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von 25.07.2013 11:48

25. Juli - Der heilige Christophorus

Sicher ist es, dass der heilige Christophorus gelebt hat und für Christus gestorben ist. Und wenn auch alles andere, was man von ihm erzählt, nicht sicher ist, so ist es doch schön, und deshalb soll es erzählt werden. Die Legende wird erzählt, weil sie einen tieferen Sinn hat.

Im 3. Jahrhundert wurde im Land Kanaan ein Junge geboren, der wuchs und wuchs und wuchs, bis er drei Meter groß war und noch etwas darüber. Wenn er Kirschen pflücken wollte, brauchte er keine Leiter, sondern reichte mit dem ausgestreckten Arm bis in die Krone der Bäume. Dabei war er durchaus nicht mager, sondern von breitem, festem Körperbau. Er hatte tellergroße Fäuste, Arme wie Eichenäste und Muskeln wie von Stahl. Als ihn einmal ein Bär anfiel, drückte er das Tier so fest an die Brust, dass der Bär nicht mehr atmen konnte und schließlich besiegt war. Als das geschehen war, musste sich der Riese allerdings einen Augenblick setzen. Der Schweiß brach ihm von der Anstrengung aus allen Poren. Aber nach fünf Minuten erhob er sich wieder, warf sich den zentnerschweren Bären über die Schultern und trug ihn heim. Wer den Hünen mit der schreckhaften Gestalt zum erstenmal sah, lief vor Angst gleich davon. Und allgemein nannte man den Riesen Reprobus, was auf deutsch Bösewicht heißt. Mit diesem Namen tat man ihm allerdings Unrecht, denn nur von außen sah er gefährlich aus. Innerlich war er ein herzensguter Kerl.

Wie die meisten Leute, so hatte auch Reprobus einen Tick. Seine Schrulle bestand darin, dass er nur dem mächtigsten Herrn dienen wollte. Lange suchte er nach ihm, bis er ihn schließlich in einem König gefunden zu haben glaubte. Der König freute sich natürlich darüber, dass Reprobus in seine Dienste trat, denn er ersetzte ihm ein ganzes Regiment Soldaten und entschied jede Schlacht zu seinen Gunsten. So war alles in bester Ordnung, bis eines Tages der König bei dem Namen des Teufels, der im Gespräch fiel, das Kreuzzeichen machte. Sofort fragte Reprobus, was das Zeichen zu bedeuten habe. Der König entgegnete, wenn er das Kreuzzeichen mache, könne ihm der Satan nicht schaden. Über diese Antwort dachte der Riese lange nach und fand schließlich heraus, dass der Teufel wohl stärker sein müsse, weil der König ihn fürchte. Deshalb nahm er seinen Abschied, um den Satan zu suchen und ihm seine Dienste anzubieten.

Reprobus machte sich auf den Weg, und bald schon begegnete er dem Teufel. Es war in einer pechschwarzen Nacht, mitten in einem finsteren Wald. Gerade schlug die Uhr mit zwölf Schlägen und kündigte die Geisterstunde an. Da fuhr ein gewaltiger Sturm daher, so dass sich die Bäume bis auf den Boden bogen. Zugleich ritt auf nie gesehenen Tieren, die noch am ehesten riesigen Wildschweinen glichen, ein ganzes Heer von Teufeln heran. Alle saßen rücklings und hielten sich am Schwanz der wilden Schweine fest. Furchtlos ließ Reprobus die Schar rechts und links an sich vorübersausen, bis schließlich auf einem mächtigen Keiler mit gewaltigen Hauern der Oberteufel vor ihm stand, der den Riesen gern in seine Dienste nahm. Sogleich ging die wilde Jagd weiter, doch da erhob sich am Weg ein schlichtes Kreuz. Und als es der Teufel sah, machte er auf der Stelle kehrt und floh, und alle Teufel flohen mit ihm Hals über Kopf davon. Reprobus aber stand allein vor dem Bild unseres Herrn Jesus Christus und wusste nicht, wie ihm geschah.

Da kam mit der Morgendämmerung ein Einsiedler daher. Diesem erzählte der Riese das nächtliche Abenteuer und teilte ihm auch seinen Wunsch mit, dass er nur dem Stärksten dienen wolle. Da erklärte ihm der Gottesmann, dass der Gekreuzigte der stärkste von allen sei. Ihm diene man, wenn man ihm in den Mitmenschen gefällig sei. So erhielt der Riese christlichen Unterricht, wurde getauft, und um dem stärksten Herrn Jesus Christus in den Mitmenschen zu dienen, trug er ab jetzt auf seinen breiten Schultern Wanderer über einen brückenlosen Strom.

Da weckte ihn in einer Nacht ein kleiner Junge mit der Bitte, dass er ihn hinübertrage. Wie eine Feder so leicht war anfangs das Kind. Aber mit jedem Schritt, den der Riese tat, wurde es schwerer und schwerer, bis der Träger schließlich sagte: „Kind, du bist mir fast zu schwer! Mir ist´s, als läge die ganze Welt auf mir.“ Da antwortete Christus, der das Kind war: „Mehr noch trägst du, denn ich bin der Stärkste, derjenige, der Himmel und Erde erschuf, und weil du mich trägst, sollst du ab jetzt Christophorus, das bedeutet Christusträger, heißen.“

Das ist die schöne Legende von dem heiligen Christophorus, dessen Bild man heute in vielen Autos und Flugzeugen findet, denn er ist der Patron der Autofahrer und der Flieger.


25. Juli – Der heilige Jakobus der Ältere (+ im Jahr 42)


Der heilige Jakobus war der Sohn des Zebedäus und der Salome und der ältere Bruder des heiligen Evangelisten Johannes. Der Vater betrieb mit seinen Söhnen und einigen Gehilfen eine Fischerei in Bethsaida am See Genezareth in Galiläa, wie es scheint, in Verbindung mit Simon Petrus. Die Mutter war eine nahe Verwandte der heiligen Mutter des Herrn; sie gehörte zu den frommen Frauen, welche sich Jesus in Galiläa angeschlossen, im nach Golgatha folgten, und ihn noch im Grab ehren wollten; so wurde sie Augenzeugin des Leidens und der Auferstehung des Herrn.

Ihre Söhne Jakobus und Johannes waren wohl Jünger des heiligen Johannes des Täufers und scheinen durch diesen auf Jesus von Nazareth als den verheißenen Messias aufmerksam geworden zu sein.

Nachdem sie bereits Zeugen mehrerer Wunder des Herrn gewesen, waren sie eines Tages mit ihrem Vater am See beschäftigt; da kam Jesus und forderte Petrus auf, die Netze noch einem auszuwerfen; es folgte der wunderbare Fischfang. Jakobus und Johannes halfen mit, die reiche Beute in die Schiffe zu bringen. Da lud nun Jesus zuerst den Petrus und Andreas und dann die beiden Söhne des Zebedäus ein, bei ihm zu bleiben: er werde sie zu Menschenfischern machen. Der heilige Evangelist Matthäus hebt hervor: „Sie aber verließen allsogleich die Netze und ihren Vater und folgten ihm nach.“ (Mt 4,22)

Diese großmütige Bereitwilligkeit erwarb ihnen das besondere Wohlgefallen des göttlichen Meisters, der sie dann unter die Zahl der zwölf Apostel aufnahm und ihnen wie dem Simon einen eigenen Namen beilegte. Er nannte sie Boanerges, was der heilige Evangelist Lukas mit „Donnersöhne“ übersetzt. Es sollte damit ihr energischer, feuriger Charakter angedeutet werden, der allerdings noch der Bildung und Mäßigung bedurfte (Lk 3,17).

Jakobus und Johannes gehörten zum kleinen Kreis der vertrautesten Apostel des Herrn, die bei drei wichtigen Begebenheiten allein in seiner Gesellschaft bleiben durften. So bei der Erweckung der Tochter des Synagogenvorstehers Jairus (Mk 5,37), dann bei der Verklärung auf dem Berg Tabor (Mt 17,1) und zuletzt auch noch bei seiner Todesangst am Ölberg (Mt 26,37).

Jakobus wird dabei in den heiligen Evangelien immer an zweiter Stelle gleich nach Petrus genannt.

Er heißt sonst auch Jakobus „der Ältere“ zum Unterschied von dem Apostel desselben Namens, der als „der Jüngere“ bezeichnet wird, weil jener früher als dieser zum Apostelamt berufen wurde und wahrscheinlich auch an Lebensjahren älter war.

Auffallend ist die Bitte der Mutter Salome und der beiden Brüder Jakobus und Johannes, dass der Herr ihnen die ersten Plätze zur Rechten und zur Linken verspreche. Ging die Bitte auch aus übergroßer Liebe einer Mutter für ihre Söhne und aus lebendigem Glauben an seine Macht und Gottheit hervor, aus rührender Einfalt und Vertraulichkeit, so war dabei doch auch eine unvollkommene Auffassung des Messiasreiches; deshalb wies sie auch der Heiland zurück, wenn auch mit außerordentlicher Weisheit, Güte und Rücksicht (Mk 10, 35-45; Mt 20,20-28).

Von dem heiligen Jakobus sagt uns die Heilige Schrift nicht mehr, als das der König Herodes Agrippa ihn zu Jerusalem mit dem Schwert hinrichten ließ, um sich bei den Juden in Gunst zu setzen (Apg 12,2). Es war um Ostern des Jahres 42, noch ehe er Petrus gefangen nehmen ließ, und scheint anzudeuten, dass der Apostel als Verkünder des Evangeliums eine sehr hervorragende Stellung einnahm. Er war der erste aus dem Apostelkollegium, der sein Leben für den Herrn hingab und so wirklich den Kelch trank, den der Herr vor ihm getrunken hat.

Nach alten Berichten heilte Jakobus kurz vorher noch einen Gichtbrüchigen; der Gerichtsdiener aber, der den Apostel zum Tod führte, sei von seiner Standhaftigkeit so gerührt worden, dass er sich selbst als Christen bekannte, Jakobus um Verzeihung bat und mit ihm den Tod erlitt.

In Jerusalem befindet sich auf dem Berg Sion eine Jakobskirche, die an der Stelle der Enthauptung des Heiligen erbaut ist.

Der Leichnam des Heiligen wurde nach alter Überlieferung nach Spanien gebracht. Compostela in der spanischen Provinz Galicien nimmt die Ehre für sich in Anspruch, die Reliquien des Apostels zu besitzen. Der 25. Juli ist der Tag der Übertragung oder Beisetzung seiner Gebeine.

Ob der Heilige in Spanien je gepredigt habe, kann nicht mit Sicherheit entschieden werden. Sicher ist aber die große und allgemeine Verehrung, die der Apostel in Spanien bis zur Gegenwart gefunden hat. Zum Teil ist sie auf den Schutz zurückzuführen, den Spaniens Könige und Volk im Kampf gegen die Mauren durch den heiligen Jakobus erfahren haben. Die prachtvolle Kirche über seinem Grab galt Jahrhunderte mit Rom und Jerusalem als größter und berühmtester Wallfahrtsort der Christenheit. Die Wallfahrt dorthin galt gleich einer Wallfahrt zum Grab der Apostelfürsten oder unseres Herrn. Die Reliquien des Heiligen waren längere Zeit verborgen; im Jahr 1884 wurden sie neuerdings in der Basilika entdeckt und ihre Echtheit durch Papst Leo XIII. am 19. Juli 1884 bestätigt. Aus demselben Anlass gewährte er einen vollkommenen Ablass, den alle Gläubigen unter bestimmten Bedingungen in und außerhalb Compostela gewinnen können.

Möge der heilige Apostel, der sich durch großmütige Hingabe an den göttlichen Heiland so sehr ausgezeichnet und für ihn das Martyrium erduldet hat, auch uns Großmut in der Nachfolge des Herrn und Treue bis zum Tod erflehen! In jeder heiligen Messe wird der Name des Heiligen in Ehren genannt.

Beten wir mit dem heiligen König Ludwig, der im Angesicht von Tunis mit sterbenden Lippen noch das Kirchengebet zum heiligen Jakobus flüsterte: „Heilige, o Herr, und bewahre dein Volk, damit es, beschirmt durch den mächtigen Schutz deines Apostels Jakobus, durch seinen Wandel dir wohlgefalle und mit ruhigem Gemüt dir dienen möge!“ Durch unseren Herrn Jesus Christus. Amen.

von 24.07.2013 07:01

29.09.Erzengel Michael, Gabriel und Rafael




Erste Lesung

Dan 7,9-10.13-14


Ich, Daniel, sah in einer nächtlichen Vision: Da wurden Throne aufgestellt, und ein Hochbetagter nahm Platz. Sein Gewand war weiß wie Schnee, sein Haar wie reine Wolle. Feuerflammen waren sein Thron, und dessen Räder waren loderndes Feuer. Ein Strom von Feuer ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm, zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht nahm Platz, und es wurden Bücher aufgeschlagen.
Immer noch hatte ich die nächtlichen Visionen: Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt. Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter.


"Wenn Gott die Menschen so sehr geliebt hat, dass er seinen Sohn in die Welt gesandt, warum soll er nicht seine Engel schicken? - Mit großer Sorgfalt und achtsamen Eifer stehen uns die Engel zu allen Stunden und an allen Orten hilfreich bei. Sie eilen besorgt zwischen uns und Gott hin und her. Wie doch die Engel uns lieben: sie helfen in der Arbeit, sie beschützen in der Ruhe, sie feuern im Kampfe an, sie krönen im Siege. Groß ist ihre Sorge; groß der Erweis ihrer Liebe zu uns."
Hl. Augustinus

"Eine Seele ist nie ohne Geleit der Engel. Diese so erleuchteten Geister wissen, dass eure Seele mehr Wert hat, als die ganze Welt."
Bernhard v. Clairvaux

Alle Engel und Erzengel -
Seid uns Boten
der göttlichen Liebe.
Alle Chöre der seligen Geister -
Lasst uns einstimmen
in euern Lobgesang.
Du mein heiliger Engel -
Lass dir danken für deine Liebe.
Ihr Engel der Gläubigen -
Befestigt ihre Treue im Glauben.
Ihr Engel der Kranken und
Betrübten - Tröstet sie.
Ihr Engel der Armen
und Notleidenden -
Bringt ihnen Hilfe und Kraft.
All ihr heiligen Schutzengel -
Behütet uns und führt
uns immer näher zu Gott.
Amen.





