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von esther10 25.09.2015 22:22

USA: Ein Jahr Vorbereitung auf wenige Sekunden Aufmerksamkeit


Die kleine Sophie überreicht Papst Franziskus ein T-Shirt und einen Brief. - AP

25/09/2015 17:01SHARE:
Die Koalition Volles Recht für Immigranten hat es mittels eines fünfjährigen Mädchens geschafft, für einen kurzen Moment die Aufmerksamkeit des Papstes zu gewinnen. Ein Jahr lang haben sie diesen Moment vorbereitet. Wie die Presseagentur Associated Press berichtet, wollte die Koalition den Papst auf Probleme und Herausforderungen aufmerksam machen,

denen die Migranten in Amerika ausgesetzt sind. Aufgabe der fünfjährigen Sophie Cruz war es, die Aufmerksamkeit des Papstes auf seiner Parade durch Washington zu gewinnen und ihm sodann ein T-Shirt sowie ein Brief zu reichen. Nach einigen Versuchen der Sicherheitskräfte, das Mädchen abzuhalten, wandte sich der Papst selbst ihr zu, küsste und segnete sie. „Wir haben das von dem Moment an geplant, als wir erfuhren, dass der Papst in die USA kommt“, so Juan Jose Guiterrez von der Koalition Volles Recht für Immigranten. Nach einem kurzen

Auswahlprozess hätten sie sich für Sophie entschieden, sie habe alle sehr beeindruckt. Sie möchten die Bevölkerung dafür sensibilisieren, dass viele Kinder von nicht dokumentierten Eltern in Amerika leben. Wenn es in Washington nicht geklappt hätte, würden sie noch nach New York und Philadelphia fahren.

In der Nachricht an den Papst wird Sophies Sorge dargestellt, dass ihre Eltern, Immigranten aus Mexiko ohne legalem Aufenthaltstitel, ausgewiesen werden könnten. Den Reportern erklärte Sophie später, sie glaube an ihr Recht mit ihren Eltern zu leben. Ihr Vater arbeite sehr hart und ernähre, wie viele andere Migranten, das Land. Sie hätten das Recht in Würde zu leben.

Guiterrez versicherte, Sophie seien diese Aussagen nicht in den Mund gelegt worden: alles, was sie sagte, käme von ihrem Herzen.

Das T-Shirt, das Sophie dem Papst nach Widerständen der Sicherheitsleute in die Hand drückte, hat die Aufschrift: „Rescue DAPA“. Es bezieht sich auf ein mittlerweile stehengebliebenes Programm von Barack Obama, das es Millionen von Immigranten erlauben würde, sich um eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis zu bewerben.
(ap 25.09.2015 vs)

von esther10 25.09.2015 21:16

Katholische Bischöfe wollen Mentalitätswandel in den Gemeinden

Die katholischen Bischöfe Deutschlands werben für einen Mentalitätswandel und ein partnerschaftlicheres Verhältnis zwischen Priestern und Laien. Priester, Hauptamtliche und Laien seien gemeinsam verantwortlich dafür, dass der Glaube vor Ort lebendig bleibe. Notwendig sei ein Mentalitätswandel, der von einem Versorgungsdenken zu einer Vielfalt an Verantwortung führe, heißt es in einem am Mittwoch in Fulda vorgestellten Wort der deutschen Bischöfe unter dem Titel "Gemeinsam Kirche sein". Es wurde anlässlich des Endes des Zweiten Vatikanischen Konzils vor 50 Jahren veröffentlicht.

"Menschen wollen heute partizipieren. So wie sie im gesellschaftlichen Raum an Entscheidungen und Prozessen beteiligt sind, so erwarten sie dies heute auch für die Kirche", sagte der Münsteraner Bischof Felix Genn bei der Vorstellung des Textes auf der Herbstvollversammlung in Fulda.

Die Bischöfe sprechen sich unter anderem für ein geschlechtergerechtes Verhältnis von Frauen und Männern in den Leitungspositionen der Kirche aus, die nicht an die Priesterweihe gebunden sind. Außerdem soll es neue Leitungsmodelle mit der Beauftragung von Ehrenamtlichen geben.

Genn, der Vorsitzender der Kommission für Geistliche Berufe der Bischofskonferenz ist, sprach vor Journalisten von einem grundlegenden Umdenken, das mit dem Begriff des "gemeinsamen Priestertums aller Getauften" schon in den Texten des Konzils grundgelegt sei.
Laien dürften nicht mehr als verlängerter Arm des Klerus gesehen werden, ergänzte der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, der Vorsitzender der Pastoralkommission der Bischofskonferenz ist. Die teilweise in der Geschichte der Kirche entwickelte "Machtlogik" des Oben und Unten müsse überwunden werden, so die Bischöfe.

Dennoch sieht das Papier weiter eine Sonderrolle des Priesters: Seine mit der Weihe verliehene geistliche Vollmacht sei eine "Vollmacht zum Dienst an den Gläubigen", heißt es. Priester dienten der Einheit der Gläubigen untereinander und mit Jesus Christus.

von esther10 25.09.2015 21:13

Bischöfe dämpfen Erwartungen an Familiensynode

Die deutschen Bischöfe haben vor zu hohen Erwartungen an das bevorstehende Weltbischofstreffen zu Ehe und Familie gewarnt. Die am 4. Oktober in Rom beginnende Synode sei kein Beschlussgremium, sondern ein Beratungsgremium des Papstes, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Donnerstag in Fulda. Dort hatten sich die deutschen Bischöfe zu ihrer Herbstvollversammlung getroffen.

Leitfrage müsse sein, wie die Kirche helfen könne, "dass Ehe und Familie gelingen und die Ehe unter Gläubigen wirksam Sakrament der Liebe Gottes ist", führte der Erzbischof von München und Freising aus. Dabei stelle sich auch die Frage, wie soziale und wirtschaftliche Strukturen geschaffen werden könnten, die Familien stützen und nicht zerstören.

Mit Blick auf die Debatte um den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen betonte Marx: "Natürlich steht für uns die Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe außerhalb jeden Zweifels." Diese Lehre könne nicht verändert werden. "Wohl aber muss ein Weg gefunden werden, wie Gläubige, die nach einer zivilen Scheidung zivil abermals geheiratet haben, in der Kirche leben und mitwirken können."

Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa sagte der "Katholischen SonntagsZeitung" im Bistum Augsburg (Wochenende), die Synode dürfe nicht auf einzelne Themen wie die Debatte um wiederverheiratete Geschiedene reduziert werden. Das eigentliche Thema des Treffens sei der Sendungsauftrag der Familie in der heutigen Welt.

Die Bischofssynode tritt vom 4. bis 25. Oktober unter dem Thema "Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute" in Rom zusammen. Die Deutsche Bischofskonferenz wird durch Marx, den Berliner Erzbischof Heiner Koch und den Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode vertreten.

Der Sekretär der Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer, präsentierte in Fulda ein Buch unter dem Titel "Theologie der Liebe", das Beiträge eines Studientages der Deutschen, Französischen und Schweizer Bischofskonferenz zum Synodenthema enthält.

von esther10 25.09.2015 21:10

Bischöfe beenden Herbstvollversammlung



Die katholischen Bischöfe haben ihre Herbstvollversammlung in Fulda beendet. Im Abschlussgottesdienst forderte der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck die Katholiken am Donnerstagabend auf, nach neuen Wegen für die Kirche zu suchen. Dass alte Formen der Glaubensausübung an ihre Grenzen stießen, dürfe nicht zu Resignation führen, sagte er. Wer an Grenzen stoße, könne auch Kräfte für Neues entwickeln. Entscheidend sei, dass die Fundamente des Glaubens und die Nähe zu Gottes Wort bewahrt würden.

Overbeck sprach von einem "radikalen Traditionsabbruch" im kirchlichen Leben. "Viele unserer Riten, Traditionen und Sprachmuster sind heute nicht nur den allermeisten der jüngeren Generation fremd geworden." Das sorge bei vielen für große Ängste, könne aber beflügeln. Es gelte, eine andere Sprache und damit auch neue Formen des Glaubenslebens zu entwickeln. Papst Franziskus mache deutlich, dass die Kirche von Gott einen neuen Ort zugewiesen bekomme: Gefordert sei "eine Mitleidenschaft für die Menschen von heute", etwa für die Flüchtlinge, die Armen und Ausgeschlossenen.
http://www.bildpost.de/index.php/epaper/...hoffnung_helfen



von esther10 25.09.2015 21:05

Ausgabe 9/2015:


Zwischenbericht des Bistums Regensburg zu Beschuldigungen von Straftaten körperlicher Gewalt

http://www.bistum-regensburg.de/aktuelle...rlicher-gewalt/

Dank

von Angelika Glaß-Hofmann, Ansprechpartnerin des Bistums Regensburg für Opfer von Körperverletzung

Zunächst möchte ich mich bei allen bedanken, die mir in den vergangenen Jahren ihr Vertrauen geschenkt haben. Sie haben mir von tiefgreifenden Verletzungen und Gewalttaten berichtet, die Mitarbeiter kirchlicher Einrichtungen zu verantworten hatten. Diese Straftaten wurden als Übergriffe auf die Menschenwürde und als Demütigung mit oft erheblichen Folgen auf die weiteren Lebenswege empfunden. Es handelte sich bei diesen Übergriffen um brutale Verletzungen und unmenschliche Eingriffe in die Persönlichkeit von Kindern.

Deshalb bin ich sehr froh darüber, wenn sich die damaligen Opfer von Gewalttaten an mich als Beauftragte der Kirche gewandt haben und mir das Vertrauen entgegenbrachten, von den Straftaten zu berichten, deren Opfer sie als Kinder wurden. Sie geben damit der Kirche die Gelegenheit, die Straftaten aufzuarbeiten, die von kirchlichen Mitarbeitern begangen wurden, und Anteilnahme, Hilfe und Anerkennung zu leisten und um Vergebung zu bitten.
Mit diesem Bericht möchte ich persönlich und im Namen des Bistums Regensburg zum Ausdruck bringen, dass die Berichte der ehemaligen Schüler und Anvertrauten gehört und verstanden wurden und angekommen sind. Das gilt insbesondere auch für die Verantwortlichen des Bistums Regensburg, die ich ausführlich informiert habe. Dazu möchte ich an dieser Stelle auch auf die Predigt von Bischof Voderholzer verweisen, die er anlässlich seines zweiten Weihejubiläums gehalten hat.

Auszug aus der Ansprache von Bischof Rudolf Voderholzer bei der Vesper im Regensburger Dom anlässlich seines Weihejubiläums am 25. Januar 2015:

„Zu den schweren Lasten und den bedrückenden Erfahrungen des Bischofsamtes gehört die Konfrontation mit den Fällen sexuellen Missbrauchs durch Priester und kirchliche Mitarbeiter und die Fälle von körperlicher Gewalt, vor allem in der Einrichtung in Etterzhausen und Pielenhofen, die erst jüngst wieder in der Öffentlichkeit dargestellt wurden und viele Menschen auch über das Bistum hinaus tief betroffen gemacht haben und betroffen machen.

Sie dürfen mir glauben: Es schmerzt mich und tut mir in der Seele weh: jeder einzelne Fall, hinter dem ja ein Mensch steht, eine Kinderseele in diesen Fällen, schwer gequält, oft für das Leben gezeichnet. Ich kann es nicht ungeschehen machen und die Betroffenen nur um Vergebung bitten.

Mein Anliegen war es von Anfang an, mit möglichst vielen Opfern persönlich zu sprechen – vorausgesetzt, die Gefahr einer Retraumatisierung kann ausgeschlossen werden –, sie anzuhören und sie auch persönlich um Vergebung zu bitten. Ich wollte und will es nicht an die große Glocke hängen, weil es mir um die Menschen selber geht. Aber die Art und Weise, wie die Sache gegenwärtig in der Öffentlichkeit dargestellt wird, nötigt mich, auch öffentlich wenigstens ein paar Sätze dazu zu sagen.

Ich bin Frau Dr. Birgit Böhm sehr dankbar, die – selbst schon todkrank – mich begleitet hat, um Missbrauchsopfer zu besuchen. Leider ist sie schon im Mai 2013 heimgerufen worden. Ich habe dann umgehend, nachdem er ins Amt gekommen war, auch ihren Nachfolger Dr. Martin Linder gebeten, diese Begleitung fortzusetzen, und die Besuche auch auf die Opfer von körperlicher Gewalt ausgedehnt. Hier steht mir Frau Angelika Glaß-Hofmann zur Seite. Zwei der damaligen Verantwortlichen in Etterzhausen und später noch in Pielenhofen haben den jungen Buben durch ihr Terrorsystem, dessen einzige pädagogische Maßnahme offenbar die körperliche Züchtigung war, die Hölle bereitet, man kann es nicht anders sagen. Und man weiß nicht, was schwerer wiegt, die Striemen und blauen Flecken am Körper oder die Wunden der Seele, die nicht so schnell, oft gar nicht heilen.

Es steht mir nicht zu, über die Täter zu urteilen oder zu richten. Sie können nicht mehr gehört werden, weil sie gestorben sind. Sie müssen sich vor dem Richterstuhl Christi verantworten. Aber es entsetzt und beschämt mich, wenn von so vielen weitgehend Gleichlautendes berichtet wird und dass ihnen nicht geglaubt wurde und somit ihr Leid verdoppelt wurde.

Ich möchte heute und an dieser Stelle alle Betroffenen noch einmal ausdrücklich bitten, sich zu melden und Vertrauen zu haben in das Bistum. Uns ist ihr Schicksal nicht egal! Und ich werde weiter, aber im Verborgenen, mit Opfern sprechen und zwar mit möglichst vie-len, mit allen, wenn sie es wünschen und wenn ich damit dazu bei- tragen kann, wenigstens ein wenig an der Heilung mitzuwirken.“

Der Zwischenbericht

von Clemens Neck, Leiter der Presse- und Medienabteilung des Bistums

Im ersten Zwischenbericht über Straftaten körperlicher Gewalt durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirche vom 30.03.2010 mussten wir auf eine Vielzahl von Straftaten hinweisen, die in Einrichtungen der Kirche an Kindern begangen wurden. Besonders ehemalige Schüler der Vorschule der Regensburger Domspatzen in Etterzhausen bzw. Pielenhofen erhoben in großer Übereinstimmung schwerwiegende Körperverletzungsvorwürfe. Diese Vorwürfe haben sich in einer Vielzahl von Gesprächen und Berichten bestätigt, die in der Zeit zwischen 2010 und heute von uns geführt wurden beziehungsweise erreicht haben. Gesprächspartner von Betroffenen waren vor allem Angelika Glaß-Hofmann und Rechtsanwalt Dr. Andreas Scheulen. Gespräche wurden aber auch von Bischof Rudolf Voderholzer und Generalvikar Michael Fuchs geführt.

Aufgrund dieser Gespräche legt dieser Zwischenbericht seinen Schwerpunkt auf die Straftaten, die von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kirche im Internat der Vorschule der Regensburger Domspatzen in Etterzhausen und Pielenhofen begangen wurden. Er gliedert sich in vier Teile:

1. Der Bericht beschreibt die Gewalttaten, denen Kinder in Etterzhausen und Pielenhofen ausgesetzt waren.

2. Er enthält die rechtliche Würdigung der erhobenen Vorwürfe unter Berücksichtigung des zum Tatzeitpunkt geltenden Züchtigungsrechts und Empfehlungen

3. Der Bericht zeigt auf, wie das Bistum Regensburg die Vorwürfe annimmt und anerkennt.
4. Er weist auf die heute geltenden pädagogischen Grundsätze im Bistum Regensburg hin und legt dar, wie das Bistum Regensburg in dem Fall vorgeht, dass aktuelle Vorwürfe körperlicher Gewalt gegen Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter im kirchlichen Dienst bekannt werden.
Zu 1. Gewalttaten, denen Kinder in Etterzhausen und Pielenhofen ausgesetzt waren
von Angelika Glaß-Hofmann und Dr. Andreas Scheulen

Bei der Vorschule der Regensburger Domspatzen in Etterzhausen und seit Schuljahr 81/82 in Pielenhofen handelte es sich um ein Jungeninternat, dessen Schüler die dritte und vierte Klasse der Grundschule besuchten und das von 1953 bis 1992 von dem Priester Johann Meier geleitet wurde. Rechtlich war die Einrichtung ab 1957 als selbständige Stiftung organisiert.

In den vergangenen fünf Jahren haben sich 72 ehemalige Schüler dieser Einrichtung mit Vorwürfen der Körperverletzung gemeldet. Diese beziehen sich im Wesentlichen auf die Jahre von Direktor Meier. Die Kontakte mit diesen Betroffenen bestanden zum einen aus Gesprächen, die von großem Vertrauen geprägt waren und mitunter auch therapeutischen Charakter hatten. Andere Kontakte fanden auch am Telefon statt. Einige beschränkten sich auf einen schriftlichen Austausch per Mail oder Brief.

Nach übereinstimmender Darstellung der ehemaligen Schüler hat es in der Zeit, in der Johann Meier Direktor der Vorschule der Domspatzen war, körperliche Übergriffe in erheblichem Umfang gegeben.

Es wurde von allen berichtet, dass die betroffenen Kinder im Grundschulalter regelmäßig ohne, mit und aus geringfügigen Anlässen bestraft wurden. Es handelte sich dabei um Prügelstrafen, Schläge mit der Hand und mit den Fäusten in das Gesicht und auf den ganzen Körper, teilweise bis die Kinder zu Boden gingen, und Schläge mit Gegenständen. Es wurde berichtet, dass Kinder auch mit einem Schlüsselbund geschlagen worden seien.

Bei den Übergriffen habe es sich um erhebliche, schmerzhafte Schläge gehandelt, nicht um bloße Backpfeifen. Schläge mit einem großen oder kleinen Stock führten zu nachhaltigen Verletzungen. Wenn die Kinder nach Eintritt der Nachtruhe in ihren Mehrbettzimmern noch gesprochen hätten, so seien sie entweder einzeln mit Ohrfeigen oder kollektiv durch dreißig- bis sechzigminütiges Barfuß-im-Flur-Stehen bestraft worden. Direktor Meier habe auch während der Messe geschlagen.

Es wurde berichtet, dass neben dem Direktor auch weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Vorschule - teils bereits vor 1953 - ebenfalls besonders erheblich zugeschlagen haben. Ein Mitarbeiter habe einen Siegelring getragen, den er vor dem Schlagen gedreht habe, um die Wucht der Schläge zu verstärken. Grundschulkinder wurden an den Koteletten gerissen. Über verschiedene Instrumental- und Musiklehrer wurde berichtet, sie hätten die Kinder geschlagen, mit spitzen Bleistiften malträtiert oder bei fehlerhaftem Spiel den Klavierdeckel zugeschlagen und die Hände der Kinder dabei verletzt.

Die ehemaligen Schüler berichteten, dass sie sich in einem permanenten Angstzustand befunden hätten.

Als besonders demütigend wurden die Strafen beschrieben, die Kindern zugefügt wurden, die unter einer Enuresis litten. Mit diesem Begriff wird ein unwillkürliches Einnässen nach dem 3. oder 4. Lebensjahr bezeichnet, ohne dass eine körperliche Ursache vorliegt. Dieses Verhalten kann unter anderem durch physische und psychische Belastungen der Kinder hervorgerufen werden. Man begegnete diesen Kindern mit Flüssigkeitsentzug in der zweiten Tageshälfte und nach erfolgtem Einnässen mussten die Kinder verunreinigte Bett- oder Unterwäsche unter demütigenden Umständen säubern, wobei sie dem so provozierten Spott der Klassenkameraden ausgesetzt wurden.

Briefe seien zensiert worden. Es habe in regelmäßigen Abständen nach Hause geschrieben werden müssen. Diese Briefe seien gelesen und bei Bedarf „angepasst“ worden. Sie hätten nach einhelliger Schilderung immer mit den Worten „Liebe Eltern, mir geht es gut, wie geht es Euch?“ beginnen müssen. Eingehende Briefe und Pakete seien geöffnet übergeben worden.
Auch von Beleidigungen wurde berichtet. Zum Beispiel habe eine Ordensschwester einen farbigen Schüler beleidigt. Herr Direktor Meier habe die Schüler häufig mit Worten herabgesetzt und gedemütigt.

