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von esther10 04.10.2015 21:09

Polizeigewerkschaft: Bei schweren Straftaten Asylverfahren nicht in Freiheit abwarten
Veröffentlicht: 4. Oktober 2015 | Autor: Felizitas Küble

Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Polizeigewerkschaft, äußert sich auf dem Nachrichtensender “n-tv” zu Delikten von Flüchtlingen:
033_30



“Wo der Rechtsstaat nicht sofort mit aller Konsequenz reagiert, wenn schwere Straftaten unter Flüchtlingen oder von Flüchtlingen begangen werden, sendet er fatale Signale der Verharmlosung aus, das muss verhindert werden. Wir müssen uns darauf konzentrieren, auf besonders schutzbedürftige Gruppen in besonderer Weise zu achten.

Sowohl die Beratungsdienste als auch die Sicherheitsunternehmen, die innerhalb der Unterkünfte arbeiten, müssen professionell und quantitativ ausreichend ausgestattet sein. Und wer dort schwere Straftaten begeht, muss sofort in Haft kommen!”

Beitrag auf n-tv

Quelle: http://www.dpolg.de/aktuelles/news/wer-s...warten-duerfen/

„Was jetzt eingetreten ist, übersteigt die bisherige Vorstellungskraft“

„Es hilft nicht, wenn wir die reale Situation nicht zur Kenntnis nehmen und aus falsch verstandener Zurückhaltung Entwicklungen verschweigen!“ – Der stellv. Bundesvorsitzende, Ralf Kusterer, spricht im “Polizeispiegel” Klartext:

Massenschlägereien, Übergriffe und Straftaten im Nahbereich von Flüchtlingsunterkünften sind an der Tagesordnung, die Sicherheitslage ist mehr als angespannt. Wie „stark“ ist die Polizei momentan wirklich? Sind wir den Anforderungen gewachsen und wenn ja, wie lange noch? Wie ist es nicht zuletzt um die „mentale Verfassung“ der Polizei bestellt?

Quelle: http://www.dpolg.de/aktuelles/news/was-j...stellungskraft/

von esther10 04.10.2015 18:58

04.10.2015


Franziskus eröffnet Familiensynode in Rom
Zwischen Norm und Barmherzigkeit

Ernste Gesichter und eindeutige Bibelstellen. Der Papst beginnt die Synode mit einer Gratwanderung zwischen strikter Norm und Barmherzigkeit.

Mit ernsten Gesichtern zogen die Synodenteilnehmer in den Petersdom ein. Und bei der Anrufung der Heiligen um ihren Beistand war wohl manch ein Kardinal und Bischof noch inbrünstiger als sonst bei der Sache. Denn Papst Franziskus eröffnete am Sonntag mit einem Gottesdienst die wohl meistbeachtete Bischofsversammlung seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil vor 50 Jahren: Die Bischofssynode über Ehe und Familie. Drei Wochen lang debattieren rund 270 Bischöfe aus aller Welt im Vatikan, auf der Tagesordnung stehen auch heiße Eisen wie der kirchliche Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen sowie mit Homosexuellen. Die Synode gilt vielen als Gradmesser für die Reformfähigkeit der Kirche. Im Vorfeld gab es heftige Debatten.

Appell zur Barmherzigkeit

Der Papst eröffnete die Bischofsversammlung mit einem Appell zur Barmherzigkeit und einem Bekenntnis zur Unauflöslichkeit der Ehe. Damit griff er die Erwartungen der reformerischen Kräfte auf, bestärkte aber zugleich jene, die Änderungen in der kirchlichen Morallehre als Gefahr für die Unauflöslichkeit der Ehe sehen.


Eröffnungsmesse der Familiensynode im Petersdom
© Giuseppe Lami (dp

Das Tages-Evangelium bot geradezu eine Steilvorlage. Es war ausgerechnet Jesu Wort über die Ehe: "Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen."

Dieser Satz spielt eine große Rolle in der Debatte über die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion, die bislang nicht erlaubt ist. Die Bischofssynode soll hier Möglichkeiten einer Öffnung sondieren. Die Gegner begründen ihre ablehnende Haltung nicht zuletzt mit diesem biblischen Zitat. Befürworter einer Zulassung im Einzelfall argumentieren, Jesus habe damit keinen allgemeingültigen Rechtsgrundsatz aufstellen wollen.

Papst vermeidet Parteinahme

Auf die theologische Kontroverse geht der Papst in seiner Predigt nicht ein. Das Ziel der Ehe bestehe nicht nur darin, für immer zusammenzuleben, "sondern für immer einander zu lieben". Das Wort Jesu über die Unauflöslichkeit sei eine Aufforderung "jede Form von Individualismus und Legalismus" zu überwinden, so der Papst. Hinter solchen Haltungen verberge sich ein "kleinlicher Egoismus" und die Angst davor, die wirkliche Bedeutung des Paares und der menschlichen Sexualität im Plan Gottes anzunehmen. Damit vermeidet der Papst geschickt jede Parteinahme.

Bereits am Samstag hatte Franziskus während einer Gebetswache auf dem Petersplatz erste Vorgaben für die Bischofssynode gemacht. "Das Kriterium für die Interpretation von allem" müsse stets Jesus sein. Der Papst mahnte Mitleid an und warnte davor, "unnötig streng" zu sein. Die Teilnehmer der Synode forderte er zum Dialog auf. Sie müssten fähig sein, "hinzuhören und sich miteinander auszutauschen".

Zeit zur intensiven Diskussion haben die Synodalen diesmal jedenfalls mehr als je zuvor. Kardinal Lorenzo Baldisseri, der Generalsekretär der Synode, teilte am Freitag mit, dass ausgiebiger als früher in Kleingruppen debattiert werde. So solle die Synode "dynamischer" werden. Die Redezeit im Plenum sei auf drei Minuten begrenzt, für die Kleingruppen gebe es keine zeitlichen Beschränkungen.

Outing im Vorfeld

In den Medien stand zuletzt vor allem das Thema Homosexualität im Vordergrund. Zunächst sorgte der afrikanische Kurienkardinal Robert Sarah für Schlagzeilen, als er erklärte, gleichgeschlechtliche Paare seien ein "Rückschritt für die Zivilisation". Zusätzlich befeuert wurde die Debatte durch ein Video, das zeigt, wie der Papst in Washington ein homosexuelles Paar umarmt. Der Vatikan dementierte Spekulationen, Franziskus habe damit ein kirchenpolitisches Signal setzen wollen. Den Höhepunkt bildete am Samstag das Outing eines Mitarbeiters der Glaubenskongregation als Homosexueller in einem viel beachteten Zeitungsinterview.

Dabei soll es bei dieser Synode laut Arbeitspapier gar nicht um Homo-Paare gehen, sondern vor allem um den Umgang mit Homosexuellen in den betroffenen Familien. An diesem Montag, dem Beginn der offiziellen Beratungen, steht dann auch die Analyse der Situation der Familie im 21. Jahrhundert im Vordergrund. Und da gehören «Regenbogen-Familien» mit homosexuellen Eltern aus katholischer Sicht nicht dazu.

Thomas Jansen
(KNA)

*
Familiensynode im Vatikan

Von 4. bis 25. Oktober 2015 findet die zweite Bischofssynode in Rom unter dem Titel "Die Berufung und Mission der Familie in der Kirche in der modernen Welt" statt. Ende 2014 wurde ein Vorbereitungsdokument dazu verschickt. Ein Teil dieses Dokuments war ein Fragebogen. Der Fragebogen wurde im Erzbistum Köln an die Kreis- und Stadtdekanate und Gremien und Verbände zur Bearbeitung weitergeleitet. Auch Einzelpersonen konnten sich auf einem Onlinefragebogen beteiligen. Die Ergebnisse der Befragung wurden am 25. März 2015 in einer "Zusammenschau der Stellungnahmen aus den Kreis- und Stadtdekanaten und den Gremien und kirchlichen Verbänden im Erzbistum Köln" veröffentlicht und wurden in der Antwort der Deutschen Bischofskonferenz auf die Fragen zur XIV. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode 2015 einbezogen. Diese und die Rückmeldungen aller Teilkirchen flossen in das am 23. Juni 2015 veröffentlichte Arbeitspapier "Instrumentum laboris", das der Vorbereitung der XIV. Ordentlichen Bischofssynode dient. Diese zweite Bischofssynode bildet den Abschluss des insgesamt auf zwei Jahre angelegten synodalen Prozesses, von dem konkrete Leitlinien für eine zeitgemäße Seelsorge der Familie erwartet werden. (Erzbistum Köln
http://www.domradio.de/themen/papst-fran...iliensynode-rom

von esther10 04.10.2015 18:50

04.10.2015

Gebetswache zur Vorbereitung auf die Familiensynode
© Maurizio Brambatt

Zehntausende beten in Rom für das Gelingen der Bischofssynode
Hoffen auf klare Worte


Petersdom in Rom
© Maurizio Brambatt.

Was die Bischöfe von der Synode über Ehe und Familie erwarten, war in den vergangenen Tagen oft zu hören. Was die einfachen Gläubigen sich davon erhoffen, konnte man am Vorabend auf dem Petersplatz erfahren

"Ein bisschen langweilig, aber sehr schön" sei es gewesen, sagt der 9-jährige Tommaso. "Einfach, aber bedeutungsvoll", ergänzt sein Vater, "ein wichtiger Moment des Gebets, der mir gut tat". Wie der römische Katholik Giovanni Scifoni waren sie zu Zehntausenden am Samstagabend der Einladung der italienischen Bischofskonferenz zur Gebetsvigil auf den Petersplatz gefolgt. Nach den Turbulenzen um das Outing eines vatikanischen Priesters als praktizierender Homosexueller am Vormittag wirkte das Gebetstreffen am Vorabend der Weltbischofssynode über Ehe und Familie wie Balsam für die katholische Seele.

Traditionelle Familienform

Vom Säugling bis zu Großeltern, Pfadfindern und Ordensleuten: Optisch kam die Menge auf dem Petersplatz bunt daher. Was sie von der Synode erwarten? "Klare Worte für die christliche Familie, das heißt: Mann, Frau, Kind», sagt Teilnehmerin Alessandra Paesanti aus Padua und findet große Zustimmung von ihren Sitznachbarn. Diese traditionelle Form der Familie sehen hier viele in Gefahr. In der Welt von heute, so Paesanti, «gibt es viele neue Ideen, die die Familie nicht mehr ins Zentrum stellen."

Offen sein für den Heiligen Geist und den Dialog untereinander, dazu mahnte Papst Franziskus die Synodenteilnehmer in seiner Predigt. Damit verbunden stand sein Aufruf zu einer Kirche als «offenes Haus» und die Warnung vor moralischem Rigorismus. Er wolle «dem Papst Kraft und Mut zusprechen, den Wert der christlichen Familie zu verteidigen», sagt auch Danilo Annarita vom Neokatechumenalen Weg, einer katholischen Gemeinschaft. Von der Synode erhofft der Italiener im Missionseinsatz sich "ein starkes Zeichen der Kontinuität", ein "Siegel" auf die katholischen Familienwerte entgegen der vorherrschenden gesellschaftlichen Tendenz zu "Egoismus und Spaltung". Das, sagt Annarita im Blick auf die zunehmend säkularisierte Gesellschaft, müsse aber gut begründet werden.