Engel in der Heiligen Schrift

Die Lesung aus dem Buch Daniel berichtet von "tausendmal Tausenden" die Gott dienen und "zehntausendmal Zehntausenden" die vor Gottes Thron stehen, also eine unermessliche Schar.
Diese Stelle wir seit alters her auf die Scharen der Engel vor Gottes Angesicht bezogen. Im Buch Daniel finden wir noch weitere Hinweise auf die Engel. Es ist ein Engel, der die drei Jünglinge im Feuerofen vor dem Verbrennen bewahrt (Dan 3,49) und Daniel in der Löwengrube beschützt (Dan 6,23). Der Erzengel Gabriel erklärt Daniel seine Visionen (Dan 8,16; 9,21) und der Erzengel Michael wird zum Schutz seines Volkes auftreten (Dan 12,1).
Es ist also die vorrangige Aufgabe der Engel, die Menschen Gottes Schutz und Hilfe erfahren zu lassen und ihnen Einsicht in die Worte Gottes zu vermitteln. Die Namen von zwei Erzengeln erfahren wir im Buch Daniel, den dritten Engelnamen offenbart uns das Buch Tobit, das vom Wirken des Erzengels Raphael berichtet.
Im Neuen Testament spielen Engel eine wichtige Rolle. Denken wir nur an die Verkündigung Gabriels an Maria und an die Erscheinung der Engel bei der Geburt Jesu (Lk 1-2). Ein Engel befreit Petrus aus dem Gefängnis (Apg 12,7). In der Offenbarung des Johannes wird an vielen Stellen das Auftreten von Engeln geschildert, mit Namen aber wird dort nur der Erzengel Michael erwähnt (Offb 12,7).
Trotz dieser Zeugnisse der Heiligen Schrift war der Glaube an die Engel zur Zeit Jesu in Israel nicht unumstritten. Wir erfahren aus Apg 23,8, dass die Sadduzäer behaupteten, es gäbe weder eine Auferstehung noch Engel oder Geister. Die Pharisäer jedoch bekannten sich zu all dem. Dies hat seinen Ursprung darin, dass die Vorstellung von Auferstehung oder einer Engelwelt in Israel erst nach dem babylonischen Exil weitere Verbreitung gefunden hat und sich so im Gesetz des Mose, das für die Sadduzäer allein relevant war, nicht findet.
Im Christentum ist der Glaube an Engel von Anfang an präsent. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine Engellehre. Dionysius Areopagita spricht in seinem Buch "Über die himmlische Hierarchie" von den neun Chören der Engel. Wir finden diese Lehre zusammengefasst bei Isidor von Sevilla (um 560 - 636).

Die Bedeutung der Engel nach Isidor von Sevilla

Wer im Mittelalter sich schnell über etwas informieren wollte, dem stand noch kein Wikipedia zur Verfügung. Sofern er aber in einem Kloster lebte und somit eine Bibliothek zur Verfügung hatte, griff er wahrscheinlich zuerst nach der Enzyklopädie des hl. Isidor von Sevilla, in der das gesamte Wissen der damaligen Zeit zusammengefasst ist. Dort heißt es über die Engel:

"Sie werden griechisch angeli, hebräisch malachot genannt, lateinisch aber nuntii (Boten) übersetzt, weil sie Gottes Willen dem Volk mitteilen (nuntiare). Die Bezeichnung der Engel ist daher eine Bezeichnung ihrer Aufgabe, nicht ihres Wesens. Sie sind nämlich immer Geist, wenn sie aber ausgeschickt werden, nennt man sie Engel. Ihnen setzte die Freizügigkeit der Maler Flügel hinzu, um damit ihren schnellen Lauf überallhin zu bezeichnen."

Auf den Ikonen des Ostens finden wir die Engel auch meist mit dem charakteristischen Botenstab ausgestattet. Ausgehend von der Heiligen Schrift kennt die Tradition neun Ordnungen der Engel, die in drei Gruppen gegliedert sind. Zur obersten Gruppe gehören die Seraphim, Cherubim und Thronengel. Dann folgen die Mächte, Gewalten und Herrschaften. Die letzte Gruppe bilden Fürsten, Erzengel und Engel. Wir wollen uns hier auf die Bedeutung der Engel und Erzengel beschränken. Hören wir dazu weiter Isidor:

"Engel (angeli - Boten) werden sie genannt, weil sie vom Himmel zu den Menschen geschickt werden, um ihnen eine Botschaft zu bringen. Erzengel bedeutet "höchste Boten". Die nämlich Kleines und Kleinstes vermelden, sind Engel. Die Erzengel aber stehen dem Rang nach über den Engeln. ... Einige der Erzengel werden mit Eigennamen benannt, so dass beispielsweise durch diese Namen angezeigt wird, was sie in ihrem Werk leisten.
Gabriel bedeutet "Stärke Gottes". Wo nämlich die göttliche Kraft und Stärke offenbar wird, wird Gabriel gesandt. Daher kam zu der Zeit, als der Herr geboren werden und über die Welt triumphieren sollte, Gabriel zu Maria, um den anzukündigen, der zur Bekämpfung überirdischer Mächte als niedriger Mensch geboren werden wollte.
Michael bedeutet "Wer ist wie Gott?" Wenn nämlich in der Welt etwas von wunderbarer Kraft geschieht, so wird dieser Erzengel gesandt. Von diesem Werk stammt sein Name, weil niemand so stark ist, das zu tun, was Gott zu tun vermag.
Raphael bedeutet "Gott heilt". Wann immer nämlich das Werk der Fürsorge und des Heilens notwendig ist, wird dieser Engel von Gott gesandt."

Erzengel Raphael



Raphael

Raphael - Gott heilt

Wir wünschen uns oft, dass wir nicht allein sind in unseren Nöten, dass jemand da ist, der uns Hilfe bringt, der uns auf unseren Wegen beschützt. Viele Menschen glauben daran, dass es himmlische Begleiter gibt, die Gott zu unserem Schutz sendet und viele haben sicher selbst schon die Erfahrung gemacht, dass sie ganz unverhofft Schutz und Hilfe erfahren haben. Von Engeln behütet - ein Wunschtraum oder Wirklichkeit?
In der Heiligen Schrift gibt es ein ganzes Buch, das vom Schutz durch Gottes Engel erzählt. Es ist das Buch Tobit. Aus ihm erfahren wir den Namen des ersten der drei Erzengel, deren Festtag wir am 29. September feiern. Es ist Raphael. Sein Name bedeutet: Gott heilt. Durch Raphael wird Gottes heilende Kraft für die Menschen erfahrbar.
Das Buch Tobit erzählt von einem gerechten Mann, der unverhofft erkrankt und das Augenlicht verliert. Dieser Tobit schickt seinen Sohn Tobias in eine entfernte Stadt, um ein dort hinterlegtes Familienvermögen zu holen. Die gefährliche Reise wird zu einem Weg des Glücks. Tobias bringt das Geld sicher den langen Weg nach Hause zurück, aber er findet noch mehr auf dem Weg: die Frau seines Lebens und ein Heilmittel für die Krankheit seines Vaters.
Doch es ist nicht Tobias selbst, der all diese Gefahren meistert, sondern er hat einen ganz besonderen Reisebegleiter, der für ihn sorgt: Gott schickt den Engel Raphael, der in Menschengestalt Tobias auf seinem Weg begleitet.
Wir sind nicht allein in den Mühsalen des Lebens. Auch wenn eine Situation ausweglos erscheinen mag, Gott kann immer helfen. Gott kann heilen, was beim Menschen verwundet ist an Leib und Seele. Diese Zuversicht spricht aus dem Buch Tobit und aus der ganzen Heiligen Schrift.

Heiliger Erzengel Raphael,
du hast auf Gottes Befehl
den jungen Tobias durch
alle Gefahren geführt.
Geleit auch uns durch
alle Wirren dieser Erde.
Heiliger Raphael, bleibe uns
ein Führer und Gefährte.

Erzengel Gabriel



Gabriel

Gabriel - Gottes Stärke


Der Erzengel Gabriel wird von Gott gesandt, um Menschen die Worte Gottes nahe zu bringen. Schon im Buch Daniel tritt er auf, um dem Propheten die Bedeutung seiner Visionen zu erklären (Dan 8,16; 9,21).
Ihm kommt es zu, das größter der Wunder Gottes unter den Menschen bekannt zu machen. Er kommt zu Maria, um ihr die Botschaft zu bringen, dass es Gottes Wille ist, dass Gottes Sohn durch sie Mensch werden soll.
Sicher kann man Gabriel die Gabe zuschreiben, das Höchste und Komplizierteste den Menschen verständlich zu machen. Wie er Daniel schon die Visionen geschildert hat, so muss er nun Maria erklären, was das alles zu bedeuten hat und wie so etwas überhaupt geschehen kann.
Im Dialog stehen mit einem Engel Gottes, der in alle Geheimnisse eingeweiht ist, wer würde sich dies nicht auch wünschen. Wir verstehen so vieles nicht, was auf der Welt geschieht. Wir verstehen auch oft nicht, was Gott will und wie Gott handelt.

Heiliger Erzengel Gabriel,
du wurdest zu Maria gesandt.
Du hast ihr Gottes Ratschluss erklärt,
und Dein Gruß ließ Gottes Sohn
in ihrem Schoß erscheinen.
Gib auch uns Einsicht und lass uns
Gottes Willen für unser Leben erkennen.
Heiliger Gabriel, hilf uns
stets mit weisem Rat.

Michael Erzengel
Heiliger Erzengel Michael,
verteidige uns im Kampfe
gegen die Bosheit und die
Nachstellungen des Teufels!
Sei unsere Schutzwehr;
ihm befehle Gott,
so bitten wir flehentlich.
Du aber, Fürst der
himmlischen Heerscharen,
schleudere den Satan und
die anderen bösen Geister,
die zum Verderben der Seelen
in der Welt umherschleichen,
mit göttlicher Kraft
hinab in den Abgrund. Amen.
(Gebet von Papst Leo XIII.)




Michael

Michael - Wer ist wie Gott


Die höchste Verehrung unter den Engeln wird dem Erzengel Michael zuteil. Er begegnet uns bereits im Alten Testament als Kämpfer Gottes für sein Volk gegen den Satan (Dan 12,21). Das Neue Testament hat diese Auffassung übernommen (Offb 12,7). Seinem Schutz haben sich viele Völker geweiht.
Sein Name wird übersetzt mit "Wer ist wie Gott?" - Keiner ist wie Gott. Michael kämpft im Auftrag Gottes gegen alle Mächte, die vorgeben, mächtiger als Gott zu sein und entlarvt ihren Lug und Trug. Neuere Übersetzer deuten den Namen Michael daher auch als "der im Auftrag Gottes siegt".
Nach einer Erscheinung im Jahr 492 wird Michael bis heute auf dem Monte Gargano, später auch Monte Sant'Angelo genannt, verehrt. Bekannt ist auch der Mont Saint-Michel in der Normandie. Auf der daraufhin so benannten Engelsburg in Rom steht seit dem Jahr 590 eine Statue des Erzengels Michael. Dieser ist damals dort Papst Gregor dem Großen erschienen, um ihm das Ende einer schweren Pest anzukündigen.
Nach Deutschland kam die Verehrung des Erzengels Michael vor allem durch die iro-schottischen Wandermönche. Unter Karl dem Großen wird der 29.09. im ganzen Reich als Festtag des Erzengels Michael vorgeschrieben. Später wird Michael der Schutzpatron des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
Schon sehr früh hat Michael auch in der Liturgie der Kirche seinen Platz, gilt er doch im Besonderen als der Engel, der die Gebete der Gläubigen vor Gott trägt. Im Westen hat sich daraus später ein Gebet zur Segnung des Weihrauchs entwickelt:

"Auf die Fürsprache des Erzengels Michael, der zur Rechten des Rauchopferaltars steht, und aller Auserwählten möge der Herr diesen Weihrauch segnen und als lieblichen Wohlgeruch annehmen."

Der Schutz des Erzengels Michael wurde besonders auch in der Sterbestunde angerufen und in der Totenmesse vertraute man die Seele der Verstorbenen seinem Geleit an: "Der heilige Bannerträger Michael geleite sie in das ewige Licht."
Auch wir dürfen darauf vertrauen, dass Michael mit seinen Engeln uns, die Kirche und unser Land beschützt vor allen Angriffen, Gefahren und Anfeindungen. Vertrauen wir uns allezeit seinem Schutz an.

Heiliger Erzengel Michael,
glorreicher Fürst der
Himmelsscharen. Du hast einst
das Volk Israel beschirmt.
Beschütz auch uns und hilf uns,
die Feinde zu bezwingen.
St. Michael, lehr uns das
Schwert des Heiles schwingen.

Michael

Wer sind die Engel ?

Wenn wir das Wort Engel hören, denken wir meist sofort an Wesen mit Flügeln; so werden sie auf fast allen Bildern dargestellt. Das Wort Engel kommt vom griechischen "Angelos" und bedeutet Bote. In der menschlichen Vorstellung brauchen die Engel die Flügel, um ihren Botendienst zwischen Gott und den Menschen, zwischen Himmel und Erde, ausführen zu können.

Doch Engel sind weder körperlich noch haben sie Flügel. Sie sind reine Geistwesen. Nur, wenn sie den Menschen erscheinen, nehmen sie Gestalt an. Es ist dem Menschen ja nicht möglich, ein reines Geistwesen mit den Augen zu sehen noch es in Bildern darzustellen. Bildliche Vorstellungen können uns eine Hilfe sein, sie können aber auch das Eigentliche verschleiern. Vielleicht ist das bei den Engeln geschehen.

In der Verkündigung der Kirche haben die Engel eine wechselvolle Geschichte. Im Barock wurden sie zu kleinen Putten verkitscht, ebenso kitschig war oft das Bild, das man sich in der Zeit bis zum 2. Vatikanum von den Engeln machte. Da ist es nicht verwunderlich, dass irgendwann viele Menschen nichts mehr mit Engel anfangen konnten. Der Glaube an sie ist nach dem Konzil in der Kirche eher an den Rand gedrängt worden. Statt dessen greifen nun andere Gruppen die Verkündigung der Engel begierig auf. Beispielsweise in esoterischen Kreisen sind Engel von großer Bedeutung. Ist der Glaube an die Engel in unserer säkularisierten Welt noch zeitgemäß? Ich sage ja.
Zunächst einmal müssen wir unser Denken von der Verengung befreien, in die uns die einseitige Betonung der Naturwissenschaften geführt hat. Die Naturwissenschaften können uns helfen, die Vorgänge auf dieser Welt besser zu verstehen, aber sie können uns nur einen Teil dieser Welt erklären. Über Gott und sein Reich geben sie uns keinerlei Auskunft, denn dort herrschen andere Gesetzmäßigkeiten als auf der Erde.
Der Mensch ist dazu geschaffen, Gott, seinen Schöpfer zu erkennen und zu lieben und in Gott den Nächsten wie sich selbst zu lieben. Damit der Mensch fähig ist, Gott zu erkennen, hat ihm Gott den Verstand verliehen. Der Verstand hilft dem Menschen sicherlich auch dabei, seine Umwelt zu verstehen, die höchste Tätigkeit des Verstandes ist es jedoch, wenn er sich erhebt zu Gott seinem Schöpfer. Alle Erkenntnis dieser Welt kann dem Menschen niemals die wahre Erfüllung schenken, nach der er strebt. Nur in Gott findet das Streben des Menschen seine Ruhe, nur in Gott findet der Mensch das Glück, nach dem er sich in seinem Leben sehnt.

