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von 23.05.2013 12:55

JAHRESKREIS
7. WOCHE - DONNERSTAG

7

WORAUF ES ANKOMMT

Lohn und Strafe.
Die Existenz der Hölle als Mahnung und Anruf.
Zeugnis statt Ärgernis.


I. Gestern hörten wir von der Reaktion unseres Herrn gegenüber einem Unbekannten, der in seinem Namen Dämonen austreibt. Im Unterschied zur Intoleranz der Jünger deutet Jesus an, daß jener Unbekannte in einem gewissen Sinne für ihn ist und dem Himmelreich nahe steht. Das heutige Evangelium1 setzt die Rede des Herrn fort. Dämonen austreiben ist etwas Spektakuläres. »Es gibt noch ganz andere, viel kleinere Werke, die auch schon im Namen Jesu getan werden können, auch die sind schon Zeichen des Glaubens an ihn, auch die werden von ihm anerkannt. Der Herr nennt ein allerkleinstes Werk: Ein Becher Wasser, zu trinken gereicht einem Jünger des Herrn - der Herr sagt aber nicht das Wort Jünger, sondern er schwächt auch da noch ab und will sagen: wenn dieser Becher irgend einem gereicht wird, nur weil der Empfänger irgendwie zu Christus gehört.«2

Er wird nicht um seinen Lohn kommen ... Gott vergißt auch nicht den geringsten Dienst, den man ihm - oder ihm im Nächsten - erweist. Es spornt an, von ihm zu hören, daß Gott kein Dienst - auch nicht der geringfügigste - entgeht, wenn er aus Liebe und Anteilnahme geschieht.

Alles, was ein Mensch im Laufe seines Lebens an Erfolgen verbuchen oder an glanzvollen Leistungen vollbringen mag, ist nichts im Vergleich zu Gottes Lohn für das Gute, das wir tun: dem Himmel. Dieser Lohn ist Geschenk, nicht die Frucht eigener Leistung, und doch auch nicht von unserem Tun oder Lassen gänzlich unabhängig. Deshalb liegt viel daran, die Gelegenheiten zum Bösen entschlossen zu meiden. Alles soll in die Zielgerade unseres Lebens, zu Gott zu gelangen, einmünden. Nichts ist dem ewigen Heil vorzuziehen.

Drastisch verdeutlicht der Herr, wie selbst Nötiges und Elementares zum Hindernis werden kann: Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab (...). Und wenn dich dein Fuß zum Bösen verführt, dann hau ihn ab (...). Und wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus. Die Hand, der Fuß, das Auge, so nötig und wichtig sie auch sind, die beseligende Schau Gottes für die ganze Ewigkeit, sie ist das absolute Gut und allem vorzuziehen. Meistens geht es - Gott sei Dank - nicht um Hand, Fuß oder Auge, sondern um Kleinigkeiten, auf die wir ganz undramatisch verzichten können.

Christus nennt die Alternative dazu: in die Hölle geworfen zu werden, wo der Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt. Weil es so ist, müssen wir entschlossen alles meiden, was ihn beleidigen könnte. Auch das, was noch keine Sünde ist, uns aber in ihre Nähe bringen könnte, sollen wir entschlossen meiden. Weder mit dem eigenen noch mit dem Heil des Nächsten dürfen wir spielen.

Wir sagten schon, daß, wer Gott in allem gefallen will, es in der Regel mit nur kleinen Hindernissen zu tun haben wird: mit Launen, Ecken und Kanten des Charakters, wählerischen Ansprüchen beim Essen und Trinken, übertriebener Sorge um Gesundheit oder Wohlbefinden. Vielleicht sind diese Schwächen nicht einmal Sünde, aber sie erschweren das Vorankommen und begünstigen Stolpern oder Versagen in wichtigeren Dingen.

Wem das Ziel seines Lebens klar ist, der kann leichter großzügig sein und beharrlich im Kampf. Der Herr unterstützt diesen Kampf bei seinen Jüngern: die ungestüme Art des Petrus verwandelt er in Festigkeit; die vorschnelle Aufgeregtheit der Donnersöhne Johannes und Jakobus in den beharrlichen Eifer von Glaubensverkündern; den skeptischen Realismus des Thomas in ein wunderbares Zeugnis des Glaubens.

II. Christlich leben heißt Schritt für Schritt unterwegs sein zum Himmel. »Der Himmel ist das letzte Ziel und die Erfüllung der tiefsten Sehnsüchte des Menschen, der Zustand höchsten, endgültigen Glücks.«3 Alles Irdische im Lichte dieses letzten Zieles seinen der Schmerz und die Freude, die die Erholung, der Erfolg und die vorausgesetzt, man weiß es richtig einzuordnen, ähnlich wie man bei einem großen Unternehmen jede Einzelheit plant und sie gleichzeitig in einem umfassenderen Zusammenhang sieht. Fehlt dieses Licht, dann gerät der Mensch in die Gefahr, das Ziel seines Weges, seine Existenz auf Erden, zu verfehlen. Denn der Herr belehrt uns über die Alternative: entweder der Himmel - auf dem Weg durch das Fegefeuer, falls wir noch der Läuterung bedürfen - oder die Hölle, der Ort des unauslöschlichen Feuers4.

»Die Aussagen der Heiligen Schrift und die Lehren der Kirche über die Hölle sind eine Mahnung an den Menschen, seine Freiheit im Blick auf sein ewiges Schicksal verantwortungsvoll zu gebrauchen. Sie sind zugleich ein eindringlicher Aufruf zur Bekehrung: >Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn< (Mt 7,13-14).«5

Wäre die Hölle nicht eine Wirklichkeit, hätte Christus nicht so klar von ihr gesprochen und uns nicht so oft: Seid wachsam! zugerufen. Der Zustand ewiger Verdammnis für jene, die das Böse nicht bereut haben und in schwerer Schuld sterben, wird im Alten Testament dunkel angedeutet6, im Neuen Testament aber deutlich ausgesprochen. Der Herr spricht vom ewigen Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist7. In zahlreichen Gleichnissen verkündet er, daß es nach dem Tode nicht nur die Seligkeit des Himmels, sondern auch die Qual und Verzweiflung der Hölle gibt.8 Dort werden die bösen Knechte bestraft, die den Willen des Herrn nicht erfüllt haben9, ebenso die törichten Jungfrauen, die, als der Bräutigam eintrifft, kein Öl - nämlich das der guten Werke - bei sich haben10, sowie der Gast, der ohne Hochzeitsgewand an der Festtafel sitzt11. Wer seinen Bruder schwer beleidigt soll dem Feuer der Hölle verfallen sein12; ebenso werden jene Verfluchten die ewige Strafe erhalten, die sich um die schwere Not ihres Nächsten nicht gekümmert haben13. Johannes der Täufer sagt von dem Kommenden, er werde in der Welt die Spreu vom Weizen trennen, um den Weizen in seine Scheune zu bringen und die Spreu im nie erlöschenden Feuer zu verbrennen14.

»Wenn man über das Geschick des Menschen nach dem Tode spricht, so muß man sich besonders vor Darstellungsweisen hüten, die sich ausschließlich auf willkürliche Phantasievorstellungen stützen (...). Jene Bilder hingegen, welche wir in der Heiligen Schrift verwandt finden, verdienen eine besondere Ehrfurcht. Man muß ihren tieferen Sinn verstehen und die Gefahr vermeiden, sie allzu sehr abzuschwächen, weil das oft die Wirklichkeit selbst verflüchtigt, die in diesen Bildern angedeutet wird.= 15 Die Bilder von der Hölle stehen für eine Realität - sie sind weder bloßes Symbol noch die naive Erfindung einer unaufgeklärten Zeit. Das Lehramt der Kirche hat diese Glaubenswahrheit stets gelehrt. In der Konstitution Lumen gentium des Zweiten Vatikanichen Konzils heißt es im Kapitel über den endzeitlichen Charakter der pilgernden Kirche: »Da wir aber weder Tag noch Stunde wissen, so müssen wir nach der Mahnung des Herrn standhaft wachen, damit wir am Ende unseres einmaligen Erdenlebens (vgl. Hebr 9,27) mit ihm zur Hochzeit einzutreten und den Gesegneten zugezählt zu werden verdienen (vgl. Mt 25,31-46) und nicht wie böse und faule Knechte (vgl. Mt 25,26) ins ewige Feuer weichen müssen (vgl. Mt 25,41), in die Finsternis draußen, wo Heulen und Zähneknirschen sein wird (Mt 22,13; 25,30).«15

Es wäre unverantwortlich, diese Glaubenswahrheit in der Verkündigung auszusparen oder vom eigenen Beten auszuschließen. Die Kirche kann »nicht ohne schwerwiegende Verstümmelung ihrer wesentlichen Botschaft auf eine beständige Katechese darüber verzichten, was der traditionelle christliche Sprachgebrauch als die vier Letzten Dinge des Menschen bezeichnet: Tod, Gericht, Hölle und Paradies. In einer Kultur, die den Menschen in sein mehr oder weniger gelungenes irdisches Leben einzuschließen sucht, verlangt man von den Hirten der Kirche eine Katechese, die mit der Gewißheit des Glaubens das Jenseits erschließt und erhellt: Jenseits der geheimnisvollen Pforten des Todes zeichnet sich eine Ewigkeit der Freude in der Gemeinschaft mit Gott oder der Strafe in der Ferne von ihm ab.«17

Indem wir uns heute fragen, ob wir entschlossen die Gelegenheiten zur Sünde meiden, bitten wir die Muttergottes, sie möge uns lehren, jede Sünde - auch die läßliche - zu verabscheuen.

III. Der Blick nach oben, zum Ziel unseres Lebens, hilft uns, nicht orientierungslos zu werden in den Niederungen des Alltags. Dann können wir auch jenen Orientierung sein, die uns nahestehen. Wir helfen ihnen mit unserer konsequenten Lebensweise - bester Erweis der Freundschaft - auf ihrem Weg zu Gott. Im heutigen Evangelium heißt es: Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.

Was heißt mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen? »Anschaulich heißt es im Griechischen >Eselsmühlstein<, das ist jener von den beiden aufeinander sich wälzenden Steinen in der Mühle, der gewöhnlich von einem Esel herumgedreht wurde. In der Mitte hatte dieser Stein natürlich ein Loch, um die Walze durchstecken zu können. Daher heißt es >herumgelegt< - das Wort ist von furchtbarer Anschaulichkeit, mit einem solchen Stein um den Hals konnte er nur in die Tiefe sinken!«18

Dieses Herrenwort steht im Kontext des Streits unter den Aposteln, wer von ihnen der Größte sei.19 Zuerst belehrt sie der Herr: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Dann macht er die Lehre anschaulich: er stellte ein Kind in ihre Mitte - wohl eines der gerade in der Nähe spielenden Kinder. Er nahm es in seine Arme. Die Geste wird zu einem Gleichnis, das zwei Gedanken verbindet: selbst wie ein Kind sein, um in das Himmelreich einzugehen, und sich in acht nehmen, den Kleinen und Schwachen kein Ärgernis zu geben.

Dann ist es, als richteten sich die Gedanken Christi nicht mehr auf die Jünger und ihre kindischen Querelen, sondern auf das leibhaftige Kind in seinen Armen. Was wird aus diesem gefährdeten Wesen werden?

Ärgernis geben bedeutet einen Menschen dadurch zu Fall bringen, daß man auf seinem Lebensweg zu einem Stein des Anstoßes wird, zu einem Stolperstein. Das Ärgernis - heißt es im Katechismus der katholischen Kirche - »ist eine Haltung oder ein Verhalten, das den Anderen zum Bösen verleitet. Wer Ärgernis gibt, wird zum Versucher seines Nächsten. Er gefährdet dessen Tugend und Rechtschaffenheit; er kann seinen Bruder in den seelischen Tod treiben.«20

Die Kleinen, das sind für Jesus wohl zuerst die Kinder: jenes, das er in seinen Armen hielt wie alle anderen, in deren offener Einfalt sich das Bild Gottes unverfälscht widerspiegeln kann. Aber Jesus denkt wohl auch an die vielen, die in irgendeinem Sinne »schwach« und »zerbrechlich« sind: »Welchen Wert muß der Mensch in den Augen des Schöpfers haben, wenn >er verdient hat, einen solchen und so großen Erlöser zu haben<, wenn Gott seinen Sohn hingegeben hat, damit er, der Mensch, nicht verlorengeht, sondern das ewige Leben hat (vgl. Joh 3,16)?«21

Durch Ärgernis geben kann das größte Werk Gottes - die Erlösung - in einem Menschen zunichte gemacht werden. Verführt und verstrickt in die Unerbittlichkeit der Sünde, geht er des Gnadenlebens verlustig, das kostbarer ist als das Leben des Leibes. Jetzt verstehen wir besser, warum dies Wort des Herrn so hart ist wie kaum ein anderes im Evangelium.

Wieviel Ärgernis wird Tag für Tag in der Welt gegeben! Der Herr erwartet von seinen Jüngern ein lebendiges Zeugnis und ein gutes Beispiel, aber auch Sühne und Wiedergutmachung. Die Worte des Herrn über die Hölle rufen uns dazu auf, für viele Menschen statt Stolpersteine verläßliche Weggefährten zum Heil zu sein. Mit einem alten Stoßgebet der Kirche bitten wir Maria: Iter para tutum!, bereite uns den sicheren Weg!

1 Mk 9,41-50. - 2 J.Dillersberger, Markus, Bd.4, Salzburg 1937, S.93. - 3 Katechismus der Katholischen Kirche, 1024. - 4 vgl. Mt 5,22; 13,42.50; Mk 9,43-48. - 5 Katechismus der Katholischen Kirche, 1036. - 6 vgl. Jes 24,21; 66,24; Weish 4,19 usw. - 7 Mt 25,41. - 8 vgl. Mt 13,24-30.47-50; Lk 14,16-24; 16,19-31 usw. - 9 vgl. Mt 24,51. - 10 vgl. Mt 25,1 ff. - 11 vgl. Mt 22,11-13. - 12 Mt 5,22. - 13 vgl. Mt 25,41 ff. - 14 vgl. Lk 3,17. - 15 Schreiben der Kongregation für die Glaubenslehre zu einigen Fragen der Eschatologie, 17.5.1979. - 16 II.Vat.Konz., Konst. Lumen gentium, 48. - 17 Johannes Paul II., Apost. Schreiben Reconciliatio et paenitentia, 2.12.84, 26. - 18 J.Dillersberger, a.a.O., S.98. - 19 vgl. Mk 9,33-37. - 20 Katechismus der Katholischen Kirche, 2284. - 21 Johannes Paul II., Enz. Redemptor hominis, 10.

von 22.05.2013 13:34

JAHRESKREIS
7. WOCHE - MITTWOCH

6

EINHEIT UND VIELFALT

Kein Monopolanspruch.
Vielfalt: ein Zeichen des Lebens.
Verschiedene Formen der Spiritualität.


I. Das heutige Evangelium1 schildert eine kurze, aber lehrreiche Episode. Den Jüngern ist aufgefallen, daß einer, der nicht zu ihrem Kreis gehört, im Namen Jesu Dämonen austreibt. Wer war dieser Unbekannte? Wir dürfen annehmen, daß er irgendwann einmal in Berührung mit Jesus gekommen war. Hatte er dessen heilende Macht selbst erfahren? Wir wissen es nicht. Die Jünger wundern sich darüber, daß auch einer, der nicht wie sie Jesus ganz nahe ist, in seinem Namen Machterweise wirken kann. Das Evangelium berichtet über ihre ungestüme Reaktion, wahrscheinlich mit dem Donnersohn2 Johannes an der Spitze, denn er ist es, der sich dann an Jesus wendet. Er tut es mit der Befangenheit dessen, der sich über den Ausgang der Angelegenheit unsicher ist, und deshalb hat seine Bemerkung den Klang einer Frage: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgte. Sucht er bei Jesus die Bestätigung, sie hätten sich richtig verhalten? Ahnt er vielleicht, daß der Herr es nicht gutheißen wird?

Tatsächlich werden die Jünger durch die Aufklärung des Herrn in einem wichtigen Punkt belehrt. Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. »Dieses Wort ist kein Gegensatz zu jenem anderen, bekannteren: Wer nicht für mich ist, der ist wider mich (Lk 11,23). Eher könnte man sagen, das Wort hier bei Markus erklärt genauer, was es heißt, für Christus zu sein. Ein Mann, der Dämonen austreibt in Seinem Namen, der glaubt an ihn. Auch wenn er nicht nachfolgt, ist er für Christus. Die Jünger sollen unterscheiden lernen: nicht alle, die nicht ständig Christus nachfolgen, sind schon gegen ihn.«3 Der Unbekannte handelt wohl auf eigene Faust, aber nicht in eigener Vollmacht: mit einer Spur Glauben beruft er sich auf Jesus, auf die Kraft seines Namens. Und Jesus nimmt ihn in Schutz und weist die enge Sicht seiner Jünger zurück.

Daraus lernen wir zunächst, offen zu sein gegenüber vielen, die gutwillig Christus verkünden, ohne ihn ganz zu kennen. Aber dieses Wort des Herrn verweist ebenso auf das apostolische Zeugnis derer, die ihn gut kennen. Bei der Christusnachfolge sind viele Schattierungen und Ausprägungen möglich: »Es gibt viele Formen des Apostolates, durch die die Laien die Kirche aufbauen, die Welt heiligen und in Christus beleben«4, heißt es in einem Text des Zweiten Vatikanischen Konzils. Keine Form der Spiritualität ist also »gültiger« oder »vorbildlicher« als andere, wenn sie sich aus Berufung und Sendung ergibt. Diese bestimmen die für eine konkrete Person jeweils gültige Ausprägung. Wenn eine apostolische Initiative - ob individuell oder von einer Gemeinschaft ausgehend - »= als andere, wenn sie sich aus Berufung und Sendung ergibt. Diese bestimmen die für eine konkrete Person jeweils gültige Ausprägung. Wenn eine apostolische Initiative - ob individuell oder von einer Gemeinschaft ausgehend - in rechter Weise in das Apostolat der Gesamtkirche eingeordnet«5 ist, dann verlangt die christliche Gesinnung, daß man sie achtet. Dies bedeutet nicht, daß man sich mit ihr auch identifizieren müßte. Aber freuen kann man sich immer, eingedenk des Wortes Jesu über die Ernte und die wenigen Arbeiter.6

Das Geschehen im heutigen Evangelium mag eine isolierte Begebenheit schildern, die Belehrung jedoch, die der Herr den Seinen erteilt, bleibt für alle Zeit gültig: Jesus weist den Monopolanspruch seiner Jünger zurück. Tatsächlich kann man sich kaum einen Christen vorstellen, der in einer Art geistlichen Totalitarismus’ seine eigene Vorstellung von christlicher Spiritualität oder vom apostolischen Zeugnis als die einzig gültige ansieht. Papst Johannes Paul II. spricht in Christifideles laici »von den endlosen und verschiedenen Modalitäten, nach denen alle und die einzelnen Glieder der Kirche als Arbeiter im Weinberg des Herrn arbeiten und den mystischen Leib Christi auferbauen.«7

Einheit ist etwas ganz anderes als eine Gleichförmigkeit, die die Seelen und die apostolischen Initiativen einengen würde. In der Kirche wächst eine wunderbare Vielfalt, Blumen vergleichbar, die ganz verschieden in Aroma, Farbe und Gestalt sind. Diese Vielfalt ist ein Reichtum zur Ehre Gottes. Deshalb heißt es: »Freue dich zu sehen, daß andere in guten apostolischen Werken arbeiten. - Bitte für sie um Gottes reiche Gnade und darum, daß sie dieser Gnade entsprechen. Aber du, weiter auf deinem Weg: sei gewiß, es gibt keinen anderen für dich.«8

II. Es gibt keine bessere Art, die uns anvertrauten Talente einzusetzen, als sich ganz dem Weg zu verschreiben, den man als gottgewollten für sich erkannt hat. Es ist nicht nur Zeitverschwendung, sondern auch eine überflüssige Versuchung, Vergleiche mit anderen geistlichen Lebensformen anzustellen. Denn die Folge daraus kann nur die Relativierung des eigenen Engagements sein.

»Das Pfingstwunder besteht darin, daß alle Wege dieser Erde ihre göttliche Weihe erhalten. Nie darf es dahingehend mißverstanden werden, daß nur einem einzigen Weg - auf Kosten der anderen Wege - ein Monopol oder eine ausschließliche Wertschätzung zukäme. Pfingsten: das ist die unbeschreibliche Vielfalt der Sprachen, der Umstände, der mannigfachen Formen, in denen wir Gott begegnen - keine aufgezwungene Gleichförmigkeit.«9

Vielfalt in der Einheit hat es von Anfang an gegeben. »Von Anfang an ist sich die Kirche bewußt, allen Völkern offenzustehen. Sie ist weder an eine Stadt noch an ein Reich gebunden, weder an eine Rasse noch an eine soziale Schicht. Jeder Partikularismus wäre die Aufhebung ihrer selbst. Sie ist weder Kirche der Sklaven noch der Herren, weder die der Römer noch der Barbaren, sondern die Kirche aller, denn sie läßt allen deutlich werden, daß sie Brüder sind. (...) Einheit und Katholizität gehören zusammen; die eine ist Grundlage und Lebenskraft der anderen.«10 So hat der Glaube von Anfang an alle erreicht: Männer und Frauen, Junge und Alte, Gesunde und Kranke, Freie und Sklaven, Gebildete und Ungebildete. Allen Getauften gemeinsam war die Einheit in der brüderlichen Liebe, in der überlieferten Lehre, in den Sakramenten und im Gehorsam gegen die legitimen Hirten.

Freuen wir uns also auch heute, wenn wir sehen, wie sich die Katholizität der Kirche in der Vielfalt der Apostolatsformen äußert. Die Kirche kann niemals in ihren Äußerungen uniform sein, denn sie soll alle Menschen erreichen, und Menschen sind nun einmal - Gott sei Dank - sehr verschieden. »Die Kirche ist auch darum katholisch, weil sie es versteht, die geoffenbarte Wahrheit, die sie in ihrem göttlichen Inhalt unversehrt behütet, in jeder menschlichen Umgebung so vorzulegen, daß es zu einer geistigen Begegnung mit den höchsten Ideen und den berechtigten Erwartungen jedes Menschen und jedes Volkes kommt. (...) Das Evangelium führt nicht zur Verarmung oder zur Auslöschung dessen, was jeder Mensch, jedes Volk und jede Nation, was jede Kultur während ihrer Geschichte als Wert, Wahrheit und Schönheit anerkennen und leben. Es regt vielmehr an, diese Werte aufzunehmen und sie weiter zu entwickeln: sie mit Freude und Großmut zu leben und im geheimnisvollen und erhebenden Licht der Offenbarung.«11

Das heutige Evangelium verweist nicht nur auf die Vielfalt, sondern auch auf die verschiedenen Intensitätsgrade des Zeugnisses für Christus. Der Herr läßt auch das gelten, was die Jünger für unzureichend halten. In unserem Alltag begegnen uns nicht nur Menschen, die engagiert Zeugnis geben, sondern auch solche, die sich für das Gute einsetzen, ohne sich jedoch ganz zu engagieren. Jesus weist sie nicht ab; und sein Wort an die Jünger klingt wie eine Mahnung an uns, »den Übereifer zu bändigen, der vor lauter Strebsamkeit nach dem Allerbesten das einfache Gute oft durch Härte verhindert oder übersieht«12.

Wir dürfen dort keine Grenzen ziehen, wo Jesus keine zog. Prüfen wir also, ob wir es verstehen, für die Vielfalt der Gaben Gottes in der Kirche und für die Mannigfaltigkeit der apostolischen Impulse dankbar zu sein. Denn aus dieser Dankbarkeit erwächst die konkrete Wertschätzung für jede gute Tat in Jesu Namen.

III. Die Vielfalt, die die Kirche von Anfang an aufweist, »rührt einerseits von der Unterschiedlichkeit der Gaben Gottes her, andererseits von der Vielzahl der sie empfangenden Menschen.«13 Ein Ausdruck dieser Vielfalt sind die verschiedenen liturgischen Uberlieferungen: »Die Kirchen ein und desselben geographischen und kulturellen Bereichs begannen allmählich, das Mysterium Christi in besonderen, kulturell geprägten Ausdrucksformen zu feiern. Unterschiede in den Formen finden sich bei der Art und Weise der Überlieferung des Glaubensgutes (vgl. 2 Tim 1,14), in der liturgischen Symbolik, im Aufbau der brüderlichen Gemeinschaft, im theologischen Verständnis der Mysterien und in Formen der Heiligkeit.= 14 Anders als die Vielfalt in der Liturgie - die wir nur selten erleben können - begegnet uns innerhalb der Kirche die Vielfalt in den Äußerungen der Spiritualität im Alltag.Christliche Spiritualität ist immer Nachfolge Christi und baut auf den Mitteln der Heiligung auf, die Christus seiner Kirche gegeben hat. Sie ist nie abstrakt, denn sie wird immer von konkreten Menschen gelebt, die von bestimmten sozialen, kulturellen, psychologischen und historischen Voraussetzungen geprägt sind. Dies bringt verschiedene Ausdifferenzierungen und Gewichtungen mit sich. Jeder Heilige gleicht dem anderen und ist doch von ihm verschieden. Die Nachfolge Christi, die ein bestimmter Mensch verwirklicht, ist angesichts seiner Begrenzungen eingeschränkt. Erst alle zusammen ergeben ein Bild Christi.

»Der große Reichtum an Verschiedenheiten steht der Einheit der Kirche nicht entgegen, sondern die Sünde und ihre Folgen belasten und bedrohen diese Gabe der Einheit unablässig.«15 Darum sollen wir wie der heilige Paulus bitten, die Einheit des Geistes zu wahren durch das Band des Friedens16: Einheit in der Wahrheit und in der Liebe und gleichzeitg lebendige Vielfalt in den Formen der Spiritualität, im theologischen Denken, in der Pastoral. »Insofern die Vielfalt wirklich Reichtum ausmacht und Fülle mit sich bringt, ist sie wahre Katholizität; der Pluralismus grundlegend verschiedener Meinungen führt jedoch zur Auflösung, Zerstörung und zum Verlust der Identität.«17

Der Heilige Geist ist das Band der Einheit und der Liebe, er öffnet der Kirche und jedem einzelnen vielfältige Wege der Heiligung. Wer ein bestimmtes Charisma, eine spezifische Berufung erhalten hat, trägt zum Aufbau der Kirche bei, indem er sich treu seinem besonderen Ruf stellt und den Weg geht, den Gott ihm gezeigt hat. Denn der Herr wartet auf uns dort, wo er uns hingestellt hat, und nicht anderswo.

