (kath.net/DieWelt)
Als Johannes Paul II. starb, entluden sich die Emotionen Roms in spontanem Applaus auf dem dichtgedrängten Petersplatz. Jetzt fällt Trauer über die ewige Stadt. Nichts hatte die Römer vorbereitet, und auch nicht die 1,2 Milliarden Katholiken auf allen Kontinenten. "Wie ein Blitz aus heiterem Himmel" habe die Nachricht sogar die Kardinäle in der barocken Pracht der Sala del Consistorio im päpstlichen Palast überrascht, sagte Kardinal Sodano in seiner ersten Reaktion auf die Rücktrittserklärung.

Weil Benedikt XVI. das persönliche Schreiben gegen Ende der Sitzung auf Lateinisch verlesen hatte, hatten nicht wenige Kardinäle sich wohl auch gefragt, ob sie denn auch richtig verstanden hatten, was sie da gerade gehört hatten. Bis dahin war die Sitzung noch einem ehrwürdigen Procedere des "business as usual" gefolgt.

Kardinal Amato hatte den im Vatikan versammelten Kardinälen die kommenden neuen Heiligen der katholischen Kirche vorgestellt. Manche schauten schon auf die Uhr. Der eine oder andere wird schon an die nächsten Gesprächspartner gedacht haben, mit denen sie sich zum Mittagessen verabredet hatten. Doch an diesem Karnevalsmontag fiel die Mittagsmahlzeit nicht nur in Rom reihenweise aus. Mit seinem letzten dramatischen Schritt durchkreuzte Benedikt XVI. ein letztes Mal die Pläne aller Analysten des Vatikans und seiner zahllosen Gegner und Freunde weltweit. In gewisser Weise tritt er damit ab, wie er angetreten war.

"Die Netze im Glauben auswerfen"

Als er gewählt wurde, zerbrachen sich viele Analytiker die klügsten Köpfe der Welt, um dahinter zu kommen, mit welchem "Karriereplan" sich der kleine Mann aus Deutschland denn in die höchste Position der Weltkirche katapultiert hatte.

Die Wahrheit war: Er hatte keinen Karriereplan. Schon damit stand er im Vatikan einzigartig da. Jetzt steht er ebenso einzig da in seiner beispiellosen Bereitschaft der Aufgabe der Macht und seiner Hingabe der Schlüssel Petri an einen kraftvolleren Nachfolger. Dass es kein spontaner Entschluss war, ist ebenso klar. Er war ernst, als er die Erklärung abgab, aber nicht schwächer als sonst, auch nicht hinfälliger.

Am Samstag hatte er noch 4500 Malteser Ritter in Sankt Peter begrüßt und am Abend in freier Rede vor den Priesterseminaristen Roms eine kleine Summe seiner Theologie referiert, auf der höchsten Höhe seiner Geisteskraft. Am Sonntag hatte er wie gewöhnlich mit den Gläubigen auf dem Petersplatz den Angelus an seinem Fenster gebetet, und zuvor die Evangelientexte des Sonntags gedeutet, nach denen uns "Misserfolge und Schwierigkeiten nicht zur Entmutigung" führen dürfen.

Denn "unsere Aufgabe ist es, die Netze im Glauben auszuwerfen. Den Rest macht der Herr." Den Zeitpunkt sah er jetzt nach reiflicher Überlegung wohl gekommen. Er hat getan, muss er denken, was er zu tun hatte, und auch, dass er all seine Netze vom Boot Petri in die Tiefe der Weltmeere ausgehängt hat. Die Ernte steht ihm nicht mehr zu. Einholen müssen diese Netze nun andere Kräfte.

Plan wohl reiflich überlegt

Sicher hat er deshalb auch den Tag seiner Rücktrittserklärung mit höchstem Bedacht gewählt. Der 11. Februar ist der Gedenktag der Muttergottes von Lourdes, die seit weit mehr als 100 Jahren die Sehnsucht unzähliger Kranker und Hinfälliger geworden ist.

Unter diese Hinfälligen reiht Benedikt XVI. sich mit seiner Jahrhundertentscheidung nun solidarisch selber ein – im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte, doch körperlich zu schwach für die übermenschlich großen Aufgaben eines Papstes. Dass er den Plan reiflich überlegt und erwogen hat, ist offenbar.

Fast ist es sogar, so scheint es jetzt im Rückblick, als trete er nach einem sorgfältigen Drehbuch zurück – das er allerdings auch wieder selbst geschrieben hat. "Wenn ein Papst zur klaren Erkenntnis kommt, dass er physisch, psychisch und geistig den Auftrag nicht mehr bewältigen kann", sagte er Peter Seewald im Sommer 2010 in Castel Gandolfo, "dann hat er ein Recht und unter Umständen auch eine Pflicht, zurückzutreten."

Der Kreuzweg kann noch Jahre dauern

In dieser Pflicht sah er sich nun offenkundig. Psychisch und geistig ist er vollkommen wach und präsent, bestätigt jeder, der ihm noch nahe kommt – doch dass ihn die körperlichen Kräfte zunehmend verließen und verlassen, konnte zunehmend auch jeder sehen, der ihn aus der Ferne sah.

Und er sieht den Zustand der Kirche vor zu großen Herausforderungen offensichtlich als zu kritisch an, als dass er es als weise ansähe, nach seinem achtjährigen Pontifikat der Kirche im Zustand einer sich verschlimmernden Agonie vorzustehen, wie sein Vorgänger Johannes Paul II. es so erschütternd vorgemacht hat. Denn das weiß er auch: Sein Kreuzweg kann womöglich noch etliche Jahre dauern – auch wenn er es jetzt schon ablehnt, täglich verschiedene lebensverlängernde Medikamente zu sich zu nehmen.

Die Herausforderungen an den Papst aber wechseln fast täglich ihren Intensitätsmodus. Seinem Bruder Georg in Regensburg kam es deshalb von Anfang an schon so vor, als würde die neue Aufgabe der Nachfolge Petri seinen kleinen klugen Bruder erstmals komplett überfordern.

Entscheidung "vor etlichen Monaten" gefallen

Außer im Gebet hat er sich deshalb auch nur mit seinem Bruder in der Sache ausgetauscht. Sein Bruder hat ihm gelauscht, aber weder zu- oder abgeraten. Ihn hat die Entscheidung heute aber auch nicht mehr überrascht. Sie war schon "vor etlichen Monaten" gefallen.

Vom Tisch sind damit auch all jene Überlegungen, die wissen wollen, dass die schwersten Vertrauensbrüche aus dem innersten Raum der Kirche, die der Papst im Verlauf des Vatileaks-Skandals erschüttert zur Kenntnis nehmen musste, ihn womöglich zur Resignation getrieben haben könnten.

Er tritt zurück, weil ihn die Kräfte verlassen, nicht weil er getäuscht und enttäuscht worden ist. Er zieht sich auch nicht schmollend zurück, sondern in einem beispiellos vernünftigen und kühl erwogenen Akt der Souveränität. Er resigniert in diesem Sinn auch nicht, sondern geht voraus in die inneren Räume des Gebets der Kirche.

Weltweites Echo auf den Rücktritt

Damit unterscheidet er sich auch noch einmal deutlich von Coelestin V., dem einzigen Vorgänger auf dem Papstthron, der 1294 mit einem ähnlichen Schritt in die Weltgeschichte einging – dessen Heiligkeit er vor drei Jahren in Sulmona mit den Worten rühmte, dass sie "ihre Anziehungskraft nie verliert, nie in Vergessenheit gerät, keiner Mode unterworfen ist und im Wechsel der Zeit immer heller strahlt".