Die ehemaligen Schüler berichten in den Gesprächen ausführlich, detailreich, zumeist ohne Belastungseifer und glaubwürdig von den Geschehnissen. Erhebliche Widersprüche waren nicht zu verzeichnen, vorhandene Erinnerungslücken sind verständlich, weil die geschilderten Straftaten mitunter mehr als 50 Jahre zurückliegen. Die übergebenen und persönlich geschilderten Geschehnisse erscheinen in vollem Umfang glaubhaft.

Zu 2. Rechtliche Würdigung der erhobenen Vowürfe und Empfehlungen
von Dr. Andreas Scheulen, Rechtsanwalt

Durch Direktor Meier und weitere Mitarbeiter wurden Straftatbestände gegen die körperliche Unversehrtheit der Schüler verwirklicht.

Bei der Würdigung ist der Zeitpunkt der Verwirklichung der Straftatbestände zu berücksichtigen. Lange Zeit beriefen sich Eltern und Lehrer auf ihr Züchtigungsrecht. Die geschilderten Vorgänge in Etterzhausen überschritten das Züchtigungsrecht jedoch auch nach damaligem Rechtsverständnis erheblich und waren nicht mehr durch den Rechtfertigungsgrund gedeckt.

a. Körperverletzung und Züchtigungsrecht

Heute ist jede Züchtigung der Schüler durch Lehrer verboten. Das Bayerische Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) stellt klar, dass eine körperliche Züchtigung der Schüler nicht zulässig ist, Art. 86 Abs. 3 Satz 2 BayEUG. Auch das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) stellt für die elterliche Personensorge klar, dass Kinder ein Recht auf gewaltfreie Erziehung haben. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig, § 1631 Abs. 2 BGB.

Das war aber lange Zeit nicht der Fall und umstritten. Züchtigungen - also Körperstrafen - wurden für eine Körperverletzung entweder als nicht tatbestandsmäßig oder als gerechtfertigt angesehen, wenn und soweit sie maßvoll und angemessen ausgeübt wurden (BGH, Urteil vom 14. Juli 1954, Az. 5 StR 688/53, NJW 1954, 1615 = BGHSt 6, 263; BGH, Urteil vom 23. Oktober 1957, Az. 2 StR 458/56, NJW 1958, 799 = BGHSt 11, 241).

Der Bundesgerichtshof stellte zwar klar, dass Züchtigungen durch Lehrer, auch wenn ihnen Erziehungsabsichten zugrunde lagen, ihrem Wesen und ihrem Zweck nach der Zufügung körperlicher oder seelischer Schmerzen dienten und damit tatbestandsmäßige Köperverletzungen, körperliche Misshandlungen, vorlagen, § 223 StGB. Die Bundesrichter hielten diese Köperverletzungen jedoch dann für gerechtfertigt und straflos, wenn der Lehrer zur Züchtigung rechtlich befugt war und sich innerhalb der Grenzen dieser Befugnis hielt. Die rechtliche Befugnis zur Züchtigung ergab sich aus dem Gewohnheitsrecht. Die Grenzen der Züchtigungsbefugnis nach Anlass, Zweck und Maß wurden ebenfalls durch Gewohnheitsrecht bestimmt. Danach sei jede quälerische, gesundheitsschädliche, das Anstands- und Sittlichkeitsgefühl verletzende, nicht dem Erziehungszweck dienende Züchtigung verboten.

Immer wieder betonte der Bundesgerichtshof, dass die Züchtigung maßvoll zu sein hatte. Die vom Lehrer vorgenommene Züchtigung sei durch das ihm grundsätzlich zustehende Züchtigungsrecht nur dann gerechtfertigt, wenn im einzelnen Fall ein hinreichender Anlass zur Züchtigung bestanden habe, wenn der Lehrer in der Absicht richtig verstandener Erziehung gehandelt und wenn er die rechtlichen Grenzen des Züchtigungsrechts eingehalten habe. Dazu gehörte, dass die Züchtigung angemessen war (BGH, Urteil vom 23. Oktober 1957, Az. 2 StR 458/56, NJW 1958, 799 = BGHSt 11, 241).

Schläge mit dem Rohrstock auf die Hand oder das Gesäß waren für die Bundesrichter die allgemein üblichen Züchtigungsmittel. Sie begegneten, so die Bundesrichter, wenn sie maßvoll angewandt wurden, keinen rechtlichen Bedenken. Ohrfeigen, die keine Merkmale an der getroffenen Stelle hinterließen, hielten sich ebenfalls innerhalb der Grenzen des Züchtigungsrechts. Wenn freilich ein Schüler infolge geschwächter Gesundheit oder wegen eines besonderen Leidens auch durch eine maßvolle Ohrfeige gefährdet würde, so überschritt der Lehrer mit einer solchen Ohrfeige das ihm zustehende Züchtigungsrecht, selbst wenn keine Gesundheitsschädigung als Folge eintrat. Eine bewusste körperliche Gefährdung des Schülers sei mit dem Erziehungszweck nicht vereinbar (BGH a.a.O.).

Der 5. Senat des Bundesgerichtshofs zweifelte dagegen bereits 1954 daran, ob die Erziehung in der Schule überhaupt jemals die körperliche Züchtigung eines Schülers notwendig mache, und betonte, dass die Erziehung dem Besten des zu Erziehenden dienen müsse. Die Züchtigung dürfe nicht dazu bestimmt sein, auf andere Kinder zu wirken. Gewiss solle die Schule das Kind auch dazu erziehen, sich in eine größere Gemeinschaft einzufügen. Diesem Zweck werde aber die Demütigung des Kindes vor dieser Gemeinschaft oft nur schaden (BGH, Urteil vom 14. Juli 1954, Az. 5 StR 688/53, NJW 1954, 1615).

In seinem Urteil vom 12. August 1976, Az. 4 StR 270/76, NJW 1976,1949, deutete der Bundesgerichtshof an, dass im Hinblick auf Art. 2 Absatz 2 Satz 2 Grundgesetz (GG) eine Züchtigungsbefugnis des Lehrers nicht mehr durch einen gewohnheitsrechtlichen Satz gerechtfertigt werden könne. Heute dürfen Lehrer die ihnen anvertrauten Schüler nicht mehr züchtigen, für eine gewohnheitsrechtliche Rechtfertigung besteht kein Raum mehr. Die Landesgesetze verbieten die körperlichen Züchtigungen von Schülern (BGH, Beschluss vom 5. August 1993, Az. 1 StR 436/93, NStZ 1993, 591).

Auch das elterliche Züchtigungsrecht hat eine lange Rechtsentwicklung erlebt. Am 2. November 2000 (BGBl I, 1479) wurde mit dem Gesetz zur Ächtung der Gewalt in der Erziehung § 1631 Abs. 2 BGB in der oben genannten Fassung verabschiedet und trat am 8. November 2000 in Kraft. Danach haben Kinder ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.

In der ursprünglichen Fassung des § 1631 Abs. 2 BGB stand, dass der Vater „kraft Erziehungsrechts angemessene Zuchtmittel gegen das Kind anwenden“ durfte. Am 1. Juli 1958 wurde § 1631 Abs. 2 BGB in seiner alten Fassung gestrichen, da das alleinige väterliche Züchtigungsrecht gegen den Gleichberechtigungsgrundsatz von Mann und Frau in Artikel 3 GG verstieß. Das Züchtigungsrecht der Eltern galt gewohnheitsrechtlich weiter. Das Kind wurde damals nicht als Subjekt und Träger eigener Rechte begriffen (so Peschel-Gutzeit, Der lange Weg zur gewaltfreien Erziehung, Schriftliche Fassung eines Vortrags vom 30. März 2001 in Berlin, www.liga-kind.de). Das Bundesverfassungsgericht stellte mit Beschluss vom 29. Juli 1968, Az. 1 BvL 20/63, 1 Bv 31/66, 1 Bv 5/67, BVerfGE 24, 119, klar, dass das Kind ein Wesen mit eigener Menschenwürde und dem eigenen Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit im Sinne der Art. 1 Abs. 1 und Art. 2 Abs. 1 GG ist und betonte die besondere Elternverantwortung. Am 1. Januar 1980 trat mit der Reform des Kindschaftsrechts § 1631

Abs. 2 BGB in der Fassung in Kraft, dass entwürdigende Erziehungsmaßnahmen unzulässig waren. 1998 wurde § 1631 Abs. 2 BGB dahingehend geändert, dass „entwürdigende Erziehungsmaßnahmen, insbesondere körperliche und seelische Misshandlungen“, als unzulässig angesehen wurden. Seit dem Jahr 2000 besteht das Recht auf gewaltfreie Erziehung.

Auch im Schulwesen entwickelte sich die Gesetzgebung hin zum Verbot der körperlichen Strafen. Mit der Allgemeinen Schulordnung vom 2. Oktober 1973, GVBl S. 535, erließ das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus das Verbot körperlicher Strafen gegenüber Schülern, § 39 Abs. 4 Satz 1, als Verordnung. Nach dem Bayerischen Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) ist heute eine körperliche Züchtigung der Schüler nicht zulässig, Art. 86 Abs. 3 Satz 2 BayEUG.
b. Straftatbestände

Die uns geschilderten Sachverhalte verwirklichten den Tatbestand der Körperverletzung. Die durchgeführten bestrafenden Maßnahmen waren schon damals nicht durch das Züchtigungsrecht gerechtfertigt. Die von den Schülern geschilderten Bestrafungen geschahen oftmals ohne Anlass, waren regelmäßig weder angemessen noch maßvoll.

Wer eine andere Person körperlich misshandelt und an der Gesundheit schädigt, begeht eine Körperverletzung, § 223 StGB. Durch die Schläge und andere Gewaltakte wurden die Kinder körperlich misshandelt und an der Gesundheit verletzt. Die Taten waren auch rechtswidrig und schuldhaft.

Die Körperverletzungen wurden teilweise auch mit einem gefährlichen Werkzeug begangen, sodass auch § 224 Abs. 1, Nr. 2 2. Alternative StGB verwirklicht wurde. Als ein gefährliches Werkzeug im Sinne der Norm ist jedes Werkzeug anzusehen, das nach seiner Beschaffenheit und seiner Art der konkreten Verwendung geeignet ist, erhebliche Verletzungen herbeizuführen. Das Schlagen mit dem kleinen Stock dürfte den Tatbestand noch nicht verwirklicht haben, anderes gilt aber für das Schlagen mit dem Schlüsselbund. Dieser war geeignet, erhebliche Verletzungen herbeizuführen. Gleiches gilt für die Bleistifte.

Der Tatbestand der Beleidigung, § 185 StGB, wurde ebenfalls verwirklicht. Durch die Äußerungen wurden die Schüler in ihrer Ehre herabgesetzt.

Schließlich wurde auch durch das unerlaubte Öffnen eingehender Briefe und Pakete der Kinder das Postgeheimnis verletzt, § 202 StGB.

Diese Straftaten sind jedoch bereits verjährt, viele Beschuldigte sind bereits verstorben. Mögliche zivilrechtliche Ansprüche in Bezug auf die geschilderten Taten sind ebenfalls verjährt. Mit den Mitteln der Strafjustiz können die vorgeworfenen Beschuldigungen nicht mehr aufgearbeitet werden.

c. Empfehlungen

Angesichts der Schwere, der Häufigkeit, der Dauer und der Plausibilität der vorgeworfenen Straftaten empfehle ich dem Bistum Regensburg:

- die geschilderten Übergriffe als erlittenes Leid anzuerkennen und dies mit einer pauschalen Anerkennungsleistung zum Ausdruck zu bringen, deren Höhe sich an den regelmäßig von deutschen Gerichten bei vergleichbaren Beeinträchtigungen als Schmerzensgeld zuerkannten Beträgen orientiert;

- therapeutische Hilfen anzubieten für die ehemaligen Schüler;
- die Verantwortlichkeit zu klären, warum über einen so langen Zeitraum in einer kirchlichen Einrichtung in diesem Maße gegen alle Grundsätze einer christlichen Pädagogik verstoßen werden konnte.

Zu 3. Wie das Bistum Regensburg die Vorwürfe annimmt und anerkennt.
von Generalvikar Michael Fuchs

Das Bistum Regensburg wird sich an den Empfehlungen des beauftragten Rechtsanwalts Dr. Andreas Scheulen ausrichten. Das bedeutet im Einzelnen:

- Zwischen 2010 und 2015 haben 72 ehemalige Schüler Vorwürfe erheblicher körperlicher Gewalt geschildert, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Internates in Etterzhausen/Pielenhofen zuzuordnen sind. Das Bistum Regensburg anerkennt das von den Schülern erlittene Leid und bringt dies mit einer Leistung von 2.500 € zum Ausdruck. Das Bistum wird dazu umgehend mit den Betroffenen Kontakt aufnehmen.

- Wir bitten alle Betroffenen, sich an Angelika Glaß-Hofmann zu wenden, soweit weitere Vorwürfe zu erheben sind oder aus anderen Gründen das Gespräch gesucht wird. Darüber hinaus möchte Bischof Rudolf Voderholzer auch in Zukunft mit Betroffenen das Gespräch suchen.

- Das Bistum Regensburg wird im Anschluss seine Aufarbeitungstätigkeit von einer unabhängigen Stelle prüfen lassen. Bei dieser Stelle sollen auch die Kritiker der Vorgehensweise des Bistums Regensburg ihre Einwände zur Geltung bringen können. Diese Stelle soll auch der Frage nachgehen, warum im Vorschulinternat Etterzhausen/Pielenhofen über einen derart langen Zeitraum Straftaten dieses Ausmaßes und dieser Schwere begangen werden konnten. Sobald feststeht, in welcher Weise dieses Vorhaben umzusetzen ist, werden wir davon die Öffentlichkeit unterrichten.

Zu 4. Pädagogische Grundlagen und konkretes Vorgehen im Bistum Regensburg
von Generalvikar Michael Fuchs
Die heutige Arbeit in den kirchlichen Schulen und pädagogischen Einrichtungen des Bistums geht von der unverletzlichen Würde eines jeden Kindes aus. Darauf sind die Aus- und Fortbildung des Personals und die Grundsätze der Einrichtungen ausgerichtet. Dazu gehört, die Sensibilität für eine kindgerechte Pädagogik bei den Mitarbeitern zu pflegen und weiter zu vertiefen.

Wie geht das Bistum Regensburg in dem Fall vor, dass aktuelle Vorwürfe körperlicher Gewalt gegen Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter im kirchlichen Dienst bekannt werden?

Grundsätzlich orientiert sich das Bistum Regensburg an den Richtlinien, wie sie für staatliche Schulen gelten. Dies bedeutet, dass die Verantwortlichen der Einrichtung unverzüglich die Eltern informieren und dienst- oder arbeitsrechtliche Maßnahmen in die Wege leiten. Die Eltern entscheiden als Erziehungsberechtigte, ob der Vorwurf zur Anzeige gebracht wird.

Zum Abschluss dieses Berichts möchten wir die Gelegenheit nutzen, Betroffene zu ermutigen, wenn sie in ihrer Schulzeit körperliche Gewalt durch kirchliche Mitarbeiter/Innen erlitten haben, sich an die zuständigen Stellen zu wenden.

Regensburg, den 24. Februar 2015

von esther10 25.09.2015 19:52

Ruhrbischof: „Wir werden unsere Lebensgewohnheit ändern müssen“

BOCHUM, 20.09.2015 // „Gott heißt alle willkommen!“: Flüchtlinge und Helfer feiern Caritas-Sonntag in Bochum. Bischof Overbeck ruft zu einer neuen Willkommenskultur auf.

'
"Gott heißt alle willkommen": Flüchtlinge und Helfer feierten am Caritas-Sonntag einen

Gottesdienst mit Bischof Overbeck

Caritas Bochum / Annette Borgstedt

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck sieht Deutschland und Europa angesichts der Flüchtlingskrise vor großen Veränderungen. "Deutschland und Europa müssen sich auf eine ganz neue Zeit einstellen.

Unser Wohlstand und die Weise, in Frieden zu leben, werden sich ändern. So wie die Flüchtlinge ihre Lebensgewohnheiten ändern müssen, werden auch wir es tun müssen", sagte Overbeck bei einer Messe mit Flüchtlingen und ehrenamtlichen Helfern am Caritas-Sonntag in Bochum.

"Gott heißt alle willkommen!"unter diesem Motto hatte die Caritas Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer nach Bochum eingeladen. Rund 400 Personen aus vielen Nationen kamen zu einem internationalen Gottesdienst und Begegnungsfest in die Harpener Kirche Heilig Geist. Spontan dabei war auch Yohann Petros Mouche, Erzbischof der syrisch-katholischen Kirche von Mossul (Nordirak).

"Abstand nehmen vom gewohnten Wohlstand"

Caritas Sonntag 3


Der Wunsch nach Frieden vereint die Menschen: Beim Friedengruß wurde das auch durch dieses schöne Zeichen sichtbar.

Das Motto des Caritas-Sonntages bedeute "Öffnung und Gastfreundschaft zu leben, keine Angst zu haben, bescheidener zu werden, Abstand zu nehmen vom gewohnten Wohlstand und zu einer Gesellschaft des Teilens zu werden", sagte Bischof Overbeck in seiner Predigt. Denn durch die Flüchtlingsströme würden die "gewohnten Grenzen unseres Miteinanders gesprengt." Das erzeuge auch Angst und Unsicherheit. "Hier ist Geduld gefordert, aber auch Klarheit."

Angesichts von Anschlägen auf Flüchtlingsheime stellte Overbeck klar: "Wir Christen sind der tiefsten Überzeugung, dass Gott jeden Menschen liebt und will. Bei Gott ist kein Mensch unerwünscht. Diese Botschaft gehört zum Kern des Evangeliums." Und weiter: "Alle, die kommen, sind unsere Schwestern und Brüder, weil sie von Gott her willkommen sind. Sie beschenken uns, wie wir sie." Deswegen dürften Flüchtlinge bei uns nicht "auf Grenzen, Zäune, Schlepper und Lager stoßen." Deutschland und Europa müssten zeigen, "dass wir nicht für Abschottung und Selbstbehauptung stehen, sondern Räume der Freundschaft für Menschen auf der Suche nach Sicherheit, Verlässlichkeit, Rechtsstaatlichkeit und Wohlstand schaffen wollen und werden."

"Deutschland und Europa von den Rändern her denken"


Flüchtlinge brachten zur Gabenbereitung speisen aus ihren Heimatländern. Bischof Overbeck nahm sie mit Freude entgegen.

Bistum Essen / Nicole Cronauge

In Deutschland, in den Pfarreien und Gemeinden seien Flüchtlinge willkommen. "Der überwiegende Anteil unserer Bevölkerung denkt und handelt so. Es gibt aber auch die, die Ängste haben, die neu lernen müssen, was es heißt, offen zu sein und dafür viel Zeit brauchen."

Eine Willkommenskultur müsse geübt werden. "Sie bedeutet, Europa und Deutschland von den Rändern her zu denken. Wir müssen von den Grenzen her lernen zu denken, zu glauben und zu handeln."

Bischof Overbeck dankte allen, die sich für Flüchtlinge einsetzen: "Ich bin sehr bewegt von den vielen Zeichen, die Ausdruck einer Willkommenskultur sind, die es in unserem Land, unter uns Christen, in unserer Kirche schon vielfältig gibt." Die Welt ändere sich angesichts der Flüchtlingsströme. "Dem nicht mit Müdigkeit, Angstlichkeit und Mauern zu begegnen, sondern mit einem offenen Herzen und freigiebigen Händen, einem beweglichen Geist und einem tiefen Glauben, der uns über die Grenzen aller Religionen, Konfessionen und Weltanschauungen hinweg mit dem Guten in allen Menschen verbindet, ist meine Bitte an uns alle", schloss der Bischof.


"Wir vermissen unsere Verwandten"

Nazanin Mohamad: Die 39 jährige Irakerin lebt seit etwa 6 Wochen im Bochumer Übergangswohnheim auf der Alten Wittener Str.

