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von 12.10.2013 10:15

Papst Franziskus und die Liturgie – „Rein funktionaler Zugang“, Vorbehalte gegen Tradition, Knieschwäche vor dem Herrn

Vor dem Allerheiligsten Stehen oder Sitzen das Vorbild von Papst Franziskus(Vatikan) Die Kurienreform, auf die derzeit Medien und mehr noch die Kirchenvertreter gebannt schauen wie das Kaninchen auf die Schlange, hat erst begonnen. Die einen in der Kirche hofffen strukturenfixiert und revanchesüchtig darauf, daß die römische „Zentrale“ geschwächt wird. Für die ungehorsamen Rebellenpriester um den Wiener Helmut Schüller, die sich gerade in Bregenz „international vernetzen“, wäre das noch immer zu wenig. Sie wollen nicht „warten“ müssen, bis Papst Franziskus etwas sagt. Damit hätte sich am „alten System“ nichts geändert, wie Schüller vor wenigen Tagen den Medien anvertraute.
Die anderen in der Kirche sind besorgt, nicht wenige scheint eine gewisse Lähmung befallen zu haben, vor allem in Rom, wo viele Posten zu Schleudersitzen geworden sind und die vagen, sprunghaften Aussagen des Papstes eine klare Linie vermissen lassen.

Der Vatikanist Sandro Magister erinnert an die Neuerungen, die Papst Franziskus im Bereich der Liturgie vorgenommen hat. Zunächst verweist Magister darauf, daß Franziskus Kurienerzbischof Guido Pozzo, den Benedikt XVI. zum Päpstlichen Almosenier gemacht hatte, wieder als Sekretär an die Päpstliche Kommission Ecclesia Dei zurückberufen hat. Ecclesia Dei ist für die traditionsverbundenen Orden, Gemeinschaften und Gläubigen in der Kirche zuständig und für die Umsetzung des Motu proprio Summorum Pontificum. Eine weitere Aufgaben von Ecclesia Dei besteht darin, eine Einigung mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. zu suchen. „Aber mit einem Papst wie Franziskus scheint eine Versöhnung mit den Lefebvrianern nicht nur ausgeschlossen, sondern auch für die traditionalistischen Katholiken zeichnet sich eine ungewisse Zukunft ab. Bereits die ersten Schritte Bergoglios im Bereich der Liturgie haben Letztere in Niedergeschlagenheit gestürzt.“

Drei Gründe, warum die Alarmglocken läuten – Grund 1: das Verbot für die Franziskaner der Immakulata
Papst Franziskus und die LiturgiePapst Bergoglio, so Magister, traf bisher zwei Entscheidungen im Bereich der Liturgie. Die erste sorgte für viel Lärm und war das dem Orden der Franziskaner der Immakulata auferlegte Verbot, die Heilige Messe im überlieferten Ritus zu zelebrieren (siehe eigenen Bericht). Das Verbot wird als Einschränkung und Angriff auf das Motu proprio Summorum Pontifikum von Benedikt XVI. gesehen.

Die Absicht Benedikts XVI. ist in seinem Brief an alle Bischöfe der Welt dargelegt. Jedem Priester ist es ungehindert freigestellt, im alten oder im neuen Ritus zu zelebrieren. Die beiden Formen des Römischen Ritus sollen sich gegenseitig befruchten, was einer eindeutigen Aufwertung des überlieferten Ritus entspricht, der bis vor kurzem de facto sogar noch als „verboten“ galt.

Papst Franziskus hat diesbezüglich eine engere Meinung. Im Interview mit der Jesuitenzeitschrift Civiltà Cattolica (deutsche Übersetzung in der deutschen Jesuitenzeitschrift Stimmen zur Zeit) erklärte er, die von Benedikt XVI. gewährte Erlaubnis sei lediglich ein Zugeständnis zur Befriedigung nostalgischer Wünsche gewesen für „einige Personen, die diese Sensibilität haben“.

„Mit den traditionsverbundenen Katholiken geht Bergoglio nicht sanft um“, so Magister. „Wenn er über traditionsverbundene Katholiken spricht, spricht er ausgesprochen negativ. Auch im Civiltà Cattolica-Interview bezeichnete er ‚die Gefahr einer Ideologisierung des Vetus ordo, seine Instrumentalisierung als besorgniserregend‘. An dieser Stelle dürfte auch der Grund für den Eingriff bei den Franziskanern der Immakulata zu suchen sein.

Bei zwei weiteren Gelegenheiten stempelte er Traditionalisten ab als Verfechter einer ‚Restauration von überholten Verhaltensweisen und Formen, die nicht einmal kulturell die Fähigkeiten haben bedeutend zu sein‘.“ Magister nennt die Gelegenheiten nicht, bei denen sich Papst Franziskus so äußerte. Der Chronik wegen sollen sie jedoch erwähnt werden. Es war einmal am 6. Juni die Begegnung mit dem Vorstand des Dachverbandes der Ordensleute Lateinamerikas und der Karibik (CLAR) (siehe eigenen Bericht) und zum anderen am 28. Juli seine Rede vor dem Koordinationskomitee der Bischofskonferenz für Lateinamerika und der Karibik (CELAM) (siehe eigenen Bericht). In beiden Fällen wandte er sich an ein lateinamerikanisches Publikum und es war unklar, ob seine Aussage generell oder nur auf bestimmte Erscheinungen in Lateinamerika bezogen waren.

Grund 2: Austausch aller Consultoren des päpstlichen Zeremonienamtes
„Die zweite von Papst Franziskus getroffene Entscheidung ist die Entfernung aller fünf Consultoren des Amtes für die päpstlichen Liturgien“, so Magister. Während die Vorgänger sich alle in Einklang mit dem Wunsch von Benedikt XVI. nach liturgischer Erneuerung befanden, „finden sich unter den Neuernannten einige der eifrigsten Verfechter der in den Jahren von Johannes Paul II. unter der Regie des damaligen päpstlichen Zeremonienmeisters Piero Marini eingeführten Neuerungen“, so der Vatikanist.

Seit einige Zeit, um genau zu sein, seit dem 4. April, also kaum drei Wochen nach der Wahl des neuen Papstes geht das Gerücht um – „zum Schrecken der Liebhaber der Tradition – , daß Piero Marini von Bergoglio sogar zum Präfekten der Gottesdienstkongregation ernannt werden könnte (siehe eigenen Bericht). Selbst wenn diese Stimmen sich als haltlos erweisen sollten, bleibt die Tatsache, daß die derzeitigen päpstlichen Liturgien sich sichtlich von jenen Benedikts XVI. unterscheiden“.

„Der Gipfel der Unterschiede war die von Franziskus am Strand an der Copacabana zelebrierte Messe zum Abschluß des Weltjugendtages in Rio de Janeiro mit einem „Musical“, das mit Solisten, Chören und Rhythmen, die ins Stadium gehören, mitten ins Herz der Liturgie eingebrochen ist“, so Magister.

Grund 3: Fehlende Kniebeuge bei Wandlung – Stehen und Sitzen bei Eucharistischer Anbetung
Aber auch ohne diese „Exzesse“, gibt es sich wiederholende Elemente im Zelebrationsstil des Papstes, die „den Gläubigen negativ aufgefallen sind“. Ihnen verlieh die mexikanische Katholikin Lucrecia Rego de Planas eine öffentliche Stimme mit einem Offenen Brief an Papst Franziskus vom 23. September, der um die Welt ging. Die Mutter von neun Kindern, Universitätsdozentin und Freundin des Papstes seit langer Zeit schreibt im Brief darunter „zu leiden“, Bergoglio zu sehen, der auch als Papst „weder vor dem Tabernakel noch nach den Wandlungsworten die Kniebeuge macht“, wie er es schon als Erzbischof von Buenos Aires nicht getan hatte.

„In der Tat ist es so“, so Magister. „In der Messe macht Papst Franziskus nach der Konsekration von Brot und Wein nie die von der Liturgie vorgeschriebene Kniebeuge, sondern verneigt sich nur. Und in Rio de Janeiro bei der nächtlichen Anbetung vor dem Allerheiligsten Altarsakrament, die weltweit im Fernsehen übertragen wurde, blieb er stehen oder sitzen“ (siehe Bild).

Ein Knieproblem ist auszuschließen, die Bilder, die den Papst vor dem Gnadenbild der Gottesmutter in Santa Maria Maggiore, gemeinsam mit Benedikt XVI. in Castel Gandolfo oder am Gründonnerstag bei der Fußwaschung im Jugendgefängnis knien zeigen, gingen um die Welt. Auch am 7. September kniete der Papst bei der Eucharistischen Anbetung auf dem Petersplatz, den er als Tag des Gebets und des Fastens für den Frieden in Syrien ausgerufen hatte.

Um so erstaunlicher ist die von Franziskus auf dem Rückflug von Rio de Janeiro vor den Journalisten geäußerte Bewunderung für die ostkirchliche Liturgie, ihren sakralen Charakter und ihre Treue zur Tradition (siehe eigenen Bericht). Worte, die offensichtlich vor allem als nette Geste gegenüber den Orthodoxen gedacht waren.

Unter den fünf neuen Consultoren im Amt der päpstlichen Liturgien befindet sich erstmals mit Pater Manuel Nin ein Mönch des byzantinischen Ritus. Er ist Rektor des Päpstlichen Griechischen Kollegs von Rom. Daneben stehen nun aber Consultoren wie der Servitenpater Silvano Maggiani und der Monfortanerpater Corrado Maggioni, die beide aus der Mannschaft von Piero Marini stammen.

„Kurzum, es gibt in Bergoglio ein Schwanken in den Ernennungen, in den Gesten und den Worten, das es schwierig macht, seine Entscheidungen zu interpretieren und noch weniger seine künftigen Schritte vorherzusehen“, so Magister.

Hinter den Kulissen: Franziskus stoppte Verbot liturgischer Sonderformen der Neokatechumenalen
Neben diesen beiden öffentlichen Entscheidungen, gibt es aber noch eine dritte, die hinter den Kulissen geschah: Er blockierte die Überprüfung der Messen des Neokatechumenalen Wegs durch die Glaubenskongregation. Benedikt XVI. hatte persönlich im Februar 2012 nach mehreren Eingaben die Kongregation damit beauftragt, festzustellen, ob es in diesen Messen zu liturgischen Mißbräuchen kommt und wenn ja, welchen“ und diese abzustellen, so Magister (siehe eigenen Bericht).

„Die bereits begonnene Überprüfung fiel ausgesprochen ungünstig für den von Francisco ‚Kiko‘ Argüello und Carmen Hernandez gegründeten und geleiteten Neokatechumenalen Weg aus, die immer sehr arglos beim Modellieren der Liturgie nach ihren Vorstellungen waren. Nun fühlen sie sich sicher. Die Bestätigung, der Gefahr entschlüpft zu sein, erhielten sie von Papst Franziskus selbst in einer Audienz, die er ihnen am 5. September gewährte“, so Magister.