Der angekündigte Rücktritt schlug Wellen in alle Kontinente und in alle anderen großen Religionen. Ronald S. Lauder, Präsident des Jüdischen Weltkongresses, traf die Nachricht "sehr emotional". "Dieser Papst hat verstanden, dass die Leugnung des Holocaust durch führende Vertreter der Kirche nicht unbeantwortet bleiben darf. Und er hat sich gegen diese Haltung gewendet."

"Wir sind alle Sünder"

Während die Rücktrittsankündigung auch im Internet für rege Diskussionen sorgt, blieb der Vatikan auf den Twitter-Konten des Kirchenoberhaupts zunächst stumm. Allerdings könnte bereits der jüngste Eintrag des Papsts in seinem deutschsprachigen Kanal des Kurzbotschaftendiensts als Trost für enttäuschte Katholiken aufgefasst werden.

"Wir dürfen der Kraft der Barmherzigkeit Gottes vertrauen", hieß es dort. Benedikt XVI. twittert seit Anfang Dezember in acht Sprachen – auf Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch und Spanisch.

Im Januar verschickte er zudem seine erste Botschaft auf Latein. "Wir sind alle Sünder, doch seine Gnade verwandelt uns und macht uns neu."

von 11.02.2013 15:49

Papst Benedikt informiert sich über den Rücktritt

Benedikt XVI. besucht das Grab von Coelestin V. Er war der einzige seiner 264 Vorgänger, der je das Amt niederlegte. Von Paul Badde
Coelestin V. und die Geschichte seines Rücktritts1/7

Papst Benedikt XVI. und der Bischof von Sulmona besuchen die Gebeine von Pietro del Murrone, als Papst Coelestin V. (um 1209/1215-1296) in die Geschichte einging.
Papst Benedikt XVI.
Die Glocken läuteten, als Benedikt XVI. unlängst im Helikopter über Sulmona erschien. Das Abruzzen-Städtchen am Fuß des Majella-Massivs war einmal für die Produktion seiner Zuckermandeln berühmt, jetzt hat es viele Arbeitslose und solch einen Jubel schon lang nicht mehr erlebt. Risse vom letzten Erdbeben durchziehen etliche Häuser. Sulmona liegt abseits der Autostrada Rom-Pescara, zwischen der Schlangenstadt Cucullo und dem Tal der Könige, hinter dem sich die Berge des Appenin in eine adriatische Hügellandschaft öffnen. Ovid wurde hier geboren. Ignazio Silone hat dem Ort ein schönes Buch gewidmet. Im letzten Weltkrieg hatte die Wehrmacht hier ein Kriegsgefangenenlager eingerichtet, das schon bald mit deutschen Soldaten gefüllt werden sollte, darunter Georg Ratzinger, der Bruder des Papstes. Die Luft ist frisch. Auf dem Garibaldi-Platz wurde der Altar für die Papstmesse vor einem Aquädukt errichtet, den der römisch-deutsche Imperator Friedrich II. der Stadt geschenkt hat.

Doch nicht der lateinischen oder italienischen Klassiker oder der Sommerfrische wegen war der Pontifex an diesem Sonntag hierher gekommen, sondern aus Anlass des 800. Geburtstages Pietro del Murrones, dessen gläserner Sarkophag extra aus dem zerstörten L'Aquila herbei gebracht und neben dem Altar aufgestellt wurde, in dem das unverweste Gesicht mit einer leichten Wachsschicht überzogen leise lächelt. Pietro ist allerdings kein Schneewittchen, sondern eine der rätselhaftesten Figuren der Europäischen Geschichte, und überhaupt besser bekannt als Coelestin V., weil er auf dem Konklave von Perugia am 24. August 1294 endlich zum 191. Nachfolger Petri gewählt wurde, nachdem sich die zwölf Kardinäle davor in den inneritalienischen Machtkämpfen zwei Jahre lang auf keinen Papst hatten einigen können. Die Nachricht wurde ihm in der Eremo di Sant'Onofrio über Sulmona überbracht, in der großen Felswand, wo der über 80jährige als Einsiedler lebte.

Dem Ruf folgte er nur widerwillig. Dann aber ritt er unter dem Jubel der Bevölkerung auf einem Esel in L'Aquila ein, als neue Hoffnung der Christenheit, und ging schon rund drei Monate später mit folgendem Schriftstück in die Geschichte ein: "Ich, Coelestin V., trete hiermit aus freiem Willen vom Pontifikat zurück. Rechtmäßige Gründe bewegen mich dazu ebenso wie Gewissensgründe. Aus notwendiger Demut, zur moralischen Vervollkommnung, aber auch aus der Schwäche meines Körpers und der Unfähigkeit zum Lehramt, überhaupt wegen der Schwäche meiner gesamten Person, verzichte ich ausdrücklich auf den Thron, die Würde, das Amt und die Ehre des Papstes."

Am 13. Dezember 1294 las er das Schreiben den Kardinälen vor, legte seinen roten Papstmantel ab, streifte den Ring vom Finger und zog seine alte Mönchskutte wieder an, die er in den letzten Monaten so vermisst hatte. Der Rücktritt des "Engelpapstes", wie ihn seine Anhänger nannten, war ein unerhörter Schritt. Für Dante wurde er durch den Verzicht zu einem "Feigling", den er dafür in seiner Göttlichen Komödie in die Hölle verbannte. Peter Henrici aber, emeritierter Weihbischof aus Chur in der fernen Schweiz, hat die Reise Benedikt XVI. nach Sulmona nun aus den gleichen Gründen vor Wochen schon als Signal gedeutet, dass wohl auch der Ratzinger-Papst bald von seinem Amt zurücktreten werde, von dem doch jeder wisse, wie sehr es ihn beschwere.

Da aber war wohl ein nicht ganz so frommer Wunsch die Mutter des Gedankens. Benedikt XVI. tritt nicht zurück. Coelestin V. aber fasziniert ihn dennoch ganz außerordentlich - und damit ist er in Italien nicht allein. Schon letztes Jahr hat er nach dem Erdbeben dessen Grab in L'Aquila besucht und dem toten Heiligen sein Pallium hinterlassen, die päpstliche Wollstola, die ihm selbst bei seiner Krönung verliehen worden war. Offensichtlich fasziniert ihn die Konsequenz und Radikalität des Einsiedlerpapstes. Jetzt gab er seinem Vorgänger im Sarkophag noch einmal mit Weihrauch die Ehre und rühmte in seiner Predigt die Stille in einer Welt voller Geräusche und überhaupt die Heiligkeit, die "ihre Anziehungskraft nie verliert, nie in Vergessenheit gerät, keiner Mode unterworfen ist und im Wechsel der Zeit immer heller strahlt." Coelestin V. sei zeitlos gewesen in seinem Ringen um die ewig aktuellen Fragen: "Wer bin ich, woher komme ich, warum lebe ich, für wen lebe ich?"

Kein Wort vom Rücktritt des "Papa angelicus". Denn Benedikt XVI. kennt ja nicht nur seinen Dante, sondern auch den Rest der Geschichte. Coelestin V. durfte nach seiner Abdankung kein Einsiedler mehr werden. Er starb im Kerker seines Nachfolgers Bonifaz VIII. (nach dem es bös bergab ging mit dem Papsttum - zunächst im erzwungenen Exil in Avignon, das von 1309 - 1417 dauern sollte). Wo, wenn nicht in Sulmona, sollte Benedikt XVI. also noch einmal deutlicher daran erinnert werden, was er in seiner Einsiedelei über dem Petersplatz eigentlich hat - und in dem Goldenen Käfig von Castel Gandolfo.

von 11.02.2013 08:50

JAHRESKREIS
5. WOCHE - MONTAG

37

der einzelne und die vielen

Die Welt als Schöpfung.

Der Mensch, ein gesellschaftliches Wesen.