"Es müssen Worte gefunden werden, um zu erklären, warum die christliche Familie anders ist als andere Vorstellungen", glaubt auch Alessandra Paesanti. Geht es nach ihr, wird die Synode vor allem eines bringen: Moderneres Handwerkszeug, um die traditionelle kirchliche Sicht der Familie zu vermitteln. An größere Veränderungen der Lehre als Resultat der Synode glaubt Danilo Annarita nicht. Er verweist auf den Heiligen Geist, der in der Synode wirke, "auch wenn wir ihn manchmal erst später verstehen".

Lange Wege nach Rom

Eine Frau, ein Mann und ihre Kinder: Für diese Definition von Familie einzustehen und ihre Bekräftigung durch die ab Montag tagende Bischofssynode zu beten, dafür haben viele Teilnehmer der Gebetsvigil teils lange Wege aus allen Teilen Italiens auf sich genommen. Viele gehören katholischen Bewegungen und Gemeinschaften an. Vertreter der Fokolarbewegung, des Neokatechumenalen Weg und der «Azione Cattolica» halten ihre Banner in den Abendhimmel. Ausländische Gläubige waren auf dem Petersplatz kaum zu finden.

Was am späten Nachmittag mit Sakropop und einer weltjugendtagsähnlichen Stimmung begonnen hatte, ging nahtlos über in einen Abend andächtigen Gebets. Angerührt lauschten die Versammelten den Zeugnissen, vorgetragen von Familien und Vertretern verschiedener geistlicher Gemeinschaften. Papst Franziskus schüttelte keine Hände, küsste keine Kinder und statt der lauten Jubelrufe bei anderen Papstauftritten prägten Kerzen und betende Hände das Bild. "Der Papst musste uns heute Abend nicht beeindrucken, diese Vigil ist nicht dazu da, eine großartige Rede des Papstes zu hören", sagt Teilnehmer Scifoni. Sie seien einfach hier, sagt der dreifache Familienvater, "um für die Synode zu beten, denn sie ist ein kritisches Moment nicht nur für Katholiken oder Italien, sondern für die ganze Welt".

Andrea Krogmann
(KNA)

*
Familiensynode im Vatikan

Von 4. bis 25. Oktober 2015 findet die zweite Bischofssynode in Rom unter dem Titel "Die Berufung und Mission der Familie in der Kirche in der modernen Welt" statt. Ende 2014 wurde ein Vorbereitungsdokument dazu verschickt. Ein Teil dieses Dokuments war ein Fragebogen. Der Fragebogen wurde im Erzbistum Köln an die Kreis- und Stadtdekanate und Gremien und Verbände zur Bearbeitung weitergeleitet. Auch Einzelpersonen konnten sich auf einem Onlinefragebogen beteiligen. Die Ergebnisse der Befragung wurden am 25. März 2015 in einer "Zusammenschau der Stellungnahmen aus den Kreis- und Stadtdekanaten und den Gremien und kirchlichen Verbänden im Erzbistum Köln" veröffentlicht und wurden in der Antwort der Deutschen Bischofskonferenz auf die Fragen zur XIV. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode 2015 einbezogen. Diese und die Rückmeldungen aller Teilkirchen flossen in das am 23. Juni 2015 veröffentlichte Arbeitspapier "Instrumentum laboris", das der Vorbereitung der XIV. Ordentlichen Bischofssynode dient. Diese zweite Bischofssynode bildet den Abschluss des insgesamt auf zwei Jahre angelegten synodalen Prozesses, von dem konkrete Leitlinien für eine zeitgemäße Seelsorge der Familie erwartet werden. (Erzbistum Köln
http://www.domradio.de/themen/papst-fran...-bischofssynode


von esther10 04.10.2015 18:42

Papst Franziskus hat Petra und Aloys Buch mit 16 weiteren Paaren aus aller Welt dazu berufen an der Bischofssynode als Gasthörer teilzunehmen. Die beiden sind seit rund 40 Jahren verheiratet, haben drei Kinder und fünf Enkel. Er ist Moraltheologe und war beim Cusanuswerk und bei missio tätig. Sie ist in der Familienarbeit im Bistum Aachen aktiv.

28.09.2015


Petra und Aloys Buch
© Henning Kaiser (d...

Deutsches Gasthörerpaar will bei Synode auch über Ehekrisen sprechen
"Wir sind kein Vorzeigepaar"
Petra und Aloys Bruch haben noch immer keine Erklärung für die Einladung zur Familiensynode im Vatikan. Sie sind als einziges deutsches Ehepaar dabei. Aus ihrem Umfeld wissen sie, was das Scheitern einer Ehe auslöst.

KNA: Frau Buch, Herr Buch, in Deutschland leben rund 24 Millionen Katholiken. Warum wurden gerade Sie beide für die Familiensynode ausgeguckt?

Petra Buch: Das wissen wir nicht und wir spekulieren auch nicht - keine Ahnung, warum gerade wir.

KNA: Sind Sie ein Vorzeigepaar?

Aloys Buch: Mit Sicherheit nicht. Und wir sind auch nicht durch besondere Angepasstheit oder durch überzogene Kritik aufgefallen. Wir wissen es wirklich nicht.

KNA: Wie sieht während der dreiwöchigen Synode ein normaler Arbeitstag für Sie beide aus?

Petra Buch: Wie bei allen Synoden gibt es Vollversammlungen und verschiedene Arbeitsgruppen. Unsere Aufgabe ist es, zuzuhören und etwas aus unserer Erfahrung einzubringen.

KNA: Was würden Sie denn gerne beisteuern?

Aloys Buch: In unserem Lebensumfeld bekommen wir hautnah mit, wie schwierig es ist, Familie angesichts von Sorgen, Armut, Krankheit zusammenzuhalten - besonders wenn Familienmitglieder in alle Richtungen versprengt leben. Außerdem erleben wir ganz besondere Problemsituationen, etwa wie sehr Menschen darunter leiden, wenn ihre Ehe nicht so verläuft wie erhofft. Als Christen versuchen viele auch dann, ihre Zugehörigkeit zur Kirche lebendig zu halten und sie wollen entsprechend ernstgenommen werden.

KNA: Der Umgang mit kirchlich getrauten Katholiken, die nach einer Scheidung erneut auf dem Standesamt heiraten, könnte eines der heißen Eisen der Synode werden. Nach offizieller Lehre dürfen sie nicht mehr die Kommunion empfangen...

Aloys Buch: Wir sehen immer wieder, wie sehr solche Menschen im Einzelfall geradezu darum kämpfen, dass ihr religiöses Leben mit der Kirche gut weitergehen kann. Das ist beeindruckend. Und es ist wichtig, dass man ihnen gegenüber Achtsamkeit und Wertschätzung sehr deutlich zeigt.

KNA: Woran denken Sie konkret?

Aloys Buch: Wenn Menschen sagen "Meine erste Ehe war gültig, sie soll nicht für null und nichtig erklärt werden, aber ich kann an der jetzigen Situation nichts ändern" - dann ist das eine beachtliche Aussage. Und oft wollen sie trotzdem weiter in unserer Kirche und mit ihren Sakramenten leben, ganz versöhnt. Das ist doch auch ein Glaubenszeugnis von wiederverheirateten Geschiedenen, das ernst genommen werden sollte.

KNA: In der theologischen Debatte läuft diese Position unter dem Schlagwort "Barmherzigkeit". Sehen Sie das als Gegensatz zur "reinen Lehre" von der Unauflöslichkeit der Ehe?

Petra Buch: Das sind sehr theologische Fragen. Wir wollen während der Synode die Argumente für die unterschiedlichen Positionen hören und uns nicht schon vorab Richtungen zuordnen lassen. Also: offen bleiben, unvoreingenommen und nicht vereinnahmt.

KNA: Sie haben drei erwachsene Kinder, fünf Enkel und eine Menge Lebenserfahrung. War und ist Ihnen die kirchliche Lehre eine Hilfe?

Petra Buch: Vor allem als Lebensmodell. Wenn die Kinder klein sind, unterstützen sich Kirche und Familie gegenseitig - im Kindergarten, in Messdienergruppen, im Religionsunterricht. Aber im Studium bricht der Kontakt zur Kirche oft ab. Dann haben die jungen Leute es schwer, in einer neuen Gemeinde Fuß zu fassen.

KNA: Nochmals nachgefragt: Ist die kirchliche Lehre von der Ehe für Sie eine Hilfe? Etwa die Aspekte Ehe als Sakrament, Bindung auf Lebenszeit, sogenannte natürliche Verhütung, kein Sex vor der Ehe...

Aloys Buch: Dass wir vor dem Altar Ja gesagt haben, ist für unsere gesamte Ehe von Bedeutung. Das gilt auch bei Auseinandersetzungen in der Familie. Wir bleiben auf Verlässlichkeit und Gottvertrauen angewiesen, und für beides hilft die Erinnerung an unser Versprechen.

Ohne den Segen Gottes geht es nicht. Darum beten wir auch.

KNA: Worin sehen Sie den Unterschied, ob jemand ein Versprechen auf Lebenszeit gibt oder auf Zeit - nach dem Motto "Wir schauen mal, wie lange die Liebe hält"?

Petra Buch: Wer nur auf Zeit eine Bindung will, geht in der Regel nicht zum Traualtar. Ein lebenslanges Versprechen ist einfach etwas anderes! Das drückt eine tiefere Gemeinsamkeit aus und zielt auf einen Lebensentwurf, wofür man ausdrücklich Gottes Segen erbittet.

KNA: Trotzdem scheitern auch Ehen, die vor dem Altar geschlossen wurden.

Aloys Buch: Das ist unbestreitbar. Dafür gibt es vielerlei Ursachen, aber einfache Erklärungen sind kaum möglich. "Bis der Tod euch scheidet" ist eine wunderbare und wichtige Zusage. Aber zunehmend ist das auch eine große Herausforderung in einer mobilen Gesellschaft, in der vieles jeden Tag neu und ganz kurzfristig entschieden wird.

KNA: Schon in der Trauformel ist von "guten wie schweren Tagen" die Rede...

Petra Buch: Vielleicht sind zu oft nur die guten Zeiten im Blick. Trotz vieler Hilfsangebote müssen Paare und Familien die schweren Zeiten und schwierigen Phasen zumeist mit sich selbst ausmachen.

KNA: Die Synode beschäftigt sich mit dem Thema Ehe und Familie. Geraten dadurch Menschen aus dem Blick, die bewusst etwa als Single leben?

Aloys Buch: Das denke ich nicht. Aber eine Familien-Synode kann das christliche Familienmodell als Angebot neu ins Spiel bringen. So könnte moderne Verkündigung aussehen: nicht gegen andere Lebensformen reden, vielmehr die Möglichkeiten christlicher Ehe und Familie aufzeigen, die gerade auch im Fall des Scheiterns noch einen Unterschied machen.