»Du warst verblüfft darüber, daß ich die mangelnde >Gleichförmigkeit< in diesem Apostolat, in dem du arbeitest, guthieß. Und ich sagte dir: Einheit und Vielfalt. - Ihr müßt so verschieden sein, wie die Heiligen im Himmel verschieden sind, denn jeder von ihnen hat seine besondere persönliche Note. - Darüber hinaus aber müßt ihr euch gleichen wie die Heiligen, die keine Heiligen wären, wäre nicht jeder von ihnen eins mit Christus geworden.«18

Die Kirche gleicht einem menschlichen Organismus, dessen Glieder in ihrer Differenziertheit gleichzeitig zusammengehören.19 In ihr wird die natürliche Verschiedenheit von Charakteren, Neigungen und Meinungen über Gesellschaft, Wissenschaft oder Politik in allem, was nicht im Widerspruch zum Glauben und zur Lehre Christi steht, nicht nur respektiert, sondern gefördert. Mit einem Wort: Die Christen unserer Zeit und aller Zeiten bleiben vereint in Christus, in seiner Liebe und seiner Lehre, treu zur erhaltenen Berufung und verschieden in ihrer Persönlichkeit: jeder im Bemühen, Salz und Licht zu sein, brennende Kohle, Jünger Christi aus einem Guß.

1 Mk 9,38-40. - 2 vgl. Mk 3,17. - 3 J.Dillersberger, Markus, Salzburg 1937, S.92. - 4 II.Vat.Konz., Dekret Apostolicam actuositatem, 16. - 5 ebd., 23. - 6 vgl. Mt 9,37. - 7 Johannes Paul II., Apost. Schreiben Christifideles laici, 30.12.1988, 56. - 8 J.Escrivá, Der Weg, Nr.965. - 9 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.226. - 10 A. Hamman, Die ersten Christen, Stuttgart 1985, S.137. - 11 Johannes Paul II., Rundschreiben Slavorum Apostoli, 2.6.1985, 18. - 12 J.Dillersberger, Markus, Salzburg 1937, S.94. - 13 Katechismus der Katholischen Kirche, 814. - 14 ebd., 1202. - 15 ebd., 814. - 16 Eph 4,3. - 17 Schlußdokument der Außerordentlichen Bischofssynode 1985, II C 2. - 18 J.Escrivá, Der Weg, Nr.947. - 19 vgl. 1 Kor 12,13-27.

von 21.05.2013 12:48

JAHRESKREIS
7. WOCHE - DIENSTAG

5

EIN MESSIANISCHER PSALM

Christus ist die Mitte der Psalmen.
Bitte um Kraft zur Überwindung heutiger Hindernisse.
Christus, der König.


I. Die hundertfünfzig geistlichen Gedichte, die auf hebräisch - ganz ihrer literarischen Art entsprechend - Loblieder und auf griechisch psalmoi, also »Lieder zur Harfe« heißen, gehörten zur Tempelliturgie des Alten Bundes und zum Gottesdienst der Synagoge. Sie gehörten ebenso zum Gebetsschatz der jüdischen Familie. Jesus wird sie von Maria und Josef gelernt haben. »Die Psalmen sind das >Gebetbuch< Jesu Christi. Sie bilden die geistige Welt, in der der Erlöser, seiner Menschheit nach, lebt. So sehr gehören ihm die Bilder-, Ausdrucks- und Aussagewelt der Psalmen, daß sie ihm bei entscheidenden Situationen auf die Lippen kommen. Sie werden sogar sein Sterbegebet. Die Psalmen sind eben Geist vom Geiste Jesu Christi. Sie kommen aus der Höhe zum Menschensohn Christus Jesus und steigen wieder vom Menschensohn zur Höhe der göttlichen Herrlichkeit. Christus ist Anfang und Ziel der Psalmen. Christus ist die Mitte der Psalmen.«2 Sie sind »erst ein Schatten jener Fülle der Zeit, die in Christus, dem Herrn, angebrochen ist und aus der das Gebet der Kirche seine Kraft gewinnt«3.

Die Kirche betrachtet die Psalmen als »wichtigen Teil der heiligen Liturgie und des Gottesdienstes«4. Sie »betet mit jenen großartigen Liedern, die heilige Verfasser im Alten Bund auf Eingebung des Geistes Gottes gedichtet haben. Sie haben von ihrem Ursprung her die Kraft, Geist und Herz des Menschen zu Gott zu erheben und in ihnen fromme und heilige Gesinnung zu wecken. Im Glück helfen sie danksagen, im Unglück bringen sie Trost und Standhaftigkeit.= 4 Die Psalmen sind - vor allem im Stundengebet - die geborene Stimme der Kirche«5, »Quelle der Frömmigkeit und Nahrung für das persönliche Beten«6. Dies bezeugt Augustinus: »Wieviel weinte ich bei deinen Hymnen und Gesängen, heftig bewegt durch die Stimme deiner Kirche, die lieblich erklang. Diese Stimme strömte in meine Ohren ein, und klar und lauter floß die Wahrheit in mein Herz. Dort entzündete sie die Gefühle der Frömmigkeit.«7

Unter den Psalmen messianischen Charakters ragt der Psalm 2 hervor. Seine Mitte ist das geheimnisvolle Wort: Mein Sohn bist du. Heute habe ich dich gezeugt. »Glauben, daß der, der auf Golgota gestorben ist, zugleich derjenige sei, zu dem diese Worte gesagt sind, scheint ein unerhörter Widerspruch. Was bedeutet diese Anwendung des Wortes? Sie besagt, daß man die Königshoffnung Israels in dem am Kreuz Gestorbenen und für das Auge des Glaubens Auferweckten erfüllt weiß. Sie bedeutet die Überzeugung, daß zu dem, der am Kreuz starb; zu dem, der aller Macht der Welt entsagte (...); zu dem, der alle Schwerter beiseite legen ließ und nicht, wie es die Könige der Welt tun, andere für sich in den Tod schickte, sondern selbst in den Tod für andere ging; zu dem, der den Sinn des Menschseins nicht in der Macht und in deren Selbstbehauptung, sondern im radikalen Sein für die anderen sah, ja, der das Sein für die anderen war, wie das Kreuz es zeigt - daß zu ihm und zu ihm allein Gott gesagt hat: >Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt.< Im Gekreuzigten wird für die Glaubenden sichtbar (...), was der wahre Sinn von Königtum ist.«8

Die Apostelgeschichte zeigt, wie die ersten Christen in diesem Psalm Kraft inmitten ihrer Prüfungen fanden9. Als Petrus und Johannes zum Hohen Rat geführt wurden, weil sie im Namen Jesu einen Gelähmten am Tor des Tempels geheilt hatten, gaben sie mutig Zeugnis. Nach ihrer Freilassung gingen sie zu den Ihren und berichteten alles, was die Hohenpriester und die Ältesten zu ihnen gesagt hatten. Dann beteten sie alle zusammen zu Gott: Herr, du hast den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen und alles, was dazu gehört; du hast durch den Mund unseres Vaters David, deines Knechtes, durch den Heiligen Geist gesagt: Warum toben die Völker, warum machen die Nationen vergebliche Pläne? Die Könige der Erde stehen auf, und die Herrscher haben sich verbündet gegen den Herrn und seinen Gesalbten.10 Sie baten den Herrn um die Kraft, trotz aller Drohungen sein Wort mit allem Freimut weiter zu verkünden, denn sie wußten: dies war ihr Auftrag und ihre Verantwortung.

II. Die Worte, die der Psalmist an den Herrn zu einem Zeitpunkt richtet, da Jerusalem von feindseligen Völkern und Fürsten bedroht ist, sind prophetische Worte. Vom geschichtlichen Boden des Königtums ausgehend, erfüllen sie sich in Christus und bleiben seitdem gültig. Auch wir können mit Recht beten: Warum toben die Völker, warum machen die Nationen vergebliche Pläne? Warum so viel Haß und so viel Bosheit in der Welt? Der Widerstreit, der mit der Ursünde begann, dauert fort: Die Mächtigen der Erde verbünden sich gegen Gott und gegen alles, was von Gott ist. Die Würde alter Menschen, von Ungeborenen und Wehrlosen wird mißachtet, die Kirche verunglimpft, Christus selbst verhöhnt, Menschen, die dem Glauben treu bleiben wollen, verachtet.

Aber Gott ist stärker. Zu ihm, dem lebenspendenden Felsen11 gingen Petrus und Johannes und alle, die an jenem Tag mit ihnen versammelt waren. Am Ende ihres Gebetes - berichtet Lukas - wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt, und sie verkündeten freimütig das Wort Gottes12.

Dies ist »kein einmaliges, in sich abgeschlossenes Geschehen gewesen. Für immer ist er in der Kirche wirksam, aber immer auch von neuem und individuell und >situativ< in jedem einzelnen Gläubigen. Die Ausgießung des Heiligen Geistes ist das Lebensprinzip der ganzen Kirche auf Erden und auch das Belebungs- und das Steuerungsprinzip des einzelnen Menschenherzens. Nur dessen eigener böser Wille kann das verhindern und zunichte machen.«13 Wenn wir heute diesen Psalm beten, bitten wir um Kraft zur Überwindung der Hindernise in einer Welt, die sich Gott entfremdet. Wie die Jünger damals, bauen wir auf das gläubige Bewußtsein unserer Gotteskindschaft und das Königsein Jesu Christi14.

Laßt uns ihre Fesseln zerreißen und von uns werfen ihre Stricke. Ein weltweites Aufbegehren. »Sie durchbrechen das sanfte Joch, sie werfen von sich seine liebenswerte Bürde der Heiligkeit und der Gerechtigkeit, der Gnade, der Liebe und des Friedens. Sie wüten gegen die Liebe, sie verspotten die wehrlose Güte eines Gottes, der auf Legionen von Engeln, die ihn verteidigen könnten, verzichtet (vgl. Joh 18,36).= 14 Doch er, der im Himmel thront, lacht, der Herr verspottet sie. Dann aber spricht er zu ihnen im Zorn, in seinem Grimm wird er sie erschrecken. Und doch scheinen hier auf Erden viele Widersacher Gottes zu triumphieren. Die Menschheitsgeschichte - auch userer Zeit - ist voll von Namen, deren Erwähnung uns Grauen einflößt - Orte wie Menschen. Denn die Geschichte »ist, wie Augustinus in seinem >Gottesstaat< gezeigt hat, ein ständiger Kampf zwischen zwei Reichen: dem Reich Gottes und dem Reich des Bösen (des Satans). Sie unterscheiden sich durch zweierlei Liebe: Gottesliebe und Selbstliebe. Meist ist beides miteinander vermischt. Deshalb darf man einzelne geschichtliche Ereignisse nicht vorschnell als Zeichen Gottes oder als Ausgeburt des Bösen deuten. Man muß vielmehr wissen, daß Gott ein verborgener Gott ist, der uns allein in Jesus Christus eindeutig erschienen ist. Allein von Jesus Christus her haben wir den Maßstab, um die Geschichte und das Leben zu beurteilen.«15

Derselbe Augustinus meint, Zorn Gottes sei bereits die geistige Blindheit derer, die sich gegen das göttliche Gesetz versündigen.16 Andrerseits meint ein anderer Kirchenvater - Hieronymus -, der Zorn, von dem im Psalm die Rede ist, sei »nicht sosehr Zorn wie die nötige Zurechtweisung, so wie der Vater dem Sohn, der Arzt dem Kranken, der Lehrer dem Schüler sie erteilt«17.

Gott ist geduldig und will, daß alle Menschen gerettet werden18. Jedoch ist die Zeit des geduldigen Erbarmens nicht unbegrenzt: denn für jeden Menschen kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann19.

Papst Johannes Paul II. hat sich der Barmherzigkeit Gottes zu verschließen als eines der Merkmale unserer Zeit charakterisiert. Der Mensch »bleibt in der Sünde gefangen, indem er von seiner Seite her seine Bekehrung und damit die Sündenvergebung unmöglich macht, die er als unwesentlich und unbedeutsam für sein Leben erachtet. Dies ist eine Situation des geistlichen Ruins.«20

Wir, die wir Christus nahe sein wollen, müssen durch Sühne die gewaltsame Ablehnung Gottes von so vielen Menschen wiedergutzumachen suchen.

III. Das Mysterium des Bösen ist die bedrängendste Frage im Kontext der menschlichen Freiheit. Der Psalm 2 proklamiert das alles überwindende Königsein Christi: Ich selber habe meinen König eingesetzt auf Sion, meinem heiligen Berg. Den Beschluß des Herrn will ich kundtun. Er sprach zu mir: Mein Sohn bist du. Heute habe ich dich gezeugt. »Gott, unser Vater, hat uns in seinem Erbarmen seinen Sohn zum König gegeben. Er droht und ist zugleich mild; er kündigt uns seinen Zorn an und schenkt uns seine Liebe. Mein Sohn bist du: Er wendet sich an Christus und er wendet sich an dich und an mich, wenn wir uns dazu entschließen, alter Christus, ipse Christus zu sein.

Die Sprache vermag nicht mehr auszudrücken, was das Herz angesichts der Güte Gottes empfindet. Er sagt zu uns: Du bist mein Sohn; nicht ein Fremder, nicht ein Knecht, den man gütig behandelt, nicht ein Freund - das wäre schon viel -, ein Sohn!«21 Dies ist unsere Zuflucht: die Gotteskindschaft. Hier finden wir die nötige Stärke gegen die Widrigkeiten eines Milieus, das sich oft gegenüber der christlichen Sicht des Lebens feindselig zeigt.

Gott, unser Vater, bleibt uns immer nahe. Seine Gegenwart wirkt überall: in den Herzen der Menschen wie in den Ereignissen der Geschichte, im Kleinen wie im Großen. Überall wartet Gott auf uns, daß wir zu ihm gehen - mit unseren Bitten und unseren Nöten: Fordere von mir, und ich gebe dir die Völker zum Erbe, die Enden der Erde zum Eigentum. Besonders im Umgang mit dem eucharistischen Herrn - bei der Kommunion oder in Anbetung vor dem Tabernakel - können wir ihn an dieses Wort Fordere von mir ... erinnern.

Johannes Chrysostomos vergleicht die Verheißungen Christi mit den Verheißungen im Alten Testament: »Uns ist ja nicht ein Land verheißen, das von Milch und Honig fließt, kein langes Alter und reicher Kindersegen, nicht Brot und Wein, Schaf- und Rinderherden; nein, unser harrt der Himmel und sein Glück, wir werden Kinder Gottes sein und Bruder seines Eingeborenen, gemeinsam unser Erbe besitzen, mit ihm Ruhm und Herrschaft teilen und tausend andere Gaben empfangen.«22

Du wirst sie zerschlagen mit eiserner Keule, wie Krüge aus Ton wirst du sie zertrümmern. Nun denn, ihr Könige, kommt zur Einsicht, laßt euch warnen, ihr Gebieter der Erde! Dient dem Herrn in Furcht und küßt ihm mit Beben die Füße. Christus hat mit seinem Tod am Kreuz vor all seinen Feinden triumphiert. Einige Väter wagen den Vergleich, die eiserne Keule sei das Kreuz, ein Holz mit eiserner Kraft.23 Das Kreuz ist das Zeichen des Christen, das alles Widrige wie Krüge aus Ton zerbricht. Das Kreuz in unserem Verstand, in unserem Herzen, in all unseren Werken - dies heißt, ein Leben zu führen, das sich vor dem Opfer nicht fürchtet und die freiwillige Askese bejaht.

Der Psalm endet mit einem Aufruf des Vertrauens auf Gott. Wohl allen, die ihm vertrauen. In deinen Händen ruht der Menschen Schicksal. Nichts kann auf Erden deiner Macht entgleiten. Du sprichst das Urteil über alle Völker, voll des Erbarmens. Reiche entstehen, blühen und zerfallen, aber das deine überdauert alle, denn deine Herrschaft ist von Gott verliehen, ewigen Ursprungs.24

1 Th.Schnitzler, Was das Stundengebet bedeutet, Freiburg 1980, S.142. - 2 Allgemeine Einführung in das Stundengebet, 101. - 3 Pius X., Apost.Schreiben Divino afflatu, 1.11.1911. - 4 Allgemeine Einführung in das Stundengebet, 100. - 5 Basilius, Homilie zu Psalm 1, 2. - 6 II. Vat. Konzil, Konst. Sacrosanctum Concilium, 90. - 7 Augustinus, Bekenntnisse, 9,6. - 8 J.Ratzinger, Einführung in das Christentum, München 1968, S.176. - 9 vgl. Apg 4,23-31. - 10 Apg 4,24-26. - 11 1 Kor 10,4. - 12 Apg 4,29-31. - 13 P.Berglar, Petrus - Vom Fischer zum Stellvertreter, München 1991, S.190. - 14 J.Escrivá, Christus begegnen, 185. - 15 Katholischer Erwachsenen-Katechismus, Bonn 1985, S.127. - 16 Augustinus, Erklärung der Psalmen, 2,4. - 17 Hieronymus, Erklärung der Psalmen, 2. - 18 1 Tim 2,4. - 19 Joh 9,4. - 20 Johannes Paul II., Enz. Dominum et vivificantem, 46-47. - 21 J.Escrivá, Christus begegnen, 185. - 22 Johannes Chrysostomos, Homilien über das Matthäusevangelium, 16,5. - 23 vgl. Athanasius, Kommentar zu den Psalmen, 2,6. - 24 Erste Vesper vom Christkönigssonntag, Hymnus.

von esther10 21.05.2013 00:48



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21 Mai 2013, 11:55
Der Exorzismus des Papstes

Ein Befreiungsgebet auf dem Petersplatz? Von Armin Schwibach

Rom Eine der sichtbaren Änderungen bei den großen Begegnungen mit dem Papst (Generalaudienz, nach den Messen auf dem Petersplatz) besteht darin, dass es keine „prima fila“ („erste Reihe“) mehr gibt. War es früher einigen Einzelpersonen oder Vertretern von Vereinigungen und Institutionen möglich, zum Heiligen Vater zum sogenannten „baciamano“ („Ringkuss“) vorgelassen zu werden (was bei vielen jenseits einer besonderen Verbundenheit mit dem Papst auch zu Zwecken der Selbstdarstellung genutzt wurde), so hat Papst Franziskus mit dieser Tradition gebrochen.

Besser gesagt: in der „prima fila“ sitzen heute über 100 Personen, vor allem Kranke, Behinderte und Leidende, die vom Papst einzeln und persönlich begrüßt werden. Daher dauert heute die Generalaudienz bedeutend länger, da sich Franziskus für diese besondere „prima fila“ auch über eine Stunde Zeit nimmt. Die Begegnungen sind intensiv und berührend, vor allem wenn ein Behinderter im Rollstuhl zum Papst sagt: „Danke, dass es Sie gibt“; oder wenn sich Franziskus von den Leuten in ein Gespräch verwickeln lässt: „Sie sollten heilig gesprochen werden“, meinte ein Kranker nach der Heiligsprechung am 12 Mai. „Zuerst aber selig! “, erwiderte Franziskus mit einem Augenzwinkern. Den Menschen ist es so möglich, in einen direkten Dialog mit dem Papst zu treten, der sich nie zurückzieht und keiner Umarmung ausweicht.

So auch nach der heiligen Messe am Pfingstsonntag. Eine Begegnung jedoch war besonderer Art. Die Videoaufnahmen zeigen, wie einer der Kranken, ein junger Mann, Franziskus von einem Priester vorgestellt wird. Der Priester spricht einige Worte mit dem Papst, dessen Gesicht mit einem Schlag sehr ernst wird. Franziskus beschränkte sich nicht auf einen Segen mit Kreuzzeichen auf die Stirn. Der Papst legte dem jungen Mann die Hände auf. Dieser fuhr etwas in sich und öffnete den Mund.

Der Fernsehsender der italienischen Bischofskonferenz „TV 2000“ befragte zu diesem Ereignis einige Exorzisten. Diese bestätigten in der wöchentlichen Sendung „Vade retro“, dass es sich bei dieser Geste des Papstes um ein Befreiungsgebet gehandelt habe.

Der Direktor des vatikanischen Presseamtes, P. Federico Lombardi SJ, äußerte sich zu dieser Hypothese auf eine Anfrage: „Es war nicht Absicht des Papstes gewesen, auf dem Petersplatz einen Exorzismus zu praktizieren. Vielmehr wollte Franziskus für einen leidenden Menschen beten, der ihm vorgestellt wurde“.

Das Video des Befreiungsgebetes




  • 21.05.2013 00:29 - Islam
von esther10 21.05.2013 00:29

Islam


ISLAM = ANTI-CHRISTENTUM
Beiträge, die das beweisen und illustrieren und die CHRISTEN wachrütteln sollen
http://deislam.wordpress.com/2011/02/07/...n-art%E2%80%9C/

von esther10 21.05.2013 00:28


21 Mai 2013, 12:30
Kardinal Meisner: Der neue Papst ist kein Reformer

Kölner Erzbischof: In Fragen der Lehre passt zwischen Franziskus und seinen Vorgänger Benedikt XVI. «kein Blatt», auch in Fragen nach mehr Demokratie in der Kirche oder einer Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zum Kommunionempfang

Stuttgart (kath.net/KNA) Unter dem neuen Papst Franziskus wird es nach Ansicht des Kölner Kardinals Joachim Meisner (Foto) keinen grundlegenden Kurswandel in der katholischen Kirche geben. «Ich warne da vor falschen Hoffnungen», sagte Meisner in einem Interview der «Stuttgarter Zeitung» (Dienstag). In Fragen der Lehre passe zwischen Franziskus und seinen Vorgänger, Benedikt XVI., «kein Blatt».

Das gelte, so Meisner, auch für Forderungen nach mehr Demokratie in der Kirche oder einer Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zum Kommunionempfang. «Zu solchen Reformforderungen würde Franziskus wohl sagen - wenn ich ihn richtig interpretiere: Diese alten Anliegen hat die Kirche längst geordnet, macht euch endlich an die Neuevangelisierung der Welt, geht zu den Menschen und dreht euch nicht dauernd im Kreis.»

Kritik von kirchlichen Reformgruppen aus Deutschland wie der Kirchenvolksbewegung an seiner eigenen Amtsführung oder am Amtsverständnis der Kirche lassen den Kölner Kardinal nach eigenem Bekunden kalt. «Wenn die mich loben würden, müsste ich mich fragen, was ich verkehrt gemacht habe», so Meisner. Er könne manche Gruppen schon «wegen ihres verkehrten Grundansatzes» nicht akzeptieren, sagte der Erzbischof unter Anspielung auf eine andere Initiative. «Sie nennt sich Kirche von unten. Es gibt aber nur eine Kirche von oben her.»

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto (c) Erzbistum Köln
http://www.kath.net/news/41359

von esther10 21.05.2013 00:07

Der Heilige Geist erneuert das Antlitz der Erde und der Kirche auch durch die Sündenvergebung in der Beichte. Ein Kommentar zum Pfingstsonntagsevangelium von P. Bernhard Sirch



Illschwang www.kath.net
A - B - C: Pfingstsonntag. 1. Lesung: Apg 2, 1-11, 2. Lesung: Gal 5, 16-25 und Ev. Joh 20. 19-23

Zuversichtlich und voll Freude beten wir im Antwortpsalm des Pfingstfestes: "Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu". Erst recht gilt dieser Antwortpsalm von der Kirche: "Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Kirche wird neu". Wenn die Kirche erneuert wird, dann ist dies vor allem ein Werk des Heiligen Geistes.

Im heutigen Evangeliums wird uns ein Hinweis gegeben, wie und vor allem durch wen dieser Heilige Geist, der das Antlitz der Erde, das Antlitz der Kirche erneuert, wirksam wird: "Jesus hauchte die Jünger an und sprach zu ihnen: Empfangt den heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20, 22.23).

Ja, neu wird das Antlitz der Erde, besonders das Gesicht des Menschen hellt sich auf und Freude bricht aus der Tiefe des Herzens auf, wenn ein Mensch nach einem aufrichtigen Bekenntnis seiner Schuld die Worte Christi durch den Mund eines Priesters erfahren darf: „Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und uns den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er Dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich Dich los von Deinen Sünden: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.”

Gerade das Bußsakrament müssen wir neu in den Mittelpunkt bei der Erneuerung der Kirche stellen. Schon im natürlichen Bereich ist es so, dass man sich nicht wohl fühlt und dass man nur mit Widerwillen in eine Wohnung gehen will, wenn diese über längere Zeit nicht gereinigt wird. Es gibt auch eine Reinigung der Seele durch das Vermächtnis Jesu an diesem Pfingstfest: "Empfangt den heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben" (Joh 20, 22.23).

Zwar wird heute das Bußsakrament nicht geleugnet, aber in der Praxis hat das Bußsakrament nur einen geringen Stellenwert und kommt faktisch einer unausgesprochenen Leugnung gleich als hätte Jesus die Worte nie gesagt: "Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20, 22.23). Die Vergebung verweigern brauchen die von Christus bevollmächtigen Priester nicht, weil niemand kommt. Im Streben nach Heiligkeit eines jeden Christen ist eine Erneuerung der Kirche grundgelegt. Die Kirche muß sich erneuern durch ein Sterben nach Heiligung in den Priestern und in den Gläubigen. In der Pfingstsequenz beten wir: "Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem gieße Leben ein, heile du, wo Krankheit quält. Wärme du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt, lenke, was den Weg verfehlt".

Beim Sakrament der Sündenvergebung, des Bußsakramentes, geht es wesentlich um eine Erneuerung, es ist das Sakrament der Erneuerung und Befreiung und des Neuanfangs. Oft durfte ich miterleben, wie das Gesicht des Menschen durch die Gnade des Bußsakramentes erneuert wurde, neu aufstrahlte. Der 32. Psalm drückt es so aus: "Wohl dem, dessen Frevel vergeben, dessen Sünde bedeckt ist". Die Vergebung der Sünden bewirkt im Menschen durch den heiligen Geist die Erneuerung. Wer seine Sünden vor einem Priester bekennt, öffnet sein Herz, damit es durch das Bußsakrament gereinigt wird.

Selbst das Schuldbekenntnis am Anfang der hl. Messe, wo unsere läßlichen Sünden vergeben werden, soll für die Meßbesucher nicht etwas sein, was gewohnheitsmäßig an einem vorbeizieht, sondern der Christ soll über seine Fehlhaltungen nachdenken und sich seiner Schuld bewusst werden, so dass er vor Gott und damit auch vor den Menschen immer liebenswürdiger wird, erneuert wird.

Das Aussprechen, das Heraussprechen der Schuld bei der hl. Beichte soll keine Tortour sein, sondern eine Befreiung, eine Befreiung von Schuld, um wieder glücklich und froh sein zu können durch das Sakrament der Versöhnung, denn Gott ist barmherzig. Jesus ging gerade den Menschen nach, die sich in Schuld verstrickt haben.

Man kann heute im Menschen eine Zwiespältigkeit feststellen, um die vor allem die Seelsorger und Beichtväter wissen müssen. Man könnte fast meinen, das Lied mit den Engelein: "Wir kommen alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind" ist heute in Erfüllung gegangen: die einzelnen Menschen fühlen sich nicht schuldig. Wenn "Unrecht" auftaucht, dann wird von den Medien nach einem Schuldigen gesucht und ihm wie dem Sündenbock die ganze Schuld aufgeladen. Wenn der Sündenbock gefunden ist, dann hat die "Allgemeinheit" wieder das "Unschuldskleid" an.

Im Jahr der Priester wurde bei den Mißbrauchsfällen vor allem nach Priestern gefahndet, obwohl bei sexuellem Missbrauch nur 0,3 Prozent der Täter in der Kirche zu finden sind. Das hat der Gerichtspsychiater Reinhard Haller in einem Interview für ORF Vorarlberg betont. Die übrigen 99,7 Prozent der Missbrauchstäter kommen aus dem nichtkirchlichen Umfeld. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die Süddeutsche Zeitung: "Wenn man alle Missbrauchsfälle in der kath. Kirche zusammennimmt, so kommt man zu dem Ergebnis: "Missbrauch in der katholischen Kirche: Drei Promille aller Täter", also 0,3 %.