Das Gemeinwohl.


I. Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde (...). Gott sah, daß es gut war. Wir hören diese Worte in der heutigen Lesung1: Mit ihnen beginnt die Heilige Schrift den Schöpfungsbericht. Wuchtig und schlicht verkünden diese Worte die innerste Wahrheit über die Welt: sie ist Schöpfung. Und in dieser Wahrheit »kommt der Gedanke zum Ausdruck, daß alles, was außerhalb Gottes existiert, von ihm ins Dasein gerufen worden ist.«3 Licht und Finsternis, Tag und Nacht, Wasser und Gestirne, Pflanzen und Tiere... - alles ist Gottes Werk. Schlicht antwortet der Glaube Israels auf die mythischen Vorstellungen der Völker ringsum. Die Sonne? Der Mond? Gott machte die beiden großen Lichte= 2. Licht und Finsternis, Tag und Nacht, Wasser und Gestirne, Pflanzen und Tiere... - alles ist Gottes Werk. Schlicht antwortet der Glaube Israels auf die mythischen Vorstellungen der Völker ringsum. Die Sonne? Der Mond? Gott machte die beiden großen Lichtr, das größere, das über den Tag herrscht, das kleinere, das über die Nacht herrscht, auch die Sterne. Gott setzte die Lichter an das Himmelsgewölbe, damit sie über die Erde hin leuchten - und den Menschen zum Staunen und Forschen bringen. Und der Mensch selbst? Er steht in der Mitte dieses Kosmos als »das einzige Geschöpf (...), das Gott um seiner selbst willen gewollt hat.«4 Nach dem Bild Gottes4 geschaffen, ist er fähig, seinen Schöpfer zu erkennen und zu lieben, von ihm zum Herrn über alle irdischen Geschöpfe gesetzt, um sie in Verherrlichung Gottes zu beherrschen und zu nutzen.«5 Der Mensch soll herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde6. Doch seine eigentliche Berufung ist, am Lieben Gottes teilzuhaben: »Gott hat alles für den Menschen erschaffen, aber der Mensch selbst ist erschaffen worden, um Gott zu dienen, ihn zu lieben und ihm die ganze Schöpfung darzubringen.«7

Der Mensch fragt nach den Sternen, aber vor allem fragt er - als einziges Geschöpf, das von seiner Geburt und seinem Tod weiß - nach dem Sinn seines Lebens. Die innere Erfahrung des Gewissens und die äußere Erfahrung der Welt um ihn zwingen ihn gleichsam dazu. Es sind Fragen, die er sich zu allen Zeiten gestellt hat und sich immer stellen wird: »>Woher kommen wir?< >Wohin gehen wir?< >Woher stammen wir?< >Wozu sind wir da?< >Woher kommt alles, was da ist, und wohin ist es unterwegs?< Die beiden Fragen, die nach dem Ursprung und die nach dem Ziel, lassen sich nicht voneinander trennen. Sie sind für den Sinn und die Ausrichtung unseres Lebens und Handelns entscheidend.«8

Der Glaube antwortet auf diese Grundfragen, daß die Schöpfung Werk des einen und dreifaltigen Gottes ist: »Das Universum, die geschaffene Gabe, geht hervor aus der ungeschaffenen Gabe, aus der gegenseitigen Liebe des Vaters und des Sohnes, aus der Heiligsten Dreifaltigkeit.«9 Zwischen der Einheit der göttlichen Personen und der brüderlichen Gesinnung, in der die Menschen in Wahrheit und Liebe untereinander leben sollen, besteht eine gewisse Ähnlichkeit (...). Die menschliche Person bedarf des gesellschaftlichen Lebens. Dieses stellt für sie nicht etwas Zusätzliches dar, sondern ist ein Anspruch ihrer Natur.«10 Die Auskunft des Glaubens ist Bekenntnis, das unser Lieben formt. Betend fragen wir uns, ob wir im gesellschaftlichen Gefiige so präsent sind, daß es den Erwartungen Gottes entspricht; er hat uns ja dazu berufen, nach Heiligkeit zu streben und die Menschen in unserer Nähe zur Heiligkeit zu führen.



II. Der Mensch ist »aus seiner innersten Natur ein gesellschaftliches Wesen; ohne Beziehung zu den anderen kann er weder leben noch seine Anlagen zur Entfaltung bringen.«11 Diese Verfaßtheit äußert sich zuerst in der Familie, dann in der Gesellschaft. Sie »ist notwendig für die Verwirklichung der Berufung des Menschen«12 und darf daher nicht bloß als Rahmen für die eigene Selbstbehauptung, sondern muß als ein Feld gegenseitiger Beziehungen angesehen werden: »Durch Begegnung mit anderen, durch wechselseitige Dienste und durch Zwiesprache mit seinen Brüdern und Schwestern entwickelt der Mensch seine Anlagen und kann seiner Berufung entsprechen.«13

Die Entfaltung der Person bedarf des menschlichen Miteinanders: »Das Zusammenleben der Menschen ist (...) als ein vordringlich geistiges Geschehen aufzufassen. In den geistigen Bereich gehören nämlich die Forderungen, daß die Menschen im hellen Licht der Wahrheit ihre Erkenntnisse untereinander austauschen, daß sie in den Stand gesetzt werden, ihre Rechte wahrzunehmen und ihre Pflichten zu erfüllen, daß sie angespornt werden, die geistigen Güter zu erstreben, daß sie aus jeder ehrenhaften Sache, wie immer sie beschaffen sein mag, einen Anlaß zu gemeinsamer rechtschaffener Freude gewinnen, daß sie in unermüdlichem Wollen das Beste, was sie haben, einander mitzuteilen und voneinander zu empfangen suchen.«14

Aber das Zusammenleben und -wirken der Menschen ist nicht nur Quelle eigener Bereicherung, sondern bringt Pflichten und Verantwortung für das Ganze mit sich: über die Familie hinaus für Staat, Gemeinde, Nachbarschaft, Arbeitsleben, Verbände... Die Pflichten und Aufgaben, die damit zusammenhängen, haben auch mit der Hinordnung des Menschen auf sein letztes Ziel, auf Gott hin, zu tun und sollen Gegenstand der persönlichen Gewissenserforschung sein. Wer sie beobachtet, kommt dem Herrn näher, wer sie mißachtet, mißachtet Gottes Pläne. Deshalb brauchen wir ein erleuchtetes Gewissen, damit wir beispielhaft unsere familiären und sozialen Pflichten erfüllen.

Die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus vertieft die von der Schöpfung her schon gegebene Solidarität der Menschen untereinander: als Kinder Gottes werden wir in einem viel tieferen Sinne zu Brüdern und Schwestern untereinander. »In unseren Brüdern, den Menschen, müssen wir Christus sehen, der uns in ihnen begegnet. Kein menschliches Leben ist isoliert, sondern jedes ist mit allen anderen verflochten. Keiner ist wie ein bezugloser Vers, alle sind wir Teil ein und derselben göttlichen Dichtung, die Gott unter Mitwirkung unserer Freiheit verfaßt.«15

Gott gießt in die Herzen der Gläubigen seinen Geist16, damit sie nach diesem Gesetz leben können. Christus selbst betet zum Vater, daß die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin17. »Wir lieben die Menschen nicht nur, weil Gott sie liebt oder weil er will, daß wir sie lieben, sondern weil er uns seinen Geist gegeben und seine eigene Liebe zu ihnen in unsere Herzen gelegt hat. (...) Die agape, die aus der ewigen Quelle des dreifaltigen Gottes strömt, die in Jesus Christus menschliche Gestalt und ein menschliches Herz angenommen hat, möchte jetzt die ganze Erde >überfluten<; sie will sich in den Herzen verbreiten wie der Honig in den Waben. Auf dieser tiefen und verborgenen Ebene geschieht die wahre Verwandlung der Welt.«18