KNA: Sehen Ihre erwachsenen Kinder das Thema christliche Ehe ähnlich positiv wie Sie?

Petra Buch: Das können nur sie selbst beantworten.

KNA: Als Eltern wissen Sie das doch.

Aloys Buch: Wir wissen um Schattierungen von Kirchennähe, von kritischen Zugängen zum Glauben auch bei unseren Kindern. Aber dass Glaube bedeutsam sein kann, ist unseren Kindern ganz vertraut.

KNA: Mit welchem Gefühl werden Sie in der Synodenaula sitzen - als einziges deutsches Ehepaar unter so vielen Kardinälen und Bischöfen?

Aloys Buch: Das wird sich sehr schnell als ziemlich unkompliziert herausstellen. Da sind wir sehr optimistisch.

KNA: Und der Papst? Mal angenommen, Papst Franziskus würde Sie bei Seite nehmen und direkt ansprechen - was sagen Sie ihm mit Blick auf Ehe und Familie?

Petra Buch: Dass ich sehr froh bin, dass er diesen offenen Prozess überhaupt angestoßen hat. Das ist für mich das Bemerkenswerteste an der Synode: der Versuch, durch Umfragen und breite Beteiligung Erfahrungen der Menschen einfließen zu lassen.

Aloys Buch: Nach der ersten Überraschung würde ich ihm vielleicht sagen: Ich wünsche Ihnen, dass Sie im Vertrauen auf den Heiligen Geist die Kraft behalten und dass Sie mutig weitergehen - auch in den schwierigen Fragen.

Das Interview führte Thomas Winkel.
http://www.domradio.de/themen/bischofssy...krisen-sprechen
(KNA)

von esther10 04.10.2015 18:31

Vatikanist entlarvt massive Manipulationsversuche in Synode



Edward Pentin, seit zehn Jahren Korrespondent für etliche Publikationen (Newsweek, Sunday Times, Foreign Affairs, Newsmax, National Catholic Register) in Rom, zeigt in seinem neuen Buch „The Rigging of a Vatican Synod?“ (Dt. etwa „

http://www.freiewelt.net/interview/synod...e-ist-10063172/

Der Mechanismus hinter den Kulissen einer Synode“), die Versuche linkskatholischer Kreise, die Aussagen der Synode vom Oktober 2014 in ihrem Sinne zu manipulieren.

Veröffentlicht: 16.09.2015, 12:49 |Pentin, The Rigging of a Vatican Synod?, Buch, Besprechung
von Mathias von Gersdorff

Der Untertitel ist „An Investigation of Alleged Manipulation at the Extraordinary Synod on the Family“ (Dt.: Eine Untersuchung zu den Vorwürfen der Manipulation der außerordentlichen Bischofssynode vom Oktober 2014).

Der Autor zeigt im Detail, wie das Sekretariat der Synode, geleitet von Kardinal Lorenzo Baldisseri, versucht hat, eine eigene progressistische Agenda mit den klassischen Reizthemen Homosexualität, Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene, wilde Ehen usw. durchzusetzen.

Vor allem in der Redaktion der Tagungsberichte wurde versucht, entsprechenden Wortmeldungen eine Bedeutung zu verleihen, die sie weder in den Ansprachen noch in den Arbeitskreisen besaßen. So kam es zu teils heftigen Auseinandersetzungen während der Synode.



Edward Pentin geht auch ausführlich auf die traurige Rolle der deutschen Delegation während der außerordentlichen Synode ein und wie diese mit der Brechstange versuchte, ihre verkorksten Ansichten zu Ehe und Sexualität der Weltkirche aufzuoktroyieren.


Ein Höhepunkt deutscher Arroganz war der Spruch Kardinal Kaspers bei einem Interview, man solle die afrikanischen Synodenväter nicht beachten. Pentin war der Journalist, der dieses Interview aufnahm.

Das Buch ist (zurzeit) nur als E-Book auf Englisch erhältlich: http://www.amazon.de/Rigging-Vatican-Syn...42380889&sr=1-1

Wird es in der ordentlichen Synode auch wie vergangenes Jahr zugehen? In einem Gespräch mit Maike Hickson von Lifesitenews ( https://www.lifesitenews.com/news/riggin...-seemed-stacked )gab sich Pentin pessimistisch. Er rechnet mit weiteren aber subtileren Manipulationsversuchen seitens derjenigen, die die Lehre über Ehe und Familie aufweichen wollen. Jedenfalls müsse man die Vorgänge sehr genau beobachten und dürfe nicht naiv sein.
http://www.freiewelt.net/blog/vatikanist...ynode-10063586/

von esther10 04.10.2015 16:55

Syrien: Kath. Erzbischof J. Hindo kritisiert die USA und die westliche Syrienpolitik
Veröffentlicht: 4. Oktober 2015 | Autor: Felizitas Küble

“Der US-amerikanische Senator John McCain beklagt, dass die russische Luftwaffe nicht die Stellungen des Islamischen Staates, sondern die von der CIA ausgebildeten Rebellen angreift. Diese Äußerung finde ich äußerst beunruhigend”, erklärt Erzbischof Jacques Behnan Hindo von Hassakè-Nisibi, „denn damit gesteht er ein, dass sich hinter dem Krieg gegen Assad auch die CIA verbirgt und es sich um einen Stellvertreterkrieg von Mächten handelt, die zusammen mit ihren Verbündeten in der Region gegen Syrien kämpfen”. IMG_0748



“Die westliche Propaganda”, so der syrisch-katholische Erzbischof, “redet weiterhin von gemäßigten Rebellen, doch die gibt es nicht: in der Galaxie der bewaffneten Gruppen sind die Soldaten der Syrischen Befreiungsarmee nur mit einer Lupe zu finden. Alle anderen, abgesehen vom IS, haben sich in der Al-Nusra-Front zusammengeschlossen, einem Ableger der Al Kaida in Syrien”.

“Wir werden selbst darüber entscheiden, wann Assad gehen muss und nicht der IS oder der Westen“, sagte Erzbischof Hindo im Gespräch mit der Fides-Nachrichtenagentur. Er fügte hinzu: „Eines ist gewiss: wenn Assad jetzt geht, dann endet Syrien wie Libyen”.

Quelle: vatikanischer Fidesdienst

von esther10 04.10.2015 14:40

Neue Eheprozessnormen setzen hohes Ethos des Richters voraus

Interview mit dem Kirchenrechtler Dr. Gero P. Weishaupt über das jüngste Motu Proprio von Papst Franziskus.



Erstellt von kathnews-Redaktion am 2. Oktober 2015 um 15:54 Uhr
Bildquelle: Privatarchiv
http://geroweishaupt.com/

Jüngst hat Papst Franziskus die beiden Motu proprio “Mitis Iudex Dominus Iesus” (Der milde Richter und Herr Jesus) und “Mitis et misericors Iesus” (Der milde und barmherzige Jesus) erlassen. Damit soll die Annullierung von Ehen nun beschleunigt werden. Kathnews sprach mit dem Kirchenrechtler und Redakteur Hw. Dr. iur. can. Gero P. Weishaupt über die aktuelle Debatte.

Hochwürden, kurz vor der anstehenden Familiensynode hat der Heilige Vater quasi im Alleingang eine Reform der Ehenichtigkeitsprozesse festgelegt. Inwieweit steht es dem Nachfolger des hl. Apostels Petrus zu eigenmächtig das Kirchenrecht zu ändern? Und wie ist diese Handlungsweise begründet?

Der Papst ist als Bischof von Rom nach katholischem Glauben Nachfolger des Apostels Petrus und Stellvertreter Christi auf Erden. Als solcher ist er der Hirte der Gesamtkirche. Deshalb, so bestimmt das Gesetzbuch der Katholischen Kirche, der Codex Iuris Canonici von 1983

(CIC/1983), „verfügt er kraft seines Amtes in der Kirche über höchste, volle, unmittelbare und universale ordentliche Gewalt, die er immer frei ausüben kann“ (can. 331). Zu dieser päpstlichen Gewalt gehört auch die höchste Gesetzgebungsgewalt in der Kirche. Der Papst (und das Bischofskollegium mit ihm als seinem Haupt) ist der Gesetzgeber für die Universalkirche. Alle ihm untergeordneten Gesetzgeber, also die Bischöfe und die ihnen rechtlich

Gleichgestellten, können Partikulargesetze nur gültig erlassen, wenn sie dem universalen päpstlichen Gesetz nicht entgegenstehen. Der Papst als universalkirchlicher Gesetzgeber kann, wenn die Zeitumstände es erfordern, rein kirchliche Gesetze ändern oder aufheben.

Rein kirchliche Gesetze sind solche, die weder aus der Offenbarung (positives göttliches Recht) noch aus dem Naturgesetz stammen. Diese sind unveränderlich und ewig. An sie ist der Papst wie jeder andere gebunden. Das kirchliche Prozessrecht, zu dem das Ehenichtigskeitsverfahren gehört, ist rein kirchliches Recht. Darum kann der Papst es ändern. Er tut dies, wenn sich prozessrechtliche Normen durch Zeitumstände als ungerecht erweisen.

Bei der Entstehung und Vorbereitung eines Gesetzes bedient sich der Papst des Rates von Fachleuten (Kardinäle, Bischöfe, der Römische Kurie, Bischofskonferenzen, Kirchenrechtler etc.).

Eine Vorgehensweise für die Entstehung eines Gesetzes ist nicht vorgeschrieben. Der Papst kann im Grund auch ohne den Rat von Fachleuten ein Gesetz erlassen. Außerdem ist er an den Rat der Fachleute nicht gebunden. Eine andere Frage ist es, inwieweit eine solches Handeln klug und vernünftig wäre. Man kann davon ausgehen, dass der Papst vorab den kundigen Rat von Fachleuten einholt, bevor er ein Gesetz erläßt. Bei den jüngsten Gesetzen hat der Papst z.B. die außerordentliche Synode von 2014 befragt und darauf hin eine Kommission von Fachleuten zur Erarbeitung eines Gesetzestextes für ein beschleunigtes Eheverfahren eingesetzt. Zu dieser Kommission gehörten, soweit mir bekannt ist, unter anderem der Dekan der Rota Romana und der Präsident des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte neben anderen Fachleuten.

Was genau hat sich gegenüber dem bisherigen Ehenichtigkeitsverfahren geändert?

Ich beschränke mich bei dieser Frage auf die wichtigsten Neuerungen des für die katholische Westkirche maßgebenden Motu Proprio Mitis Iudex Dominus Iesus. Das zweite Motu Proprio, das Sie nennen, ist für die Katholischen Orientalischen Kirchen erlassen worden.