Caritasverband für das Bistum Essen / Christoph Grätz

Viele syrische Flüchtlinge sind zum Caritas-Sonntag gekommen. Ihnen ist die Erleichterung anzusehen, aber auch die Sorge um die, die sie zurücklassen mussten. So erzählt die 42-jährige Schneiderin Nyason Sudo aus Aleppo, wie sie mit einem Sohn 25 Tage von Syrien nach Bochum geflohen ist. Die Fluchtroute führte sie über die Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien über Ungarn und Österreich nach Deutschland. Sie ist erschöpft und vermisst ihren Ehemann und zwei Söhne, die sie in der Türkei zurücklassen musste, weil das Geld für die Schleuser nicht mehr reichte. Trotzdem ist sie dankbar, in Deutschland zu sein.

Ähnlich geht es dem 27-jährigen Ebrahim Makdees, auch er Syrer aus Aleppo, der vor dem IS-Terror geflohen ist. Er berichtet, dass gerade viele junge Männer das Land verlassen, weil sie nicht in der Assad-Armee dienen wollen oder aus Angst vor dem IS. Makdees ist Christ und hat als diplomierter Maschinenbau-Ingenieur gearbeitet, bevor er Syrien verlassen musste. Er musste seine drei Schwestern und Eltern in Aleppo zurücklassen. "Das Schlimmste", sagt er, "ist das Nichtstun in einer zum städtischen Übergangswohnheim umfunktionierten Turnhalle in Bochum." Ebrahim will schnell Deutsch lernen, eine Arbeit finden und seine Familie nach Deutschland holen. Eine Perspektive in Syrien sieht er nicht.


Hilfe für den Start in ein neues Leben

Charles aus Ghana lebt seit acht Monaten in der Flüchtlingsunterkunft in Harpen. Der ehrenamtliche Bernhard Dittrich (2.v.L.) kümmert sich um ihn

Dankbar sind die Flüchtlinge auch für die Hilfe, die sie in Deutschland bekommen. Auch die Flüchtlingshelfer der Bochumer Gemeinde Heilig Geist sind beim Caritas-Sonntag präsent.

Viele Katholikinnen, teils von der Caritas, helfen in der benachbarten Kleiderkammer. Jeden Dienstag nehmen sie Spenden an, sortieren sie und geben sie gemeinsam mit anderen Helfern aus. "Es gibt einen sehr großen Andrang von Flüchtlingen", berichtet Bernhard Dittrich.

Der 72-Jährige aus der Bochumer Gemeinde leitete 25 Jahre lang die Caritas-Dienststelle in der ehemaligen zentralen Landesstelle für Aussiedler und Flüchtlinge Unna-Maßen. Jetzt betreut er ehrenamtlich Flüchtlinge in regelmäßigen Caritas-Sprechstunden im Gemeindeheim. Zwei ehrenamtliche Dolmetscher helfen bei der Übersetzung. Dittrich hält engen Draht zur benachbarten Flüchtlings-Unterkunft, in der rund 150 Menschen Schutz finden. "Wir tun hier, was wir können", sagt Dittrich. Vermittlung zur Rechtsberatung, mal eine kleine finanzielle Unterstützung. "Erst kürzlich kam eine Schwangere, die im Oktober ihr Baby bekommt. Wir konnten ihr über den Skf Hilfe besorgen", so Dittrich.


"Ich möchte Brücken bauen"

Caritas-Sonntag 9
Die Künstlerin Lisa Lyskava (3.v.l.) präsentierte ihr Malprojekt mit Flüchtlingen: Ein Mal in der Woche trifft sie sich mit Asylsuchenden und malt mit ihnen. Mit dabei auch der Superintendent der Evangelischen Kirche, Dr. Gerald Hagmann (neben Bischof Overbeck)
Christian Schnaubelt

Warum er sich engagiert? "Ich möchte Brücken bauen, damit die Leute hier vernünftige Wege gehen können, das ist mir ein Herzensanliegen", sagt er und sieht zu Charles herüber. Der ältere Mann ist vor acht Monaten aus Ghana geflohen und hat über Dittrich Anschluss in der Gemeinde gefunden. Hinter Charles hängen bunte Bilder. Gemalt von Flüchtlingen wie ihm. Begleitet von der Künsterlin Lisa Lyskava, die den Malworkshop auch ehrenamtlich macht.

Auch Petra Kipper ist gekommen. Die Frau ist seit Dezember unermüdlich im Einsatz für die Bewohner der Harpener Flüchtlingsunterkunft. Dass Hilfe für Flüchtlinge immer ein Gemeinschaftswerk ist, machten unter anderem der neu ernannte Superinterndent der Evangelischen Kirche in Bochum, Dr. Gerald Hagmann, die erste Bürgermeistern Erika Stahl und der ehemalige Oberbürgermeister Otto Stüber deutlich.

Mit dem diesjährigen Caritas-Sonntag im Bistum Essen will die katholische Kirche auf die Situation von Flüchtlingen hinweisen und das wichtige Engagement am Beispiel der Stadt Bochum würdigen. Gottesdienst und Begegnungsfest hatten der Caritas-Diözesanverband, der Caritasverband für Bochum und Wattenscheid, die katholische Stadtkirche, die Pfarrei Liebfrauen mit der Gemeinde Heilig Geist und der örtlichen Caritas-Gruppe gemeinsam organisiert. (mik)

PI 082/2015 - Essen, den 20.09.2015

Quelle: www.caritas-essen.de
http://www.caritas-nrw.de/pressemitteilu...eit-aen/690760/
http://www.misesde.org/?p=10950

von esther10 25.09.2015 19:51

Ich werde mich ändern müssen! – Warum Bischof Overbeck Recht hat



25. September 2015 by Papsttreuer

Christentum in Deutschland: Drei Begebenheiten Wie verblödet muss ich sein ...
Beinahe hätte ich mich bei den Schlagzeilen über den Essener Bischof Overbeck verschluckt. Das war aber unnötig, denn genau genommen kann man ihm nicht widersprechen.

„Die Deutschen sollen sich den Asylbewerbern anpassen“? Hat der Essener Bischof Overbeck das tatsächlich so gesagt? Da blieb mir erst mal die Spucke weg. Nachdem ich dann aber nachgelesen habe, was er in der Predigt zum Caritas-Sonntag tatsächlich geäußert hat, bin ich doch skeptisch geworden. Denn diese Formulierung, die in einigen Zeitungen dargestellt wurde, entspricht wohl nicht ganz dem Wortlaut.

Das Kölner Domradio berichtet wie folgt, KNA zitierend:

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck mahnt eindringlich eine freundliche Annahme der Flüchtlinge an. „Sie dürfen nicht auf Grenzen, Zäune, Schlepper und Lager stoßen, sich selbst auf das nackte Leben reduziert vorfinden“.

Das sagte Overbeck im Gottesdienst am Caritas-Sonntag im Essener Dom. Deutschland und Europa müssten zeigen, „dass wir nicht für Abschottung und Selbstbehauptung stehen, sondern Räume der Freundschaft für Menschen auf der Suche nach Sicherheit, Verlässlichkeit, Rechtsstaatlichkeit und Wohlstand schaffen wollen“.

„Werden unsere Lebensgewohnheiten ändern“

Laut Overbeck sind die Völkerwanderungen des frühen Mittelalters in der postsäkularen Moderne angekommen. „Unser Wohlstand und die Weise, in Frieden zu leben, werden sich ändern“, sagte der Geistliche, der auch Sozialbischof der Deutschen Bischofskonferenz ist. „So wie die Flüchtlinge ihre Lebensgewohnheiten ändern müssen, so werden auch wir es tun müssen.“ Die gewohnten Grenzen des Miteinanders würden gesprengt. Overbeck räumte ein, dass dies bei manchen Angst und Unsicherheit erzeuge. „Hier ist Geduld gefordert, aber auch Klarheit.“

Der Bischof rief dazu auf, „Europa und Deutschland von den Rändern her zu denken, von der Peripherie, wie Papst Franziskus es immer wieder sagt“. Dies gelte gerade dann, wenn die aktuellen Problemlagen wie militärische und terroristische Bedrohungen, neue ungewohnte machtpolitische Ansprüche und unkontrollierbare politische Räume wie in Afrika und im Mittleren Osten nun ganz nahe kämen. „Alle diese Problemlagen verdichten sich im Schicksal der Flüchtlinge; alle diese Probleme, alle diese Grenzen kommen mit den Flüchtlingen zu uns, die Sicherheit, Frieden, Wohlstand und Freiheit suchen.“

Ergänzend berichtet caritas in NRW:

[…] Das Motto des Caritas-Sonntages bedeute „Öffnung und Gastfreundschaft zu leben, keine Angst zu haben, bescheidener zu werden, Abstand zu nehmen vom gewohnten Wohlstand und zu einer Gesellschaft des Teilens zu werden“, sagte Bischof Overbeck in seiner Predigt. […]

Angesichts von Anschlägen auf Flüchtlingsheime stellte Overbeck klar: „Wir Christen sind der tiefsten Überzeugung, dass Gott jeden Menschen liebt und will. Bei Gott ist kein Mensch unerwünscht. Diese Botschaft gehört zum Kern des Evangeliums.“ Und weiter: „Alle, die kommen, sind unsere Schwestern und Brüder, weil sie von Gott her willkommen sind. Sie beschenken uns, wie wir sie.“ Deswegen dürften Flüchtlinge bei uns nicht „auf Grenzen, Zäune, Schlepper und Lager stoßen.“ Deutschland und Europa müssten zeigen, „dass wir nicht für Abschottung und Selbstbehauptung stehen, sondern Räume der Freundschaft für Menschen auf der Suche nach Sicherheit, Verlässlichkeit, Rechtsstaatlichkeit und Wohlstand schaffen wollen und werden.

Einen Satz wie „wir müssen uns den Asylbewerber anpassen“ sucht man dagegen in der Berichterstattung vergebens – wenngleich das, was wie oben berichtet wird, in diese Richtung zu gehen scheint – aber eben nur scheint. „So wie die Flüchtlinge ihre Lebensgewohnheiten ändern müssen, so werden auch wir es tun müssen.“ – das hat Ähnlichkeit, ist aber nicht das gleiche. Und in der Tat: mit dieser Aussage kann ich leben!

Denn was geht derzeit vor? Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht – vor Kriegen, vor Verfolgung, vor Hunger, manche auch „nur“ vor wirtschaftlicher Not. Man kann sich als Deutscher auf den Standpunkt stellen, dass diese Flüchtlinge ab dem Zeitpunkt, in dem sie die EU betreten, eigentlich keine Flüchtlinge mehr sind: Sie reisen aus sicheren Drittstaaten nach Deutschland. Andererseits ist auch klar, dass gerade diese Länder an der Peripherie Europas wenig leistungsfähig sind hinsichtlich der Aufnahme von Flüchtlingen. Was also notwendig wird, ist ein Mechanismus der gerechten Verteilung dieser Menschen, inklusive der Ausweisung bei offensichtlich unbegründeten Asylanträgen, der dann auch durchgezogen wird.

Auch ein solcher Mechanismus wird aber dazu führen, dass in Deutschland ein Großteil der Flüchtlinge landen werden; dass die meisten von ihnen auch zu uns möchten hat damit nur am Rande zu tun. Es wird auch schwer fallen, mit der Freizügigkeit in Europa umzugehen, wenn die Flüchtlinge erst mal in einem Land akzeptiert sind. Wer also diese Freizügigkeit in Europa aufrechterhalten will, der wird damit leben müssen, dass in Deutschland auf Dauer ein überproportionaler Anteil von Flüchtlingen leben wird. Will man das umgekehrt verhindern, muss man an dieser Schraube drehen – das mag auch legitim sein, man muss dann aber auch die Konsequenzen, im einem wie im anderen Fall, deutlich machen.

Geht man also – und wer die Grenzen nicht einfach dicht machen will, muss das antizipieren – davon aus, dass wir es in den kommenden Jahren mit siebenstelligen Zahlen von Flüchtlingen zu tun bekommen werden, dann kann man nicht annehmen, dass dies ganz ohne eigene Anpassungen vonstatten geht. Es ist also nicht die Frage, ob wir – als Deutsche – uns an die Asylbewerber anzupassen haben, wie Bischof Overbeck meines Erachtens falsch interpretiert wird, sondern ob wir uns überhaupt an die neue Situation anpassen müssen:

Gerade erst wurde in den Medien kolportiert, dass eine Absenkung des Mindestlohnes gefordert wird, jedenfalls dann, wenn man plant, die hier bleibenden Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das wäre eine notwendige Anpassung, will man nicht riskieren, dass ein Großteil der Flüchtlinge langfristig ohne Anstellung bleiben wird. Nachdem Politiker aus dem linken politischen Lager so lange für dieses (marktwirtschaftlich sowieso schädliche, aber das ist eine andere Geschichte) Instrument gekämpft haben, werden sie es nun aufgeben müssen – das ist schon mal eine notwendige Veränderung.

Ein Großteil der Flüchtlinge – die Zahlen widersprechen sich je nach Quelle – ist muslimischen Glaubens. Wenn wir das Grundrecht der Religionsfreiheit weiter hochhalten wollen, wird es also in den kommenden Jahren, ganz ohne Fundamentalismustendenzen, zu Veränderungen in der Gesellschaft kommen, die heute kaum absehbar sind. Der Freitag als höchter spiritueller Feiertag einer großen Bevölkerungsgruppe? Gebetszeiten, die auch moderate Muslime einhalten möchten? Andere religiöse Vorschriften, die auch dann Einfluss auf unser Leben haben werden, wenn umgekehrt westlichen und christlichen Lebensentwürfen weiterhin mit Toleranz begegnet wird. Dies gilt natürlich nicht nur für das potenzielle Spannungsfeld zwischen muslimischen Glaubensüberzeugungen und unserer christlichen bis säkularen Prägung sondern auch hinsichtlich anderer kultureller Unterschiede und unterschiedlicher Vorstellungen. Das wird Veränderungen verursachen, auf die man auch als Einzelner reagieren, sich damit auch ändern muss.

Es gibt unterschiedliche Angaben zum Bildungsstand der Flüchtlinge – aber nehmen wir mal an, es sei alles gar nicht so schlimm und die Mehrzahl entsprächen einem westlichen Ausbildungsstand, dann hätte man immer noch ein Sprachproblem zu lösen. Natürlich kann man Integration verlangen und damit auch das Erlernen der Sprache, aber wer als Erwachsener versucht hat, eine Sprache zu lernen, wird feststellen, wie schwer einem das fallen kann. Auch hier wird auf Vereine und auch Arbeitgeber insbesondere aber auch auf die Gesellschaft im Allgemeinen ein Bedarf an Entgegenkommen entstehen, mit dieser Problematik umzugehen.
Das waren jetzt nur drei Beispiele, mit einem vergleichsweise harmlosen Verlauf vorausgesetzt, die deutlich machen, dass wir nicht davon ausgehen können, uns in einen Kokon einschließen zu können und abzuwarten, bis der Sturm vorbei geht. Die Weltlage gibt wenig Anlass zur Hoffnung, dass die Menge der Flüchtlinge in Zukunft abnehmen wird. Das wird gesellschaftliche Rahmenbedingungen verändern, und insofern ist es nicht nur richtig sondern auch wichtig, wenn Bischof Overbeck darauf hinweist, dass „wir“ uns ebenfalls ändern müssen, ich möchte ergänzen „wir“ uns ändern werden. Was heute seitens der Politik und der Medien bisweilen vorgegaukelt wird – Stichwort „Wir schaffen das!“ – ist dagegen die Vorstellung, man könne das alles aus der Portokasse bezahlen. Das allerdings ist eine gefährliche Einstellung, die früher oder später mit der Realität kollidieren wird.

Man kann vor dem, was auf uns zukommt, die Augen verschließen, man kann sich auch weigern, Fakten zur Kenntnis zu nehmen. Man kann auch unterschiedlicher Ansicht darüber sein, wie eine politische oder gesellschaftliche Reaktion aussehen sollte. Aber zu glauben, es würde sich nichts ändern, wir müssten uns nicht an neue Situationen anpassen, ich persönlich müsste mich nicht anpassen, ist bestenfalls naiv
http://www.misesde.org/?p=10950



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von esther10 25.09.2015 19:50

Wie verblödet muss ich sein …

25. September 2015 by Papsttreuer

Ich werde mich ändern müssen! - Warum Bischof Overbeck Recht hat Link der Woche: Lügen über den Kapitalismus
Muss man verblödet sein, um sich über die Auslassungen des Münchner Kardinals Reinhard Marx zur katholischen Bloggerszene aufzuregen. Ein bisschen schon …
http://papsttreuerblog.de/2015/09/25/wie...-muss-ich-sein/


„Verbloggung führt manchmal auch zur Verblödung“ – so sagte es der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und Erzbischof von München, Kardinal Reinhardt Marx, in einem Pressegespräch bei der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz. Nun gut, verblödet war schon die Frage des Journalisten, der katholisches.info – in der Tat ein Portal, dass ich nicht zwingend empfehle – in einen Topf geworfen hat mit muslimischem Fundamentalismus. Merke: Ein Blogger, der sich polemisch gegen die Homoehe ausspricht und ein Selbstmordattentäter, der sich auf einem Marktplatz in die Luft sprengt – das ist die gleiche Kategorie Mensch! Klingt blöd, aber nicht so, dass der Kardinal dem widersprechen müsste …?

Da hätte man also schon mal einhaken können, denn selbst wenn man – wie anscheinend der Kardinal – nicht weiß, was katholisches.info oder Bloggen ganz allgemein ist, kann man schon wissen, dass die Zahl der christlich motivierten Terroristen in Deutschland gegen Null tendiert (ich will nicht ausschließen, dass irgendein Verblödeter in seinem Keller an einer Bombe bastelt, sonst hätte ich mich auf die Null festgelegt). Und machen wir uns nichts vor: So verblödet ist der Kardinal nicht, dass er nicht weiß, was ein Blog ist. Wenn er es nicht wüsste, dann hätte der beim Gespräch neben ihm sitzende Matthias Kopp, Pressesprecher der DBK, einen ganz schlechten Job gemacht.

Gut, auch das ist nicht auszuschließen, denn zumindest hat er seinen Chef in seinem folgenden Furor gegen den Blogger, das unbekannte Wesen, nicht im Griff gehabt. Das mag bei einem Mann des Kalibers des Kardinals auch schwer sein, das Lächeln von Herrn Kopp sah aber auch nicht so gequält aus, dass man hätte meinen können, der abschließende scherzhaft-herablassende Auftrag an ihn, er möge das mal untersuchen, hätte er als verblödet aufgefasst.

Nein, auch Herr Kopp ist nicht blöd, ich habe ihn schon mal bei einem Treffen katholischer Blogger erlebt, er weiß was Blogger sind, und er weiß auch, dass das DBK-eigene Gewächs in dieser Richtung, katholisch.de – Vorsicht, nicht .info! – gegen diese Masse auch mit noch so viel Geld nicht anstiken kann. Kopp weiß, dass die sogenannte Blogoezese im Wesentlichen auf dem Boden der katholischen Lehre steht, was man von den Kolumnisten und Kommentatoren bei katholisch.de leider nicht immer sagen kann. Gibt es auch Ausnahmen? Ja sicher, aber die würde ich in der Mehrzahl nicht der Verblödung zuschreiben, sondern dem inneren Kampf um die Wahrheit, die am Ende jeder christlich motivierte Blogger führt. Man muss allerdings schon ein bisschen blöd sein, weiter Unmengen Kirchensteuergeld in eigene, wenig fruchtbare Medien zu stecken.

Kardinal Marx insinuiert, für manche sei das Bloggen schon die Welt, und zum Glück – die Lacher auf seiner Seite – darf er feststellen, dass das Internet nicht die Welt ist. Marx wird aber auch nicht so blöd sein, nicht zu erkennen, dass man sich mit der Beschäftigung mit dem eigenen Glauben, ob in einem Blog, in einem Buch, in der Lehre oder der individuellen Weiterbildung, durchaus einen erweiterten Teil der Welt zugänglich macht. Unter katholischen Bloggern sind Geistliche wie Weltliche vertreten, Philosophen und Handwerker, Genießer der feinen Künste und Heavy-Metal-Fans, Herz-Jesu-Sozialisten genau so wie Marktradikale wie ich einer bin. Und sie alle bemühen sich, die Welt nicht nur für sich sondern auch für andere zu erschließen. Wie blöd muss man sein, sich dem zu verschließen, das alles in einen Topf zu werfen, und den Verdacht zu nähren, das sei eher verblödend?