III. Aufgrund der gesellschaftlichen Natur des Menschen steht das Wohl eines jeden in Verbindung mit dem Gemeinwohl. Dieses »läßt sich nur von der menschlichen Person her bestimmen« und ist »die Gesamtheit jener Bedingungen des gesellschaftlichen Lebens, die sowohl den Gruppen als auch deren einzelnen Gliedern ermöglichen, die eigene Vollendung voller und leichter zu erreichen.«19 Dazu gehören: Achtung der Person, Ausgleich von Sonderinteressen, Zugänglichmachen von allem, was für ein wirklich menschliches Leben notwendig ist, Schaffung von Voraussetzungen für den sozialen Frieden, Ernstnehmen der kleineren Gemeinwesen usw. Für unsere Meditation genügt es, dies nur anzudeuten und zu bedenken, daß das Evangelium nur dann »das gesamte menschliche Leben durchdringen und in das ganze Leben der Gesellschaft hineingetragen werden kann«20, wenn unser Zeugnis auch die vorbildliche Erfüllung unserer staatsbürgerlichen Pflichten umfaßt. Es wäre nicht christlich, die Pflichten, die sich auf das Gemeinwohl beziehen, bloß insoweit wahrzunehmen, wie sie einem persönlich vorteilhaft erscheinen. Deshalb sollen wir hin und wieder unser Gewissen daraufhin prüfen, ob wir unsere sozialen und bürgerlichen Pflichten ernst nehmen: vom Steuernzahlen und der Ausübung des Wahlrechts bis zum Engagement in Verbänden, Vereinen usw.

Der persönliche Beitrag jedes einzelnen zum Gemeinwohl ist eine moralische Pflicht. Manchen erscheint diese Sorge abstrakt und wenig faßbar. Unter ihnen gibt es »auch solche, die zwar großzügige und hochherzige Auffassungen im Munde führen, in Wirklichkeit jedoch immer so leben, als ob sie sich nicht um die Bedürfnisse der Gesellschaft zu kümmern brauchten, ja in verschiedenen Ländern beachten nicht wenige die sozialen Gesetze und Vorschriften so gut wir gar nicht.«22 Auch bei frommen Christen lauert die Versuchung, das Gemeinwohl anf den engen Gesichtskreis der eigenen Interessen zu reduzieren und zu vergessen, daß das Prinzip der Solidarität »sich aus der menschlichen und christlichen Brüderlichkeit direkt ergibt.«22

In unserer Meditation haben wir versucht, die soziale Natur des Menschen von der Schöpfung und der Menschwerdung her zu betrachten. Jetzt, am Ende unserer Zeit des Gebetes, bitten wir den Herrn auf die Fürsprache Unserer Lieben Frau, er möge uns immer ein feines Gespür für solidarisches Handeln schenken. Es hat immer - trotz aller menschlichen Verfehlungen im Verlauf der Geschichte - das Leben der Kirche geprägt: »Seit zweitausend Jahren lebt und verharrt in der Seele der Kirche dieser Sinn, der die Seelen - bis zum Liebesheroismus der das Land bebauenden Mönche, der Sklavenbefreier, der Krankenheiler, der Boten des Glaubens, der Zivilisation, der Wissenschaft - zu allen Generationen und Völkern gedrängt hat und drängt, um Gesellschaftsverhältnisse zu schaffen, die allen ein menschen- und christenwürdiges Leben ermöglichen.«23



1 Gen 1,1-19. - 2 Johannes Paul II., Ansprache 15.1.1986. - 3 II. Vat. Konz., Konst. Gaudium et spes, 24. - 4 Gen 1,27. - 5 II. Vat. Konz., Konst. Gaudium et spes, 12. - 6 Gen 1,28. - 7 Katechismus der Katholischen Kirche, 358. - 8 ebd., 282. - 9 Johannes Paul II., Ansprache 5.3.1986. - 10 Katechismus der Katholischen Kirche, 1878. - 11 II. Vat. Konz., Konst. Gaudium et spes, 12. - 12 Katechismus der Katholischen Kirche, 1886. - 13 ebd., 1879. - 14 Johannes XXIII., Enz. Pacem in terris, 36. - 15 J. Escrivá, Christus begegnen, 111. - 16 vgl. Röm 5,5. - 17 Joh 17,26. - 18 R. Cantalamessa, Das Leben in Christus, Graz 1990, S.230. - 19 Katechismus der Katholischen Kirche, 1905 und 1906. - 20 Johannes Paul II., Ansprache 11.10.1985, 15. - 21 II. Vat. Konz., Konst. Gaudium et spes, 25. - 22 Katechismus der Katholischen Kirche, 1939. - 23 Pius XII., Ansprache 1.6.1941.

von 10.02.2013 12:49

JAHRESKREIS
5. SONNTAG (LESEJAHR C)

36

menschenfischer

Glauben und Gehorchen.

Reiche Beute.

Vom Rabbi zum Kyrios.




I. Als Jesus am Ufer des Sees Gennesaret stand, berichtet Lukas im heutigen Evangelium1, drängte sich das Volk um ihn und wollte das Wort Gottes hören. Da stieg der Herr in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Was in der Morgenfrische am See geschieht, ist zugleich ein Bild: es steht für die Bedeutung der Kirche im Heilsplan Gottes und für unser eigenes spirituelles Leben. Wir wollen in unserer Meditation diese beiden Aspekte betrachten. »Bereits die Kirchenväter sahen in diesem Boot des Simon Petrus, das Jesus besteigt, ein vorweggenommenes Bild der künftigen Kirche, die als das >Schiff des Heils< die Meere der Weltgeschichte durchfahren wird. Aus diesem Schiff, das Petrus steuert, lehrt der Herr, aus keinem anderen. Wiewohl die anderen Boote, die es begleiten, nicht ausgenommen sind von seinen Lehren und auch nicht vom Fischfang.«2

Die meisten von uns wurden bald nach der Geburt getauft. Mit der Zeit sind wir uns des Geschenks des Glaubens immer tiefer bewußt geworden, die Taufberufung hat konkretere Gestalt angenommen, bis der Ruf Gottes eines Tages deutlich vernehmbar wurde: diese Lebenssituation, dieser Beruf, dieses Umfeld, diese Menschen... Auch für Petrus war die Tatsache, daß Christus sein Boot bestieg, nur der Anfang. Entscheidende Gnaden haben manchmal ihre Vorgeschichte in Form alltäglicher Erlebnisse und Begegnungen, aufgeschnappter Bemerkungen und prägender Erfahrungen - die Nähe zu Jesus wächst allmählich, bis einem klar wird, daß er unser Boot bestiegen hat.