Einzelrichter

Für Ehenichtigkeitsprozesse ist nach wie vor ein Kollegialgericht zuständig, d.h. ein Kollegium von drei Richtern. Das soll die Regel bleiben und will ich hier besonders betonen. Für den Fall jedoch, dass ein solches Richterkollegium wegen Mangels an Richtern nicht eingerichtet werden kann, kommt es nach der neuen Regelung des jüngsten Motu Proprio Mitis Iudex Dominus Iesus (MIDI) dem Bischof zu, einen Einzelrichter mit den Ehesachen zu beauftragen (MIDI, can. 1673 § 4). Auch das ist im Grund nichts Neues; es ist auch im bisherigen Recht vorgesehen (CIC/1983, can. 1425 § 4). Allerdings bedarf der Bischof für die Berufung eines Einzelrichters der Erlaubnis der Bischofskonferenz. Diese Erlaubnis ist nach dem neuen Recht nicht mehr erforderlich. Jeder Bischof kann ab dem 8. Dezember 2015, dem Tag des Inkrafttretens des Motu Proprio, selber einen Einzelrichter berufen, wenn er dies in Abwägung der Umstände in seiner Diözese für erforderlich hält. Dabei sollen dem Einzelrichter nach Möglichkeit (ubi fieri possit; MIDI can. 1673 § 4) zwei rechtskundige Beisitzer (assessores) zur Seite stehen.

Kollegialgericht bleibt die Regel

Es ist klar, dass die Möglichkeit des Einzelrichters bei erstinstanzlichen Verfahren auch vom neuen Motu Proprio als Ausnahme gesehen wird. Die Regel bleibt, wie gesagt, das Kollegialgericht. Die zweite Instanz muss grundsätzlich auch nach dem Motu Proprio immer als Kollegialgericht tätig werden, widrigenfalls würde sie ungültig urteilen (MIDI, can. 1673 § 5).

Zusammensetzung des Kollegialgerichtes

Im Hinblick auf den Klerikermangel, die Sicherung des Rechtes der Gläubigen und die Berücksichtigung der Verfahrensdauer hat das Motu Proprio eine weitere Änderung eingeführt:

Fortan kann ein Kollegialgericht aus zwei Laien (Männer/Frauen) und nur einem Kleriker bestehen (MIDI, can. 1673 § 3). Nach dem bisherigen Kirchenrecht gilt noch die Regel, dass ein Kollegialgericht ausschließlich aus Klerikern bestehen muss. Nur mit Erlaubnis der Bischofskonferenz können auch Laien als Richter bestellt werden, soweit die Notwendigkeit dazu besteht. Allerdings kann nur ein Laie Mitrichter des aus mindestens zwei Klerikern bestehenden Kollegialgerichtes sein. Diese Norm gilt ab dem 8. Dezember 2015, nicht mehr. Es genügt fortan, dass nur ein Kleriker Mitglied des Kollegialgericht ist. Die beiden anderen Richter können Laien sein. Der Kleriker muss jedoch den Vorsitz des Kollegiums innehaben.

Wie die Möglichkeit eines in der Mehrheit aus Laien zusammengesetzten Richterkollegiums mit den vom Gesetzbuch vorgesehenen verfassungsrechtlichen Grundlagen zu vereinbaren ist, nach denen – gemäß der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils von der Einheit der Kirchengewalt – auch die richterliche Gewalt als Teil der Leitungsgewalt ausschließlich von Klerikern ausgeübt werden kann (vgl. can. 129), muss künftig in der Kanonistik weiter diskutiert werden. Schon die Möglichkeit des einen Laienrichters nach dem bisherigen Recht (can. 1421 § 2, CIC/1983) steht im Widerspruch zu konziliaren und kodikarischen Vorgaben und war darum lange Zeit Gegenstand der Diskussion unter Kirchenrechtlern.

Abschaffung der „automatischen“ zweiten Instanz

Eine einschneidende und weitreichende Änderung des jüngsten Motu Proprio ist die Aufhebung der „automatischen“ zweiten Instanz. Damit ist folgendes gemeint: Nach der noch bis zum 8. Dezember 2015 geltenden Eheprozessordnung ist die Überweisung der Gerichtsakten an eine zweite Instanz von Rechts wegen vorgesehen, wenn die erste Instanz eine Ehe nichtig erklärt hat. Der Gesetzgeber selber fordert also die Bestätigung und Übereinstimmung des erstinstanzlichen Nichtigkeitsurteils durch eine zweite Instanz. Erst danach erhält ein Nichtigkeitsurteil Rechtskraft, erst dann ist eine Wiederverheiratung möglich, da die erste Ehe als nichtig erkannt ist. Nach dem neuen Motu Proprio erlangt bereits die Feststellung der Nichtigkeit die erste Instanz bereits Rechtskraft (MIDI, can. 1679), es sei denn die Parteien, der Ehebandverteidiger oder – wenn er tätig gewesen ist – der Kirchenanwalt legen gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung ein. Nur in diesem Fall ist ein zweitinstanzliches Verfahren künftig noch erforderlich (MIDI can. 1674 § 1). Um es klar zu sagen: Die zweite Instanz bleibt auch nach dem Motu Propio weiterhin bestehen. Sie wird allerdings künftig nur tätig, wenn Berufung eingelegt worden ist. Die Berufung von Rechts besteht ab dem 8. Dezember 2015 nicht mehr.

Ausnahmen: Verkürzte Verfahren („Schnellverfahren“) durch den Bischof

Ein Ehenichtigkeitsprozess ist ein ordentliches Verfahren unter Wahrung des Schriftlichkeitsprinzips und genau vorgeschriebener Verfahrensschritte. Nach dem geltenden Eheprozessrecht des kirchlichen Gesetzbuches können Ehenichtigkeitssachen „nicht auf dem Weg des mündlichen Streitverfahrens behandelt werden“ (can. 1690, CIC/1983). Das Motu Proprio Mitis Iudex Dominus Iesus von Papst Franziskus rückt von dieser strikten Norm ab, indem es nach dem Vorbild eines mündlichen Verfahren die Möglichkeit eines verkürzten Ehenichtigkeitsverfahrens vorsieht, das allerdings nur unter bestimmten im Gesetzestext des Motu Proprio genannten Bedingungen durchgeführt werden kann (MIDI, can. 1683-1687).

Diese Neuerung dient dem Anliegen des höchsten Gesetzgebers, ein Ehenichtigkeitsverfahren möglichst zügig zu beenden, da es unter Verzicht einiger Verfahrensschritte und Fristen weniger Zeit in Anspruch nimmt. Die Beweisaufnahme soll nicht länger als 30 Tage in Anspruch nehmen, so das Motu Propio. Innerhalb von 15 Tagen soll der Ehebandverteidiger seine Bemerkungen einreichen. Nach einer Verfahrensdauer von ca. anderthalb Monaten soll der Bischof feststellen, ob die Nichtigkeit der Ehe bewiesen ist. Kommt der Bischof nicht zur erforderlichen moralischen Gewissheit über die Nichtigkeit der Ehe, muss die Sache als ordentliches Verfahren geführt werden.

Im Gegensatz zum noch geltenden Recht ist es der Bischof selber, der als Einzelrichter in diesem verkürzten Verfahren tätig wird. Er ist es folglich auch, der moralische Gewissheit über die Nichtigkeit der Ehe auf der Grundlage der Beweiserhebung gewinnen muss. Allerdings holt er vorher den Rat des mit der Beweiserhebung durch den Offizial beauftragten Untersuchungsrichters und eines Beisitzers ein (MIDI, can. 1685). Gegen das Urteil des Bischofs können die Parteien, der Ehebandverteidiger und ggf. der Kirchenanwalt Berufung einlegen (MIDI, can. 1687 § 3).

Voraussetzungen für ein verkürztes Verfahren

Auch nach dem Motu Proprio Mitis Iudex Dominus Iesus bleibt das ordentliche Gerichtsverfahren in Ehesachen die Regel. Der Gesetzgeber versteht das verkürzte Verfahren als eine Ausnahmeregelung. Darum nennt er in can. 1683 des Motu Proprio zwei Bedingungen, die ein verkürztes Verfahren rechtfertigen, Bedingungen, die zugleich erfüllt sein müssen:

1. Beide Parteien (oder zumindet eine mit Zustimmung der anderen) sollen den Antrag für ein verkürztes Verfahren stellen.

2. Es müssen müssen sachliche und persönliche Umstände vorliegen, die auf eine Nichtigkeit der Ehe hinweisen und die die durch Zeugnisse und Beweismitteln gestützt werden.

Was die Umstände der Sache und der Personen (rerum personarumque adiuncta) angeht, so führt das Motu Proprio einige Beispiele an: Glaubensmangel einer oder beider Ehepartner zum Zeitpunkt der Eheschließung, Kürze des ehelichen Zusammenlebens, Abtreibung, Fortdauer einer vorehelichen Beziehung, arglistiges Verschweigen einer Unfruchtbarkeit (Sterilität), einer schweren ansteckenden Krankheit, von Kindern aus einer vorangegangen Beziehung, eines Gefängnisaufenthaltes, unerwartete Schwangerschaft, Anwendung physischer Gewalt zur Erreichung des ehelichen Jawortes, anhand von medizinischen Gutachten nachzuweisender Mangel des Vernunftgebrauches etc.

Wie verhält es sich bei bis dato laufenden Verfahren? Werden diese nach dem alten Verfahren abgeschlossen oder gilt auch hier bereits das neue Kirchenrecht?

Das neue Kirchenrecht bezüglich der Eheprozessordnung gilt ab dem 8. Dezember 2015. Bis dahin muss in den Kirchengerichten das noch geltende Recht angewendet werden. Für anhängige Verfahren, die vor dem Inkrafttreten des Motu Proprio Mitis Iudex Dominus Iesus positiv in erster Instanz entschieden werden, gilt daher formell, dass sie durch eine zweite Instanz bestätigt werden müssen. In den Fällen, in denen die Bestätigung in der noch verbleibenden Zeit nicht erreicht werden kann, sollte man im Einvernehmen mit den Parteien, dem Ehebandverteidiger und – sofern er tätig gewesen ist – dem Kirchenanwalt überlegen, ob die Verkündigung bzw. Mitteilung des erstinstanzlichen Urteils erst nach dem 8. Dezember 2015 erfolgen sollte. In diesem Falle wäre eine „automatische“ Berufung an die zweite Instanz bei Feststellung der Nichtigkeit der Ehe in der ersten Instanz nicht mehr erforderlich.

Zweitinstanzliche Ehesachen, die bis zum 8. Dezember 2015 noch nicht bestätigt bzw. [/schwarz
entschieden sind, müssten auch nach dem 8. Dezember 2015 weiter zweitinstanzlich nach dem bisherigen Recht behandelt und beurteilt werden. Die Möglichkeit der Durchführung eines Prozesses durch einen Einzelrichter ist erst bei Verfahren erlaubt, die ab dem 8. Dezember 2015 anhängig werden, wenn die oben genannten Bedingungen vorliegen. Das zu beurteilen kommt nur dem Bischof zu. Dasselbe gilt für die verkürzten Verfahren im oben beschriebenen Sinn.

[schwarz]Wie ich schon betonte, sind die Institutionen des Einzelrichters und des „Schnellverfahrens“ Ausnahmen von der Regel. Der Gesetzgeber erlaubt sie nur unter den genannten Bedingungen.