Ich habe den Eindruck, es ging beim Thema Missbrauchsfälle nicht darum, die Jugendlichen zu schützen, sondern man hat einen Sündenbock gefunden und auf den 0,3 % aller Täter herumgehackt. Auch die Priester, auch die Apostel sind Menschen mit Fehlern; das Verhältnis ist heute noch bessere, da nicht jeder 12. Priester ein Judas ist. Was mir als ehemaligem Dekanatsjugendseelsorger (15 Jahre) aufgestoßen ist: was sich heute in vielen Schulen abspielt oder generell unter Jugendlichen praktiziert wird, da fehlen alle Vergleichspunkte zu dem, was sich "früher" an "Missbrauchsfällen" ereignete und heute an den Pranger gestellt wird. Man ging bei den "Mißbrauchsfällen" nicht nur an den eigentlichen Tätern vorbei, sondern auch dem eigentlichen Problem.

Es ist ein Kennzeichen unserer Zeit, dass nur die Anderen schlecht sind, jeder Einzelne persönlich ist integer. Um beim angeführten Thema zu bleiben: Die 99,7 Prozent der Missbrauchstäter waschen in der Öffentlichkeit die Hände in Unschuld! Immer wieder kann ich in Gesprächen erleben, wie wichtig dieser feine Unterschied ist: dem angeprangerten Unrecht bei den Anderen steht die persönliche Integrität gegenüber.

Die heutige Zwiespältigkeit im Menschen, die Jesus mit Pharisäismus charakterisiert, erklärt Jesus so: "Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! - und dabei steckt in deinem Auge ein Balken? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen" (Mt 7, 3-5).

Selbst wenn das Verhältnis Splitter im eigenen Auge und Balken im Auge des Anderen so wäre, wie Jesus es darstellt, so muß ich mich bemühen, den schmerzenden Splitter im eigenen Auge heraus zu ziehen. Oft wird das wirklich Böse in der Welt in den Medien überdimensional, um in der Sprache Jesu zu bleiben: als "Balken", dargestellt. Diese Darstellung führt dazu, dass man sich beim Lesen der schrecklichen Meldungen beruhigt: aber bei mir ist das nicht so. Vor Gott ist nicht das Verhältnis zu anderen Menschen ausschlaggebend, sondern: wie halte ich die Gebote! Mein Gewissen ist ausschlaggebend; durch eine hl. Beichte wird auch das Gewissen, das oft erfolgreich totgeschlagen wird, geschult.

Der Psalmist betet: "Selig der Mensch, dem seine Missetat erlassen, dessen Herz ohne Falsch ist" (Ps 32). Die Beichte soll das Herz bilden. Wollen sie nicht lieber mit einem Menschen zusammen sein, "dessen Herz ohne Falsch ist" (Ps 32)? Wir machen heute riesige Fortschritte in der Technik, aber Rückschritte in der Bildung des Herzen. Nicht im Fortschritt der Technik, sondern in der Bildung des Herzens wird der Grundstein für eine glückliche Zukunft des Menschen sein. Das Bußsakrament ist auch das Sakrament der Bildung des Herzens.

Viele Schulungen bieten heute die Firmen an. Eine Schulung des Gewissens und Herzens gibt es nicht in unserer "höher entwickelten Kultur". Ich muß mir in die Augen schauen können. Weil wir diesem Blick nicht standhalten können, ist ein Zwiespalt in uns, der zu psychischer und seelischer Störung führt.

Es geht im alltäglichen Leben nicht um Mord- und Todschlag, sondern um eine schleichende seelische Verkrustung dem Mitmenschen gegenüber, die gestoppt werden muß. Die Lieblosigkeiten, die sich unter anderem in den vielen Ehescheidungen zeigen, sprechen eine harte Sprache und drängen bisweilen Menschen in ihrer aussichtslosen Lage in den Tod. Bei einer Trennung sind oft zwei Menschen, die sich zuerst geliebt haben, beteiligt und schuldig. Zu einem christlichen Leben gehört vor allem der liebende Umgang miteinander. Es genügt nicht, dass ich mir sagen muß: ich habe niemanden getötet.

Besonders "grausam" ist die Vorgehensweise von "Obern", die einen "Untergebenen" unbedingt zur Vollkommenheit zwingen wollen und dabei sogar meinen, im Auftrag Gottes zu handeln. In christlichen Gemeinschaften darf nicht der Wille im Vordergrund stehen, die "Untergebenen" durch rigorose Maßnahmen zur Heiligkeit zu verhelfen, sondern die gelebte Liebe soll junge Menschen zu einem Leben nach Heiligkeit ermuntern. Ein leuchtendes Ziel ist besser und einladender wie jede Rute. Menschen sollen aufblicken können zu Gemeinschaften, wo deutlich wird: "Gott ist die Liebe". Gott bewirkt, dass von Gemeinschaften gesagt werden kann: "seht wie sie einander lieben". Die Gabe des Heiligen Geistes ist die Liebe. Die Liebe macht den Menschen neu und erneuert auch die Kirche.
Die täglich neuen Schreckensmeldungen in die Zeitungen sind widerlich und versteinern das Äußere unserer Herzen und verhindern die dringend nötige Herzensbildung. Wie will ein Mensch gesund sein, wenn das Innerste in seiner Existenz krank ist: das Herz, die Seele?

Im Urgrund unserer Seele sind die gerade heute vermehrt auftretenden psychischen Erkrankungen zu sehen. Nicht der Psychiater bringt in diesem Fall eine Heilung, sondern der Seelenarzt: Christus, bzw. der Priester, der im Namen Gottes die Schuld wegnimmt, das Herz frei macht, erlöst.

Wir beten jedoch im Confiteor nicht nur, dass ich Böses getan habe, sondern auch, dass ich Gutes unterlassen habe. Der hl. Paulus geht sogar noch weiter, wenn er sagt: "Besiege das Böse durch das Gute" (Röm 12, 21). Es ist für das geistliche Leben oft sinnlos, wenn wir unser Augenmerk nur auf das Meiden des Bösen richten. Der hl. Paulus stellt uns in der heutigen zweiten Lesung ein Ziel vor Augen: "Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung" (Gal 5, 22.23). Bitten wir Gott immer wieder, dass er unseren Blick für das Gute öffne; wir sollen nachsinnen, wie wir das Gute tun können, damit wir das Böse in Geduld und Gelassenheit durch das Gute überwinden. Bei der hl. Beichte spreche ich nicht nur: "Ich spreche dich los von deinen Sünden...", sondern auch: "Der Herr, der Hl. Geist gebe dir Kraft zum Guten und erneuere dein Angesicht".

Wie sehr wir zur Christus gehören, bzw. aus dem Geist leben, sagt Paulus lapidar: "Alle, die zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. Wenn wir aus dem Geist leben, dann wollen wir dem Geist auch folgen" (Gal 5, 24.25).

Ein altes Sprichwort sagt: "Ein ruhiges Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen". Dieses ruhige Gewissen ist auch die Grundlage und Voraussetzung der Freude, die aus dem Inneren kommt. Diese Freude, die unser Innerstes erfüllt und zur Ruhe kommen läßt, auch wenn es nach außen hin stürmt und tobt, will uns Gott geben in der Gabe des Heiligen Geistes. Diesen lebensspendenden heiligen Geist, die Freude des Heiligen Geistes, die Ihre Personmitte heil macht, darf ich Ihnen an diesem Pfingstfest wünschen.

www.pater-bernhard.de

von 20.05.2013 14:28

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JAHRESKREIS
7. WOCHE - MONTAG

4

UM GLAUBEN BITTEN

Der Glaube, eine Gabe Gottes.
Der Glaube sieht und hilft sehen.
Alles zu Seiner Ehre tun.


I. Das heutige Evangelium setzt unmittelbar nach der Verklärung ein: Als Jesus und die drei Jünger zu den anderen Jüngern zurückkamen, sahen sie eine große Menschenmenge um sie versammelt und Schriftgelehrte, die mit ihnen stritten. Es heißt dann, daß die Leute in großer Erregung auf Jesus zuliefen. Die Szene ist anschaulich geschildert. Die Menschen wenden sich von den hilflosen Jüngern und den vermutlich hämisch erfreuten Gesetzeslehrern wie auch von dem kranken Jungen und seinem Vater ab. Dieser klagt und bittet zugleich: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht. Er ist von einem stummen Geist besessen (...). Ich habe schon deine Jünger gebeten, den Geist auszutreiben, aber sie hatten nicht die Kraft dazu.1 Die Jünger hatten zwar schon im Namen Jesu Wunder gewirkt, aber diesmal sind sie ohnmächtig.

Der Glaube des Vaters ist schwach. Er reicht gerade, um zu ahnen, Jesus könnte ihm aus der ausweglosen Situation helfen; der volle, bedingungslose Glaube indessen, den Jesus erwartet, fehlt ihm. Wenn du kannst, hilf uns; hab Mitleid mit uns! fleht er den Herrn an.

Überraschend und beklemmend dann der Ruf Jesu: O du ungläubige Generation! Wie lange muß ich noch bei euch sein? Wie lange muß ich euch noch ertragen? »Der Ausruf ist ein erschütternder Einblick in sein Herz, das in echt menschlicher Weise seinem Schmerz Luft macht. Die Verständnislosigkeit und der ständig so schwache Glaube der Menge und auch der Jünger läßt ihn den Aufenthalt unter den Menschen fast unerträglich schwer empfinden. Was wissen wir über den ungeheuren Unterschied zwischen dem Seelenleben des Gottmenschen und dem der anderen Menschen! Von welchen Höhen galt es immer wieder herabzusteigen, welche weiten Räume waren zu durchmessen - menschlich gesprochen, war es eine ungeheure Anstrengung, eine ständig schmerzende Seelenanspannung, diese kleinliche, erbärmliche Art der Menschen zu ertragen und sich ihnen anzupassen.«2

Die Klage des Herrn mindert seine Anteilnahme am Leid des Vaters nicht. Jesus bricht nicht den Stab über ihn, er erbarmt sich seiner Not und hilft ihm, einen Schritt weiterzugehen. Jesus »durchschaut die innere Wirrnis des armen Menschen und kommt ihm zuvor: Was das Können betrifft, so ist dem alles möglich, der Glauben hat (Mk 9,23). Alles ist möglich: allmächtig sind wir! Aber mit Glauben. Jener Mann spürt, daß sein Glaube schwankt, er befürchtet, das mangelnde Vertrauen könne die Heilung seines Sohnes vereiteln. Und er weint. Schämen wir uns nicht solcher Tränen, denn sie kommen aus der Liebe zu Gott, aus dem reumütigen Gebet, aus der Demut. Und der Vater des Knaben rief unter Tränen: Ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben (Mk 9,24).«3 Wie leicht ist es, sich mit dieser Bitte zu identifizieren! Jesus, ein Körnchen Glauben habe ich schon, aber ich merke, das ist viel zu wenig! Laß ihn wachsen, daß er Werke hervorbringt! Daß ich meine Sünden beweine und mich wirklich auf deine Macht und deine Barmherzigkeit stütze!

Der Glaube ist eine gottgeschenkte Gabe. Gott öffnet das Herz des Gläubigen für das übernatürliche Licht. Deswegen sollen wir darum bitten; aber zugleich gilt es - auch dies ist ohne göttliche Hilfe nicht möglich -, die inneren Voraussetzungen dafür zu schaffen: Demut, Reinheit des Herzens, Offenheit.

Wenn irgendwann einmal unser Glaube schwankt, weil das Apostolat schwierig ist oder uns nahestehende Menschen - Freunde, Geschwister, Kinder - im Glauben unsicher werden, erinnern wir uns dann an die Reaktion dieses besorgten Vaters. Zuerst müssen wir bitten. Johannes Chrysostomos sagt, daß es Sache Gottes ist, die Augen zu öffnen, aber Sache des Menschen, zu hören - also ein zugleich göttliches und menschliches Werk.4 Die demütige Haltung dieses armen Vaters kann uns Vorbild sein: ohnmächtig beruft er sich auf Jesu Barmherzigkeit: hilf uns, hab Mitleid mit uns! Das ist der sichere Weg: sich auf die göttliche Barmherzigkeit verlassen. Der Herr versagt niemals seine Gaben, wenn wir ihn in Demut, mit reinem und offenem Herzen darum bitten: »Erschließt sich unser Geist dem Hauch der Gnade, stimmt er ihrem Wirken zu und arbeitet er auch nur ein wenig mit, so wird Gott uns stärken, uns führen und geleiten von Liebe zu Liebe, bis zu jenem lebendigen Glauben, der für unsere Umgestaltung notwendig ist«5.

II. Wie sahen die Menschen, die ihm damals in Palästina begegneten, Jesus? Sie sahen ihn je nach ihren inneren Voraussetzungen. Seine Mutter erfaßt ihn tiefer als alle anderen. Die von ihm Geheilten erkannten ein wenig von seiner Güte. Anderen fehlte die Offenheit des Herzens, und sie suchten nicht die Ehre Gottes, sondern nur die eigene.6 Sie weigerten sich, sehend zu werden und an Jesus zu glauben. Einige Pharisäer blieben offen, aber unschlüssig, andere waren durch die äußere Hülle des Gesetzes wie vernagelt und infolgedessen unempfänglich für die Wunder, die auf seine Messiaswürde hinwiesen: »Der Sohn Gottes steht vor ihnen; sie aber sehen in ihm nur einen Aufrührer und gehen mit der Entrüstung des Gerechten gegen jeden vor, der an ihn glaubt. Da sie nicht sehen wollen, wirkt das, was ihnen von Gott her entgegentritt, daß sie fortan nicht sehen können. Ihre Blickkraft verschließt sich. Sie erblinden.«7

Der Herr spricht: Meine Lehre stammt nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat. Wer bereit ist, den Willen Gottes zu tun, wird erkennen, ob diese Lehre von Gott stammt oder ob ich in meinem eigenen Namen spreche.8 Jesus deutet den tiefsten Grund an für die Weigerung, ihn als den ersehnten Messias anzuerkennen: sie haben nicht Gott, sondern den Teufel zum Vater9.

Gott gibt sich jenen zu erkennen, deren Herz und Verstand offen ist. »Wo wir Gott anreden, wo wir uns zu Gott hin öffnen, werden wir selber neu, und umgekehrt: Wo Welt sich vor Gott verschließt, sich von ihm abwendet, da ist sie wie ein Planet, der aus seinem Schwerefeld herausbricht und der dann ortlos durch das Nichts hingleitet. Sie ist dann wie eine Erde, die dann von keiner Sonne mehr beleuchtet wird und in der das Leben erlischt.«10 Alle haben Augen zum Sehen, aber nicht alle können das Licht der Sonne schauen. Doch hört die Sonne nicht auf zu leuchten, weil einige im Dunkel bleiben und wie blind sind. Bemühen wir uns deshalb, uns in jeder Situation unseres Lebens dem Licht von oben zu öffnen! »In jeder Fügung, die an uns kommt, leuchtet das Licht Gottes auf, und begibt sich das Sehendwerden oder Erblinden. Wehe uns, wenn wir nicht wach bleiben; wenn wir uns nicht immer wieder in der Bereitschaft erneuern! Wehe uns, wenn wir im Nichtsehen zufrieden werden; wenn die Gestalt des Herrn verblaßt und uns darüber nichts mehr einfällt!«11

Diese Gedanken können uns auch helfen, Familienangehörige, Freunde oder Kollegen Gott näherzubringen. Die mangelnde Entschlossenheit, sich von der Sünde abzuwenden und sich der Gnade zu öffnen, ist für sie wie für uns das größte Hindernis, den Glauben oder die Berufung ernstzunehmen. Wenn Herz und Empfinden im Dunkel bleiben, verunklären sich nicht nur evidente Zusammenhänge, auch die Eingebungen Gottes prallen an unserer Stumpfheit ab. Eingesperrt im eigenen Egoismus suchen wir dann nicht mehr das Gute, sondern Bequemlichkeit und Zerstreuung. Das Ja zum Glauben oder zu einem hohen Ideal erscheint dann immer schwieriger; und auch wenn einer den Ruf Gottes schon vernommen hat, verebbt dann allmählich der Schwung der Berufung wieder.

Die reumütige Beichte ist das große Mittel, die innere Klarheit wiederzugewinnen und auf den Weg des Glaubens zurückzufinden. Wer sein Herz läutert und reinigt, in dem können Glauben und Großzügigkeit neu aufkeimen. Viele wissen aus Erfahrung, daß Zweifel und lähmende Beschwernisse verschwinden, wenn einer sich ein Herz faßt und in aller Aufrichtigkeit beichten geht.

III. Das Unbehagen der Jünger über ihr Unvermögen, den kranken Jungen zu heilen, fuchst sie. Als Jesus nach Hause kam und sie allein waren, fragten sie ihn: Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben? Die Antwort des Herrn damals gilt bis heute: Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden.

Es gibt Dinge und Situationen, die nur betend gemeistert werden können. »Es ist wichtig, Beten nicht nur dann zu pflegen, wenn es uns gerade Freude macht. Wie nichts Großes im Menschenleben ohne Disziplin und Methode zu erreichen ist, so braucht auch das innere Leben beides. Wenn wir einen großen Künstler hören, der meisterhaft sein Instrument beherrscht, dann bewegt uns die Leichtigkeit, das scheinbar Selbstverständliche und Gelöste, das einfach die Schönheit des Werkes selber sprechen läßt. Aber gerade damit es am Ende diese Leichtigkeit gebe, in der sich das Große rein und unverstellt ausdrückt, muß eine lange zuchtvolle Arbeit vorangehen. Das innere Leben darf uns nicht weniger wert sein als die äußeren Verrichtungen, als Sport und technisches Können. Das >Wachsen des inneren Menschen< ist unseres ganzen Einsatzes wert: Die Welt braucht Menschen, die innerlich reif und reich geworden sind.«12

Beten, das sind nicht nur die Worte, die wir sprechen; auch die Werke und die Arbeit, die wir gläubig dem Herrn darbringen, können und sollen eine Art Gebet zur Ehre Gottes sein. »Die Vorsehung trägt dem einzelnen in der Form der Situation die für ihn jetzt wichtigen Menschen, Dinge, Verhältnisse zu und fordert, daß er handle. Nicht aus einem abstrakten Prinzip, aber auch nicht aus subjektiver Willkür, sondern aus der Sinnforderung der Menschen und Dinge, wie sie jeweils sind. In der Forderung der Situation Gottes Willen zu erkennen und ihn durch diese Sachgerechtigkeit zu erfüllen - das heißt wahrhaft >alles zu seiner Ehre tun<.«13

Herr, vermehre uns den Glauben! Beten wir oft so zum Herrn, gerade in Bedrängnis: wenn das »Alles meinem Gott zu Ehren!« uns nicht einleuchtet, wenn die Früchte unseres Apostolates ausbleiben, wenn wir merken, daß dieser oder jener Fehler sich nicht ohne weiteres ausmerzen läßt, wenn wir meinen, Gottes Wille übersteige unsere Kräfte. So beteten die Apostel, als sie merkten, wie schwach ihr Glaube war - obwohl sie Christus so nahe waren, ihn hörten und sahen. So betet der besorgte Vater im heutigen Evangelium. »Mit den gleichen Worten wenden wir uns jetzt zu ihm, am Ende dieser Zeit des Gebetes. Herr, ich glaube! Ich bin in deinem Glauben aufgewachsen und ich habe mich entschlossen, dir von nahem zu folgen. Im Laufe meines Lebens habe ich oft deine Barmherzigkeit erfleht. Und oft auch habe ich es für unmöglich gehalten, daß du so herrliche Wunder in den Herzen deiner Kinder wirken könntest. Herr, ich glaube! Aber hilf mir, daß ich stärker und tiefer glaube.

Und auch an Maria richten wir unser Gebet, denn sie, die Mutter Gottes und unsere Mutter, ist die Lehrmeisterin im Glauben: Selig, die du geglaubt hast, daß in Erfüllung gehen wird, was dir vom Herrn gesagt wurde (Lk 1,45).«14

1 Mk 9,13-28. - 2 J.Dillersberger, Markus, Salzburg 1937, S.71-72. - 3 J.Escrivá, Freunde Gottes, 204. - 4 Johannes Chrysostomos, Homilien über die Apostelgeschichte, 35. - 5 Franz von Sales, Über die Gottesliebe, Einsiedeln 1985, S.72. - 6 vgl. Joh 5,41-44. - 7 R.Guardini, Der Herr, Würzburg 1951, S.176. - 8 Joh 7,16-17. - 9 vgl. Joh 8,42-44. - 10 J.Ratzinger, Mitarbeiter der Wahrheit, Würzburg 1992, S.212. - 11 R.Guardini, a.a.O., S.180. - 12 J.Ratzinger, Diener eurer Freude, Freiburg 1988, S.79. - 13 R.Guardini, Vorschule des Betens, Mainz 1986, S.139. - 14 J.Escrivá, Freunde Gottes, 204.

von esther10 20.05.2013 00:59

Interview mit Kardinal Meisner über den neuen und den alten Papst und den Eucharistischen Kongress. Von Ludwig Ring-Eifel und Andreas Otto (KNA)

Köln (kath.net/KNA) Die Deutsche Bischofskonferenz und das Erzbistum Köln laden vom 5. bis 9. Juni zum Eucharistischen Kongress nach Köln ein. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) sprach am Mittwoch mit dem Kölner Kardinal Joachim Meisner über das kommende Großereignis und über den Zustand der Kirche unter dem neuen Papst Franziskus, aber auch über die „Pille danach“ und über Meisners Besuch bei Benedikt XVI.

KNA: Herr Kardinal, Anfang Juni ist Köln Gastgeber des Eucharistischen Kongresses. Warum dieses Treffen?

Meisner: Nach dem schrecklichen Missbrauchsskandal habe ich gespürt: Die Kirche braucht in Deutschland nichts nötiger als die Besinnung auf den Herrn. Ich habe ja mit allen Opfern persönlich gesprochen, soweit das möglich war. Nach den Begegnungen habe ich mich gefragt, wer diese Verwundungen heilen kann. Ich kann es nicht. Das kann nur der Herr selber. Ihn haben wir im Altarsakrament, in den eucharistischen Gestalten von Brot und Wein, mitten unter uns.

KNA: Kann das Wort «Eucharistie» noch Anziehung entfalten?

Meisner: Das muss man übersetzen. Aber die größere Schwierigkeit ist das Wort Kongress. Jeder denkt da an eine Fachtagung. Dabei ist das in vielen Ländern üblich und bekannt: Wir wollen ein großes Fest des Glaubens feiern - mit Gottesdiensten, Katechesen, Gespräch, Glaubenszeugnissen...

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KNA: Ist der Glaube an die reale Gegenwart Christi in der Eucharistie nicht schon verdunstet?

Meisner: In Teilen leider ja. Der Eucharistische Kongress stellt eine Gegenbewegung dar. Aber es gibt auch noch eine große Wertschätzung für das Sakrament - etwa wenn Gemeinden den Wegfall einer Messe beklagen. Es lässt mich aufhorchen, wenn sie das als Verlust empfinden. Es macht mich aber auch traurig, wenn Gläubige sagen, dass ihnen die Messe im zwei Kilometer entfernten Nachbardorf zu weit ist.

KNA: Die Welt hat seit wenigen Wochen einen neuen Papst. Wie sehen Sie den neuen Amtsstil von Papst Franziskus?

Meisner: Er ist völlig anders als der, den ich von seinen Vorgängern kannte. Franziskus wohnt ja immer noch im Konklavequartier, dem Gästehaus Santa Marta. Das bringt den Laden da ganz durcheinander, weil es mit vielen Sicherheitsauflagen verbunden ist.

KNA: Will er damit Distanz zur Kurie wahren?

Meisner: Mit der Kurie hat das weniger zu tun. Er ist Südamerikaner und will wohl mehr unter Leuten sein. Im äußeren Habitus gibt sich der neue Pontifex anders als Benedikt XVI., aber in der Sache liegen sie sehr beieinander. Was der neue Papst von der Armenkirche sagt, passt zu Benedikts Wort von der «Entweltlichung».

KNA: Widerspricht der Apostolische Palast seinem Armutsideal?

Meisner: Das päpstliche Appartement ist doch eine ganz normale Wohnung. Groß ist dort nur der Empfangsraum. Die Privaträume sind klein. Ich habe ein größeres Schlafzimmer als der Papst.

KNA: Kritik hat immer wieder die barocke Kleidung von Benedikt XVI. ausgelöst.

Meisner: Das hat doch nichts mit Prunksucht zu tun. Sein großes Thema war die Einheit der Kirche vor und nach dem Zweiten Vatikanum. Dieses Konzil hat viele sehr gute und neue Impulse für die alte Kirche gebracht. Das gilt auch für die Liturgie, obwohl bei der Durchführung manchmal der Eindruck erweckt wurde, dass wir nun einen neuen Messritus haben und der bisherige verboten ist. Es gibt nun aber den einen römischen Ritus in zwei Formen. Benedikt wollte neben der neuen auch der alten Form Geltung verschaffen, denn eine über 1.000-jährige Liturgie kann man nicht einfach verbieten. Damit hat er für Kontinuität gesorgt. Und diese Kontinuität zeichenhaft auch in seiner Kleidung sichtbar gemacht.

KNA: Wie geht es Benedikt XVI. gesundheitlich?

Meisner: Am 18. März, also am Abend vor der Einführung des neuen Papstes, habe ich ihn besucht. Da bin ich erschrocken, wie schmal er geworden ist. So eine halbe Portion. Ich war ja mit seinem Rücktritt erst gar nicht einverstanden. Aber als ich ihn so sah, da sind meine Vorbehalte weggeschmolzen. Geistig ist er allerdings ganz fit, ganz der alte.

KNA: Hat der Rücktritt das Papstamt verändert?

Meisner: Eigentlich nicht. Allerdings könnte von der Psychologie her ein anderer Eindruck entstehen. Bis zum Tod - das habe ich nicht nur in Bezug auf Ehen so gesehen, sondern auch auf das Papstamt. Aber die heutige Medizin erlaubt es, dass ein Mensch trotz Krankheit und Altersschwäche lange lebt. Der frühere israelische Ministerpräsident Ariel Scharon ist schon seit Jahren im Wachkoma. Für das Papstamt wäre eine solche Situation nicht tragbar.

KNA: Welche Impulse erhoffen Sie sich von Franziskus?

Meisner: Er sollte uns Europäern klar machen, dass wir nicht dauernd Nabelschau halten, sondern uns um die Evangelisierung zu kümmern haben. In Frankreich sind mit den Katholiken Muslime, Juden und viele Menschen guten Willens wegen der «Homo»-Ehe der Regierung aufs Fell gerückt. Und wir? Wir sprechen in Deutschland über die Priesterweihe für Frauen und solche Themen, die längst geregelt sind, und scheuen die gesellschaftliche Auseinandersetzung.

KNA: Ihr eigener Diözesanrat hat sich gegen den Pflichtzölibat und für die Priesterweihe von Frauen...

