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von esther10 25.09.2015 12:21

Papst vor dem Kongress: Die Krisen und die Lösungen


Papst Franziskus hält als erster Papst eine Rede vor dem amerikanischen Kongress. - AP

24/09/2015 14:26SHARE:

Ein historischer Moment in der Geschichte der Päpste: Als erster Papst sprach Franziskus, nach einem privaten Treffen mit dem Sprecher des Repräsentantenhauses John Boehner, an diesem Donnerstagnachmittag (deutscher Zeit) vor dem US-Kongress. In einer langen englischsprachigen Rede wandte er sich an die vielen Abgeordneten und sprach von der Flüchtlingskrise, der Todesstrafe, dem Dialog mit Kuba und Iran bis hin zum Fundamentalismus. Vier Persönlichkeiten der amerikanischen Geschichte können in ihrer Vorbildfunktion die Lösung einiger Krisen sein: Abraham Lincoln, Martin Luther King, Dorothy Day und Thomas Merton.

Zu allererst wandte er sich an die Abgeordneten als „Repräsentanten“ des amerikanischen Volkes. An die „Söhne und Töchter“ dieses großen Kontinents, denn auch er sei ein Sohn dieses großen Kontinents. Die Arbeit der Politiker im Kongress verglich er mit der Gestalt von Mose, der einerseits Gesetzgeber des Volkes Israel war und andererseits die Gestalt sei, die direkt zu Gott führe und damit zur „transzendenten Würde des Menschen.“ Franziskus verwies auf die kulturellen Reserven des Landes – die als Vorbilder für eine Kultur dienen können: Persönlichkeiten, die auf unterschiedliche Art und Weise die Kultur und Geisteshaltung prägten und die auch jetzt an Aktualität aufweisen würden.

„Eine Nation kann als bedeutend angesehen werden, wenn sie wie Abraham Lincoln die Freiheit verteidigt; wenn sie eine Kultur pflegt, welche die Menschen befähigt, vom vollen Recht für alle ihre Brüder und Schwestern zu „träumen“, wie Martin Luther King es ersehnte; wenn sie so nach Gerechtigkeit strebt und sich um die Sache der Unterdrückten bemüht, wie Dorothy Day es tat in ihrer unermüdlichen Arbeit, der Frucht eines Glaubens, der zum Dialog wird und Frieden sät im kontemplativen Stil Thomas Mertons.“
Abraham Lincoln und die Wege der Freiheit

Franziskus sprach zuerst über Präsident Abraham Lincoln; nannte ihn „den Hüter der Freiheit“, der sich unermüdlich dafür einsetzte, dass die „Nation der Freiheit“ geboren werde. Dieses Jahr feiere man den hundertfünfzigsten Jahrestag seiner Ermordung . Der Weg zu einer Zukunft der Freiheit, sei ein Weg der Zusammenarbeit und der Solidarität. Heute sei die Welt geprägt von Hass, Gewalt, Terror – oft auch im Namen „von Gott, einer Ideologie oder eines Wirtschaftssystems“ ausgeübt.

Das Problem sei jedoch die Polarisierung und die Schwarz-Weiß-Malerei. Gewalt sei keine passende Antwort: „Wir wissen, dass wir in dem Bestreben, uns von dem äußeren Feind zu befreien, in die Versuchung geraten können, den inneren Feind zu nähren. Den Hass von Tyrannen und Mördern nachzuahmen ist der beste Weg, um ihren Platz einzunehmen. Das ist etwas, das Sie als Volk zurückweisen.“

Die passende Antwort sei, die der „Hoffnung, Heilung, des Friedens und der Gerechtigkeit.“ Nur mit Intelligenz und Mut und mit dem richtigen Sinn für das Gemeinwohl, sei es möglich eine Lösung zu finden. „Wenn die Politik wirklich im Dienst des Menschen stehen soll, folgt daraus, dass sie nicht Sklave von Wirtschaft und Finanzwesen sein kann. Die Politik ist hingegen ein Ausdruck unserer dringenden Notwendigkeit, in Einheit zusammenzuleben, um gemeinsam das bestmögliche Gemeinwohl zu schaffen: das einer Gemeinschaft, die Einzelinteressen zurückstellt, um in Gerechtigkeit und Frieden ihre Güter, ihre Interessen und ihr gesellschaftliches Leben zu teilen.“

Martin Luther King und das Gehör des Glaubens

Viele verschiedene Religionsgemeinschaften sind in der USA beheimatet. Sie haben Amerika zu dem gemacht, was es heute sei. So beschreibt Franziskus die Rolle der Religionen im „Land der Freiheit“. Daher müsse auch in Zukunft dem Glauben Gehör geschenkt werden, denn dieser versuche das Beste jedes Menschen und jeder Gesellschaft hervorzubringen. Hier erwähnte der Papst den US-amerikanischen Baptistenpastor und Bürgerrechtler Martin Luther King, der für seinen Traum der vollen bürgerlichen und politischen Rechten für Afro-Amerikaner verwirklichte. „Ein Traum, der immer noch in unseren Herzen nachklingt. Ich freue mich, dass Amerika weiterhin für viele ein Land der „Träume“ ist. Träume, die zum Handeln führen, zur Beteiligung, zum Engagement. Träume, die das Tiefste und Wahrste im Leben eines Volkes erwecken.“