Könnte man sagen die alte Regelung ist der Wahrheitsfindung über das Zustandekommen bzw. Nichtzustandekommen einer Ehe gerechter gewesen?


Die Abschaffung der verpflichteten zweiten Instanz bei Feststellung der Nichtigkeit der Ehe in der ersten Instanz sowie die Einführung eines verkürzten Verfahrens, das nach nur wenigen Wochen schon zu einem Urteil führen soll, sehe ich als die riskantesten Neuerungen in Bezug auf die Wahrheitsfindung an. Die zweite Instanz hat eine Kontrollfunktion. Es kommt vor, dass Kirchengerichte nicht mit der erforderlichen Sorgfalt einen Prozess durchführen, und ein Urteil kann formale und inhaltliche Fehler aufweisen. Ich kann mich aus eigener Erfahrung nur Kardinal Burke anschließen, der im Zusammenhang mit der Diskussion um das Erfordernis zweier gleichlautender Urteile für die Erklärung der Nichtigkeit der Ehe gesagt hat:

„Gute Richter, die sich der grundlegenden Bedeutung der Ehe für das Leben der Kirche und der Gesellschaft im Allgemeinen wie auch der Verantwortung bewusst sind, in einem Ehenichtigkeitsfalle ein gerechtes Urteil zu fällen, sind dankbar dafür, wenn ihr Urteil in zweiter Instanz von anderen Richtern überprüft wird“ (in: In der Wahrheit Christi bleiben: Ehe und Kommunion in der katholischen Kirche, 183).

Das Risiko, den ein verkürzter Prozess mit sich bringt, erwähnt Papst Franziskus selber in seinem Motu Propio: „Es ist Uns allerdings nicht entgangen, wie sehr ein abgekürztes Verfahren das Prinzip der Unauflöslichkeit der Ehe gefährden könnte“ (MIDI, Einleitung IV)

. Der Papst weist jedoch in diesem Zusammenhang auf die Amtsautorität des Bischofs, unter dessen Leitung der verkürzte Prozess stattfindet und der selber mit moralischer Gewißheit als Richter seiner Diözese die Nichtigkeit der Ehe festzustellen hat, wenn sie bewiesen ist.

„Genau deshalb haben Wir gewollt, dass in diesem Prozess der Bischof selbst als Richter tätig werde, der kraft seines Hirtenamtes mit Petrus in besonderer Weise Garant der katholischen Einheit im Glauben und in der Disziplin ist“, begründet der Papst seine Entscheidung. Von der Lehre der Kirche über das Bischofsamt und den darauf fußenden kirchenrechtlichen Bestimmungen über den Bischof betrachtet trifft dies gewiß zu

. Doch zu der Amtsautorität des Bischofs muss notwendigerweise auch das erforderliche kirchenrechtliche Wissen hinzukommen. Um moralische Gewissheit zu bekommen, muss der Bischof a) über die erforderlichen kirchenrechtlichen Kriterien für die Nichtigkeit einer Ehe aus Rechtsprechung (vor allem der Römischen Rota) und der Kirchenrechtslehre und b) über die mit dem Studium der Prozessakten und für die Erlangung der moralischen Gewissheit notwendigen Zeit verfügen.

Ich kenne nur wenige Bischöfe, die die entsprechenden Kirchenrechtskenntnisse haben, und kaum einen Bischof, der nicht durch andere pastorale und repräsentative Aufgaben in seinem Bistum hinlänglich belastet ist. Die Zukunft wird zeigen müssen, inwieweit die Bischöfe tatsächlich in der Lage sind, ihr Richteramt in Ehesachen auszuüben

. Zwar werden die Bischöfe nicht umhin kommen, die Hilfe von Richtern und Beisitzern in Anspruch zu nehmen, deren kirchenrechtlichen Rat sie berücksichtigen werden, aber moralische Gewissheit über die Nichtigkeit der Ehe müssen sie nach dem Wortlaut des Motu Proprio selber gewinnen. Sie allein sind in den verkürzten Verfahren die erkennenden, die urteilenden Richter, nicht der Offizial oder ein anderer Richter des Kirchengerichtes. Darum werden sich die Bischöfe selber mit dem jeweiligen Fall und den Gerichtsakten gründlich und intensiv auseinandersetzen müssen.

Besteht durch die neue Regelung die Gefahr, dass gültig geschlossene Ehen aufgrund mangelnder Untersuchung für ungültig erklärt werden, bzw. ungültige Ehen für gültig?

Die Gefahr besteht nur, wenn die Richter die prozessrechtlichen Vorgaben nicht beachten. Aber das gilt ebenso für die noch geltenden Eheprozessnormen des CIC/1983.

Werfen wir einen Blick in die Zukunft. Sind einer „katholischen Scheidung“ nun Tür und Tor geöffnet?

Das denke ich nicht. Die neuen Normen können der Wahrheitsfindung über das Zustandekommen bzw. das Nichtzustandekommen einer Ehe dienen, aber sie setzen noch mehr als vorher ein hohes Ethos der Richter voraus.

Das gilt vor allem in Hinblick auf den Wegfall der Überprüfung aller positiven Urteile einer ersten Instanz durch einen weiteren Gerichtshof. Solide Kenntnis des Kirchenrechtes, insbesondere der Ehejudikatur der Römischen Rota, und Beachtung der prozessrechtlichen und beweistechnischen Vorgaben sind noch mehr denn je gefordert. Vor allem aber Liebe zur Kirche und zur Wahrheit, die pastorale Liebe nicht ausschließt, sondern deren Voraussetzung ist, müssen das Selbstverständnis des Richters bestimmen. Nur unter dieser Voraussetzung ist die Gefahr einer „katholischen Scheidung“ nicht gegeben.

Vielen Dank für dieses Interview.

Anmerkung der Redaktion:

Dr. Gero P. Weishaupt ist Richter am Metropolitangericht des Erzbistums Köln, am Diözesangericht des Bistums Roermond (NL) und am Interdiözesanen Strafgericht in Utrecht (NL). Von 2008 bis 2013 war er Offizial im niederländischen Bistum ´s-Hertogenbosch.

Foto: Dr. iur. can. Gero P. Weishaupt – Bildquelle: Privatarchiv
http://www.kathnews.de/neue-eheprozessno...richters-voraus


von 04.10.2015 14:30

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Seite 1 / 28. Juli 2015 AM / ass
Botschaft der lieben Gottesmutter

Meine geliebten Kinder, schon vor langer Zeit sagte ich euch:

‚Der Weltenbrand ist entfacht und er wird sich immer noch weiter ausbreiten,
wenn keine Umkehr und keine Busse stattfinden.‘

Deshalb bin ich doch gekommen, besonders für meine Priester-
söhne, um ihnen beizustehen und ihnen zu helfen!
Doch, so Viele hören nicht auf meine Stimme!
Und darum lässt sich dieser Weltenbrand auch nicht stoppen!
Ein Stopp wäre nur möglich durch Umkehr und den Aufruf durch die Bischöfe
und Priester, dass sie gemeinsam mit den Herden Busse tun!
Aber, so viele Bischöfe schweigen und überlassen die Herden ihrem Schicksal.

Ja, meine geliebten Kinder:
So, wird es nicht mehr weitergehen !

Hat nicht gerade wieder in diesen Tagen ein Bischof zum Ungehorsam
gegen GOTT aufgerufen, indem er das Frauenpriestertum preist ?

Doch, GOTT, hat das anders gewollt !
ER hat die Apostel berufen und ihnen die heiligen Sakramente anvertraut, dass sie zu
den Herden gehen, ihnen die Sakramente spenden und sie führen; nicht verführen!

Aber, so viele Bischöfe sind gegen die Anordnungen GOTTES ungehor-
sam geworden. Und das, meine geliebten Kinder, fördert das Verderben!

Betet für die Bischöfe und Priester, dass sie ihren Auftrag wieder so erfüllen,
wie ihn GOTT gegeben hat und wie es in der heiligen Schrift steht.

Wie ich es schon so oft sagte: Kein Buchstabe dazu, kein Buchstabe hinweg !

Das heisst nicht, dass die Frau weniger wert ist.
Aber, sie hat einen ganz anderen Auftrag; den Auftrag zur Liebe, aus einem reinen Herzen.

Denkt an mich, die MUTTER.
Glaubt ihr nicht, der HERR hätte mich dann nicht als Erste zum Priestertum
erwählt, wenn ER das so gewollt hätte? Doch GOTT, wollte es anders !

Meine geliebten Kinder:
Ihr seht ja, was jetzt in der Welt geschieht, wie sich der Weltenbrand immer weiter aus-breitet. Und dieser Brand wird nirgends Halt machen, solange keine Umkehr, keine Busse
und kein Gebet stattfinden. Deshalb habe ich doch schon so oft darum gebeten und gefleht.

Ich bin doch gekommen, um zu helfen.
Doch, die Menschheit glaubt meinem Kommen nicht und weist darum auch die Hilfe zurück.

Aber, es war nicht immer so !
Wenn Furchtbares geschah, sandte der HERR Propheten, die dann mit lauter
Stimme riefen, was geschehen soll. Dann, folgten die Menschen dem Aufruf !

Doch, heute glauben so viele Menschen gar nicht mehr an GOTT.

Infolge einer technischen Panne fehlt der Rest dieser Botschaft.

von esther10 04.10.2015 14:26

Fakten und Hintergründe zur Synode


Archivbild: Aus der Synode 2014 - OSS_ROM

04/10/2015 13:36SHARE:
Es ist die zweite Bischofssynode im Pontifikat von Papst Franziskus nach jener im Herbst 2014. Insgesamt beteiligen sich diesmal fast rund 400 Personen an der Weltbischofssynode: Neben den Synodenmitgliedern befinden sich auch über 100 Berater, Experten, Beobachter und Gäste aus der Ökumene darunter.

Die Arbeitssitzungen beginnen am Montag, 5. Oktober, mit einer organisatorischen Ansprache des Generalsekretärs der Synode, dem italienischen Kardinal Lorenzo Baldisseri. Es folgt eine thematische Einführung vom Generalberichterstatter der Synode, dem ungarischen Kardinal Peter Erdö. Allerdings beschränkt dieser sich zunächst nur auf die erste der drei Themengruppen des Grundlagenpapiers.
http://www.vatican.va/roman_curia/synod/...ssembly_ge.html
Die Einführung in den zweiten und den dritten Teil erfolgt zu Beginn der zweiten und der dritten Woche.