Benedikt XVI. mit dem Rotstift gegen Papst Franziskus?
Als gegensätzliche Pole stehen sich zwei Eingriffe von Papst Franziskus gegenüber, einmal der Eingriff gegen den überlieferten Ritus bei den Franziskanern der Immakulata, und dem diametral entgegengesetzt der Eingriff zugunsten seltsamer liturgischer Sonderformen des Neokatechumenalen Wegs, jener Messe, die Benedikt XVI. mißfiel. Aus dem Civiltà Cattolica-Interview, das von Magister als „Manifest seines Pontifikats“ bezeichnet wird, geht wohl die Erklärung dafür hervor, nämlich, daß Papst Franziskus „die nachkonziliare Liturgiereform ausschließlich unter funktionalen Gesichtspunkten wahrnimmt“. Wörtlich sagte der Papst: „Die „Arbeit der Liturgiereform war ein Dienst am Volk, um das Evangelium neu zu lesen, angefangen bei einer konkreten historischen Situation.“ Dazu Magister: „Wäre Bergoglio ein Schüler Ratzingers – ein großer Gelehrter, der die Liturgie liebt, die das Zweite Vatikanische Konzil culmen et fons des Lebens der Kirche nannte, dann würde er ihm diese Aussage rot anstreichen.“

Text: Settimo Cielo/Giuseppe Nardi

von 11.10.2013 09:34

Was ist eine echte Reform?


reformSeit dem Beginn des Pontifikats von Papst Franziskus ist ständig von erforderlichen Reformen in der Kirche die Rede. Dazu wurde unter anderem eine Kardinalskommission eingesetzt, die Vorschläge aufnehmen und prüfen soll, die dann durch den Heiligen Vater entschieden werden sollen.

Die deutschen Bischöfe reden bereits seit Jahrzehnten von „Reformen", und sie sind dabei, die Kirche restlos um und neu zu gestalten. Angesichts eines solchen Eifers stellt sich die Frage, was denn eine Reform und besonders eine kirchliche Reform auszeichnet, um so Kriterien zu haben, nach denen man beurteilen kann, ob die angestrebten Reformen in Rom oder in Deutschland tatsächlich Reformen sind.

„Unter Reform (in der Einzahl) verstehe ich die planmäßige, die Kontinuität wahrende Umgestaltung und Verbesserung von Einrichtungen, Zuständen und Gesinnungen, die der Erneuerung bedürftig sind.

Je nach dem Gegenstand, auf den sich eine Reform richtet, ist also zwischen Reform von Institutionen, von Verhältnissen und von Personen zu unterscheiden. Unter Reformen (in der Mehrzahl) verstehe ich die Einzelmaßnahmen gesetzlicher oder tatsächlicher Art, durch die eine Reform durchgeführt wird.

Reform ist in ihrem Wesen Vervollkommnung und besagt, dass einem Menschen, einem Ding oder einer Einrichtung die rechte Gestalt gegeben bzw. wiedergegeben wird.

Kirchliche Reform setzt voraus, dass die Kirche nicht in dem Zustand ist, in dem sie nach dem Willen Gottes sein sollte. Dieses Zurückbleiben in der Kirche hinter der Gestalt, die Gott will, ist nun immer mehr oder weniger gegeben. Allein es wird nicht immer gleichmäßig empfunden.

Wenn sich Menschen zusammenfinden, die unter der Diskrepanz zwischen Auftrag und Tätigkeit der Kirche und der Christen leiden, kann eine Reformbewegung entstehen. Echte Reform gibt den Einrichtungen der Kirche die Gestalt, die ihrem Wesen und ihrem Zweck besser entspricht als vorher; sie schafft Zustände, die dem Willen Gottes angemessener sind als jene, die bis dahin geherrscht haben.

Reform und Reformen in der Kirche sind darum mehr als Änderungen; sie sind der Aufbruch zu der gottverordneten Bestimmung der Kirche. Wer reformieren will, muss das Ziel kennen, das er mit der Reform erreichen bzw. dem er damit näherkommen will.

Den Vorrang bei jeder Veränderung von Zuständen und Einrichtungen hat die Erneuerung der Menschen. Solange die Glieder der Kirche nicht innerlich umgeschaffen werden, kann von echter Reform keine Rede sein. Strukturumbau allein verdient diesen Namen nicht. Die wirkliche Reform verändert die Glieder der Kirche in der Richtung auf treuere Erfüllung der Gebote, größere Nähe zu Gott und tatkräftigere Liebe zu den Menschen.

Wahre Reform geht aus brennendem, verzehrendem Eifer für Gottes Ehre und für die Bekehrung und Rettung der Menschen hervor, sie entfaltet eine rastlose Tätigkeit im Dienste Gottes und erzeugt apostolischen Sinn und missionarische Glut, den entschlossenen Willen, die Herrschaft Gottes und das Königtum Christi überall aufzurichten.

Echte Reform weckt größere Treue gegen Gottes Willen, mehr Ernst in der Befolgung seiner Gebote, schonungslosen Einsatz für die Gewinnung der ewigen Seligkeit, Eifer in Buße, Entsagung und Verzicht, Strenge gegen sich selbst und Abtötung schlechter Neigungen.

Dies alles aus Liebe zu Gott und zu den Menschen. Genuine Reform besagt den entschiedenen Vorsatz, alles in Christus zu erneuern, den Willen anzuspannen, das Herz Gott zu weihen, die Gelegenheiten zum Bösen zu meiden und die Mittel zum Guten anzuwenden, in der Tugend voranzuschreiten und die Hindernisse derselben zu überwinden; Reform ist Kampf gegen Durchschnittlichkeit und Halbheit, Reform ist Wille zum Maximalen.

Die echte Reform ist daher aller Weichlichkeit und Bequemlichkeit feind. Sie ist rück­sichtslos gegen sich selbst und notfalls auch unnachgiebig gegen andere. Die wirkliche Reform verlangt viel und gibt sich mit wenigem nicht zufrieden."

Aus: Georg May: Echte und unechte Reform, Sarto Verlag 2003.

von 10.10.2013 08:32

10. Oktober – Der heilige Franz Borgia

Äußerst ungnädig war die Gnädige Frau Herzogin Johanna von Gandia in Spanien, als sie eines Tages ihren achtjährigen Franz zum soundsovielten Mal dabei ertappte, wie er, anstatt zu reiten und zu fechten, um sich auf seine spätere hohe Stellung in der Welt vorzubereiten, wieder mit Heiligenbildchen spielte und ein Altärchen baute.

„Junge!“ herrschte die Mutter unbeherrscht den Verdutzten an, „nun lass doch einmal das fromme Getue! Raus mit dir! Aufs Pferd!“

Das waren unschöne Worte, die besser ungesprochen geblieben wären, denn das kindliche Spiel der Jungen mit Altärchen und das der Mädchen mit dem Nonnenschleier ist der anmutsvolle Widerschein einer edlen, heiligen Kinderseele, und die Eltern sollten sich über einen solchen Zeitvertreib der Kinder eher freuen als ärgern. Kinder, die das tun, sind bestimmt noch unverdorbene Kinder.

Die Herzogin von Gandia konnte übrigens mit ihrem Franz später zufrieden sein, denn aus dem Jungen wurde ein weltgewandter Höfling und ein hervorragender Staatsmann, der sich in den feinen Sitten, in allen ritterlichen Künsten und in den verwickeltsten Regierungsgeschäften mit jedem anderen messen konnte, und nachher wurde noch weit Größeres aus ihm, denn er wurde Priester, Ordensgeneral und ein Heiliger.

Mit achtzehn Jahren kam Franz Borgia nach Madrid an den Hof Kaiser Karls V., dessen Reichsgrenzen Europa und Amerika durchschnitten und den Atlantischen Ozean in sich einschlossen. Bald schon schenkte der mächtige Herrscher dem Junker von Gandia seine Zuneigung, und zwischen den beiden blühte eine edle Mannesfreundschaft auf. Borgias Heirat mit der schönen Eleonora de Castro, die dem Gatten im Lauf der Jahre acht Kinder schenkte, brachte das Glück des Edelmannes zum Überfließen, aber im Herzensgrund zutiefst weinte trotz allem die Sehnsucht nach Gott, und dann trat im Jahr 1539 jenes Ereignis ein, das dem Dreißigjährigen den letzten Schleier vor der Nichtigkeit aller weltlichen Ehre und irdischen Glückes hinwegriss und seinem Leben ein klares Ziel gab.

Zu Toledo in Spanien feierte Kaiser Karl V. in unerhörter Pracht ein Fest mit Musik und Spiel und Tanz, mit prächtigen Rittern in goldglänzenden Rüstungen und schönen Frauen in Samt und Seide und Edelsteinen, tagelang, und als das Fest den Höhepunkt erreichte, starb über Nacht nach kurzem hitzigem Fieber die junge strahlende Kaiserin, die tags zuvor noch getanzt, gescherzt und gelacht hatte, und da war mit einem Schlag das Fest vorüber.

Franz Borgia wurde ausersehen, die Leiche zur Königsgruft in Granada zu überführen, und als er dort, zwei Wochen später, vor der Beisetzung zur Beurkundung vorschriftsgemäß den Sarg noch einmal öffnen ließ, prallte er entsetzt zurück, und ein Grauen erfasste ihn vor der Verwesung, die ihm entgegenstarrte. War das der Rest von aller Erdenpracht? Dann waren Macht und Majestät nur elender Plunder, und alles irdische Glück war wie eine schillernde Seifenblase, die zerplatzt und verdunstet und keine Spur zurücklässt. Dann war alles Irdische nichtig und nur das Ewige wichtig, dann lag des Lebens letzter Sinn einzig darin, dass man die Seele für den Himmel rettete auf dem sichersten Weg, den es gab, rückhaltlos und rücksichtslos, zielstrebig, verbissen und zäh.

In jener Stunde erkannte Franz Borgia des Lebens letzte Weisheit, und als sieben Jahre später der Tod auch ihm die Gattin nahm, zog er aus seinem letzten Wissen um die Erdendinge die letzten Folgerungen, er verließ die Welt mit dem Scheinglück, und beim Eintritt in den Jesuitenorden stellte er sich den Obern für jedes beliebige Amt zur Verfügung, sei es Pförtner oder Koch oder was immer.

Das war gut gemeint und ehrlich gewollt, aber schwer getan, denn ein Mann, der lebenslang befehligt hat, kann sich erst in Jahren zum Diener aller machen. Wo indessen guter Wille herrscht, wie es bei Franz Borgia der Fall war, da gelingt mit Gottes Gnade das schwierige Werk der Selbstbezwingung, und so meisterlich hat der frühere Herzog von Gandia sich selbst bezwungen, dass er alles Ungestüm und alle Reizbarkeit und alle Herrschsucht ablegte und gegen Schluss des Lebens sanft- und demütig von Herzen wurde, ein Spiegel jeglicher Tugend und ein Vorbild für die Ordensbrüder, die ihn im Jahr 1565 als zweiten Nachfolger ihres Stifters Ignatius von Loyola zum Ordensgeneral wählten.