Das „Land der Träume“ habe viele Menschen in den letzten Jahrhunderten angelockt, auch sie wollen ihren Traum leben. Papst Franziskus spricht von der derzeitigen Flüchtlingskrise. Er betonte, dass Fremdenhass nur ein Hass gegen sich selbst sei, denn die meisten Bürger der Vereinigten Staaten stammten selbst von Einwanderern ab. Hier spricht er konkret auch die Mitglieder des Repräsentantenhauses an. Genau aus diesem Grund müsse die USA die Rechte der Flüchtlinge wahren, betonte Franziskus. Er spricht nicht nur von der europäischen Flüchtlingssituation, sondern geht auch auf die Lage an der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten ein.
„Unsere Welt steht vor einer Flüchtlingskrise, die ein seit dem Zweiten Weltkrieg unerreichtes Ausmaß angenommen hat. Das stellt uns vor große Herausforderungen und schwere Entscheidungen. Auch in diesem Kontinent ziehen Tausende von Menschen nordwärts auf der Suche nach einem besseren Leben für sich und ihre Lieben, auf der Suche nach größeren Möglichkeiten. Ist es nicht das, was wir für unsere eigenen Kinder wünschen?“
Die goldene Regel: „Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen“ (Mt 7,12) sei gültig nicht nur auf Bezug der flüchtenden Menschen, sondern auf alles und jeden und betreffe unserer Verantwortung für „jedes Leben in jedem Stadium“. Mit dieser Überleitung betonte der Papst auch sein Engagement und seinen Wunsch nach der weltweiten Abschaffung der Todesstrafe.
Dorothy Day und der Kampf gegen Armut und Hunger
Dorothy Day, eine US-amerikanische Sozialaktivistin und Journalistin, welche die katholische Sozialbewegung Catholic Worker Movement gegründet hatte, sei für den Papst ein wichtiges Symbol für das soziale Engagement im Dienste der Unterdrückten. Auch heute, in Zeiten der Krise, sollten sich Politiker und Amerikaner dieser Initiative annehmen und gegen Armut und Hunger der Welt kämpfen. „Es versteht sich von selbst, dass ein Teil dieser großen Bemühung darin besteht, Wohlstand zu schaffen und zu verteilen. Die rechte Nutzung der natürlichen Ressourcen, die angemessene Anwendung der Technologie und der Einsatz des Unternehmergeistes sind wesentliche Elemente einer Wirtschaft, die bestrebt ist, modern, solidarisch und nachhaltig zu sein.“

In seinem päpstlichen Schreiben „Laudato Si“, ginge der Papst genau auf diese Themen ein – auf eine „Kultur der Achtsamkeit“, die darauf pocht die Ressourcen mit Behutsamkeit zu nutzen, die Umwelt zu schützen und die Armut zu bekämpfen. Nachhaltigkeit sei also das oberste Ziel. Er sei überzeugt, dass Amerikas hervorragende Wirtschaft- und Forschungsinstitute in den kommenden Jahren einen entscheidenden Beitrag liefern können.
Thomas Merton und die Pflicht zum Dialog

Ein weiteres Beispiel als amerikanische Leitfigur nannte der Papst den Zisterziensermönch Thomas Merton. Er sei eine „bleibende Quelle spiritueller Inspiration und eine Leitfigur für viele Menschen. Er sei ein „Mann des Dialogs, ein Förderer des Friedens zwischen Völkern und Religionen“ gewesen. Auch der Papst sehe sich in dieser Funktion, betonte er und daher sei auch sein Engagement im Bereich des Dialogs in den letzten Monate so groß gewesen. Ohne es wörtlich zu nennen, ging er hier auf sein Engagement und die Annäherung von Kuba und USA ein. Denn es gehe um die „Überwindung historischer Unstimmigkeiten beizutragen, die mit schmerzlichen Geschehnissen aus der Vergangenheit verbunden waren“. Hier deutet er auch die Verhandlungen mit dem Iran an.

„Es ist meine Pflicht, Brücken zu bauen und allen Menschen zu helfen, auf jede mögliche Weise dasselbe zu tun. Wenn Länder, die miteinander im Konflikt standen, den Weg des Dialogs einschlagen – eines Dialogs, der aus sehr legitimen Gründen unterbrochen sein mag –, öffnen sich neue Möglichkeiten für alle.“ Schließlich betonte Papst auch noch dass der Waffenhandel enden müsse. Das Geld, das aus diesem Business komme sei in „unschuldiges Blut“ getränkt und er wiederholte die Wichtigkeit der vier Persönlichkeiten der amerikanischen Geschichte.

Als letzten Punkt erwähnte der Papst seinen Besuch in Philadelphia, wo er den Weltfamilientag besuchen wird und die Bedeutung der Familie, bevor er die berühmten Worte sprach: „God bless America.“ Im Anschluss an seine Rede trat er auf den Balkon des Kapitols und grüßte die tausenden Zuschauer, die die die Rede von draußen verfolgt hatten.

Spontane Segnung des amerikanischen Volkes

Nach dem historischen Ereignis sprach der Papst noch, vom Balkon des US-Kongress aus, zu den zahlreichen Menschen, die sich am Kapitol versammelt hatten. In seiner Muttersprache segnete er alle Menschen von Amerika - vor allem die Kinder und die Familien. Er bat die vielen Menschen darum für ihn zu beten und die jenige, die nicht glauben oder für ihn beten können, sollen „Glückwünsche" an ihn richten.

Gleich darauf traf Papst Franziskus mit Obdachlosen im Caritas-Zentrum der Pfarrei St. Patrick zusammen, bevor er von Washington aus weiter nach New York reiste. Dort konzelebriert er eine Vesper mit dem Klerus in der St. Patricks Kathedarale.
(rv 24.09.2015 no)
http://de.radiovaticana.va/news/2015/09/...6sungen/1174389




von esther10 25.09.2015 10:53

Keuschheit – Katholische Altlast oder christliches Erkennungszeichen?

Vorbemerkung der Redaktion: Im September-Oktober-Heft von „Theologisches“ haben wir die Be-sprechung eines wichtigen Werkes von Gabriele Kuby zum Gender-Thema veröffentlicht.



Der nun folgende Beitrag der Autorin konkretisiert die in ihrem Buch angesprochene Problematik im Blick auf die Tugend der Keuschheit. Der auf dem Kongress „Freude am Glauben“ gehaltene Vortrag (Fulda, 27. August 2010) wurde für die Veröffentlichung leicht überarbeitet.

Wann haben Sie zuletzt das Wort Keuschheit in den Mund genommen oder jemanden aussprechen hören? Es ist eines der Worte, das nicht mehr in unsere Zeit zu passen scheint, denn das, was es bezeichnet, entspricht nicht mehr dem Denken, Wollen und Handeln der meisten Menschen. Die Sprache verändert sich mit der gelebten Realität, aber sie ist auch ein Gefäß geheimnisvoller Weisheit, das aus einer anderen Quelle als der menschlichen Wirklichkeit gefüllt wird. Die Strategen der globalen Kulturrevolution vergreifen sich an der Sprache, um die Massen zu manipulieren, weil sie um die Macht des Wortes wissen. Es sollte unsere Alarmglocken schrillen lassen, wenn das Europä-ische Parlament das Wort Mutter zum „sexistischen Stereotyp“ erklären will!
Im etymologischen Duden erfahren wir: Das Wort keusch stammt aus dem Frühmittelalter, es ist entlehnt aus dem lateinischen conscius, was bedeutet: mitwissend, eingeweiht, bewusst. Im Duden heißt es: „Aus der Bedeutung ‚der christlichen Lehre bewusst‘ entwickelten sich die Bedeutungen ‚tugendhaft, sittsam, enthaltsam, rein‘ “ – alles Worte, die weitgehend außer Gebrauch gekommen sind. Das Gefäß der Sprache ist nicht aus Stein, es ist abhängig vom Inhalt und sackt in sich zusammen, wenn es von der Wirklichkeit, die es umfängt, entleert wird.
Ich werde im folgenden ausgiebig aus dem Katechismus der Katholischen Kirche zitieren, weil kaum mehr zu Gehör gebracht wird, was doch die geltende Lehre der Kirche ist. Das, was wir da lesen, ist Sand im Getriebe der Zeit, leider auch Sand im Getriebe der Kirche. Streuen wir also den Sand aus.