Auf diese Weise soll die Debatte inhaltlich konzentriert werden. Zudem treten die Synodalen bereits jeweils ab dem zweiten Tag in 13 Sprachgruppen zusammen, wodurch man sich eine weitere Intensivierung der Arbeit verspricht. Denn während die Redezeit in den Plenarsitzungen auf drei Minuten beschränkt ist, gibt es in den Sprachgruppen kein Limit. Verstärkt werden soll die Kommunikation und der Dialog zudem durch eine freie Aussprache, die – wie bereits unter Benedikt XVI. – zum Ende jedes Sitzungstages angesetzt ist.
Drei Etappen

Eine neunköpfige vom Papst berufene Redaktionsgruppe soll die Synodenarbeit in ihren drei Etappen begleiten und zum Ende einen Schlussbericht erstellen. Einen Zwischenbericht, der im vergangenen Oktober für großes Aufsehen sorgte, gibt es diesmal nicht, ebenso ist keine eigene Botschaft der Synode an die Welt vorgesehen. Dem Redaktionsgremium gehören neben Kardinal Erdö und dem Synoden-Sondersekretär Erzbischof Bruno Forte Bischöfe aus allen Kontinenten an. Unter ihnen sind der Washingtoner Kardinal Donald William Wuerl, der Rektor der Katholischen Universität Argentiniens und Papstvertraute Bischof Victor Manuel Fernandez und Jesuitengeneral Adolfo Nicolas Pachon.

Abstimmung zum Schlusstext

Der Schlusstext wird einen Tag vor Synodenende, am 24. Oktober, den Mitgliedern zur Debatte und Abstimmung vorlegt – und dann dem Papst übergeben. Wie dieser damit umgeht, ob und wann er das Papier veröffentlicht oder ob er es erst noch überarbeitet, sei vollkommen offen, betonte Synodengeneralsekretär Baldisseri am Freitag bei der Präsentation des Synodenprogramms. Darüber hinaus will die Synode sich diesmal aber auch selbst feiern: Am 17. Oktober ist ein Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Bischofssynode vorgesehen.

Sie war am 15.September 1965 von Papst Paul VI. gegründet worden, um das Erlebnis des Konzils wachzuhalten und fortzusetzen. Festredner ist der Wiener Kardinal Christoph Schönborn, an den sich fünf Kardinäle aus fünf Kontinenten anschließen.

(rv/kna/kap 04.10.2015 mg)

von esther10 04.10.2015 14:14

Papst beim Angelus: Notleidende Kinder aufnehmen


Papst beim Angelusgebet - ANSA

04/10/2015 13:13SHARE:
Gleich nach der Eröffnungsmesse zur Familiensynode betete der Papst vom päpstlichen Arbeitszimmer im Apostolischen Palast aus das Mittagsgebet. In der Ansprache beim Angelus am 27. Sonntag im Jahreskreis ging der Papst auf die Synode ein: er und die Synodenväter werden in den kommenden drei Wochen „fix den Blick auf Jesus halten, um auf der Grundlage seiner Lehre der Wahrheit und der Barmherzigkeit die besten Wege für das richtige Engagement der Kirche mit den Familien und für die Familien auszumachen“, so der Papst. Ziel sei es, „dem ursprüngliche Plan des Schöpfers für den Mann und die Frau“ zu verwirklichen und festigen sowie die Schönheit und die Kraft der Ehe in der Welt zu betonen.

Ohne Ehe, keine Familie

Der Papst erläuterte die Lesungen des Tages: In dem Buch Genesis gehe es darum, wie Mann und Frau komplementär und einander ergänzend seien. In der entsprechenden Bibelpassage heiße es: „Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau, und sie werden ein Fleisch“ (Gen 2,24). Durch diese Einheit werden sie Eltern und nähmen somit „an der schöpferischen Macht Gottes“ teil. Der Papst betonte den biblischen Grundsatz: „Gott ist Liebe“. Dadurch nehme der Mensch an dem Werk Gottes teil, indem jeder mit Gott verbunden sei und wie er liebe. Dazu habe Gott den Heiligen Geist ausgesandt, fügte Franziskus an. Die Eheleute erfahren diese Liebe Gottes im Sakrament der Ehe, die eine „Ernährung für ihre Beziehung“ sei und das Verlangen erwecke, Kinder zu zeugen und heranwachsen zu lassen.

Dazu bedarf es der Aufnahmebereitschaft und der Liebe gegenüber den Kindern, so der Papst. Er rief Eltern und Erzieher dazu auf, „Werkzeuge der Aufnahme“ zu sein. Damit könne heute noch Jesus „die Kleinsten umarmen“. Er wies auf die zahlreichen hungernden, durch Krieg und Ausbeutung leidenden Kinder in der Welt hin. Dies sei schmerzhaft, vor allem wenn man die Bilder unglücklicher Kinder sehe, die vor Elend und Konflikten fliehen müssten. Es sei auch tragisch, Kinder zu sehen, „die an unsere Türen und Herzen klopfen und um unsere Hilfe flehen“. Er bat darum, dass der Herr uns helfe, „keine Gesellschaft zu sein, die wie eine Festung ist, sondern eine Gesellschaft als Familie, fähig, aufzunehmen, mit angemessenen Regeln, doch aufzunehmen“. Abschließend bat der Papst um das Gebet für die Arbeiten der Synode, damit der Heilige Geist die Synodenväter für seine Inspirationen gefügig mache. Auch erinnerte er an den katholischen Festtag des heiligen Franziskus von Assisi, der auch Patron Italiens ist.
(rv 04.10.2015 mg)

von esther10 04.10.2015 14:09

Eröffnungsmesse zur Synode: Ehe ist keine Utopie


Papst Franziskus bei der Eröffnungsmesse zur Familiensynode - REUTERS

04/10/2015 11:47SHARE:
Die Angst, die Ehe anzunehmen, wie sie ist, lähmt das menschliche Herz. Denn die Ehe sei „keine Utopie der Jugend, sondern ein Traum, ohne den sein Geschöpf zur Einsamkeit bestimmt ist!“ Das betonte Papst Franziskus bei der Eröffnungsmesse zur 16. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode. Bekanntlich geht es bei der dreiwöchigen Versammlung im Vatikan um das Thema der „Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“.

Der 27. Sonntag im Jahreskreis war zugleich auch der katholische Festtag des heiligen Franziskus von Assisi, dem Namensgeber des Papstes. In seiner Predigt ging Papst Franziskus auf die biblischen Lesungen des Tages ein und unterstrich drei Themen: Einsamkeit, Liebe und Familie. An der Heilige Messe in der vatikanischen Basilika St. Peter nahmen die Synodenteilnehmer, aber auch viele Familie mit Kinder teil.

Drama der Einsamkeit

Zum Drama der Einsamkeit, das noch heute viele Männer und Frauen quäle, sagte der Papst:
„Wir erleben heute das Paradox einer globalisierten Welt, in der wir viele Luxuswohnungen und Wolkenkratzer sehen, aber immer weniger die Wärme des Zuhauses und der Familie spüren; viele ehrgeizige Pläne, aber wenig Zeit, um das Erreichte wirklich zu leben; viele ausgeklügelte Mittel zur Unterhaltung, aber eine ständig wachsende Leere im Herzen; viele Vergnügungen, aber wenig Liebe; viel Freiheit, aber wenig Selbständigkeit… Kontinuierlich nimmt die Zahl derer zu, die sich allein fühlen, aber auch derer, die sich im Egoismus, in der Schwermut, in zerstörerischer Gewalt oder in der Sklaverei des Vergnügens oder des Götzen Geld verschließen.“

Es sei gewissermaßen „dieselbe Erfahrung wie Adam“, so der Papst weiter. Dieser sei mächtig gewesen, doch einsam und verwundbar. Auch in der Familie spiegle sich diese Situation wider: viele seien nicht mehr bereit, „eine solide und fruchtbare Liebesbeziehung durchzutragen“. „Es scheint, dass die am weitesten entwickelten Gesellschaften gerade die sind, die die niedrigste Geburtenrate und die höchste Quote an Abtreibungen, Scheidungen, Freitod, Umweltverschmutzung und sozialer Ungerechtigkeit haben.“

Liebe zwischen Mann und Frau

Dann ging Franziskus auf die Liebe zwischen Mann und Frau ein, ein Thema der ersten Lesung und des Evangeliums (Mk 10, 2-16). Gott habe den Menschen nicht zu einem Leben in Traurigkeit und Alleinsein erschaffen, sondern für ein Leben im Glück, in dem der Mensch „seinen Weg gemeinsam mit einer anderen Person geht, die ihn ergänzt“, so der Papst. Auch gehöre es zum Menschsein, die wunderbare Erfahrung der Liebe zu machen: zu lieben und geliebt zu werden; damit er seine fruchtbare Liebe in seinen Kindern sieht, zitierte der Papst den Psalm des Tages (vgl. Ps 128). Deshalb bestehe der Traum Gottes für sein Geschöpf darin, die Vereinigung der Liebe zwischen Mann und Frau verwirklicht zu sehen. Es sei dies derselbe Plan, „den Jesus im heutigen Evangelium mit diesen Worten zusammenfasst: ‚Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins’ (Mk 10,6-8; vgl. Gen 1,27; 2,24)“. Das Ziel des ehelichen Lebens bestehe also nicht nur darin, für immer zusammenzuleben, „sondern für immer einander zu lieben! So stellt Jesus die ursprüngliche und Ursprung gebende Ordnung wieder her“.

Die Familie

Das dritte Thema der Predigt war die Familie: Das berühmte Jesus-Zitat aus dem Markus-Evangelium: „Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen“ (Mk 10,9) sei „eine Aufforderung an die Gläubigen, jede Form von Individualismus und Legalismus zu überwinden; diese verbergen nämlich einen kleinlichen Egoismus und eine Angst davor, die authentische Bedeutung des Paares und der menschlichen Sexualität im Plan Gottes anzunehmen.“ Und weiter fügte er an: „Paradoxerweise ist auch der Mensch von heute – der diesen Plan oft lächerlich macht – von jeder authentischen Liebe, von jeder tragfähigen Liebe, von jeder fruchtbaren Liebe, von jeder treuen und immerwährenden Liebe angezogen und fasziniert.“ Der heutige Mensch verfolge „Liebesbeziehungen des Augenblicks“, dennoch sei sein Traum „die authentische Liebe“; der heutige Mensch laufe „den fleischlichen Genüssen nach, aber er sehnt sich nach der völligen Hingabe“.

Mission der Kirche

In einer Zeit der „unbegrenzten Freiheit“ bekomme der Grundsatz der „Traurigkeit dieser Welt“ ein neues Verständnis: Da die verbotenen Genüsse ihren Glanz in dem Augenblick verlieren, in dem sie nicht mehr verboten sind, „mussten und müssen sie radikalisiert, immer neu gesteigert werden und erscheinen zuletzt doch schal, weil sie alle endlich sind, der Hunger aber nach dem Unendlichen geht’“, zitierte Franziskus Joseph Ratzingers Werk „Auf Christus schauen“ (vgl. ebd. Freiburg/Basel/Wien 1989, S. 73). In diesem komplexem Kontext von Gesellschaft und Ehe habe die Kirche die Berufung, ihre Mission in Treue, in Wahrheit und in Liebe zu erfüllen, so der Papst:

„Ihre Sendung zu leben in der Liebe, die nicht mit dem Finger auf die anderen zeigt, um sie zu verurteilen, sondern – in Treue zu ihrem Wesen als Mutter – sich verpflichtet fühlt, die verletzten Paare zu suchen und mit dem Öl der Aufnahme und der Barmherzigkeit zu pflegen; ein „Feldlazarett“ zu sein mit offenen Türen, um jeden aufzunehmen, der anklopft und um Hilfe und Unterstützung bittet; aus der eigenen Einzäunung herauszutreten und auf die anderen zuzugehen mit wahrer Liebe, um mit der verletzten Menschheit mitzugehen, um sie mit einzuschließen und sie zur Quelle des Heils zu führen.“
(rv 04.10.2015 mg)

von esther10 04.10.2015 11:56

Predigt von Papast Franziskus bei der Hl. Messe zur Eröffnung der #Familiensynode
by Cicero
Hier der Wortlaut der Predigt von Papst Franziskus:



»Wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns und seine Liebe ist in uns vollendet« (1Joh 4,12).