Wenn die Kirche eine Firma wäre, müsste man sich als katholischer Blogger nun fragen, wieso man nach einem solchen bräsigen Auftritt eines Kardinals sich noch die Mühe macht, seinen Glauben zu erklären, öffentlich mit sich zu ringen, sich inhaltlicher Kritik genau so wie persönlichen Anfeindungen auszusetzen. Wie verblödet muss man sein, Zeit und bisweilen Geld in ein solches Thema zu investieren, wenn es die „Kirchenleitung“ doch nicht nur nicht zu schätzen weiß, sondern einem auf diese Art auch noch Knüppel zwischen die Beine wirft?

Aber dann fällt mir auf: Kardinal Marx ist ja gar nicht mein Chef! Matthias Kopp ist nicht der Pressesprecher meines Chefs. Hans Langendörfer, der ebenfalls im Pressegespräch über die Ausführungen seines Chefs feixende Sekretär der DBK, ist nicht der Sekretär meines Chefs. Ich habe den Papst in Rom als – wenn man so will – weltlichen Chef, der mit so manchen von dem, was ich schreibe, vermutlich nicht einverstanden ist, es aber – da bin ich sicher – als Katholizität betrachtet, wenn auch andere Ausdrucksformen und Meinungen zur Geltung kommen. Letztlich verantwortlich bin ich dem Herrn gegenüber – ein hoher Anspruch und ich bin froh, darauf vertrauen zu können, dass er nachsichtig sein wird, auch mit solchen Beiträgen wie diesem hier. Er ist übrigens auch der einzige in diesem ganzen Konglomerat – mich eingeschlossen – bei dem ich sicher bin, dass er nicht blöd ist (und ich hoffe, er verzeiht mir auch diesen kleinen polemischen Ausritt).

Sieht man das so, bleibt nur die Frage: Wie verblödet muss man sein, sich über die Worte des Kardinals so zu echauffieren, wie ich es tue und wie es auch eine erkleckliche Anzahl anderer Blogger tun?
http://papsttreuerblog.de/2015/09/25/wie...-muss-ich-sein/
Naja, ein bisschen verblödet bin ich eben …

von esther10 25.09.2015 14:15

„Sexualpädagogik der Vielfalt“ an Zürichs Volksschulen: Die Regierung soll endlich hinsehen und handeln!


54 Personen haben bereits unterzeichnet. Helfen Sie bitte mit, 100 Unterschriften zu erreichen.
von CitizenGO · 23.09.2015

http://www.citizengo.org/de/29957-sexual...ndlich-hinsehen...

Im Juni 2015 haben drei engagierte Volksvertreter im Kanton Zürich in einer Anfrage an den Regierungsrat die Verwendung des skandalösen Lehrmittels „Sexualpädagogik der Vielfalt“ hinterfragt. Gemäss Antwort vom 2. September 2015 sieht die Zürcher Regierung jedoch keinen Handlungsbedarf und versteckt sich ­- ohne auf den destruktiven Inhalt des Lehrmittels einzugehen – hinter den Empfehlungen sogenannter Experten der Sexualpädagogik sowie dem guten Rufs des Juventa-Verlags. Dieses Versteckspiel und Nicht-hinsehen-wollen einer vom Volk gewählten Regierung ist schlicht nicht hinnehmbar. Ein Sexualpädagogik-Lehrmittel, dessen Autoren als Methode explizit auf „Verwirrung“ und „Veruneindeutigung“ (Ausgabe 2008, Seite 40) setzen, hat in der Schule nichts verloren. Doch die Zürcher Regierung zieht es vor zu schweigen, wenn 14-Jährige in einer Übung (Seite 52) für das Liebesleben zweier Lesben oder eines heterosexuellen Rentnerpaares Gegenstände wie Dildo, Handschellen, Lack und Leder und Vaginalkugeln ersteigern sollen. Mit dieser Petition fordern wir von der Zürcher Erziehungsdirektorin die sofortige Streichung von „Sexualpädagogik der Vielfalt“ aus der Liste des empfohlenen Unterrichtsmaterials sowie die Beendigung der Zusammenarbeit des Kantons Zürich mit den Pseudo-Experten, die dieses Buch empfohlen haben, insbesondere der Fachstelle „Lust und Frust“.

Das Praxisbuch (1. Auflage 2008, 2. Auflage 2012) wird seit 2012 vom Volksschulamt Zürich empfohlen. Während in Deutschland ein Aufstand gegen das Lehrmittel tobt, animieren Schweizer Sexualpädagogen Schüler bislang unbehelligt dazu, „galaktische Sex-Spielzeuge zu entwerfen und erotische Musikstücke zu inszenieren.“ (Ausgabe 2008, Seite 125) Ein Blick ins Lehrmittel, das auch in Baselstadt und Bern eingesetzt wird, zeigt, was derzeit in Deutschland besorgte Eltern, aber auch Pädagogen, Psychologen und Sexualwissenschaftler in Aufruhr versetzt. In der Übung „Galaktischer Sex“ sollen 15-jährige Schüler alle ihnen bekannten Bezeichnungen für sexuelle Praktiken nennen. Die Autoren des Lehrmittels schreiben: „Die Jugendlichen werden ermutigt, auch scheinbar Ekliges, Perverses und Verbotenes zu nennen.“ In Kleingruppen erfinden sie sodann galaktische Sexpraktiken, die auf der Erde unbekannt sind. „Sie überlegen, wer welchen Sex wann, wie, mit wem, unter Verwendung welcher Hilfsmittel hat. Die Kleingruppen werden mit verschiedenen Gestaltungsmaterialien ausgestattet und können sich selbst verkleiden, galaktisches Sex-Spielzeug entwerfen, erotische Musikstücke inszenieren oder …“ (Seite 125).

Auch wenn die Zürcher Regierung betont, dass das Buch im Kanton Zürich erst ab 14 Jahren eingesetzt wird, zeigt doch der von den Autoren für jüngere Altersstufen vorgeschlagenen Übungen deutlich genug deren perverse Gesinnung: Beim Massage-Spiel „Gänsehaut“ (Seite 18 f.) – für Kinder ab zehn Jahren – genügt dünne Kleidung, damit der unterschiedliche Druck und die verschiedenen Streichrichtungen auch erspürt werden können. Dabei dürfen verschiedene Massagetechniken angewendet werden, auch „vorgezeigt durch die Leitung". Von aussen sollte der Raum nicht einsehbar sein, empfehlen die Autoren. Zu den Klangübungen (Seite 195) gehören auch „lautes Stöhnen“ und „dirty talk“, für die lustigen Gipsabdrücke einzelner Körperteile wird viel Vaseline benötigt (Seite 185). Zur Übung „Sexualität während der Menstruation“ für ältere Jugendliche sollen „unterschiedliche Paar-Konstellationen in die Rollenspiele eingebaut werden“. In der 2. Auflage von 2012 (Seite 174) ist sogar von „Gruppensex“ als möglicher Konstellation die Rede. Doch schon die erste Auflage nennt die Frage „Wo könnte der Penis sonst noch stecken?“ als Kontrollfrage für genügende Berücksichtigung sexueller „Vielfalt“ (Seite 39).

Die Hamburger Schulbehörde hat im Oktober 2014 „Sexualpädagogik der Vielfalt“ nach heftigen Protesten von Eltern, Politikern und Fachleuten zurückgezogen. Etliche Artikel und Kommentare in renommierten deutschen Medien von links bis rechts, darunter die FAZ, der Spiegel und die TAZ, kritisierten das Lehrmittel in den letzten Monaten scharf. Deutsche und österreichische Experten aus den Bereichen Medizin, Psychologie und Pädagogik – unter ihnen auch Jakob Pastötter, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung – werben für solide Prinzipien in der Sexualpädagogik. Damit möchten sie dem neusten Produkt der auf den pädophilen Helmut Kentler zurückgehenden neoemanzipatorischen Sexualpädagogik eine fundierte Alternative entgegensetzen. Denn Jugendliche brauchen keine sexuelle Animation in der Schule, sondern Hilfestellung, ihre Sexualität in ihre langfristigen Lebensziele wie stabile, treue Beziehung und Familie zu integrieren.

Zudem widerspricht die „Sexualpädagogik der Vielfalt“ auch klar dem schulischen Indoktrinationsverbot, das z.B. für die politische Bildung von allen Kantonen als selbstverständlich vorausgesetzt wird. Gegen dieses wird verstossen, wenn eine ganz bestimmte Weltanschauung zur Grundlage des Schulunterrichts gemacht wird. Dies ist aber ist bei der „Sexualpädagogik der Vielfalt“ klar der Fall, die ausschliesslich auf Verhandlungsmoral ohne übergeordnete Werte sowie auf der umstrittenen Gendertheorie beruht. Diese radikale Kulturtheorie relativiert laut Psychiater Christian Spaemann die geschlechtliche und sexuelle Identität des Menschen in höchst fragwürdigem Ausmass und leitet daraus eine „sexuelle Vielfalt“ als neues gesellschaftliches Leitbild ab. Für die Sexualpädagogik bleibt dann nur noch die sexuelle Lust als gemeinsamer Nenner dieser beliebigen Lebensformen übrig. „Deren Vielfalt soll“, wie Spaemann warnt, „den Kindern ohne Bezug zur Verantwortung für verbindliche Beziehungen und Lebensziele oder eine Integration der Sexualität in die Gesamtpersönlichkeit, zu der immer auch die Fähigkeit zum Verzicht gehört, unterrichtet werden.“

Mit dieser Petition fordern wir von der Zürcher Erziehungsdirektorin die sofortige Streichung von "Sexualpädagogik der Vielfalt" aus der Liste des empfohlenen Unterrichtsmaterials sowie die Beendigung der Zusammenarbeit des Kantons Zürich mit den Pseudo-Experten, die dieses Buch empfohlen haben, insbesondere der Fachstelle "Lust und Frust".

Sollen 14-jährige in Gruppenübungen Gegenstände wie Dildos, Handschellen und Lederkleidung erwerben, einen "neuen Puff für alle" planen oder "galaktische Sex-Spielzeuge entwerfen und erotische Musikstücke zu inszenieren"? Nein? Dann unterzeichnen Sie jetzt unsere Petition an die Regierung des Kantons Zürich.
http://www.citizengo.org/de/29957-sexual...ndlich-hinsehen


von esther10 25.09.2015 12:25

Papst: Jesus kam als Obdachloser auf die Welt


Papst Franziskus spricht zum Abschluss seiner Zeit in Washington vor ca. 200 Obdachlosen. - RV

24/09/2015 13:54SHARE:

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Seinen letzten Termin in Washington hatte der Papst nicht bei Präsident Obama: Stattdessen traf er Obdachlose. Im Caritas-Zentrum der Patrickskirche, der ältesten der Stadt, stand Franziskus am Donnerstagmittag (Ortszeit) etwa zweihundert Menschen ohne festen Wohnsitz gegenüber, darunter viele Einwanderer aus Lateinamerika. Sie erinnerten, so sagte er, an den hl. Josef, der in seinem Leben ebenfalls viel Schweres durchgemacht habe. Etwa in Betlehem, an der Seite der hochschwangeren Maria.

„Ich stelle mir Josef vor mit seiner Frau, die ein Kind bekommen soll, ohne ein Dach, ohne Haus, ohne Unterkunft. Der Sohn Gottes kam als ein Obdachloser in diese Welt. Der Sohn Gottes wusste, was es heißt, das Leben zu beginnen ohne ein Dach über dem Kopf. Wir können uns die Fragen Josefs in diesem Augenblick vorstellen: Warum hat der Sohn Gottes kein Dach zum Leben? Warum sind wir obdachlos, warum haben wir keine Wohnung?“

Das seien Fragen, die sicher auch sie, die Obdachlosen von Washington, sich manchmal stellten, so Franziskus: „Josefs Fragen sind weiter aktuell. Sie begleiten all jene, die in der Geschichte obdachlos waren und sind.“ Aber Josef sei nicht beim Fragen stehengeblieben: Durch den Glauben habe er es geschafft, „weiter zu gehen, wenn alles stehen zu bleiben schien“. „Angesichts ungerechter und schmerzvoller Situationen bringt der Glaube uns das Licht, das die Dunkelheit vertreibt. Wie bei Josef macht der Glaube uns offen für die stille Gegenwart Gottes in jedem Augenblick unseres Lebens, in jeder Person und in jeder Situation. Gott ist in einem jeden von euch gegenwärtig, in einem jeden von uns.“

Es gebe „keine gesellschaftliche oder moralische Rechtfertigung“ dafür, dass Menschen kein Dach über dem Kopf hätten, so der Papst. Das seien „ungerechte Situationen“. Immerhin wüßten wir aber, „dass Gott sie mit uns erleidet“ und dass Jesus sich mit allen armen und gebeutelten Menschen solidarisiert. „Der Glaube lässt uns wissen, dass Gott an eurer Seite ist, dass Gott in unserer Mitte ist und dass seine Gegenwart uns zur Nächstenliebe bewegt... Jesus klopft immer wieder an unsere Türen, an die Türen unseres Lebens. Er tut dies nicht auf magische Weise, er tut dies nicht mit Spezialeffekten, mit Leuchtreklamen oder Feuerwerk. Jesus klopft immer wieder an unsere Tür in den Gesichtern unserer Brüder und Schwestern, in den Gesichtern unserer Nachbarn, in den Gesichtern der Menschen an unserer Seite.“ Das war eine Aufforderung des Papstes an die Gesellschaft, sich mit dem harten Los der ‚homeless people’ nicht einfach abzufinden.
(rv 24.09.2015 sk)

von esther10 25.09.2015 12:21

Papst vor dem Kongress: Die Krisen und die Lösungen


Papst Franziskus hält als erster Papst eine Rede vor dem amerikanischen Kongress. - AP

24/09/2015 14:26SHARE:

Ein historischer Moment in der Geschichte der Päpste: Als erster Papst sprach Franziskus, nach einem privaten Treffen mit dem Sprecher des Repräsentantenhauses John Boehner, an diesem Donnerstagnachmittag (deutscher Zeit) vor dem US-Kongress. In einer langen englischsprachigen Rede wandte er sich an die vielen Abgeordneten und sprach von der Flüchtlingskrise, der Todesstrafe, dem Dialog mit Kuba und Iran bis hin zum Fundamentalismus. Vier Persönlichkeiten der amerikanischen Geschichte können in ihrer Vorbildfunktion die Lösung einiger Krisen sein: Abraham Lincoln, Martin Luther King, Dorothy Day und Thomas Merton.

Zu allererst wandte er sich an die Abgeordneten als „Repräsentanten“ des amerikanischen Volkes. An die „Söhne und Töchter“ dieses großen Kontinents, denn auch er sei ein Sohn dieses großen Kontinents. Die Arbeit der Politiker im Kongress verglich er mit der Gestalt von Mose, der einerseits Gesetzgeber des Volkes Israel war und andererseits die Gestalt sei, die direkt zu Gott führe und damit zur „transzendenten Würde des Menschen.“ Franziskus verwies auf die kulturellen Reserven des Landes – die als Vorbilder für eine Kultur dienen können: Persönlichkeiten, die auf unterschiedliche Art und Weise die Kultur und Geisteshaltung prägten und die auch jetzt an Aktualität aufweisen würden.

„Eine Nation kann als bedeutend angesehen werden, wenn sie wie Abraham Lincoln die Freiheit verteidigt; wenn sie eine Kultur pflegt, welche die Menschen befähigt, vom vollen Recht für alle ihre Brüder und Schwestern zu „träumen“, wie Martin Luther King es ersehnte; wenn sie so nach Gerechtigkeit strebt und sich um die Sache der Unterdrückten bemüht, wie Dorothy Day es tat in ihrer unermüdlichen Arbeit, der Frucht eines Glaubens, der zum Dialog wird und Frieden sät im kontemplativen Stil Thomas Mertons.“
Abraham Lincoln und die Wege der Freiheit

Franziskus sprach zuerst über Präsident Abraham Lincoln; nannte ihn „den Hüter der Freiheit“, der sich unermüdlich dafür einsetzte, dass die „Nation der Freiheit“ geboren werde. Dieses Jahr feiere man den hundertfünfzigsten Jahrestag seiner Ermordung . Der Weg zu einer Zukunft der Freiheit, sei ein Weg der Zusammenarbeit und der Solidarität. Heute sei die Welt geprägt von Hass, Gewalt, Terror – oft auch im Namen „von Gott, einer Ideologie oder eines Wirtschaftssystems“ ausgeübt.

Das Problem sei jedoch die Polarisierung und die Schwarz-Weiß-Malerei. Gewalt sei keine passende Antwort: „Wir wissen, dass wir in dem Bestreben, uns von dem äußeren Feind zu befreien, in die Versuchung geraten können, den inneren Feind zu nähren. Den Hass von Tyrannen und Mördern nachzuahmen ist der beste Weg, um ihren Platz einzunehmen. Das ist etwas, das Sie als Volk zurückweisen.“

Die passende Antwort sei, die der „Hoffnung, Heilung, des Friedens und der Gerechtigkeit.“ Nur mit Intelligenz und Mut und mit dem richtigen Sinn für das Gemeinwohl, sei es möglich eine Lösung zu finden. „Wenn die Politik wirklich im Dienst des Menschen stehen soll, folgt daraus, dass sie nicht Sklave von Wirtschaft und Finanzwesen sein kann. Die Politik ist hingegen ein Ausdruck unserer dringenden Notwendigkeit, in Einheit zusammenzuleben, um gemeinsam das bestmögliche Gemeinwohl zu schaffen: das einer Gemeinschaft, die Einzelinteressen zurückstellt, um in Gerechtigkeit und Frieden ihre Güter, ihre Interessen und ihr gesellschaftliches Leben zu teilen.“

Martin Luther King und das Gehör des Glaubens

Viele verschiedene Religionsgemeinschaften sind in der USA beheimatet. Sie haben Amerika zu dem gemacht, was es heute sei. So beschreibt Franziskus die Rolle der Religionen im „Land der Freiheit“. Daher müsse auch in Zukunft dem Glauben Gehör geschenkt werden, denn dieser versuche das Beste jedes Menschen und jeder Gesellschaft hervorzubringen. Hier erwähnte der Papst den US-amerikanischen Baptistenpastor und Bürgerrechtler Martin Luther King, der für seinen Traum der vollen bürgerlichen und politischen Rechten für Afro-Amerikaner verwirklichte. „Ein Traum, der immer noch in unseren Herzen nachklingt. Ich freue mich, dass Amerika weiterhin für viele ein Land der „Träume“ ist. Träume, die zum Handeln führen, zur Beteiligung, zum Engagement. Träume, die das Tiefste und Wahrste im Leben eines Volkes erwecken.“

Das „Land der Träume“ habe viele Menschen in den letzten Jahrhunderten angelockt, auch sie wollen ihren Traum leben. Papst Franziskus spricht von der derzeitigen Flüchtlingskrise. Er betonte, dass Fremdenhass nur ein Hass gegen sich selbst sei, denn die meisten Bürger der Vereinigten Staaten stammten selbst von Einwanderern ab. Hier spricht er konkret auch die Mitglieder des Repräsentantenhauses an. Genau aus diesem Grund müsse die USA die Rechte der Flüchtlinge wahren, betonte Franziskus. Er spricht nicht nur von der europäischen Flüchtlingssituation, sondern geht auch auf die Lage an der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten ein.
„Unsere Welt steht vor einer Flüchtlingskrise, die ein seit dem Zweiten Weltkrieg unerreichtes Ausmaß angenommen hat. Das stellt uns vor große Herausforderungen und schwere Entscheidungen. Auch in diesem Kontinent ziehen Tausende von Menschen nordwärts auf der Suche nach einem besseren Leben für sich und ihre Lieben, auf der Suche nach größeren Möglichkeiten. Ist es nicht das, was wir für unsere eigenen Kinder wünschen?“
Die goldene Regel: „Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen“ (Mt 7,12) sei gültig nicht nur auf Bezug der flüchtenden Menschen, sondern auf alles und jeden und betreffe unserer Verantwortung für „jedes Leben in jedem Stadium“. Mit dieser Überleitung betonte der Papst auch sein Engagement und seinen Wunsch nach der weltweiten Abschaffung der Todesstrafe.
Dorothy Day und der Kampf gegen Armut und Hunger
Dorothy Day, eine US-amerikanische Sozialaktivistin und Journalistin, welche die katholische Sozialbewegung Catholic Worker Movement gegründet hatte, sei für den Papst ein wichtiges Symbol für das soziale Engagement im Dienste der Unterdrückten. Auch heute, in Zeiten der Krise, sollten sich Politiker und Amerikaner dieser Initiative annehmen und gegen Armut und Hunger der Welt kämpfen. „Es versteht sich von selbst, dass ein Teil dieser großen Bemühung darin besteht, Wohlstand zu schaffen und zu verteilen. Die rechte Nutzung der natürlichen Ressourcen, die angemessene Anwendung der Technologie und der Einsatz des Unternehmergeistes sind wesentliche Elemente einer Wirtschaft, die bestrebt ist, modern, solidarisch und nachhaltig zu sein.“

In seinem päpstlichen Schreiben „Laudato Si“, ginge der Papst genau auf diese Themen ein – auf eine „Kultur der Achtsamkeit“, die darauf pocht die Ressourcen mit Behutsamkeit zu nutzen, die Umwelt zu schützen und die Armut zu bekämpfen. Nachhaltigkeit sei also das oberste Ziel. Er sei überzeugt, dass Amerikas hervorragende Wirtschaft- und Forschungsinstitute in den kommenden Jahren einen entscheidenden Beitrag liefern können.
Thomas Merton und die Pflicht zum Dialog

Ein weiteres Beispiel als amerikanische Leitfigur nannte der Papst den Zisterziensermönch Thomas Merton. Er sei eine „bleibende Quelle spiritueller Inspiration und eine Leitfigur für viele Menschen. Er sei ein „Mann des Dialogs, ein Förderer des Friedens zwischen Völkern und Religionen“ gewesen. Auch der Papst sehe sich in dieser Funktion, betonte er und daher sei auch sein Engagement im Bereich des Dialogs in den letzten Monate so groß gewesen. Ohne es wörtlich zu nennen, ging er hier auf sein Engagement und die Annäherung von Kuba und USA ein. Denn es gehe um die „Überwindung historischer Unstimmigkeiten beizutragen, die mit schmerzlichen Geschehnissen aus der Vergangenheit verbunden waren“. Hier deutet er auch die Verhandlungen mit dem Iran an.