Zur begrifflichen Klärung

Keuschheit ist eine Tugend, die der Kardinaltugend der Mäßigung zugehört, welche, laut Katechis-mus, „die Leidenschaften und das sinnliche Begehren des Menschen mit Vernunft zu durchdringen sucht“ (KKK 2341). Auch der Begriff Tugend kommt kaum mehr vor, nicht in Predigten, nicht in Erziehungsplänen, nicht bei der Erwägung, ob eine Person für hohe Staatsämter geeignet ist. Der Philosoph Alasdair MacIntyre hat darüber ein Werk verfasst mit dem Titel: Der Verlust der Tugend. Zur moralischen Krise der Gegenwart . Auch der dunkle Bruder der Tugend, die Sünde, ist ein Wort, das aus der Mode gekommen ist, allerdings aus ganz anderen Gründen. Um im Bild zu blei-ben: Das Gefäß ist so voll geworden, dass es seinen Inhalt nicht mehr halten kann; überallhin hat er sich ausgebreitet und soll nicht mehr beim Namen genannt werden.

Weil es so sehr in Vergessenheit geraten ist, was Tugend ist und bewirkt, sei wieder der Katechis-mus befragt. Dort heißt es: „Die Tugend ist eine beständige, feste Neigung, das Gute zu tun“ (KKK 1803; 1833). „Die menschlichen Tugenden … verleihen dem Menschen Leichtigkeit, Sicherheit und Freude zur Führung eines sittlich guten Lebens. Der tugendhafte Mensch tut freiwillig das Gute.

Die sittlichen Tugenden … ordnen alle Kräfte des Menschen darauf hin, mit der göttlichen Liebe vereint zu leben“ (KKK 1804). Halten wir fest, was das eigentliche Ziel des Bemühens um Tugend ist: Mit der göttlichen Liebe vereint leben.

Wer möchte das nicht, der eine Ahnung davon hat, dass Gott existiert und dass Gott die Liebe ist? Aber wer ist bereit, den Preis zu zahlen? Wer ist bereit, die Jugend zu lehren, dass die Erfüllung der Sehnsucht nach Glück eben nicht über Spaßmaximierung zu erlangen ist, sondern An-strengung, Überwindung, Selbstbeherrschung in Dienste eines leuchtenden Ziels, das Liebe heißt, eine Liebe, auf die Ehe und Familie gegründet werden können?

Keuschheit ist dafür die notwendige Voraussetzung, die Investition, die eingezahlt wird auf die Realisierung des großen Traums der Liebe. Einem Menschen sagen können: „Ich habe auf dich gewartet!“ – ist das nicht erstrebenswert? Am Traualtar stehen und wirklich Braut sein in leuchten-der Schönheit, die nur die Reinheit schenkt. Den großen Friedensschluss zwischen Mann und Frau mit dem Versprechen lebenslanger Treue besiegeln – das klingt wie Kitsch, verklärte Romantik, gänzlich out of tune mit der heutigen Zeit. Und doch lebt dieser Traum in den Herzen junger Men-schen, viele suchen und manche finden den Höhenweg der Liebe.

Keuschheit ist die Tugend der Mäßigung im Bereich der Sexualität. Sie ist immer notwendig, vor der Ehe, in der Ehe, in der Ehelosigkeit, dem Zölibat. Insbesondere das sexuelle Begehren neigt zur Maßlosigkeit und gebärdet sich gerne wie ein wildgewordenes Pferd, das von seinem Reiter nicht mehr gelenkt werden kann. Der Katechismus definiert Keuschheit so: „Keuschheit bedeutet die geglückte Integration der Geschlechtlichkeit in die Person und folglich die innere Einheit des Menschen in seinem leiblichen und geistigen Sein. Die Geschlechtlichkeit, in der sich zeigt, dass der Mensch auch der körperlichen und biologischen Welt angehört, wird persönlich und wahrhaft menschlich, wenn sie in die Beziehung von Person zu Person, in die vollständige und zeitlich unbe-grenzte wechselseitige Hingabe von Mann und Frau eingegliedert ist“ (KKK 2337).

In nuce ist in dieser Definition die Lehre der Kirche über die Geschlechtlichkeit enthalten. Keuschheit bedeutet keine Ablehnung der Sexualität, keine „Sexualfeindlichkeit“, die der Kirche so gerne vorgeworfen wird. Keuschheit ist nicht leibfeindlich, auch wenn es leibfeindliche Häresien (wie den Manichäismus) gegeben hat. Die Tugend der Keuschheit beruht auf einem spezifischen Menschenbild, nämlich dem: Der Mensch ist in der Ebenbildlichkeit Gottes um seiner selbst willen geschaffen und zur Liebeseinheit mit Gott berufen. Darin liegt seine Würde, und diese Würde ver-bietet es, dass er für irgendetwas benutzt wird, etwa zur sexuellen Befriedigung. Der Mensch ist ei-ne Einheit aus Leib und Geist, eine Person, die dann in der Wahrheit lebt, wenn der sexuelle Trieb vom Geist durchdrungen und gelenkt wird, um Mann und Frau zur lebenslangen, wechselseitigen Hingabe zu befähigen, auf dass sie gemeinsam ihr letztes Ziel erreichen: das ewige Leben.


Eine das Gewissen beunruhigende Wahrheit

Zu allen Zeiten war die Keuschheit ein hohes Ideal, das mal mehr, mal minder erreicht wurde, aber das Ideal wurde nie aufgegeben. Heute ist es im Begriff zu erlöschen.