Die biblischen Lesungen dieses Sonntags scheinen eigens für das Ereignis der Gnade ausgewählt zu sein, das die Kirche lebt, nämlich die Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode zum Thema Familie, die mit dieser Eucharistiefeier eröffnet wird.

Sie sind auf drei Themen konzentriert: das Drama der Einsamkeit, die Liebe zwischen Mann und Frau und die Familie.

Die Einsamkeit

Adam lebte – wie wir in der ersten Lesung hören – im Paradies. Er gab den anderen Geschöpfen Namen und übte so eine Herrschaft aus, die seine unbestreitbare und unvergleichliche Überlegenheit zeigt. Doch trotz alledem fühlte er sich allein, denn »eine Hilfe, die dem Menschen entsprach, fand er nicht« (Gen 2,20), und machte die Erfahrung der Einsamkeit.

Die Einsamkeit, das Drama, das noch heute viele Männer und Frauen quält… Ich denke an die sogar von ihren Lieben und von den eigenen Kindern verlassenen alten Menschen; an die Witwer und die Witwen; an die vielen Männer und Frauen, die von ihrer Frau bzw. ihrem Mann verlassen wurden; an die vielen Menschen, die sich de facto allein, unverstanden und nicht angehört fühlen; an die Migranten und die Flüchtlinge, die vor Krieg und Verfolgung fliehen; an die vielen jungen Menschen, die Opfer der Konsumkultur, der Wegwerfkultur und der Kultur der Aussonderung sind.

Wir erleben heute das Paradox einer globalisierten Welt, in der wir viele Luxuswohnungen und Wolkenkratzer sehen, aber immer weniger die Wärme des Zuhauses und der Familie spüren; viele ehrgeizige Pläne, aber wenig Zeit, um das Erreichte wirklich zu leben; viele ausgeklügelte Mittel zur Unterhaltung, aber eine ständig wachsende Leere im Herzen; viele Vergnügungen, aber wenig Liebe; viel Freiheit, aber wenig Selbständigkeit… Kontinuierlich nimmt die Zahl derer zu, die sich allein fühlen, aber auch derer, die sich im Egoismus, in der Schwermut, in zerstörerischer Gewalt oder in der Sklaverei des Vergnügens oder des Götzen Geld verschließen.

In gewissem Sinn machen wir heute dieselbe Erfahrung wie Adam: so viel Macht gekoppelt mit so viel Einsamkeit und Verwundbarkeit – und in der Familie spiegelt sich diese Situation wider. Immer weniger Ernsthaftigkeit in dem Bemühen, eine solide und fruchtbare Liebesbeziehung durchzutragen: in Gesundheit und Krankheit, in Reichtum und Armut, in guten wie in bösen Tagen. Die dauerhafte, treue, gewissenhafte, tragfähige, fruchtbare Liebe wird immer mehr belächelt und angesehen, als sei sie etwas Altertümliches. Es scheint, dass die am weitesten entwickelten Gesellschaften gerade die sind, die die niedrigste Geburtenrate und die höchste Quote an Abtreibungen, Scheidungen, Freitod, Umweltverschmutzung und sozialer Ungerechtigkeit haben.

Die Liebe zwischen Mann und Frau

Wir hören weiter in der ersten Lesung, dass das Herz Gottes sich beim Anblick der Einsamkeit Adams gleichsam betrübte und er sagte: »Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht« (Gen 2,18). Diese Worte zeigen, dass nichts das Herz des Menschen so glücklich macht wie ein Herz, das ihm gleicht, das ihm entspricht, das ihn liebt und ihn von der Einsamkeit, von dem Gefühl, allein zu sein, befreit. Sie zeigen auch, dass Gott den Menschen nicht zu einem Leben in Traurigkeit und Alleinsein erschaffen hat, sondern für ein Leben im Glück, in dem er seinen Weg gemeinsam mit einer anderen Person geht, die ihn ergänzt, damit er die wunderbare Erfahrung der Liebe macht: zu lieben und geliebt zu werden; damit er seine fruchtbare Liebe in seinen Kindern sieht, wie der heutige Psalm sagt (vgl. Ps 128).

Das ist der Traum Gottes für sein geliebtes Geschöpf: zu sehen, dass es sich verwirklicht in der Vereinigung der Liebe zwischen Mann und Frau, glücklich auf dem gemeinsamen Weg, fruchtbar in der gegenseitigen Hingabe. Es ist derselbe Plan, den Jesus im heutigen Evangelium mit diesen Worten zusammenfasst: »Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins« (Mk 10,6-8; vgl. Gen 1,27; 2,24).

Angesichts der rhetorischen Frage, die Jesus gestellt wurde – wahrscheinlich als Falle, um ihn der Menschenmenge, die ihm folgte und bei der die Scheidung als eine fundierte und unantastbare Realität praktiziert wurde, auf einen Schlag unsympathisch zu machen – antwortet er unverblümt und überraschend: Er führt alles auf den Ursprung der Schöpfung zurück, um uns zu lehren, dass Gott die menschliche Liebe segnet, dass er es ist, der die Herzen zweier Personen, die einander lieben, verbindet und dass er sie in der Einheit und Unauflöslichkeit verbindet. Das bedeutet, dass das Ziel des ehelichen Lebens nicht nur darin besteht, für immer zusammenzuleben, sondern für immer einander zu lieben! So stellt Jesus die ursprüngliche und Ursprung gebende Ordnung wieder her.

Die Familie

»Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen« (Mk 10,9). Das ist eine Aufforderung an die Gläubigen, jede Form von Individualismus und Legalismus zu überwinden; diese verbergen nämlich einen kleinlichen Egoismus und eine Angst davor, die authentische Bedeutung des Paares und der menschlichen Sexualität im Plan Gottes anzunehmen.

In der Tat wird nur im Licht der Torheit der schenkenden Selbstlosigkeit der österlichen Liebe Jesu die Torheit der schenkenden Selbstlosigkeit einer ehelichen Liebe verständlich, die einzig ist und usque ad mortem fortdauert.

Für Gott ist die Ehe keine Utopie der Jugend, sondern ein Traum, ohne den sein Geschöpf zur Einsamkeit bestimmt ist! Tatsächlich lähmt die Angst, diesen Plan anzunehmen, das menschliche Herz.

Paradoxerweise ist auch der Mensch von heute – der diesen Plan oft lächerlich macht – von jeder authentischen Liebe, von jeder tragfähigen Liebe, von jeder fruchtbaren Liebe, von jeder treuen und immerwährenden Liebe angezogen und fasziniert. Wir sehen, wie er den Liebesbeziehungen des Augenblicks nachläuft, doch sein Traum ist die authentische Liebe; er läuft den fleischlichen Genüssen nach, aber er sehnt sich nach der völligen Hingabe.

»Heute, wo die Verheißungen der unbegrenzten Freiheit voll ausgekostet sind, fangen wir an, das Wort von der „Traurigkeit dieser Welt“ neu zu verstehen. Die verbotenen Genüsse verloren ihren Glanz in dem Augenblick, in dem sie nicht mehr verboten waren. Sie mussten und müssen radikalisiert, immer neu gesteigert werden und erscheinen zuletzt doch schal, weil sie alle endlich sind, der Hunger aber nach dem Unendlichen geht« (Joseph Ratzinger, Auf Christus schauen. Einübung in Glaube, Hoffnung, Liebe, Freiburg/Basel/Wien 1989, S. 73).

In diesem sehr schwierigen Kontext von Gesellschaft und Ehe ist die Kirche berufen, ihre Sendung in Treue, in Wahrheit und in Liebe zu leben.

Ihre Sendung zu leben in der Treue zu ihrem Meister, wie eine Stimme, die in der Wüste ruft, um die treue Liebe zu verteidigen und die zahlreichen Familien zu ermutigen, die ihre Ehe als einen Bereich leben, in dem sich die göttliche Liebe offenbart; um die Heiligkeit des Lebens, eines jeden Lebens zu verteidigen; um die Einheit und die Unauflöslichkeit des ehelichen Bandes zu verteidigen als ein Zeichen der Gnade Gottes und der Fähigkeit des Menschen, ernsthaft zu lieben.

Ihre Sendung zu leben in der Wahrheit, die sich nicht mit den flüchtigen Moden oder den herrschenden Meinungen ändert. In der Wahrheit, die den Menschen und die Menschheit vor der Versuchung der Selbstbezogenheit schützt und davor, die fruchtbare Liebe in sterilen Egoismus und die treue Verbundenheit in zeitweilige Bindungen zu verwandeln. »Ohne Wahrheit gleitet die Liebe in Sentimentalität ab. Sie wird ein leeres Gehäuse, das man nach Belieben füllen kann. Das ist die verhängnisvolle Gefahr für die Liebe in einer Kultur ohne Wahrheit« (Benedikt XVI., Enzyklika Caritas in veritate, 3).

Ihre Sendung zu leben in der Liebe, die nicht mit dem Finger auf die anderen zeigt, um sie zu verurteilen, sondern – in Treue zu ihrem Wesen als Mutter – sich verpflichtet fühlt, die verletzten Paare zu suchen und mit dem Öl der Aufnahme und der Barmherzigkeit zu pflegen; ein „Feldlazarett“ zu sein mit offenen Türen, um jeden aufzunehmen, der anklopft und um Hilfe und Unterstützung bittet; aus der eigenen Einzäunung herauszutreten und auf die anderen zuzugehen mit wahrer Liebe, um mit der verletzten Menschheit mitzugehen, um sie mit einzuschließen und sie zur Quelle des Heils zu führen.

Eine Kirche, die die Grundwerte lehrt und verteidigt, ohne zu vergessen, dass »der Sabbat … für den Menschen da [ist], nicht der Mensch für den Sabbat« (Mk 2,27), und dass Jesus auch gesagt hat: »Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten« (Mk 2,17). Eine Kirche, die zur authentischen Liebe erzieht, die fähig ist, aus der Einsamkeit zu befreien, ohne ihre Sendung als barmherziger Samariter für die verletzte Menschheit zu vergessen.