Mit Klugheit und Geschick und unleugbarem Erfolg hat der Heilige sieben Jahre lang bis an das Lebensende das hohe Amt geführt. In seiner letzten Krankheit wies er alle Besuche, auch den Besuch von Kardinälen, ab mit dem Bemerken, er habe es nur mehr mit dem Herrn über Leben und Tod zu tun. Seit der Leichenschau zu Granada hatte Franz Borgia zu tief in die letzten Abgründe des Lebens hineinblickt, als dass ihn irdische Ehre noch hätte blenden können.

von 09.10.2013 13:08

9. Oktober – Der heilige Johannes Leonardi

Der Italiener Johannes Leonardi starb im Jahr 1609, am 9. Oktober, und erst 1939 wurde er heiliggesprochen. Es werden wohl besondere Gründe vorliegen, warum es geschah.

Der Vater des Heiligen war der wohlhabende Herr Johannes Leonardi zu Lucca in Italien, und die Mutter hieß Johanna, eine geborene Lippi, und wo der Vater Johannes und die Mutter Johanna heißen, da muss doch auch eins der Kinder diesen Namen führen. Bei den Leonardi bekam ihn der Jüngste, das Nesthäkchen, der erklärte und verwöhnte Liebling aller im Haus, wie das ja bei dem Benjamin in einer Familie oft der Fall ist.

Da muss man schon von Glück reden, dass Johannes später trotzdem nie über die Strenge schlug, sondern ein ordentlicher Junge wurde, der es aus kindlicher Ehrfurcht sogar fertigbrachte, auf den Herzenswunsch zu verzichten. Gern wäre er nämlich Priester geworden, aber als es hieß, er solle Apotheker werden, sagte er ja und amen dazu. Später hat der junge Leonardi die Scheu, sich für den hohen Beruf ein- und durchzusetzen, wohl bitter bereut, denn wenn Gott einen jungen Mann eindeutig für den Priesterstand bestimmt, so muss man ihm unbedingt folgen. Wohl ist Johannes nachher noch Priester geworden, aber manches Jahr ist darüber verlorengegangen.

Johannes Leonardi war also Apotheker, drehte Pillen, stellte Pülverchen her und stand tagein und tagaus hinter dem Ladentisch. Fleißig kamen die Kunden und zeigten die Rezepte vor, und wenn Johannes Leonardi die Medizinen herrichtete, in Fläschchen füllte oder in Papier einhüllte, so sprach er auch mit den Leuten vom Wetter, von den Viehpreisen und vom lieben Gott, und weil der junge Apotheker zu allen nett, freundlich, höflich, gefällig und hilfreich war, legte man ihm die Reden vom lieben Gott auch nicht übel aus, sondern manche nahmen aus der Apotheke zu Lucca außer den Heilmitteln für den Leib auch Medizinen für die Seelen mit, indem sie sich, angeregt durch das gute Wort vom Ladentisch her, vor der Sünde kräftiger hüteten und wieder anfingen, die täglichen Gebete regelmäßig zu verrichten. Johannes Leonardi ersetzte also einen Kaplan und war ein Laienapostel. Verstehst du jetzt, warum er gleich nach der späten Heiligsprechung im Jahre 1939 in den Schott kam? Deswegen wurde ihm die Ehrung zuteil, weil er als Vorbild dienen soll, denn zu keiner Zeit waren die Laienapostel, die ungeweihten Priester im Arbeitskittel oder im Sportdress oder sogar in Kinderkleidung, notwendiger als heutzutage. Heute muss sich jeder Katholik als Priester betätigen.

Zwanzig Jahre zählte Johannes Leonardi, als der Vater starb, und am Tag nach dem Begräbnis saß der alte Knabe schon auf der Schulbank bei den Zwölfjährigen. Keine zehn Pferde hätten ihn noch am Ladentisch festhalten können. Im Dezember 1571 wurde er zum Priester geweiht. Niemand war glücklicher als er, und weil er seine Kaplanszeit bereits im weißen Apothekerkittel hinter sich gebracht hatte, besaß er neben dem Wissen auch Weisheit genug, um in der Schule, auf der Kanzel und im Beichtstuhl mit Erfolg zu wirken. Besonders waren ihm die Männer zugetan. Schließlich gründete er einen Orden, den er nach der lieben Mutter Gottes benannte, und starb dann im Jahr 1609.

Johannes Leonardi war in jungen Jahren Laienapostel. Seine Bedeutung für die heutige Zeit geht jedoch noch weiter, denn weil er einen katholischen Blick, das will sagen einen weiten Blick besaß, sah er über die enge Heimat, über Italien, hinweg, und mit brennenden Augen schaute er die Not der Heidenvölker. Um auch ihnen zu helfen, gründete der seeleneifrige Priester eine Schule für künftige Missionare, und es war dies die erste sogenannte Missionsschule, wie wir sie heute in großer Anzahl besitzen. Es sind aber immer noch zu wenig, denn bei all den großen Missionserfolgen, die zweifellos zu verzeichnen sind, darf nicht übersehen werden, dass sich die Heidenvölker stark vermehren, so dass auf einen einzigen Neugetauften fünfzig andere kommen, die unter den Heiden dazugeboren werden. Da können die wenigen Missionare nicht Schritt halten, und deshalb ist es katholische Pflicht und Schuldigkeit, dass man die Missionsschulen unterstützt.

von 08.10.2013 00:16


Konversion und Missionspredigt statt Dialog - hl. Franziskus von Assisi



Wie katholische Missionspredigten - auch vor Moslems - in einst glorreichen Zeiten unserer Heiligen Mutter Kirche gehalten wurden, hier ist ein Beispiel: Was ein mutiger Priester den Mohammedanern predigte

In Zeiten, wo seit selbst von höchsten Stellen im Vatikan der hl. Franziskus als Modell des "Dialogs" mit den falschen anderen Religionen hingestellt wird, ist es wichtiger denn je, sich folgende historische Tatsachen in Erinnerung zu rufen:

Kein Freund des interreligiösen Dialogs - der hl. Franziskus von Assisi bei den Moslems

Statt viel über passende Kommunikationsmethoden und "Religionstreffen" nachzudenken, hielt sich der hl. Franziskus von Assisi an die Worte des Heilands: "Gehet hin und predigt das Evangelium allen Völkern und lehret sie halten alles, was ich euch gesagt habe" und ging zum Sultan Al-Malik Al-Kamil:


Von Begeisterung für Christi Glauben entflammt und von dem Wunsche beseelt, als Märtyrer sein Leben hinzugeben, zog Sankt Franziskus einst über das Meer und mit ihm seine zwölf heiligsten Jünger, um sich geraden Weges zum Sultan von Babylon zu begeben. Sie kamen in eine Stadt der Sarazenen (Anmerk.: d. h. Moslems). Dort waren alle Straßen von so grausamen Männer bewacht, dass kein Christ sie zu durchschreiten wagte, es sei denn, er büßte seinen Mut mit dem Leben. Gott aber gefiel es, dass sie nicht starben, sondern ergriffen, gebunden, geschlagen und vor den Sultan geführt wurden.


Der. hl. Franziskus predigt vor dem Sultan und bietet an, durch Feuer zu gehen


Und als sie vor ihm standen, predigte Sankt Franziskus, vom Heiligen Geist beseelt, so gotterfüllte Worte über den Glauben Christi, ja, er begehrte sogar, für seinen Glauben durch das Feuer zuschreiten, so dass der Sultan innige Ehrfurcht vor dem Heiligen empfand, sowohl wegen der Standhaftigkeit, die er im Glauben, als auch wegen der Missachtung, die er der Welt gegenüber bekundete. Auch bewunderte er seine Enthaltsamkeit, weil er keine Geschenke annehmen wollte und sein mutiges Herz, weil er das Martyrium ersehnte.

Seitdem hörte der Sultan gerne auf ihn, und bat ihn, oft zu kommen, erlaubte ihm auch zu predigen, wo es ihnen beliebte. ferner verlieh er ihnen ein Abzeichen, das sie gegen jede Unbill feite.Nachdem nun Sankt Franziskus volle Freiheit erlangt hatte, entsandte er seine geliebten Jünger zu zweien und zweien in die verschiedenen Teile des Sarazenenreiches, um den Heiden den Glauben Christi zu predigen.

Nachdem sie unter den Moslems alle zum wahren Glauben bekehrt hatten, die sich bekehren lassen wollten, kehrten sie zum Sultan zurück, um von ihm Abschied zu nehmen.

Da sagte ihm der Sultan: "Bruder Franziskus, ich würde mich gern zum Glauben Christi bekehren, fürchte mich aber, es sogleich zu tun, denn wenn jene es erfahren, würden sie dich töten und mich und alle deine Gefährten. Du kannst aber noch viel Gutes tun, ich muss noch mancherlei Bedeutsames ausführen und deshalb will ich weder meinen, noch deinen Tod verursachen. Aber unterweise mich, wie ich meine Seele retten kann, ich bin bereit, zu tun, was du heißest!"
Hier spielt der Sultan auf die heute noch drohende Todesstrafe bei Apostasie vom Islam an. Für Moslems ist Christus nicht Gott, da Allah laut Koran keinen Sohn hat.
Am Ende dieser Erzählung (aus: Franz von Assisi, Die Werke, Rowohlt, 1958, S. 96 ff.) wird beschrieben, auf wie wundersame Weise der Sultan sich vor seinem Tod noch vollständig bekehrte, im Glauben Christi von zwei Franziskanern unterrichtet wurde und die hl. Taufe empfing.

Der Amerikaner Frank M. Rega hat sich die Mühe gemacht, über die Missionsreise des hl. Franziskus zum Sultan ausführlich zu recherchieren und hat das sehr interessante Buch:

St. Francis of Assisi and the Conversion of the Muslims geschrieben. Es ist heute noch aktueller als in seinem Erscheinungsjahr 2007. Mit einem sehr lesenswerten Vorwort von Fr. Angelus Shaughnessy, O.F.M. Cap.




Siehe auch:
http://hl-herz-jesu.blogspot.de/2012/09/...dreifaltig.html

von 07.10.2013 15:44

7. Oktober - Fest Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz. Herz-Mariä-Sühne-Samstag

Der Sieg von Lépanto und das Fest Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz

Das 16. Jahrhundert ist von der Expansion des osmanischen Reiches geprägt, das auch weiterhin das westliche Europa bedroht. Papst Pius V. gelingt es schliesslich, eine Allianz mit Spanien, Venedig und Malta, die „Heilige Liga“, ins Leben zu rufen, deren Verfassung er 1571 in der Peterskirche feierlich verkündet.

Eine beeindruckende Flotte ist unter der Führung von Don Juan d’Austria, Bruder von König Philipp II. von Spanien, aufgestellt. Um für die Flotte den Schutz des Himmels zu erflehen, ordnet Pius V. ein feierliches Jubiläum, Fasten und öffentliches Rosenkranzbeten an.