Kehren wir zurück zum Text des Evangeliums. Die Fischer »reinigten ihre Netze, während er am Ufer des Sees predigte. Sie waren mit zwei Booten von einem Fischzug zurückgekommen, aber sie hatten keinen Erfolg gehabt, nur Algen und umhertreibende Pflanzenreste waren im Netz. Jesus unterbricht ihre Arbeit, er steigt in das Schiff des Petrus und läßt ihn ein paar Ruderschläge tun. Im Boot sitzend, konnte er sich leichter verständlich machen, da die Menge, die ihn hören wollte, dann nicht mehr so heftig um ihn drängte.«3

Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See. Dort werft eure Netze zum Fang aus! »Man durfte das Netz nicht auf gut Glück auslegen, man mußte es - ein dreifaches, sehr langes Netz - langsam, so wie das Boot fuhr, in das Wasser gleiten lassen. Wenn sie an die vorgesehene Stelle gekommen waren, mußten sie sich nach dem Ausgangspunkt zurückwenden, sie schlugen mit dem Ruder auf das Wasser, um so die Fische aufzustören und in die Maschen des Netzes zu treiben.«4 Am Anfang bat ihn der Herr, ein Stück weit vom Land wegzitj~,t/tren, und jetzt: Duc in altum! Fahr hinaus auf die hohe See! »Es ist der für alle Epochen geltende und die Zeiten überdauernde Befehl an Petrus, das Schiff Kirche mitten in das Menschheitsmeer hineinzulenken. Das schließt ein: >Abstoßen vom Ufer<, also sich lösen vom Judentum, nicht zu einer jüdischen Erneuerungsbewegung werden, sondern zu mehr, zum erneuerten Volk Abrahams, zum neuen Gottesvolk, das sich aus allen Menschen der Erde sammeln wird, natürlich auch aus Juden, denen bis zum Jüngsten Tag sogar eine ganz besondere Stellung im Heilsplan erhalten bleiben wird.«5

Petrus entschließt sich gegen die Logik des Fachmanns zu tun, was Christus ihn geheißen hat. Im Vertrauen auf das Wort des Herrn macht er sich an die Arbeit. Er glaubt und gehorcht.



II. Petrus tat, was ihn der Herr geheißen hatte, und sie fingen eine so große Menge Fische, daß ihr Netz zu zerreißen drohte. Wie wesentlich sind Glauben und Gehorchen, um apostolisch fruchtbar zu sein. Weder große Anstrengungen noch ausgeklügelte Planungen, nicht einmal eine strenge Askese bringen etwas zuwege, wenn man nicht aus Glauben gehorcht. »Gott bedarf nicht unserer Arbeit, sondern unseres Gehorsams« sagt ganz lapidar der heilige Johannes Chrysostomos.6»Dieser Gehorsam erwächst aus der Nähe zu Christus: »Da Christus, vom Vater gesandt, Quell und Ursprung des gesamten Apostolates der Kirche ist, kann es nicht anders sein, als daß die Fruchtbarkeit des Apostolates der Laien von ihrer lebendigen Vereinigung mit Christus abhängt.«7 Andererseits darf, auch wenn es der Herr ist, der die Früchte schenkt, das menschliche Mittun nicht fehlen. Die Boote, die Segel, die Ruder, die Netze bleiben unentbehrlich und sind durch nichts anderes zu ersetzen, auch die Männer nicht, die sie bedienen können.

Jener Fischzug brachte überreiche Beute. Simon mußte die Gefährten im anderen Boot, die Zebedäussöhne Jakobus und Johannes, zu Hilfe rufen; und beide Boote waren so vollgeladen, daß ihre Netze zu reißen drohten. Leichter vielleicht als die Apostel damals sind wir heute in der Lage, die ganze Tragweite des Geschehens zu ermessen. Das schlichte Duc in altum war kein bloß situationsbedingter Befehl, er verwies auf das Hinauswachsen der Kirche in Raum und Zeit. Auch im Mitwirken der Gefährten des Simon Petrus - in einem anderen Boot, aber nahe bei ihm - kann man in unserer Zeit intensiver Bemühungen um die Einheit der Christen einen Fingerzeig sehen. Vor allem aber: Aus gewöhnlichen Fischern werden Menschenfischer: »Auch bei dieser neuen Art des Fischfanges wird die göttliche Wirksamkeit nicht fehlen: Die Apostel sollen trotz ihrer persönlichen Armseligkeiten zu Werkzeugen vieler Großtaten werden.«8

Jeder Christ ist zum Menschenfischer bestellt. Aber auf dem weiten Meer der Welt sind besonders die Laien zu Hause. Es ist ihre Sache, »kraft der ihnen eigenen Berufung in der Verwaltung und der gottgemäßen Regelung der zeitlichen Dinge das Reich Gottes zu suchen.«9 Ob im Büro oder auf dem Feld, am Computer oder hinter dem Pflug, in einer Metropole oder in einem kleinen Dorf - überall braucht Gott Menschenfischer, vom Herrn berufen »= 9. Ob im Büro oder auf dem Feld, am Computer oder hinter dem Pflug, in einer Metropole oder in einem kleinen Dorf - überall braucht Gott Menschenfischer, vom Herrn berufen in allen Verhältnissen und in jedem Stand.«10



III. Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder, ist die Reaktion des Petrus auf den unglaublichen Fischfang. »Er fällt nicht, wie man meinen möchte, Jesus um den Hals ob des guten Geschäfts, sondern er fällt ihm zu Füßen. Er hält ihn nicht fest, um weiterhin einen Erfolgsgaranten zu haben, sondern er stößt ihn von sich ab, weil er sich vor der Macht Gottes fürchtet. >Geh weg, ich bin ein sündiger Mensch!< Wo Gott erfahren wird, erkennt der Mensch seine Sündigkeit, und dann erst, wenn er dies wirklich erkennt und anerkennt, erkennt er sich wirklich. So aber wird er wahr. Erst wenn ein Mensch weiß, daß er sündig ist und das Unheimliche von Sünde begriffen hat, dann begreift er auch den Ruf: Bekehret euch und vertraut dem Evangelium (Mk 1,15). Ohne Bekehrung dringt man nicht zu Jesus, nicht zum Evangelium vor. Es gibt da ein paradoxes Wort von Chesterton, der diesen Zusammenhang treffsicher ausdrückt: Einen Heiligen erkennt man daran, daß er weiß, daß er ein Sünder ist.«11

Wie reich ist Petrus durch diese Erfahrung geworden! Aber nicht nur er. »Auch uns wird der Herr zu Werkzeugen machen, die Wunder zu wirken vermögen, große Wunder sogar, wenn sie notwendig sind. Ich wage zu behaupten, daß es so sein wird, wenn wir täglich kämpfen, uns zu heiligen, jeder in seinem eigenen Stand, mitten in der Welt, in seinem eigenen Beruf, im Alltag.«12

Petrus sieht sich als Zeuge und Nutznießer, aber auch als Mitwirkender bei einem wunderbaren göttlichen Machterweis. Der Herr nimmt ihm alle Furcht und enthüllt ihm den neuen Sinn seines Lebens: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Christen sind Menschenfischer. Der Mensch freilich, der im Wasser der Welt schwimme, schreibt Kardinal Ratzinger, wehre sich dagegen, aus dem Wasser herausgezogen zu werden. »Er glaubt sozusagen, ein gewöhnlicher Fisch zu sein, der sterben muß, wenn er dem Wasser der Tiefe entrissen wird. In der Tat ist das ein Todesgeschehen. Aber dieser Tod führt in das wahre Leben, in dem der Mensch erst wirklich zu sich selber kommt. Jünger sein heißt, sich von Jesus fangen lassen, von ihm, dem geheimnisvollen Fisch, der ins Wasser der Welt, in die Wasser des Todes hinabgestiegen ist; der selbst Fisch geworden ist, um sich zuerst von uns fangen zu lassen, uns Brot des Lebens zu werden. Er läßt sich fangen, damit wir gefangen werden von ihm und den Mut finden, uns mit ihm aus den Wassern unserer Gewohnheiten und Bequemlichkeiten herausziehen zu lassen. Jesus ist Menschenfischer geworden dadurch, daß er selbst die Nacht des Meeres auf sich genommen hat, selbst hinabgestiegen ist in die Passion der Tiefe. Menschenfischer sein kann man nur, wenn man wie er sich selbst daran gibt. Man kann es aber auch nur, wenn man sich auf das Boot des Petrus verlassen darf.«13

Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach. »Du wirst es dir nicht erklären können, weil du dich so armselig siehst: und doch werden deine Mitmenschen dich und das Gespräch mit dir suchen, natürlich und unkompliziert, nach der Arbeit, im Kreis der Familie, im Bus, auf einem Spaziergang, überall. Ihr werdet von der Unruhe sprechen, die jeder in der Seele trägt, auch wenn manche es nicht wahrhaben wollen. Und sie werden diese Unruhe besser begreifen, wenn sie einmal angefangen haben, Gott wirklich zu suchen.