Keuschheit erscheint den meisten Zeitgenossen, besonders jenen, die über mediale Deu-tungsmacht verfügen, in der Tat als katholische Altlast, die zu entsorgen ist wie Müll, in der irrigen Vorstellung, dass wir dadurch unsere Sorgen loswürden. Keuschheit erscheint vor allem jenen als jüdisch-christliche Altlast, die sie als freiheitsberaubende Fessel empfinden und auf dieser Erde darum kämpfen, noch im letzten Winkel die Traditionen zu zerstören, die durch restriktive sexuelle Normen stabile Familienstrukturen ermöglicht haben.

Die Wucht des Kampfes gegen die katholische Sexualmoral ist erklärungsbedürftig. Es kann ja niemand behaupten, die wenigen, die ihr noch anhängen, würden irgendwelche Versuche machen, sie der Mehrheit aufzuzwingen. Alles ist erlaubt, anything goes, alle Naslang dürfen sich die Zuschauer an neuen Grenzüberschreitungen im Fernsehen oder in der Bildzeitung ergötzen. Warum also so viel Aufregung darüber, wenn eine Stimme zwar ohne Macht, aber mit Vollmacht den „mo-ralischen Relativismus“ beklagt?

Erklärbar ist das nur, wenn wir ernst nehmen, was Gott durch Jeremia sagt: „Ich lege mein Gesetz in sie hinein, ich schreibe es auf ihr Herz“ (Jer 32,33). Wir tragen also den Maßstab des Ge-wissens im eigenen Herzen, und dieses Gewissen soll nicht geweckt werden.

Die Unzucht als Widerspruch zur Keuschheit

Es kann kein Zweifel bestehen, dass die Last der Keuschheit Christen von Jesus selbst auferlegt ist. „Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen“, lehrt Jesus in der kürzesten Ver-dichtung seiner Lehre, den Seligpreisungen. Kann es ein reines Herz in einem schmutzigen Leib geben?
Noch versteht jeder, was im Bereich der Sexualität mit Schmutz gemeint ist, jeder weiß, was ein schmutziger Witz oder ein schmutziger Film ist. Immer geht es darum, dass einer den anderen schamlos zur Triebbefriedigung benutzt.

Paulus sagt:„Hütet euch vor der Unzucht! Jede andere Sünde, die der Mensch tut, bleibt au-ßerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, versündigt sich gegen den eigenen Leib. Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt?“ (1 Kor 6,18-19).

Und wieder taucht da ein Wort auf, das im Begriff ist, unter „Hassrede“ eingeordnet und kriminalisiert zu werden: die Unzucht. Bevor das Wort unter dem Schutt und den Scherben der De-moralisierung ganz begraben ist, sei noch einmal der Katechismus der Katholischen Kirche zitiert. In Zeiten, in denen de Heterosexuellen die Ehe zunehmend überflüssig finden, die Homosexuellen sie aber um so entschlossener für sich beanspruchen, weiß kaum einer mehr, wie trennscharf die Sünde der Unzucht definiert ist:

„Unzucht ist die körperliche Vereinigung zwischen einem Mann und einer Frau, die nicht miteinander verheiratet sind. Sie ist ein schwerer Verstoß gegen die Würde dieser Menschen und der menschlichen Geschlechtlichkeit selbst, die von Natur aus auf das Wohl der Ehegatten sowie auf die Zeugung und Erziehung von Kindern hingeordnet ist. Zudem ist sie ein schweres Ärgernis, wenn dadurch junge Menschen sittlich verdorben werden“ (KKK 2353).

Paulus war es darum zu tun, die Juden von der Gesetzlichkeit in die Freiheit der Liebe und Gnade Christi zu führen und die Heiden vor dem Joch jüdischer Gesetzesstarre zu bewahren. Dar-um kämpfte er auf dem ersten Apostelkonzil von Jerusalem: „Darum halte ich es für richtig, den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten aufzubürden; man weise sie nur an, Verunreini-gungen durch Götzenopferfleisch und Unzucht zu meiden“ (Apg 15,20).


Die Keuschheit als Grund für den Siegeszug des Christentums

Unzucht war also eine der unumstößlichen Trennlinien zwischen Heiden und Christen. Die Philo-sophin Gertrude Anscombe schreibt: „In der Antike gab es eine enorme Spannung zwischen der heidnischen und der christlichen Moral… Das Verbot der Unzucht muss besonders auffällig gewe-sen sein; es muss für viele eine tiefgreifende Veränderung des Lebens mit sich gebracht haben, wie es das heute täte. Christliches Leben bedeutet eine Trennung von den Maßstäben der Welt: Man konnte kein Anbeter Baals sein, man konnte nicht den Götzen opfern, Sodomie üben, neugeborene Kinder töten und dennoch ein treuer Christ sein.“

Der Grund dafür war die revolutionäre neue Sicht des Christentums auf die Frau: „Die Christen wurden gelehrt, dass Gatte und Gattin gleiche Rechte am Leib des anderen haben; eine Ehefrau wird beleidigt durch den Ehebruch ihres Gatten, ebenso wie der Gatte durch den seiner Gattin. Das Christentum akzeptierte auch die sexuelle Abwertung der Frau nicht, es rief die Prosti-tuierte zur Umkehr auf und verwarf auch das von der Gesellschaft respektierte Konkubinat.

Und schließlich war durch das Wort des Herrn die Scheidung für Christen ausgeschlossen“ .
In dieser „reinen und strengen Moral“ sieht Edward Gibbon einen Grund, warum das Chris-tentum das Römische Reich beerbte. In seinem berühmten Werk Verfall und Untergang des Römi-schen Reiches schreibt er: „Während dieser große Körper [das Römische Reich] durch offene Ge-walt erschüttert oder durch langsamen Verfall untergraben wurde, flößte sich eine reine und demü-tige Religion allmählich den Herzen der Menschen ein, wuchs empor in der Stille und Dun-kelheit, schöpfte neue Kraft aus dem Widerstande und pflanzte endlich das triumphierende Pa-nier des Kreuzes auf die Trümmer des Kapitols“. Wie war das möglich?

Gibbon führt fünf Ursa-chen für den Siegeszug des Christentums an: „Die frühen Christen glaubten an das ewige Leben, sie waren unbeugsam und eifrig, sie wirkten Wunder, sie bewahrten Einheit und sie besaßen eine reine und strenge Moral“ .