Die entscheidende Schlacht findet am 7. Oktober 1571, in der Bucht von Lepanto, am Ausgang der Meerenge von Korinth, statt. 213 spanische und venezianische Galeeren auf der einen Seite und an die 300 türkische Schiffe auf der anderen, stehen sich gegenüber. Ungefähr hunderttausend Mann hier, genauso viele dort. Dank der schweren Schiffsartillerie erringt die christliche Flotte einen vollständigen Sieg. Fast alle feindlichen Galeeren werden erbeutet oder versenkt. Ali Pascha, der türkische Oberbefehlshaber, wird gefangen genommen und enthauptet, fünfzehntausend christliche Gefangene werden befreit. Damit wird der Nimbus der Unbesiegbarkeit der osmanischen Mittelmeerflotte gebrochen.

Am Abend der Schlacht geht Papst Pius V. unvermittelt von seinem Schreibtisch zum Fenster und scheint sich dort in den Anblick eines Schauspiels zu versenken. Dann dreht er sich um und sagt zu den Prälaten in der Runde: „Danken wir dem Herrn: unsere Armee hat gesiegt.“ Es war der 7. Oktober, kurz vor fünf Uhr abends, zur selben Stunde, als der siegreiche Don Juan an der Spitze seines Schlachtschiffes niederkniete, um Gott für seinen Schutz zu danken. Die Nachricht vom Sieg sollte erst 19 Stunden später, am 26. Oktober in Rom ankommen und die Vision des Heiligen Vaters bestätigen.

Zum Gedächtnis an Lepanto ergänzte Pius V. die Lauretanische Litanei mit dem Zusatz: „Du Hilfe der Christen, bitte für uns“ und verordnete die Einführung des Festes Unserer Lieben Frau vom Siege. Sein Nachfolger, Gregor XIII. bestimmte, dass das Fest in Zukunft als Rosenkranzfest am ersten Sonntag im Oktober in allen Kirchen gefeiert werde. In den Herzen der katholischen Gläubigen wurde der Sieg von Lepanto zu einer der reichsten Quellen der Rosenkranzandacht und vieler Bruderschaften.



Priesterbruderschaft Sankt Petrus
www.fssp.org/de/rosaire.htm











Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit Dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.

von 06.10.2013 07:18

Kritik am Dialogkurs von Papst Franziskus (KNA) PDF

GaudronBerlin (KNA) Der "Chefdogmatiker" der traditionalistischen Piusbruderschaft in Deutschland, Pater Matthias Gaudron, erteilt der von Papst Franziskus gewünschten Öffnung der katholischen Kirche zu anderen Religionen eine Absage.

Die Gespräche zwischen dem Vatikan und den Piusbrüdern lägen derzeit auf Eis, sagte der Theologe am Freitag in einem Interview mit Spiegel online.

Kritik äußerte er an Äußerungen des Papstes zur Homosexualität und zu seiner Warnung vor dem Glauben als Ideologie. Die katholische Kirche in Deutschland wird nach Gaudrons Worten in 15 bis 20 Jahren zusammenbrechen, weil sie keinen Priesternachwuchs hat und die Gläubigen immer weniger werden.

"Viele sagen, die Kirche würde wieder Mitglieder gewinnen, wenn sie sich öffnen würde. Aber wenn das so wäre, dann müssten die Menschen doch massenhaft in die protestantischen Kirchen strömen", sagte Gaudron. Das Unverbindliche habe keine Kraft und könne nicht begeistern.

Als "sehr problematisch" wertete Gaudron die Absage des Papstes an eine übertriebene Suche nach Sicherheit im Glauben. "Wenn die einzige dogmatische Sicherheit darin bestehen soll, dass Gott im Menschen ist, halte ich das für ein bisschen wenig", sagte er.

"Die Wahrheit des Glaubensbekenntnisses kann auch der Papst nicht ändern." Papst Franziskus hatte in einem Interview davor gewarnt, in "übertriebener Weise die Sicherheit in der Lehre" zu suchen; auch dürfe man nicht "verbissen die verlorene Vergangenheit" suchen. "Auf diese Weise wird der Glaube eine Ideologie unter vielen."

Beim Thema Homosexualität hielt Gaudron dem Papst eine widersprüchliche Haltung vor. Einerseits behaupte er, dass er die Lehre der katholischen Kirche annehme. Andererseits erwecke Franziskus den Eindruck, dass es in Ordnung sei, homosexuell zu sein. "Entweder ich halte mich an die Lehre, dann kann ich Homosexualität nicht gutheißen, oder ich lasse es. Aber dann bin ich nicht mehr katholisch."

Gaudron appellierte an den Papst, das Recht der Priester, die alte Messe zu feiern, zu garantieren. Dass die Gespräche zwischen Piusbrüdern und Vatikan derzeit auf Eis lägen, schiebt der Theologe auch auf den Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller. "Er mag uns nicht. Er verhält sich uns gegenüber ablehnend, seit er in Rom ist."

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. wurde 1969 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991) gegründet. Sie lehnt die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ab. Streitpunkte sind vor allem Liturgie, Religionsfreiheit und Ökumene. 1975 entzog Rom der Bruderschaft die kirchenrechtliche Zulassung.

Nach unerlaubten Priesterweihen wurde Lefebvre 1976 die Ausübung seines Bischofsamts verboten. Indem er 1988 ohne päpstliche Zustimmung vier Priester seiner Bruderschaft zu Bischöfen weihte, zogen sich alle fünf die Exkommunikation zu. Papst Benedikt XVI. hob 2009 als Versöhnungsgeste die Exkommunikation der Bischöfe der Piusbruderschaft auf. Seit Ende 2009 gab es im Vatikan mehrere Gesprächsrunden mit Vertretern der Bruderschaft über strittige Lehrfragen. Seit Frühjahr 2012 ist der Prozess offenbar zum Stillstand gekommen.

Der Text ist eine unveränderte Meldung der Katholischen Nachrichtenagentur KNA zum Interview von Pater Gaudron mit Spiegel online.

von 05.10.2013 08:02


"Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten" (Joh 10, 16)



Herr, ich bete, wie Du gebetet hast:
Mögen wir alle eins sein,
wie der Vater in Dir ist
und Du in Ihm,
damit die übrige Welt glauben möge,
daß es der Vater war, der Dich gesandt hat.
Um dieses bitte ich auch für die Schafe,
die nicht zu Deiner Herde gehören,
auf daß auch sie auf Deine Stimme hören.
Ich bete für die Moslems, die Juden und andere,
daß sie von jetzt an auch dazu bereit sind,
Dich zu lieben. Amen.

von 04.10.2013 09:34

100 Jahre Marienwallfahrtsort in Fatima

100 Jahre Muttergotteserscheinungen in Fatima

Es war am 13. Mai 1917, da hüteten drei kleine Hirten, die zehnjährige Lucie, ihr neunjähriger Cousin Franz Marto und ihre siebenjährige Cousine Jacinta Marto auf der Hochebene von Aire in Portugal ihre Herde. Sie hatten gerade miteinander, wie sie es täglich taten, den Rosenkranz gebetet, da leuchtete plötzlich ein Blitz auf. In der Meinung, es käme ein Gewitter, fingen sie eiligst an, ihre Schafe zusammenzutreiben, um schnell heimzukehren. Da fuhr plötzlich ein zweiter Blitz zur Erde und wunderbar, auf dem Wipfel einer jungen Eiche erstrahlte eine liebliche Frauengestalt in weißem Kleid und Mantel, einen weißen Rosenkranz in den Händen haltend.

Erschreckt wollten die Kinder fliehen. Aber die liebliche Frau hielt sie mit holdseligen Worten zurück und versicherte, dass sie nichts zu fürchten hätten.

„Wer bist du denn und was willst du?“ fragte ängstlich die zehnjährige Lucie. „Kommt wieder am 13. im nächsten Monat und im Oktober, dann werde ich euch sagen, wer ich bin und was ich will.“ „Am 13. Oktober werde ich ein großes Wunder wirken, damit alle glauben, dass ich wahrhaftig erschienen bin.“

Als sie das gesagt hatte, verschwand die Erscheinung. Es kam der 13. Oktober. Viele Tausende hatten sich eingefunden, und wirklich: Die Muttergottes erschien und erklärte, dass sie die Rosenkranzkönigin sei und dass sie ein Heiligtum haben möchte, wo der Herr nicht beleidigt, wo Verzeihung und Sühne für begangene Sünden erfleht werde.

Die Erscheinung war folgender Art. Am Morgen des 13. ging ein schweres Gewitter nieder, dem ununterbrochene Regengüsse folgten. Gegen Mittag ließ der Regen nach. Bald drang die Sonne durch die Wolken und erschien im vollen Glanz. In dem gleichen Augenblick, da die Mutter Gottes den Augen der schauenden Menge entschwand, begannen alle zu rufen: „Die Sonne, schaut doch die Sonne an!“ Tatsächlich erblasste die Sonne mit einem Mal, sie drehte sich in ihrer eigenen Achse und von ihrem Mittelpunkt gingen glänzende Lichtbündel in allen Regenbogenfarben aus. Dieses Schauspiel wiederholte sich dreimal. Das Volk sank auf die Knie und schrie erregt auf. Dann nahm die Sonne ihren gewöhnlichen Glanz an. Die Kinder kehrten heim und die Volksmenge zerstreute sich langsam.

Katholiken, Gleichgültige und Atheisten waren Zeugen dieses Ereignisses.

Die Wallfahrt nach Fatima nahm immer größeren Umfang an. In sechs Jahren, von 1923 bis 1929 waren mehr als zwei Millionen Wallfahrer in Fatima gewesen. Am 11. Mai 1928 allein traf eine Wallfahrt von 300 000 Menschen am Gnadenort ein. Die Zahl der jährlichen Besucher hat die des marianischen Wallfahrtsortes Lourdes bereits erreicht, wenn nicht schon übersiegen.

Jede Pilgerfahrt bringt ihre Kranken mit. Von 1923 bis 1928 haben mehr als 6000 Kranke hierher ihre Zuflucht genommen. Es erfolgten in diesen 5 Jahren ungefähr 250 Heilungen.

Am 13. Mai 1928 wurde in feierlicher Weise der Grundstein zu einer Basilika zu Ehren der Rosenkranzkönigin von Fatima gelegt.

Die 100-Jahr-Feier der wunderbaren Erscheinungen und Botschaften Unserer Lieben Frau von Fatima begehen wir jubelnd und feiernd und betend im Jahr 2017.

von 03.10.2013 10:34

Gott ist Liebe


Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. (1. Johannes 4,16b)

Die Aussage, dass Gott Liebe ist, drückt in tiefster Weise etwas über sein Wesen aus, wie und wer er ist. Liebe ist nicht nur eine Eigenschaft Gottes, sondern er ist Liebe in sich selbst. Die Liebe hat ihren Ursprung in seinem Wesen.

Weil Gott Liebe ist, schuf er das gesamte Universum. Er gab uns das Leben.