„Es ist meine Pflicht, Brücken zu bauen und allen Menschen zu helfen, auf jede mögliche Weise dasselbe zu tun. Wenn Länder, die miteinander im Konflikt standen, den Weg des Dialogs einschlagen – eines Dialogs, der aus sehr legitimen Gründen unterbrochen sein mag –, öffnen sich neue Möglichkeiten für alle.“ Schließlich betonte Papst auch noch dass der Waffenhandel enden müsse. Das Geld, das aus diesem Business komme sei in „unschuldiges Blut“ getränkt und er wiederholte die Wichtigkeit der vier Persönlichkeiten der amerikanischen Geschichte.

Als letzten Punkt erwähnte der Papst seinen Besuch in Philadelphia, wo er den Weltfamilientag besuchen wird und die Bedeutung der Familie, bevor er die berühmten Worte sprach: „God bless America.“ Im Anschluss an seine Rede trat er auf den Balkon des Kapitols und grüßte die tausenden Zuschauer, die die die Rede von draußen verfolgt hatten.

Spontane Segnung des amerikanischen Volkes

Nach dem historischen Ereignis sprach der Papst noch, vom Balkon des US-Kongress aus, zu den zahlreichen Menschen, die sich am Kapitol versammelt hatten. In seiner Muttersprache segnete er alle Menschen von Amerika - vor allem die Kinder und die Familien. Er bat die vielen Menschen darum für ihn zu beten und die jenige, die nicht glauben oder für ihn beten können, sollen „Glückwünsche" an ihn richten.

Gleich darauf traf Papst Franziskus mit Obdachlosen im Caritas-Zentrum der Pfarrei St. Patrick zusammen, bevor er von Washington aus weiter nach New York reiste. Dort konzelebriert er eine Vesper mit dem Klerus in der St. Patricks Kathedarale.
(rv 24.09.2015 no)
http://de.radiovaticana.va/news/2015/09/...6sungen/1174389




von esther10 25.09.2015 10:53

Keuschheit – Katholische Altlast oder christliches Erkennungszeichen?

Vorbemerkung der Redaktion: Im September-Oktober-Heft von „Theologisches“ haben wir die Be-sprechung eines wichtigen Werkes von Gabriele Kuby zum Gender-Thema veröffentlicht.



Der nun folgende Beitrag der Autorin konkretisiert die in ihrem Buch angesprochene Problematik im Blick auf die Tugend der Keuschheit. Der auf dem Kongress „Freude am Glauben“ gehaltene Vortrag (Fulda, 27. August 2010) wurde für die Veröffentlichung leicht überarbeitet.

Wann haben Sie zuletzt das Wort Keuschheit in den Mund genommen oder jemanden aussprechen hören? Es ist eines der Worte, das nicht mehr in unsere Zeit zu passen scheint, denn das, was es bezeichnet, entspricht nicht mehr dem Denken, Wollen und Handeln der meisten Menschen. Die Sprache verändert sich mit der gelebten Realität, aber sie ist auch ein Gefäß geheimnisvoller Weisheit, das aus einer anderen Quelle als der menschlichen Wirklichkeit gefüllt wird. Die Strategen der globalen Kulturrevolution vergreifen sich an der Sprache, um die Massen zu manipulieren, weil sie um die Macht des Wortes wissen. Es sollte unsere Alarmglocken schrillen lassen, wenn das Europä-ische Parlament das Wort Mutter zum „sexistischen Stereotyp“ erklären will!
Im etymologischen Duden erfahren wir: Das Wort keusch stammt aus dem Frühmittelalter, es ist entlehnt aus dem lateinischen conscius, was bedeutet: mitwissend, eingeweiht, bewusst. Im Duden heißt es: „Aus der Bedeutung ‚der christlichen Lehre bewusst‘ entwickelten sich die Bedeutungen ‚tugendhaft, sittsam, enthaltsam, rein‘ “ – alles Worte, die weitgehend außer Gebrauch gekommen sind. Das Gefäß der Sprache ist nicht aus Stein, es ist abhängig vom Inhalt und sackt in sich zusammen, wenn es von der Wirklichkeit, die es umfängt, entleert wird.
Ich werde im folgenden ausgiebig aus dem Katechismus der Katholischen Kirche zitieren, weil kaum mehr zu Gehör gebracht wird, was doch die geltende Lehre der Kirche ist. Das, was wir da lesen, ist Sand im Getriebe der Zeit, leider auch Sand im Getriebe der Kirche. Streuen wir also den Sand aus.


Zur begrifflichen Klärung

Keuschheit ist eine Tugend, die der Kardinaltugend der Mäßigung zugehört, welche, laut Katechis-mus, „die Leidenschaften und das sinnliche Begehren des Menschen mit Vernunft zu durchdringen sucht“ (KKK 2341). Auch der Begriff Tugend kommt kaum mehr vor, nicht in Predigten, nicht in Erziehungsplänen, nicht bei der Erwägung, ob eine Person für hohe Staatsämter geeignet ist. Der Philosoph Alasdair MacIntyre hat darüber ein Werk verfasst mit dem Titel: Der Verlust der Tugend. Zur moralischen Krise der Gegenwart . Auch der dunkle Bruder der Tugend, die Sünde, ist ein Wort, das aus der Mode gekommen ist, allerdings aus ganz anderen Gründen. Um im Bild zu blei-ben: Das Gefäß ist so voll geworden, dass es seinen Inhalt nicht mehr halten kann; überallhin hat er sich ausgebreitet und soll nicht mehr beim Namen genannt werden.

Weil es so sehr in Vergessenheit geraten ist, was Tugend ist und bewirkt, sei wieder der Katechis-mus befragt. Dort heißt es: „Die Tugend ist eine beständige, feste Neigung, das Gute zu tun“ (KKK 1803; 1833). „Die menschlichen Tugenden … verleihen dem Menschen Leichtigkeit, Sicherheit und Freude zur Führung eines sittlich guten Lebens. Der tugendhafte Mensch tut freiwillig das Gute.

Die sittlichen Tugenden … ordnen alle Kräfte des Menschen darauf hin, mit der göttlichen Liebe vereint zu leben“ (KKK 1804). Halten wir fest, was das eigentliche Ziel des Bemühens um Tugend ist: Mit der göttlichen Liebe vereint leben.

Wer möchte das nicht, der eine Ahnung davon hat, dass Gott existiert und dass Gott die Liebe ist? Aber wer ist bereit, den Preis zu zahlen? Wer ist bereit, die Jugend zu lehren, dass die Erfüllung der Sehnsucht nach Glück eben nicht über Spaßmaximierung zu erlangen ist, sondern An-strengung, Überwindung, Selbstbeherrschung in Dienste eines leuchtenden Ziels, das Liebe heißt, eine Liebe, auf die Ehe und Familie gegründet werden können?

Keuschheit ist dafür die notwendige Voraussetzung, die Investition, die eingezahlt wird auf die Realisierung des großen Traums der Liebe. Einem Menschen sagen können: „Ich habe auf dich gewartet!“ – ist das nicht erstrebenswert? Am Traualtar stehen und wirklich Braut sein in leuchten-der Schönheit, die nur die Reinheit schenkt. Den großen Friedensschluss zwischen Mann und Frau mit dem Versprechen lebenslanger Treue besiegeln – das klingt wie Kitsch, verklärte Romantik, gänzlich out of tune mit der heutigen Zeit. Und doch lebt dieser Traum in den Herzen junger Men-schen, viele suchen und manche finden den Höhenweg der Liebe.

Keuschheit ist die Tugend der Mäßigung im Bereich der Sexualität. Sie ist immer notwendig, vor der Ehe, in der Ehe, in der Ehelosigkeit, dem Zölibat. Insbesondere das sexuelle Begehren neigt zur Maßlosigkeit und gebärdet sich gerne wie ein wildgewordenes Pferd, das von seinem Reiter nicht mehr gelenkt werden kann. Der Katechismus definiert Keuschheit so: „Keuschheit bedeutet die geglückte Integration der Geschlechtlichkeit in die Person und folglich die innere Einheit des Menschen in seinem leiblichen und geistigen Sein. Die Geschlechtlichkeit, in der sich zeigt, dass der Mensch auch der körperlichen und biologischen Welt angehört, wird persönlich und wahrhaft menschlich, wenn sie in die Beziehung von Person zu Person, in die vollständige und zeitlich unbe-grenzte wechselseitige Hingabe von Mann und Frau eingegliedert ist“ (KKK 2337).

In nuce ist in dieser Definition die Lehre der Kirche über die Geschlechtlichkeit enthalten. Keuschheit bedeutet keine Ablehnung der Sexualität, keine „Sexualfeindlichkeit“, die der Kirche so gerne vorgeworfen wird. Keuschheit ist nicht leibfeindlich, auch wenn es leibfeindliche Häresien (wie den Manichäismus) gegeben hat. Die Tugend der Keuschheit beruht auf einem spezifischen Menschenbild, nämlich dem: Der Mensch ist in der Ebenbildlichkeit Gottes um seiner selbst willen geschaffen und zur Liebeseinheit mit Gott berufen. Darin liegt seine Würde, und diese Würde ver-bietet es, dass er für irgendetwas benutzt wird, etwa zur sexuellen Befriedigung. Der Mensch ist ei-ne Einheit aus Leib und Geist, eine Person, die dann in der Wahrheit lebt, wenn der sexuelle Trieb vom Geist durchdrungen und gelenkt wird, um Mann und Frau zur lebenslangen, wechselseitigen Hingabe zu befähigen, auf dass sie gemeinsam ihr letztes Ziel erreichen: das ewige Leben.


Eine das Gewissen beunruhigende Wahrheit

Zu allen Zeiten war die Keuschheit ein hohes Ideal, das mal mehr, mal minder erreicht wurde, aber das Ideal wurde nie aufgegeben. Heute ist es im Begriff zu erlöschen.

Keuschheit erscheint den meisten Zeitgenossen, besonders jenen, die über mediale Deu-tungsmacht verfügen, in der Tat als katholische Altlast, die zu entsorgen ist wie Müll, in der irrigen Vorstellung, dass wir dadurch unsere Sorgen loswürden. Keuschheit erscheint vor allem jenen als jüdisch-christliche Altlast, die sie als freiheitsberaubende Fessel empfinden und auf dieser Erde darum kämpfen, noch im letzten Winkel die Traditionen zu zerstören, die durch restriktive sexuelle Normen stabile Familienstrukturen ermöglicht haben.

Die Wucht des Kampfes gegen die katholische Sexualmoral ist erklärungsbedürftig. Es kann ja niemand behaupten, die wenigen, die ihr noch anhängen, würden irgendwelche Versuche machen, sie der Mehrheit aufzuzwingen. Alles ist erlaubt, anything goes, alle Naslang dürfen sich die Zuschauer an neuen Grenzüberschreitungen im Fernsehen oder in der Bildzeitung ergötzen. Warum also so viel Aufregung darüber, wenn eine Stimme zwar ohne Macht, aber mit Vollmacht den „mo-ralischen Relativismus“ beklagt?

Erklärbar ist das nur, wenn wir ernst nehmen, was Gott durch Jeremia sagt: „Ich lege mein Gesetz in sie hinein, ich schreibe es auf ihr Herz“ (Jer 32,33). Wir tragen also den Maßstab des Ge-wissens im eigenen Herzen, und dieses Gewissen soll nicht geweckt werden.

Die Unzucht als Widerspruch zur Keuschheit

Es kann kein Zweifel bestehen, dass die Last der Keuschheit Christen von Jesus selbst auferlegt ist. „Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen“, lehrt Jesus in der kürzesten Ver-dichtung seiner Lehre, den Seligpreisungen. Kann es ein reines Herz in einem schmutzigen Leib geben?
Noch versteht jeder, was im Bereich der Sexualität mit Schmutz gemeint ist, jeder weiß, was ein schmutziger Witz oder ein schmutziger Film ist. Immer geht es darum, dass einer den anderen schamlos zur Triebbefriedigung benutzt.

Paulus sagt:„Hütet euch vor der Unzucht! Jede andere Sünde, die der Mensch tut, bleibt au-ßerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, versündigt sich gegen den eigenen Leib. Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt?“ (1 Kor 6,18-19).

Und wieder taucht da ein Wort auf, das im Begriff ist, unter „Hassrede“ eingeordnet und kriminalisiert zu werden: die Unzucht. Bevor das Wort unter dem Schutt und den Scherben der De-moralisierung ganz begraben ist, sei noch einmal der Katechismus der Katholischen Kirche zitiert. In Zeiten, in denen de Heterosexuellen die Ehe zunehmend überflüssig finden, die Homosexuellen sie aber um so entschlossener für sich beanspruchen, weiß kaum einer mehr, wie trennscharf die Sünde der Unzucht definiert ist:

„Unzucht ist die körperliche Vereinigung zwischen einem Mann und einer Frau, die nicht miteinander verheiratet sind. Sie ist ein schwerer Verstoß gegen die Würde dieser Menschen und der menschlichen Geschlechtlichkeit selbst, die von Natur aus auf das Wohl der Ehegatten sowie auf die Zeugung und Erziehung von Kindern hingeordnet ist. Zudem ist sie ein schweres Ärgernis, wenn dadurch junge Menschen sittlich verdorben werden“ (KKK 2353).

Paulus war es darum zu tun, die Juden von der Gesetzlichkeit in die Freiheit der Liebe und Gnade Christi zu führen und die Heiden vor dem Joch jüdischer Gesetzesstarre zu bewahren. Dar-um kämpfte er auf dem ersten Apostelkonzil von Jerusalem: „Darum halte ich es für richtig, den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten aufzubürden; man weise sie nur an, Verunreini-gungen durch Götzenopferfleisch und Unzucht zu meiden“ (Apg 15,20).


Die Keuschheit als Grund für den Siegeszug des Christentums

Unzucht war also eine der unumstößlichen Trennlinien zwischen Heiden und Christen. Die Philo-sophin Gertrude Anscombe schreibt: „In der Antike gab es eine enorme Spannung zwischen der heidnischen und der christlichen Moral… Das Verbot der Unzucht muss besonders auffällig gewe-sen sein; es muss für viele eine tiefgreifende Veränderung des Lebens mit sich gebracht haben, wie es das heute täte. Christliches Leben bedeutet eine Trennung von den Maßstäben der Welt: Man konnte kein Anbeter Baals sein, man konnte nicht den Götzen opfern, Sodomie üben, neugeborene Kinder töten und dennoch ein treuer Christ sein.“

Der Grund dafür war die revolutionäre neue Sicht des Christentums auf die Frau: „Die Christen wurden gelehrt, dass Gatte und Gattin gleiche Rechte am Leib des anderen haben; eine Ehefrau wird beleidigt durch den Ehebruch ihres Gatten, ebenso wie der Gatte durch den seiner Gattin. Das Christentum akzeptierte auch die sexuelle Abwertung der Frau nicht, es rief die Prosti-tuierte zur Umkehr auf und verwarf auch das von der Gesellschaft respektierte Konkubinat.

Und schließlich war durch das Wort des Herrn die Scheidung für Christen ausgeschlossen“ .
In dieser „reinen und strengen Moral“ sieht Edward Gibbon einen Grund, warum das Chris-tentum das Römische Reich beerbte. In seinem berühmten Werk Verfall und Untergang des Römi-schen Reiches schreibt er: „Während dieser große Körper [das Römische Reich] durch offene Ge-walt erschüttert oder durch langsamen Verfall untergraben wurde, flößte sich eine reine und demü-tige Religion allmählich den Herzen der Menschen ein, wuchs empor in der Stille und Dun-kelheit, schöpfte neue Kraft aus dem Widerstande und pflanzte endlich das triumphierende Pa-nier des Kreuzes auf die Trümmer des Kapitols“. Wie war das möglich?

Gibbon führt fünf Ursa-chen für den Siegeszug des Christentums an: „Die frühen Christen glaubten an das ewige Leben, sie waren unbeugsam und eifrig, sie wirkten Wunder, sie bewahrten Einheit und sie besaßen eine reine und strenge Moral“ .

Sollten spätere Generationen Grund haben zu fragen, warum die christliche Kultur im Wes-ten untergegangen ist, so könnte die Antwort sein: Die Christen glaubten in ihrer Mehrheit nicht mehr an das ewige Leben, sie beugten sich dem Zeitgeist und waren lau, sie wirkten keine Wunder, sie waren gespalten und zerstritten und sie gaben die reine und strenge Moral auf.


Die „Entsorgung“ der Keuschheit in den letzten vier Jahrzehnten

Die letzten vier Jahrzehnte können als Entsorgungsphase von Tugend beschrieben werden, insbe-sondere im sexuellen Bereich. Spaß wurde als Lebenssinn verkauft und Sex als dessen höchster: Sex außerhalb der Ehe, Sex von Kindesbeinen an, Sex zwischen Alt und Jung, professioneller Sexservice für Behinderte, Sex zwischen Menschen gleichen Geschlechts (homo), Sex abwechselnd mit dem gleichen und dem anderen Geschlecht oder beiden zusammen (bi), Sex mit wechselndem eigenem Geschlecht (trans), Sex in serieller Monogamie und Sex in Polygamie und Polyandrie, dies alles auf dem Milliarden-Dollar-Markt der Pornographie zum visuellen Konsum jedem Mann und jeder Frau und jedem Kind dargeboten.