Meisner: ...das ist nicht Sache dieses Gremiums, sondern das ist Sache der Bischöfe. Ihnen hat der Herr aufgetragen zu lehren. Die Laien sollten sich nicht klerikalisieren, sondern ihren Weltauftrag ernst nehmen. Umgekehrt sollten sich Kleriker nicht laisieren – so wie neulich ein Bischof, der sich zur Besteuerung von Reichen äußerte.

KNA: Warum teilen selbst aktive Katholiken nicht die Positionen des
Lehramtes?

Meisner: Das liegt nicht zuletzt an der jahrzehntelangen Berieselung der Medien mit negativen Nachrichten über die Kirche. In Fragen wie Ehe, Familie oder Sterbehilfe bringen sie immer nur kritische Stimmen. Kirche und Glaube werden als überholt dargestellt. Da kann man wohl schwer katholisch bleiben! Die Menschen denken dann oft nicht selber darüber nach, sondern übernehmen das.

KNA: Die Laien akzeptieren die Rolle des Lehramts nicht...

Meisner: Das ist aber eine Sache des Glaubens. Wer das nicht annehmen kann, ist in diesem Punkt nicht mehr katholisch, der ist eigentlich protestantisch. Das gibt es so nirgends außer bei uns in den deutschsprachigen Ländern.

KNA: Derzeit steht die Kirche wegen ihres Arbeitsrechtes in der Kritik. Kann sie Wiederverheiratete beschäftigen?

Meisner: Nach unserer Grundordnung nicht.

KNA: Und das gilt für die Putzfrau wie für den Chefarzt?

Meisner: Die Grundordnung sieht da durchaus Differenzierungen vor. Es ist auch ein Unterschied, ob ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin die Lehre der Kirche bekämpft, oder sie anerkennt, aber im konkreten Fall versagt.

KNA: Sie selbst machen bei Lockerungen nur ungern mit?

Meisner: Wenn wir nicht genügend überzeugendes Personal für unsere kirchlichen Einrichtungen haben, sollten wir abspecken. Wenn der Motor zu schwach ist, muss eine kleinere Karosserie her.

KNA: Ihr Schwenk bei der «Pille danach» hat überrascht. Bei einer Vergewaltigung soll ein Präparat mit verhütender Wirkung erlaubt sein. Ethisch nicht vertretbar halten Sie ....

Meisner: ...nicht nur ich, sondern die katholische Kirche...

KNA: ...eine Pille mit abtreibender Wirkung. Kann man einer Frau eine gewaltsame Schwangerschaft zumuten?

Meisner: Was einer vergewaltigten Frau widerfährt, ist sehr schlimm. Aber die Kirche muss auch Partei für das Kind ergreifen. Es ist der schwächste und unschuldigste Beteiligte in dieser Problemlage. Ich habe damals erstens gesagt: Der Schutz eines Menschenlebens gilt uneingeschränkt und von der Zeugung an. Zweitens bin ich mir bewusst, dass dies in geradezu schwerste Entscheidungssituationen führt. Deshalb ist drittens ärztlicherseits darauf hinzuweisen, dass eine Abtreibung auch in diesem Falle in einem katholischen Krankenhaus nicht möglich ist.

KNA: Katholische Ärzte müssen auch über die abtreibende «Pille danach» und deren Zugänge informieren. Auf gleicher Basis agierten doch auch die katholischen Beraterinnen in der Schwangerenkonfliktberatung...«

Meisner: Nein, die haben den Beratungsschein ausgestellt, der zu einer Abtreibung berechtigt. Er wurde mit Recht als Tötungslizenz definiert und war damals doch der »casus belli« gewesen.

KNA: Herr Kardinal, Weihnachten werden sie 80 Jahre alt. Ist das Ihr letzter Geburtstag als Erzbischof von Köln?

Meisner: Nach kirchlicher Praxis steht für mich dann der Wechsel in den Ruhestand an.

KNA: Wo wollen Sie den verbringen?

Meisner: Ich möchte auf jeden Fall in Köln bleiben - nach dem Motto meiner Großmutter »Wo mein Fleisch geblieben ist, sollen auch meine Knochen bleiben«. Hier war ich am längsten in meinem Leben, und hier fühle ich mich wohl.

KNA: Wissen Sie schon, wo Sie wohnen werden?

Meisner: Wenn wir von Ruhestandsgeistlichen verlangen, das Pfarrhaus zu verlassen, kann ich als Erzbischof nicht hier in unmittelbarer Nähe des Bischofshauses bleiben. Wir haben im Erzbistum genügend Möglichkeiten. Wenn ich einen Sessel habe, wo ich gut sitzen und beten kann, vielleicht auch eine kleine Kapelle, genügt mir das.

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von esther10 20.05.2013 00:41

Christen, die in einer zweiten, nur zivilen Verbindung leben! Ein kath.net-Klartext von Weihbischof Andreas Laun, Salzburg.



Salzburg (www.kath.net)
Die Frage, ob Katholiken, die geschieden und dann staatlich eine neue Verbindung eingegangen sind, zur heiligen Kommunion gehen können oder nicht, ist eines der „heißen Themen“ in der öffentlichen Meinung geworden und manchmal nehmen sogar Menschen dazu Stellung, die gar nicht gläubig sind und nicht einmal Mitglieder der Kirche!

Diskutiert wird darüber meistens als eine Frage der Barmherzigkeit: Wäre die Kirche doch barmherziger, würde sie „es“ erlauben, sagt man! Eng verbunden damit ist die Forderung nach „Mahlgemeinschaft“ mit den Protestanten, manchmal fordert man sogar den Zugang zur heiligen Kommunion für Nicht-Christen! Wäre die Kirche dazu „endlich“ barmherzig genug, wäre viel Gutes davon zu erwarten, meinen jene, die sich von der Erfüllung dieser (und auch anderer) Forderungen eine große, wunderbare Reform der Kirche versprechen!

Unübersehbar ist dabei: Manchmal sprechen auch Bischöfe und Kardinäle dieses „Problem“ als Frage der Barmherzigkeit an und meinen, in dieser Sache müsse man endlich „weiterkommen“!

Aber ist es so, hängt es nur an der „Unbarmherzigkeit bestimmter Kreise“ in der Kirche, die „leider“ am großen „Nein!“ festhalten? Sind wirklich diejenigen im Recht und die wahren, weil „barmherzigen“ Priester die jetzt in angeblich „heiligem“ Ungehorsam wenigstens die genannten, eben wieder verheirateten Katholiken an den Tisch des Herrn bitten? Allerdings, bei dieser Fragestellung sollte man sich bewusst machen:

Erstens fällt derjenige, der hier „Barmherzigkeit“ fordert, ein stark abwertendes Urteil über Papst Johannes Paul II. und auch Papst Benedikt XVI. als verstockte, unbarmherzige Geistliche! Er tut das wohl unbewusst, aber logisch zwingend! Auch wird man erleben, dass der um seiner Barmherzigkeit willen oft gerühmte Papst Franziskus in diesem Punkt ebenso „unbarmherzig“ sein wird!

Zweitens sollte man sich fragen: Welch eigenartige Motivation könnte der „unbarmherzige“ Priester haben, den Zugang zur heiligen Kommunion zu verweigern, obwohl er anders auch könnte? Es ist doch für jeden Menschen und, darum auch für den Priester, viel angenehmer sich beliebt zu machen und sich nicht ohne Notwendigkeit ins Eck der „unbarmherzigen Ewiggestrigen“ stellen zu lassen!

Drittens weist die „Haltung der Barmherzigkeit“ dem Geistlichen eine erstaunliche „Macht“ zu: Ihm billigt man zu, sowohl über das Gebot des Herrn als auch über das Gewissen der Menschen zu entscheiden und zu richten! Die Lehre der Kirche besteht aber immer darauf, dass die Sakramente wirksam sind unabhängig von der Moral oder Unmoral, also auch unabhängig von der Barmherzigkeit oder Unbarmherzigkeit der Spender, solange diese das Sakrament nach den Vorgaben der Kirche spenden!

Zudem lehrt die Kirche auch ein Recht der Gläubigen auf das Sakrament, wenn diese die nötigen Voraussetzungen mitbringen. Von einem hoheitlichen Entscheidungsrecht des Geistlichen ist dabei nie die Rede! Dieser kann und soll nur die diesbezügliche Lehre der Kirche darlegen und dann den Gläubigen selbst entscheiden lassen, ob er im Sinn der Kriterien des Glaubens zur heiligen Kommunion gehen kann oder nicht.

Viertens: Über diese Frage reden sollte man ausgehend von dem Argument, mit dem Papst Johannes Paul II. (in Familiaris consortio) sein „Nein“ begründet. Er sagt nämlich nicht „bleibt „hart“, sondern: Die Lebenssituation der Wiederverheirateten „steht im Widerspruch zum Bund der Liebe zwischen Christus und seiner Kirche, den die Eucharistie sichtbar und gegenwärtig macht!“ Das heißt: Nachzudenken gilt es über diesen „Widerspruch“, nicht über die Barmherzigkeit oder Unbarmherzigkeit des Priesters!

Fünftens: Dem entspricht ganz und gar auch die Lehre des heiligen Paulus, und es handelt sich dabei um eine, wie Karl Rahner es nannte, heute weitgehend „vergessene Wahrheit“! In seinem ersten Brief an die Korinther (11,27ff.) schreibt Paulus: „Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt.“

Also soll jeder selbst entscheiden, ob er zu heiligen Kommunion gehen darf oder nicht? Ja, indem er prüft, ob er würdig ist. Aber das Maß dieser Prüfung ist einerseits die Lehre über die Eucharistie, andererseits über die Ehe sein, so wie die Kirche sie immer vorgelegt hat! Die Kirche kann keine Vollmacht, an der Wahrheit vorbei neue Regeln zu erlassen, sie kann nur sagen, was „würdig“ ist und was nicht! Dabei erinnert sie immer auch an die Warnung des heiligen Paulus, die heilige Kommunion in einem Zustand der Unwürdigkeit zu empfangen!

Mit „Unwürdigkeit“ ist dabei natürlich an jeden schwerwiegenden Widerspruch zu Gott und Seinen heiligen Willen zu denken und nicht nur an die Situation der Wiederverheirateten! Wenn objektiv eine Gefahr besteht, dann ist es ein Akt der Barmherzigkeit, den Gefährdeten zu warnen und das Schweigen wäre Unbarmherzigkeit und Sünde! Es ist, wie wenn ein Arzt einem Leberkranken „verbietet“ Alkohol zu trinken: Das Verbot ist eigentlich kein Verbot, sondern nur ein Benennen der schlechten Folgen des Alkohol für diesen Menschen! Jedes Kind versteht, dass das mit Unbarmherzigkeit nichts, wirklich gar nichts zu tun hat!

Ich möchte eine Betroffene zu Wort kommen lassen, die mir ihre Geschichte und ihren geistlichen Weg beschrieb. Natürlich wird der Seelsorger immer beachten, wie unterschiedlich die Geschichten sind, die das Leben erzählt. Nun, die genannte Frau schrieb über sich und ihre Geschichte so: „Nach dem selbstverschuldeten Trauma der Scheidung habe ich jahrelang, ganze fünf Jahre lang, innerlich darum gekämpft, auf keinen Fall meine Schuld wegzuerklären oder gar abzuwälzen auf meinen geschiedenen Mann, um auf diese Weise vor mir selbst besser dazustehen und seelische Erleichterung zu erfahren. Ich habe darum gekämpft, mir nicht selbst Sand in die Augen zu streuen und falschen Trost wohlmeinender Zeitgenossen von mir zu weisen. Ich habe darum gerungen, meine Schuld auf mich zu nehmen und aller Versuchung zu widerstehen mir eine erträgliche Lebensgeschichte zurechtzulegen.

Ich möchte nicht entschuldigen, ich möchte nichts wegerklären oder wegdiskutieren, ganz im Gegenteil. Denn nur die Wahrheit wird uns frei machen. Das war mir immer bewusst. Und ich wollte die Wahrheit!

Den Wiederverheirateten wird ein schlechter Dienst erwiesen, wenn ihre Schuld mit psychologischem Verständnis und wohlmeinendem, jedoch trotzdem falschen Mitgefühl einfach zugedeckt und so ihre Reue und Bußfertigkeit im Keim erstickt wird durch die Rede von einem barmherzigen Gott, der nur noch lieb und nicht mehr gerecht ist! Das mag zunächst beruhigend wirken. Aber nur vorübergehend. Das menschliche Herz lässt sich nicht täuschen. Gott ist auch gerecht und Sünden haben Folgen!“

Dann spricht die Frau von einer „der Lösung“, die sie in einer heiligen Messe erlebt hat:

„Der Priester hat alle eingeladen, katholisch oder nicht, bei der Kommunion nach vorne zu kommen und einen Segen zu empfangen, wenn er oder sie am Empfang der heiligen Kommunion verhindert ist.

Du machst Dir absolut keine Vorstellung wie wunderbar das für mich war! Nach diesem Erlebnis bin ich bei der heiligen Kommunion oft mit nach vorn zum Priester gegangen, ich habe meine Hände vor der Brust gekreuzt, wie ich gelernt hatte, und habe den Priester gebeten: Bitte, segnen Sie mich! Und ohne Zögern hat der Priester mir das Kreuzzeichen gemacht, so wie das der Priester auch bei kleinen Kindern tut. Wirklich, du weißt nicht, was für ein großer Trost das für mich war! Und so eine Stärkung! Wie eine geistliche Wegzehrung.

Ich möchte Dir diesen leibhaften Ausdruck des Angenommenseins sehr ans Herz legen, dich bitten, diesen "Brauch" einzuführen für alle, die nicht würdig sind zur Kommunion zu gehen aber sich doch sehnen nach dem Segen Christi durch den Priester.

Es ist ein Ausdruck, ein sichtbares Zeichen, dass Menschen wie Wiederverheiratete oder solche mit schwierigen Süchten oder andere, die aus anderen Gründen nicht kommunizieren können oder wollen, nicht aus der Kirche ausgestoßen sind, sondern weiterhin in der Liebe Gottes verbleiben. Und du kannst mir glauben, von den Sakramenten ausgeschlossen zu sein, sozusagen für immer, das ist sehr schwer zu ertragen.

Und dieser priesterliche Segen macht es möglich, dass sich absolut jeder dem Herrn nähern kann, ohne dass das Sakrament missbraucht wird.

Es wäre auch eine wunderbare Möglichkeit der echten Teilhabe von Leuten, die aus irgendeinem inneren Antrieb heraus sich in eine Messe setzen und eigentlich gar nichts mit Christentum zu tun haben. Es muss deutlich gemacht werden, dass alle zu unserer heiligen Messe eingeladen sind, dass aber der Empfang des Sakramentes Vorrausetzungen hat! Jeder könnte kommen, wie zum Bankett des himmlischen Vaters, wo am Ende die Zerlumpten und Armen zum Tisch geladen sind, ausdrücklich auch Nicht-Christen und schwere Sünder.

Ich würde mir sehr wünschen, dass das allgemein der Brauch würde. Es wäre ein großer Segen für alle. Es ist so was Kleines, Einfaches und doch so groß in der Wirkung. Weil es leibhaft ausgedrückt ist, wird es auch verstanden. Da gibt es doch hoffentlich keine theologischen Schwierigkeiten? Das ist doch „die Kirche zu den Sündern bringen“ - und der „Sünder tut seine kleinen Schritte zu Christus hin!“

Aus all dem folgt:
Die Entscheidung ob jemand „würdig“ oder „unwürdig“ im Sinn der Kirche ist, die heiligen Kommunion zu empfangen, ist eine Gewissensentscheidung des Einzelnen, die dieser gemäß dem Maßstab Gottes fällt.

Mit der Barmherzigkeit oder Unbarmherzigkeit des Spenders hat diese Entscheidung nichts, wirklich nichts zu tun. Die Barmherzigkeit ist aber ganz wichtig für die Art und Weise, wie der Priester über diese Frage spricht. Nicht ungesagt darf bleiben, dass der Betroffene weiterhin Glied der Kirche ist und von Gott geliebt wird! Papst Johannes Paul II. hat gezeigt, wie man das zur Sprache bringen sollte! Nur zu sagen, der Betroffene dürfe nicht zu den Sakramenten gehen, wäre nur die „halbe Wahrheit“ und würde dem Verdacht, die Kirche sei unbarmherzig, Nahrung geben.

Aus all dem ergibt sich: Die Lehre der Kirche kann sich in dieser Frage nicht ändern, man kann nicht so „Weiterkommen“, wie das suggestiv manchmal gesagt wird! Denn nicht die Kirche hat hier festgelegt, Diese Ordnung kommt von Gott selbst, indem er die Ehe geschaffen und die Sakramente eingesetzt hat. Es ist sozusagen ein „übernatürliches Naturrecht“: Aus der Wirklichkeit ergibt sich das hier Gebotene!

Der demütige Gehorsam wird Jesus Christus erwiesen, nicht irgendwelchen Menschen, und verbindet mit Jesus auf seine Weise. Der selbstherrliche Ungehorsam hingegen begründet keine „Kommunio“, keine Gemeinschaft mit Christus. Diese lässt sich nicht erzwingen und der Versuch dazu ist sogar gefährlich! Sie, die wirkliche Gemeinschaft mit dem Herrn in der Wahrheit, nur sie ist es, nach der sich der Christ sehnt, wenn er die heiligen Kommunion empfängt, nichts anderes!
http://www.kath.net/news/41351

von esther10 19.05.2013 00:31




Die Pfingstpredigt des Papstes im Volltext:


Radio Vatikan dokumentiert hier die Predigt von Papst Franziskus an diesem Pfingstsonntag im Volltext:

„Liebe Brüder und Schwestern,
an diesem Tag betrachten wir in der Liturgie und feiern von neuem die durch den auferstandenen Christus erwirkte Ausgießung des Heiligen Geistes über seine Kirche – ein Ereignis der Gnade, das den Abendmahlssaal zu Jerusalem erfüllt hat, um sich dann über die ganze Erde auszubreiten.

Aber was geschah denn an jenem Tag, der uns so fern ist und doch so nah, dass er das Innerste unseres Herzens berührt? Der heilige Lukas gibt uns die Antwort in dem Abschnitt aus der Apostelgeschichte, den wir gehört haben (2,1-11). Der Evangelist führt uns nach Jerusalem, in das Obergemach des Hauses, in dem die Apostel versammelt sind. Das erste Element, das unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist das Brausen, das plötzlich vom Himmel her kommt, „wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt“, und das Haus erfüllt; und dann die „Zungen wie von Feuer“, die sich verteilten und sich auf jeden der Apostel niederließen. Das Brausen und die Feuerzungen sind deutliche und konkrete Zeichen, welche die Apostel nicht nur von außen, sondern auch in ihrem Innern anrühren: im Geist und im Herzen. Die Folge ist, dass „alle mit dem Heiligen Geist erfüllt“ wurden, der seine unwiderstehliche Dynamik entfaltet, mit überraschenden Ergebnissen: Sie „begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab“. Und dann eröffnet sich uns ein völlig unerwartetes Bild: Eine große Menschenmenge strömt zusammen und ist völlig verwundert, denn jeder hört die Apostel in seiner eigenen Sprache reden. Alle machen eine nie dagewesene neue Erfahrung: „Wir hören sie in unseren Sprachen“ reden. Und wovon sprechen sie? Sie verkünden „Gottes große Taten“.

Im Licht dieses Abschnitts aus der Apostelgeschichte möchte ich über drei Worte nachdenken, die mit dem Wirken des Heiligen Geistes verbunden sind: Neuheit, Harmonie, Mission.

1. Das Neue macht uns immer ein wenig Angst, denn wir fühlen uns sicherer, wenn wir alles unter Kontrolle haben, wenn wir es sind, die unser Leben nach unseren Mustern, unseren Sicherheiten, nach unserem Geschmack aufbauen, programmieren und planen. Und das geschieht auch gegenüber Gott. Oft folgen wir ihm, nehmen ihn an, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Es fällt uns schwer, uns in vollem Vertrauen ihm hinzugeben und zuzulassen, dass der Heilige Geist die Seele unseres Lebens ist und die Führung über all unsere Entscheidungen übernimmt. Wir haben Angst, Gott könne uns neue Wege gehen lassen, uns herausführen aus unserem oft begrenzten, geschlossenen, egoistischen Horizont, um uns für seine Horizonte zu öffnen. Doch in der gesamten Heilsgeschichte ist es so: Wenn Gott sich offenbart, bringt er Neues, immer Neues, er verwandelt und verlangt, dass man ihm völlig vertraut: Noach baut eine von allen belächelte Arche und wird gerettet; Abraham verlässt sein Land, und hat nichts in der Hand als eine Verheißung; Mose nimmt es mit der Macht des Pharao auf und führt das Volk in die Freiheit; die Apostel, die furchtsam im Abendmahlssaal eingeschlossen waren, gehen mutig hinaus, um das Evangelium zu verkünden. Es ist nicht die Neuheit um der Neuheit willen, die Suche nach dem Neuen, um die Langeweile zu überwinden, wie es in unserer Zeit häufig geschieht. Die Neuheit, die Gott in unser Leben bringt, ist das, was uns tatsächlich verwirklicht, das, was uns die wahre Freude schenkt, die wahre Gelassenheit, denn Gott liebt uns und will nur unser Bestes. Fragen wir uns: Sind wir offen für die „Überraschungen Gottes“? Oder verschließen wir uns ängstlich vor der Neuheit des Heiligen Geistes? Sind wir mutig, die neuen Wege zu beschreiten, die die Neuheit Gottes uns anbietet, oder verteidigen wir uns, eingeschlossen in vergängliche Strukturen, die ihre Aufnahmefähigkeit verloren haben? Es tut uns gut, uns diese Fragen mehrmals am Tag zu stellen.

2. Ein zweiter Gedanke: Dem Anschein nach schafft der Heilige Geist Unordnung in der Kirche, weil er die Unterschiedlichkeit der Charismen, der Gaben bringt, doch unter seinem Wirken ist all das ein großer Reichtum, denn der Heilige Geist ist der Geist der Einheit, was nicht Einförmigkeit bedeutet, sondern eine Rückführung von allem in die Harmonie. Die Harmonie bewirkt in der Kirche der Heilige Geist. Einer der Kirchenväter verwendet einen Ausdruck, der mir sehr gefällt: Der Heilige Geist „ipse harmonia est“ – ist selbst die Harmonie. Nur er kann die Unterschiedlichkeit, die Pluralität, die Vielfalt erwecken und zugleich die Einheit bewirken. Auch hier gilt: Wenn wir selbst die Verschiedenheit schaffen wollen und uns in unseren Parteilichkeiten, in unseren Ausschließlichkeiten verschließen, führen wir in die Spaltung; und wenn wir selbst nach unseren menschlichen Plänen die Einheit herstellen wollen, schaffen wir letztlich die Einförmigkeit, die Schematisierung. Wenn wir uns hingegen vom Geist leiten lassen, führen Reichtum, Vielfältigkeit, Unterschiedlichkeit nie zum Konflikt, denn er bringt uns dazu, die Vielfältigkeit im Miteinander der Kirche zu leben. Das gemeinsame Unterwegssein in der Kirche unter der Führung der Hirten, die ein spezielles Charisma und Amt haben, ist ein Zeichen für das Wirken des Heiligen Geistes; die Kirchlichkeit ist ein grundsätzliches Merkmal für jeden Christen, für jede Gemeinschaft, für jede Bewegung. Die Kirche ist es, die mir Christus bringt und mich zu Christus führt; Parallelwege sind sehr gefährlich! Wenn man sich darauf einlässt, sich jenseits (proagon) der Lehre und der kirchlichen Gemeinschaft zu bewegen, und nicht darin bleibt, ist man nicht mit dem Gott Jesu Christi verbunden (vgl. 2 Joh 9). Fragen wir uns also: Bin ich offen für die Harmonie des Heiligen Geistes, indem ich jegliche Ausschließlichkeit überwinde? Lasse ich mich von ihm leiten, indem ich in und mit der Kirche lebe?

3. Letzter Punkt. Die Theologen der frühen Kirche sagten: Die Seele ist eine Art Segelboot; der Heilige Geist ist der Wind, der in das Segel bläst, um das Boot voranzutreiben; die Triebkraft und der Schub des Windes sind die Gaben des Geistes. Ohne seinen Antrieb, ohne seine Gnade kommen wir nicht voran. Der Heilige Geist lässt uns in das Geheimnis des lebendigen Gottes eintreten und bewahrt uns vor der Gefahr einer gnostischen und einer selbstbezogenen, in ihr Gehege eingeschlossenen Kirche; er drängt uns, die Türen zu öffnen, um hinauszugehen, um das gute Leben des Evangeliums zu verkünden und zu bezeugen, um die Freude des Glaubens, der Begegnung mit Christus zu übertragen. Der Heilige Geist ist die Seele der Mission. Was in Jerusalem vor fast zweitausend Jahren geschah, ist kein weit von uns entferntes Ereignis, es ist etwas, das uns einholt, das in jedem von uns zur lebendigen Erfahrung wird. Das Pfingstereignis im Abendmahlssaal von Jerusalem ist der Anfang, ein Anfang, der sich über die Zeit hinzieht. Der Heilige Geist ist die Gabe schlechthin, die der auferstandene Christus seinen Aposteln schenkt, aber er möchte, dass sie sie alle erreicht. Wie wir im Evangelium gehört haben, sagt Jesus: „Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll“ (Joh 14,16). Es ist der Paraklet, der „Tröster“, der den Mut schenkt, die Straßen der Welt zu durchwandern und das Evangelium zu überbringen! Der Heilige Geist lässt uns den Horizont erblicken und drängt uns bis an die Peripherien des Seins, um das Leben Jesu Christi zu verkünden. Fragen wir uns, ob wir dazu neigen, uns in uns selbst, in unserer Gruppe zu verschließen, oder ob wir zulassen, dass der Heilige Geist uns für die Mission öffnet. Erinnern wir uns an diese drei Worte: Neuheit, Harmonie und Mission.

Die heutige Liturgie ist ein großes Gebet, das die Kirche heute mit Jesus zum Vater erhebt, damit er die Ausgießung des Heiligen Geistes erneuere. Jeder Einzelne von uns, jede Gruppe, jede Bewegung wende sich in der Harmonie der Kirche an den Vater mit der Bitte um diese Gabe. Wie im Moment ihres Entstehens, so ruft die Kirche auch heute gemeinsam mit Maria: „Veni Sancte Spiritus! – Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe!“ Amen.“

(rv 19.05.2013 sta)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/05/...ext:/ted-693550
des Internetauftritts von Radio Vatikan

von esther10 19.05.2013 00:21



Karl Leisner Jugend, wunderbare Jugend

......Ein paar gute Nachrichten

http://www.k-l-j.de/katholische_Kirche_Zahlen.htm
http://www.k-l-j.de/Termine.htm

Thema: gibt es den Teufel überhaupt?