Bitte Maria, Regina Apostolorum, die Königin der Apostel, um Entschlossenheit, damit du das Verlangen teilst, das im Herzen ihres Sohnes lebt: ein Verlangen nach Aussaat und nach Fischfang. Beginne nur, und - ich versichere dir - du wirst wie jene Fischer aus Galiläa ein Boot an Land ziehen, das übervoll ist. Und du wirst Christus am Ufer stehen sehen, der auf dich wartet. Denn die Menge der Fische ist sein.«14

von 09.02.2013 11:03

Handkommunion

Ein Vorwort von Prof. Dr. Robert Spaemann

Die gegenwärtig dominante Liturgie der lateinischen Kirche leidet momentan unter anderem an einer »Anomalie«, die sie von allen anderen katholischen und orthodoxen Riten unterscheidet, ja außerdem auch von denen der anglikanischen und protestantischen Gemeinden: für den Kommunionempfang gibt es keine verbindliche gemeinsame Form. Ausgerechnet im Augenblick der »communio« zerfällt die Gemeinde in zwei Gruppen von Individuen, denen, die den Leib des Herrn in den geöffneten Mund empfangen, und denen, die ihn in sich in die linke Hand legen lassen, um ihn mit den Fingern der rechten zum Mund zu führen. Ausgerechnet wenn wir zum gemeinsamen „Tisch des Herrn“ gehen, müssen wir als Laien durch die Weise unseres Kommunionempfangs die Zugehörigkeit zu einer »Gesinnnungsgruppe« offenbaren. Je nach Land, Gegend oder Orientierung der Ge-meinde überwiegen entweder die einen oder die anderen. Dabei gibt es auf beiden Seiten Katholiken, die lieber gar nicht zur hl.Kommunion gehen, als in einer anderen als der von ihnen geschätzten Form. Es gibt andere, die zwar eine Form bevorzugen, die andere aber aus Gründen der Anpassung fallweise auch praktizieren. Diese Situation kann nicht von Dauer sein. Sie widerspricht den Gestaltgesetzen jedes Ritus, der diesen Namen verdient. In den Messen des alten römischen Ritus ist der kniende Empfang der Kommunion in den Mund obligatorisch geblieben und so die Anomalie vermieden. In denen des neuen Ritus ist die Mundkommunion weiterhin gestattet, allerdings - in der Praxis - ohne vorherige Ehrfurchtsbezeugung und nicht im Knien. Dabei besteht natürlich die Hoffnung auf eine Wiederherstellung der Einheit, dadurch, daß die Mundkommunion allmählich verschwindet.

Diese »Hoffnung« ist unbegründet. Es gibt viele junge Menschen, die an der Mundkommmunion festhalten oder bewußt zu ihr zurückgekehrt sind. Es zeigt sich ferner, daß zwar viele gläubige Katholiken die Handkommunion empfangen, aber auch alle diejenigen, die den Glauben an die wirkliche Gegenwart des Herrn unter den Gestalten von Brot und Wein verloren haben, weiterhin zur Kommunion gehen. Diese lehnen die Mundkommunion fast ausnahmslos ab. Die Mundkommunion ist also zu einem sichtbaren Zeichen der Rechtgläubigkeit geworden. Die Handkommunion vereinigt Gläubige und Ungläubige. Auch die vielen Katholiken, die den Stand der Todsünde nicht mehr für ein Hindernis des Kommunionempfangs halten, finden sich fast ausschließlich in den Reihen der Handkommunikanten. Die Mundkommunikanten halten sich, der katholischen Lehre entsprechend, in solchen Fällen für verpflichtet, der Kommunion fernzubleiben, wenn sie nicht zuvor gebeichtet haben.

Schon aus diesen pastoralen Gründen muß die Kirche die Mundkommunion als einheitliche Form des Kommunionempfangs anstreben, zumal die Handkommunion sich nur durch Akte des Ungehorsams gegen den erklärten Willen des Papstes und der klaren Mehrheit der katholischen Bischöfe durchgesetzt hat.

Könnte aber nicht in den Messen des Neuen Ritus die Einheit der Form des Kommunionempfangs wiederhergestellt werden durch Verbot der Mundkommunion? Daß das nicht möglich ist, ist eines der Resultate der vorliegenden Studie von Pater Lugmayr. Schon die Beseitigung der gemeinsamen Gebetsrichtung von Priester und Volk durch die Umkehrung der Altäre wurde mit einem altchristlichem Brauch gerechtfertigt. Wie wir inzwischen wissen, hat dieser Brauch niemals bestanden. Pater Lugmayr zeigt nun, daß das gleiche für die Handkommunion gilt. Er belegt, daß - entgegen einer verbreiteten Ansicht - eine Handkommunion in der heutigen Form in keiner anderen Liturgie des Ostens und des Westens bestanden und daß sie auch im römischen Ritus niemals existiert hat. Sie ist eine absolute Neuerung. Würde daher nicht die kirchliche Autorität - wie Kardinal Ratzinger gezeigt hat - ihre Vollmacht überschreiten, wenn sie diese Form obligatorisch machen würde durch Verbot der Mundkommunion? Dies würde auch den Widerspruch zur Forderung des Zweiten Vatikanischen Konzils, der schon in der Zulassung der Handkommunion lag, noch verschärfen. Das Konzil erklärte ja, daß keine Neuerung erlaubt werden dürfe, von der nicht ein „wahrer und sicherer Nutzen“ zu erwarten sei. Ist von der Handkommunion ein solcher Nutzen ausgegangen? Die Handkommunion ist nicht sakrilegisch. Aber wer behaupten wollte, ihre Einführung hätte das gläubige Bewußtsein der realen Gegenwart Christi in den Gestalten von Brot und Wein, die Ehrfurcht vor diesem Sakrament und das bewußte Leben aus ihm bei der Mehrheit der Gläubigen gestärkt, der muß wohl auf einem anderen Stern leben, oder aber er muß wirlich beide Augen vor der Realität fest verschließen.

Ein Gespräch über die Weise, wie der gespaltene Kommunionritus überwunden werden kann, wird künftig nur auf der Basis jener geschichtlichen Tatsachen sinnvoll sein, die P.Lugmayr in dieser kleinen Studie zusammengetragen hat.


Es handelt sich um das Vorwort zu Martin Lugmayr, Handkommunion. Eine historisch-dogmatische Untersuchung. Das Vorwort wurde am 19. Januar 2001 geschrieben. Die Broschüre kann bei introibo.net bestellt werden.


Handkommunion im überlieferten Ritus?

“In diesem Zusammenhang ein Wort zur Form der Spendung der heiligen Kommunion: Die Messen nach dem Novus Ordo kennen für die Kommunion keinen gemeinsamen Ritus mehr. Gerade in diesem Augenblick der ‘Communio’ spalten sich die Gläubigen, da jeder gezwungen ist, sich offen einer der beiden Parteien anzuschließen: den Mund- oder den Handkommunikanten. Das ist einzigartig in der Geschichte der Liturgie und ein echter Skandal. Augenblicklich kursiert sogar ein Gerücht, wonach man die Handkommunion auch für den alten römischen Ritus erlauben will. Warum ohne Not diese Anomalie zweier unterschiedlicher Formen für den Empfang des Herrenleibes in eine Liturgie einführen, die bis jetzt davor bewahrt blieb? Besteht hier etwa ein heimliches Neidgefühl gegenüber einer liturgischen Welt, die noch heil geblieben ist? Pastorale Gründe gibt es jedenfalls keine.”