Es gilt als Gebot der Toleranz, dies alles gut zu heißen. Es schlecht zu nennen, wird als Diskriminierung der Rechte von Minderheiten diskriminiert. So wird der Wertediskurs erstickt.

Den Kindern und Jugendlichen wird das oben genannte sexuelle Menu per Schulzwang im jahrelangen, fächerübergreifendem Sexunterricht zur Auswahl angeboten. (Fast) alles ist erlaubt, sofern die Beteiligten es freiwillig tun. Grüne und Linke hatten sich lange dafür eingesetzt, dass auch „einvernehmlicher Sex“ zwischen Erwachsenen und Kindern freigegeben werde. Der Gesetz-geber hat zwar das Schutzalter kontinuierlich gesenkt, aber den Riegel doch noch nicht ganz zu-rückgezogen. Nun sehen wir: auch der hält nicht mehr: Millionenfach werden Kinder von Erwach-senen sexuell missbraucht. Kein Hahn krähte danach. Erst als ans Licht kam, dass dies auch inner-halb der Kirche geschieht, gab es berechtigtes, wenn auch scheinheiliges öffentliches Ent-setzen. Die Botschaft der säkularen Medien an die Kirche ist keineswegs: Lebt endlich, was ihr lehrt, reinigt euch von den homosexuellen Netzwerken in der Kirche, wie es euer Papst fordert, sondern ganz im Gegenteil: Gebt endlich den Zölibat und eure Sexualmoral auf!
In diesen Chor stimmen die großen Laienverbände der Katholischen Kirche ein, das Zentralko-mitee der deutschen Katholiken, die katholischen Frauenverbände, der BdkJ, aber leider auch solche, die das gläubige Volk zu hüten und zu lehren hätten. So bezeichnete kürzlich ein Mo-raltheologe die „kirchliche Sexualmoral als nicht mehr zeitgemäß“ und forderte, die Kirche müsse den Schwulen und Lesben eine Antwort geben, wie sie mit ihrer Veranlagung umgehen sollen. Es fehle ein positives Echo für jene Homosexuellen, die eine feste Beziehung eingehen wollten . So wird die biblische Offenbarung und die bis zum heutigen Tag unveränderte Lehre der Kirche mit einem einzigen Kratzfuß vor dem Zeitgeist ins Aus gekickt.


Die katastrophalen Folgen des Verlustes der Keuschheit

Eine Gesellschaft, die lange der Auffassung war, die Aufklärung habe der Vernunft und Rationalität zum Sieg verholfen und mit dem Fall der Mauer sei das Ende aller Ideologie gekommen, verstopft Augen, Ohren und Herz vor den Zeichen der Zeit. Es bedarf keiner prophetischen Gabe, um zu erkennen:

- Die systematische Verhütung und straffreie Massentötung ungeborener Kinder führen zum Aus-sterben der Bevölkerung.

- Die Sexualisierung der Bevölkerung und die Aufhebung aller sexuellen Normen führen zur Auflö-sung der Familie.

- Die Auflösung der Familie führt massenhaft zu Angst, Depression und psychischen und so-matischen Störungen aller Art.

Zerbrochene Familien erzeugen leistungsschwache, orientierungslose, kranke Jugendliche, von denen sich viele in Süchte aller Art flüchten und ein wachsender Anteil in die Kriminalität rutscht. Der Kinder- und Jugendgesundheitsservey (KiGGS, 2003-2006), spricht von einer „‘neuen Morbidität‘, die vorrangig von Störungen der Entwicklung, der Emotionalität und des Sozialverhal-tens bestimmt ist… Insgesamt zeigt sich in der Studie eine Verschiebung von akuten hin zu chroni-schen Erkrankungen wie Fettleibigkeit, Asthma oder Allergien und eine Zunahme psychischer Er-krankungen.“ . Neue Zahlen aus NRW zeigen, dass die Zahl der psychiatrischen Fälle bei Kindern zwischen 2000 und 2008 um fast die Hälfte gestiegen ist .

Der Bedarf an Ärzten, Therapeuten, Poli-zisten, Justizbeamten und Gefängnissen übersteigt zusehends die Leistungsfähigkeit einer Gesell-schaft, die unaufhaltsam in die demografische Katastrophe hineinrutscht.

Wie nachhaltig, um ein modisches Kunstwort zu gebrauchen, wie zukunftsfähig ist eine Ge-sell-schaft, die aller Vernunft zum Trotz Kinder und Jugendliche immer weiter in die Sexualisierung hineintreibt? Eine großangelegte Langzeitstudie von 14.000 US-amerikanischen Jugendlichen erbrachte folgende Ergebnisse:

Jugendliche, die keine sexuellen Beziehungen haben, haben eine geringere Wahrscheinlich-keit, depressiv zu werden, einen Selbstmordversuch zu machen, sich mit Geschlechtskrankheiten anzustecken, uneheliche Kinder zu bekommen und als Erwachsene Sozialempfänger zu werden. Sie haben eine größere Wahrscheinlichkeit, stabile, lang dauernde Ehen einzugehen.

Im Vergleich mit sexuell aktiven Jugendlichen haben jene, die bis zum 18. Lebensjahr keine sexuellen Beziehungen haben, eine
- 60 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, von der Schule zu fliegen
- 50 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, die Schule ohne Abschluss abzubrechen
- eine fast doppelte so große Wahrscheinlichkeit, das College abzuschließen .
Eltern haben in der Regel an all diesen erfreulichen Wirkungen sexueller Enthaltsamkeit im Jugendalter Interesse. Aber wer kämpft mit den Schulen, wer ringt mit den eigenen Kindern darum, ihnen diesen Weg erstrebenswert zu machen, ihn wenigstens nicht zu verbauen?

Legt man die Last der Keuschheit auf eine Waagschale und die Lasten, die für den Einzel-nen und die Gesellschaft entstehen, wenn die Menschen diese Last abwerfen, dann dürfte das Er-gebnis für jeden nüchternen Betrachter klar sein. Wir verstehen, warum Jesus sagt: „Mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht“ (Mt 11,30).

Aber an den Schalthebeln der Macht sitzen linke Ideologen, die sich auch in den C-Parteien eingenistet haben. Sie scheren sich nicht um den dramatischen Verfall der seelischen Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. Sie diffamieren Menschen, die für die vom Grundgesetz geschützte Familie eintreten, bestehend aus Vater, Mutter und Kindern, als „Familien-fundamentalisten“ – ungerührt vom Elend der zerbrochenen Familien und den bodenlosen Belas-tungen und Kosten, die dadurch dem Gemeinwesen entstehen; sie benutzen ihre Macht über die Ausbildung von Erziehern und Lehrern und die schulischen Curricula, um den Eltern das vom Grundgesetz garantierte Erziehungsrecht zu entreißen und Kinder vom Kindergarten an zu sexuali-sieren durch Institutionen wie die staatliche Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und die staatlich geförderte

Abtreibungsorganisation Pro Familia und Donum Vitae. Eltern, die sich wider-setzen, kommen in Deutschland ins Gefängnis, die Kinder ins Heim . Die Politiker wissen seit Jahr-zehnten, dass die Sozialsysteme aufgrund der demografischen Krise zusammenbrechen brechen, aber sie rühren nicht an der Propagierung von Verhütungsmitteln in den Schulen, an der Straffreiheit der Abtreibung und an der Familienzerstörungspolitik.

Der Kampf um die Sexualisierung ist keineswegs ein blindes Geschehen, sondern eine von den Machteliten dieser Welt über die UN und EU betriebene globale politische Strategie zur Reduk-tion der Weltbevölkerung. Dieser Kampf, dem die Kirchen kaum Widerstand entgegensetzen, ist in seinem Kern ein Kampf gegen Gott, ein Kampf gegen das Christentum. Es kann nicht anders sein, denn Gott ist die Liebe und beruft den Menschen in die Liebeseinheit des ewigen Lebens.


Die Keuschheit in der Berufung zur wahren Liebe, ein Erkennungszeichen des echten Christentums

Deus caritas est, lauten die ersten drei Worte der ersten Enzyklika Papst Benedikt XVI., in der es ihm darum geht, im Bewusstsein der Menschen die Liebe aus dem Käfig des Egoismus zu befreien. Im Herzen weiß es jeder und hat – hoffentlich – Inseln der Erfahrung, was Liebe ist: Im Blick eines anderen die Freude über die eigene Existenz wahrnehmen, ein Blick, der sagt:

„Wunderbar, dass es dich gibt. Dein Wohlergehen ist meine Freude.“ Gott, so glauben wir, hat jeden einzelnen aus Liebe erschaffen und zur Liebe berufen. Diese Bejahung muss von Menschen bestätigt werden, damit wir der Berechtigung und Gutheit unserer Existenz inne werden. Deswegen heftet sich der Blick des Neugeborenen an die Augen der Mutter, weil die liebende Existenzbejahung, die daraus fließt, so lebenswichtig ist wie die Milch aus der Brust.
So groß ist die existentielle Bedürftigkeit des Menschen nach Liebe, und so überaus gefähr-det, so brüchig deren Erfüllung! Welch großes Privileg, wenn ein junger Mensch mit einer satten Grundausstattung mit elterlicher Liebe in die Pubertät kommt.

Denn nun erwacht der Geschlechtstrieb, in Jungen später als bei Mädchen, dafür mit zwan-zig Mal stärkerer hormoneller Wucht. Was tun? Wie damit umgehen? Durch die Medien, durch die Schule, von den Gleichaltrigen kommt eine buchstäblich überwältigende Botschaft: Befriedige dei-ne sexuelle Lust, es macht Spaß, es ist dein Recht, es ist „sicher“. Alle tun es, tu du es auch.
Patrick Fagan vom Heritage Institut sagt: „Die große Mehrheit der halbwüchsigen jungen Männer, die Kondome überziehen, und der jungen Frauen, welche die Pille nehmen, haben nicht die Ab-sicht, die Person zu heiraten, mit der sie im Bett sind… Sie wissen, dass sie sich wieder trennen werden. Sie weisen zurück und gewöhnen sich in ihrem Intimleben daran, zurückgewiesen zu wer-den. Dadurch schaffen sie eine Kultur, die nicht auf Zugehörigkeit und Liebe beruht, sondern auf Zurückweisung und Leiden. Sie zahlen einen Preis, der größer ist, als die meisten vermuten“ .

Wie schwer ist es, treu zu sein, wenn die Worte „Ich liebe dich“ schon benutzt, schon abgenutzt und öfter gebrochen wurden?

Die Liebe, die Einheit zwischen zwei Menschen schafft, ja sie „ein Fleisch“ werden lässt, kann sich nur zwischen Menschen ereignen, die in sich selbst eine Einheit geworden sind. Um per-sonale Integrität zu erlangen, ist ein Reifungsprozess notwendig, der Selbstbeherrschung erfordert. Eltern, Lehrer, Paten und Priester haben – hätten – die Aufgabe, in diesem Prozess Vorbild, Weg-weiser, Helfer und Beschützer zu sein, damit die Tugend in der Seele und dem Willen des Men-schen „Heimatrecht“ bekommt, wie Johannes Paul II. sagt . „Erst die zu einer Tugend gewordene Liebe kann den objektiven Forderungen der personalistischen Norm entsprechen, die verlangt, dass die Person geliebt werde, und nicht zulässt, dass sie – auf welche Weise auch immer – ‚gebraucht‘ wird“ .

Das Gebrauchen einer anderen Person zur sexuellen Befriedigung entpersonalisiert die Se-xualität, oder, um es mit Rollo May auszudrücken: „Das Feigenblatt wird an einen anderen Platz verrückt, es verdeckt nunmehr das Gesicht“ . Ein aktueller Werbespruch des Handy-Anbieters Ali-ce bringt es auf den Punkt: „Verbinden, ohne sich zu binden.“ Die Zeugnisse der Opfer sexuellen Missbrauchs, ihre Wut, ihre Verzweiflung, ihre Verbitterung, die wir an den Fernsehschirmen sehen konnten, zeigen: Nichts verletzt die Würde des Menschen so sehr,

verwundet ihn in seinem We-senskern so tief, wie der Missbrauch der Sexualität. Wer bereit ist, einen anderen im Innersten zu missbrauchen, der wird bereit sein, Menschen für jeden egoistischen Zweck zu gebrauchen. Deswe-gen ist die sexuelle Verwahrlosung die schiefe Ebene in die Tyrannei, die schon Plato in seiner Re-publica beschrieben hat. Ein Vorbote des neuen Totalitarismus ist das verschärfte Antidiskriminie-rungsgesetz der EU, das nicht mehr zulassen wird, dass wir im Bereich der Sexualität zwischen gut und böse unterscheiden.

Weil wir in einem Meer von Scheitern, von Versagen, von gebrochenen Versprechen und zerbrochenen Verheißungen leben, sind wir im Begriff, unsere Sehnsucht nach Liebe, nach der Be-gegnung mit dem Du, nach Treue, als romantischen Traum abzutun und unsere Gesetze dem Schei-tern anzupassen. Aber das Erkennen und das Erkanntwerden im liebenden Blick des anderen ist die ewige Aufforderung an den Menschen, der aus Liebe geschaffen und zur Liebe berufen ist. Wer je auf die häretische Idee verfällt, Gott lehne die körperliche Liebe ab, der lese das Hohelied der Bibel:

„Ich schlief, doch mein Herz war wach. Horch, mein Geliebter klopft: Mach auf, meine Schwester und Freundin, meine Taube, meine Makellose! Mein Kopf ist voll Tau, aus meinen Lo-cken tropft die Nacht…“ (Hld 5,2) „Meinem Geliebten gehöre ich, und mir gehört der Geliebte, der in den Lilien weidet“ (Hld 6,3)

Wer in der Literatur der Welt hat so schöne Worte gefunden? Für den Mystiker Johannes vom Kreuz erfüllte sich das Hohelied in seiner Liebe zu Jesus. Bei aller ekstatischen Hingerissenheit warnt das Hohelied drei

Wir dürfen das Ideal der Keuschheit als Voraussetzung der Liebe nicht fahren lassen, wenn wir uns selbst nicht aufgeben wollen als Person, als Gesellschaft, als Volk, als Christen. Liebe ist kein romantisches Gefühl, sondern die stärkste Herausforderung die es gibt und der Sinn unserer Existenz. Wir sind es der jungen Generation schuldig, ihr den Weg der Liebe zu zeigen, deren Voraussetzung die Keuschheit ist. Ich selbst versuche dies in Kursen zu tun, die den Namen tragen ONLY YOU – gib der Liebe eine Chance. Ja, die Tugend der Keuschheit ist ein christliches Erkennungszeichen, ein untrügliches.
http://www.gabriele-kuby.de/wortmeldunge...ennungszeichen/

von esther10 25.09.2015 10:13

„Niemand kann sich entschuldigen oder wegsehen“
Predigt von Bischof Overbeck in der Schlussandacht zur Herbst-Vollversammlung der DBK

Fulda, 25. September 2015 (DBK PM) Staff Reporter | 101 klicks


Wir dokumentieren die Predigt von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen) in der Schlussandacht am 24. September 2015 zur Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda.

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Liebe Mitbrüder im Bischofsamt, liebe Mitbrüder im geistlichen Dienst, liebe Schwestern und Brüder, verehrte Gäste, liebe Gemeinde!

1. „Die Menschen, die die deutschen Soldaten aus dem Mittelmeer gezogen haben, besitzen nichts außer dem, was sie am Leib tragen. Manche haben zwei T-Shirts und zwei Hosen übereinander gezogen – oder einen Anorak mit Mütze, mitten im Sommer. Andere tragen nicht einmal Schuhe, sie sind barfuß unterwegs. Sie setzen alles auf eine Karte: Tod oder Leben.“1 So beschreibt die Lage einer unserer Militärseelsorger, der Soldaten an Bord der Deutschen Marine begleitet, die im Mittelmeer vor der Küste Libyens kreuzt, um Flüchtlinge aus Seenot zu retten.

Das aktuelle Massenphänomen flüchtender Menschen hat weitreichende nationale und internationale, gesellschaftspolitische und kulturelle, religiöse und andere bisher ungeahnte Dimensionen. Es scheint, als würden sich die Völkerwanderungen des frühen Mittelalters in unserer Zeit in neuer Form fortsetzen. Die vielen ertrunkenen Flüchtlinge offenbaren nicht nur unvorstellbare Nöte von Menschen, sondern zugleich auch das Scheitern politischer Systeme und einer bestimmten Flüchtlingspolitik; was sich im Mittelmeer zeigt, setzt sich auf verschiedene Weise an Land fort. Die Flüchtlinge, die in den letzten Wochen und Monaten in ungemein hoher Zahl zu uns nach Deutschland gekommen sind und weiterhin kommen, stehen für ein Phänomen, das uns heute und in Zukunft in vielfacher Hinsicht weiter beschäftigen wird. Die Globalisierung und die Zunahme an Gewalt, oftmals auch religiösen und ethnisch-nationalen Ursprungs, wie auch die Sehnsucht der Menschen nach mehr Wohlstand, stellen uns alle vor neue Fragen. Unsere Welt mischt sich neu. Wir leben mitten darin. Niemand kann sich entschuldigen oder wegsehen. Was sich seit Jahren angekündigt hat, wird nun mit einer bisher unvorstellbaren Dynamik erfahrbar, die nicht mehr beherrschbar ist. Zorn oder allgemeine Betroffenheit helfen nicht. Unsere Identität steht auf dem Prüfstand, und unsere Solidarität ist gefragt.

2. Wir machen Grenzerfahrungen. Sie sind mit Schwäche verbunden, mit Ohnmacht und Hilflosigkeit. Grenzerfahrungen bedeuten aber auch Provokation und Unruhe, setzen Gewohntes außer Kraft und öffnen neue Felder, zwingen zu Wegen, die noch nie begangen worden sind, machen neue Orientierung notwendig. Die Phänomene der letzten Tage und Wochen zeigen deutlich: Wir kommen an eine Grenze.

Was sich hier offenbart, hat auch zu tun mit den Phänomenen von Globalisierung und Digitalisierung. Die Grenzen bisheriger Welten brechen auf, Informationsfluten ungeahnten Ausmaßes weiten die Horizonte, überfordern aber auch. Hinter dem Negativen und Gefährlichen dieser Entwicklung steckt jedoch auch das Positive, nämlich Entdeckerfreude, Mut zum Wagnis und Suche nach Neuem. Die Grenzerfahrungen von heute, im Inneren des Menschen wie im Äußeren, sind Ausdruck von Wachstums-Phänomenen. Denn Grenzen können Wachstum provozieren. Darin zeigt sich auch die tiefe religiöse Wahrheit des christlichen Glaubens: Jedes Ende birgt einen neuen Anfang in sich; aus dem Verlust des Alten entsteht der Gewinn des Neuen; aus dem Tod erwächst Leben!

3. Wir deutschen Bischöfe gedenken heute gemeinsam mit Ihnen der Beendigung des Zweiten Vatikanischen Konzils vor fünfzig Jahren. Der Festakt am heutigen Nachmittag wie auch das gemeinsame Gebet in dieser Stunde am Grab des hl. Bonifatius sind nicht einfach nur eine Erinnerungsstunde an ein Ereignis, das damals viele Menschen in Euphorie versetzte, weil sich Fenster öffneten und die Frische des Heiligen Geistes durch die Räume der Kirche zog. Wir bitten zugleich darum, „im Heute glauben“ zu können, wie es der überdiözesane Gesprächsprozess unserer Bischofskonferenz in den Jahren 2011 bis 2015 formuliert hat.