Sollten spätere Generationen Grund haben zu fragen, warum die christliche Kultur im Wes-ten untergegangen ist, so könnte die Antwort sein: Die Christen glaubten in ihrer Mehrheit nicht mehr an das ewige Leben, sie beugten sich dem Zeitgeist und waren lau, sie wirkten keine Wunder, sie waren gespalten und zerstritten und sie gaben die reine und strenge Moral auf.


Die „Entsorgung“ der Keuschheit in den letzten vier Jahrzehnten

Die letzten vier Jahrzehnte können als Entsorgungsphase von Tugend beschrieben werden, insbe-sondere im sexuellen Bereich. Spaß wurde als Lebenssinn verkauft und Sex als dessen höchster: Sex außerhalb der Ehe, Sex von Kindesbeinen an, Sex zwischen Alt und Jung, professioneller Sexservice für Behinderte, Sex zwischen Menschen gleichen Geschlechts (homo), Sex abwechselnd mit dem gleichen und dem anderen Geschlecht oder beiden zusammen (bi), Sex mit wechselndem eigenem Geschlecht (trans), Sex in serieller Monogamie und Sex in Polygamie und Polyandrie, dies alles auf dem Milliarden-Dollar-Markt der Pornographie zum visuellen Konsum jedem Mann und jeder Frau und jedem Kind dargeboten.

Es gilt als Gebot der Toleranz, dies alles gut zu heißen. Es schlecht zu nennen, wird als Diskriminierung der Rechte von Minderheiten diskriminiert. So wird der Wertediskurs erstickt.

Den Kindern und Jugendlichen wird das oben genannte sexuelle Menu per Schulzwang im jahrelangen, fächerübergreifendem Sexunterricht zur Auswahl angeboten. (Fast) alles ist erlaubt, sofern die Beteiligten es freiwillig tun. Grüne und Linke hatten sich lange dafür eingesetzt, dass auch „einvernehmlicher Sex“ zwischen Erwachsenen und Kindern freigegeben werde. Der Gesetz-geber hat zwar das Schutzalter kontinuierlich gesenkt, aber den Riegel doch noch nicht ganz zu-rückgezogen. Nun sehen wir: auch der hält nicht mehr: Millionenfach werden Kinder von Erwach-senen sexuell missbraucht. Kein Hahn krähte danach. Erst als ans Licht kam, dass dies auch inner-halb der Kirche geschieht, gab es berechtigtes, wenn auch scheinheiliges öffentliches Ent-setzen. Die Botschaft der säkularen Medien an die Kirche ist keineswegs: Lebt endlich, was ihr lehrt, reinigt euch von den homosexuellen Netzwerken in der Kirche, wie es euer Papst fordert, sondern ganz im Gegenteil: Gebt endlich den Zölibat und eure Sexualmoral auf!
In diesen Chor stimmen die großen Laienverbände der Katholischen Kirche ein, das Zentralko-mitee der deutschen Katholiken, die katholischen Frauenverbände, der BdkJ, aber leider auch solche, die das gläubige Volk zu hüten und zu lehren hätten. So bezeichnete kürzlich ein Mo-raltheologe die „kirchliche Sexualmoral als nicht mehr zeitgemäß“ und forderte, die Kirche müsse den Schwulen und Lesben eine Antwort geben, wie sie mit ihrer Veranlagung umgehen sollen. Es fehle ein positives Echo für jene Homosexuellen, die eine feste Beziehung eingehen wollten . So wird die biblische Offenbarung und die bis zum heutigen Tag unveränderte Lehre der Kirche mit einem einzigen Kratzfuß vor dem Zeitgeist ins Aus gekickt.


Die katastrophalen Folgen des Verlustes der Keuschheit

Eine Gesellschaft, die lange der Auffassung war, die Aufklärung habe der Vernunft und Rationalität zum Sieg verholfen und mit dem Fall der Mauer sei das Ende aller Ideologie gekommen, verstopft Augen, Ohren und Herz vor den Zeichen der Zeit. Es bedarf keiner prophetischen Gabe, um zu erkennen:

- Die systematische Verhütung und straffreie Massentötung ungeborener Kinder führen zum Aus-sterben der Bevölkerung.

- Die Sexualisierung der Bevölkerung und die Aufhebung aller sexuellen Normen führen zur Auflö-sung der Familie.

- Die Auflösung der Familie führt massenhaft zu Angst, Depression und psychischen und so-matischen Störungen aller Art.

Zerbrochene Familien erzeugen leistungsschwache, orientierungslose, kranke Jugendliche, von denen sich viele in Süchte aller Art flüchten und ein wachsender Anteil in die Kriminalität rutscht. Der Kinder- und Jugendgesundheitsservey (KiGGS, 2003-2006), spricht von einer „‘neuen Morbidität‘, die vorrangig von Störungen der Entwicklung, der Emotionalität und des Sozialverhal-tens bestimmt ist… Insgesamt zeigt sich in der Studie eine Verschiebung von akuten hin zu chroni-schen Erkrankungen wie Fettleibigkeit, Asthma oder Allergien und eine Zunahme psychischer Er-krankungen.“ . Neue Zahlen aus NRW zeigen, dass die Zahl der psychiatrischen Fälle bei Kindern zwischen 2000 und 2008 um fast die Hälfte gestiegen ist .

Der Bedarf an Ärzten, Therapeuten, Poli-zisten, Justizbeamten und Gefängnissen übersteigt zusehends die Leistungsfähigkeit einer Gesell-schaft, die unaufhaltsam in die demografische Katastrophe hineinrutscht.

Wie nachhaltig, um ein modisches Kunstwort zu gebrauchen, wie zukunftsfähig ist eine Ge-sell-schaft, die aller Vernunft zum Trotz Kinder und Jugendliche immer weiter in die Sexualisierung hineintreibt? Eine großangelegte Langzeitstudie von 14.000 US-amerikanischen Jugendlichen erbrachte folgende Ergebnisse:

Jugendliche, die keine sexuellen Beziehungen haben, haben eine geringere Wahrscheinlich-keit, depressiv zu werden, einen Selbstmordversuch zu machen, sich mit Geschlechtskrankheiten anzustecken, uneheliche Kinder zu bekommen und als Erwachsene Sozialempfänger zu werden. Sie haben eine größere Wahrscheinlichkeit, stabile, lang dauernde Ehen einzugehen.