In vielen Religionen - vor allem den archaischen Ur- und Naturreligionen - gibt es zwei Götter (oder zwei Göttergruppen), die volle Gleichberechtigung haben und sich gegenseitig in Nichts nachstehen; diese Götter haben allerdings gegensätzliche Eigenschaften, so dass sie ständig miteinander im Krieg liegen (der natürlich nie enden wird, da beide als Götter unbesiegbar sind).
Diese als "Dualismus" bekannte Auffassung von gleichberechtigten guten und bösen Kräften ist nicht christlich - denn die Vorstellung von mehreren Göttern ist den Juden und Christen ebenso fremd wie den Philosophen der Gedanke, etwas Ewiges, Vollkommenes und Absolutes könne böse sein.

Wir können den philosophischen Gedanken hier nicht weiter vertiefen. Nur soviel sei angedeutet: Die christliche Tradition sieht im Bösen nicht eine dem Guten entgegengesetzte "dunkle Substanz", sondern ein Mangel (einfach zu wenig Gutes). Deshalb kann ein vollkommener Gott niemals böse sein - denn dann wäre er ja ein "mangelhafter Gott", was ein Widerspruch in sich wäre.
Auch wenn wir das hier nicht vertiefen können, halten wir als philosophische Überlegung zumindest fest, dass die (christlichen) Philosophen zu dem notwendigen Schluss kommen, dass der Teufel , selbst ein Geschöpf sein muss. Seine Macht ist daher prinzipiell begrenzt.

Der Teufel wird also als ein Geschöpf beschrieben und ist damit endlich. Das ist eine gewaltige Vorentscheidung - und eine gute Nachricht! Denn das bedeutet, dass der Teufel nicht nur begrenzt in seinen Fähigkeiten ist, sondern dass es ein "Mittel gegen ihn gibt", dass gegen den Teufel ein Kraut gewachsen ist. Wir können nämlich dem Teufel all die Fähigkeiten absprechen, die allein Gott vorbehalten sind.

Der Teufel kann nicht in die Zukunft sehen
Der Teufel kann nichts - auch keine Materie - erschaffen
Der Teufel hat keine Macht über unseren freien Willen

Diese kastrierte Vorstellung eines übermächtigen und allgegenwärtigen Satans passt natürlich nicht zu den vielen Film-Monstern, was zunächst nur bedeutet, dass es die meisten Horrorgestalten aus der Filmwelt in Wirklichkeit nicht gibt. (Auch eine gute Nachricht).

Meines Wissens nach berücksichtigt vor allem Stephen King in seinen Romanen, in denen das Böse meistens Satan persönlich ist (so z.B. Flagg), diese christliche Vorstellung des begrenzten Bösen. Das zumindest macht die Bücher von Stephen King sehr lesenswert... die sehr drastischen Gewaltdarstellung in Kings Romanen lässt mich der Empfehlung "lesenswert" zumindest die Einschränkung "für Menschen mit gutem Magen" hinzufügen.
Ebenso "korrekt christlich" wird das Böse in J.R.R. Tolkiens "Herr der Ringe" oder in C.S. Lewis "Chroniken von Narnia" gezeichnet.

Aber daraus zu schließen, dass der Teufel auch nicht mehr sei als ein etwas größeres Raubtier, wäre dann doch wieder voreilig und naiv...

........und ein paar schlechte Nachrichten

Die schlechte Nachricht nämlich ist, dass Satan schon "übermenschliche" Fähigkeiten hat, die zwar nicht göttlich, aber dennoch atemberaubend sein können. Er ist eben kein Mensch, kein Tier und kein ursprünglicher Teil dieser Welt. Sondern er wird im allgemeinen auf der Ebene der "Engel" angesiedelt. Ein "gefallener Engel" (Siehe dazu die ausführliche Katechese über die Engel).

Das heißt, er hat keinen Körper und kann auch nicht auf dieser Ebene bekämpft werden (auch nicht mit silbernen Kugeln - oder mit von jungfräulichen Priestern in der Vollmondnacht geernteten Knoblauchzehen); allerdings stellt er auch auf der körperlichen Ebene nicht die eigentliche Gefahr dar. Sowohl sein Wirken als auch seine Bedrohung sind geistig.

Der Teufel ist also zunächst von Gott gut erschaffen, als Engel mit guten Eigenschaften und positiver Ausrichtung - allerdings auch mit der allen geistigen Geschöpfen eigenen Freiheit. Diese Freiheit, wie auch die menschliche Freiheit, ist eben auch die Freiheit, sich von Gott loszusagen - und genau das hat "Luzifer" (der Lichtträger) getan. Manche Sondertraditionen sprechen sogar davon, dass Luzifer als vierter Erzengel (neben Gabriel, Raphael und Michael) der Lieblingsengel Gottes war.

Weitere Traditionen, die gerne mit heiligen Zahlen jonglieren, nehmen sogar sieben ursprüngliche Erzengel an - wovon dann drei böse geworden sind; ebenso glaubt man, dass die traditionellen "Neun Chöre der Engel" ursprünglich 12 gewesen sind, drei ganze Scharen von Engel seien den drei Erz-Böse-Engeln gefolgt.
Nun, dass es mehrere Teufel und Dämonen gibt, gehört zwar zu den unwesentlichen Traditionen der Kirche dazu; aber alles, was über diese Annahme hinausgeht, lehnt die Kirche als Spekulation ab. Man braucht es auch nicht zu wissen.
http://www.k-l-j.de/teufel_satan_satanismus.htm


Das Wirken des Teufel: Der Diabolos

Der Teufel, so haben wir vorhin schon festgestellt, will nicht in erster Linie mordend und raubend durch die Lande ziehen - als rein geistiges Wesen hat er genauso wenig Interesse an Gold und Reichtümer wie an sonstigen irdischen Gelüsten wie Lust, Genuss und Luxus.

Nein, der Teufel ist an geistigen Gewinnen interessiert - an unseren Seelen.

Auch diese Erkenntnis ist in vielen Horrorfilmen missverstanden worden, so als wenn die Seele eine gasförmige Substanz ist und dem Menschen einfach ausgesaugt werden könnte (die Dementoren bei "Harry Potter" scheinen solche "Seelensauger" zu sein). Auch im Film "Das siebte Zeichen" ist das dringend abzuwendende Horrorszenario angeblich die "Geburt eines Kindes ohne Seele").
Aber hier täuschen sich die Autoren: Der Satan hat nur Macht über die Seelen, die sich ihm selbst hingeben.

Im Horror-Roman von Stephen King "Needfull Things" fragt der protestantische Pastor bei seinem katholischen Kollegen nach, wie weit die Macht des Teufels denn nun wirkliche reiche. Und der katholische Pfarrer antwortet vollkommen korrekt: "Satan hat keine Macht über unseren freien Willen - aber über unsere Begierden". Und der Teufel persönlich sagt im Kinofilm von Taylor Hackford "Im Auftrag des Teufels": "Der freie Wille ist wie ein Schmetterlingsflügel: Einmal berührt - und er taugt zu nichts mehr".

Zum Wesen der menschlichen Seele gehört ihre Willensfreiheit, die vor allem von Gott respektiert wird und dem Menschen ermöglicht, sich für oder sogar gegen den Schöpfer zu wenden. Aller Tradition nach hat der Teufel kein Interesse (und gar keine Macht), die Seelen zu vernichten oder sie in seine Gewalt zu zwingen - vielmehr zielt das Wirken des Bösen darauf ab, den freien Willen des Menschen zu verleiten: Der teuflisch beeinflusste Mensch solle sich selbstbestimmt gegen Gott auflehnen und anstelle diesem den Satan verehren, anbeten und dienen.

Eine "Umpolung" des freien Willens kann nicht einfach durch einen äußerlichen Gewaltakt oder durch schwarze Magie geschehen. Im Zweifelsfall kann zwar extreme Gewalt (z.B. in Form der Folter) dazu führen, dass der Wille gebrochen wird und der so entwürdigte Mensch tut, was die Folterer von ihm verlangen - aber dann ist er eben nicht mehr selbstbestimmt.

Genau dieser Frage geht der Roman "1984" von George Orwell nach. Er fragt sich, was geschehen muss, damit eine Macht (in diesem Fall der Staat) den Menschen dazu zwingen kann, das frei zu wollen, was der Staat ihm vorschreibt.
Im Roman gelingt das dem Staat schließlich - scheinbar durch Folter. Aber wer genau hinschaut: Die letzte, ultimative Folter wird gar nicht ausgeführt. Allein die Angst vor der Ausführung hat zum Zerbrechen des Willens geführt.
Letztlich ist das aber eine Quadratur des Kreises: Den Menschen dazu zu bewegen, etwas Bestimmtes frei zu wollen. Deswegen werben Gott und der Teufel um unsere Entscheidung. (Wobei der Teufel schlechte Karten hat: Denn das, wofür er wirbt, will im Grunde keiner; weshalb seine Werbung nur auf Vertuschung, Lüge und Betrug aufbauen kann. Gott hat es da einfacher: Er braucht sich nur zu offenbaren - das ist Werbung genug).

Und damit sind wir bei der Wirkungsweise des Satans: Er arbeitet zwar schon mit Gewalt, Terror und Schrecken. Aber nicht, um uns zu vernichten, sondern um den Hass in uns zu schüren, den Glauben an Gott zu schwächen, das Vertrauen auf das Gute in den Menschen verschwinden zu lassen. Er will uns selbst zu Tätern machen, möchte, dass wir hassen, Vergebung verweigern und keine Hoffnung auf Versöhnung mehr haben.

Der Teufel hat zwar selbst kein Interesse an (sexueller) Lust, Vergnügen, Spaß und Luxus; aber er lockt damit und verkehrt an sich gute Dinge in Objekte der Lust-Befriedigung. Wir Menschen sind Ziel seiner Bemühungen und Mittel, um andere zu enttäuschen und zu benutzen.

Luzifer will uns so haben, wie er selber ist. Das bedeutet aber auch, dass niemand weniger an das Gute im Menschen glaubt als Luzifer: Er rechnet ständig mit unseren abartigen Neigungen - aber ist blind für jede selbstlose Tat. Er plant und verzweckt unsere Fähigkeit, egoistisch zu handeln - aber ist restlos überfordert mit jeder Regung der Liebe.

Ein wunderbares Beispiel für das Wirken und Denken des Teufels im Allgemeinen ist übrigens das sehr zu empfehlende Buch "Dienstanweisungen an einen Unterteufel" von C. S. Lewis - und hier im Speziellen die Ausführungen des Oberteufels zur Liebe. Denn der Teufel hat keinen wirklichen Begriff von Liebe, sondern versteht darunter mehr oder weniger lächerliche und bedauernswerte menschliche Verirrungen. Und genau diese reduzierte Vorstellung - so lautet die Dienstanweisung an den Unterteufel - solle den Menschen immer wieder untergejubelt werden...

Luzifer, Satan und Teufel heißen auf griechisch "Diabolos" - der "Durcheinander-Werfer" oder der "Verleumder". Er will verwirren und verschleiern, bis wir nicht mehr wissen, was gut und böse ist (ja, bis wir glauben, es gäbe kein Gut und Böse mehr). Das heißt aber auch, dass der Teufel selbst der absolut "Verwirrte" ist und sein Blick auf die Wirklichkeit der Blick eines blinzelnden Einäugigen ist: Er sieht die Welt nur so, wie jemand, der allen Glauben an das Gute verloren hat.
Im Grunde ist Satan ein armseliges Wesen, schon fast bemitleidenswert. Aber er will es ja nicht anders.

http://www.k-l-j.de/download/pdf/katechesen/satan.pdf



Gibt es den Teufel? - Zurück zur ersten Frage

Nun kommen wir zurück zur eingangs gestellten Frage, ob es Anhaltspunkte in dieser Welt für das Wirken eines solchen Wesens gibt - oder eher Indizien, die auf eine planloses Wirken eine unpersönlichen Macht schließen lassen.
Wir wissen inzwischen, dass wir, um diese Frage zu beantworten, keine Spukhäuser aufsuchen müssen und dort keine Schwefelspuren analysieren müssen. Es ist dagegen sehr sinnvoll, auf die Seelen der Menschen zu schauen - sowohl auf unsere eigene, wenn wir mal wieder gesündigt haben, als auch auf die Art und Weise, wie sich große Gräueltaten vorbereitet und entwickelt haben.

Immer wieder überrascht, wie abgrundtief böse der Mensch werden kann - ohne eine hinreichende Erklärung dafür zu haben. Nicht nur im Krieg kann der Mensch zum Tier werden; oft geschieht Unfassbares scheinbar wie aus heiterem Himmel.

Ein Blick in die Geschichte offenbart viele solcher plötzlich ansetzender Stürme von sinnloser Gewalt, die scheinbar aus dem Nichts auftauchen. Viele Progrome - vor allem gegen die Juden - durchziehen die Jahrhunderte (leider in vielen Fällen auch in ganz und gar christlichen Gesellschaften). Dabei ist ein Progrom eine spontane Erhebung ohne geheime Planung und System, wie auf Kommando - obwohl kein Kommando erfolgt ist. Zwar gibt es immer wieder denkbare Erklärungen - aber letztlich kann keine wirklich begreiflich machen, warum Menschen, die seit Jahrzehnten friedlich zusammen leben - Tür an Tür - plötzlich zu Hunderten oder Tausenden von netten Nachbarn zu brutalen Mördern mutieren.

Aber auch der Blick auf die eigene Sünden offenbart uns, dass wir uns oft das Böse, dass wir getan haben, nicht wirklich erklären können. Wir wussten Bescheid - kannten die Folgen - hatten keinen wirklichen Grund - und haben doch gesündigt. Und wir stellen uns immer wieder die Frage: "Wie konnte ich nur so etwas tun?"

Ebenfalls für die Existenz eines personalen, planenden und auf eine krude Art intelligenten Bösen spricht, dass das Böse in der Welt so unberechenbar und nicht vorhersagbar ist. Wäre das Böse nichts als ein gewisser Mechanismus, ein Kreislauf aus Angst und Macht, in den Menschen immer wieder geraten, dann müssten diese Mechanismen, wenn sie durchschaut wurden, auch viel leichter korrigiert oder zumindest analysiert und prognostiziert werden. Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Die größten Verbrechen der Geschichte fanden in der Zeit der Aufklärung und Moderne statt.

Nun, die Antwort der Kirche, dass es einen Versucher, einen Diabolos gibt, ist damit nicht bewiesen; aber darauf legt die Kirche auch keinen Wert. Sie stellt schlicht fest, dass die Beschreibung der Welt als von bösen Mächten durchwirkt eine Erklärung ist, die die Welt besser beschreibt als alle Theorien über "das strukturelle Böse".



Keine Entschuldigung!

Dabei spielt natürlich auch eine Rolle, dass der Teufel in vielen Fällen ein willkommener Sündenbock gewesen ist: "Ich war das nicht; das war der Teufel, der mich verführt hat!" Manche Kritiker vermuten, dass diese "Sündenbock-Funktion" des Satans der eigentliche Grund ist, warum sich seine Existenz bei den Menschen aller Zeiten und auch der meisten Kulturen gehalten hat.

Selbst Ali Agca, der 1985 das Attentat auf Papst Johannes Paul II. verübte, versuchte sich damit zu entschuldigen, dass er nur ein Werkzeug des Satans war und deshalb eigentlich unschuldig.

Aber Menschen, die so etwas behaupten, haben die Rechnung ohne die eindeutige Lehre der Kirche gemacht: Der Satan ist nur der Versucher - kein Marionettenspieler. So eindeutig, wie die Kirche die Freiheit des Menschen auch gegenüber den Versuchungen des Bösen betont, so konsequent ist sie auch in der Zuordnung der Schuld: Wenn der Teufel die Freiheit des Menschen nicht ausschaltet, sondern benutzt, ist der Mensch immer auch mit-schuldig und Mit-Täter.

Der Satan mag in Mythen und Märchen die Gestalt eines Bockes annehmen - zum Sündenbock taugt er nicht.


Ekeltraining

Zum Abgewöhnen des natürlichen Empfindens für Gut und Böse beginnen satanische Gruppen oft mit einem Ekeltraining, dass sich zunehmend steigert. Irgendwann gehorcht der so trainierte Mensch nicht mehr seiner inneren Stimme - und auch nicht mehr seinem Gewissen - sondern nur noch den Anordnungen des Trainers.
Perversion von Liebe

Liebe, das wissen wir intuitiv, will nur das Gute; das Wohl des anderen zu wollen ist automatisch auch das eigene Wohl.
Der Diabolos jedoch spielt beides gegeneinander aus; er schafft Situationen, in denen meine "innere Reinheit", mein Gewissen und mein Wohlergehen im Gegensatz steht zum Wohl und dem Glück dessen, den ich liebe.

Eine besonders perverse Situation wird im (übrigens sehr guten) Film "The Green Mile" - wiederum von Stephen King - gottseidank nur erzählt. Ein Vergewaltiger und Mörder bringt zwei Geschwister in seine Gewalt und verlangt, dass das gerade vergewaltigte Kind keine Gegenwehr leisten soll, weil er sonst das Geschwisterkind töten würde (und anschließend umgekehrt). Der gute John Coffee beschreibt diese Perversion unter Tränen: "Er hat die Liebe der Kinder zueinander benutzt, um ihre Seelen zu töten."

Die Verabsolutierung von Begierden

Der Teufel gaukelt uns oft genug vor, dass wir endlich glücklich werden, wenn wir nur einen lang gehegten Wunsch endlich in Erfüllung gehen lassen - und dafür dann das eine oder andere kleine Opfer bringen (wobei die leidtragenden des "kleinen Opfers" meistens andere sind). Im Grunde opfern wir jedoch keine Kleinigkeit - sondern unser eigenes Gewissen und unsere innere Reinheit und Unschuld.

Zudem ist die versprochene Erfüllung und das Glück nur ein vorgetäuschtes. Wenn wir endlich das besitzen, was wir uns so lange gewünscht haben, stellen wir oft genug fest, dass es uns überhaupt nicht mehr erfüllt. Dass das Glück schal geworden ist, weil das, was wir dafür geopfert haben, unser eigentliches Glück gewesen wäre.


...und all seinen Verlockungen

Satan lockt uns - er ist der Meister der irreführenden Werbung. Dabei ist nicht immer das, was er uns verspricht, das Übel - sondern die Art und Weise, wie wir das (in den Einflüsterungen des Versuchers) am einfachsten erreichen können: Jeder möchte gerne geliebt werden - daran ist weder etwas Schlechtes noch Satanisches. Auch Bewunderung, Gesundheit, sexuelle Erfüllung und ein langes Leben sind gute Werte. Wenn aber diese Werte nicht durch mühevolles Ringen angestrebt werden, durch ein opferbereites Leben und der demütigen Annahme dessen, was tatsächlich passiert, sondern wenn "Abkürzungen" genommen werden, indem wir uns unerlaubt (auf Kosten anderer) einfach nehmen, was uns nicht gehört - dann hat oft Satan die Finger im Spiel.

"Du kannst doch viel schneller gesund werden, wenn Du das Geld dafür hast - überfall doch einfach mal eine Bank!"
"Du findet eher eine Geliebte, wenn Du mächtig und unbesiegbar bist. Unterdrücke Deine Konkurrenten!"
"Du musst nicht ständig üben, um im Sport zu glänzen: Du kannst auch den Trainer bestechen."
"Du brauchst nicht wirklich gut im Musik- oder Kunstgeschäft sein - schockieren und alle Tabus brechen bringt Dich viel schneller nach oben!"
"Du kannst lange warten, bis der Chefredakteur Dein Talent erkennt. Aber ein paar erfundene Details und peinliche Informationen in Deinem Artikel haben eine viel größere Wirkung."

Stolz

Kleine Sünden und Fehler begehen wir alle. Solange wir jedoch noch Hoffnung auf Vergebung haben, wissen wir auch, wie wir mit den persönlichen Schwächen umgehen können. Eine Bitte um Entschuldigung und im Zweifelsfall eine ehrliche Beichte ist selten zuviel verlangt.

Nicht jedoch für den, der sich den Einflüsterungen Satans hingibt. Dann wird vom Teufel der Eindruck erweckt, als wenn es nicht Schlimmeres gibt, als der Kniefall vor dem, den wir um Entschuldigung bitten.
Viele Menschen drücken sich z.B. vor der Beichte mit der Ausrede, die vielen kleinen Sünden (das Fluchen, die schmutzigen Witze und die ruppige Art im Umgang mit anderen Menschen - und so weiter) seien nun einmal Teil der eigenen Persönlichkeit: "So bin ich nun mal...!" Schlimm ist, dass aus dieser Ausrede oft eine stolze Überzeugung wird und Satan problemlos mit der Angst argumentieren kann: "Wenn Du diese Eigenarten aufgibst - dann gibst Du Dich selbst auf!". Eine ehrliche Beichte, so der teuflische Gedanke, sei kein gnadenhaftes Sakrament, sondern der Verlust der eigenen Identität. "Wenn Du noch nicht einmal mehr Deine kleinen Gemeinheiten lebst - wer bist Du denn dann überhaupt noch?"
Stärke

Außerdem - das ist eines der beliebtesten Stilmittel des Teufels - wird die Bitte um Entschuldigung als Schwäche abgetan. Stark ist der, der sich nimmt, was er braucht - und nicht fragt, ob er darf.
Und derjenige, der liebt, der betet, der vor Gott kniet, ist der Schwächste überhaupt. "Sei stark! Fürchte keine Gott und keine Strafe! Tu, was Du willst!"
DAS IST DER STOLZ!




Satanisten - Mäuse in Satans Versuchslabor

Aber allzu groß ist der Unterschied zwischen ausdrücklichen Satanisten und dem vermuteten teuflischen Wirken in allen Bereichen der Gesellschaft gar nicht. Vor allem die satanischen Stilmittel sind immer die gleichen: So rekrutieren auch die großen satanischen Orden und Kulte ihre Mitglieder, indem sie diese zunächst zu Tätern machen, sie damit unter Druck setzen und dann keine Hoffnung auf Rückkehr in ein bürgerliches oder gar christliches Leben zulassen.
Ekeltraining, Perversionen, das Abgewöhnen von Gewissen und das Erzeugen von Schuldgefühlen, die keine Hoffnung auf Vergebung haben; das Erziehen zur Stärke, die vor allem in Gewalt und Hass zu messen ist - alles das ist fester Bestandteil der Kult-Strukturen.
Im Grunde sind auch Satanisten Opfer des Teufels - sie sind wie die Mäuse im teuflischen Versuchslabor, die die geballte Ladung der perversen Methoden und Mechanismen ausgesetzt sind. Im Gegensatz zum Satan selbst besteht aber für sie immer noch die Hoffnung auf Erlösung, Vergebung und Neuanfang.
Der Jugendsatanismus

Der "Satanismus light" der Jugend- und Popkultur ist schon oft beschrieben worden und dazu finden sich auch im Internet zahlreiche Informationen. Zur Gefährlichkeit der meist oberflächlichen Praktiken und Rituale gibt es verschiedene Ansichten. Aber auch, wenn er von der Bestialität der großen Satanischen Organisationen weit entfernt ist: Jeder, der sich ausdrücklich dem Teufel öffnet, ist schließlich und letztendlich zu allem fähig.

Auch wenn Jugendliche, die irgendwann erkennen, dass der vorübergehende Reiz des "vollkommen Andersartigen" nur das Schaufenster ist, hinter dem sich das "vollkommen Abartige" verbirgt, erschreckt oder angewidert vom Satanismus abwenden - manche kommen nicht mehr von der Versuchung der "Abkürzungen" oder dem Rausch des "Alles ist erlaubt" und den Machtorgien los - und sei es nur, dass die Erinnerungen zu Albträumen führen. Nicht wenige Jugendliche, die sich zwar lossagen wollen, aber dazu nicht mehr die Kraft haben, enden im Selbstmord.
Die Satanisten-Mafia

Zahlreiche Opfer berichten von einem ganz anderen Satanismus, der sich gelegentlich auch andere Namen oder andere religiöse Anstriche gibt. Leider sind diese Opfer rituellen Missbrauchs so stark traumatisiert, dass ihre Berichte nicht ernst genommen und ebenso wenig strafrechtlich verfolgt werden.

Was diese Menschen berichten, ist so abscheulich und unglaublich, dass sie selbst die Opferberichte aus den Konzentrationslagern noch um einiges übertreffen. Regelmäßig sollen in Deutschland und anderen zivilisierten Ländern der Welt Kinder misshandelt und geopfert werden; immer wieder berichten Opfer davon, dass sie über Jahre hinweg rituell missbraucht worden sind, von Geheimorganisationen, deren Mitglieder Masken tragen und sich nur mit Decknamen nennen; von Morden an Aussteigern und Kritikern. Umfragen unter Therapeuten in Deutschland offenbaren, dass von allen behandelten Patienten immerhin 12 % angeben, Opfer von ritueller (sprich: satanistischer) Gewalt geworden zu sein.

Viele dieser satanistischen Zirkel sind in sich abgeschlossene Personenkreise, d.h. die Opfer kommen aus den Familien der Täter; frühere Opfer werden im Laufe der Zeit zu Tätern. Das erklärt, warum diese Kulte oft mit öffentlich bekannten Straftaten nicht in Verbindung zu bringen sind, die Delikte bleiben oft genauso unentdeckt wie die häusliche Gewalt zwischen Ehepartnern oder der sexuelle Missbrauch in Familien.

Wieviel an diesen Opferberichten dran ist, will ich hier nicht diskutieren. Faszinierenderweise berichten die Opfer übereinstimmend von genau den gleichen satanischen Methoden, die ich oben als "teuflische Stilmittel" bezeichnet habe. Opfer werden zu Tätern, Hoffnung auf Verzeihung und Vergebung wird genommen, sie werden als "von Gott verworfen" bezeichnet. Der perverseste Mechanismus ist in den Berichten (und im Denken der Opfer) allgegenwärtig: "Wenn ich nicht gehorche, müssen andere leiden. Wenn ich ungehorsam bin, bin ich Schuld am Leiden und Tod Anderer. Egal, was ich tue: Ich bin schuld."

Allen Opfern, die u.U. diese Zeilen lesen, möchte ich Mut machen, diesen teuflischen Trick nicht mehr mitzumachen. Falls Du schuldig sein solltest am Leiden anderer: Es wird Dir vergeben werden, Gott kennt Deine Nöte. Aber viel wichtiger ist: Schuld am Tod anderer ist nicht der, der sich einer Erpressung widersetzt. Sondern der, der das Messer führt und den Mord begeht.
Besessenheit

Einige Leser der Katechese zu "Spiritismus, Okkultismus und Satanismus" haben mir enttäuscht geschrieben, dass ich dort zwar das Phänomen der Besessenheit erwähne, aber nicht näher beschreibe. Nun - daran will ich hier nichts ändern.
Diese Katechese dient der Glaubensinformation - nicht der Neugierde. Aber es ist kein Geheimnis, dass die katholische Kirche Priester zu Exorzisten bestellt, und sich denen zuwendet, die diesen Dienst der Befreiung vom Bösen in Anspruch nehmen wollen.

Auch hier besteht die Gefahr, dass der Teufel als Sündenbock benutzt wird. Es gibt Menschen, die an einer Charakterschwäche oder gar einer psychischen Krankheit leiden, aber die Mühen nicht auf sich nehmen wollen, daran zu arbeiten und sich - mithilfe des Glaubens und der Medizin - selbst davon zu befreien. Viel einfacher erscheint es, einen Priester darum zu bitten, den Exorzismus zu beten, anstatt sich selbst in den Griff zu bekommen.