Die Welt, die wir mit den Naturwissenschaften erforschen können, ist nur ein Teil der Wirklichkeit, die existiert. Der Teil der Welt, der den Naturwissenschaften nicht zugänglich ist, lässt sich folglich nicht mit deren Hilfe erforschen. Doch der Verstand des Menschen ist zu größerer Erkenntnis fähig, als ihm die Naturwissenschaften zu bieten haben. Zu dieser Erkenntnis kann er sich aber nicht der körperlichen Sinne bedienen, denn diese können ja nur Innerweltliches erkennen. Er kann diese Wirklichkeit aber auch nicht auf körperliche Weise beschreiben. Da der Mensch aber an die körperliche Welt gebunden ist, kann er die überweltlichen Dinge nicht vollends erkennen und noch weniger deutlich beschreiben. Wir können die überweltlichen Dinge immer nur in Analogie zu unserer irdischen Erkenntnis beschreiben und müssen wissen, dass bei jeder Ähnlichkeit zur irdischen Welt die noch größere Unähnlichkeit der himmlischen Welt gesehen werden muss. So ist es auch mit den Engeln, die wir als Menschen mit Flügeln darstellen müssen, obwohl sie in Wahrheit körperlos sind. Doch körperlose Wesen lassen sich eben nun mal nicht darstellen.
Wenn wir dies bedenken, dann dürfen wir über die himmlische Welt reden und Himmlisches darstellen. Himmlisches ist uns ja auch nicht ganz fremd. Gott selbst will sich uns offenbaren und will mit uns in Kontakt treten, ja Gott selbst wurde in dieser Welt in Jesus Christus Mensch. Zeigt uns dies nicht die ungeheuere Nähe, die zwischen der irdischen und der überirdischen Welt besteht? Die jenseitige Welt ist uns sozusagen zum Greifen nahe, nur dass wir sie eben nicht greifen können, weil sie nicht körperlich ist. Somit ist auch klar, dass es ständig eine Interaktion zwischen beiden Welten gibt.
Die Engel gehören der jenseitigen Welt an. Im Glaubensbekenntnis bekennen wir, dass Gott alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt. Noch vor der Erschaffung der sichtbaren Welt hat Gott die Engel erschaffen. Die Engel sind Geschöpfe Gottes, lebendig und vernunftbegabt wie der Mensch, aber unkörperlich und unsterblich. Wie die Menschen haben die Engel von Gott den freien Willen erhalten, damit sie sich in Freiheit und Liebe ihrem Schöpfer zuwenden. Es gab aber einen Engel, Luzifer genannt, und mit ihm weitere Engel, die diese Freiheit dazu missbrauchten, sich gegen Gott zu entscheiden. Sie wollten selbst sein wie Gott. Die anderen Engel haben sich aber ganz auf die Seite Gottes gestellt. Es heißt, dass es im Himmel zu einem Kampf gekommen ist, bei dem der heilige Erzengel Michael ("Wer ist wie Gott?") die Schar der guten Engel anführte im Kampf gegen Luzifer und die bösen Engel. Luzifer und die bösen Engel wurden daraufhin für ewig von Gottes Angesicht in die absolute Gottferne verstoßen. Den Willen der guten Engel aber hat Gott für immer im Guten gefestigt, so dass sie auf ewig die Glückseligkeit in der Anschauung Gottes besitzen.
Der Kampf, der im Himmel auf ewig entschieden ist, tobt gleichsam ständig auf der Erde weiter. Gott schafft keine neuen Engel mehr, während auf Erden immer wieder Menschen geboren werden. Da jeder Mensch einen freien Willen hat, besteht sein ganzes Leben darin, sich zu entscheiden. Von Anfang an, wie wir im Schöpfungsbericht lesen, ist aber der Teufel darauf aus, den Menschen zu versuchen und mit List auf seine Seite zu ziehen. Er versucht, die gute Schöpfung Gottes zu zerstören, er will Gott ins Handwerk pfuschen. Weil es immer wieder Menschen gibt, die sich von seiner List verführen lassen, geschieht immer wieder viel Leid auf dieser Erde.
Doch wir dürfen uns dadurch nicht entmutigen lassen. Wenn es auch oft scheint, dass das Böse überhand nimmt, so ist Gott doch stärker. Wenn der Teufel auch meint zu siegen, so stürzt er doch immer wieder besiegt zu Boden. Jeder scheinbare Triumph des Teufels führt nur zu einer noch größeren Niederlage und Gott lässt ihn nur gewähren, um ihn im Nachhinein noch mehr verlachen zu können.
Doch seinen wir auf der Hut. Die List des Teufels ist groß und versteckt sich oft hinter der Maske von etwas scheinbar Gutem. Doch wir sind nicht allein in diesem Kampf. Gott schenkt jedem, der dies möchte, die Kraft, über die Versuchungen des Teufels zu siegen. Die guten Engel stehen uns bei in unserem Kampf, allen voran Sankt Michael, der schon im Himmel den Teufel besiegt hat. Vertrauen wir uns selbst, unsere Lieben, unser Vaterland und die ganze Welt immer wieder neu seiner Hilfe an!

von 23.07.2013 12:30

23. Juli – Die heiligen Apollinaris und Liborius

Heute feiert die Kirche das Gedächtnis der beiden Bischöfe Apollinaris und Liborius. Apollinaris lebte im 1. Jahrhundert in Italien, Liborius im 4. Jahrhundert in Frankreich. Doch so zeitfern und landfremd, wie es auf den ersten Blick scheint, sind den Deutschen die beiden heiligen Bischöfe nicht, denn ihre Überreste kamen später in unsere Heimat, die Reliquien des heiligen Apollinaris nach Remagen am Rhein und die des heiligen Liborius nach Paderborn.

Der heilige Apollinaris stammte aus Antiochien. Vom heiligen Apostel Petrus wurde er im Glauben unterrichtet, getauft und später zum Priester und zum Bischof geweiht mit dem Auftrag, das Evangelium zu Ravenna, einer Stadt in Norditalien, zu verkünden, und nachdem er erfolgreich das Evangelium verkündet hatte, wurde er im Jahr 75 nach Christi Geburt mit der Siegespalme des Martyriums geschmückt. Sein heiliger Leib, über den die dankbare Nachwelt einen herrlichen Dom errichtete, der heute noch eine Sehenswürdigkeit ist, ruht, wie die Geschichte zu sagen weiß, in der Stadt Classe bei Ravenna.

Nach der Legende allerdings kamen die Überreste des Heiligen oder doch Teile davon nach Deutschland. Reinald von Dassel, Erzbischof von Köln und Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation unter Kaiser Friedrich Barbarossa, brachte im Jahr 1164 zugleich mit den Überresten der Heiligen Drei Könige, zu deren Ruhm der Kölner Dom erbaut ist, auch Reliquien des heiligen Apollinaris aus Italien heim. Von Mainz aus ging die Reise zu Schiff den Rhein hinunter, und als man am Morgen des 23. Juni in die Nähe von Remagen gelangte, wurde das Fahrzeug wie von unsichtbaren Gewalten mitten im Strom festgehalten, und es war nicht eher von der Stelle zu bewegen, als bis man die Überreste des heiligen Apollinaris ans Land gebracht und in der dortigen Martinskirche auf dem Berg über der Stadt, der seitdem Apollinarisberg heißt, beigesetzt hatte. Seit jenen Tagen wird in Remagen der heilige Bischof aus dem Süden vom rheinischen Volk verehrt, und Wallfahrer ohne Zahl pilgern von nah und fern herbei, um sich seinem Schutz anzuvertrauen.

Wie aber kamen die Reliquien des heiligen Liborius nach Paderborn?

Rund fünfzig Jahre zierte Liborius zur Zeit des großen heiligen Martin den Bischofsstuhl zu Le Mans in Frankreich. Er war ein Mann von gottseligem Wandel, ein eifriger Hirte seiner Herde, Freund und Vater aller Armen und Bedrängten. Lang ist die Reihe der Kirchen und Klöster, die er stiftete, und würdig war die Priesterschaft, die er für seinen Sprengel heranbildete. Sankt Martin, sein bester Freund, stand ihm im Sterben bei, hielt ihm die Leichenrede und begrub ihn auch. Das war im Jahr 397, und bald schon geschahen Wunder am Grab des seligen Bischofs, und der letzte Rest der Heiden bekehrte sich zum wahren Glauben, während fern im deutschen Sachsenland noch vierhundert Jahre lang das Heidentum weiterblühte.

Als dann im 9. Jahrhundert durch Kaiser Karl den Großen das Bistum Paderborn gegründet wurde, zog von dort eine Gesandtschaft nach Frankreich, um Teile der Reliquien des heiligen Liborius, von dessen Wundern damals die ganze Welt redete, für die Bischofsstadt an der Pader zu erbitten, damit auch im Sachsengau die gleichen Wunder wie im Frankenreich erblühen möchten, denn umso eher würde das Christentum bei den Menschen zwischen Weser und Ems, die einem Auge mehr trauen als zwei Ohren, festen Fuß fassen.

Also geschah es. Die Paderborner erhielten die erbetenen Reliquien, die sich bereits auf der Reise und erst recht an ihrem Bestimmungsort, wo sie heute noch in einem Silberschrein ruhen, als wunderkräftig erwiesen, und nicht lange dauerte es mehr, dass Wittekinds Nachkommen samt und sonders Christen waren.

Durch den heiligen Apollinaris ist Remagen am Rhein und durch den heiligen Liborius Paderborn zu einem Gnaden- und Segensquell für viele geworden. Es ist also nicht zu leugnen, dass den Überresten der Heiligen eine geheimnisvolle Kraft innewohnt.

von 21.07.2013 16:18


Mater admirabilis


Du trägst das Kreuz auf Deinem Schleier
das Zeichen, das uns Heil verspricht
Ein Stern erglänzt in gold'nem Feuer
auf Deiner Schulter klar und licht.

Ja wohl: Du bist der Stern der Meere
der Morgenstern so licht und klar
und ohne Dich es Nacht nur wäre
O Mutter dreimal wunderbar!

Dein Blick eint Ernst mit großer Milde
eint Mutterlieb' und Majestät
daß keiner wohl von Deinem Bilde
mit ungerührtem Herzen geht.

Es ruht das Kind auf Deinen Armen
das Gott aus Gott von Anfang war -
Dir dankt die Welt des Herrn Erbarmen
O Mutter dreimal wunderbar!

Text (4. u. 5. Strophe): Cordula Peregrina (Cordula Wöhler)
geb. 17. Juni 1845 in Malchin, verst. 6. Februar 1916 in Schwaz, Tirol
Verfasserin des Liedes: "Segne Du, Maria"
gott-und-gottesmutter.npage.de

Quelle: 'Marienrosen' v. Cordula Peregrina,

von 21.07.2013 00:35

21. Juli – Der heilige Arbogast (+ 678)



Bei der Stadt Hagenau im Elsass dehnt sich ein großer Wald einige Stunden in die Länge und Breite aus. Er ist weit und breit bekannt unter dem Namen „Hagenauer Forst“. Dort wohnten vor dreizehnhundert Jahren gottselige Einsiedler und unter ihnen auch einer mit Namen Arbogast. Er war aus Aquitanien gebürtig, seine vornehmen reichen Eltern hatten ihm eine gute Erziehung geben lassen, aber diese Erziehung war anders und viel besser ausgefallen, als sie es gewünscht hatten. Die Eltern hätten gern einen wohlgesitteten und wohlunterrichteten Sohn gehabt, der gut in die Welt passe und ihnen vor der Welt alle Ehre mache. Stattdessen bekam Arbogast Abscheu vor der Welt und ihrer Lust und wollte gänzlich der Gottseligkeit leben. Er verließ Eltern und Vaterland, wanderte weit hinweg in den Wald bei Hagenau und führte daselbst ein heiligmäßiges Leben.

Arbogast blieb aber hier nicht lange verborgen; sein heiliger Wandel zog viele Leute an, denen ihr Seelenheil ernstlich am Herzen lag und die bei dem gottseligen Einsiedler Unterweisung und Anleitung zur christlichen Vollkommenheit suchten. Der König Dagobert aber war so von Verehrung für Arbogast erfüllt, dass er ihn nötigte, das Bistum von Straßburg zu übernehmen, als Bischof Rothar daselbst gestorben war.

Arbogast zeichnete sich in seinem hohen Amt aus durch Demut, Wachsamkeit, Eifer und Liebe, so dass er allen alles wurde, die anvertraute Kirche gottselig regierte, dem König durch Rat, der Geistlichkeit durch Beispiel, dem Volk durch Ermahnungen, den Armen durch reichliche Gaben ein Wohltäter war. Seine Liebe zu einsamer Andacht verblieb ihm aber auch inmitten des tätigen Lebens, das er als Bischof führen musste. Er ließ sich außerhalb der Stadt neben dem Ufer der Ill eine kleine Kapelle bauen; sobald es Abend wurde und er die Geschäfte seines Amtes beendigt hatte, begab er sich dorthin, um im Gebet die Nacht zuzubringen.

Gott verherrlichte seinen Diener schon zu dessen Lebzeiten durch verschiedene Wunder; das berühmteste ist aber folgendes: Der einzige Sohn des Königs Dagobert war einmal auf der Jagd. Während nun seine Begleiter mit ihren Hunden sich im Wald zerstreut hatten und der Königssohn allein war, stürzte plötzlich ein Wildschwein hervor. Das Pferd wurde hierdurch scheu und wollte rückwärts davonlaufen, während der junge Mann es mit dem Zaum zurückhalten wollte. Unglücklicherweise bekam er nun das Übergewicht, fiel von dem aufgeschreckten Pferd herab, blieb aber in den Steigbügeln hängen und wurde von dem Pferd elend geschleift und zertreten. Nach langem Suchen fanden ihn endlich die übrigen Jäger in diesem Zustand; mit großem Wehklagen wurde er halbtot nach Hause getragen. Der Ort, an dem dieses Unglück sich ereignete, heißt jetzt noch „Ebersheimmünster“. Später baute man dort ein Kloster und um dasselbe herum entstand ein Städtchen.