Aus einem Vortrag, den Prof. Dr. Robert Spaemann im Juli 2001 auf einer Tagung in Fontgombault gehalten hat, veröffentlicht in der UNA VOCE Korrespondenz 6/2001.



Es ist der Herr!

Von P. Bernward Deneke

Bewegend ist die Begegnung einiger Apostel mit dem Auferstandenen am See Tiberias (Joh 21,1ff.). Sie hatten die Nacht über erfolglos gefischt, als Er sich ihnen frühmorgens am Ufer zeigte und ihnen auf wunderbare Weise zu vollen Netzen verhalf. Die Jünger erkannten Jesus nicht, bis Johannes dem Petrus sagte: “Es ist der Herr!” Daraufhin zog sich Petrus, der unbekleidet war, eilends sein Gewand über (obwohl das beim Schwimmen doch eher hinderlich ist) und stürzte sich in das kühle Nass, dem Meister entgegen.

In der Erkenntnis “Es ist der Herr” liegt ein Potential an Erschütterung. Die selbstgemachten Gedankengebilde weichen wie Nebelschwaden vor dem klaren Sonnenstrahl, der Blick auf die Wahrheit selbst wird frei. So ergeht es uns auch vor dem Altarsakrament, und die Einsicht, dass es der Herr ist, erweckt in uns ähnlich wie beim Apostel Petrus eine zweifache Regung: das Verlangen, zu Jesus hinzugelangen, und den Eindruck tiefer Unwürdigkeit, der nach Formen der Ehrfurcht ruft. Mit Recht sprechen Religionsphilosophen davon, das Heilige sei zugleich mysterium fascinosum und mysterium tremendum - Geheimnis, das uns fasziniert und erzittern lässt.

Die klassische Theologie und Liturgie der Kirche haben sich insgesamt mit Erfolg darum bemüht, beide Seiten des Altarsakramentes zu bekunden. Bis eine bestimmte Art von Theologie versuchte, das Geheimnis auf die rein menschliche Ebene herabzuziehen. Die Aussage “Es ist der Herr” sei allenfalls noch im übertragenen Sinne zu verstehen, hieß es. Daraus zog man alsbald auch die praktisch-liturgischen Konsequenzen und behandelte das Sakrament wie einen Allerweltsgegenstand, den man den Leuten ohne weiteres in die Hand legen kann!

Aber es geschehen noch Zeichen und Wunder. Wer hätte gedacht, dass sich nach den Stürmen, die in den letzten Jahrzehnten über die Kirche und ihren Gottesdienst hereingebrochen sind, jetzt so schnell und deutlich die Silberstreifen einer neuen Ehrfurcht zeigen würden? Zwei solcher Lichtblicke seien hier erwähnt:

1) Jüngst hat Athanasius Schneider, Weihbischof von Karaganda in Kasachstan, ein Buch mit dem vielsagenden Titel “Dominus Est” (Es ist der Herr) veröffentlicht. Immerhin erschienen in der Vatikanischen Verlagsanstalt, verfolgt das Buch kein geringeres Anliegen als eine grundsätzliche Neubesinnung auf den eucharistischen Herrn und die rechte Weise, Ihn zu empfangen. Im Vorwort äußert der Sekretär der Gottesdienstkongregation, Erzbischof Malcolm Ranjith, seine Überzeugung, die Kommunionspendung in die Hand habe “eine zunehmende Schwächung einer ehrfürchtigen Haltung gegenüber dem Allerheiligsten” mit sich gebracht.
Weihbischof Schneider befindet sich übrigens in Übereinstimmung mit seinem Erzbischof, Jan Pawel Lenga, der auf der Weltbischofssynode 2005 “demütig vorschlug”, die Kommunionspendung in die Hand abzuschaffen. Auch Kirchenmänner wie Janis Kardinal Pujats, Erzbischof von Riga, und der emeritierte Bischof von San Luis in Argentinien, Juan Rodolfo Laise, haben das Anliegen wiederholt ausgesprochen. Aber hatte nicht schon Papst Paul VI. davor gewarnt, die Einführung dieser Praxis könnte eine “Minderung der Ehrfurcht vor dem allerheiligsten Altarsakrament, seine Profanierung sowie eine Verfälschung der rechten Lehre” nach sich ziehen (Memoriale Domini, 29.5.1969)?

2) Zu den wichtigen theoretischen Erwägungen gesellen sich in der Gegenwart erstaunliche Fakten. Folgende Aussage des Erzbischofs von Lima, Juan Luis Kardinal Cipriani Thorne, könnte man noch als exotische Erscheinung weitab von unserer aufgeklärten europäischen Kirche abtun: “Persönlich glaube ich, dass es die beste Art ist, die Hl. Kommunion auf der Zunge zu empfangen. Deshalb habe ich in meiner Diözese die Handkommunion verboten.” Aber dass auch Benedikt XVI. jetzt dazu übergeht, in den Papstmessen den Leib des Herrn knienden Gläubigen in den Mund zu reichen (so zuletzt auf dem Weltjugendtag in Sydney), lässt sich nicht mehr bagatellisieren: “Der Heilige Vater hat gebeten, dass alle, die von ihm selbst die Kommunion empfangen werden, knien sollen. Ausserdem wünscht der Heilige Vater, dass die Eucharistie mit dem Mund empfangen wird. Der Papst ist besorgt, was die Frage der Ehrfurcht betrifft. Der stehende Empfang der Eucharistie und die Handkommunion können zu mangelnder Ehrfurcht führen”, erklärte Pater Mark Podesta, der Sprecher des Weltjugendtags, den Medienleuten.

Doch die kürzeste Antwort auf die Frage, warum man in einer sehr ehrfürchtigen Haltung zur Kommunion gehen soll, ist noch immer das Wort, das einst Petrus dazu bewegte, sich sein Gewand überzuwerfen und zu Jesus hinzueilen: “Es ist der Herr!”



Mundkommunion: Ausdruck der Anbetung und des Glaubens


In der Sonntagsausgabe der spanischen Tageszeitung La Razón ist am 14. Dezember 2008 ein Interview mit Antonio Kardinal Cañizares Llovera erschienen. Auf die Frage, ob es sich bei der Kommunionform um etwas Wichtiges oder nur eine Formsache handle, antwortete der Kardinal gemäß der Übersetzung von Kath.net:

“Nein, es ist nicht nur eine Formsache. Was bedeutet es, die Kommunion in den Mund zu empfangen? Was bedeutet es, vor dem Allerheiligsten Sakrament zu knien? Was bedeutet es, während der Wandlung in der Messe zu knien? Es bedeutet Anbetung, es bedeutet, die wirkliche Gegenwart Jesu Christi in der Eucharistie anzuerkennen. Es bedeutet Respekt und eine Haltung des Glaubens eines Menschen, der sich vor Gott niederwirft, weil er weiß, dass alles von Ihm kommt, und wir fühlen uns sprachlos, bestürzt vor der Herrlichkeit Gottes, seiner Güte und seiner Barmherzigkeit. Deshalb ist es nicht dasselbe, die Hand hinzuhalten und die Kommunion irgendwie zu empfangen, wie es in respektvoller Weise zu tun. Es ist nicht dasselbe, die Kommunion stehend oder kniend zu empfangen, weil all diese Zeichen auf eine tiefe Bedeutung hinweisen. Wohin wir gelangen müssen ist diese tiefe Haltung des Menschen, der sich selbst vor Gott niederwirft, und das ist es, was der Papst will.”