Wenn wir seine Schöpfung betrachten, entdecken wir eine erstaunliche Schönheit bis ins kleinste Detail hinein. Alles ist geordnet und durchdacht. Im gesamten Kosmos ist alles perfekt aufeinander abgestimmt. Über allem steht noch das Wesen des Menschen – sein freier Wille, sein Gewissen, seine Fähigkeit zu lieben, zu denken und Neues zu schaffen – das alles spiegelt Gottes Wesen wider.


Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut … (1. Mose 1,31a)

Mit Haut und Fleisch hast du mich bekleidet und mit Knochen und Sehnen mich durchflochten. Leben und Gnade hast du mir gewährt, und deine Obhut bewahrte meinen Geist. (Hiob 10,11-12)

Wie sieht Gottes Liebe aus?

Gottes Liebe ist persönlich und vollkommen

Die oben zitierten Bibelstellen zeigen, dass Gott uns das Leben gibt und seine Liebe mit uns teilen möchte. Sein Handeln ist Liebe. Deshalb ist Gottes Liebe nicht einfach nur eine Eigenschaft, eine unpersönliche Energie oder eine Quelle starker Gefühle (was Menschen oft als Liebe verstehen). Liebe im eigentlichen Sinn ist tief verbunden mit der Entscheidung und dem Willen, immer das Beste für den anderen zu suchen. Gott möchte das Beste für uns. Deshalb schuf er das gesamte Universum, damit es uns zu ihm – zu seiner Liebe zieht.

Gottes Liebe will weitergegeben werden

Weil Gott Liebe ist, gibt er sich selbst. Seine Hingabe soll uns auch verdeutlichen, was uns den Sinn im Leben gibt – Gottes Liebe zu erkennen und ihn zu lieben. Dazu hat er uns geschaffen. Er wollte für uns nicht nur, dass wir seine Liebe erfahren, sondern dass wir eine tiefe Beziehung mit ihm und mit anderen haben.

Jesus sagte:


Der Herr, unser Gott, ist ein Herr; und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft! (Markus 12,29b-30)

Gott macht uns fähig, ihn von ganzem Herzen zu lieben. Das ist möglich, wenn wir Gottes vollkommene Liebe anerkennen, annehmen und umsetzen. Trotz unserer Sünden können wir Gottes Liebe verstehen und uns nach ihr sehnen, weil er uns gut geschaffen hat.

Gottes Liebe ist die einzige Liebe, die uns wirklich erfüllen kann

Gott schuf uns, um vollkommen von ihm geliebt, geachtet und wertgeschätzt zu werden. Viele suchen diese Liebe in Menschen und werden dann enttäuscht. Auch wenn wir vollkommen wären, wären wir nicht fähig, diese Sehnsucht, die wir alle in uns tragen, in anderen ganz zu stillen. Unsere begrenzte Liebe kann nie ausreichend sein, um dem anderen die wahren Werte zu vermitteln und ihm eine wirkliche Identität zu geben, die nur Gott uns geben kann. Nur Gott kann unsere Sehnsucht nach der vollkommenen Liebe stillen. Er allein ist die Quelle dieser Liebe.

Menschen suchen Liebe auf vielerlei Weise. Für die meisten ist es das höchste Ziel im Leben, geliebt, geschätzt, angenommen und geehrt zu werden. Bewusst oder unbewusst definieren sich Menschen darüber. Gottes Liebe ist anders. Gott stellt uns nicht ins Zentrum, anders als es Menschen es tun, wenn sie aneinander hängen. Gott lehrt uns, dass die Erfüllung nicht darin liegt, dass wir ins Zentrum gestellt werden, sondern dass wir uns selbstlos verschenken. Wir lernen diese Haltung von ihm. Er möchte nicht aus egoistischen Gründen gepriesen werden, sondern es geht ihm um uns, weil wir kein sinnerfülltes Leben führen können, wenn wir nicht in ihm die Erfüllung haben – in ihm, der der Ursprung der Liebe ist.

Wenn jemand versucht, diese vollkommene Liebe in anderen zu finden, gibt er Menschen eine Stellung, die in Wirklichkeit nur Gott hat. Das ist Menschen gegenüber ungerecht und ebenso ungerecht Gott gegenüber. Ein Mensch kann diese Erwartungen nicht erfüllen – er ist zu begrenzt und fehlerhaft. Wird diese Erwartung an ihn gestellt, bürdet man ihm eine Last auf, die er nicht tragen kann, da er selbst Gottes vollkommene Liebe braucht.

Wenn jemand Gott ablehnt, muss er seine Bestätigung und seinen Wert im Leben davon abhängig machen, was er tut oder ob andere ihn akzeptieren. Menschen haben das Bedürfnis, geliebt zu werden, aber werden oft enttäuscht, wenn sie die Erfüllung dieses Wunsches in Menschen suchen. Diese Haltung legt eine zu starke Betonung auf Beziehungen und entzieht dem anderen die Freiheit. Diese Art der „Liebe“ ist egoistisch und nicht selbstlos.

Gottes Liebe ist rein und selbstlos

Reine, selbstlose Beziehungen unter Menschen sind nur möglich, wenn sie auf Gottes reiner und selbstloser Liebe aufgebaut sind.


Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat. (1. Johannes 4,19)

Gottes Liebe befähigt uns zu lieben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Liebe ist ganz unabhängig davon, wie ich mich gerade fühle oder was leichter für mich ist. Sie ist frei von egoistischen Wünschen und der Suche nach Anerkennung durch andere. In solchen Beziehungen brauche ich nicht in Menschen nach irgendeiner Annahme oder Anerkennung oder der Erfüllung von Wünschen zu suchen, da Gott mir das gibt, was ich wirklich brauche. Dann bin ich frei, diese Liebe mit anderen freudig zu teilen.

Gottes Liebe sagt die Wahrheit

Das Alte Testament zitiert ein altes Gebet, in dem wir Gedanken finden, die wir alle in gewisser Weise schon bei anderen erlebt haben oder die uns bei uns selbst aufgefallen sind…


Sie finden Gefallen an der Lüge; mit ihrem Mund segnen sie, doch in ihrem Innern fluchen sie. (Psalm 62,5b)

Wirkliche Liebe ist rein, da sie auf die Wahrheit gegründet ist – auch wenn die Wahrheit zu sagen nicht immer leicht ist oder nicht immer mit guten Gefühlen einhergeht.


Sie (die Liebe) freut sich nicht über die Ungerechtigkeit; sondern sie freut sich mit der Wahrheit (1. Korinther 13,6)

Ein Arzt verschreibt manchmal Medizin, die bitter schmeckt, aber er tut es, weil er weiß, dass es dem Patienten helfen wird. Es würde nicht der Liebe entsprechen, sie dem Patienten nicht zu geben, weil er dem Patienten einen Gefallen tun oder er ihm für einen Moment ein gutes Gefühl verschaffen möchte. In gleicher Weise gibt wahre Liebe dem anderen das, was er wirklich braucht und nicht notwendigerweise das, was ihm angenehmer wäre.

Gottes Liebe in Jesus

Gott wurde Mensch, weil er uns liebt

Obwohl die Schöpfung selbst und das Wesen des Menschen große Zeugnisse von Gottes Liebe sind, ist es doch das größte Zeugnis, dass Gott uns seinen Sohn Jesus sandte. Er kam uns so nahe, um durch sein Leben und seinen Tod zu zeigen, wie sehr er uns liebt und uns erlösen möchte. Er erweist seine große Barmherzigkeit uns gegenüber darin, dass er uns vergeben und von Sünden befreien möchte.


Hierin ist die Liebe Gottes zu uns offenbart worden, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben möchten. (1. Johannes 4,9)

Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. (Johannes 3,16)

Durch Jesus sind wir versöhnt mit Gott

Gottes Liebe anzunehmen heißt auch, Jesus anzunehmen und damit anzuerkennen, wie sündhaft wir gewesen sind und wie sehr wir seine Vergebung brauchen.

Gott gibt uns alles, was wir brauchen und befähigt uns auch, zu lieben und Gutes zu tun. Wenn wir sündigen, missbrauchen wir Gottes gute Gaben und gebrauchen sie zum Schlechten, ohne zu respektieren, wozu sie uns anvertraut wurden. Ein Sohn, der all sein Erbe für schlechte Dinge verprasst, das sein liebender und fürsorglicher Vater ihm gab, entehrt seinen Vater und lehnt ihn ab. In gleicher Weise entehren wir Gott und lehnen ihn ab, wenn wir ihn nicht danach fragen, wie wir nach seinem Willen leben sollen.

Wenn wir Jesus kennen lernen, zeigt er uns durch sein Leben und sein Sterben, wie sehr wir Gott durch unsere Sünden ablehnten. Er führt uns den Weg zur Umkehr und schenkt Vergebung, wenn wir ihn annehmen. Diese Annahme wird nicht nur in Worten und Überzeugungen ausgedrückt, sondern auch in unserer gesamten Haltung, indem wir ihn bitten, unser Leben zu verändern.


Gott aber, der reich ist an Barmherzigkeit, hat um seiner vielen Liebe willen, womit er uns geliebt hat, auch uns, die wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig gemacht – durch Gnade seid ihr gerettet!… (Epheser 2,4-5)

Jesus anzunehmen heißt, das anzunehmen, was er geboten hat


Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten (Johannes 14,15)

Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben und mich selbst ihm offenbaren. (Johannes 14,21)

Gott liebt uns so sehr, dass er nicht nur seinen Sohn sandte, um uns zu erlösen. Durch Jesus gab er uns Gebote, damit wir sie befolgen und auch so leben, wie Jesus gelebt hat.

Jesus hat uns geboten, jeden Menschen zu lieben

Oft beschränken Menschen ihre Liebe auf ihren Freundes- oder Familienkreis – entsprechend ihrer eigenen Kriterien, wer liebenswürdig ist.

Jeden zu lieben heißt, das Beste für den anderen zu wollen, ohne jemanden zu bevorzugen oder Unterschiede zu machen. Allein diese Liebe ist selbstlos.

Dieses Gebot finden wir bereits im Alten Testament. In 3. Mose steht:


Ihr sollt im Gericht nicht Unrecht tun; du sollst die Person des Geringen nicht bevorzugen und die Person des Großen nicht ehren; in Gerechtigkeit sollst du deinen Nächsten richten. Du sollst nicht als ein Verleumder unter deinen Volksgenossen umhergehen. Du sollst nicht gegen das Blut deines Nächsten auftreten. Ich bin der HERR. – Du sollst deinen Bruder in deinem Herzen nicht hassen. Du sollst deinen Nächsten ernstlich zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld trägst. Du sollst dich nicht rächen und den Kindern deines Volkes nichts nachtragen und sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der HERR. (3. Mose 19,15-18)

Ihr habt gehört, dass gesagt ist: DU SOLLST DEINEN NÄCHSTEN LIEBEN und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist! Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr allein eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die von den Nationen dasselbe? Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. (Matthäus 5,43-48)

Jesu Liebe heißt, dem anderen die Wahrheit zu sagen

Jesus zeigte uns durch sein ganzes Leben bis hin zum Tod, was es heißt, jeden Menschen zu lieben. Er wusste, was Menschen am meisten brauchen – mit Gott versöhnt zu werden. Was sie daran hindert und sie blind macht, ist ihre eigene Sünde. Deshalb beinhaltete seine Liebe, alle Heuchelei völlig abzulehnen und Menschen dazu zu führen, ihr eigenes Leben vor Gott zu beurteilen. Jesus lebte ohne Sünde. Deshalb war sein Leben für andere ein Spiegel, der ihnen zeigte, wer sie wirklich waren. Die, die ihn annahmen, konnten zur Reue geführt werden und so wurde ihnen vergeben. Aber viele lehnten ihn ab, weil sie nicht mit seiner Gerechtigkeit und ehrlichen Liebe konfrontiert werden wollten. Er sagte allen geradewegs die Wahrheit und zeigte ihnen, was sie in ihrem Leben ändern müssen. Deshalb hassten ihn viele und töteten ihn letztendlich. Auch heutzutage lehnen viele ihn und die Wahrheit, die er brachte, ab.