Im Vergleich mit sexuell aktiven Jugendlichen haben jene, die bis zum 18. Lebensjahr keine sexuellen Beziehungen haben, eine
- 60 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, von der Schule zu fliegen
- 50 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, die Schule ohne Abschluss abzubrechen
- eine fast doppelte so große Wahrscheinlichkeit, das College abzuschließen .
Eltern haben in der Regel an all diesen erfreulichen Wirkungen sexueller Enthaltsamkeit im Jugendalter Interesse. Aber wer kämpft mit den Schulen, wer ringt mit den eigenen Kindern darum, ihnen diesen Weg erstrebenswert zu machen, ihn wenigstens nicht zu verbauen?

Legt man die Last der Keuschheit auf eine Waagschale und die Lasten, die für den Einzel-nen und die Gesellschaft entstehen, wenn die Menschen diese Last abwerfen, dann dürfte das Er-gebnis für jeden nüchternen Betrachter klar sein. Wir verstehen, warum Jesus sagt: „Mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht“ (Mt 11,30).

Aber an den Schalthebeln der Macht sitzen linke Ideologen, die sich auch in den C-Parteien eingenistet haben. Sie scheren sich nicht um den dramatischen Verfall der seelischen Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. Sie diffamieren Menschen, die für die vom Grundgesetz geschützte Familie eintreten, bestehend aus Vater, Mutter und Kindern, als „Familien-fundamentalisten“ – ungerührt vom Elend der zerbrochenen Familien und den bodenlosen Belas-tungen und Kosten, die dadurch dem Gemeinwesen entstehen; sie benutzen ihre Macht über die Ausbildung von Erziehern und Lehrern und die schulischen Curricula, um den Eltern das vom Grundgesetz garantierte Erziehungsrecht zu entreißen und Kinder vom Kindergarten an zu sexuali-sieren durch Institutionen wie die staatliche Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und die staatlich geförderte

Abtreibungsorganisation Pro Familia und Donum Vitae. Eltern, die sich wider-setzen, kommen in Deutschland ins Gefängnis, die Kinder ins Heim . Die Politiker wissen seit Jahr-zehnten, dass die Sozialsysteme aufgrund der demografischen Krise zusammenbrechen brechen, aber sie rühren nicht an der Propagierung von Verhütungsmitteln in den Schulen, an der Straffreiheit der Abtreibung und an der Familienzerstörungspolitik.

Der Kampf um die Sexualisierung ist keineswegs ein blindes Geschehen, sondern eine von den Machteliten dieser Welt über die UN und EU betriebene globale politische Strategie zur Reduk-tion der Weltbevölkerung. Dieser Kampf, dem die Kirchen kaum Widerstand entgegensetzen, ist in seinem Kern ein Kampf gegen Gott, ein Kampf gegen das Christentum. Es kann nicht anders sein, denn Gott ist die Liebe und beruft den Menschen in die Liebeseinheit des ewigen Lebens.


Die Keuschheit in der Berufung zur wahren Liebe, ein Erkennungszeichen des echten Christentums

Deus caritas est, lauten die ersten drei Worte der ersten Enzyklika Papst Benedikt XVI., in der es ihm darum geht, im Bewusstsein der Menschen die Liebe aus dem Käfig des Egoismus zu befreien. Im Herzen weiß es jeder und hat – hoffentlich – Inseln der Erfahrung, was Liebe ist: Im Blick eines anderen die Freude über die eigene Existenz wahrnehmen, ein Blick, der sagt:

„Wunderbar, dass es dich gibt. Dein Wohlergehen ist meine Freude.“ Gott, so glauben wir, hat jeden einzelnen aus Liebe erschaffen und zur Liebe berufen. Diese Bejahung muss von Menschen bestätigt werden, damit wir der Berechtigung und Gutheit unserer Existenz inne werden. Deswegen heftet sich der Blick des Neugeborenen an die Augen der Mutter, weil die liebende Existenzbejahung, die daraus fließt, so lebenswichtig ist wie die Milch aus der Brust.
So groß ist die existentielle Bedürftigkeit des Menschen nach Liebe, und so überaus gefähr-det, so brüchig deren Erfüllung! Welch großes Privileg, wenn ein junger Mensch mit einer satten Grundausstattung mit elterlicher Liebe in die Pubertät kommt.

Denn nun erwacht der Geschlechtstrieb, in Jungen später als bei Mädchen, dafür mit zwan-zig Mal stärkerer hormoneller Wucht. Was tun? Wie damit umgehen? Durch die Medien, durch die Schule, von den Gleichaltrigen kommt eine buchstäblich überwältigende Botschaft: Befriedige dei-ne sexuelle Lust, es macht Spaß, es ist dein Recht, es ist „sicher“. Alle tun es, tu du es auch.
Patrick Fagan vom Heritage Institut sagt: „Die große Mehrheit der halbwüchsigen jungen Männer, die Kondome überziehen, und der jungen Frauen, welche die Pille nehmen, haben nicht die Ab-sicht, die Person zu heiraten, mit der sie im Bett sind… Sie wissen, dass sie sich wieder trennen werden. Sie weisen zurück und gewöhnen sich in ihrem Intimleben daran, zurückgewiesen zu wer-den. Dadurch schaffen sie eine Kultur, die nicht auf Zugehörigkeit und Liebe beruht, sondern auf Zurückweisung und Leiden. Sie zahlen einen Preis, der größer ist, als die meisten vermuten“ .

Wie schwer ist es, treu zu sein, wenn die Worte „Ich liebe dich“ schon benutzt, schon abgenutzt und öfter gebrochen wurden?

Die Liebe, die Einheit zwischen zwei Menschen schafft, ja sie „ein Fleisch“ werden lässt, kann sich nur zwischen Menschen ereignen, die in sich selbst eine Einheit geworden sind. Um per-sonale Integrität zu erlangen, ist ein Reifungsprozess notwendig, der Selbstbeherrschung erfordert. Eltern, Lehrer, Paten und Priester haben – hätten – die Aufgabe, in diesem Prozess Vorbild, Weg-weiser, Helfer und Beschützer zu sein, damit die Tugend in der Seele und dem Willen des Men-schen „Heimatrecht“ bekommt, wie Johannes Paul II. sagt . „Erst die zu einer Tugend gewordene Liebe kann den objektiven Forderungen der personalistischen Norm entsprechen, die verlangt, dass die Person geliebt werde, und nicht zulässt, dass sie – auf welche Weise auch immer – ‚gebraucht‘ wird“ .