Als die Nachricht in der königlichen Residenz sich verbreitete, erhob sich ein allgemeines Jammern und Wehklagen. Auch im Land war der Schmerz und das Leid ganz allgemein. Die Vornehmsten des Reiches waren alle miteinander bestürzt und ratlos; denn was soll werden, wenn der König stirbt und kein rechtmäßiger Nachfolger mehr vorhanden ist? Dagobert selbst aber war in Verzweiflung. Man legte den schwerverwundeten Königssohn auf das Bett – am anderen Tag war er eine Leiche. Die Hofleute berieten sich was zu tun sei, um den großen Schmerz des Königs zu mildern; sie gaben ihm den Rat, den Bischof Arbogast, zu dem er sehr viel Liebe und Vertrauen hatte, kommen zu lassen. Dem König gefiel dieser Rat und es wurden sogleich Boten nach Straßburg zu Arbogast gesandt. Die Residenz des Königs war nämlich damals in Kirchheim, nicht weit von dem jetzigen Molsheim.

Der heilige Arbogast, durch die Nachricht selbst von schwerem Schmerz ergriffen, machte sich alsbald auf den Weg. Der König, der seinen geistlichen Freund mit Ungeduld erwartete, ging ihm entgegen und brach mit seinen Begleitern in Tränen aus, als er ihn von weitem kommen sah. Sie konnten zuerst vor vielem Weinen einander nicht begrüßen; erst nach einiger Zeit trockneten sie die Augen und küssten einander. Die Königin eilte gleichsam herbei, als sie die Ankunft des heiligen Mannes erfuhr und fiel vor ihm weinend und bittend auf die Knie, wie einst Martha und Maria um den Bruder weinten und flehten. Arbogast richtete sie auf ohne zu fragen was sie wolle; er verstand wohl, was ihr Schluchzen begehre.

Der Heilige ging nun voran um zu beten. Ohne Speise oder Trank zu nehmen ging er in die Kirche, übernachtete darin, um den Herrn anzuflehen für den verstorbenen Jüngling. Als morgens die Dämmerung anbrach, ging er langsamen Schrittes in das Zimmer, in dem der Tote lag. Er hieß alle, die daselbst wachten, hinausgehen, kniete nieder und rief die Fürbitte der allerseligsten Jungfrau Maria an, auf dass sie, die das Leben geboren, dem toten Jüngling das Leben von ihrem Sohn erflehen möge. Wogend zwischen Hoffnung und Furcht erwartete er in standhaftem Gebet die göttliche Hilfe. Der allmächtige und barmherzige Gott ließ aber seinen Diener nicht lange warten. Während Arbogast noch betete, erhob der Junge sein Haupt, wie wenn er aus tiefem Schlaf erwachte. Da der Heilige seine auf Gott gesetzte Hoffnung so herrlich erfüllt sah, ging er mit Freuden an das Lager, richtete den Jungen vollends auf und rief die Dienerschaft, dass sie ihm die Totenkleider ausziehe und ihm seine fürstlichen Kleider wieder bringe.

Die, welche gerade in der Nähe waren, konnten sich nicht zurückhalten in lautes Freudengeschrei auszubrechen, sie liefen durch den ganzen Palast des Königs mit Rufen und Jubel. Alles fuhr aus dem Schlaf auf, lief dahin und dorthin und wusste nicht, was dieser große Lärm zu bedeuten habe. Der König selbst, der vor Schmerz fast die ganze Nacht kein Auge zugetan, war eben ein wenig eingeschlafen, als er auch aufgeschreckt wurde durch den Tumult. Er eilte zu dem Zimmer, in dem man die Leiche des Sohnes niedergelegt hatte; denn von dorther hörte man hauptsächlich Reden und Rufen. Es ist unbeschreiblich, wie sein Herz von Freude und seine Augen von Tränen überströmten, als er den wieder zum Leben zurückgekehrt sah, für dessen Leben er gern das seinige hingegeben hätte. Ebenso wurde die herbeigerufene Mutter plötzlich aus dem Abgrund des tiefsten Schmerzes zu dem höchsten Gipfel der Freude gehoben, als sie den geliebten Sohn wieder lebendig sah.

Schon aus dieser Erzählung, die aus den ältesten Zeiten überliefert ist, noch mehr aber aus der eigenen Vorstellung mag der Leser einigermaßen empfinden, wie groß die Wonne der Eltern und aller Freunde des königlichen Hauses gewesen sein müsse, als der Sohn in so wunderbarer Weise wieder zum Leben erweckt wurde. Daraus magst du dir aber auch vorstellen, was das für ein unendlich wonnevoller Ostertag sein müsse, wenn bei der Auferstehung alle guten Christen ihre Kinder, ihre Eltern, ihre Ehegatten, ihre Geschwister, ihre Freunde und alle, die ihnen lieb gewesen sind, wieder lebendig finden, frisch und gesund und frei von allem Leid, wie sie noch niemals sonst gewesen sind. Unaufhörlich wird auf Erden um Sterbende und Gestorbene von den Zurückgebliebenen geweint und gejammert, weil unaufhörlich jeden Augenblick auf Erden gestorben wird – aber umso tiefer dieses Meer von Schmerz und Tränen jetzt ist, umso größer und herrlicher und seliger wird der Tag der Auferweckung und des Wiedersehens sein. Zugleich wird aber diese Freude nicht wie jede irdische Freude von Tag zu Tag matter und zuletzt zur Gleichgültigkeit werden, sondern, weil alles in der Ewigkeit in gleicher Stärke ewig verbleibt, so wird die Freude Millionen Jahre nach der Auferstehung noch so stark sein, wie in der ersten Stunde des Wiedersehens. – Aber dies gilt alles nur von solchen Menschen, die in christlicher Liebe und in der Gnade des Herrn gelebt haben und gestorben sind.

Der heilige Arbogast wollte nach Straßburg zurückeilen, um den vielen Lobpreisungen in der königlichen Residenz zu entgehen. Der König beriet deshalb sogleich mit seiner Gemahlin, wie sie dem heiligen Bischof, der ihnen eine so wunderbare Gnade von Gott erworben habe, ihren Dank beweisen wollten. Es wurden Gold und Silber und andere Kostbarkeiten aus dem königlichen Schatz herbeigebracht und Arbogast gebeten, solches anzunehmen. Der Heilige nahm aber nichts an, sondern sprach seinen Wunsch aus, der König möchte lieber seinen Dank gegen Gott dadurch betätigen, dass er zur Verherrlichung des Gottesdienstes in dem der Mutter Gottes geweihten Heiligtum zu Straßburg eine Schenkung mache. Das tat auch Dagobert mit Freuden und ließ alsbald eine Schenkungsurkunde ausfertigen, durch die er den Ort Rufach mit allen dazu gehörigen Gütern und Einkünften dem Münster von Straßburg zum Eigentum übergab.

Nachdem Arbogast noch einige Jahre außerordentlich segensreich das Bistum verwaltet hatte, fühlte er seinen Tod herannahen. Er traf nun die Anordnung, dass man seinen Leichnam außerhalb der Stadt auf einem Hügel, auf dem die Verbrecher sonst hingerichtet wurden, begrabe. Er wollte nämlich hierin dem Heiland nachahmen, dessen Leichnam auch außerhalb der Stadt beerdigt wurde. Die Demut des Heiligen wurde aber dann um so mehr von Gott und den Menschen geehrt; es geschahen nämlich viele Wunder an seinem Grab, deshalb wurde eine Kapelle dort erbaut, und der heilige Arbogast wird bis auf den heutigen Tag als Patron des Bistums Straßburg verehrt.

Tag vor
Feste und Gedenktage der Heiligen

Laurentius von Brindisi

21.07.


Laurentius von Brindisi Laurentius v.Brindisi
1559 - 1619
Ordenspriester


"Wahrhaft ein Bild Gottes sein."
Das Gebet ist die Quelle, aus der wir schöpfen und die unser christliches Zeugnis zum Leuchten bringt. So können wir die Menschen unserer Zeit zu Gott zu führen und erreichen selbst das Ziel unseres Lebens: "Wahrhaft ein Bild Gottes sein." Was das bedeutet, erklärt Laurentius an Hand des Wortes Jesu: "So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört."
"Man muss jedem das geben, was ihm zusteht. Das ist ein Wort, das wirklich voller Weisheit und himmlischer Wissenschaft ist. Denn es lehrt uns, dass es zwei Arten von Macht gibt, die eine auf der Erde und menschlich, die andere himmlisch und göttlich. Es lehrt uns, dass wir dadurch einem zweifachen Gehorsam verpflichtet sind: der eine gegenüber den menschlichen Gesetzen und der andere gegenüber den göttlichen Gesetzen. Wir müssen dem Kaiser das Geldstück zahlen, das sein Bild trägt und den Namen des Kaisers, Gott hingegen das, was das Siegel des göttlichen Bildes und göttlicher Ebenbildlichkeit empfangen hat: "Herr, der Glanz deines Angesichtes ist in uns eingezeichnet" (vgl. Ps. 4,7).
"Wir wurden nach dem Abbild Gottes und ihm ähnlich geschaffen" (vgl. Gen 1,26). Du bist ein Mensch, o Christ. Du bist also das Geldstück des göttlichen Schatzes, ein Geldstück, das das Bild und die Aufschrift des göttlichen Kaisers trägt. Und dann schließlich frage ich dich mit Christus: "Wessen Bild und Aufschrift ist das?" Du antwortest: "Gottes." Ich antworte dir: "Warum also gibst Du nicht Gott, was ihm gehört?"
Wenn wir wirklich ein Abbild Gottes sein wollen, müssen wir Christus ähnlich werden, denn er ist das Abbild der Güte Gottes und "das Abbild seines Wesens" (Hebr 1,3). Und Gott "hat alle, die er im voraus erkannt hat, auch im voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben" (vgl. Röm 8,29). Christus hat wahrhaftig dem Kaiser gegeben, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört. Er hat in vollkommenster Weise die Gebote beobachtet, die auf den beiden Tafeln des göttlichen Gesetzes verzeichnet waren, "und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz" (Phil 2,8) und war so im höchsten Grad geschmückt mit allen sichtbaren und verborgenen Tugenden."
Julius Cäsar Russo, wie Laurentius mit seinem Geburtsnamen heißt, wurde 1559 als Sohn wohlhabender Kaufleute in der Hafenstadt Brindisi geboren. Schon von Kindheit an soll er durch seine Frömmigkeit aufgefallen sein. Auch sein besonderes Redetalent zeigte sich bereits in jungen Jahren.
Er verlor früh seine Eltern und wuchs bei seinem Onkel auf, der Priester war und für die Ausbildung des Priesternachwuchses in Venedig zuständig war. Julius aber war begeistert von dem damals noch jungen Kapuzinerorden. Er trat 1575 ins Noviziat in Verona ein und erhielt den Ordensnamen Laurentius.
Während seiner Studien in Venedig und Padua zeigte sich seine besondere Liebe zur Heiligen Schrift und zu den Kirchenvätern. Er studierte die alten Sprachen, um die Texte der Heiligen Schrift im Urtext lesen zu können. Als erfolgreicher Prediger war er nicht nur in der Bibel in einer Weise bewandert, die selbst die Rabbiner in Erstaunen und Bewunderung versetzte, sondern auch in den rabbinischen Schriften. Das veranlasste sie, ihm Respekt und Wertschätzung zu bekunden.
Laurentius macht deutlich, dass das Wort Gottes in jedem, der es hört und aufnimmt, eine Kraft entfaltet, die das ganze Leben verwandelt. Das Wortes Gottes verwandelt uns von innen her und heiligt uns:

"Das Wort Gottes ist Licht für den Verstand und Feuer für den Geist, so dass der Mensch Gott erkennen und lieben kann. Dem inneren Menschen, der vom Geist Gottes lebt, ist es Brot und Wasser: Brot, das süßer ist als Honig, und Wasser, das besser ist als Wein."

Seine Ehrfurcht vor dem Wort Gottes war so groß, dass er die Heilige Schrift nur kniend las. Bald konnte er den griechischen und hebräischen Text auswendig und Laurentius war sich gewiss, dass er den Text der Heiligen Schrift "ginge er durch einen Brand verloren, vollständig im Urtext rekonstruieren könne."
Bereits mit 22 Jahren wurde Laurentius zum Lektor der Theologie und zum Prediger ernannt. 1582 wurde er zum Priester geweiht. Laurentius verstand es, sowohl in der Sprache der Gelehrten zu reden, als auch in der des einfachen Volkes. So war gleichsam als Professor wie als Volksprediger geschätzt. Dabei kam ihm sein Sprachtalent zugute. Er sprach mehrere Sprachen fließend, unter anderem Deutsch und Französisch.
Auch im Orden wurde er bald in Führungspositionen eingesetzt. Er war mehrmals Provinzial, zeitweise auch Generaloberer des Ordens. An der Ausbreitung der Kapuziner im deutschsprachigen Raum war er maßgeblich beteiligt. Die Päpste und die katholischen Fürsten betrauten ihn mit wichtigen diplomatischen Missionen.
Damals stellten die Türken eine große Gefahr für das Abendland dar, weite Teile Ungarns wurden durch sie erobert und sie standen vor den Toren Wiens. Als Prediger im Heer Kaiser Rudolphs II. sprach Laurentius den christlichen Soldaten Mut zu, und so gelang dem nur 18000 Mann starken kaiserlichen Heer 1601 der Sieg über die türkische Übermacht bei Stuhlweißenburg in Ungarn.
Als Theologe, der sowohl in der Heiligen Schrift als auch in den Vätern versiert war, konnte er auf beispielhafte Weise die katholische Lehre jenen Christen verkünden, die sich der Reformation angeschlossen hatten. Laurentius war eine der führenden Persönlichkeiten der Gegenreformation. In mehreren Disputationen und Schriften widerlegte er die Argumente der Lutheraner und konnte viele für den katholischen Glauben gewinnen.
Laurentius war erfüllt von einer tiefen Frömmigkeit. Inmitten seiner vielen Aufgaben pflegte Laurentius ein geistliches Leben von außergewöhnlichem Eifer. Neben seiner Liebe zur Heiligen Schrift, von der bereits die Rede war, war er geprägt von einer tiefen Verehrung der heiligsten Eucharistie. Er konnte während der Feier der Messe stundenlang in Andacht verharren. All sein Tun war begleitet von seinem Gebet. Neben der Verehrung des heiligen Kreuzes waren ihm der Rosenkranz und das Offizium der Jungfrau Maria sehr wichtig. Überhaupt schrieb er alle Wunder der Gottesmutter zu und nahm immer wieder zu ihr seine Zuflucht. Gab er den Segen, sprach er gern die Worte:

"Maria mit dem Kinde lieb, uns allen deinen Segen gib!"

Laurentius war ein bedeutender Mariologe und der Autor einer Reihe von Marienpredigten, die "Mariale" genannt werden. Sie zeigen die einzigartige Rolle der Jungfrau Maria auf, deren unbefleckte Empfängnis und Mitwirkung am erlösenden Werk Christi. Oft kommt er auch auf das Wirken des Heiligen Geistes im Leben der Gläubigen zu sprechen:

"Der Heilige Geist macht das Joch des göttlichen Gesetztes süß und erleichtert sein Gewicht, so dass wir die Gebote Gottes mit großer Leichtigkeit, ja sogar mit Freude befolgen können."