Für die Zeitzeugen von damals war das II. Vaticanum eine ungemein inspirierende Erfahrung. Die Wirkungsgeschichte ist vieldeutig. Der Zukunftsoptimismus, der z. B. wesentliche Texte der Pastoralkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils „Gaudium et spes“ durchzieht, war bereits mit dem Ende der 1960er Jahre verflogen. Er ist heute bei vielen Menschen einer großen Skepsis gewichen, gerade auch in unserer Kirche. Es gab in den vergangenen fünfzig Jahren erstaunlich offene Gespräche und Auseinandersetzungen zu unterschiedlichen Themen, aber auch viel Verunsicherung, Widerspruch und Konflikte. Wir spüren auch hier Grenzen, die mit dem lebendigen Weiterschreiben unserer Tradition und dem Verständnis der Heiligen Schrift zu tun haben, aber auch mit einer ethischen Bewertung der unendlich gewachsenen Möglichkeiten des Menschen – sowohl im Blick auf seine individuelle als auch auf seine gesellschaftliche und sozial-politische Lebenswelt. Die letzten fünfzig Jahre haben aufwühlende Entwicklungen mit sich gebracht. Da treten innerkirchliche Konflikte offen zutage; da nimmt der radikale Traditionsabbruch Ausmaße an, die unser kirchliches Leben immer weiter infrage stellen; da kommen viele Menschen an wirtschaftliche Grenzen, manche Bistümer ebenso, während sich andere eines wirtschaftlichen Wachstums erfreuen, was aber keinesfalls mit der Verheißung einer wachsenden Glaubenssubstanz zusammengeht. Gleichzeitig brechen in unserem Land und in der Welt ganz neue Fragen auf, die unsere innerkirchlichen Probleme geradezu harmlos erscheinen lassen, z. B. die ungeheuren Kriegserfahrungen und Gräueltaten im Mittleren Orient wie eben auch der große Strom an Flüchtlingen und Asylsuchenden.

4. Mich berührt all dies sehr, weil wir an Grenzen stoßen, die große Veränderungen und Entwicklungen mit sich bringen, unendliche Ängste auslösen, aber auch große Hoffnungen wecken. Im konkreten Alltag unserer Kirche erleben wir die Grenzen radikal, wenn wir auf die Menschen schauen, die noch aktiv bei uns – wie wir zu sagen pflegen – „mitmachen“. In unseren Gottesdiensten, in unseren Gruppen, Gemeinschaften und Gremien werden wir weniger. Wenn wir ehrlich sind, spüren wir auch, dass die alten Rituale nicht nur liturgisch, sondern auch in allen anderen Räumen wenig, oft keine Wirkung mehr zeigen. Viele unserer Riten, Traditionen und Sprachmuster sind heute nicht nur den allermeisten der jüngeren Generation fremd geworden. Sich das ehrlich einzugestehen und von daher diese Grenze als Chance auf Wachstum zu begreifen, führt in die Tiefe. Dies auszusprechen ist befreiend, denn es berührt und mobilisiert neue Kräfte – schon allein durch die Fragen, die sich derzeit viele in unserer Kirche stellen und die in die Tiefe führen: Woran glauben wir eigentlich? Worauf setzen wir unser Leben, was ist wirklich wichtig und wesentlich? Was bleibt jenseits aller Veränderungen?

Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen angesichts der gegenwärtigen Grenzerfahrungen stärkt und motiviert die vielen Christen, die an die Kraft des Evangeliums glauben und mitbauen wollen an einer Kirche, die auch morgen noch anziehend und ansprechend wirkt. Sie wollen die jetzt spürbaren Grenzen weiten, sogar überwinden, um nach vorne zu gehen, wie wir es an der Gestalt des Mose sehen, der mit seinem Volk auch an eine Grenze kam, nämlich an die Grenze zum Übergang in das verheißene Land der Zukunft. Das Volk war sicherlich ängstlich und unsicher, was wohl jenseits der Grenze geschehen würde. Mose aber gab den sinngemäß einfachen Rat: Behaltet euer Fundament im Blick, dann werdet ihr leben! Achtet auf das, was Gott euch sagt und mitgegeben hat! Seid euch der tiefen Weisheit bewusst, die ihr in euch tragt! Bewahrt die Nähe eures Gottes!2 Unser stärkstes Fundament ist eben: Gott ist und bleibt uns nahe durch Jesus Christus in der Gemeinschaft unserer Kirche.

Er gibt die Kraft und leitet uns, auf das Lebenswissen und das Heute zu hören sowie auf neues Leben hin zu wachsen.

So gilt es auch, das Erbe des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht einfach zu verwalten, sondern in eine neue Zeit zu überführen, in eine neue Sprache und damit auch in eine neue Form, ohne die – dessen bin ich gewiss – wir in unserer Kultur, die lokal wie gleichzeitig global zu verstehen ist, die Menschen nicht mehr erreichen werden. Das pilgernde Volk Gottes, von dem beim Konzil so viel die Rede war, darf nicht stehen bleiben, es muss in Bewegung sein. In seinen Begegnungen auf dem Weg durch die Zeit wird es immer neue Veränderungsimpulse erleben, die es aufnehmen muss, will es nicht sein Ziel aus den Augen verlieren, die Orientierung an dem Gelobten Land. Von Papst Franziskus ist hier viel zu lernen, nämlich von den Rändern, von der Peripherie, von den Grenzen her zu glauben, zu handeln, zu beten und zu denken. Normalerweise sind wir es gewohnt, Kontrolle auszuüben, die Wirklichkeit von ihrer Mitte her zu betrachten und von hierher alles zu bestimmen. Plötzlich aber leben wir in einer neuen Welt. Nicht mehr die Mitte, das Gewohnte und das Zentrum sind von Interesse; es sind die Ränder, die interessieren. Von den Grenzen, von der Peripherie her, bekommen wir als Kirche einen neuen Ort von Gott zugewiesen und sollen unseren Alltag wie ein gastfreundliches Haus der Begegnung gestalten. Nicht die Unglückspropheten unserer Zeit sollen uns Angst einflößen und lähmen, vielmehr treibt uns eine wirkliche Kompassion, eine Mitleidenschaft für die Menschen von heute. Wiederum sind es die Flüchtlinge und Asylsuchenden, die zu uns kommen, von denen wir lernen können. Viele von ihnen sind tief religiöse Menschen. Sie zeigen uns, was Exodus heißt, nämlich sich mit einer Hoffnung auf Erlösung aufzumachen, in Bewegung zu geraten, im Vertrauen auf Gott seinen Verheißungen zu folgen.

5. Das Zweite Vatikanische Konzil fortzuschreiben, ist deswegen eine Aufgabe, „Kirche in der Welt von heute“ zu leben und zu sein; nicht „neben der Welt“ oder gar „über der Welt“, sondern ganz klar und unmissverständlich „in der Welt“ und „für die Welt“. Dort, wo die Menschen leben, soll die Kirche sein. Wenn wir angesichts des demografischen Wandels und der kirchlichen Schrumpfungserfahrungen der vergangenen Jahrzehnte so manches nicht aufrechterhalten können, so darf es genau nicht um den Rückzug aus der Welt und die ausschließlich kontemplative Konzentration auf den Innenbereich gehen. Vielmehr müssen wir auf die geistliche Kraft des Glaubens vertrauen, von dem auch das Zweite Vatikanische Konzil durchdrungen ist, um Orientierung und Erneuerung durch ein doppeltes Prinzip zu erfahren: durch das Prinzip der geistlichen Sammlung und durch das Prinzip der missionarischen Sendung. Beide Prinzipien sind so eng aufeinander verwiesen, dass die geistliche Sammlung ohne die missionarische Sendung nicht bestehen kann und umgekehrt.

Diese innere Beziehung zwischen Sammlung und Sendung ist Ausdruck jener Kraft, die uns hilft, von den Grenzen, von der Peripherie her die Kirche zu erneuern und den Weg des Zweiten Vatikanischen Konzils weiterzugehen, eben zu bezeugen, dass „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, […] auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi [sind]. Und es

gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände“ (Vat. II, GS 1). Das ist mehr als eine kirchliche Sympathieerklärung, das ist eine Freundschaftserklärung an alle Menschen, die uns Christen ermuntert, als Kirche mit Christus und in seiner Gesinnung den Weg durch diese Welt zu gehen. Diese Gesinnung besteht nicht in einer Weltflüchtigkeit, sondern bewährt sich in der Tugend der Welttüchtigkeit. Keineswegs geht es dabei um eine Verweltlichung der Kirche und ebenso nicht um eine Verkirchlichung der Welt – es geht um ein missionarisches Christsein in der Welt von heute. Amen.

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FUSSNOTEN

1 Michael Gmelch, Flüchtlinge an Bord, in: CiG – Bilder der Gegenwart 36 (2015), S. 389.

2 vgl. Dtn 4,1–2.6–8

(25. September 2015) © Innovative Media Inc.

von esther10 25.09.2015 10:09

„Wisst, dass der Papst euch begleitet“
Ansprache von Papst Franziskus an die US-Bischöfe in der „Cathedral of St Matthew the Apostle“ -- Volltext


Washington, 24. September 2015 (ZENIT.org) Staff Reporter | 137 klicks


Wir dokumentieren im Folgenden die offizielle Übersetzung der Ansprache von Papst Franziskus an die US-Bischöfe in der „Cathedral of St Matthew the Apostle“ in Washington, D.C., am Mittwoch, dem 23. September 2015.

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Liebe Brüder im Bischofsamt,

zu allererst möchte ich einen Gruß an die jüdische Gemeinde richten, an unsere jüdischen Brüder, die heute das Fest Jom Kippurfeiern. Der Herr segne sie mit Frieden und lasse sie voranschreiten auf dem Weg der Heiligkeit, entsprechend seinem Wort, das wir heute gehört haben: »Seid heilig, denn ich …bin heilig« (Lev 19,2).

Ich freue mich darüber, euch in diesem Moment der apostolischen Sendung zu begegnen, die mich in euer Land geführt hat. Sehr herzlich danke ich Kardinal Wuerl und Erzbischof Kurtz für die freundlichen Worte, die sie auch in euer aller Namen an mich gerichtet haben. Nehmt bitte meinen Dank für den Empfang und für die großherzige Bereitschaft entgegen, mit der mein Aufenthalt geplant und organisiert wurde.

Wenn ich mit den Augen und mit dem Herzen eure Gesichter von Hirten überblicke, möchte ich auch die Kirchen, die ihr liebevoll auf euren Schultern tragt, umarmen. Ich bitte euch zu versichern, dass durch euch meine menschliche und geistliche Nähe zum ganzen Volk Gottes kommt, das über dieses weite Land verbreitet ist.

Das Herz des Papstes weitet sich, um alle einzuschließen. Das Herz weit zu machen, um zu bezeugen, dass Gott in seiner Liebe groß ist, darin besteht die Sendung des Nachfolgers Petri, des Stellvertreter dessen, der am Kreuz die ganze Menschheit umarmt hat. Kein Glied des Leibes Christi und der US-amerikanischen Nation möge sich von der Umarmung des Papstes ausgeschlossen fühlen. Wo immer der Name Jesu auf die Lippen kommt, da erklinge auch die Stimme des Papstes, um zu versichern: „Er ist der Retter!“ Von euren großen Metropolen an der Ostküste zu den Ebenen im Mittelwesten, vom tiefen Süden zum unbegrenzten Westen, wo auch immer sich eure Leute zur Eucharistiefeier versammeln, sei der Papst nicht ein reiner Name, der gewohnheitsmäßig genannt wird, sondern ein greifbar naher Gefährte, der die Stimme unterstützen will, die sich aus dem Herzen der Braut erhebt: „Komm, Herr!“

Wenn eine Hand gereicht wird, um Gutes zu tun oder dem Bruder bzw. der Schwester die Liebe Christi zu bringen, um eine Träne zu trocknen oder in der Einsamkeit Gesellschaft zu leisten, um einem Verirrten den Weg zu zeigen oder ein bereits gebrochenes Herzen wieder aufzurichten, um sich über einen Gefallenen zu beugen oder einen, der nach Wahrheit dürstet, zu belehren, um Verzeihung anzubieten oder zu einem neunen Anfang in Gott zu führen … dann wisst, dass der Papst euch begleitet, dass der Papst euch stützt, dass er auf eure Hand auch die seine legt, die schon alt und faltig, aber Gott sei Dank noch imstande ist zu unterstützen und zu ermutigen.

Mein erstes Wort ist, Gott Dank zu sagen für die Dynamik des Evangeliums, die ein bemerkenswertes Wachstum der Kirche Christi in diesen Ländern erlaubt und den großherzigen Beitrag möglich gemacht hat, den sie für die US-amerikanische Gesellschaft und die Welt geleistet hat und weiter leistet. Eure Großherzigkeit und eure Solidarität gegenüber dem Apostolischen Stuhl und in Bezug auf die Evangelisierung in vielen leidenden Teilen der Welt schätze ich sehr und danke tief bewegt dafür. Ich freue mich über den ungebrochenen Einsatz eurer Kirche für die Sache des Lebens und der Familie, die der vorrangige Grund meines gegenwärtigen Besuches ist. Aufmerksam verfolge ich die beachtlichen Anstrengungen hinsichtlich der Aufnahme und Integration der Immigranten, die weiter auf die USA mit dem Blick der Zuwanderer schauen, die auf der Suche nach vielversprechenden Möglichkeiten von Freiheit und Wohlstand hierher gekommen sind. Ich bewundere die Arbeit, mit der ihr den Bildungsauftrag in euren Schulen auf allen Ebenen und das karitative Wirken in euren zahlreichen Einrichtungen voranbringt. Es handelt sich um Aktivitäten, die häufig durchgeführt werden, ohne dass ihr Wert verstanden wird und ohne Unterstützung – Aktivitäten, die auf jeden Fall heroisch mit den Spenden der Armen aufrechterhalten werden. Denn diese Initiativen entspringen einem übernatürlichen Auftrag, und es ist nicht gestattet, diesem nicht zu gehorchen. Ich bin mir des Mutes bewusst, mit dem ihr dunklen Momenten auf dem Weg eurer Kirche begegnet seid, ohne Selbstkritik zu fürchten noch euch Erniedrigungen und Opfer zu ersparen, ohne der Angst zu weichen, sich dessen zu entäußern, was zweitrangig ist, um nur die Autorität und das Vertrauen wiederzugewinnen, die von den Dienern Christi verlangt wird, wie der Geist eures einmaligen Volkes es sich wünscht. Ich weiß, wie sehr die Wunde der letzten Jahre auf euch gelastet hat, und ich habe euren hochherzigen Einsatz begleitet, die Opfer zu heilen – im Bewusstsein, dass durch das Heilen auch immer wir selbst Heilung erfahren – und weiter daran zu arbeiten, dass solche Verbrechen sich nie mehr wiederholen.

Ich spreche zu euch als Bischof von Rom, der bereits im Alter aus einem ebenfalls amerikanischen Land von Gott gerufen wurde, um die Einheit der Universalkirche zu hüten und um in der Liebe den Weg aller Teilkirchen zu fördern, damit sie in der Erkenntnis, im Glauben und in der Liebe Christi fortschreiten. Da ich eure Vor- und Zunamen lese, eure Gesichtszüge betrachte, das hohe Maß eures kirchlichen Bewusstseins kenne und um eure Ergebenheit weiß, die ihr dem Nachfolger Petri stets entgegengebracht habt, muss ich euch sagen, dass ich mich unter euch nicht als Fremder fühle. Ich stamme nämlich auch aus einem weiten, endlosen und nicht selten gestaltlosen Land, das, wie das eure, den Glauben aus dem Gepäck der Missionare empfangen hat. Ich kenne gut die Herausforderung, das Evangelium in die Herzen von Menschen einzusäen, die aus verschiedenen Welten kommen und häufig verhärtet sind von dem beschwerlichen Weg, den sie vor ihrer Ankunft zurückgelegt haben. Nicht fremd ist mir die Geschichte von der Mühe, die Kirche inmitten von Ebenen, Bergen, Städten und Vororten eines oft unwirtlichen Territoriums einzupflanzen, wo die Grenzen immerzu provisorisch sind, die offensichtlichen Antworten nicht halten und der Eingangsschlüssel erfordert, dass man die epischen Mühen der Pioniere und Erforscher mit der prosaischen Weisheit und Resistenz der Siedler, die den erreichten Raum überwachen, zu verbinden versteht. Einer eurer Dichter hat es so besungen: »kräftige und unermüdliche Flügel«, aber auch die Weisheit dessen, der »die Berge kennt«.[1]

Ich spreche nicht allein zu euch. Meine Stimme steht in Kontinuität mit dem, was meine Vorgänger euch geschenkt haben. Tatsächlich war seit den Anfängen der „amerikanischen Nation“, als nach der Revolution die erste Diözese in Baltimore errichtet wurde, die Kirche von Rom euch immer nahe, und es fehlte euch nie ihr ständiger Beistand und ihre Förderung. In den letzten Jahrzehnten haben drei meiner verehrten Vorgänger euch besucht und euch dabei einen beachtlichen Schatz an immer noch aktuellen Lehren übergeben, die ihr beherzigt habt, um die weitblickenden pastoralen Programme auszurichten, mit denen ihr diese geliebte Kirche leitet.

Es ist nicht meine Absicht, ein Programm abzustecken oder eine Strategie zu umreißen. Ich bin nicht gekommen, um euch zu beurteilen oder Unterricht zu erteilen. Ich vertraue völlig auf die Stimme dessen, der »alles lehren« wird (Joh 14,26). Gestattet mir nur – in der Freiheit der Liebe –, dass ich als Bruder unter Brüdern sprechen kann. Es liegt mir nicht am Herzen, euch zu sagen, was ihr tun sollt, denn wir wissen alle, was der Herr von uns verlangt. Ich möchte vielmehr noch einmal auf jene – alte und stets neue – Mühe zurückkommen, die darin besteht, sich über die zu beschreitenden Wege zu fragen, über die Gefühle, die man sich während des Wirkens bewahren, und über den Geist, in dem man handeln soll. Ohne den Anspruch, erschöpfend zu sein, möchte ich euch an einigen Überlegungen teilhaben lassen, die ich für unsere Sendung für angebracht halte.

Wir sind Bischöfe der Kirche, von Gott eingesetzte Hirten, um seine Herde zu weiden. Unsere größte Freude ist es, Hirten zu sein, nichts anderes als Hirten, mit einem ungeteilten Herzen und von einer unumkehrbaren Selbsthingabe. Man muss sich diese Freude bewahren, ohne zuzulassen, dass sie uns geraubt wird. Der Böse brüllt wie ein Löwe und sucht, diese Freude zu verschlingen, indem er so das zerstört, wozu wir berufen sind, nämlich nicht für uns selbst da zu sein, sondern als Gabe im Dienst des »Bischofs unserer Seelen« (vgl. 1 Petr 2,25).

Das Wesen unserer Identität muss im beharrlichen Gebet, in der Verkündigung (vgl. Apg 6,4) und im Weiden (vgl. Joh 21,15-17;Apg 20,28-31) gesucht werden.

Es handelt sich nicht um irgendein Gebet, sondern um die vertraute Einheit mit Christus, wo wir täglich seinem Blick begegnen, um seine Frage an uns gerichtet zu verspüren: »Wer ist meine Mutter? Wer sind meine Brüder?« (vgl. Mk 3,31-34), und um ihm ruhig antworten zu können: „Herr, hier ist deine Mutter, hier sind seine Brüder! Ich übergebe sie dir, es sind jene, die du mir anvertraut hast.“ Von einer solchen Vertrautheit mit Christus nährt sich das Leben des Hirten.

Es geht nicht darum, komplexe Lehren zu predigen, sondern Christus freudig zu verkünden, der für uns gestorben und auferstanden ist. Der Stil unserer Sendung erwecke in unseren Zuhörern die Erfahrung des „für uns“ dieser Verkündigung: Das Wort Gottes schenke jedem Teil ihres Lebens Sinn und Fülle; die Sakramente mögen sie mit jener Speise nähren, die sie sich nicht besorgen können, die Nähe des Hirten rüttle in ihnen die Sehnsucht nach der Umarmung des Vaters wach. Wacht darüber, dass die Herde im Herzen des Hirten stets jenen Vorrat an Ewigkeit antreffe, den man unter Mühen umsonst in den Dingen der Welt sucht. Auf euren Lippen mögen sie immer die Wertschätzung für die Fähigkeit finden, in der Freiheit und Gerechtigkeit den Wohlstand zu schaffen und aufzubauen, den diese Erde großzügig gibt. Es fehle jedoch nicht der gelassene Mut zu bekennen: »Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt« (Joh 6,27).