Das Gebrauchen einer anderen Person zur sexuellen Befriedigung entpersonalisiert die Se-xualität, oder, um es mit Rollo May auszudrücken: „Das Feigenblatt wird an einen anderen Platz verrückt, es verdeckt nunmehr das Gesicht“ . Ein aktueller Werbespruch des Handy-Anbieters Ali-ce bringt es auf den Punkt: „Verbinden, ohne sich zu binden.“ Die Zeugnisse der Opfer sexuellen Missbrauchs, ihre Wut, ihre Verzweiflung, ihre Verbitterung, die wir an den Fernsehschirmen sehen konnten, zeigen: Nichts verletzt die Würde des Menschen so sehr,

verwundet ihn in seinem We-senskern so tief, wie der Missbrauch der Sexualität. Wer bereit ist, einen anderen im Innersten zu missbrauchen, der wird bereit sein, Menschen für jeden egoistischen Zweck zu gebrauchen. Deswe-gen ist die sexuelle Verwahrlosung die schiefe Ebene in die Tyrannei, die schon Plato in seiner Re-publica beschrieben hat. Ein Vorbote des neuen Totalitarismus ist das verschärfte Antidiskriminie-rungsgesetz der EU, das nicht mehr zulassen wird, dass wir im Bereich der Sexualität zwischen gut und böse unterscheiden.

Weil wir in einem Meer von Scheitern, von Versagen, von gebrochenen Versprechen und zerbrochenen Verheißungen leben, sind wir im Begriff, unsere Sehnsucht nach Liebe, nach der Be-gegnung mit dem Du, nach Treue, als romantischen Traum abzutun und unsere Gesetze dem Schei-tern anzupassen. Aber das Erkennen und das Erkanntwerden im liebenden Blick des anderen ist die ewige Aufforderung an den Menschen, der aus Liebe geschaffen und zur Liebe berufen ist. Wer je auf die häretische Idee verfällt, Gott lehne die körperliche Liebe ab, der lese das Hohelied der Bibel:

„Ich schlief, doch mein Herz war wach. Horch, mein Geliebter klopft: Mach auf, meine Schwester und Freundin, meine Taube, meine Makellose! Mein Kopf ist voll Tau, aus meinen Lo-cken tropft die Nacht…“ (Hld 5,2) „Meinem Geliebten gehöre ich, und mir gehört der Geliebte, der in den Lilien weidet“ (Hld 6,3)

Wer in der Literatur der Welt hat so schöne Worte gefunden? Für den Mystiker Johannes vom Kreuz erfüllte sich das Hohelied in seiner Liebe zu Jesus. Bei aller ekstatischen Hingerissenheit warnt das Hohelied drei

Wir dürfen das Ideal der Keuschheit als Voraussetzung der Liebe nicht fahren lassen, wenn wir uns selbst nicht aufgeben wollen als Person, als Gesellschaft, als Volk, als Christen. Liebe ist kein romantisches Gefühl, sondern die stärkste Herausforderung die es gibt und der Sinn unserer Existenz. Wir sind es der jungen Generation schuldig, ihr den Weg der Liebe zu zeigen, deren Voraussetzung die Keuschheit ist. Ich selbst versuche dies in Kursen zu tun, die den Namen tragen ONLY YOU – gib der Liebe eine Chance. Ja, die Tugend der Keuschheit ist ein christliches Erkennungszeichen, ein untrügliches.
http://www.gabriele-kuby.de/wortmeldunge...ennungszeichen/

von esther10 25.09.2015 10:13

„Niemand kann sich entschuldigen oder wegsehen“
Predigt von Bischof Overbeck in der Schlussandacht zur Herbst-Vollversammlung der DBK

Fulda, 25. September 2015 (DBK PM) Staff Reporter | 101 klicks


Wir dokumentieren die Predigt von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen) in der Schlussandacht am 24. September 2015 zur Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda.

***

Liebe Mitbrüder im Bischofsamt, liebe Mitbrüder im geistlichen Dienst, liebe Schwestern und Brüder, verehrte Gäste, liebe Gemeinde!

1. „Die Menschen, die die deutschen Soldaten aus dem Mittelmeer gezogen haben, besitzen nichts außer dem, was sie am Leib tragen. Manche haben zwei T-Shirts und zwei Hosen übereinander gezogen – oder einen Anorak mit Mütze, mitten im Sommer. Andere tragen nicht einmal Schuhe, sie sind barfuß unterwegs. Sie setzen alles auf eine Karte: Tod oder Leben.“1 So beschreibt die Lage einer unserer Militärseelsorger, der Soldaten an Bord der Deutschen Marine begleitet, die im Mittelmeer vor der Küste Libyens kreuzt, um Flüchtlinge aus Seenot zu retten.

Das aktuelle Massenphänomen flüchtender Menschen hat weitreichende nationale und internationale, gesellschaftspolitische und kulturelle, religiöse und andere bisher ungeahnte Dimensionen. Es scheint, als würden sich die Völkerwanderungen des frühen Mittelalters in unserer Zeit in neuer Form fortsetzen. Die vielen ertrunkenen Flüchtlinge offenbaren nicht nur unvorstellbare Nöte von Menschen, sondern zugleich auch das Scheitern politischer Systeme und einer bestimmten Flüchtlingspolitik; was sich im Mittelmeer zeigt, setzt sich auf verschiedene Weise an Land fort. Die Flüchtlinge, die in den letzten Wochen und Monaten in ungemein hoher Zahl zu uns nach Deutschland gekommen sind und weiterhin kommen, stehen für ein Phänomen, das uns heute und in Zukunft in vielfacher Hinsicht weiter beschäftigen wird. Die Globalisierung und die Zunahme an Gewalt, oftmals auch religiösen und ethnisch-nationalen Ursprungs, wie auch die Sehnsucht der Menschen nach mehr Wohlstand, stellen uns alle vor neue Fragen. Unsere Welt mischt sich neu. Wir leben mitten darin. Niemand kann sich entschuldigen oder wegsehen. Was sich seit Jahren angekündigt hat, wird nun mit einer bisher unvorstellbaren Dynamik erfahrbar, die nicht mehr beherrschbar ist. Zorn oder allgemeine Betroffenheit helfen nicht. Unsere Identität steht auf dem Prüfstand, und unsere Solidarität ist gefragt.

2. Wir machen Grenzerfahrungen. Sie sind mit Schwäche verbunden, mit Ohnmacht und Hilflosigkeit. Grenzerfahrungen bedeuten aber auch Provokation und Unruhe, setzen Gewohntes außer Kraft und öffnen neue Felder, zwingen zu Wegen, die noch nie begangen worden sind, machen neue Orientierung notwendig. Die Phänomene der letzten Tage und Wochen zeigen deutlich: Wir kommen an eine Grenze.