1618 zog sich Laurentius ins Kloster von Caserta zurück, um dort etwas Ruhe zu finden. Doch schon bald wurde er von den Bewohnern der Stadt Neapel gebeten, beim Spanischen König für sie Fürsprache einzulegen. Trotz aller Warnungen seiner schwachen Gesundheit wegen machte Laurentius sich auf den Weg und erfüllte den ihm zugetragenen Auftrag. Doch die glühende Sommerhitze und die Strapazen der langen Reise schwächten ihn und er erkrankte und starb, wie er es vorhergesagt hatte, an seinem 60. Geburtstag, dem 22. Juli 1619, wenige Tage nach seiner Ankunft. In Villafranca del Bierzo in der Nordspanischen Provinz Leon fand er seine letzte Ruhe.
Mit seiner reichen Lehr- und Predigttätigkeit hat er zur Erneuerung des religiösen Lebens der Gläubigen und der Gesellschaft seiner Zeit beigetragen. Zu seinen Werken zählen zahlreiche exegetische und theologische Schriften sowie seine Predigtsammlungen. 1959 hat Papst Johannes XXIII. Laurentius zum Kirchenlehrer erhoben mit dem Titel "doctor apostolicus".

Der heilige Laurentius lehrt uns, die Heilige Schrift zu lieben und in der Vertrautheit mit ihr zu wachsen und täglich eine freundschaftliche Beziehung mit dem Herrn im Gebet zu pflegen.
Das Gebet ist der Raum, in dem wir mit Gott sprechen und er mit uns:

Oh, wenn wir diese Tatsache nur verstehen würden, dass Gott in uns wirklich anwesend ist, wenn wir im Gebet mit ihm sprechen, dass er unseren Gebeten zuhört, auch wenn wir nur mit unserem Herzen und unserem Verstand beten. Er ist nicht nur anwesend und hört zu, sondern er nimmt sich nur allzu gerne unserer Fragen an.

von 20.07.2013 08:03

20. Juli - Der heilige Hieronymus Ämiliani

Die Familie hieß Ämiliani. Da der Name aber den bequemen Leuten zu Venedig viel zu lang war, sagten sie kurzweg Miani.

Der Vater Miani war ein hoher Staatsbeamter, angesehen und einflussreich. Ebenso ehrenwert wie der Vater waren auch die Mutter und die Kinder bis auf den Jüngsten, der Hieronymus hieß und der ein Schlingel war, wie er im Buch steht. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, oder er rollt. Dass sich unter den artigen und anständigen Kindern einer Familie ein schwieriges Kind befindet, ist gar nicht so selten. Bei den Miani zu Venedig war es Hieronymus, der weit vom Stamm weg den Berg hinunterrollte.

Sehr oft schwänzte Hieronymus die Schule. Wegen seines Jähzorns lag er mit den Geschwistern ständig im Streit. Deshalb fühlte er sich zu Hause auch nie wohl, aber auf der Straße war er der Held, der anerkannte Anführer bei unzähligen Streichen. Die Mutter konnte froh sein, wenn ihr Jüngster abends einmal mit heilen Sachen heimkam. Mahnungen und Warnungen schlug Hieronymus in den Wind, Strafen waren sofort wieder vergessen, die Bitten des Vaters und die Tränen der Mutter ließen ihn kalt, und immer weiter und immer schneller rollte der Apfel den Berg hinunter.

Zu allem Unglück starb im Jahre 1496 der Vater. Damit verlor der Fünfzehnjährige den letzten Halt. Wenige Tage nach dem Begräbnis brannte er durch und ging zu den Soldaten. Da war er allerdings am richtigen Platz. Als er bald darauf das erste Pulver gerochen und sich einen Orden verdient hatte, war er mit Haar und Haut dem Militär verfallen. Da jeder weiß, dass es in einer Kaserne anders zugeht als in einem Kloster, kann man sich ausmahlen, dass der Apfel noch weiter und schneller den Berg hinunterrollte. Vielleicht wäre er sogar in den ewigen Abgrund gerollt, wenn ihn die liebe Mutter Gottes nicht aufgefangen hätte.

Wie ging das zu?


Hieronymus Miani, fünfundzwanzig Jahren bereits Festungskommandant, musste nach langer ruhmreicher Verteidigung, von Hunger gezwungen, kapitulieren. Die Sieger, die wegen der schweren Verluste, die sie bei der Belagerung erlitten hatten, aufs äußerste erbost waren, schmiedeten den gefangenen Kommandanten in Ketten und kerkerten ihn ein mit dem Bemerken, dass er am nächsten Tag als Kriegsverbrecher hingerichtet werde.

Wenn sich ein gesunder und starker junger Mensch plötzlich nur noch zwölf Stunden weit vom Tod entfernt sieht, so ist diese Lage sicher dazu geeignet, heilsame Gedanken in ihm wachzurufen. So erging es auch dem leichtsinnigen Hieronymus Miani. Es war nicht der Tod, den er fürchtete, denn so leicht fürchtet ein Soldat den Tod gerade nicht. Was Miani vielmehr in Schrecken setzte, war der Ausblick auf das Gericht der Ewigkeit, das er am nächsten Tag zu bestehen hatte. Denn bei allem Leichtsinn war der junge Mann zum Glück ein gläubiger Christ geblieben. Wie Schuppen fiel es ihm in dieser Nacht von den Augen, und er erkannte, wie schlecht und sündhaft er gelebt hatte. Bohrende Zweifel ängstigten ihn, ob er das Gericht der Ewigkeit, das über Himmel und Hölle entscheidet, wohl bestehen werde.

In dieser größten Gefahr ließ die Gnade den reuigen Sünder den richtigen Weg aus der Not finden, denn auf einmal kam ihm der Gedanke, die liebe Mutter Gottes zu bitten, ihn aus den Ketten und aus dem Gefängnis zu befreien. Zum Dank für die Errettung wolle er dann ein besserer Mensch werden.

Hieronymus Miani begann zu beten. Mühsam war es erst, denn Wort für Wort musste er sich das Vaterunser und das Ave-Maria wieder zusammensuchen. Aber dann ging es besser. Stunde um Stunde betete der Todgeweihte heiß und innig, bis die liebe Mutter Gottes dem stürmischen Drängen nicht mehr widerstehen konnte. Die Himmelskönigin kam in eigener Person in den Kerker, löste dem Gefangenen die Fesseln und führte ihn ungesehen und unbehindert durch die Wachen in die Freiheit.

Hieronymus Miani hat dann auch seinerseits Wort gehalten. Von Stund an ist er ein besserer Mensch geworden. Später empfing er die Priesterweihe und hat an vielen Orten Waisenhäuser eingerichtet. Für die Betreuung der Waisenhäuser hat er einen eigenen Orden gegründet. So wurde Hieronymus Miani zu einem Segen für viele.

Was uns im Leben des heiligen Hieronymus Miani wohl am meisten Freude machen muss, ist die Tatsache, dass die liebe Mutter Gottes den rollenden Apfel aufgefangen und ihn den armen Waisenkindern zum Heil und Segen geschenkt hat.

von 19.07.2013 08:00

Papst Franziskus war kurz in Castel Gandolfo
(radiovatikan.de) ls leuchtendes Beispiel der Nächstenliebe hat Papst Franziskus bei seinem ersten Angelus-Gebet in Castel Gandolfo den „barmherzigen Samariter“ hervorgehoben. Rund 20.000 Menschen hörten dem Papst an diesem Sonntag zu, der das Mittagsgebet nicht vom Balkon aus, sondern vor dem päpstlichen Sommerpalais sprach. Franziskus ging in seiner Katechese vom Lukasevangelium aus. Anders als die beiden Kultdiener sei der Samariter nicht achtlos an dem Schwerverletzten vorübergegangen, sondern habe mit seinem Handeln den Willen Gottes in die Tat umgesetzt. Franziskus:
„Er näherte sich, verband ihm die Wunden und goss ein wenig Öl und Wein darüber; er lud ihn auf sein Reittier, trug ihn in eine Herberge und zahlte für ihn die Unterkunft… Er kümmerte sich also um ihn; er ist Beispiel der Liebe für den Nächsten. Doch warum wählte Jesus einen Samariter als Hauptfigur seiner Parabel? Weil die Samariter von den Juden wegen verschiedener religiöser Traditionen verachtet wurden. Und trotzdem zeigt Jesus, dass das Herz dieses Samariters gut und großzügig ist (...).“
Gott verlange vom Menschen vor allem Barmherzigkeit und nicht Brandopfer, zitierte der Papst das Tagesevangelium. Dabei komme es insbesondere auf die innere Gesinnung des Menschen an.
„Gott will immer die Barmherzigkeit und nicht die Verurteilung aller. Er will die Barmherzigkeit des Herzens, denn Er ist barmherzig und versteht unser Elend, unsere Schwierigkeiten und auch unsere Sünden. Gib uns allen dieses barmherzige Herz!“
Als herausragendes Beispiel einer solcher Barmherzigkeit bezeichnete der Papst das Engagement des vor genau 400 Jahren gestorbenen Heiligen Camillo de Lellis, des Gründers des nach ihm benannten Krankenpflegeordens. Aus diesem Anlass richtete Franziskus einen besonderen Gruß an alle Kamillianer, die wie ihr Gründern „das Charisma der Liebe im täglichen Kontakt mit den Kranken leben“. Er appellierte an alle Ordensmitglieder und die in ihren Krankenhäuser tätigen Ärzte und Pfleger: „Seid wie die guten Samariter“. Franziskus sprach das Angelus-Gebet vor dem päpstlichen Sommerpalais im Zentrum von Castel Gandolfo. Im Anschluss ging er auf die Menschen zu, schüttelte viele Hände und sprach insbesondere mit Kranken und Behinderten.

von 18.07.2013 06:35

18. Juli - Der heilige Kamillus von Lellis

Die Heiligen sind wie Berge. Nicht alle sind gleich hoch, aber alle weisen zum Himmel. Einer von ihnen ist ein verarmter italienische Baron, Kamillus von Lellis mit Namen, eine interessante Persönlichkeit.

Der Vater war ein Offizier und die Mutter eine Offizierstochter. In den Adern ihres Sohnes schien allerdings ein leichtes Blut zu fließen. Er war ein Luftikus. Natürlich wurde der leider früh verwaiste Kamillus Soldat, aber nicht einmal bis zum Leutnant hat er es gebracht, denn er war ein schlechter Soldat. Dafür war er jedoch ein um so besserer Spieler, Karten und Würfel waren seine Leidenschaft. Wie ein fauler Schüler den Unterricht als eine unangenehme Unterbrechung der Ferien empfindet, so sah Kamillus Drill und Marsch und Kampf als eine unangenehme Unterbrechung des Spieles an. Er spielte Tag und Nacht, sofern er nur einen Mitspieler fand. Und einmal verspielte er sogar den Waffenrock und das Hemd vom Leib. Kamillus war der ewige Spieler.

Das eine Gute hatte allerdings die Spielwut an sich, dass Kamillus, von ihr besessen und völlig ausgefüllt, für andere Dinge weder Sinn noch Zeit hatte. Der Spieler blieb stets ein anständiger Mensch.

Solche Leute kann Gott brauchen, und deshalb war auch die Gnade hinter dem Spieler her. Zunächst ließ Gottes Barmherzigkeit es zu, dass sich bei Kamillus eine offene, stets eiternde Beinwunde bildete, so dass er hinkte. Und weil ein hinkender Soldat ein Unding ist, musste er, wie leid es ihm auch tat, vom Militär Abschied nehmen. Fuhrknecht wurde er und Eseltreiber, und zu betteln schämte er sich auch nicht, bis ihm eines Tages Gottes Barmherzigkeit zum zweitenmal erschien. Diesmal trug Gottes Barmherzigkeit eine Mönchskutte, denn ein graubärtiger Kapuziner, der durch die äußere Schale den inneren Wert des jungen Mannes erkannte, warf ihm ohne die geringste Schmeichelei derb und deutlich die Wahrheit an den Kopf. Er wrang ihn aus wie einen nassen Lappen. Der Schlusssatz der durchaus nicht zahmen Worte lautete:

„Kamillus, du könntest mehr!“

Ewig wird es die Welt dem haarigen Bärenbeißer im braunen Kapuzinerhabit danken müssen, dass er dem Spieler derart den Kopf wusch, dass er von dem Augenblick an kein Spieler mehr war, sondern ein Heiliger wurde und doch ein Spieler blieb. Denn mit der gleichen Leidenschaft, mit der Kamillus bisher den Karten und den Würfeln gedient hatte, gab er sich ab jetzt der Krankenpflege hin, in Pestjahren als echter Spieler oft genug unter letzten und höchsten Einsatz des eigenen Lebens. Herrlich spielte er das heilige Spiel der christlichen Barmherzigkeit.

In der Folgezeit wurde Kamillus der Stifter des nach ihm benannten Kamillianerordens, dessen Mitglieder sich den Kranken widmen. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn man behauptet, dass Kamillus der Begründer der modernen Krankenpflegehäuser ist. Unerhört groß muss man daher den Segen nennen, der sich durch den ehemaligen Spieler über die leidende Menschheit ergossen hat. Kamillus von Lellis starb am 14. Juli 1614.

Wenn man also gelegentlich, wie einst Kamillus von Lellis, eine harte und deutliche Zurechtweisung erhält, so ist es klug, sich die Frage zu stellen, ob die Zurechtweisung nicht vielleicht eine Gnade sein könnte.

von 15.07.2013 12:20

15. Juli – Der selige Bernhard (+ 1458)

Alban Stolz schrieb: Ich habe acht Jahre meiner Jugend in dem Schloss von Rastatt zugebracht. Es war mir gestattet, in den vielen Sälen und Zimmern des mächtigen Gebäudes nach Belieben umherzugehen. Außer mit einer Bildergalerie waren auch sonst die hohen Räume mit Gemälden geschmückt; unter diesen vielen höchst mannigfaltigen Bildern machten aber zwei besonderen Eindruck auf mich und schweben mir jetzt noch vor. Das eine stellte einen jungen Mann vor, eine wunderbar zarte, edle Gestalt; der Blick seines sanften Gesichtes ist betend zum Himmel gewandt. Man sagte mir, es sei der selige Bernhard, Markgraf von Baden.