Jesus sprach zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, (…) Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. (Johannes 8,42a+45)

… und deshalb wurde er abgelehnt.

Wir können durch Jesu Leben sehen, dass wahre, ehrliche Liebe nicht unbedingt attraktiv oder anziehend ist (für die, die ihr eigenes Vergnügen suchen) und auch nicht unbedingt mit starken Emotionen verbunden ist. Leider mögen nicht alle Gottes Liebe und wir müssen annehmen, dass wir nicht jeden mit seiner Liebe überzeugen können.

Jesu Liebe kommt nur in und durch die Gemeinde völlig zur Entfaltung

Wenn Menschen sich von Gottes Liebe abhängig machen, verbindet es sie in sehr tiefer Weise. Sie gehören zusammen.


Und er blickte umher auf die um ihn im Kreise Sitzenden und spricht: Siehe, meine Mutter und meine Brüder! Wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter. (Markus 3,34-35)

Wenn Menschen die Liebe ablehnen, trennt es sie von Gott und voneinander. Menschen, die Gottes Liebe nicht annehmen, können nicht wirklich selbstlos lieben. Nur wer die Quelle der Liebe liebt und von Gott alle Stärkung erwartet, wird fähig sein, Gottes Liebe anderen zu geben.

In einer wirklich biblischen Gemeinde lebt jeder in der Liebe, die Gott gibt. Jeder dient den anderen mit seinem ganzen Leben und nimmt auch gern den Dienst anderer an sich selbst an. Es ist die Liebe, die sie verbindet, nicht eine von Menschenhand gemachte Hierarchie oder Organisation. Wenn ihre Liebe erkaltet, wird die Gemeinde aufhören, Gemeinde zu sein. Wenn sie einander lieben, wächst und reift die Gemeinde.


Dies ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe. Größere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben hingibt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. (Johannes 15,12-14)

Die, die Jesus lieben, werden ihr Leben teilen. Das ist der Kern der Predigt und Praxis im gesamten Neuen Testament.


Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. (Johannes 13,34-35)

Leider ist es heutzutage schwer, Menschen zu finden, die für dieses Leben bereit sind. Individualismus, Egoismus und Konsumdenken sind in unserer religiösen Welt weit verbreitet. Wenn Menschen nicht bereit sind, ihr Leben auf der Grundlage dieser Liebe zu teilen, zeigen sie damit, dass sie nicht Jesu Jünger sind.


Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, kann nicht Gott lieben, den er nicht gesehen hat. Und dieses Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, auch seinen Bruder lieben soll. (1. Johannes 4,20-21)

Liebe ist ein Gebot. Es ermuntert uns und gibt uns Hoffnung, dass es möglich ist, Jesus nachzufolgen und in seiner Liebe zu leben – auch heute. Er hätte diese Liebe nicht geboten, wenn es nicht auch heute möglich wäre, danach zu leben. Aus unserer eigenen Kraft sind wir nicht fähig, in dieser Weise zu leben, aber mit seiner Hilfe können wir das einzig wahre Ziel im Leben finden und die wahre Liebe leben, denn nur sie kann uns erfüllen. Genau dafür wurden wir erschaffen. Ohne Gottes Liebe ist unser Leben leer und sinnlos.


Die Menge derer aber, die gläubig wurden, war ein Herz und eine Seele; und auch nicht einer sagte, dass etwas von seiner Habe sein eigen sei, sondern es war ihnen alles gemeinsam. (Apostelgeschichte 4,32)

Aus der Apostelgeschichte kennen wir das Leben der ersten Christen. Sie liebten einander so sehr, dass es ganz natürlich für sie war, ihr ganzes Leben miteinander zu teilen, auch ihre Güter. Jesus und seine Apostel hatten ihnen diese Liebe vorgelebt. Sie trafen sich jeden Tag in ihren Häusern und kämpften gemeinsam für ihr geistliches Leben.

Diese Liebe müssen Christen füreinander haben. Nur so können sie wirklich Licht für die Welt und damit ein Zeugnis sein, dass Jesus sie von Sünden frei gemacht hat und mit seiner Kraft in ihnen wirkt. Die Welt (die religiöse Welt und sogenannte Gemeinden mit eingeschlossen) kennt diese Kraft nicht und kann wirkliche Liebe deshalb auch nicht nachahmen.


Kinder, lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit! Hieran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind … (1. Johannes 3,18-19a)



Suchst du nach dem wirklichen Ziel im Leben? Setzt du Gottes Liebe in deinem Leben um?

Wir würden sie gern auch mit dir teilen! Wir freuen uns, wenn du uns deine Fragen oder Gedanken zu diesem Thema oder zu anderen Themen, die du auf dieser Website gelesen hast, schreibst.

von 02.10.2013 00:21

Ihr heiligen Engel Gottes,

vor dem Angesicht des Dreieinigen Gottes und in der Liebe meines Herrn und Erlösers Jesus Christus will ich armer Sünder, N.N., heute mit Euch, Seinen Dienern, ein Bündnis schließen, um mich in Gemeinschaft mit Euch zur Ehre Gottes und für das Kommen Seines Reiches in Demut und Starkmut einzusetzen.

Deshalb bitte ich inständig um Euren Beistand, besonders
- in der ehrfürchtigen Anbetung Gottes und des Heiligsten Altarsakramentes,
- in der Betrachtung des Wortes und der Heilstaten Gottes,
- in der Nachfolge Christi und in der Liebe zu Seinem Kreuz im Geist der Sühne,
- in der treuen Erfüllung meiner Sendung in der Kirche, dienend nach dem Vorbild meiner himmlischen Mutter Maria, Eurer Königin.

Und Du, mein guter Schutzengel, der Du stets das Angesicht unseres Vaters im Himmel schaust, Dir hat Gott mich von Anbeginn meines Lebens anvertraut. Von Herzen danke ich Dir für Deine liebevolle Fürsorge. Dir übergebe ich mich und verspreche Dir meine Liebe und Treue.

Ich bitte Dich, schütze mich gegen meine eigene Schwachheit und gegen die Angriffe der bösen Geister; erleuchte meinen Geist und mein Herz, um den Willen Gottes immer zu erkennen und zu erfüllen; und führe mich zur Vereinigung mit Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Amen.

Dieses Weihegebet wurde von der Glaubenskongregation am 31. Mai 2000 für den Gebrauch im Opus Angelorum genehmigt.

***
Unser Schutzengel sind unsere treuesten Freunde, weil sie mit uns Tag und Nacht sind, immer und überall. Wir sollten sie oft zu berufen. ~ St. John Vianney
Die "Friends of the Angels" Mission ist Hingabe an die heiligen Engel zu verbreiten vor allem unsere eigenen Schutzengel und betet einen kurzen Satz von Gebeten während des Morgens unser Schutzengel und ein kleines Gebet zu ehren , wenn Sie den ganzen Tag aufgerufen werden , um zu ehren . alle Engel anwesend um dich herum

"Mut nehmen und beten, dein Schutzengel wird auch für Sie beten und Ihre Gebete beantwortet werden." - Johannes Bosco

Neben jedem Gläubigen einen Engel als Beschützer und Hirte steht, ihn zum Leben führt .-St. Basilius der Große
See, ich sende einen Engel vor dir, zu schützen Sie auf dem Weg und bringen Sie an den Ort , den ich bereitet habe. Seien Sie auf ihn aufmerksam und beachten Sie seine Stimme. Rebellieren nicht gegen ihn, denn er deine Sünde nicht vergeben werden. Meine Autorität wohnt in ihm. Wenn Sie seine Stimme hören und führen alles , was ich Ihnen sagen, ich will ein Feind , um Ihre Feinde und ein Feind deine Feinde sein. ~ Exodus 23: 20-22

"Die Diener Christi sind durch unsichtbare, nicht sichtbar, Wesen geschützt. Aber wenn diese Sie schützen, tun sie dies , weil sie durch euer Gebet gerufen worden sind. " . - St. Ambrose

" . Wenn versucht, rufen Sie Ihren Engel Er ist bemüht , Ihnen zu helfen , als Sie geholfen werden , um den Teufel ignorieren und nicht Angst vor ihm, er zittert und flieht beim Anblick dein Schutzengel! . "- Johannes Bosco

" Seien Sie gut Dies wird dein Engel glücklich zu machen.. Wenn Sorgen und Unglück, körperliche oder geistige, Sie plagen, schalten Sie mit einem starken Vertrauen zu Ihrem Schutzengel und er wird dir helfen . "- Johannes Bosco

Die Engel nehmen eine große Freude uns mit unserem Unternehmen zu helfen, wenn sie in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes sind. ~ St. John Vianney