Nicht sich selbst weiden, sondern verstehen, sich zurückzunehmen, sich klein zu machen, nicht in die Mitte zu stellen, um die Familie Gottes mit Christus zu nähren. Wacht ungebrochen darüber und schwingt euch hoch auf, um mit dem Blick Gottes die Herde, die allein ihm gehört, zu erreichen. Erhebt euch auf die Höhe des Kreuzes seines Sohnes, dem einzigen Gesichtspunkt, der dem Hirten das Herz seiner Herde öffnet.

Nicht nach unten schauen in der eigenen Selbstbezogenheit, sondern immer auf die Horizonte Gottes, die über das hinausgehen, was vorherzusehen oder zu planen wir in der Lage sind. Auch über uns selbst wachen, um vor der Versuchung des Narzissmus zu fliehen, der die Augen des Hirten blendet, seine Stimme unkenntlich macht und seine Gesten steril. Auf den vielfältigen Straßen, die sich eurer Hirtensorge auftun, denkt immer daran, den Kern unauslöschlich zu bewahren, der alles zusammenfasst: »Das habt ihr mir getan« (vgl. Mt 25,31-45).

Gewiss ist es einem Bischof nützlich, die Weitsicht eines Leaders zu besitzen und die Schläue eines Verwalters, doch fallen wir unerbittlich, wenn wir die Macht der Stärke mit der Stärke der Ohnmacht verwechseln, durch die Gott uns erlöst hat. Für einen Bischof ist es notwendig, dass er die nüchterne Wahrnehmung für den Kampf zwischen Licht und Finsternis hat, der in dieser Welt ausgetragen wird. Aber weh uns, wenn wir das Kreuz zu einem Banner weltlicher Kämpfe machen und dabei vergessen, dass die Bedingung für einen dauerhaften Sieg darin besteht, sich durchbohren zu lassen und sich selbst zu entäußern (vgl. Phil 2,1-11).

Uns ist die Angst der ersten Elf nicht fremd, die eingeschlossen waren in ihren Wänden, belagert und erschüttert, erfüllt vom Schreck der Schafe, die sich zerstreut haben, weil der Hirte erschlagen wurde. Aber wir wissen, dass uns ein Geist des Mutes und nicht der Scheu geschenkt wurde. Daher ist es uns nicht erlaubt, uns von der Angst lähmen zu lassen.

Ich weiß wohl, dass eure Herausforderungen zahlreich sind, dass das Feld, auf dem ihr aussät, unwirtlich ist und es nicht an Versuchungen mangelt, sich im Gehege der Ängste einzuschließen, sich die Wunden zu lecken, während man einer Zeit nachtrauert, die nicht wiederkommt, und sich harte Antworten auf die schon erbitterten Widerstände zurechtlegt.

Und dennoch sind wir Förderer der Kultur der Begegnung. Wir sind lebendige Sakramente der Umarmung zwischen dem göttlichen Reichtum und unserer Armut. Wir sind Zeugen der Erniedrigung und Herablassung Gottes, der in der Liebe auch unserer ursprünglichen Antwort zuvorkommt.

Der Dialog ist unsere Methode, nicht wegen einer schlauen Strategie, sondern aus Treue zu dem, der niemals müde wird, wieder und wieder auf die Plätze der Menschen zu gehen, bis zur elften Stunde, um seine liebevolle Einladung auszusprechen (vgl. Mt20,1-16).

Der Weg ist daher der Dialog: Dialog unter euch, Dialog in euren Presbyterien, Dialog mit den Laien, Dialog mit den Familien, Dialog mit der Gesellschaft. Ich möchte nicht müde werden, euch zu einem Dialog ohne Angst zu ermutigen. Je reicher der Schatz ist, den ihr mit Freimut zu teilen habt, desto beredter sei die Demut, mit der ihr ihn anbieten müsst. Habt keine Angst, den notwendigen „Exodus“ zu jedem echten Dialog zu vollziehen. Andernfalls ist es nicht möglich, die Gründe des anderen zu begreifen, noch gründlich zu verstehen, dass der Bruder, der erreicht werden soll oder mit der Macht und der Nähe der Liebe befreit werden soll, mehr zählt als die Positionen, die wir für weit von den unsrigen entfernt halten, selbst wenn diese echte Gewissheiten sind. Eine erbitterte und streitbare Sprache der Spaltung ziemt sich nicht für die Lippen eines Hirten, hat kein Heimatrecht in seinem Herzen, und obschon diese für einen Augenblick eine scheinbare Vorherrschaft zu sichern scheint, ist letztlich nur der dauerhafte Reiz der Güte und der Liebe wirklich überzeugend.

Man muss zulassen, dass in unserem Herzen immer das Wort des Herrn erklingt: »Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.« (Mt 11,28-30). Das Joch Jesu ist das Joch der Liebe und daher eine Garantie für die Erquickung. Zuweilen fällt uns die Einsamkeit unserer Mühen schwer, und wir sind so überladen mit dem Joch, dass wir uns nicht mehr daran erinnern, es vom Herrn empfangen zu haben. Es kommt uns nur als das unsrige vor, und daher schleppen wir uns wie müde Ochsen auf trockenem Feld voran, bedroht von dem Gefühl, umsonst gearbeitet zu haben, und vergessen die Fülle der Erquickung, die unlösbar mit dem verbunden ist, der sie uns verheißen hat.

Von Jesus lernen, besser noch: Jesus lernen, der gütig und demütig ist; durch die Betrachtung seines Handelns in seine Güte und Demut eintreten. Unsere Kirchen und unser Volk, das nicht selten vom harten Leistungsdruck gequält ist, in die Milde des Jochs des Herrn einführen. Sich daran erinnern, dass die Identität der Kirche Jesu nicht vom „Feuer vom Himmel, das vernichtet“ (vgl. Lk9,54), gewährleistet wird, sondern von der geheimen Wärme des Heiligen Geistes, der „heilt, wo Krankheit quält, löst, was in sich erstarrt, lenkt, was den Weg verfehlt“ (vgl. Pfingstsequenz Veni, Sancte Spiritus).

Den großen Auftrag, den uns der Herr anvertraut, führen wir in Gemeinschaft, auf kollegiale Weise aus. Die Welt ist schon so zerrissen und geteilt! Die Zersplitterung ist schon überall zu Hause. Daher darf die Kirche, das „nahtlose Gewand des Herrn“, sich nicht auseinander bringen und teilen lassen oder streiten.

Unsere bischöfliche Sendung besteht in erster Linie darin, die Einheit zu festigen, deren Inhalt bestimmt ist vom Wort Gottes und von dem einen Brot des Himmels. Damit bleibt jede der uns anvertrauten Kirchen katholisch, weil sie offen und in Gemeinschaft mit allen Teilkirchen und mit der Kirche von Rom ist, „die den Vorsitz in der Liebe führt“. Es ist folglich ein Imperativ, über diese Einheit zu wachen, sie zu bewahren, zu fördern, zu bezeugen als Zeichen und Instrument, das jenseits aller Barrieren Nationen, Volksgruppen, Gesellschaftsklassen und Generationen eint.

Das kommende Heilige Jahr der Barmherzigkeit, das uns in die unerschöpfliche Tiefe des göttlichen Herzens einführt, in dem keine Teilung wohnt, sei für alle eine bevorzugte Gelegenheit, die Gemeinschaft zu stärken, die Einheit zu vervollkommnen, die Differenzen auszusöhnen, sich gegenseitig zu vergeben und jede Teilung zu überwinden, sodass euer Licht leuchte wie »eine Stadt, die auf einem Berg liegt« (Mt 5,14).

Dieser Dienst an der Einheit ist besonders wichtig für eure geschätzte Nation, deren reiche materielle und geistige, kulturelle und politische, geschichtliche und menschliche, wissenschaftliche und technologische Ressourcen nicht indifferente moralische Verantwortungen auferlegen in einer Welt, die verwirrt ist und mühsam nach neuen Gleichgewichten des Friedens, des Wohlstands und der Integration sucht. Daher ist es ein wesentlicher Teil eurer Sendung, den Vereinigten Staaten von Amerika den demütigen und mächtigen Sauerteig der Communio anzubieten. Die Menschheit soll wissen, dass sie durch die Gegenwart des »Sakraments der Einheit« (Lumen gentium, 1) in ihrer Mitte die Gewähr dafür besitzt, dass ihr Schicksal nicht die Verlassenheit und die Auflösung ist.

Und dieses Zeugnis ist ein Leuchtturm, der nicht verlöschen darf. In der dichten Finsternis des Lebens ist es nämlich notwendig, dass sich die Menschen von seinem Licht führen lassen, um des Hafens gewiss zu sein, der sie erwartet, um sicher zu sein, dass ihre Schiffe nicht am Riff zerschellen noch den Wellen ausgeliefert sind. Daher, liebe Mitbrüder, ermutige ich euch, die Herausforderungen unserer Zeit anzupacken. Auf dem Grund einer jeden von ihnen liegt immer das Leben als Geschenk und Verantwortung. Die Zukunft der Freiheit und der Würde unserer Gesellschaften hängt davon ab, wie wir auf diese Herausforderungen zu antworten verstehen.

Die unschuldigen Opfer der Abtreibung, die Kinder, die verhungern oder unter Bomben sterben, die Immigranten, die auf der Suche nach einer Zukunft ertrinken, die Alten oder die Kranken, auf die man gerne verzichten würde, die Opfer von Terrorismus, Krieg, Gewalt und Drogenhandel, die Umwelt, die von einer räuberischen Beziehung des Menschen zur Natur zerstört wird – in all dem steht immer das Geschenk Gottes auf dem Spiel, dessen edle Verwalter wir sind, aber nicht seine Herren. Es ist daher nicht gestattet, diesen Fragen auszuweichen oder sie zu vertuschen. Von nicht geringerer Bedeutung ist es, das Evangelium von der Familie zu verkünden, wozu ich beim bevorstehenden Weltfamilientreffen in Philadelphia zusammen mit euch und mit der ganzen Kirche nachdrücklich Gelegenheit haben werde.

Diese unveräußerlichen Aspekte der Sendung der Kirche gehören zum Kern dessen, was uns vom Herrn übergeben wurde. Wir haben deshalb die Pflicht, sie zu hüten und weiterzugeben, auch dann, wenn die Mentalität der Zeit undurchlässig und feindlich gegenüber dieser Botschaft ist (vgl. Evangelii gaudium, 34-39). Ich ermutige euch, mit den Mitteln und der Kreativität der Liebe und mit der Demut der Wahrheit dieses Zeugnis anzubieten. Es braucht nicht nur nach außen verlautbart und verkündet zu werden, sondern muss auch in den Herzen der Menschen und im Gewissen der Gesellschaft Raum gewinnen.

Zu diesem Zweck ist es sehr wichtig, dass die Kirche in den Vereinigten Staaten auch wie eine einfache häusliche Feuerstelle ist, welche die Menschen durch den Reiz des Lichtes und durch die Wärme der Liebe anzieht. Als Hirten kennen wir sehr wohl die Dunkelheit und Kälte, die es nach wie vor in dieser Welt gibt, die Einsamkeit und Verlassenheit so vieler – selbst dort, wo die kommunikativen Ressourcen und die materiellen Reichtümer im Überfluss vorhanden sind; wir kennen auch die Angst vor dem Leben, die Verzweiflung und die vielfältigen Weisen der Flucht.

Daher ist letztlich nur eine Kirche, die um die „Feuerstelle“ zu sammeln versteht, imstande anzuziehen. Sicherlich nicht um jedes beliebige Feuer, sondern um jenes, das am Ostermorgen entzündet wurde. Der auferstandene Herr selbst fragt durch die schüchterne Stimme vieler Brüder und Schwestern weiter bei den Hirten der Kirche an: »Habt ihr nicht etwas zu essen?« Es geht darum, seine Stimme zu erkennen, genauso wie die Apostel am Ufer des Sees von Tiberias (vgl. Joh 21,4-12). Noch entscheidender wird sein, sich der Gewissheit zu überlassen, dass die Glut seiner Gegenwart, die am Feuer der Passion entfacht wurde, uns vorausgeht und nie erlischt. Wenn diese Gewissheit abnimmt, läuft man Gefahr, Verwalter von Asche zu werden und nicht Hüter und Ausspender des wahren Lichts und jener Wärme, die fähig ist, das Herz zu erwärmen (vgl. Lk 24,32).

Bevor ich schließe, gestattet mir, dass ich euch noch zwei Ratschläge gebe, die mir am Herzen liegen. Der erste bezieht sich auf euer bischöfliches Vatersein. Seid Hirten nahe bei den Menschen, ganz nahe Hirten und Diener. Diese Nähe soll in besonderer Weise euren Priestern gegenüber zum Ausdruck kommen. Begleitet sie, damit sie Christus weiter mit ungeteiltem Herzen dienen, da nur die Fülle die Diener Christi erfüllt. Ich bitte euch daher, lasst nicht zu, dass sie sich mit dem Mittelmaß zufrieden geben. Sorgt für ihre geistlichen Quellen, damit sie nicht in die Versuchung geraten, Notare und Bürokraten zu werden, sondern Ausdruck der Mütterlichkeit der Kirche sind, die ihre Kinder hervorbringt und wachsen lässt. Wacht darüber, dass sie nicht müde werden, aufzustehen und dem, der nachts an die Tür klopft, zu antworten, auch wenn man bereits denkt, Anrecht auf Ruhe zu haben (vgl.Lk 11,5-8). Trainiert sie, damit sie bereit sind stehen zu bleiben, sich zu bücken, Balsam zu vergießen, sich um den zu kümmern und sich für ihn zu verausgaben, der »zufällig« sich dessen beraubt fand, was er zu besitzen glaubte (vgl. Lk 10,29-37).

Mein zweiter Ratschlag bezieht sich auf die Immigranten. Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich irgendwie gleichsam „in eigener Angelegenheit“ spreche. Die Kirche in den USA kennt wie wenige die Hoffnungen der Herzen der Migranten. Immer schon habt ihr ihre Sprache gelernt, ihre Sache unterstützt, ihre Beiträge integriert, ihre Rechte verteidigt, ihre Suche nach Wohlstand gefördert, die Flamme ihres Glaubens brennend erhalten. Auch jetzt tut keine US-amerikanische Einrichtung mehr für die Immigranten als eure christlichen Gemeinden. Nun habt ihr diese lang anhaltende Einwanderungswelle aus Lateinamerika, die viele eurer Diözesen überrollt. Nicht nur als Bischof von Rom, sondern auch als Hirte, der aus dem Süden kommt, verspüre ich das Bedürfnis, euch zu danken und euch zu ermutigen. Es wird vielleicht nicht einfach sein für euch, ihre Seele zu verstehen; vielleicht seid ihr durch ihre Verschiedenheiten auf die Probe gestellt. Ihr sollt jedoch wissen, dass sie auch Ressourcen besitzen, die geteilt werden können. Nehmt sie daher ohne Angst auf. Bietet ihnen die Wärme der Liebe Christi an, dann werdet ihr das Geheimnis ihres Herzens entschlüsseln. Ich bin sicher, dass diese Menschen einmal mehr die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre Kirche bereichern werden.

Gott segne euch und die Muttergottes beschütze euch! Danke!

*

FUSSNOTE

[1] »In youth my wings were strong and tireless, / But I did not know the mountains. / In age I know the mountains / But my weary wings could not follow my vision – / Genius is wisdom and youth.« (Edgar Lee Masters, Spoon River Anthology, “Alexander Throckmorton”).

© Copyright - Libreria Editrice Vaticana

(24. September 2015) © Innovative Media Inc.

von esther10 25.09.2015 10:03

Kardinal Müller: Die Kirche rechtfertigt den reumütigen Sünder, nicht aber die Sünde
Veröffentlicht: 25. September 2015 | Autor: Felizitas Küble

rche, Offenbarung, Regensburg, Sünde, Sünder, Sexuallehre |Ein Kommentar
Die Kirche schuldet dem Menschen die Wahrheit Gottes



Kürzlich präsentierte der vatikanische Kurienkardinal Gerhard Müller das Buch “Gott oder nichts” von Kardinal Robert Sarah in Regensburg. Die öffentliche Buchvorstellung durch den “Mann aus Rom” erregte erhebliches öffentliches Aufsehen.

In seiner Rede würdigte der Präfekt der Glaubenskongregation das neu erschienene Interview-Buch des gott-oder-nichts_mschwarzafrikanischen Kardinals Sarah; zugleich ging er auf grundsätzliche und aktuelle Themen ein, die heute besonders heiß diskutiert werden.

Die Ansprache des Glaubenspräfekten ist auf der Vatikan-Homepage veröffentlicht; hieraus folgt nun ein Auszug:

“Die Kirche ist den Menschen die Wahrheit Gottes schuldig. Sie darf sich auch nicht einschüchtern lassen von Vorwürfen etwa der Unterbewertung der Sexualität oder sich in die Zwickmühle ihrer Verteufelung oder Vergötzung bringen lassen.

Die substantiale Einheit des Menschen in Geist, Seele und Leib, seine Bezogenheit auf die Gemeinschaft und die generationenübergreifende Verantwortung, die Identität als Mann und Frau in ihrer wesenhaften Bezogenheit aufeinander: alle diese Faktoren zeigen die Stimmigkeit der Ehelehre und der Sexualmoral der Kirche, die sie von Gott empfangen hat.

Die innere Steigerung von Sexus, Eros und Agape in der Person der Ehepartner weist die Ehe aus als natürliche Lebensgemeinschaft von einem Mann und einer Frau, die frei und für immer Ja zueinander gesagt haben. Dies gilt nicht nur für den Augenblick einer schönen Stimmung, weil Liebe Ganzhingabe bedeutet und nicht ein Gefühl der Hochstimmung, dem keine Dauer beschieden sein kann.

Eine häretische Sexuallehre hilft dem Menschen nicht

Wenn auch aus der Kirche heraus eine neue Sexualmoral gefordert wird, mag dies von manchen unter Verkennung der Wahrheit des Evangeliums als befreiende Entlastung vom gesellschaftlichen Konformitätsdruck in Familie, Medien, am Arbeitsplatz empfunden und begrüßt werden. index

Den Menschen hilft eine alte heidnische und als neu angepriesene Sexuallehre nicht, die auf falschen anthropologischen Prämissen aufbaut, den Geboten Gott diametral widerspricht und vom Standpunkt der Offenbarung als häretisch zu qualifizieren ist.



BILD: Neues Buch von Kardinal G. Müller “Die Hoffnung der Familie”

Nur was sittlich gut ist und dem Willen Gottes entspricht, kann auch den Menschen zum Glück und Heil gereichen. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass der Hedonismus eine uralte Irrlehre ist und nur den atheistischen Nihilismus als theoretische Basis hat, kann man nur von einer atheistischen Anthropologie her die Sexualität als moralfreien Raum ansehen, in dem allenfalls ein paar äußere Regeln gelten.

Die Sexualität ist vielmehr von innen her dem moralischen Prinzip der Unterscheidung von Gut und Böse ausgesetzt, nämlich dass durch sie in der geistleiblichen Einheit der Person die Liebe und die Hingabe ohne Vorbehalt und jede Berechnung oder wechselseitige Instrumentalisierung ihr Kriterium ist.

Ein Abfall der Kirche von Gott wäre skandalös

Wir wissen alle, sagt der Kardinal, dass wir Sünder sind und gerade im Bereich der Sexualität sich die Schwäche des Menschen sehr deutlich zeigt, die Leiblichkeit in das Person-Sein zu integrieren. Dem Menschen, der sein Fehlverhalten einsieht und seine Schuld bereut, versagt Gott seine Vergebung nie und er hat auch der Kirche die Vollmacht zur Vergebung aller Sünden im Bußsakrament anvertraut.

Der Skandal besteht nicht darin, dass immer wieder das 6. Gebot übertreten worden ist und übertreten wird. Der Skandal wäre es und ein Abfall der Kirche von Gott, wenn die Kirche den Unterschied von Gut und Böse nicht mehr nennen würde oder gar frevelhaft das für gut erklärt, was Gott als Sünde erklärt; oder wenn man gar Gott mit fromm klingenden Worten in Anspruch nimmt um die Sünde, statt den Sünder zu rechtfertigen.”

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