Vor fünfhundert Jahren regierte über das kleine Land Baden ein Markgraf, namens Jakob. Durch Weisheit, Sorgfalt für die Untertanen, Förderung der Religion, Wohltätigkeit gegen Arme und Gerechtigkeit gegen alle war er weit und breit berühmt; man nannte ihn den Salomon von Deutschland. Er hatte fünf Söhne. Die drei jüngeren traten in den geistlichen Stand, die beiden älteren, Karl und Bernhard, sollten dem Vater in der Regierung nachfolgen.

Die vortrefflichen Eltern sorgten dafür, dass ihre Söhne wahrhaft christlich erzogen und zugleich durch gelehrte Männer in der Wissenschaft bestens unterrichtet wurden. Schon als Kind zeigte Bernhard einen ungewöhnlichen Geist, an den Spielen der Jugend hatte er keine Freude, desto mehr aber an Gott, zu dem er die größte Ehrfurcht und Liebe trug. Die christliche Lehre und das Gebet waren sein Vergnügen, das Zeichen des hl. Kreuzes der Anfang und das Ende aller seiner Handlungen. Dabei war er voll Ehrerbietung, Untertänigkeit und Treue gegen seine Eltern und Lehrer, und überaus freundlich, friedsam und liebreich gegen jedermann. Als junger Mann ging er jeden Monat zweimal zur heiligen Kommunion. Immer bereitete er sich mit größter Sorgfalt darauf vor. Die hl. Messe hörte er von früher Jugend auf täglich an. Bei diesen Andachtsübungen lag er auf den Knien, ohne sich zu regen, in so ehrerbietiger eingezogener Haltung und so versenkt in Gott, dass schon sein Anblick den übrigen Leuten in der Kirche eine stille Predigt und Mahnung zur Gottesfurcht war. Mit den Jahren nahm auch seine Gottseligkeit zu. Allmählich gewöhnte sich seine Seele so sehr an den Umgang mit Gott, dass selbst seine wichtigsten Geschäfte, seine Unterhaltungen und Spaziergänge mit religiösen Betrachtungen durchflochten waren. Man bemerkte oft auf seinem Angesicht einen eigentümlichen Glanz, wenn er von der Andacht zurückkehrte, wie manche Edelsteine auch nachher noch leuchten, wenn sie einige Zeit im Sonnenschein gelegen sind. Er äußerte sich selbst, wenn man sich wärmen wolle, müsse man zum Feuer gehen; desgleichen müsse man im Gebet Gott sich nähern, wenn man himmlische Süßigkeit inne werden wolle.

Wie im Beten zeigte Bernhard auch im Fasten einen ungewöhnlichen Eifer. Er hielt nicht nur schon als Junge das Fasten, das die katholische Kirche für bestimmte Tage denen vorschreibt, die das 21. Lebensjahr vollendet haben, er fastete vielmehr jeden Freitag in der Art, dass er entweder gar nichts oder nur sehr wenig aß. Er wollte dadurch das Leiden und Sterben des Heilandes verehren, indem er auch etwas zum Leiden übernahm. Er sagte selbst zuweilen zu seinen Bekannten: „Wie das Pferd durch den Zaum gebändigt wird, dass man nicht zum Sturz fortgerissen wird, so werde der Leib durch Fasten gebändigt, damit er die Seele nicht mit sich in das Verderben stürze.“ Er nannte das Fasten und Beten zwei Felsen, die der höllische Feind zwar bestürmen, aber nicht überwältigen könne.

Obschon der junge Markgraf einige Zeit am Hof des Kaisers Friedrich IV. zubrachte, führte er für seine Person ein so sittsames Leben, als wäre er in einem strengen Kloster. Er war in seinem ganzen Tun und Lassen äußerst behutsam und vermied jeden Anlass, der seiner Keuschheit auch nur im Entferntesten nachteilig hätte werden können. Schon der Anblick des reinen, gottseligen jungen Mannes reichte hin, dass selbst die leichtfertigsten Leute sich hüteten, zweideutige Reden oder ungeziemende Späße in seiner Gegenwart vorzubringen. Während aber Bernhard so streng gegen sich selbst war, erwies er sich äußerst liebevoll gegenüber den Mitmenschen, insbesondere gegenüber den Armen. Es kam manchmal vor, dass er selbst im Winter eines seiner Kleider vom Leib hinweggab, um Dürftige damit zu bedecken. Ungeachtet eines so christlichen Wandels hielt sich Bernhard doch niemals für gesichert und gut genug, um vor dem heiligen Richter ohne Sorge erscheinen zu können. Er legte sich daher niemals schlafen, ohne vorher sein Gewissen erforscht und die etwa gefundenen Verfehlungen seinem Kaplan gebeichtet zu haben. Bernhard äußerte sich selbst, der Christ solle niemals in einem Seelenzustand einschlafen, in dem er sich nicht getrauen würde zu sterben, weil schon viele im Schlaf ihr Leben geendet hätten.

Als dem seligen Bernhard mit dem Tod seines Vaters selbst ein Teil des Landes zufiel, benützte er dieses, um seine Wohltätigkeit noch zu vermehren. Alle seine Einkünfte sonderte er zu drei Teilen ab; der eine Teil wurde verwendet zur Unterstützung der Dürftigen, der zweite zur Erbauung und würdigen Ausstattung von Gotteshäusern und der dritte zur Bestreitung seiner und seiner Leute Bedürfnisse.

Allein im wahrhaft christlichen Leben gibt es keinen Stillstand. Obschon Bernhard schon eine hohe Stufe der Vollkommenheit erstiegen hatte, ließ es ihm keine Ruhe, er wollte noch weiter schreiten, er wollte alles Zeitliche verlassen, um das arme Leben unseres Heilandes nachzuahmen. Der Vater des seligen Bernhard hatte es schon vorbereitet und bestimmt, ihn mit der Tochter des Königs von Frankreich, Karls VII. zu verloben. Auf dieses, nach der Ansicht der Welt so glänzende Glück verzichtete nun Bernhard, überließ seinen eigenen Anteil an dem Landesgebiet seinem Bruder Karl und fasste den Entschluss, mit zwei seiner Vertrauten in eine Einöde sich zurückzuziehen und daselbst abgeschieden von der Welt Gott zu dienen. Gottes Leitung wies ihn jedoch auf einen anderen Weg.

Um diese Zeit hatte der türkische Sultan Muhamed II. die Stadt Konstantinopel erobert und das ganze griechische Reich sich unterworfen; schon drohte Gefahr, dass er von Ungarn herauf auch in Deutschland einbrechen und auch noch andere christliche Länder sich unterwerfen werde. Deswegen wollte Kaiser Heinrich die christlichen Fürsten auffordern sich zu vereinigen, um den gemeinsamen Feind der Christenheit niederzuwerfen. Nichts weniger also wollte der Kaiser als einen Kreuzzug gegen die Türken. Er kannte nun keinen Fürsten, der tauglicher und eifriger ein solches Geschäft für das Wohl der Christenheit besorgen würde, als den seligen Bernhard. Deshalb trug er diesem auf, bei den einzelnen Fürsten herum zu reisen und sie zu einem gemeinsamen Feldzug gegen die Türken zu bewegen. Bernhard nahm diese Aufforderung an; denn er wollte lieber der ganzen Christenheit einen Dienst leisten, als auf sein eigenes Seelenheil allein Bedacht nehmen. Vor allem sollte er mit dem Papst in Verhandlung treten. Um aber die Reise nach Rom dahin möglichst fruchtbringend zu machen, reiste er über Frankreich und brachte den König dahin, dass er seine Hilfe zum Türkenkrieg versprach. Dann begab sich Bernhard zu dem Herzog von Savoyen. Der sagte gleiches zu. Da er aber nun seine Reise nach Rom fortsetzen wollte und nach Moncalieri gekommen war, überfiel ihn eine schwere Krankheit. Bernhard, der sein Ende voraussah und ohnedies ein Mitglied des dritten Ordens war, ließ sich in das Franziskanerkloster bringen, um sich auf den Tod vorzubereiten. Nachdem er hier mit großer Andacht die heiligen Sakramente empfangen hatte, ließ er sich ein Bußkleid anlegen, ein Kruzifix in die Hände geben und erwartete, dreißig Jahre alt, den Tod, der eine reine Seele zu Gott führte.

Bernhard hatte auf der Reise den Franziskaner Johannes Argot als seinen Beichtvater mitgenommen. Als nun der Leichnam des jungen Fürsten in die Stiftskirche getragen und beim Hochaltar beigesetzt wurde, hielt Argot, der Freund seiner Seele, die Leichenrede. Ein Aussätziger, der seiner Krankheit wegen wahrscheinlich nicht in die Kirche hinein durfte und zugleich auch lahm war, hörte von außen das Lob des Verstorbenen, bekam Vertrauen, rief ihn um seine Fürbitte an und wurde auf der Stelle geheilt. Aber auch nachher geschahen auffallende Wunder an seinem Grab und manche Kranken wurden geheilt. Daher verehren die Einwohner von Moncalieri den seligen Bernhard als ihren Beschützer und feiern jährlich seinen Todestag am 15. Juli. Sie bauten ihm zu Ehren Kapellen und Altäre und haben eine besondere Andacht und Vertrauen zu ihm. Desgleichen verehrt man ihn noch an verschiedenen anderen Orten in Piemont, und mannigfach ist dort sein Bildnis anzutreffen.

Ebenso wird der selige Bernhard im Bistum Metz verehrt; in der Stadt Vie zeigt man ein Bein, seinen Degen und ein seidenes Tuch, in das sein Leichnam gewickelt war. Auch in Lothringen wurde der Selige verehrt. Hingegen in Baden weiß man, die Geistlichen und das Kloster Lichtenthal ausgenommen, wenig von ihm. Das Gebiet, welches einst dem seligen Bernhard gehörte, Pforzheim und Umgebung, ist jetzt protestantisch und die Protestanten wollen nichts von Heiligen wissen. Das schöne Bild vom seligen Bernhard, welches ich in meiner Kindheit sah, wurde nicht wert gehalten in einem Zimmer zu hängen; es hing in dem Gang vor einem Saal – im Saal aber hingen rings an den Wänden allerlei Markgräfinnen in Reifröcken und ihre Hündlein dazu gemalt.

Dieses und noch manches andere muss dem Katholiken in Baden traurige Betrachtungen wecken; - aber es weist ihn auch hin auf ein größeres und herrlicheres Vaterland. Hat die Heimat den gottseligen Markgrafen vergessen und ist sie zum Teil abgefallen von dem Glauben, der ihn zur Heiligkeit und Seligkeit geführt hat, so wird er doch noch in Italien und in Frankreich verehrt; denn der Katholik ist überall ein Angehöriger und ein Landsmann, wo es Katholiken gibt: - sein geistliches Vaterland fängt nicht an und hört nicht auf, wo die Zollhäuser stehen, sondern über die ganze Welt, ja bis in den Himmel erstreckt sich dasselbe; dort wohnen unsere Ehrenbürger. Die katholische Kirche ist das große, weite Vaterland aller rechtgläubigen Seelen, das mächtige Reich, das alle anderen Reiche auf Erden allein überleben wird.

von esther10 15.07.2013 00:42

Evangelische Glosse über den “Fortschritt” der EKD: sie schreitet fort von Gottes Wort…
Veröffentlicht: 13. Juli 2013 | Autor: Felizitas Küble
Von Jürgen Diestelmann (ev. Pfarrer i.R.)

Als „Ich-auch-Christen“ wurden während des Dritten Reiches die „Deutschen Christen“ bezeichnet, weil sie die evangelische Kirche und ihre Verkündigung der Ideologie des Dritten Reiches anzupassen suchten. Dies kommt mir im Hinblick auf die heutige EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) in den Sinn, denn auch heute gibt es wieder „Ich-auch-Christen“.

„Ich-auch-Christen“: dieses Wort hörte ich zum ersten Mal, als am 8. April 1942 meine Großmutter ihren 80. Geburtstag feheader_buchierte. Mitten im Krieg - ich war damals 14 Jahre alt - konnte meine Großmutter alle ihre Kinder - sieben Söhne und eine Tochter – um sich versammeln, und ich hörte, wie die Generation meines Vaters über das Dritte Reich und die „Deutschen Christen“ dachte. Das war ganz anders als das, was man täglich über den „Großdeutschen Rundfunk“ hören konnte.

Mir ist dieses familiäre Zusammensein unvergeßlich, vor allem wegen der Gespräche, die dabei geführt wurden. Natürlich bewegte alle die Sorge um die politische Lage mitten im Krieg. Aber auch mancherlei politische Witze machten die Runde. Diese zu erzählen war damals – wie jedermann weiß – nicht ungefährlich.

Aber als Vierzehnjähriger konnte ich an den Pointen dieser Witze wahrnehmen, wie die Generation meines Vaters das NS-Regime beurteilte. Die sog. „Deutschen Christen“ wurden als „Ich-auch-Christen“ bezeichnet, weil sie offensichtlich jeder gängigen Anschauung der Nazis nachliefen, um ihr mit dem Ruf „Ich auch!“ zuzustimmen.

Inzwischen ist das „Dritte Reich“ und die Naziideologie zwar längst (mit den bekannten entsetzlichen Folgen) zu Ende gegangen – und es mag wohl noch Unverbesserliche geben, die dem nachtrauern.
Auch heute gibt es “Ich-auch-Christen”…

Aber viel erschreckender ist die merkwürdige Erscheinung, daß es immer wieder Kirchenvertreter gibt, die meinen, die Kirche müßte „in“ sein, indem sie stets der gerade herrschenden Ideologie hinterherrennt und „Ich auch!“ ruft. Dies scheint unausrottbar zu sein. Anders ist es nicht erklärbar, daß man heute in der EKD nun mehr sogar ganz offiziell der sog. „Gender-Ideologie“ folgt.


Pfr. Jürgen Diestelmann

Selbstverständlich wird mit dieser Feststellung den heutigen EKD-Oberen keine Nazigesinnung unterstellt, aber der formale Gedankenablauf, der ihr Handeln bestimmt, weist manche Ähnlichkeit mit dem damaligen „Ich auch“ auf.

Immer wieder gibt es gesellschaftlichen Gruppen, die ihren Herrschaftsanspruch ebenso resolut anmelden wie die „Deutschen Christen“ zu ihrer Zeit. Und ebenso eifrig rufen manche Kirchenvertreter „Ich auch!“ und folgen den angeblich fortschrittlichen Ideologien.

Anders ist es nicht zu erklären, daß man nun bestrebt ist, zu segnen, was Gott nicht gesegnet hat. Was der heilige Gott in der Schöpfung so weise geordnet hat, soll auch in der Kirche mit anderen Formen des Zusammenlebens gleichgestellt werden. Auch die letzten Gemeinsamkeiten der Christenheit werden damit preisgegeben.