Deshalb sind wir vorsichtig. Ein (feierlicher) Exorzismus darf nur gebetet werden, wenn der Bischof es erlaubt und alle Erfolg versprechenden medizinischen Maßnahmen durchgeführt wurden. Das bedarf einer Prüfung und einer Schulung der Priester. In diesen Dingen ist die Kirche sehr umsichtig.
Ein Exorzismus bedarf aber auch der charakterlichen Stärkung und der inneren Umkehr der Besessenen - der Betroffene muss mitwirken. Denn wer die Befreiung nur an sich geschehen lässt - aber nicht selbst aktiv wird - fällt bald in das gleiche Phänomen zurück. Das ist wie bei Drogenabhängigen.

Dass dieser Dienst der Befreiung in unserer Gesellschaft einen schlechten Ruf hat und bisweilen sogar selbst als Misshandlung der Opfer bezeichnet wird, liegt ausnahmslos daran, dass unsere Gesellschaft mit der Annahme, es gäbe dieses Phänomen, ein großes Problem hat. Denn der Exorzismus selber ist nicht im Geringsten ein grausames Ritual: Es ist lediglich ein Gottesdienst mit Gebeten, Segnungen und Weihwasser.

Dass dieser Dienst der Befreiung in unserer Gesellschaft einen schlechten Ruf hat und bisweilen sogar selbst als Misshandlung der Opfer bezeichnet wird, liegt ausnahmslos daran, dass unsere Gesellschaft mit der Annahme, es gebe dieses Phänomen, ein großes Problem hat. Denn der Exorzismus selber ist nicht im Geringsten ein grausames Ritual: Es ist lediglich ein Gottesdienst mit Gebeten, Segnungen und Weihwasser.

Zwar stellt sich vor allem die Frage, ob es Teufel und Besessenheit überhaupt gibt, oder ob das alles nicht ein Relikt der mittelalterlichen Vorstellungswelt ist.
Aber: Falls schon der Glaube, dass der Teufel überhaupt existiert, als mittelalterlich-überholt verstanden wird, ist die Frage schon beantwortet: Dann kann es auch in einer modernen Welt keine Besessenheit geben.
Wenn wir dem Satan jedoch eine Persönlichkeit und eine bösartige Intelligenz unterstellen, so dass es nicht nur einen Glauben an die Existenz der Teufels gibt, sondern unter Umständen auch eine persönliche Abhängigkeit von ihm - dann ist der Gedanke an eine Besessenheit nicht in sich schon eine Verirrung.

Alle persönlichen Beziehungen zwischen Menschen und anderen geistigen Wesen, in denen die Liebe fehlt, stehen in der Gefahr, in Abhängigkeiten zu münden. Das gilt besonders für die Beziehung zum Bösen, dem es in jeder Hinsicht an Liebe mangelt. Ob allerdings eine Abhängigkeit soweit gehen kann, dass jemand die Kontrolle über den eigenen Körper verliert (wie bei Besessenen berichtet wird), brauchen wir nicht unbedingt zu entscheiden.

Vorbehalte dagegen kommen vor allem von denen, die entweder von vornherein die Existenz eine personalen Bösen ablehnen - oder sogar noch grundsätzlicher die Existenz einer Seele. Wenn Menschen keine Seele haben, sondern nur Körper sind, kann auch keine fremde geistige Macht die Kontrolle darüber übernehmen.

Immerhin gibt es Indizien für geistige Fremdbestimmung (so gibt es verblüffende psycho-somatische Phänomene, Hypnose und okkulte Phänomene). Die ausschlaggebende Grundlage für die Entscheidung, ob es Besessenheit wirklich gibt, ist die Erfahrung derjenigen, die mit solchen Fällen zu tun haben. Die Frage nach der Besessenheit ist also keine Glaubensfrage - sondern eine Erfahrung.

Es ist wichtig festzuhalten, dass der Exorzismus keine Gegen-Magie und keine Beschwörungszauber sind. Und damit sind wir beim letzten Abschnitt: Was hilft gegen die Macht des Bösen?
6. Was hilft gegen die Macht des Bösen?

Dieser Abschnitt könnte kurz sein: Es hilft nicht "irgendetwas", sondern "jemand" - nämlich Gott. Fertig.

Das ist wichtig und darf niemals vergessen werden; denn wir sind schnell versucht, auf die gleiche Art und Weise gegen den Satan handeln, wie es Satanisten in seinem Namen tun: Mit Ritualen und magischen Gegenständen.

Aber das hieße, in die nämliche Falle zu tappen.

Auch hier bietet uns Stephen King in einem seiner Romane ein gutes Beispiel zur Illustration: In "Brennen muss Salem" hat der Teufel (der diesmal als Vampir auftritt) einen kleinen Jungen in seine Gewalt gebracht; ihm tritt der katholische Dorfpriester mit einem Kruzifix in der Hand gegenüber. Das Kreuz leuchtet und strahlt und hält so den Teufel auf Abstand. Aber der Teufel macht dem Priester ein typisch teuflisches Angebot: "Ich lasse den Jungen frei, und Du legst das Kreuz beiseite. Mein Glaube gegen Deinen Glauben!"

Natürlich entscheidet sich der Priester falsch (sonst wäre die Geschichte vorzeitig beendet): Er hält am Kreuz fest - es verliert seine Strahlkraft und der Priester schließlich sein Leben.

In Wirklichkeit helfen uns weder magische noch geweihte Gegenstände - und es hilft uns auch nicht unser Glaube. Es ist Gott allein, der wirkt.

In einigen Anweisungen zum Gläserrücken werden scheinbare Schutzrituale empfohlen: So muss man den bösen Geist entlassen, eine magischen Schutzkreis aus Salz streuen oder das Glas anschließend spülen. Ob Spülen (selbst mit Pril-Konzentrat) wirklich gegen böse Mächte hilft?

Auch beim Exorzismusgebet handelt es sich um ein Gebet - und nicht um eine Beschwörung. Auch Weihwasser, Kreuze, Kerzen und Heiligenbilder sind nur Formen des Gebetes und der Anrufung Gottes um Seine Hilfe.

"Nichts fürchtet der Teufel so sehr wie das Weihwasser" ist also nur eine Volksweisheit... aber auch nicht so dumm. Denn die vielen heiligen Zeichen hindern den Teufel zwar nicht in seiner Macht - aber sie stärken sehr wohl das Gute in uns und den Willen zur Heiligkeit; so dass wir in viele Fallen, die der Diabolos uns stellt, erst gar nicht hineintappen.

Heiligkeit

Ein Theologe hat einmal das Wirken Satans im Angesicht der Erlösung durch Jesus Christus verglichen mit einem Hund, der an die Kette gelegt wurde. Gegen den Hund selbst sind wir machtlos - da kann nur Christus wirken. Es ist also nicht unsere Aufgabe, die Welt von diesem Hund zu befreien.
Aber wir haben natürlich schon die Aufgabe, diesem Hund nicht zu nahe zu kommen und uns nicht leichtfertig dorthin zu begeben, wo der an die Kette gelegte Hund zubeißen kann. Wir sind also zum Selbstschutz aufgerufen - zwar ebenfalls zusammen mit der Gnade Gottes. Das bedeutet, dass wir eben nicht jede teuflische Dummheit mitmachen dürfen, um es dann Gott zu überlassen, uns gegen unsere eigene Entscheidung wieder herauszuholen. Im Unterschied zum Mittel gegen den Teufel, das nur Gott persönlich ist, gibt es also schon ein Mitwirken beim Selbst-Schutz.
Der beste Schutz vor dem Scheitern in der Versuchung, sich doch wieder in den Wirkungskreis des Teufels zu begeben, ist die eigene Heiligung; denn schließlich kommt auch der geschickteste Teufel nicht an Euren freien Willen vorbei. Wer aber mit dem Teufel nichts zu tun haben will, der ist vor ihm sicher.

Wobei eine "Sicherheit vor dem Teufel" im endgültigen Sinne uns erst für das Himmelreich versprochen ist. Solange wir in dieser Welt leben, bleiben wir den Nachstellungen und Versuchungen des Bösen ausgesetzt - und das kann manchmal ziemlich lästig und nervend sein.
Aber es bleibt dabei: Wer sich an Gott hält und auf IHN vertraut, der wird nicht verloren gehen.

Selbst Mutter Teresa hat geschrieben, dass der Teufel nicht so sehr vor unserem Glauben erschrickt, sondern viel mehr vor unserer Demut und unserem Mitleid. Demut heißt aber nichts anderes, als dass wir erkennen, dass nicht wir es sind, die dem Satan Einhalt gebieten, auch nicht unser Glaube - sondern Gott allein.

Das soll uns aber nicht dazu verleiten, die Hände in den Schoß zu legen, Däumchen zu drehen und auf die End-Erlösung Gottes zu warten. Wenn es auch stimmt, dass wir als Menschen nicht in der Lage sind, den Teufel zu vernichten, so ist es dennoch unsere Aufgabe und unser Lebenszweck, mit der Gnade Gottes mitzuwirken. Gottvertrauen ist eben nichts, dass wir haben, sondern etwas, dass wir leben sollen.

Dazu gehört zum Beispiel das Verhalten in dem typischen teuflischen Dilemma-Situationen: "Wenn Du Dich nicht endlich überwindest und für mich diese kleine Grausamkeit begehst, dann werde ich an denen, die Du liebst, viel Grausameres vollbringen." - Wir haben von diesem Grundmuster Satans und der Satanisten oben schon erzählt.

Sich einzugestehen, dass es Gott ist, der das Böse und das Leid dieser Welt endgültig überwinden wird - und sich einzugestehen, dass mein Gottvertrauen darin besteht, sich einfach und schlicht an das Gute zu halten: Alles das bedeutet für diese Situationen, sich niemals auch nur zu einer kleinen Böswilligkeit hinreißen zu lassen. Alles andere führt unweigerlich in die Spirale der Gewissenlosigkeit und Grausamkeit, deren Ende wir gar nicht wissen wollen.

Zum Schluss

So schrecklich wir das Wirken das Teufels ist, wenn er willige Vollstecker findet, so lächerlich ist er, wenn er in seinem ganzen Unverständnis und seiner eigenen inneren Verwirrung mit Gott verglichen wird. Nicht umsonst ist einer der passendsten Namen für den Teufel als Möchtegern-Gott "Der Affe Gottes". Für den, der sich in Gott festgemacht hat, eine lächerliche Figur.

"Auf zu Gott - der Teufel ist ein Lump.
Gott zu lieben, IHM zu dienen,
ist so schön, drum lasst uns fliehen
all die teuflisch dummen Sachen
und den Satan selbst verlachen.
Auf zu Gott. Der Teufel ist ein Lump."





  • 18.05.2013 00:25 - neu
von esther10 18.05.2013 00:25


Wiener Festwochen: Schulkinder wurden angeleitet, auf der Bühne Handgranaten auf ein Christusbild zu werfen – Junge Katholiken wehrten sich lautstark – Wiener Dompfarrer Toni Faber lobte das Stück - UPDATE: Reaktion aus der Politik

Wieder einmal Aufregung rund um ein blasphemisches Theaterstück, diesmal bei den Wiener Festwochen. "Über das Konzept des Angesichts von Gottes Sohn" nennt sich das umstrittene Stück, bei dem gegen Ende Schulkinder auf die Bühne kommen und Handgranaten auf das Christusbild "Salvator mundi" werfen. Doch in Wien kam es am Samstag zu einer Premiere der anderen Art: Junge Katholiken, die das Stück besuchten, wehrten sich lautstark gegen diese Szene mit Buhrufen und Pfiffen. Auch Flugblätter wurden verteilt. "Das ist keine Kunst".

Schon 2011 sorgte das Stück von Romeo Castellucci für einen Eklat in Paris. Der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki hatte übrigens das Stück bei einem Gastauftritt in Berlin als "unanständig" bezeichnet, weil "das, was Menschen aus ihrem Glauben heraus wichtig und heilig ist, in dieser Weise durch den Dreck gezogen wird".

Fast erwartungsgemäß anders stufte Toni Faber (Foto), der umstrittene Wiener Dompfarrer, das Stück ein und meinte gegenüber Medien: "Ich habe Respekt vor religiösen Empfindlichkeiten, wir dürfen selbst aber nicht zu wehleidig sein. Christus ist nicht auf die Welt gekommen, um die Frommen noch frömmer zumachen, sondern um sie manchmal auch menschlicher zu machen." Laut Toni Faber sind Proteste gegen das Theaterstück "vielleicht entschuldbar" durch Unkenntnis von Castelluccis Werk, "aber ansonsten halte ich das für künstliche Aufregung" wie die "Presse" berichtet. Im Kurier meinte Faber, dass er sich auf die Vorstellung freue.

Das umstrittene Theaterstück hat am Montag auch für eine Reaktion aus der Politik gesorgt. In einer Aussendung sprach Konstantin Dobrilovic, der Präsident der Christlich Freiheitlichen Plattform (CFP), von höchstem Respekt vor jungen Katholiken, die sich gegen blasphemische Theateraufführung wehrten. "Es ist schon völlig verantwortungslos, Kinder überhaupt symbolträchtig mit Handgranaten werfen zu lassen, gerade in einer Stadt, auf deren Flughafen muslimische Terroristen im Jahr 1985 mit solchem Mordwerkzeug am El-Al-Schalter vier Menschen getötet und 39 verletzt haben, müsste man sensibler sein. Aber dass die Handgranaten ausgerechnet auf den Sohn Gottes geworfen werden, das schlägt dem Fass den Boden aus. Das ist Blasphemie! Viel klarer kann man eine Religion wohl gar nicht in den Schmutz ziehen.", so der Politiker, der dazu aufruf, dass Christen und ihr Glaube nicht von linken Spinnern besudelt werden dürfen. "Man stelle sich nur vor, man würde Vergleichbares bei der Symbolfigur einer anderen Religion, etwa dem Islam, machen - die Konsequenzen würden wohl von Lichterketten von Gutmenschen, über peinliche Entschuldigungsreden von linken Politikern bis hin zu Todesdrohungen von Fanatikern gegen die vermeintlichen Künstler




Lesermeinungen:

Tin vor 19 Stunden
Ziemlich traurig
die Aussage des Herrn auf dem Bild. Frage mich, was bedeutet ihm persönlich Christus?. Wenn man seine Aussage auf die jungen Katholiken nun ummünzt, haben die somit "künstlich" reagiert, aber der Künstler ist ein Vorbild für die Schulkinder geworden?. Wieso werden eigentlich manche Menschen Pfarrer ?

Hadrianus Antonius am 15.5.2013
Tohuwabohu
Solche Aktionen verwirren m.E. viel mehr als daß sie Nützen für die Hl.Kirche und den Glauben bringen.
Sie öffnen die Tür für beleidigende Angriffe auf die Kirche, wie bei "Pussy Riot", den Femenaktionen in der Ukraine, in der Notre-Dame in Paris, bei der körperlichen Attacke auf S.E. Msgr. EB. Léonard; unvergesslich bleibt mir das Video, wo ein großes Holzkruzifix zum Gedenken an den vielen Millionen katholischen Ukrainern, im Kommunismus getötet, von einer Feme mit Kettensäge zerstört wurde.
(Msgr. F. Schlegl war damals sehr betroffen).
Bei den vielen orthodoxen Christen in Wien, bei der großen christlich-orientalischen Tradition dort (Pro oriente)muß dieses Theaterstück sehr verletzend wirken.
@Anne08 @Dismas: hier gilt mit Erasmus:
"Spartam nactus es, hanc orna"- (verdeutscht): Man muß halt ackern mit den Ochsen die man hat.


@Dismas am 14.5.2013
Wann wird dieser unsägliche häretische und eitle
"Dompfarrer" Faber endlich in "die Wüste" geschickt. Das ist ein dauernder Skandal und hier ist Kardinal Schönborn gefragt. Handelt er nicht, so ist er mitverantwortlich an diesen Lästerungen.

Genau so ist es.

veruschka am 14.5.2013

@Scotus: von wegen Kommentarfunktion: ich habe schon vor Stunden versucht, "grün" bei Ihrem zweiten Posting zu klicken - es ändert nichts. Vielleicht gehts anderen auch so.

Callixtus am 14.5.2013

1 Darauf ließ Pilatus Jesus geißeln.
2 Die Soldaten flochten einen Kranz aus Dornen; den setzten sie ihm auf und legten ihm einen purpurroten Mantel um.2
3 Sie stellten sich vor ihn hin und sagten: Heil dir, König der Juden! Und sie schlugen ihm ins Gesicht.

Cosinus am 14.5.2013
Handgranatenwerfen gehört anscheinend
zur linken Kindererziehung.

Scotus am 14.5.2013
Wie wir sind und immer waren.
Die bisherige Bewertung meiner Postings lässt sich folgendermaßen beschreiben:
1. Kommentar: - Hosanna!
2. Kommentar: - Ans Kreuz mit ihm!

Humor, ist, wenn man trotzdem lachen kann. :-)

P.S. Dieser Satz gilt vielleicht für die gesamte Diskussion.

Scotus am 14.5.2013

@Viator Hungaricus
Ja, werfen wir unsere Blicke - diesmal vielleicht - nicht auf Toni Faber!

Zu seiner Verteidigung möchte ich festhalten, dass ich seine Intention, in der Öffentlichkeit Stellung zu beziehen, in erster Linie als "mediatorischen Versuch" verstehen möchte. Vielleicht war er etwas ungeschickt... Der Fairness halber möchte ich aber sagen, dass er dadurch - zumindest im öffentlichen Diskurs - zu einer Deeskalierung beitragen konnte.

Weiters möchte ich Toni Faber unterstellen, dass es seine Absicht war, zunächst nicht auf das Unrecht zu schauen, auf die Schändung des uns Heiligen. - Seine Stellungnahme verstehe ich als Antwort auf den Hass und die Verzweiflung der Menschen, welche Gott für unsere Sünden verantwortlich machen.

Versuchen wir vielleicht zuerst die Not dieser Menschen, den Hunger und die Sehnsucht nach Glauben und Liebe, und erst dann das Unrecht zu sehen, das sie uns Christen damit angetan haben.

st.michael am 14.5.2013
Was wäre wenn ..............
das Bild nicht Christus, sondern Allah, Mohammed oder Jahwe gezeigt hätte ?
.................... genau, also sind Christen für den Herrn Abschaum der sich noch bedankt (Faber) wenn man besonders hart tritt.
Das ist faschistoid !

Dismas am 14.5.2013
Wann wird dieser unsägliche häretische und eitle
"Dompfarrer" Faber endlich in "die Wüste" geschickt. Das ist ein dauernder Skandal und hier ist Kardinal Schönborn gefragt. Handelt er nicht, so ist er mitverantwortlich an diesen Lästerungen.

frajo am 14.5.2013
Von Mißbrauch ist die Rede.
Gibt es doch nur in der Kirche; der Röm. Katholischen. Über Kindersoldaten in Afrika, Burma und anderswo wird empört in den Medien berichtet.

In Wien, Mitteleuropa, werden Kinder öffentlich, und staatlich durch Zwangskulturbeiträge finanziert, zur massiven und tödlichen Gewalt gegen Andersdenkende angestiftet. Werden bald die Kita-Absolventen mit Handgranaten ausgerüstet in das Leben entlassen? Wäre Solches Tun nicht ein Tätigkeitsfeld für den Staatsanwalt; oder gehört es etwa schon zur Doktrin des Staates, mißliebige Personen mit Handgranaten zu bekämpfen zu lassen? Haben die Ideologen in den Medien und in der Politik bereits zum letzten Kampf geblasen; als des Teufels letztes Aufgebot? Wehe, wehe, wenn ich deren Ende sehe!

Viator Hungaricus am 14.5.2013
@Hadrianus Antonius
Volle Zustimmung, ebenso zu @Suarez und @Vergil. Was soll man angesichts dieser Dinge tun? @Scotus meint, man soll es ignorieren; wenn ich es richtig verstehe, um der Sache die Prominenz zu rauben. Ich verstehe die Intention, aber eigentlich können Christen nicht ruhig zusehen, wenn der HERR in der Öffentlichkeit so verächtlich gemacht wird, und das noch unter dem Einsatz von Kindern. Was Hw. Faber betrifft, so zeigt sein Beispiel gut auf, wie weit wir gekommen sind. Daß ein Priester, noch dazu ein Mitglied des Domkapitels, mit solchen Aussagen nicht sichtbar diszipliniert wird, muß den Eindruck bewirken, daß seine Vorgesetzten diese billigen. Tertium non datur, und der Vorgang läßt einen (wieder einmal) ratlos zurück.

duesi am 14.5.2013
Assoziation
Anhand der Beschreibung ist es schwierig, auf die wahren Absichten des Regisseurs zu schliessen. Auf der einen Seite erinnert es an Schmidt-Salomon und die Darbietung, bei der Jesus, Mohammed und weitere Religionsfuehrer inszeniert gekoepft werden. Der unbeteiligt verklaehrte Blick Jesu soll angesichts der dargestellten Situation zynisch wirken, wofuer die Granaten ihn abstrafen. Das waere klar antichristlich. Auf der anderen Seite kann es ein Bild sein. "Was ihr einem der geringsten getan habt, das habt ihr mir getan." Als Zeichen dafuer, dass sich der Zorn fuer das Leid der Welt oftmals gegen die Unschuldigen richtet. Oder gegen Gott.

veruschka am 14.5.2013

Nachtrag: Mich würde sehr interessieren, wie Dr. Bonelli, der hier schon öfter mit sehr erhellenden Analysen zu Wort kam, das Theaterstück beurteilt.

veruschka am 14.5.2013

Scotus schreibt: "Schauen wir auf die vielen Menschen, die verzweifelt sind, weil sie nicht glauben können. Geben wir ihnen etwas von unserem Glauben!" Für mich ist das Theaterstück ein klarer Hinweis auf das, was Jesus gesagt hat: "Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, habt ihr mir getan." Wenn wir Menschen z.B. mit der tapferen, unbedankten Pflege ihrer Alten allein lassen, dann fehlen ihnen Jesu Arme. Dann kommt die Verzweiflung darüber, dass da kein Hirte ist, der ihnen hilft. Dass es keinen Gott gibt. Es wäre schön gewesen, wenn jemand das Theaterstück vor Beginn erklärt hätte. Dann hätten danach vielleicht Zettel verteilt werden können, auf denen steht: "Das Bild von Jesus, vor dem wir gesessen sind, wird zerstört, wenn wir einander allein lassen. Nehmen Sie diesen Zettel mit heim. Und egal, ob Sie sich ChristIn nennen oder nicht: Suchen Sie sich einen Menschen aus, der ihre Hilfe braucht. Damit wir alle nicht in der Verzweiflung untergehn".

Hadrianus Antonius am 14.5.2013

@Vergil und @Suarez:
Sie haben mir aus dem Herzen gesprochen.
Für Ihre großartige Postings herzlichen Dank.

Hadrianus Antonius am 14.5.2013
@Inigo Exodus 22,27 Gott nicht verächtlich machen
Geehrter @Inigo,
Ich habe den von Ihnen verlinkten Artikel andächtig und sine ira gelesen: dieser Dompfarrer ist tatsächlich zeitgeistig, auch häretisch und "überreif"; er ist jedoch, was noch schlimmer zu bewerten ist, wissentlich dumm und pastoral verheerend.
Das Stück von Castellucci und das Pendant "Golgotha Picnic" von Rodrigo Garcia geistern attraktiv wie Sauerbier baladierend durch Westeuropa; die Reationsmuster sind immer die gleiche:massenhaft wütende Proteste von großen Scharen überzeugten Christen,windelweiche Erklärungen von wenigen Hirten, die sich wie ein Boa constrictor drehen um etwas Krummes als Gerades zu verkaufen, große Ängstlichkeit und langsames Reagieren bei vielen Bischöfen.
Viele Hirten werden gewaltig beschädigt, sind zu feige um das Sentire cum Ecclesia zu öffentlich zu demonstrieren.
Es ist sehr dumm wissentlich die Katastrophen von anderen zu wiederholen,zutiefst unbiblisch Ärgernis zu geben, sehr ungut der Hl.Kirche zu beschädigen.

Borkard am 13.5.2013
Das ist schon recht übel...
...wenn sich sogar ein Dompfarrer so äussert...

resistance am 13.5.2013

Schönborn, wo ist dein Bruder Jesus?

Grazerin am 13.5.2013
Diese Art von Kunst
will doch genau das bewirken, was hier vor sich geht: Aufreger sein.
Ignorieren und abwarten, was Gott meint, wenn es heisst, dass er sich seiner nicht spotten läßt ...
Noch ein Zitat zum 13. Mai: Am Ende wird das Unbefleckte Herz Mariens triumphieren; so will es Gott selbst und niemand kann das verhindern ...

nilpf am 13.5.2013
Kunst? Ja. Aber!
Hildegard von Bingen konnte in ihrem Ordo virtutum den Teufel nicht vertonen, weil das Böse musikalisch nicht darstellbar war.
Mittlerweile hat aber die Kunst ihre Unschuld verloren. Auch hier ist der Rauch des Satans eingedrungen. Sehr massiv. Es gibt - so scheint es jedenfalls - auch diabolische Kunst.

nilpf am 13.5.2013
@Iñigo
Nun ja, ein Stück weit teile ich Ihre Ansicht, dass Faber in diesem Kurier-Artikel versucht die existentielle Betroffenheit theologisch zu interpretieren.
Allerdings geht die Rechnung nicht auf. In Kommunistensprech: "nützliche Idioten".
Und am Schluss bleibt die Frage: (harmlose) Knallkörper(chen) oder doch eher Handgranaten-Attrappen? Verharmlosen, damit man nicht dagegen sein muss?

Scotus am 13.5.2013
... verhärtet nicht euer Herz, ...!
Zunächst möchte ich die Aussage des Berliner Kardinals, Rainer-Maria Woelki, untersteichen, der diese Inszenierung unanständig nannte, "weil das, was Menschen aus ihrem Glauben heraus wichtig und heilig ist, in dieser Weise durch den Dreck gezogen wird."

Da in Wien das Jesus-Bild nicht mit Kot beschmiert, sondern von Kindern mit Handgranaten beworfen wurde, möchte ich ergänzen: ... was Menschen heilig ist, in dieser Weise zu "bekriegen".

Aber machen wir es anders!

Schauen wir auf Christus, und sehen wir, wie wichtig das gesellschaftliche gute Miteinander von Gläubigen und Ungläubigen - gerade in Zeiten wie diesen - für uns alle ist.

Das Stück ist es nicht wert, erwähnt zu werden.
Schauen wir auch nicht auf den Dompfarrer.