Der Heilige Engel suchen in jeder möglichen Weise mit uns diesen unendlichen Ozean der Liebe und Glück zu teilen , die sie selbst genießen. Ihre Großzügigkeit kennt keine Grenzen. Das ist eine Wahrheit , die wir unser Bestes tun , müssen vollständig und eindeutig zu verstehen. Wäre ein reicher Mann zu uns zu sagen : "Fragen Sie mich für alles , was Sie wollen , und ich werde am ehesten geben es Ihnen," wie glücklich wir sein sollten! Sicherlich würden wir nicht für alle zu fragen , zögern wir brauchen. Das ist genau das, was die Engel sagen uns: "Fragen Sie uns und wir geben Ihnen einen Anteil an all unsere Schätze, die alle unsere Gnaden, all unser Glück, und wir geben Ihnen einige von allem , was wir haben. "ihre Güte und Großzügigkeit sind immens ... Wenn nur wir sie besser kannten und liebten sie mehr und waren gefügiger zu ihrer ständigen Einflüsterungen, unser Glück wäre unsagbar groß sein.
Wenn einige seltene Chance , uns in die Gegenwart bringt eines Königs oder der Königin, begrüssen wir die königliche Persönlichkeit und fühlen sich geschmeichelt , wenn unser Gruß mit einem freundlichen Lächeln oder mit ein paar Worten zurück, und noch mehr , wenn die königliche Person , mit uns zu sprechen aufhört.
wir erfüllen die Engel, nicht durch Chance, nicht selten, aber jeden Tag. Sie sehen uns, sie lieben uns und vergelten alle Aufmerksamkeit , die wir ihnen eine erhebliche Rendite zeigen. Doch so viele machen keine Rechnung von ihnen! Welche beklagens Ignoranz!
Wenn wir aber sagen : "Heilige Engel hier anwesend, ich ehre und liebe dich und danken Gott für die ganze Herrlichkeit Er euch gegeben hat." Jeder dieser Hunderte von Engel hören und mit Freude , unsere Begrüßung erhalten und wird uns mit einem besonderen Zeichen der Freundschaft tilgen, für die Engel nie halben Sachen machen. Sie sind nicht wie wir, armen Sterblichen, die sie nie vergessen und sie nie erkalten. Wenn , sobald sie unsere Freunde sind, sie für immer unsere Freunde sind.
Wir können auch ihnen große Freude geben Massen- oder unsere guten Werke in ihrer Ehre bieten und Gott für all die Schönheit und Heiligkeit und Herrlichkeit zu danken , dass er ihnen gegeben hat. Wenn wir das tun, werden sie uns über tausendmal zurückzahlen. "Auszug aus" All About the Angels "von Pater Paul O'Sullivan Tan Bücher
So die Freunde der Engel zu verbinden alles , was Sie tun müssen ist , melden Sie sich an und stimmen zu beten diese Gebete am Morgen.
Engel , mein Gott mein Schutz lieben, denen die Liebe Gottes verpflichtet mich hier immer an diesem Tag an meiner Seite sein, um Licht und zu schützen, zu regieren und zu führen.
und Seven Ehre sei die
Ehre sei dem Vater, Ehre Sei dem Sohn, Ehre sei dem Heiligen Geist , wie es am Anfang war jetzt und immerdar ohne Ende Welt. Amen
Schließlich dieses Gebet beten , wenn rief den ganzen Tag über alle Engel zu ehren Gegenwart besonders gut , wenn in einem großen Menschenmenge oder wenn in der Kirche , wie es viele Engel gibt.
"Heilige Engel hier anwesend, ich ehre und liebe dich und danken Gott für die ganze Herrlichkeit Er euch gegeben hat."



von 01.10.2013 07:44

1. Oktober – Der heilige Melar (+ 411)



Vor vielen Jahren ging ich einsam auf dem großen Kirchhof in Karlsruhe umher und las viele Inschriften auf Kreuzen und Grabsteinen. Nur ein einziger Spruch hat mich angerührt und ist mir im Gedächtnis geblieben; er steht auf dem Totenkreuz eines fünfjährigen Kindes und lautet:

„Leb wohl, du liebes, treues Herz!

Dein kurzes Leben war ein langer Schmerz.“

An dieses Kind und diesen Vers erinnerte mich wieder die Legende des heiligen Melar, der auch eine so traurige Kindheit gehabt hat. Die alte Sage über ihn berichtet folgendes:

1. „Da im Anfang der Religion die apostolische Lehre sich über den Erdkreis bei allen Völkern verbreitete, wurde auch die Völkerschaft von Britannien zum Glauben bekehrt, und viele, die dem Herrn glaubten und die apostolischen Vorschriften befolgten, glänzten durch verschiede Tugendwunder; zu ihrer Zahl hat auch der selige Melar nach unserer festen Überzeugung gehört.“

2. „Er war nämlich von edlem britannischen Geschlecht, und sein Vater, Melian, besaß das Herzogtum von Cornubia, zu dessen Zeit sieben Jahre lang kein Regen auf Erden fiel. Da aber im siebten Jahr eine Ratsversammlung der Vornehmsten des Landes gehalten wurde, wie der allgemeinen Not abzuhelfen sei, kam Rinold, vom bösen Geist getrieben, und tötete seinen Bruder Melian und riss die Regierung an sich.“

3. „Es hatte aber Melian einen kleinen Sohn von sieben Jahren, den der Oheim nach des Vaters Mord zu töten versuchte aus Furcht, dass, wenn der Junge übrigbleibe und zum Mannesalter käme, er ihm das Herzogtum wieder entrisse. Rinold, im Zweifel, was er machen solle, führte den Jungen mit sich nach Cornubia; dort war eine Versammlung von Bischöfen und vielen anderen zusammengekommen; auf das Bitten und Flehen der Versammelten wurde der Junge nicht getötet, sondern ihm nur die rechte Hand und der linke Fuß abgehauen. Später machte man aber dem seligen Melar eine silberne Hand und einen Fuß aus Messing; und er nahm fromm und unschuldig von Tag zu Tag in den Tugenden zu, wurde in einem Kloster von Cornubia ernährt und beschäftigte sich mit Lesen der heiligen Schriften bis zum vierzehnten Jahr.“

4. „Da versprach aber sein Oheim dem Pfleger Cerialtan viele Geschenke und Besitzungen, wenn er seinen Zögling töte; und sie wurden des ruchlosen Handels einig, dass Cerialtan den Kopf des Unschuldigen abhaue, dem Rinold brächte und den versprochenen Lohn erhalten solle. Als der Junge enthauptet war, sollte der Sohn des Cerialtan den Kopf unbemerkt fortbringen; da er aber über die Mauer steigen wollte, stürzte er durch Fügung des gerechten Gottes von der Mauer, brach das Genick und starb.“

5. „Nun fasste Cerialtan den Kopf und floh damit zu Rinold. Dieser empfing ihn mit großer Freude und sprach: „Mach dich auf und besteige den Gipfel des Berges, und so weit du das umherliegende Gebiet überschauen kannst, werde ich dir es gern zum Besitz geben.“ Jener aber stieg auf den Berg und, indem er sich umschauen wollte, wurde er des Lichtes beider Augen beraubt und starb dann eines schnellen Todes. Sein Fleisch aber wurde flüssig wie Wachs in der Nähe des Feuers.“

6. „Da nun der Leib des heiligen Melar an dem Ort seines Martertums begraben wurde, wurde er den folgenden Tag über dem Erdboden gefunden; und da der Körper an drei verschiedenen Orten begraben wurde und jedes Mal das gleiche geschah, so wurde Rat geschlagen. Man legte den heiligen Leib auf einen Wagen, an den zwei wilde Stiere gespannt wurden. Und sieh, die Tiere zeigten sich auf einmal zahm, zogen den Leichnam bis zu einem gewissen Ort und blieben dann stehen. Da aber der Volksmenge dieser Ort nicht gefiel als Ruhestätte des Heiligen, so legten sie Hände, Arme und Schultern an die Räder, um sie in Bewegung zu setzen; aber der Wagen war durch höhere Einwirkung so fest und unbeweglich, dass er durch keine menschliche Kunst oder Kraft vom Platz zu bringen war. Da sie nach öfteren Versuchen nichts ausrichteten, sagten sie Gott Dank und beerdigten an eben diesem Ort ehrerbietig den Leichnam. Die, die seinen Beistand anflehten, pflegten aber mit Gewährung der gewünschten Hilfe erfreut zu werden.“

7. „Drei Tage danach, als dem Rinold der Kopf des Märtyrers gebracht worden war und er ihn angerührt hatte, starb der Tyrann eines unglückseligen Todes. Der Kopf wurde zu dem übrigen Leib begraben, aber nach Verlauf von vielen Jahren in die Kirche zu Ambrisburia gebracht und als Reliquie verehrt. Einmal brachen Räuber nachts in die Kirche von Ambris buria ein und trugen den Schrein des heiligen Melar mit sich fort; sie rissen die goldenen und silbernen Spangen hinweg und warfen dann das Behältnis mit den Reliquien in eine Höhle. Ein Priester aber, der vor Tag aufgestanden war, sah eine strahlende Lichtsäule, die vom Himmel zu der Höhle herabhing; er näherte sich dem Ort, fand den Schrein und trug ihn zur Kirche zurück.

Melar starb am 1. Oktober 411.“

So weit geht der alte Bericht. Es wird wohl jeder herzliches Mitleid mit dem armen Waisenkind fühlen, dem der Vater hingemordet wird, dem Hand und Fuß abgehauen, und dem sieben Jahre später auch noch das Leben gewaltsam genommen wird. Warum aber wird der junge Melar ein Märtyrer genannt, da er doch nicht um des Glaubens willen den Tod gelitten hat, sondern durch die Herrschsucht des unmenschlichen Rinold? Wenn ein Kind getauft ist, so ist seine Seele rein und schön vor Gott und wenn es stirbt, steht ihm nichts im Weg, alsbald in den Himmel zu kommen. Aber eine solche Kinderseele hat eben nichts aufzuweisen als das Verdienst Jesu Christi. Wenn hingegen ein Kind so weit herangewachsen ist, dass es auch Gott und den Heiland erkennt und liebt, und einen frommen Wandel führt, so ist eben eine solche Seele noch höher gestiegen und ein besonderer Gegenstand des Wohlgefallens Gottes, und wenn es stirbt, kann man es wohl um seine Fürbitte beim himmlischen Vater anrufen. Wenn aber ein unverdorbenes, gottesfürchtiges Kind erst noch schwere Leiden dulden muss, sei es infolge von Armut oder Krankheit, sei es durch böse Menschen, so sind diese Leiden nicht, wie gewöhnlich bei uns erwachsenen Menschen, ein Zuchtmittel für Sünden und Fehler, sondern sie sind ein besonderes Ehrenzeichen für das fromme Kind. Gott will ihm damit einen höheren Rang im Himmel verleihen; es soll größere Ähnlichkeit mit Christus bekommen, der auch unschuldig gelitten hat. Ein solches Kind, das mit christlicher Geduld Schweres leidet, wird von Gott mit einer unaussprechlichen Liebe geliebt und bekommt den Rang eines Märtyrers. Dies hat sich bei dem heiligen Melar auch erwiesen durch die Wunder, die bei seinen Reliquien geschehen sind.