Die „Deutschen Christen“ mit ihrer „Ich-auch“-Ideologie hielten sich damals für fortschrittlich – und die heutigen „Ich-auch“-Kirchenvertreter wollen dies offenbar auch sein. Tatsächlich ist man aber in der EKD mit derartigen Verhaltensweisen auf andere Weise sehr fortschrittlich: Man schreitet immer weiter fort – nämlich fort vom Worte Gottes.

Man weiß offenbar nichts mehr vom Unterschied zwischen dem Reich Gottes und dem Reich dieser Welt, zwischen geistlichem und weltlichem Regiment. So verliert man sein eigenes Profil. Es ist kein Wunder, daß so viele Kirchenmitglieder dieser Organisation den Rücken kehren - längst sind dies nicht mehr nur die Ungläubigen.

Ein Schlagwort, das kürzlich kursierte, kann auch auf die evangelische Kirche angewendet werden: Sie schafft sich selber ab. Aber Jesus sagt: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ (Joh 18,36). - Und: „Meine Schafe hören Meine Stimme und ich kenne sie und sie folgen mir“ (Joh. 10,27).

HIER folgt die Webseite dieses evangelisch-lutherischen Pastors i.R.: http://www.luther-in-bs.de/person.htm

von 14.07.2013 08:04

- Über die Voraussetzungen zur Teilnahme an der Hl. Kommunion -

(Autor: Pfr. Ulrich Engel, Pfarrei "St. Petrus in Ketten", 63110 Weiskirchen Stadt Rodgau)

Ein Priester erinnert seine Gemeinde

"Wer also unwürdig von dem Brot ißt und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und Blut des Herrn" (1 Kor 11,27).

Zur Erinnerung

Es ist allgemein bekannt, dass kaum noch 20% aller Katholiken auch nur noch den Sonntagsgottesdienst regelmäßig besuchen. Zugleich ist auch offenkundig, dass sich die Zahl derer, die noch regelmäßig das Bußsakrament empfangen, kaum noch in % ausdrücken lässt, so gering ist sie.

Umso auffälliger ist deshalb die rege Teilnahme an der Hl. Kommunion, gerade zu besonderen Anlässen, seien sie mehr allgemeiner Art wie Hl. Messen für Verstorbene eines Jahrgangs, Hl. Messen für verstorbene Angehörige, Erstkommunion, Firmung, Jubiläumsgottesdienste oder auch Kindergottesdienste usw., bei denen dann viele, die für jeden regelmäßig praktizierenden Christen bereits in auffälliger Weise den Kontakt zur Kirche verloren haben, meinen, es aus gegebenem Anlass schuldig zu sein, oder auch nur um nicht aufzufallen, sich im Strom der übrigen regelmäßigen Gottesdienstbesucher an die Kommunionbank mittreiben lassen zu müssen.

Als Pfarrer sehe ich mich im Gewissen dazu verpflichtet, ganz ausdrücklich an das Verständnis der katholischen Kirche vom Empfang der Hl. Kommunion zu erinnern, wie es schon immer Gültigkeit hatte. Ich bedaure dabei sehr, dass ich dies in schriftlicher Form tun muss, weil die vorzugsweisen Adressaten aus o. g. Gründen durch eine Predigt leider nicht (mehr) erreichbar sind.

1. Die Feier der Hl. Messe ist Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens. Sie ist das höchste und zugleich anspruchsvollste Tun der Kirche. Die Hl. Messe ist nämlich die Feier des Kreuzes- und Erlösungsopfers Jesu Christi und findet ihr Ziel in der Hl. Kommunion, d. h. in der leibhaftigen personalen Vereinigung von Gott und Mensch im Allerheiligsten Sakrament des Altares. Diese ist die Feier der Hochzeit zwischen Gott und Mensch und setzt deshalb auch auf Seiten des Menschen die bräutliche Liebe und Treue gegenüber dem Bräutigam, Christus, unbedingt voraus! Jeder Liebende will aber doch mit dem Geliebten so oft, so lange und so intensiv möglich Gemeinschaft haben. Eine hochzeitliche Vereinigung mit jemandem, mit dem man im Übrigen nichts zu tun hat, der einem vielleicht völlig gleichgültig oder sogar unbekannt ist, ist unmöglich! Wer vereinigt sich denn schon mit jemandem, bei dem er nur mal eben reinguckt? Zugleich bewirkt die Teilnahme an der Hl. Kommunion innigste Gemeinschaft mit allen Gliedern Kirche in Christus hier auf der Welt wie auch in der Ewigkeit in Christus!

Unmöglich ist deshalb eine Teilnahme an der Hl. Kommunion, wenn man seine Gleichgültigkeit gegenüber dem Bräutigam, Christus, wie auch gegenüber den übrigen Mitchristen durch häufige Abwesenheit, sogar von der sonntäglichen Feier der HL Geheimnisse, dokumentiert, obwohl einem diese Mitfeier - jedenfalls "beim besten Willen" - schon möglich wäre. Der Liebende unterlässt doch nur, was ihm wirklich "beim besten Willen" unmöglich ist, und dann nur schweren Herzens!

2. Die Hl. Eucharistie ist aber nicht nur Grund der Einheit des Menschen mit Gott und zugleich mit allen, die teilhaben an dem einen Brot und deshalb durch dieses und in diesem Sakrament miteinander geeint sind (1 Kor 10,17), sondern sie ist auch Zeichen der in demselben Glauben und Selbstverständnis der Katholischen Kirche bereits geeinten Gläubigen. Die Teilnahme an der Hl. Kommunion setzt deshalb die bereits bestehende Einheit im Glauben der Katholischen Kirche notwendig voraus. Der Empfang des Allerheiligsten Sakramentes bedarf auch unter dieser Rücksicht der Wahrhaftigkeit.
An der Hl. Kommunion kann deshalb auch nicht teilnehmen, wer nicht Glied der Katholischen Kirche ist, sei es dass er sich zu einer anderen Konfession oder Religion bekennt, sei es, dass er aus der Katholischen Kirche ausgetreten ist oder sich - etwa durch eine Abtreibung - die Exkommunikation zugezogen hat und noch nicht aus dem Kirchenbann gelöst ist oder dass er ganz einfach nicht (mehr) glaubt! Dasselbe gilt selbstverständlich auch für jeden Katholiken, der in Hass, Streit, Feindschaft, Unversöhnlichkeit und Unfrieden u. ä. mit irgendeinem Mitmenschen lebt!

3. An den Hl. Geheimnissen kann ferner nicht teilnehmen, wer in einer eheähnlichen Beziehung oder nur standesamtlich verheiratet ist, denn damit lebt er in einer schweren Sünde.

Die leib-seelische Gemeinschaft zwischen Mann und Frau ist nämlich nach dem Verständnis der katholischen Kirche auch heute(!) nur in einer vor der Katholischen Kirche gültigen Ehe denkbar, weil sie nur als sakramentale Ehe Abbild der unauflöslichen Einheit zwischen dem Bräutigam, Christus, und seiner Braut, der Kirche, ist (Eph 5,32), die ihrerseits in der HL Kommunion auf sakramentale Weise vollzogen wird. Wenn deshalb die eucharistische Abstinenz in Anerkennung dieser Wahrheit und damit aus Liebe zu Gott geschieht, hat sie sogar Buß- und Sühnecharakter und ist deshalb auch geistlich fruchtbar und damit sinnvoll.

4. Ein Frevel ist schließlich auch jede gedankenlose Teilnahme an der Hl. Kommunion, vielleicht noch in völliger Unkenntnis des heiligen Geschehens, erst recht wenn sie auch noch jeden eucharistischen Anstand vermissen lässt (Kaugummi, schmutzige Hände, alkoholisiert, usw.). Die gläubige, andächtige und ehrfürchtige Mitfeier der Hl. Messe muss jedem Teilnehmer an den Hl. Geheimnissen selbstverständlich sein (vgl. 1 Kor 11,29).

Dieser Katalog kann und will nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Er nennt lediglich einige, jedoch sehr wichtige Gründe, die inzwischen so weit verbreitet und auch so selbstverständlich geworden sind, dass sich heute kaum noch jemand etwas dabei denkt, geschweige denn ein Unrechtsbewusstsein hat.
Selbstverständlich gilt auch heute, was die Kirche immer gelehrt hat: An der Hl. Kommunion darf nicht teilnehmen, wer sich einer schweren Sünde bewusst ist; d.h. wer in einer wichtigen Sache mit freiem Willen gegen das verstößt, was er klar und deutlich als den Willen Gottes, nämlich als Gebot der Gottes- und Nächstenliebe, erkannt hat und ihm die Erfüllung seines Willens, wenigstens "beim besten Willen", auch möglich gewesen wäre.

Es wäre falsch, diese Erinnerung als frontale Aussperrung von der Teilnahme an den HI. Geheimnissen zu verstehen. Sie ist vielmehr eine ebenso herzliche wie dringende Einladung, sich einmal wieder die Heiligkeit des Geschehens in der HL Kommunion in Erinnerung zu rufen und im Hinblick darauf wieder der Notwendigkeit von Umkehr und Buße im Empfang des Bußsakramentes bewusst zu werden. Selbstverständlich kann dies aber nur gültig empfangen, wer ernsthaft Gott und seinen heiligen Willen für sich und sein Leben für maßgeblich und verbindlich erklärt und sich deshalb vornimmt, nach Kräften zu tun, was diesem seinem Willen entspricht bzw. zu unterlassen, was diesem widerspricht. Wer nämlich in der Sünde verharrt, kann auch nicht von ihr losgesprochen werden. Die Beichte beinhaltet notwendig die Trennung von der Sünde!

Ich möchte daher jeden so eindringlich wie herzlich bitten, sich einmal ganz ehrlich zu fragen, was ihm Christus und die eucharistische Vereinigung mit ihm im Allerheiligsten Sakrament wirklich bedeuten. Wem dies dann wirklich ein echtes Herzensbedürfnis ist - andernfalls wäre der Empfang der Hl. Kommunion eine furchtbare Lüge - und wem es dann wirklich bedeutet, was es ja auch tatsächlich ist, nämlich Hochzeit, d. h, innigste, intimste Vereinigung mit Gott selbst, dem müsste dies eigentlich überfließende Motivation für den Empfang des Bußsakramentes sein. Wer sich aber trotzdem nicht verstehen kann, dem fehlt allerdings eine unbedingte Voraussetzung und damit die erforderliche Disposition für die Teilnahme an der Hl. Kommunion. Oder zweifelt jemand, dass sich Braut und Bräutigam wenigstens das Gesicht zuwenden müssen, wenn sie sich hochzeitlich vereinigen wollen? Nicht zuletzt befindet man sich doch in einem eklatanten Widerspruch, wenn man an der Kommunionbank mit ausgestreckten Händen seine Hinwendung zu Gott zum Ausdruck bringt und geradezu händeringend um die leibhaftige Vereinigung mit dem eucharistischen Herrn bittet, ihm aber zugleich sein Herz verweigert, indem ich tatsächlich der Bekehrung zu Gott widersetzt, weil man sich halt doch selbst behaupten möchte. Wer wirklich liebt, bereut seine Verfehlung und will sie auch bekennen, nämlich beichten.

Das Heilige den Heiligen" (aus der byzantinischen Liturgie). "Selig, wer zum Hochzeitsmahle des Lammes eingeladen ist" (Apg 19,9). "Wenn einer heilig ist, soll er hinzutreten, wer es nicht ist, soll umkehren!" (Didache 10,6).

Ihr Pfarrer Ulrich Engel


* * *


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von 13.07.2013 07:27


Für das Leben

Tagebuch eines ungeborenen Babys


Das „Tagebuch eines ungeborenen Babys“ beschreibt das Leben eines Kindes von seiner Empfängnis im Mutterschoß bis zu dem Tag, da das Kind merkt: Ich werde getötet, noch bevor ich selbstständig leben darf.



5. Oktober: Heute begann mein Leben. Meine Eltern wissen es noch nicht, aber ich bin schon da. Ich werde ein Mädchen sein – mit blondem Haar und blauen Augen. Alle meine Anlagen sind schon festgelegt, auch dass ich eine Schwäche für Blumen haben werde.



19. Oktober: Manche sagen, ich sei noch gar keine richtige Person, sondern nur meine Mutter existiert. Aber ich bin eine richtige Person, genauso wie ein kleiner Brotkrümel eben Brot ist. Meine Mutter existiert. Ich auch.



23. Oktober: Jetzt öffnet sich schon mein Mund. In ungefähr einem Jahr werde ich lachen und sprechen können. Ich weiß, was mein erstes Wort sein wird: MAMA.



25. Oktober: Mein Herz hat heute zu schlagen begonnen. Von jetzt an wird es für den Rest meines Lebens schlagen, ohne jemals inne zu halten, etwa um auszuruhen. Und nach vielen Jahren wird es einmal stillstehen, und dann werde ich sterben.



2. November: Jeden Tag wachse ich etwas. Meine Arme und Beine nehmen Gestalt an. Aber es wird noch lange dauern, bis ich mich auf diese kleinen Beine stellen und in die Arme meiner Mutter laufen kann, bis ich mit diesen kleinen Armen Blumen pflücken und meinen Vater umarmen kann.



12. November: An meinen Händen bilden sich winzige Finger. Wie klein sie sind! Ich werde damit einmal meiner Mutter übers Haar streichen können.



20. November: Erst heute hat der Arzt meiner Mutter gesagt, dass ich unter ihrem Herzen lebe. O wie glücklich sie doch sein muss! Bist du glücklich Mama?



25. November: Mama und Papa denken sich jetzt wahrscheinlich einen Namen für mich aus. Aber die wissen ja gar nicht, dass ich ein kleines Mädchen bin. Ich möchte gern Susi heißen. Ach, ich bin schon so groß geworden!



10. Dezember: Mein Haar fängt an zu wachsen. Es ist weich und glänzt so schön. Was für Haare die Mama wohl hat?



13. Dezember: Ich kann schon bald sehen. Es ist dunkel um mich herum. Wenn Mama mich zur Welt bringt, werde ich lauter Sonnenschein und Blumen sehen. Aber am liebsten möchte ich meine Mama sehen. Wie siehst du wohl aus, Mama?



24. Dezember: Ob Mama wohl die Flüstertöne meines Herzens hört? Manche Kinder kommen krank zur Welt. Aber mein Herz ist stark und gesund. Es schlägt so gleichmäßig: bum-bum, bum-bum. Mama, du wirst eine gesunde kleine Tochter haben!