Da Kardinal Cañizares, bisher Erzbischof von Toledo, am 9. Dezember 2008 zum Präfekten der vatikanischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung ernannt worden ist, haben seine Aussagen besonderes Gewicht.



Überlieferter Ritus und Mundkommunion

Am Sonntag, den 11. Januar 2009, wurde in der Trappistenabtei Mariawald in der Eifel zum ersten Mal die Sonntagsmesse im außerordentlichen Ritus gefeiert. Vor einigen Wochen machte die Abtei Schlagzeilen mit der Nachricht, zum überlieferten Ritus zurückzukehren. Einem Bericht der Aachener Zeitung ist zu entnehmen, dass der Andrang der Bevölkerung überwältigend war.
Besonders freut uns, dass Abt Josef Vollberg offensichtlich unsere Haltung teilt, was die Frage der Form des Kommunionempfangs angeht: “Anschließend [an die Predigt] machte der Abt seine Zuhörer noch auf eine Besonderheit des tridentinischen Ritus aufmerksam: Die Kommunion wird bei dieser Form der Heiligen Messe von den Gläubigen nur kniend empfangen. Doch das war für die Anwesenden, unter ihnen viele junge Menschen sowie Familien mit Kindern, so gut wie selbstverständlich.”
Mit der knienden Kommunion ist - so darf man annehmen - die Mundkommunion gemeint. Schon Robert Spaemann hatte 2001 dafür plädiert, von Plänen abzusehen, die Handkommunion in den überlieferten Ritus einzuführen.

Was in diesem Zusammenhang wenig bekannt ist: Als Josef Kardinal Ratzinger 1990 in Wigratzbad im überlieferten Ritus zelebrierte, spendete er nur die Mundkommunion, und zwar auch solchen Kommunikanten, die die Hand ausstreckten, um die hl. Kommunion in die Hand zu empfangen.




Schweinegrippe

So mancher Bischof sorgt sich um die Gesundheit seiner Schäfchen: durch Weihwasser könnte man sich mit der Schweinegrippe anstecken, oder auch die Kommunion birgt angeblich ein Risiko. Dazu sei erinnert, daß das Geld einen besonderen Risikofaktor darstellt. Es geht von Hand zu Hand und wer es berührt, sollte keine Nahrung mit den Fingern zu sich nehmen. Wir empfehlen daher, in den Messen, in denen eine Kollekte eingezogen wird, die hl. Kommunion nicht in die Hand zu empfangen, bzw. in Messen, in denen Handkommunion ausgeteilt wird, keine Kollekte einzuziehen.
F. Prosinger




Schweinegrippe zum Zweiten

Elsa Laska berichtet von einem Fall von Diskriminierung eines Mundkommunikanten. Obwohl die Deutsche Bischofskonferenz in ihren “Hinweisen zur Vermeidung von Ansteckungen in Gottesdiensten” vom 12. November 2009 wegen der Schweinegrippe die Handkommunion nur empfohlen und nicht etwa angeordnet hat und von einem Verbot der Mundkommunion angesichts der Formulierung “Wegen des erhöhten Ansteckungsrisikos verlangen Kelchkommunion und Mundkommunion besondere Vorsicht” keine Rede sein kann, kommen mir immer häufiger Berichte zu Ohren, nach denen Priester die Mundkommunion verweigern, teils mit Berufung auf ihren Bischof, teils mit verräterischen Begründungen, die in Seitenhieben auf die Mundkommunikanten bestehen und den Verdacht nähren, dass die Schweinegrippe der willkommene Anlass ist, dieser Form des Kommunionempfangs den Garaus zu machen. Andererseits habe ich noch nie gehört, dass jemand die gefährlichste Dreckschleuder, die Kollekte, die in Verbindung mit der Handkommunion ein hohes Ansteckungsrisiko in sich birgt, in Frage gestellt hätte. Dabei kann der Schweinegrippevirus sich bis zu zwei Wochen auf Geldscheinen halten.




Degradierung

Wenn ich an die Abschaffung der Hostienanbetung und Hostienverehrung nach dem II. Vatikanischen Konzil – ebenso natürlich auch in den Jahrhunderten nach der Reformation – denke, sehe ich unwillkürlich ein militärisches Bild vor mir, vielleicht, weil das militärische Zeremoniell teilweise sogar immer noch eine Zeichensprache hat. Ich sehe die von einigen Schriftstellern besonders lebhaft beschriebene Degradierung des Hauptmanns Dreyfus vor mir, der nach seiner Verurteilung als deutscher Spion in voller Montur vor seinem Regiment anzutreten hatte, um den Urteilsspruch anzuhören. Nicht nur das Bagno auf der Insel Cayenne war seine Strafe, sondern auch der Verlust des militärischen Ranges. Der Offizier, der den Spruch verlesen hatte, forderte Dreyfus danach auf, ihm den Degen zu geben. Die Degenklinge des Hauptmanns wurde über dem Oberschenkel des Offiziers zerbrochen, die Bruchstücke dem vermeintlichen Verräter vor die Füße geworfen. Dann wurden Dreyfus die Epauletten von den Schultern gerissen und die Rangabzeichen von der Brust gelöst.
Genauso erscheint es mir, wenn ich sehe, wenn bei erhobener Hostie die Leute stehen bleiben, wenn sie die Kirche ohne Kniebeuge betreten, wenn sie die Kommunion in die ausgestreckte Hand empfangen – als demonstrative, zeichenhafte Entwürdigung.

Aus: Martin Mosebach, Tiefe Ehrfurcht vor der Hostie, in: Komma 83-84/2011, S. 104-111, auch online.



Ratzinger:
Wir müssen die Dimension des Heiligen in der Liturgie zurückerobern

von 08.02.2013 12:05

Verschiedene Formen der Keuschheit

Katechismus der Katholischen Kirche.

Erstellt von Andreas Gehrmann am 25. Januar 2013 um 16:15 Uhr


»Jeder Getaufte ist zur Keuschheit berufen. Der Christ hat „Christus [als Gewand] angelegt” (Gal 3,27), ihn, das Vorbild jeglicher Keuschheit. Alle, die an Christus glauben, sind berufen, ihrem jeweiligen Lebensstand entsprechend ein keusches Leben zu führen. Bei der Taufe verpflichtet sich der Christ, in seinem Gefühlsleben keusch zu sein. Die Keuschheit „soll die Menschen in den verschiedenen Lebensständen auszeichnen: die einen im Stand der Jungfräulichkeit oder in der gottgeweihten Ehelosigkeit, einer hervorragenden Weise, sich leichter mit ungeteiltem Herzen allein Gott hinzugeben; die anderen, in der für alle vom Sittengesetz bestimmten Weise, je nachdem ob sie verheiratet oder unverheiratet sind” (CDF, Erkl. „Persona humana” 11). Verheiratete sind berufen, in ehelicher Keuschheit zu leben; die anderen leben keusch, wenn sie enthaltsam sind.

„Es gibt drei Formen der Tugend der Keuschheit: die eine ist die der Verheirateten, die andere die der Verwitweten, die dritte die der Jungfräulichkeit. Wir loben nicht die eine unter Ausschluß der anderen. Dies macht den Reichtum der Disziplin der Kirche aus” (Ambrosius, vid. 23). Die Brautleute sind aufgefordert, die Keuschheit in Enthaltsamkeit zu leben. Sie sollen diese Bewährungszeit als eine Zeit ansehen, in der sie lernen, einander zu achten und treu zu sein in der Hoffnung, daß sie von Gott einander geschenkt werden. Sie sollen Liebesbezeugungen, die der ehelichen Liebe vorbehalten sind, der Zeit nach der Heirat vorbehalten. Sie sollen einander helfen, in der Keuschheit zu wachsen.«

Textquelle: KKK [2348-2350]

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