Schauen wir auf die vielen Menschen, die verzweifelt sind, weil sie nicht glauben können. Geben wir ihnen etwas von unserem Glauben!
'Verhärtet nicht euer Herz!',
sondern geben wir diesen Menschen Hoffnung!

argus am 13.5.2013
@ Iñigo
der Link von Ihnen auf die konzeptionelle Wiedergabe des Toni Faber ist ein für mich sehr betroffen machendes Ergebnis.Entweder ist Toni Faber äusserst naiv oder er übersieht wissentlich die versteckten Botschaften in diesem wiedergegebenen Konzept,was ich nicht hoffe!Man könnte hier Seiten beschreiben ,geht aus Platzgründen nicht!Das Stück entspricht 1zu 1 der hegelschen Philosophie der "Gottzertrümmerung" ! Ich möchte nur eine besonders krasse Metapher herausnehmen!Ich zitiere"...Nur den unschuldigen Kindern bleibt es in der letzten Szene des Stückes vorbehalten,ihre bitteren Anfragen,in Form von Knallkörpern dem Antlitz des Sohnes Gottes entgegen zu werfen,bevor es sich in der Dunkelheit des Universums wieder entzieht".Das ist eine grauenvolle versteckte Botschaft:das Antlitz Christi in dieser Welt zu vernichten! und wer führt es in diesem Konzept aus?Die Hoffnung der Zukunft,nämlich die Kinder!Die Alten sind dem Stück entsprechend eh schon inkontinent!Die Kinder vollenden es.

Thomas71 am 13.5.2013
@Iñigo
Dank für Ihren Link. Dieser bestätigt jedoch nur welch Geistes Kind er ist, dass er sich auf sei ein ungeheuerlich widerliche Blasphemie auch noch freut! Er ladet schwere Sünde auf sich, ein Hirte der seine Herde fröhlich feiernd in den Abgrund leitet, hat keine Herde verdient, unfassbar!

Waldi am 13.5.2013
Ja ist denn dieser Häretiker Faber...
immer noch Wiener Dompfarrer und Mitglied der katholischen Kirche? Weiß Kardinal Schönborn überhaupt was in seinem Bistum an Blasphemie abläuft? Faber ist ein Wiederholungstäter, wenn es darum geht, die Religion und die katholische Kirche moralisch zu zersetzen. Ich kann die abgrundtiefe Abneigung nicht in Worte fassen, die ich für diesen heillosen Häretiker empfinde. "Katholische Geistliche" wie Faber sind die wahren inneren Kirchenfeinde und Wölfe im Schafspelz, nicht die Piusbrüder - ja nicht einmal die geeichten Atheisten. Die Haupt-Ursache für meine gegenwärtigen Schwierigkeiten mit der katholischen Kirche liegt einzig und allein darin, dass Menschen wie Faber, Schüller und seine Pfarrerinitiative, Wisiki, ZdK, Theologen-Memorandum und ähnliche Revoluzzer-Gruppen in der katholischen Kirche, kirchensteuer-finanziert, ungestraft ihr Unwesen treiben dürfen und in den Menschenseelen den Rest an schlichten Volksglauben, den sie vor den Theologen noch retten konnten, zu zerstören!

Callixtus am 13.5.2013
Jesus lieben
Ein Pfarrer sollte wohl eigentlich Jesus lieben...
Wieviel Hass muss jemand auf Jesus haben, um sein Bild mit Handgranaten zu bewerfen?
Wer sich auf so eine "Aufführung freut" kann Jesus eigentlich nur verachten...

Iñigo am 13.5.2013
Bitte erst lesen und sich selbst ein Urteil bilden.
Hier ist der Artikel von Toni Faber nachzulesen - und bitte erst hinterher darüber urteilen, ob der Dompfarrer zeitgeistig, häretisch, ablösereif oder sonstwas ist:

https://www.facebook.com/photo.php?fbid=...&type=1&theater

argus am 13.5.2013
"sama do fesch" und nicht wehleidig:das Wienerlied des
Dompfarrers Toni Farber, der "vielleicht entschuldbaren Unkenntnis desTheaterstückes"eines Teiles des Publikums. Scheinbar nach Toni Faber jener Teil der Frommen ,welche zwar fromm sind aber zur Unmenschlichkeit neigen! Fromm und Unmenschlichkeit in einem Atemzug- von einem Priester gedacht und gesagt relativiert das Leben vieler Heiligen zur Frace.

Cosinus am 13.5.2013
Christenfeindliche Faschisten gibt es überall.

krak des chevaliers am 13.5.2013
wie ein Priester sein sol
Ein Priester muss sein/
ganz groß und ganz klein/
vornehmen Sinns wie aus Königsgeschlecht/
einfach und schlicht wie ein Bauernknecht/
ein Held, der sich selbst bezwungen/
ein Mensch, der mit Gott gerungen/
ein Quell von heiligem Leben/
ein Sünder, dem Gott vergeben/
ein Herr, dem eignen Verlangen/
ein Diener der Schwachen und Bangen/
vor keinem Großen sich beugend/
zu dem Geringsten sich neigend/
ein Schüler von seinem Meister/
ein Führer im Kampf der Geister/
ein Bettler mit flehenden Händen/
ein Herold mit goldenen Spenden/
ein Mann auf den Kampfstätten/
ein Weib an Krankenbetten/
ein Greis im Schauen/
ein Kind im Trauen/
nach Höchstem trachtend/
das Kleinste achtend/
bestimmt zur Freude/
vertraut dem Leide/
weitab vom Neide/
im Denken klar/
im Reden wahr/
des Friedens Freund/
der Trägheit Feind/
feststehend in sich/
ganz anders als ich//

Salzburger Handschrift aus dem Mittelalter

H.HFabi am 13.5.2013
Versetzung !
Seine Eminenz, Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn sollte den Dompfarrer versetzen.
Ein Priester muss, wie schon gesagt, zu seinen Gläubigen halten und gerade der Priester, muss solche Schandtaten verurteilen und nicht Gutheißen.

Herr Faber ist als Wiener Dompfarrer nicht mehr haltbar !

aragorn1 am 13.5.2013
@michaelmaria:
Zitat: "Wo ist das Lob des Dompfarrers versteckt?"

Lesen Sie die gestrige Faber-Kolummne im Kurier. Dort meint er unter anderem: Ich freue mich auf die Vorstellung ....

IMEK am 13.5.2013
Das Heiligste Antlitz Jesu Christi
ist der Glanz des Himmels und der Erde!
Jedes Geschöpf sehnt sich dieses in Ewigkeit zu schauen.

Entsetzlich Kinder dazu verführen daraus eine Schießbudenfigur zu machen, schlimmer noch für die, die diese dazu verführen.
Unsäglich, daß ein Diener Christi eine derartige Gotteslästerung mit solcher Nonchalance hinnimmt und sich noch zu Lasten ernsthaften Katholiken äußert.

Die törichten Jungfrauen riefen als sie vor verschlossener Tür standen:
Herr, Herr, mach uns auf!
Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: I c h k e n n e e u c h
n i c h t.
Seid also wachsam! Denn ihr wißt weder den Tag noch die Stunde.

Genesis am 13.5.2013
Die Muttergottes sagte zu Lucia:
"Viele Priester sind bereits wie AUSGELÖSCHTE Lichter!"

Die Muttergottes versetzt mich immer wieder in staunen!!!

M.Schn-Fl am 13.5.2013
Danke @Gandalf für die Abbildung des Flugblatts
Dazu "Die Presse": "Im Burgtheater wurden OFFENBAR auch Flugblätter verteilt, auf denen Vergleiche zu rigiden Gesetzgebungen, die etwa in manchen Ländern die Herabwürdigung des Islam unter strenge Strafe stelle, angestellt wurden."
In dem Wort "offenbar" zeigt sich die ganze schlamperte Weise, wie Journalisten heute arbeiten. "Nichts genaues weiss man nicht". Das Flugblatt war "offenbar" in der Redaktion nicht bekannt. Es mag ja sein, dass man auch Fabers Äusserungen verkürzt und "angepasst" wiedergegeben hat. Dazu muß er sich selbst äussern. Aber er muß auch wissen, WEM er WAS sagt und was daraus entsteht. Die wiedergegebenen Äusserungen Fabers sind völlig unakzeptabel. Wenn man das Flugblatt liest, kann man sich als Dompfarrer nur energisch dahinter stellen.
Es ist die Pflicht und die Aufgabe eines Prälaten der Kirche, sich vor die zu stellen, die sich gegen das Wüten der Atheisten verwahren. Er darf ihnen nicht in den Rücken fallen, wie das heute bei uns so häufig geschieht.

Vergil am 13.5.2013
I Die unmenschliche Frömmigkeit?
"... nicht auf die Welt gekommen, um die Frommen noch frömmer zumachen, sondern um sie manchmal auch menschlicher zu machen" - … das heißt eigentlich, dass Frömmigkeit und Menschlichkeit zwei unabhängige Größen sind, die sich nicht gegenseitig bedingen und fördern.
Schon für den antiken Heiden wäre ein solches Wort barer Schwachsinn, realisiert sich das Humanum doch gerade in der Frömmigkeit, in der Begegnung mit den Göttern. Bei Christen soll nun also das Gegenteil der Fall sein: “nicht fromm, sondern menschlich“!? Und was soll hier ein Jude denken? … würde Herr Faber ihm das auch so sagen?
Natürlich brauchen die spärlichen und zaghaften Katholiken, die noch zu praktizieren wagen, nichts dringender als eine klerikale Warnung vor Ritualismus und leeren Frömmigkeitsübungen. Gerade die Religionslehrer wissen nicht mehr, wie sie dem unmenschlichen Einfluss des regelmäßigen Beichtes, Rosenkranzbetens, Wallfahrens und Fastens katholischer Jugendlicher trotzen können.

Vergil am 13.5.2013
II Die fromme Unmenschlichkeit?
Was man von einem damischen Theaterkritiker nicht anders erwarten könnte, darf man von einem katholischen Priester, der dazu noch Dompfarrer in der Weltstadt Wien ist, nicht akzeptieren. Er soll sich zumindest ans Zweite Vatikanum halten (z.B. LG 67 / OT 2 / GE 3), … und sein Chef dafür sorgen, dass das Wiener Kirchenschiff, bevor es darin steckenbleibt, nicht nur in seichter (und warmer) Untiefe daherschunkelt. Damit die Tränen der „Madonna von Pötsch“, des weinenden Wiener Gnadenbildes, es wieder herausschwemmen, braucht es wohl noch viele Rosenkränze. Ich beginne schon mal… Jede Perle eine Träne…

M.Schn-Fl am 13.5.2013
@michaelmaria
Sie sollten noch einmal die Meldung sorgfältig lesen und dann den Artikel der Tageszeitung "Die Presse", der Faber das Interview gab.
(http://diepresse.com/home/kultur/news/
1401005/print.do)
Hier wird von organisierten katholischen Fundamentalisten geredet, die das Stück gegen Ende störten. Dann aber wird der einhellige Applaus des Publikums hervorgehoben. Diesem einhelligen Applaus des Mainstreams schließt sich Faber durchaus an. Wenn er die Proteste der Unkenntnis des Stückes zuschreibt, dann hat er doch offensichtlich übersehen, dass die Protestierenden anwesend waren und das Stück sahen.
Nein, Faber sucht mal wieder den Beifall des Mainstreams, um sich dort beliebt zu machen. Er sollte sich lieber in der Ewigen Heimat beliebt machen, in dem er eine differenzierte Betrachtung des Stückes vornimmt. Wenn man Kinder Spielhandgranaten in das Antlitz Jesu werfen läßt, wann werden die dann als Erwachsene echte Granaten auf unsere Kirchen werfen?
Fazit: Faber ist wirklich untragbar.

AlbinoL am 13.5.2013
Der Dompfarrer von Wien ist echt der Hit
Hauptsache auf jeder Promi-Party dabei und eine klare kirchliche Positionierung ständig untergraben.
Die Freimaurer lassen grüßen.
Ein Schelm wer böses denkt....

Pamir am 13.5.2013
Dekadenz - Zeitgeist
Machen wir es uns nicht zu leicht, wenn wir immer nur vom Zeitgeist sprechen, wenn es um den antireligiösen Geist geht?
Warum werden solche Szenen auf den Bühnen ( weniger in Filmen ) aufgeführt? Weil man bewusst provozieren will. Wenn es aber wirklich der Mehrheit des Zeitgeistes entsprechen würde, würde man nicht mehr in dieser Form provozieren, denn wer würde sich wirklich provoziert fühlen? Was will man mir diesen Aktionen erreichen? Ich glaube, dass es schon oft nicht mehr um uns Menschen geht, sondern primär um Gott selbst ( oder Satan?).Besteht und bestand dieser Kampf nicht immer? Dieser Gedanke soll hier nicht weiter ausgeführt werden. Dass dies manche Priester nicht mehr wahr haben wollen oder schon nicht mehr erkennen, zeigt, dass oft mehr als Rauch (Paul VI) in unsere Kirche eingedrungen ist. Was sagte Franziskus? Insbesondere die Priester und Bischöfe ( natürlich auch wir Laien)sollen Jünger sein und keine Narzissten.

gloria olivae am 13.5.2013
Der Herr Dompfarrer
hat eben seine Lobby. Unvorstellbar wäre eine solche Äußerung in der orthodoxen Kirche....Sofortige Suspendierung.

michaelmaria am 13.5.2013
Wo ist das Lob des Dompfarrers versteckt?
Man kann die im Artikel zitierte Äußerung des Wiener Dompfarrers für richtig oder falsch halten, aber ein Lob des Theaterstücks lässt sich aus ihr nicht herausfiltern. Auf jeden Fall sollten wir als Christen keine verbalen Granaten auf unsere Mitmenschen schleudern. Auch in ihnen will sich Christus erkennen lassen - selbst, wenn sie Frömmigkeit vielleicht anders definieren als man selbst.

Theodor69 am 13.5.2013
wehleidig?
Wir leben zum Glück in einer freien Welt und auch eine Kritik an Relgionsgemeinschaften muss erlaubt sein, da darf man auch nicht zu wehleidig sein, zumal die Wehleidigsten (das gilt ganz generell) am Kräftigsten austeilen - ABER!!!: Das Ganze muss auch ganz klar eine Grenze haben und zwar spätestens dort, wo es keine Kritik mehr ist, sondern nur noch das Verletzen von religiösen Empfindungen zum Ziel hat - und ganau das ist hier der Fall. Jedem Chrsiten und v.a. einem Priester muss diese Szene doch einen Stich ins Herz versetzen und da spricht ein Dompfarrer von "Wehleidigkeit"?

SpatzInDerHand am 13.5.2013
Ich empfinde es beginnende Volksverhetzung, wenn Schulkinder Granaten auf ein Christusbild
zu werfen angeleitet werden.
Man stelle sich mal bitte den (berechtigten!) Aufschrei vor, wenn wir christliche Schulkinder dasselbe mit einem atheistishen Symbol machen lassen würden!
Und es werden nicht etwa Tomaten geworfen, die zwar lästig aber wenigstens harmlos sind, sondern HANDGRANATEN!!! Auch als Symbole (waren ja hoffentlich keine echten) ist mir das echt unglaublich!!

Genesis am 13.5.2013

Zitat: Christus ist nicht auf die Welt gekommen, um die Frommen noch frömmer zumachen, sondern um sie manchmal auch menschlicher zu machen."

Hätte mich der Herr nicht frömmer gemacht, dann wäre ich immernoch ein lauer Christ, und somit würde ER mich ausspeien!
Und ich sage: "Christus ist nicht auf die Welt gekommen um die Frommen menschlicher zu machen!"

Zitat: Ich habe Respekt vor religiösen Empfindlichkeiten

Hätte man Respekt, dann hätte man auch Respekt vor unseren Heiligen, und würden sie nicht als "Schießbudenfigur" dastehen lassen.

Wiederkunft am 13.5.2013
Wie lange schaut K. Schönborn noch zu?
Zuerst sitzt der antikirchliche H. Schüller in dieser Diazöse und jetzt Schon jahrelang der umstrittene Pf. Faber. Diese Aussage ist der Hohepunkt!Gott will die Frommen nicht frommer machen, als hatten nicht alle Menschen die tägliche Umkehr und Buße nötig auch die Frommen! Und das gerade die Frommen es sind die nicht menschlich sein sollen, ist nicht nachvollziehbar.Vieleicht sollte Pf. Faber die Katechesen unseres neuen Papstes studieren:"Gleicht euch nicht dieser Welt an, wir brauchen eine entweltliche Kirche lehrte auch schon unser Papst Benedikt!", statt sich ständig auf diversen fragwürdigen Veranstaltungen herum zu treiben.Hätte nichts dagegen wenn er dort mutig Jesus Christus verkünden würde, aber leider färbt der Schwachsinn dieser Welt auf den Pfarrer ab. Dank unseren Gott und diesen jungen Katholiken für dieses mutige Zeugnis. Gott segne sie!

krak des chevaliers am 13.5.2013
Toni Faber und die Bischöfe
Dompfarrer Faber ist nur ein Beispiel dafür, dass manche Priester machen dürfen, was sie wollen ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Der Antikatholizismus feiert in der katholischen Kirche im deutschsprachigen Raum fröhliche Urständ und dass noch mit dem Segen hochbezahlter Prälaten. Toni Faber ist für manche eine Aktion bekannt und berüchtigt, wie die sog. Westernmesse wo die Hl. Kommunion zwischen Aschenbechern und Pommesschalen jedem in die Hand gedrückt wird, der am Ende des Hochgebetes Amen sagt. Man muss nur die Protektion der Mächtigen im Rücken haben, dann kann man seinen Narreteien freien Lauf lassen. Wer dagegen versucht, sich an die kirchlichen Regeln und Instruktionen zu halten, gilt als konservativ und für die Gemeinden kaum noch vermittelbar. Der Niedergang der Kirche im deutschsprachigen Raum geht auf das Konto der Bischöfe, die - mehr oder weniger versteckt - hinter den Aktionen von Faber & Co. stehen.

Matthäus 5 am 13.5.2013
Endzeit
Liebe Mitchristen,
die Einschläge kommen immer näher ...
Herzliche Grüße
Matthäus 5
P.S.: Wann schmeißt der Wiener Erzbischof solche Gestalten wie den Faber endlich 'raus?

paxetbonum2 am 13.5.2013
Für diesen Dompfarrer
ist fromm zu sein schon ein Makel. Die Freiheit der Kunst ist genauso wie die Religionsfreiheit unbedingt zu wahren. Gottes Sohn hat schon so viel aushalten müssen aber Schulkinder zu instrumentalisieren gehört bestraft von Gesetzes wegen. Wo ist da der Jugendschutz? Dem Dompfarrer sind seine Schicki-Micki Freunde aus den Seitenblicken sicher wichtiger als die Gläubigen. Man sollte sofort austreten aus diesem Verein. Meine Wertschätzung gilt den jungen Katholiken die für Ihre Gesinnung einstehen. Das lässt für die Zukunft hoffen.

Suarez am 13.5.2013
Dekadenz
Es scheint so, als sei die allseitige Dekadenz heute das unseren Alltag prägende. In dieser Dekadenz findet Glaubenswahrheit natürlich keinen Ausdruck mehr, sondern christlicher Glaube wird zur Provokation, die man nicht erträgt. Insofern ist das Theaterstück schon adäquater Ausdruck heutigen Denkens einer Gesellschaft, die nicht mehr zwischen richtig und falsch zu unterscheiden weiß, weil alles im Orkus des Relativismus hineingezogen wurde.

Dass der Wiener Dompfarrer solche Entwicklungen für unbedeutend hält, kann man sich nur damit erklären, dass auch innerhalb der Kirche Entwicklungen bemerkbar sind, sich unbedingt dem Zeitgeist anpassen zu wollen.

http://kath.net/news/41272

von 17.05.2013 06:43

OSTERZEIT
7. WOCHE - FREITAG

48

DIE FRÜCHTE DES HEILIGEN GEISTES

Liebe, Freude, Frieden.
Geduld und Langmut.
Andere Früchte.


I. In Mitteleuropa fällt das Pfingstfest in die Frühlingszeit. Die Natur scheint nun alles abzulegen, was sie uns sonst unheimlich macht. Während wir zu Pfingsten den Heiligen Geist anrufen, »der Herr ist und lebendig macht= 1, bietet die Natur uns Zeichen des Lebens und Wachsens - Blüten, die zu reifer Frucht werden sollen. Bitten wir darum den Heiligen Geist, daß wir in ihm erkennen, was recht ist, und allzeit seinen Trost und seine Hilfe erfahren2.Der Schöpfer Geist3 schafft Leben, göttliches Leben, in uns. Wir könnten von den Blüten des Heiligen Geistes sprechen, die zu dem werden, was wir nach der klassischen Ausdrucksweise des Apostels Paulus im Brief an die Galater Frucht nennen: Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.4

Wer sich den Eingebungen des Heiligen Geistes öffnet, wird zum Baum voller Früchte, einladend und wohlschmeckend: Mein Vater wird dadurch verherrlicht, daß ihr reiche Frucht bringt5, sagte der Herr beim Letzten Abendmahl.

Die Blüten, die der Heilige Geist in der Seele sprießen läßt, sind so zahlreich wie die Blüten auf den Wiesen in diesen Frühlingstagen. Die schönste und wichtigste unter ihnen ist die Liebe, die caritas, die uns mit Gott verbindet. Sie läßt uns die Nähe Gottes erfahren und uns die Last der anderen mittragen. Thomas von Aquin sagt, sie sei »die erste Regung und die Wurzel aller Regungen. Darum steht unter den Früchten des Heiligen Geistes zuerst die Gottesliebe, in welcher der Heilige Geist in besonderer Weise wie in Seinem eigenen Abbild gegeben wird, da Er selbst auch Liebe ist. (...) Auf die Gottesliebe folgt aber mit Notwendigkeit Freude, denn jeder Liebende freut sich über die Verbindung mit dem Geliebten.= 6 Deswegen ist die Freude - erprobt in Leid und Mißerfolg - ein unterscheidendes Merkmal des Christlichen.Die Liebe und die Freude schenken den Frieden Gottes, der alles Verstehen übersteigt7. Dieser Frieden ist nach Augustinus »die Ruhe in der Ordnung«8. Auch aus Unordnung kann zeitweise eine Art Frieden entstehen - freilich nur ein äußerlicher Frieden ohne Verankerung in der Seele, erkauft durch Wegsehen und Nachlässigkeit -, etwa wenn Eltern den Launen der Kinder unter dem Vorwand der häuslichen Harmo= 8. Auch aus Unordnung kann zeitweise eine Art Frieden entstehen - freilich nur ein äußerlicher Frieden ohne Verankerung in der Seele, erkauft durch Wegsehen und Nachlässigkeit -, etwa wenn Eltern den Launen der Kinder unter dem Vorwand der häuslichen Harmnie immer nachzugeben geneigt sind. Der Frieden als Frucht des Heiligen Geistes ist innerer Einklang mit sich selbst und ruhiger Besitz des Guten. Dies aber schließt die Bereitschaft ein, alles, was diesen Frieden stören könnte - die Macht des Bösen in uns - zu bekämpfen.

II. Die Fülle der Liebe, der Freude und des Friedens werden wir erst im Himmel vollendet genießen. Hier, in diesem »Tal der Tränen«9, wird sie uns ahnungsweise und in dem Maße geschenkt, wie wir uns um Treue bemühen. Einer Seele, die sich in den tausend Schwierigkeiten des Lebens unverzagt vom Geist leiten läßt, wird die Frucht der Geduld zuteil. Sie bewirkt eine stille Unerschütterlichkeit im Ertragen körperlicher und seelischer Leiden. Liebe und Geduld bedingen und stützen einander. Der heilige Cyprian schreibt um die Mitte des 3. Jahrhunderts, als der Ketzer-Taufstreit die Gemüter der Christen erregte: »Laßt uns an der Geduld, durch die wir in Christus bleiben und mit Christus zusammen zu Gott gelangen können, mit aller Gewissenhaftigkeit festhalten. Reich und vielseitig, wie sie ist, ist sie nicht in enge Grenzen eingeschlossen oder auf ein kleines Gebiet beschränkt. (...) Sie ist es, die den Zorn mäßigt, die Zunge im Zaum hält, den Sinn leitet, den Frieden hütet, die Zucht lenkt, die das Ungestüm der Begierde bricht, die Gewalt des Stolzes unterdrückt, den Brand der Feindschaft löscht. (...) Sie überwindet die Versuchungen, sie erträgt die Verfolgungen, sie führt das Leiden und das Martyrium zur Vollendung. Sie ist es, die die Grundlage unseres Glaubens unerschütterlich befestigt, sie ist es, die das Wachstum unserer Hoffnung gewaltig fördert. Sie leitet unser Tun und Lassen, daß wir imstande sind, den Weg Christi einzuhalten, indem wir in seiner Geduld wandeln. Sie bewirkt, daß wir Gottes Kinder bleiben, indem wir die Geduld des Vaters nachahmen.«10

Als Christen erkennen wir in den Prüfungen des Lebens das göttliche Walten, das sich des Leidens bedient, um uns zu läutern. Nicht angesichts von Widerwärtigkeiten, von Verfehlungen unseres Nächsten oder von Verleumdungen - nicht einmal angesichts vermeintlicher Mißerfolge im geistlichen Leben - verlieren wir den Frieden.

Die Langmut ist - wie die Geduld - Frucht der Gabe der Stärke. Die Geduld erträgt das Böse, die Langmut bewährt sich, wenn der gute Ausgang einer Sache lange, ja vielleicht sehr lange auf sich warten läßt. Sie ist die Fähigkeit, klaglos und ohne Bitternis warten zu können, wenn das Erreichen unserer apostolischen oder geistlichen Ziele sich hinauszögert. Diese Frucht des Heiligen Geistes gibt der Seele die Gewißheit, daß sie ihr Ziel - wenn sie die Mittel anwendet, kämpfend und immer wieder beginnend - trotz Schwierigkeiten, trotz eigener Fehler und Sünden erreichen wird.

Der Langmütige steckt sich in seinem apostolischen Wirken hohe Ziele - nach dem Maße Gottes und im Bewußtsein, daß die Ergebnisse unter Umständen erst sehr spät sichtbar werden. Er setzt beharrlich alle natürlichen und übernatürlichen Mittel ein. »Der Glaube ist eine unerläßliche Voraussetzung für das Apostolat. Er erweist sich oft darin, mit Ausdauer von Gott zu sprechen, auch wenn die Früchte lange auf sich warten lassen.

Wenn wir durchhalten und unsere Sendung in uns lebendig bleibt in der sicheren Überzeugung, daß der Herr es so will, dann wird man nach und nach überall, auch in deiner Umgebung, die Anzeichen einer >christlichen Revolution< wahrnehmen. Die einen werden sich Gott ganz hingeben, die anderen ihr inneres Leben ernst nehmen und wieder andere - die etwas Bequemeren - zumindest wachsamer werden.«11

Der Herr rechnet mit unserem beharrlichen apostolischen Bemühen, Tag für Tag. Es mag sein, daß der Freund, den wir Gott näher bringen möchten, nicht zu reagieren scheint - aber auch dann dürfen wir uns das Wort des Propheten zu eigen machen: Meine Auserwählten (...) arbeiten nicht mehr vergebens12.

III. Nach den Früchten, die sich auf den Umgang mit Gott und auf die eigene Heiligung beziehen, erwähnt der heilige Paulus andere, die mehr auf das Wohl des Nächsten zielen: Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Oder im Brief an die Kolosser: Güte, Demut, Milde, Geduld.13

Die Güte besteht in einer ständigen Bereitschaft des Willens, sich allen zu öffnen: wir wünschen Freunden und Feinden, Fremden und Bekannten die Fülle göttlicher Wohltaten. Von der Gottesliebe erfaßt, kennt die Seele keine Eifersucht und keinen Neid. Sie sieht in den anderen Kinder Gottes, alle gleich liebenswert, weil alle mit dem Blut Christi erkauft wurden.