Ich erinnere mich an den heiligen Johannes Paul II., als er sagte: »Der Fehler und das Böse müssen immer verurteilt und bekämpft werden, aber der Mensch, der fällt oder einen Fehler macht, muss verstanden und geliebt werden […] Wir müssen unsere Zeit lieben und dem Menschen unserer Zeit helfen« (Ansprache an die italienische Katholische Aktion, 30. Dezember 1978: Insegnamenti I [1978], 450). Und die Kirche muss ihn suchen, ihn aufnehmen, ihn begleiten, denn eine Kirche mit verschlossenen Türen verrät sich selbst und ihre Sendung, und anstatt eine Brücke zu sein, wird sie eine Barriere: »Denn er, der heiligt, und sie, die geheiligt werden, stammen alle von Einem ab; darum scheut er sich nicht, sie Brüder zu nennen« (Hebr 2,11).

In diesem Geist bitten wir den Herrn, uns in der Synode zu begleiten und seine Kirche auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria und des heiligen Josefs, ihres tugendsamen Bräutigams, zu leiten.

von esther10 04.10.2015 09:58

Zum Auftakt der Familiensynode: Die heutige liturgische Evangelienlesung über die Ehe
Veröffentlicht: 4. Oktober 2015 | Autor: Felizitas Küble |

Die (seit Jahrzehnten festgelegte) Lesung der katholischen Kirche zum heutigen Sonntag nach Mk 10,2-16:

Da kamen Pharisäer zu ihm und fragten: Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen? Damit wollten sie ihm eine Falle stellen.



Er antwortete ihnen: Was hat euch Moses vorgeschrieben? DSC05485
Sie sagten: Moses hat erlaubt, eine Scheidungsurkunde auszustellen und die Frau aus der Ehe zu entlassen.

Jesus entgegnete ihnen: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er euch dieses gestattet.
Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen.
Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen,

und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins.
Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.

Zu Hause befragten ihn die Jünger noch einmal darüber. Er antwortete ihnen: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, der bricht die Ehe. Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet.

von esther10 04.10.2015 08:25

Das ZEIT-Porträt über Kardinal Robert Sarah sieht ihn als Anführer der Konservativen
Veröffentlicht: 3. Oktober 2015 | Autor: Felizitas Küble

Burke, Vatikan, ZEIT-online |Hinterlasse einen Kommentar
“Es geht nicht nur um die Ehe, es geht ums Ganze”

Die liberale Wochenzeitung DIE ZEIT befaßt sich in ihrem Webportal “ZEIT-online” am heutigen 3. Oktober mit dem vatikanischen Kurienkardinal Robert Sarah.



Unter dem Titel “Der Anführer” schreibt Julius Müller-Meiningen durchaus sachlich und ausgewogen über den schwarzafrikanischen Würdenträger. Cardinal_Robert_Sarah

Der Artikel bezieht sich aktuell auf die römische Bischofssynode zu Ehe und Familie: “Es geht nicht nur um die Ehe, es geht ums Ganze. Kardinal Robert Sarah aus Guinea hat sich an die Spitze der Konservativen gesetzt.”

Wie bereits mehrfach in unserem CHRISTLICHEN FORUM berichtet, betont der Präfekt der vatikanischen Gottesdienstkongegration (siehe Foto) die notwendige Treue der Kirche zur Lehre Christi – und lehnt daher eine katholische Unterwerfung unter den Zeitgeist ab. Den Versuch von westlicher Seite, die Kirche Afrikas auf einen modernistischen Kurs zu bringen, kritisiert er als “Neo-Kolonialismus”.

Als er kürzlich sein Interview-Buch “Gott oder nichts” im Fe-Verlag veröffentlichte, reiste Kardinal Gerhard Müller eigens von Rom nach Regensburg, um die aufsehenerregende Publikation des afrikanischen Kirchenmannes auf einer Pressekonferenz zu würdigen.

Julius-Müller Meiningen macht in seinem Artikel darauf aufmerksam, daß Kardinal Sarah einst die Unterdrückung der Kirche unter der kommunistischen Diktatur in Guinea hautnah miterlebte, als er als junger Pfarrer den bedrängten Katholiken mutig die christlichen Wahrheiten verkündete. Mit 34 Jahren wurde er zum weltweit jüngsten katholischen Bischof geweiht.

Der Autor schreibt hinsichtlich der vatikanischen Synode: “Wieder einmal geht es um Wahrheit, wie eigentlich immer im Leben von Robert Sarah. Auch diesmal steht viel auf dem Spiel, vielleicht sogar die Richtung, in die sich die gesamte katholische Kirche bewegt.”

Der Verfasser erinnert auch an folgende charakteristische Aussage Sarahs: “Ich bin sicher, dass das Rot meiner Kardinalswürde tatsächlich der Widerschein des Blutes vom Leiden der Missionare ist, die bis ans Ende Afrikas kamen, um in meinem Dorf das Evangelium zu verkünden.” gott-oder-nichts_m



Der Kardinal vermerkte in seinem Buch den eindeutigen Leitsatz: “Ich möchte feierlich erklären, dass sich die afrikanische Kirche jeder Rebellion gegen die Lehre Jesu und des Lehramts entschlossen widersetzen wird.”

Müller-Meiningen äußert sich sodann folgendermaßen:

“Es ist verlockend, in Sarah einen Gegenspieler zu Papst Franziskus zu erkennen, dem Papst, der ganz offensichtlich den Charakter der Kirche verändern will.

In ihrer Zivilisationskritik, der Anklage gegen die Ausbeutung der Armen, der Rückkehr zur Radikalität des Glaubens und der Verachtung einer sogenannten Gender-Ideologie sind sich die beiden aber durchaus einig. Auch vom Teufel sprechen sie beide.

Während der mild erscheinende Pastor Franziskus aber den moralischen Zeigefinger für immer in der Asservatenkammer verstauen will, hält ihn der kompromisslose Missionar Sarah für so notwendig wie nie zuvor.”

Die bekanntesten bisherigen “Hoffnungsträger” der theologisch konservativen Katholiken sind zweifellos die Kardinäle Gerhard Müller, Robert Sarah und Raymond Burke, der jedoch als Präfekt der Apostolischen Signatur (höchstes vatikanisches Gericht) von Papst Franziskus amtsenthoben wurde. Hierzu schreibt der ZEIT-Autor, daß Burke diesmal bei der Synode “nicht mit von der Partie” sei: “Franziskus hat seinen lautstärksten Kritiker abserviert”.

Die Bedeutung der afrikanischen Kirche sollte freilich nicht unterschätzt werden. Dazu Müller-Meiningen: “Weil die Zahl der Katholiken in Afrika im vergangenen Jahrhundert von etwa zwei Millionen Gläubigen auf 200 Millionen hochschnellte, versteht sich die Kirche des Kontinents als dynamischer Wegweiser.”

Außerdem erwähnt er folgende Aussage von Kardinal Sarah: “Niemand, selbst der Papst nicht, kann die Lehre Christi zerstören oder verändern. Niemand, selbst der Papst nicht, kann die Seelsorge der Doktrin entgegensetzen.”

von esther10 04.10.2015 00:53




Was ist das wahrscheinliche Ergebnis der Synode? Vorhersagen Beweisen Komplizierte


Hier geht es weiter...
Read more: http://www.ncregister.com/site/article/s.../#ixzz3nbT2i4l1

Das heißt, es gibt ein paar wahrscheinliche Linien erwähnenswert. Es ist ein offenes Geheimnis, dass zwei schwer bewaffnete Lager haben in dem Jahr seit 2014 Synode entstanden. Zusammen mit einzelnen Infanteristen aus Belgien und den Niederlanden - - Wir haben die Bischofskonferenzen von Deutschland, der Schweiz und Frankreich hat die stark drückt sich nicht nur für die Kommunion für die geschieden / remarrieds, aber für eine Öffnung, um homosexuellen Lebensgemeinschaften als auch. Eine nicht natürlich auf die andere zu führen, aber sobald der naturrechtlichen Grundlage der Ehe ist in unserer Kultur erschüttert worden, es ist eine kurze Reise nach Großhandels Akzeptanz aller "Geschlechter und Ausdrucksformen."
Ferner haben die Deutschen offen gesagt, dass sie nicht auf Rom warten, um zu tun, was sie wollen; sie behaupten, sie hätten das Recht, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen .

Das andere Lager entstanden auf der letztjährigen Synode, von den Kardinälen Raymond Burke und Wilfrid Napier geführt, mit Assists von Cardinals George Pell, Gerhard Müller und mehreren afrikanischen Bischöfe. In diesem Herbst hat Ignatius Press fünf Bücher auf Themen der Ehe und Sexualität (siehe verwandte Artikel auf Seite 7) und sogar eine Konferenz in Rom kurz vor der Synode. Viel Hoffnung auf, wie Kardinal Robert Sarah platziert "die Afrikaner", um uns von uns selbst in Europa und Amerika zu retten - selbst ein Zeichen dafür, wie schlimm die Dinge auch sein mögen.

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Deutsche Laienverbände und Bischöfe pochen auf deutschen Sonderweg
Ein Kommentar von Mathias von Gersdorff.
Erstellt von Mathias von Gersdorff am 3. Oktober 2015 um 09:16 Uhr


Mathias von Gersdorff
Kurz vor der Familiensynode, die an diesem Sonntag beginnt, fordern BDKJ und ZdK die Möglichkeit eines deutschen Sonderweges. Ausdrücklich wünschen sie sich Gestaltungsfreiheit hinsichtlich der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene, homosexuelle Partnerschaften usw. Ähnliche Stellungnahmen kamen in den letzten Monaten auch aus dem deutschen Episkopat. Aufgrund der Tatsache, dass die Synode nicht mehr beabsichtigt, Dokumente zu veröffentlichen, ist die Möglichkeit eines deutschen Sonderweges (im Grunde wäre das eine Schisma), gar nicht so unwahrscheinlich.

Die Überlegungen der Linkskatholiken könnten folgende sein:

Die Ermangelung von konkreten Stellungnahmen seitens der Synode (und anschließend möglicherweise auch des Papstes) würden die Progressisten als einen Freibrief für die Bischofskonferenzen oder die einzelnen Diözesen auslegen, die Debatten während der Synode nach ihrem Gutdünken zu „interpretieren“. Marx & Co. (Wir sind keine Filiale von Rom!) könnten so nach der Synode eine Anordnung erlassen, wiederverheirateten Geschiedenen die Kommunion zu erteilen. Radikalere Bischöfe könnten gar anordnen, in „speziellen“ Fällen nicht-eheliche Partnerschaften zu segnen. Die Begründung: Das sei „der Wille des Kirchenvolkes, ausgedrückt durch die Stellungnahmen von ZdK, BDKJ usw.“.

Die Pfarrer, die sich weigern diese Anordnungen zu folgen, würden ihre Posten verlieren. Auf diese Weise könnte in Deutschland schnell die katholische Kirche durch eine andere Kirche substituiert werden, die natürlich den Namen „katholisch“ beibehalten würde. Schließlich möchte man nicht auf die Kirchensteuer verzichten. Sollte der Papst zu spät einschreiten, könnten sich etliche deutsche Bistümer auf einen solchen Irrweg begeben.

Foto: Mathias von Gersdorff – Bildquelle: privat

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Read more: http://www.ncregister.com/site/article/s.../#ixzz3nbSL8Fjl

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