Wenn du daher siehst, dass dein eigenes oder ein fremdes Kind schwer leiden muss, so lass keine Zweifel an Gottes Vorsehung oder Güte in dir aufkommen; schau im Licht des Glaubens über die Erde hinaus und bedenke, dass Gott dem Kind mit dem Kreuz gleichsam ein Guthaben, eine Verschreibung schenkt, die ihm ganz besondere Güter und Freuden jenseits zusichert. Hilf du dem Kind nur, dass es in seinem Leiden viel nach dem himmlischen Vater und Jesus Christus seine junge Seele wende; dann wirst du an ihm einen kräftigen Beistand im Himmel haben. Es scheint sogar, dass Gott solchen jungen Märtyrern gleichsam zur Freude und zum Spiel es vergönnt, zuweilen Hilfe auf die Erde zu bringen, wie christliche Eltern oft durch ihr Kind das Almosen schicken, das sie einem Armen zugedacht haben. Es wird gerade ein solches Ereignis in der Geschichte des heiligen Melar erzählt, das ich hier noch beifüge. Der heilige Melar erschien einmal dem Sakristan und sprach: „Godrich, stehe auf, das Gewölbe der Kirche hat Risse und ist nahe daran, einzustürzen.“ Dieselbe Erscheinung kam in der nächsten Nacht wieder; beim dritten Mal sprach sie: „Godrich, steh schnell auf und nimm die Bilder und den Schmuck des Altars und gehe möglichst geschwind hinaus, denn du stehst in ganz naher Todesgefahr.“ Kaum war der Sakristan zur Schwelle der Kirche hinausgetreten, so stürzte hinter ihm das Gewölbe der Decke herab und verschüttete den inneren Raum der Kirche.

von 01.10.2013 07:38

Heiligsprechung von Johannes Paul II. und Johannes XXIII. am 27. April 2014
(kathpress.at) Papst Franziskus wird am 27. April des kommenden Jahres seine beiden Vorgänger Johannes XXIII. (1958-1963) und Johannes Paul II. (1978-2005) bei einer Zeremonie im Vatikan heiligsprechen. Das kündigte er am Montag bei einem Konsistorium vor den in Rom versammelten Kardinälen an. Während für den polnischen Papst Karol Wojtyla das Kanonisierungsverfahren vollständig abgeschlossen wurde, gelangt der Konzilspapst Angelo Roncalli ohne die offizielle Anerkennung eines zweiten Heilungswunders zu Ehren der Altäre. Das Heiligsprechungsverfahren für Johannes Paul II. wurde in einer "Rekordzeit" von gerade achtjähriger Dauer abgeschlossen. Er war am 1. Mai 2011 seliggesprochen worden, sein Vorvorgänger Johannes XXIII. am 3. September 2000.
Papst Franziskus hat die von ihm eingesetzte Arbeitsgruppe zur Kurienreform zu einer ständigen Einrichtung im Rang eines "Kardinalsrates" erhoben. Dieser solle ihm bei der Leitung der Weltkirche sowie der Kurienreform helfen, heißt es in einem am Montag vom Vatikan veröffentlichten Handschreiben des Papstes. Der Kardinalsrat bestehe vorerst aus den acht Kardinälen, die er am 13. April zu Mitgliedern der Arbeitsgruppe berufen habe. Er behalte sich jedoch vor, weitere Mitglieder in das Gremium zu berufen, so Franziskus. Künftig werde er den Rat als ganzes oder einzelne Kardinäle von Fall zu Fall einberufen. Der Kardinalsrat sei ein weiterer Ausdruck der bischöflichen Gemeinschaft und der Hilfe für den "Petrusdienst", die von den Bischöfen in aller Welt geleistet werden könne, schreibt der Papst.

von 30.09.2013 14:33

30. September – Der heilige Hieronymus

In fast lebenslänglichem Bemühen hat der gelehrte heilige Hieronymus die gesamte Heilige Schrift in die lateinische Sprache übersetzt und ist dadurch, wie das heutige Evangelium sagt, das Salz der Erde und das Licht der Welt geworden. Wer aber meint, der Heilige sei ein versponnener Stubenhocker gewesen, der ist auf dem Holzweg, denn wenn einer, dann war Hieronymus ein Abenteurer.

Falls es im vierten Jahrhundert bereits Reisepässe gegeben hätte, in denen heutzutage jeder Grenzübertritt abgestempelt wird, so wäre der Pass des heiligen Hieronymus sicher eine Sehenswürdigkeit gewesen. Bei der Personalbeschreibung wäre da zunächst vermerkt gewesen, dass Hieronymus aus Stridon auf dem Balkan, hart an Ungarns Grenzen, stammte. Von den Eltern hätte es im Ausweis geheißen, dass sie Christen waren, während seine eigene Konfession mit heidnisch hätte bezeichnet werden müssen.

Dann wären seitenlang die Stempel gekommen, der erste mit der Unterschrift Rom, wo Hieronymus als Student der weltlichen Wissenschaften jahrelang lebte und strebte und zuletzt auch die Taufe empfing. Der zweite Stempel hätte auf Trier gelautet. Der dritte Stempel wäre zu Antiochien in Syrien ausgestellt gewesen mit der bedeutsamen Eintragung, dass der Passinhaber die Priesterweihe erhielt. Der vierte Stempel hätte aus der Wüste hergerührt, wo Hieronymus als Einsiedler lebte. Ein fünfter Stempel wäre in Konstantinopel, ein sechster wieder in Rom, ein siebter in Ägypten und ein achter und letzter endlich in Bethlehem, wo der Heilige 420 starb, in den Pass hineingekommen.

Ein Unrast war Hieronymus, ein Mann, dem die weite Welt zu klein war, ein ewiger Wanderer auf allen Straßen, Flüssen und Meeren, und dabei durchaus kein Heiliger von der landläufigen Art, so dass man ihn mit einem anderen über einen Leisten schlagen könnte.

Heidnisch begann das Leben desjenigen, der heute zu den Vier Großen Kirchenvätern des Abendlandes zählt. Des jungen Mannes Studentenzeit in Rom ist nicht ohne Schatten. Wohl war Hieronymus der Liebling der Lehrer, denn einen begabteren und fleißigeren Schüler als ihn hatten sie noch nie auf der Schulbank vor sich gesehen, aber das lockere Studentenwesen im leichtlebigen Rom der damaligen Zeit ließ auch in seinem Leben Spuren zurück.

So ist der Tagesheilige ein dankbarer Beweis für die Tatsache, dass eine unrühmliche Jugendzeit durch Gottes Gnade und des Menschen Streben ausgelöscht und abgelöst werden kann von einem späteren Leben in Heiligkeit. Selbst aus dem letzten Sünder kann immer noch einer der Großen im Himmelreich werden.

Gleich nach Empfang der Taufe hat Hieronymus allerdings mit dem bisherigen lockeren Leben Schluss gemacht und hat in harter Kasteiung, in Fasten, Beten und Nachtwachen gegen den Satan und seine Lockrufe zur Rückkehr in die Sünde Stellung bezogen und standgehalten. Deswegen war er aber noch lange kein Heiliger. Solange nämlich der Mensch lebt, muss er um des Guten willen kämpfen, auch der heilige Mensch.

Mit dem Stolz und der Eitelkeit bekam es Hieronymus zu tun. Sicher war er hochbegabt, vielseitig gebildet und geistreich, ein Sprachenkenner und ein Wunder an Gelehrtheit; doch all diese Vorzüge stiegen ihm in den Kopf und machten ihn trunken und ließen ihn in seinen Schriften und Reden alles Maß vergessen, so dass er in unchristlicher Weise polternd und schimpfend über Andersdenkende und Widersacher herfuhr. Bis an sein Lebensende im Alter von neunzig Jahren hatte Hieronymus mit diesen menschlichen Unzulänglichkeiten zu kämpfen, und so ist er ein zweiter dankbarer Beweis für die andere Tatsache, dass man die Heiligkeit eines Menschen nicht allein in den Erfolgen in der Tugend, sondern zumeist im guten Willen und ehrlichen Streben suchen muss.

Gott verlangt nicht, dass man ein Tugendreich sei. Bloß das verlangt er, dass man das Gute will und ständig danach strebt, und sollte einer auch lügen wie gedruckt und naschen wie eine Maus und schimpfen wie ein Rohrspatz und stehlen wie eine Elster und streitsüchtig sein wie ein verbissener Köter und störrisch wie ein Esel und stolz wie ein Pfau und kratzig wie eine Katze und faul wie ein Siebenschläfer, das alles und tausend andere unschöne Dinge mehr können ihn nicht hindern, heilig zu werden, wofern er sich nur mit gutem und ehrlichem Willen bestrebt, seine Fehler abzulegen.

von 28.09.2013 13:21

Capax Dei - ausgewählte Artikel von Altbischof Krenn
(kath.net) (Christoph Hurnaus) Neun Jahre nach seinem krankheitsbedingten Rückzug erinnern sich viele Menschen heute an den bisweilen streitbaren Kirchenpolitiker, an den schlagfertigen Gesprächspartner in vielen Talk-Shows, auch – und nicht zuletzt – an den leutseligen, den einfachen Menschen zugewandten Oberhirten Kurt Krenn. Nur wenige seiner Bewunderer und Gegner wissen, dass Kurt Krenn mit Leib und Seele Professor und akademischer Lehrer war. Daran erinnert Kardinal Walter Brandmüller in einem Geleitwort zu dem gerade erschienenen Buch „Capax Dei.“ Ein Professorenkollege und Freund von Bischof Krenn, Kardinal Marian Jaworski, der ein weiteres kurzes Geleitwort zu diesem Buch verfasst hat schreibt, dass das dieses Buch die Tiefe seines philosophischen Denkens zeigt und seine wahrhaftige katholische Theologie vorstellt.
Stephan Baier, der Österreich- und Europakorrespondent der „Tagespost“, der ab 1984 Student des ehemaligen Regensburger Philosophieprofessors und späteren Bischofs von St. Pölten war, schreibt in einer Einführung zu dem Buch: „Müsste ich in einem Satz sagen, worum es dem Philosophen und Theologen Kurt Krenn wohl ging, so würde ich zitieren, was er mir in einem Interview 1989 sagte: ,Der Mensch hat ein Recht auf die Wahrheit und ein Recht auf Gott.´ Dieses Postulat setzt die Gott-Fähigkeit des Menschen voraus, denn der Mensch kann nur ein Recht auf die Wahrheit haben, wenn er wesentlich wahrheitsfähig ist, die Wahrheit nicht selbst machen und erdenken muss, sondern sie erkennen und anerkennen kann. Der Mensch kann nur Gott-fähig sein, wenn es bei aller stets größeren Unähnlichkeit jenes Minimum an Ähnlichkeit gibt, die wir Gottebenbildlichkeit nennen und als Christen im Schöpferwillen festmachen.“
Baier erinnert sich, dass die Regensburger Vorlesungen Kurt Krenns das Gegenteil von Dialogverweigerung waren: „Kluge Fragen und argumentierter Widerspruch waren ihm stets willkommen; gedankenloses Nachplappern war ihm ebenso zuwider wie argumentationsfreie Zustimmung.“ Kardinal Walter Brandmüller wiederum findet besonders charakteristisch für Kurt Krenns Denken die Wahl seiner Themen, die ausnahmslos ins Zentrum der Probleme unserer Zeit zielen: Gott – Wahrheit – Mensch. Davon legt das vorliegende Buch, das eine Auswahl aus Krenns teilweise zum ersten Mal veröffentlichten Schriften enthält, ein eindrucksvolles Zeugnis ab.
Inhaltsangabe:
- Die Frage nach der Wirklichkeit
- Seele und Gewissen
- Zum Verhältnis von Wahrheit und Freiheit
- Existiert Gott?
- Erkenntnis und Erfahrung
- Die Wahrheit des Menschen
- Der theologische Pluralismus
- Die Wesens- und Identitätsfrage der Kirche
- Gewissen und Wissenschaft
- Geschichtsphilosophien und Utopien
Lesetipp: Kurt Krenn, Capax Dei
Verlag St. Josef, Gebundene Ausgabe, 294 Seiten
ISBN: 978-3901853272
Preis: Euro 19,90
http://verlag.stjosef.at

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