28. Dezember: Heute hat mich meine Mutter umbringen lassen



Liebe Mami, jetzt bin ich im Himmel und sitze auf Jesu Schoß. Er liebt mich und ist mir ganz nah. Ich wäre so gerne Dein kleines Mädchen gewesen und verstehe eigentlich nicht so richtig, was passiert ist. Ich war so aufgeregt als ich feststellte, dass ich zu existieren begann. Ich befand mich in einem dunklen, aber wohligen Raum. Ich merkte, dass ich Finger und Zehen hatte. Ich war schon ziemlich weit entwickelt, wenn auch noch nicht bereit, meine Umgebung zu verlassen. Die meiste Zeit verbrachte ich damit, nachzudenken und zu schlafen. Schon zu Anfang fühlte ich mich ganz tief mit dir verbunden... Manchmal hörte ich Dich weinen und ich habe mit dir geweint. Manchmal hast du geschrieen oder sehr laut gesprochen und dann geweint. Und ich hörte, wie Papa zurück schrie. Ich war traurig und hoffte, es würde dir bald besser gehen. Ich habe mich gefragt, warum du soviel weinen musstest. Einmal hast du den ganzen Tag geweint. Es tat mir in der Seele weh. Ich konnte mir nicht vorstellen, was dich so unglücklich machte.

An genau diesem Tag passierte etwas ganz schreckliches. Ein gemeines Monster kam in diesen warmen, bequemen Ort, an dem ich mich befand. Ich hatte schreckliche Angst und begann zu schreien, aber es kam kein Laut über meine Lippen. Das Monster kam immer näher und näher und ich schrie immer wieder: "Mami, Mami, hilf mir bitte, hilf mir!" Entsetzliche Angst war alles, was ich fühlte. Ich schrie und schrie bis ich nicht mehr konnte. Dann riss das Monster mir den Arm aus. Es tat so weh, ein unbeschreiblicher Schmerz. Und es hörte gar nicht auf. Oh wie ich bettelte, es möge aufhören! Voller Entsetzen schrie ich, als das unerbittliche Monster mir ein Bein ausriss. Trotz unsäglicher Schmerzen wusste ich, dass ich im Sterben lag. Ich wusste, dass ich nie dein Gesicht sehen oder von dir hören würde, wie sehr du mich liebst. Ich wollte alle deine Tränen versiegen lassen und hatte so viele Pläne, dich glücklich zu machen -- nun konnte ich das nicht mehr, meine Träume wurden zerschlagen. Obwohl ich schreckliche Schmerzen und Angst hatte, spürte ich vor allem mein Herz brechen. Mehr als andere wollte ich deine Tochter sein.

Doch nun war es vergebens, denn ich starb qualvoll!

Ich konnte nur ahnen, was für schlimme Dinge sie dir angetan hatten. Bevor ich ging, wollte ich dir sagen, dass ich dich liebe, aber ich kannte die Worte nicht, die du verstehen konntest. Und bald darauf hatte ich auch nicht mehr den Atem um sie auszusprechen. Ich war tot!

Ich fühlte, wie ich in die Höhe stieg. Ich wurde von einem riesigen Engel zu einem großen, wunderschönen Ort hinaufgetragen. Ich weinte noch immer, aber der körperliche Schmerz war verschwunden. Ein Engel brachte mich zu Jesus und setzte mich auf seinen Schoß. Jesus sagte mir, dass er mich liebt und dass Gott mein Vater ist. Da war ich glücklich. Ich fragte ihn, was denn dieses Ding war, das mich getötet hatte. Er antwortete: "Das des Abtreibungsarztes." Dann meinte er noch "Es tut mir so leid, mein Kind, denn ich weiß, wie sich das anfühlt."

Ich schreibe, um dir zu sagen, dass ich dich liebe und wie gerne ich dein kleines Mädchen gewesen wäre. Ich habe mit aller Kraft versucht, zu leben. Ich wollte leben. Den Willen hatte ich, aber ich konnte nicht, das Monster war zu stark. Es war unmöglich zu leben. Ich wollte nur, dass du weißt, dass ich es versucht habe, bei dir zu bleiben. Ich wollte nicht sterben! Also, Mami, bitte hüte dich vor diesem Monster Abtreibung. Mami, ich liebe dich und ich will auf keinen Fall, dass du dieselben Schmerzen durchmachen musst wie ich.

Bitte pass auf dich auf!

In Liebe, dein Baby

von 12.07.2013 10:16

Aus dem Katechismus der katholischen Kirche
Berufung zur Keuschheit

Einheit des Menschen in seinem leiblichen und geistigen Sein. Die Geschlechtlichkeit, in der sich zeigt, daß der Mensch
auch der körperlichen und biologischen Welt angehört, wird persönlich und wahrhaft menschlich, wenn sie in die
Beziehung von Person zu Person, in die vollständige und zeitlich unbegrenzte wechselseitige Hingabe von Mann und
Frau eingegliedert ist. Die Tugend der Keuschheit wahrt somit zugleich die Unversehrtheit der Person und die Ganzheit
der Hingabe.
Unversehrtheit der Person
2338 Der keusche Mensch bewahrt die in ihm angelegten Lebens- und Liebeskräfte unversehrt. Diese Unversehrtheit
sichert die Einheit der Person; sie widersetzt sich jedem Verhalten, das diese Einheit beeinträchtigen würde. Sie duldet
kein Doppelleben und keine Doppelzüngigkeit.
2339 Die Keuschheit erfordert das Erlernen der Selbstbeherrschung, die eine Erziehung zur menschlichen Freiheit ist.
Die Alternative ist klar: Entweder ist der Mensch Herr über seine Triebe und erlangt so den Frieden, oder er wird ihr
Knecht und somit unglücklich . "Die Würde des Menschen erfordert also, daß er in bewußter und freier Wahl handelt,
das heißt personal, von innen her bewegt und geführt und nicht unter blindem innerem Drang oder unter bloßem
äußerem Zwang. Eine solche Würde erwirbt der Mensch, wenn "er sich aus aller Knechtschaft der Leidenschaften
befreit und so sein Ziel in freier Wahl des Guten verfolgt und sich die geeigneten Hilfsmittel wirksam und in
schöpferischem Bemühen verschafft" (GS17).
2340 Wer seinem Tauf versprechen treu bleiben und den Versuchungen widerstehen will, soll darauf bedacht sein, die
Mittel dazu zu ergreifen: Selbsterkenntnis, den jeweiligen Situationen angepaßten Verzicht, Gehorsam gegenüber den
Geboten Gottes, Übung der sittlichen Tugenden und Treue im Gebet. "Durch die Keuschheit werden wir gesammelt und
zu der Einheit zurückgeführt, von der wir uns getrennt hatten, um in der Vielheit zu zerfließen" (Augustinus, conf. 10,29).
2341 Die Tugend der Keuschheit steht unter dem Einfluß der Kardinaltugend der Mäßigung, welche die Leidenschaften
und das sinnliche Begehren des Menschen mit Vernunft zu durchdringen sucht.
2342 Selbstbeherrschung zu erringen, ist eine langwierige Aufgabe. Man darf nie der Meinung sein, man habe sie für
immer erworben. Man muß sich in allen Lebenslagen immer wieder neu um sie bemühen. In gewissen
Lebensabschnitten, in denen sich die Persönlichkeit ausformt, erfordert sie eine besondere Anstrengung, etwa in der
Kindheit und im Jugendalter.
2343 Die Keuschheit folgt Gesetzen des Wachstums: sie durchläuft verschiedene Stufen, in denen sie noch
unvollkommen und für die Sünde anfällig ist. Der tugendhafte und keusche Mensch ist "ein geschichtliches Wesen, das
sich Tag für Tag durch seine zahlreichen freien Entscheidungen selbst formt; deswegenkennt,liebtund vollbringt er das
sittlich Gute auch in einem stufenweisen Wachsen." (FC 34).
2344 Die Keuschheit ist eine persönliche Aufgabe; sie erfordert aber auch eine kulturelle Anstrengung, weil "der
Fortschritt der menschlichen Person und das Wachstum der Gesellschaft als solcher voneinander abhängen" (GS
25,1). Die Keuschheit setzt die Achtung der Menschenrechte voraus, insbesondere des Rechtes auf Bildung und
Erziehung, welche die sittlichen und geistigen Dimensionen des menschlichen Lebens berücksichtigen.
2345 Die Keuschheit ist eine sittliche Tugend. Sie ist auch eine Gabe Gottes, eine Gnade, eine Frucht des Geistes. Der
Heilige Geist schenkt den im Wasser der Taufe Wiedergeborenen die Kraft, der Reinheit Christi nachzustreben.
www.betet.info Maria-Regina Kramer: MEIN JA ZU GOTT – Ihr Leben und Sterben Seite 15 / 15
Verschiedene Formen der Keuschheit
2348 Jeder Getaufte ist zur Keuschheit berufen. Der Christ hat "Christus [als Gewand] angelegt" (Gal 3,27), ihn, das
Vorbild jeglicher Keuschheit. Alle, die an Christus glauben, sind berufen, ihrem jeweiligen Lebensstand entsprechend
ein keusches Leben zu führen. Bei der Taufe verpflichtet sich der Christ, in seinem Gefühlsleben keusch zu sein.
2349 Die Keuschheit "soll die Menschen in den verschiedenen Lebensständen auszeichnen: die einen im Stand der
Jungfräulichkeit oder in der gottgeweihten Ehelosigkeit, einer hervorragenden Weise, sich leichter mit ungeteiltem
Herzen allein Gott hinzugeben; die anderen, in der für alle vom Sittengesetz bestimmten Weise, je nachdem ob sie
verheiratet oder unverheiratet sind" (CDF, Erkl. "Persona humana" 11). Verheiratete sind berufen, in ehelicher
Keuschheit zu leben; die anderen leben keusch, wenn sie enthaltsam sind.
Es gibt drei Formen der Tugend der Keuschheit: die eine ist die der Verheirateten, die andere die der Verwitweten, die
dritte die der Jungfräulichkeit. Wir loben nicht die eine unter Ausschluß der anderen. Dies macht den Reichtum der
Disziplin der Kirche aus (Ambrosius, vid.23).
2350 Die Brautleute sind aufgefordert, die Keuschheit in Enthaltsamkeit zu leben. Sie sollen diese Bewährungszeit als
eine Zeit ansehen, in der sie lernen, einander zu achten und treu zu sein in der Hoffnung, daß sie von Gott einander
geschenkt werden. Sie sollen Liebesbezeugungen, die der ehelichen Liebe vorbehalten sind, der Zeit nach der Heirat
vorbehalten. Sie sollen einander helfen, in der Keuschheit zu wachsen.

von 11.07.2013 12:50

11. Juli – Der heilige Papst und Martyrer Pius I. (Im zweiten Jahrhundert)

Papst Pius der Erste dieses Namens, wird als Sohn eines gewissen Ruffinus angegeben, in Aquileia in Italien geboren. Er bestieg den päpstlichen Stuhl unter der Regierung des Kaisers Antoninus. Sein Vorgänger war der heilige Papst Hyginus. Von seinem Leben ist nur wenig überliefert worden. Ihm werden einige kirchliche Verordnungen zugeschrieben, z.B. über genaue Achtsamkeit auf den Leib und das Blut unseres Herrn Jesus Christus, damit nichts davon verschüttet werde, und über die Kirchen- und Armengüter, dass diese unveräußerlich bewahrt und nur zu ihrem Zweck verwendet werden. Schließlich über die Einsegnung von Klosterfrauen und gegen den Missbrauch oder die Falschheit des Eides. So wird ihm auch die allgemeine Festsetzung des Osterfestes auf einen Sonntag zugeeignet. Er weihte auch die warmen Bäder Novitians zu einer Kirche zu Ehren der heiligen Potenziana, hielt dort oft seine persönliche Andacht und gab dieser Kirche viele Geschenke.

Besonders wird von ihm ein Hirtenbrief an Justus, Bischof zu Vienne in Frankreich, als Beweis seiner oberhirtlichen Sorgfalt gerühmt. Hier eine Kostprobe aus diesem Brief:

„Verschaffe den heiligen Blutzeugen, die da Glieder Jesu Christi sind, eine anständige Grabstätte, wie die Apostel dem heiligen Stephanus. Besuche die heiligen Bekenner in den Gefängnissen, damit keiner im Glauben erkalten möge. Prüfe im Geist Gottes die Leiden der Heiligen, und lasse es keinem an Ermunterung zur Standhaftigkeit mangeln. Erzeige dich gegen deine Priester und Diakone nicht als Herr, sondern als ein Diener Christi. Schütze die Gläubigen durch eigene Heiligkeit. Unsere Brüder, deren Namen dir Atalus bekannt machen wird, haben den Kampf vor den Tyrannen bestanden und ruhen nun im Herrn. Ich mache dir auch bekannt, mein gottseliger Amtsgenosse!, dass mir mein baldiges Hinscheiden geoffenbart wurde. Sei meiner eingedenk im heiligen Opfer. Dich grüßet die Gemeinde Jesu Christi zu Rom.“

Papst Pius I. am 11. Juli und wurde im Vatikanhügel beerdigt. Alle alten Martyrologien und Kirchenagenden zählen ihn unter die Märtyrer. Die meisten Chronisten setzen seinen Martertod in das Jahr 158.

von 11.07.2013 10:29

Hingabe an Maria
Geliebteste Mutter, Dir will ich immerdar und auf die vollkommenste Weise angehören und durch Dich für Zeit und Ewigkeit das Eigentum des göttlichen Herzens Jesu sein. Siehe, ich weihe Dir heute und alle Tage meines Lebens, besonders aber für meine Sterbestunde, meine Person: meinen Leib mit seinen Sinnen, meine Seele mit ihren Fähigkeiten, und opfere sie durch Dich und mit Dir der heiligsten Dreifaltigkeit auf als Lob-, Dank-, Sühn- und Bittopfer. Ich vereinige dieses Opfer mit dem hochheiligen Leben, Leiden und Sterben Jesu, mit allen heiligen Messen, die je dargebracht, mit allen würdigen Kommunionen, die je empfangen werden. Ich vereinige es mit Deinen herrlichen Verdiensten, o teure Mutter, mit den Verdiensten aller Heiligen und Auserwählten sowie mit allen gottgefälligen Werken, die je geschehen. Damit verbinde ich meine eigenen Gebete, Arbeiten und Leiden, alle Ablässe, die ich gewinnen, alle Verdienste, die ich erwerben kann, und ich lege alles in Deine mütterlichen Hände. Reinige meine Gabe von allem Makel, verfüge über sie und opfere sie in der unendlich heiligen Meinung des göttlichen Herzens Jesu der heiligsten Dreifaltigkeit auf. - Lass mich, o gute Mutter, eine Opferseele für die Ehre Deines Sohnes und die unsterblichen Seelen werden. Nicht als Lohn, sondern als barmherziges Gnadengeschenk erbitte ich mir, dass ich Dir immer dienen darf und nie, auch nicht durch das Fegfeuer, von Deinem göttlichen Sohne getrennt werde. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria! Amen.

Imprimatur. Steyl, die 1 Sept. 1922. De mand. Ord. Libr. Cens. Joan. Weig - Missionsdruckerei in Steyl, Post Kaldenkirchen (Rhld.)

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