Jedoch genügt es nicht, nur theoretisch das Wohl anderer zu wünschen. Wahre Liebe drängt zu Taten, denn sie ist menschenfreundlich. Freundlichkeit ist die Geneigtheit des Herzens, den anderen ohne Ansehen der Person leiblich und geistig mit Werken der Barmherzigkeit Gutes zu tun. In unserem Leben zeigt sie sich in den vielen kleinen Aufmerksamkeiten gegenüber jenen, die um uns sind. Die Freundlichkeit bringt Friedensbereitschaft, liebenswürdigen Umgang und den Willen, zu vergeben, mit sich.

Die Sanftmut ist eng verbunden mit der Güte und der Freundlichkeit, sie besteht im »gleichmütigen Ertragen der von den Mitmenschen zugefügten Übel« und »hält die Zornesregungen in Schranken«14. Die Seele, die diese Frucht besitzt, wird weder ungeduldig noch nachtragend gegenüber Beleidigungen reagieren. Sie sieht vielmehr darin eine Gelegenheit zur Läuterung.

Der Sanftmut folgt die Treue. In ihr sind alle Früchte gebündelt, die sich auf unseren Nächsten beziehen. Treu ist ein Mensch, der seine Pflichten, auch die kleinen, sorgfältig erfüllt. Er ist zuverläßig und beständig. Ein treuer Freund ist wie ein festes Zelt; wer einen solchen findet, hat einen Schatz gefunden. Für einen treuen Freund gibt es keinen Preis, nichts wiegt seinen Wert auf.15

Die Selbstbeherrschung, von der der Apostel spricht, meint Bescheidenheit. Der Bescheidene schätzt sich selbst und die jeweilige Situation wirklichkeitsgerecht ein; das zeigt sich in seiner Art zu sprechen, sich zu kleiden, sich zu geben. Er verbirgt die Talente nicht, die Gott ihm geschenkt hat, sieht sie aber als Gabe und bewertet sie sachlich, ohne sie aus Eitelkeit zu vergrößern oder aus Kleinmut zu vermindern. Bescheidenheit macht anziehend, weil sie Einfachheit und innere Ordnung widerspiegelt.

Im Gefolge der Selbstbeherrschung vermitteln Enthaltsamkeit und Keuschheit eine Art instinktives Gespür dafür, was der Reinheit von Seele und Leib schaden könnte. So wird die Seele weit für die Dinge Gottes. Wenn man die Gelegenheit meidet und entschieden kämpft, im Wissen, daß uns die göttliche Gnade niemals fehlt, können ihnen selbst starke Versuchungen nichts anhaben.

Am Ende unseres Gebetes wenden wir uns an die Mutter Gottes. Die Kirche bezieht auf sie die Worte der Schrift: Ich bin die Mutter der schönen Liebe, der Furcht, der Erkenntnis und der heiligen Hoffnung. Kommt zu mir, die ihr mich begehrt und sättigt euch an meinen Früchten!16

1 Credo. - 2 Gebet zum Heiligen Geist. - 3 Hymnus Veni Creator Spiritus. - 4 Gal 5,22-23. - 5 Joh 15,8. - 6 Thomas von Aquin, Summa Theologica, I-II,70,3. - 7 Phil 4,7. - 8 Augustinus, Gottesstaat, 19,13,1. - 9 vgl. Salve Regina. - 10 Cyprian von Karthago, Vom Segen der Geduld, 20. - 11 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.207. - 12 Jes 65,22-23. - 13 Kol 3,12-13. - 14 Thomas von Aquin, a.a.O., I-II,70,3. - 15 Sir 6,14-15. - 16 Sir 24,24-27 (Vg).

von esther10 17.05.2013 00:21

23.10.01 09:39 Alter: 12 Jahre
Typ: Sonstige
Das Ghetto Theresienstadt und seine Geschichte
Von: Jacob Kuypers, Andree Müller, Thomas Schick

Ein Beitrag für die Süddeutsche Zeitung von Jacob Kuypers, Andree Müller und Thomas Schick

Terezin, eine tschechische Kleinstadt, früher einmal eine österreichische Festung, erbaut vom Kaiser Josef II zu Ehren seiner Mutter Maria Theresia. Von hohen Mauern umgeben, symmetrisch, akkurat. Zur Zeit der österreichischen Herrschaft ein unwichtiger Verteidigungsposten gegen die Bedrohung der Preußen, wird Theresienstadt, so der deutsche Name, in den 40er Jahren unseres Jahrhunderts doch noch zu einem Ort des Schreckens und Sterbens. Liest man Aufzeichnungen und hört man Berichte von Zeitzeugen über das Leid und Elend zwischen den hohen Schutzwällen, so scheint das alles aus einem Schauermärchen entnommen worden zu sein. Doch es war einst Wirklichkeit: Menschen, geplagt von Krankheit und Hunger, die in ihren eigenen Fäkalien meist jahrelang hausen mußten, immer mit der Angst lebend, eines Tages auf einem Güterzug zu landen, der sie nach Osten, nach Auschwitz, bringen würde.
Vor allem alte Leute wurden nach Theresienstadt gebracht, denn sie hielten das Lager für eine Erholungsstätte, eine Art Kurort, wie es von den Nazis auch angepriesen wurde. Diese sprachen sogar von "Bad Theresienstadt". Reichere Leute, unter anderem auch viele Künstler und bekannte Wissenschaftler, verließen sich voll und ganz auf die Versprechen der Nationalsozialisten und kauften sich Wohnplätze, um die Vorzüge dieses "Seniorenheimes" zu genießen. Selbst bei der Ankunft in Theresienstadt verlangten einige von ihnen ein Zimmer "mit Seeblick". Doch schon bald sollte sich herausstellen, daß sie alle den Lügen des Naziregimes zum Opfer gefallen waren.
Es ist der 24. November 1941. Aus einem gerade angekommenen Güterzug steigen 342 junge Männer. Sie sind Häftlinge, Juden, so sagt es der Stern auf ihrer Brust. Vor ihnen ragen die grauen, kalten Mauern ihres neuen Heimes in den Himmel, umgeben von Gräben, in denen pechschwarzes Wasser fließt. Hierher sind sie gekommen als sogenanntes "Aufbaukommando", gesammelt von den Deutschen, den Arischen, den Reinen. Für ihr eigenes Volk sollen sie eine Hölle errichten, sollen Gleichgesinnten, Verwandten und Freunden die Gräber schaufeln. Aber sie müssen bleiben, weil sie ja Juden sind.
Weitere zweitausend Häftlinge werden herangeschafft, am 30. November und 2. Dezember, teilen sich enge Räume mit den anderen, schlafen auf dem nackten Boden, manchmal sogar auf Stroh.
Gesetze werden verabschiedet, damit im neu entstandenen Lager etwas Disziplin herrscht. Das Berühren von Schornsteinfegern wird verboten, es könnte ja Glück bringen, kleinere Vergehen werden mit Prügelstrafe, größere mit anschließendem Gefängnisaufenthalt bestraft. Geprügelt wird von Leidesgenossen. Sind die Schläge nicht hart genug, so schlägt ein SS-Mann auf den Prügler ein, zeigt ihm, wie man richtig bestraft. Das Pflücken vom Blumen wird untersagt, Kastanien müssen liegen bleiben.
Die Grundorganisation des Lagers bildet sich heraus. Man errichtet eine Verpflegungsabteilung, eine technische Abteilung, eine Krankenstube, eine Küche, ein zentrales Arbeitsamt und einen Aufsichtsdienst.
Hinter diesen wichtig klingenden Namen verbirgt sich jedoch schlechte Versorgung, keine Transportmöglichkeiten und keine medizinischen Instrumente. Es mangelt an überlebenswichtigen Dingen wie Feuerholz und vor allem an Wasser.
Trotz der hoffnungslos scheinenden Lage entwicheln sich kulturelle Gemeinschaften unter den Häftlingen. Nach harter, getaner Arbeit wird gesungen, rezitiert, gedichtet.
Am 9. Januer 1942 schwinden jedoch die letzten Hoffnungen der Gefangenen, den Krieg und die nationalsozialistische Herrschaft zu überleben: 9 Lagerinsassen werden aufgrund kleinerer Vergehen zum Tode verurteilt und grausam gehenkt.
Am gleichen Tag verläßt auch der erste Transport in den Tod nach Osten das Lager. Diese Transporte sollen ein Schlüsselelement des Theresienstädter Alltags werden. Mehr und mehr Züge donnern Tag und Nacht durch das Ghetto, Menschenmassen, tausende von hilflosen Wesen werden in die Züge gepfercht, müssen auf engstem Raum meist tage- und wochenlang hausen, ohne medizinische und sanitäre Versorgung, ohne Essen und Trinken.
In den Monaten Mai und Juni des gleichen Jahres wird der noch in Theresienstadt lebenden Bevölkerung befohlen, ihre Wohnungen zu verlassen und in andere Gebiete umzusiedeln. Damit verringern sich die Möglichkeiten des Schwarzhandels enorm, so daß der Hunger im Lager immer größer wird, Während des Frühjahres 1942 kommen mehr und mehr alte Menschen per Transport nach Terezin. Es wird zu einem "Ghetto der Alten", einem Durchgangslager für europäische Gefangene der Hitlerischen Diktatur. In der Stadt, die einst etwa 8000 Menschen beherbergte, "leben" nun bereits über 21.000 Menschen auf engstem Raum, mit knapper Nahrungs- und Trinkwasserversorgung, ständig gequält von der Angst vor dem nächsten Transport.
In der Folgezeit steigt die Zahl der Gefangenen rapide an. Auf Fluren, Durchgängen und in den feuchten Kellergewölben der alten Festung werden neue Lager geschaffen, um noch mehr Menschen aufzunehmen. Im neu erbauten Krematorium werden die Leichen derer verbrannt, die schon an den beginnenden Krankheiten gestorben sind oder den psychischen und physischen Belastungen nicht mehr standhalten konnten.
Vor allem die Sommermonate des Jahres 1942 werden zur Tortur für alle Insassen des Ghettos. Angezogen von dem überall herumliegenden Abfall und den Fäkalien schwirren Tausende von Fliegen durch die Gänge. Ratten bevölkern die Keller, Flure und Dachböden, fast jeder leidet und Läusen und Flöhen. Mit ihnen kommen Krankheiten: Scharlach, Gelbsucht, Bauchtyphus, Entritis. Es gibt kaum sanitäre Einrichtungen, von Wasser ganz zu schweigen. Die Hitze ist erdrückend, der Gestank von verfaulendem Fleisch und Unrat fast unerträglich. So rasch wie die Häftlinge ins Lager gebracht worden sind, so schnell verenden sie wieder.
Pro Tag werden etwa 190 Menschen verbannt oder in Massengräbern, die verwässert und matschig sind, begraben.
Um das Problem der hohen Sterblichkeit zu lösen und um "Platz zu schaffen", wie es die Nazis nannten, deportiert man nun meist alte Leute in den Osten. Sie gelten in den Augen der Offiziere nur als lästig, da sie keine Arbeit verrichten und gepflegt werden müssen, "sowieso bald stürben".
Gegen Ende des schrecklichen 1942 beginnen die Nazis damit, die Leute in Theresienstadt psychisch völlig zu zermürben: Sie richten Läden ein, in denen es Medizin, Nahrung, Parfüm oder Kleidung gibt. Die Waren in den Vitrinen sind jedoch nicht zum Verauf bestimmt. Die Läden dienen allein Propagandazwecken um den internationalen Vertretern zu zeigen, wie "sozial und human die Judenfrage gelöst würde". Ein Kaffeehaus wird eingerichtet, in dem man dem Lagerorchester lauschen und eine schwarze Brühe trinken kann, die entfernt an Kaffee erinnern soll.
Sehnsüchtig betrachten die Leute die Waren in den Verkaufsständen, sehen sie und können sie doch nicht besitzen, auch wenn es ihnen noch so sehr danach verlangt.
Es wird den Häftlingen erlaubt, Postkarten an ihre Verwandten zu schreiben. In sauberen Blockbuchstaben versteht sich. Die Wörter werden auf dreißig rationiert. Hält der Empfänger schließlich die Karte seiner Lieben in der Hand, so prangt mitten auf ihr ein großer Stempel der SS, der besagt, daß der Text geprüft worden sei. Heimlichtuerei und Privatsphäre waren damit ausgeschlossen. Außerdem erfolgt die Zustellung einer solchen Karte meist erst nach Monaten - die Ungewißheit über den Verbleib des Verwandten ist also weiterhin vorhanden.
Ihres Zieles ungewiß steigen am 26. Januer des Jahres 1943 Häftlinge in einen Zug. Direkt nach Auschwitz, ins Konzentrationslager Auschwitz, zur Vergasung. Weitere Transporte dorthin folgen. Über siebentausend Menschen werden in den Tod geschickt - die Bevölkerung einer kleinen Stadt. Eine Eisenbahnstrecke wird direkt in die Stadt hineingelegt. Dies ist sehr günstig, denn bisher mußten die zum Transport Verurteilten eine lange Strecke zu einem in der Nähe gelegenen Bahnhof zruücklegenm getrieben von den SS-Leuten, geschwächt, hungrig und hilflos.
Auch die Strom- und Wasserversorgung ist, wenn auch sehr unzureichend, gewährleistet durch den Bau von Kanälen und Leitungen.
Im Sommer 1943 trifft ein Transport ein, der etwa 1.300 Kinder nach Theresienstadt bringt. Körperlich und seelisch am Ende werden die Kinder streng getrennt gehalten von allen anderen Häftlingen. Sie leiden an Krankheiten, doch vor allem leidet ihre Psyche. Sie hatten im Konzentrationslager von Bialystok mit ansehen müssen, wie SS-Männer ihre Eltern erschossen, hatten Tag und Nacht in den Gaskammern verbringen müssen, auf den Tod durch das plötzlich zischende Gas wartend.
Die Transporte beginnen wieder. Um das weiterhin bestehende Überfüllungsproblem zu lösen, werden Dauerinsassen sofort deportiert. Die Zahl der im Lager Eintreffenden nimmt ab, viele Bereiche des Deutschen Reiches sind nahezu "judenfrei".
Am 11. November 1943 ordnet die SS eine Zählung aller Gefangenen an. 40.000 Menschen stehen stundenlang auf freiem Feld, alles durchdringender Nieselregen strömt auf sie hernieder. Umstellt von bewaffneten Gerndarmen, bewacht von einem Flugzeug verharren sie dort, ohne Nahrung, bis in den späten Abendstunden eine Massenpanik ausbricht und die Leute ins verhaßte Lager zurückkehren. Um Mitternacht werden die Leichen der Überrannten und Alten aufgesammelt, die Verletzten und Schwachen werden wieder in die überfüllten Lagerräume gesteckt, nicht von den Nazis sondern von Leidensgenossen. Etwa 300 Menschen verlieren ihr Leben.
Am Ende des Jahres 1943 zählt das LAger über 34.600 Insassen. Der neue Lagerkommandant Karl Rahm setzt nun die Errichtung eines gigantischen Unterfangens fort, das mit der Einrichtung der Einkaufsläden bereits begonnen hatte: Die Nazis machen Theresienstadt zum Paradies - es sieht zumindest so aus. Alles wird herausgeputzt, gestrichen, gepflastert, renoviert, neu gemacht. Gärten werden angelegt, Spielplätze errichtet. Eine Schule für die Kinder entsteht, alles scheint wie im Märchen. Der Schein trügt. Auch diese Neuerungen werden nur gemacht, um die Alliierten Mächte zu täuscehn, um den international berechtigt schlechten Ruf von Hitler-Deutschland aufzupolieren und die angeblichen Lügen über die Konzentrationslager und den Massenmord an den Juden zu widerlegen.
Während der Stadtverschönerung wird der Platz in den Quartieren aufgrund neuer Möblierung immer knapper. Wieder lassen die Nazis etwa 7.500 Menschen abtransportieren, abtransportieren in den Tod, um das ach so unbefleckte Antlitz des deutschen Volkes neu erstrahlen zu lassen.
Die internationale Kommission, bestehend aus Vertretern des Internationalen Roten Kreuzes und Vertretern aus dem Ausland, läßt sich täuschen. Die Nazis haben eine Art Programm inszeniert, das ein so sorgloses Leben darstellt, das selbst die skeptischsten Mitglieder der Gruppe überzeugt werden können: das Brot, das ansonsten mit dem gleichen Wagen transportiert wird wie die Leichen und meist schon schimmelig ist, wird von Bäckern mit weißen Handschuhen davongetragen, die Kinder werden dazu gezwungen, zu lächeln und auf den Spielplätzen zu spielen, nirgends sieht man Alte oder Behinderte auf den frisch gepflasterten Straßen. Perfektionismus pur. Niemand wirft einen Blick in die dreckigen Räume und auf die kranken Menschen.
Ein Film wird gedreht in der strahlenden Todesfestung, betitelt mit "Der Führer schenkt den Juden eine Stadt", ein Propagandafilm, geschaffen, um zu täuschen, um zu lügen.
Im September des Jahres 1943 dann erfahren die Insassen des Lagers Theresienstadt durch gestohlene Zeitungen von dem Schicksal, das sie ereilen wird, falss die Nazis den Krieg verlieren, was bereits abzusehen ist.
Im Oktober 1944 bricht wohl das schlimmste Kapitel in der Geschichte des Sammellagers Theresienstadt an. Aufgrund hoher Verluste an der Front und dem sich immer mehr dem Ende zugunsten der Alliierten näherenden Krieg starten die Nazis eine Großtransportaktion in den Osten. Immer wieder rattern Züge, Tag und Nacht. Die Menschen schlafen nicht mehr, warten nur auf ihren Deportationsbescheid. Ungeheure Angst herrscht im Lager. Lügen werden von den Deutschen verbreitet: Die Leute würden ins Reich gebracht, um dort Kriegsarbeit zu verrichten. Doch allen ist ihr Schicksal ungewiß, denn sie wollen den Nazis keinen Glauben schenken.
Ohne Vorankündigung stoppen die Transporte. Keine Tränen der Erleichterung, sondern Tränen tiefer Trauer werden vergossen. Trauer um die verlorenen Mütter, Frauen, Väter, Ehegatten, Kinder, Söhne, Töchter, Enkel, Brüder und Schwestern, die guten Freunde und um die vielen anderen.
Das Deutsche Reich bricht unter den ständigen Faustschlägen der Alliierten gegen Ende Januar 1945 zusammen. Einige Konzentrationslager werden befreit und die Vereinten Mächte bekommen ein erstes Bild von den Grausamkeiten unter Adolf Hitler.
Trotz der Niederlage der Deutschen führen einige Nazis Hitlers "Vision" weiter fort. Sie deportieren weiterhin Juden, bringen sie weiterhin nach Theresionstadt. Sie beharren anscheinend auf die deutsche Gründlichkeit.
Die anderen Nationalsozialisten versuchen sich ein Alibi zu beschaffen und die letzten Spuren des Regimes zu verwischen. Das ganze Frühjahr 1945 hindurch tobt eine Art Kleinkrieg zwischen den Meinungsvertretern.
Im Februar erhellt eine Nachricht die Mienen der Häftlinge: Ein Transport in die Schweiz steht an, in ein neutrales Land. Es wird eine Auswahl getroffen. Die, die eine gute körperliche Verfassung haben, treten die Reise ins "Gelobte Land" an. Die anderen müssen noch abwarten, in ihren Herzen schimmern jedoch Hoffungsfunken. Als wirklich Briefe aus der Schweiz im Lager ankommen, breitet sich Freude unter den Insassen aus und neue Hoffnungen keimen. Das Deutsche Reich steht inzwischen kurz vorm Zerriß, die Alliierten haben bereits weite Teile eingenommen. Doch die Nationalsozialisten in Theresienstadt geben nicht auf. Sie beginnen ein neues teuflisches Werk. In den dunklen Gängen der Festung, tief unter der Erde, werden Vorbereitungen getroffen. Fenster werden vermauert, Eingänge verkleinert. niemand im Lager ann sich die Vorgänge erklären. Nach einem erneuten Besuch eines Vertreters des Roten Kreuzes in Theresienstadt hinterläßt dieses Lager weiterhin einen sehr guten Eindruck. Kein Wunder, denn die Bitte des Roten Kreuzes auf Besichtigung hatte man hinausgezögert, um eine erneute Stadtverschönerung durchzuführen.
Anfang April verlassen die Ratten das sinkende Schiff. SS-Offiziere packen ihre Sachen und verlassen manchmal fluchtartig Theresienstadt. Alle aussagekräftigen Akten werden vernichtet und die Henker gehen aus der Folterkammer.
Am 20. April 1945 treffen neue Transporte ein, diesmal in Lastwagen. Opfer aus den Konzentrationslagern werden ins Lager gebracht. Ihr Zustand ist grausam. Überall haben sie Geschwüre, sind abgemagert bis auf die Knochen, haben kaum noch Kraft zum Atmen. Doch viele von ihnen berichten den Theresienstädter Insassen von den Greueltaten der Nazis, den Massenexekutionen, den Verbrechen des Faschismus.
Endlich, am 8.Mai treffen die ersten russischen Panzer in Theresienstadt ein und reißen den Deutschen das Steuer aus der Hand.
In der Stadt wütet eine erschreckende Typhusepedemie, die erst am 11. Mai 1945 vom Roten Kreuz beendet werden kann. Die letzte Welle, von den Nazis durch die verlorene Kontrolle gegen Ende des Krieges vorhergerufen, hatte nochmals viele in den Tod gerissen.
Nun läßt man die Gefangenen wieder in ihre Heimat. Nach einer ärztlichen Untersuchung dürfen sie wieder heim, weg von dem Ort, der sie so viele Jahre lang gepeinigt und gefangengehalten hatte. Sie gehören zu den wenigen, die Theresienstadt überlebt haben. Hätten die Nazis nur ein wenig länger die Oberhand behalten, dann hätten diese nunmehr Freien vielleicht diese Befreiung nicht mehr erlebt: Die Errichtung von Gaskammern in Theresienstadt zur völligen Ermordung aller Zeugen des nationalsozialistischen Wahnsinns hatte bereits begonnen.

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http://www.domradio.de/themen/kultur/201...-theresienstadt


17.05.2013
Jüdisches Museum Berlin zeigt Zeichnungen aus Theresienstadt : Einblicke in die Hölle des Ghettos

Aus den Zeichnungen, für die Bedrich Fritta sterben musste, kriecht der Tod auf einen zu. Abgemagerte Gestalten, mehr Gespenster als Menschen, stieren dem Betrachter entgegen. Szenen aus dem nationalsozialistischen Ghetto Theresienstadt.

Um Juden logistisch effizient per Güterzug in Vernichtungslager wie Auschwitz zu bringen, hatten die deutschen Besatzer 1941 das nördlich von Prag gelegene Ghetto eingerichtet. Frittas Zeichnungen zeigen eine Welt des Leids und der Verzweiflung, aber auch Momente der Menschlichkeit und Wunschbilder für seinen kleinen Sohn. Fast sieben Jahrzehnte nach dem Tod des tschechisch-jüdischen Karikaturisten in Auschwitz werden seine Arbeiten aus dem Ghetto nun erstmals in Deutschland in einer Einzelschau ausgestellt.

"Dunkelheit herrschte im Keller, als wir am Abend das Knarren der Bremsen hörten und gleich darauf das charakteristische Gebrüll der SS, die in den Keller stürmte und uns mit Knüffen und Schlägen in die verdeckten Lastautos hineintrieben. Dort fanden wir unsere Frauen, weinend, aber glücklich bei unserem Anblick. Frittas Frau war da mit dem dreijährigen Sohn Tomas." So erinnerte sich Frittas Künstlerkollege Leo Haas, der den Krieg überlebte, später an den Abtransport ins Gestapogefängnis der Festung von Theresienstadt.

Kurz zuvor waren die heimlichen Zeichnungen aufgeflogen. Verhört wurde Fritta vom Organisator des Holocaust, Adolf Eichmann, persönlich. Das Urteil: Wegen "Greuelpropaganda" ins Vernichtungslager nach Auschwitz. Der Künstler und seine Frau fanden bald darauf den Tod. Zwar überdauerten Frittas Bilder, wurden aber bis heute selten im Original gezeigt. Dem Jüdischen Museum hatte Frittas Sohn Tomas, der das Ghetto als Kleinkind überlebte, die über 100 großformatigen Tuschezeichnungen und Skizzen vor rund zehn Jahren als Dauerleihgabe anvertraut. Allerdings zeigte das Museum davon nur einige ausgewählte Skizzen in seiner Dauerausstellung. Vor kurzem wurden die großformatigen Tuschezeichnungen restauriert und sind nun Gegenstand der Ausstellung.

Die meisten werden ermordet

Nach der Einweisung ins Ghetto Theresienstadt hatte die Kommandantur Frittas Talent erkannt. Sie machte ihn zum Leiter des Zeichenbüros. Der Auftrag: Propaganda-Bilder und Baupläne von Aufbauarbeiten zeichnen, die das Ghetto als reibungslos funktionierende und unter Selbstverwaltung stehende Siedlung präsentierten. Die SS wollte der Weltöffentlichkeit vorgaukeln, dass zwischen den Festungsmauern der alten Garnisonsstadt eine jüdische Mustersiedlung entstünde.

Doch heimlich hielten Fritta und seine Künstlerkollegen wie der deutsche Jude Leo Haas fest, was sie tatsächlich sahen: Hungernde, Todestransporte, Hoffnungslosigkeit. Theresienstadt war entgegen der NS-Propaganda wie andere Ghettos und Lager auch eine Hölle. Ursprünglich angelegt für 7.500 Bewohner, kämpften hier bald bis zu 60.000 Juden aus vielen Teilen Europas gleichzeitig ums Überleben. Historiker schätzen, dass zwischen 1941 und 1945 über 150.000 Menschen interniert waren. Den Großteil ermordete die SS in Vernichtungslagern. Viele andere verhungerten im Ghetto oder starben an Krankheit und Gewalt.

Das Ghetto als Triumph des Todes

Zwischen all dem Elend zeigt Fritta immer wieder Momente der Menschlichkeit. So auch Ghetto-Bewohner, die sich eine Variete-Aufführung von Akrobaten anschauen. Denn in das "Vorzeigeghetto" Theresienstadt verschleppten die Deutschen zahlreiche jüdische Künstler, die ein vielfältiges Kulturleben aufrechterhielten.

"Fritta nutzte Stilmittel der Karikatur, des Expressionismus und des Symbolismus, um die groteske Scheinwirklichkeit einer angeblichen jüdischen Mustersiedlung in aller Schärfe bloß zu stellen", erklärt Ausstellungskurator Denis Grünemeier. Statt als Mustersiedlung zeigt Fritta das Ghetto als Triumph des Todes. Schlaglichter und Schatten setzen filmartig die gespensterhaften Gestalten in Szene. Kein anderer Künstler, so der Kurator, brachte einen derart intensiven künstlerischen Willen mitten im Grauen des Ghettos zum Ausdruck.

Die Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin ist bis zum 25. August täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr, montags auch bis 22.00 Uhr, zu besichtigen.
Markus Huth
(KNA)

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