Was sich hier offenbart, hat auch zu tun mit den Phänomenen von Globalisierung und Digitalisierung. Die Grenzen bisheriger Welten brechen auf, Informationsfluten ungeahnten Ausmaßes weiten die Horizonte, überfordern aber auch. Hinter dem Negativen und Gefährlichen dieser Entwicklung steckt jedoch auch das Positive, nämlich Entdeckerfreude, Mut zum Wagnis und Suche nach Neuem. Die Grenzerfahrungen von heute, im Inneren des Menschen wie im Äußeren, sind Ausdruck von Wachstums-Phänomenen. Denn Grenzen können Wachstum provozieren. Darin zeigt sich auch die tiefe religiöse Wahrheit des christlichen Glaubens: Jedes Ende birgt einen neuen Anfang in sich; aus dem Verlust des Alten entsteht der Gewinn des Neuen; aus dem Tod erwächst Leben!

3. Wir deutschen Bischöfe gedenken heute gemeinsam mit Ihnen der Beendigung des Zweiten Vatikanischen Konzils vor fünfzig Jahren. Der Festakt am heutigen Nachmittag wie auch das gemeinsame Gebet in dieser Stunde am Grab des hl. Bonifatius sind nicht einfach nur eine Erinnerungsstunde an ein Ereignis, das damals viele Menschen in Euphorie versetzte, weil sich Fenster öffneten und die Frische des Heiligen Geistes durch die Räume der Kirche zog. Wir bitten zugleich darum, „im Heute glauben“ zu können, wie es der überdiözesane Gesprächsprozess unserer Bischofskonferenz in den Jahren 2011 bis 2015 formuliert hat.

Für die Zeitzeugen von damals war das II. Vaticanum eine ungemein inspirierende Erfahrung. Die Wirkungsgeschichte ist vieldeutig. Der Zukunftsoptimismus, der z. B. wesentliche Texte der Pastoralkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils „Gaudium et spes“ durchzieht, war bereits mit dem Ende der 1960er Jahre verflogen. Er ist heute bei vielen Menschen einer großen Skepsis gewichen, gerade auch in unserer Kirche. Es gab in den vergangenen fünfzig Jahren erstaunlich offene Gespräche und Auseinandersetzungen zu unterschiedlichen Themen, aber auch viel Verunsicherung, Widerspruch und Konflikte. Wir spüren auch hier Grenzen, die mit dem lebendigen Weiterschreiben unserer Tradition und dem Verständnis der Heiligen Schrift zu tun haben, aber auch mit einer ethischen Bewertung der unendlich gewachsenen Möglichkeiten des Menschen – sowohl im Blick auf seine individuelle als auch auf seine gesellschaftliche und sozial-politische Lebenswelt. Die letzten fünfzig Jahre haben aufwühlende Entwicklungen mit sich gebracht. Da treten innerkirchliche Konflikte offen zutage; da nimmt der radikale Traditionsabbruch Ausmaße an, die unser kirchliches Leben immer weiter infrage stellen; da kommen viele Menschen an wirtschaftliche Grenzen, manche Bistümer ebenso, während sich andere eines wirtschaftlichen Wachstums erfreuen, was aber keinesfalls mit der Verheißung einer wachsenden Glaubenssubstanz zusammengeht. Gleichzeitig brechen in unserem Land und in der Welt ganz neue Fragen auf, die unsere innerkirchlichen Probleme geradezu harmlos erscheinen lassen, z. B. die ungeheuren Kriegserfahrungen und Gräueltaten im Mittleren Orient wie eben auch der große Strom an Flüchtlingen und Asylsuchenden.

4. Mich berührt all dies sehr, weil wir an Grenzen stoßen, die große Veränderungen und Entwicklungen mit sich bringen, unendliche Ängste auslösen, aber auch große Hoffnungen wecken. Im konkreten Alltag unserer Kirche erleben wir die Grenzen radikal, wenn wir auf die Menschen schauen, die noch aktiv bei uns – wie wir zu sagen pflegen – „mitmachen“. In unseren Gottesdiensten, in unseren Gruppen, Gemeinschaften und Gremien werden wir weniger. Wenn wir ehrlich sind, spüren wir auch, dass die alten Rituale nicht nur liturgisch, sondern auch in allen anderen Räumen wenig, oft keine Wirkung mehr zeigen. Viele unserer Riten, Traditionen und Sprachmuster sind heute nicht nur den allermeisten der jüngeren Generation fremd geworden. Sich das ehrlich einzugestehen und von daher diese Grenze als Chance auf Wachstum zu begreifen, führt in die Tiefe. Dies auszusprechen ist befreiend, denn es berührt und mobilisiert neue Kräfte – schon allein durch die Fragen, die sich derzeit viele in unserer Kirche stellen und die in die Tiefe führen: Woran glauben wir eigentlich? Worauf setzen wir unser Leben, was ist wirklich wichtig und wesentlich? Was bleibt jenseits aller Veränderungen?

Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen angesichts der gegenwärtigen Grenzerfahrungen stärkt und motiviert die vielen Christen, die an die Kraft des Evangeliums glauben und mitbauen wollen an einer Kirche, die auch morgen noch anziehend und ansprechend wirkt. Sie wollen die jetzt spürbaren Grenzen weiten, sogar überwinden, um nach vorne zu gehen, wie wir es an der Gestalt des Mose sehen, der mit seinem Volk auch an eine Grenze kam, nämlich an die Grenze zum Übergang in das verheißene Land der Zukunft. Das Volk war sicherlich ängstlich und unsicher, was wohl jenseits der Grenze geschehen würde. Mose aber gab den sinngemäß einfachen Rat: Behaltet euer Fundament im Blick, dann werdet ihr leben! Achtet auf das, was Gott euch sagt und mitgegeben hat! Seid euch der tiefen Weisheit bewusst, die ihr in euch tragt! Bewahrt die Nähe eures Gottes!2 Unser stärkstes Fundament ist eben: Gott ist und bleibt uns nahe durch Jesus Christus in der Gemeinschaft unserer Kirche.

Er gibt die Kraft und leitet uns, auf das Lebenswissen und das Heute zu hören sowie auf neues Leben hin zu wachsen.

So gilt es auch, das Erbe des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht einfach zu verwalten, sondern in eine neue Zeit zu überführen, in eine neue Sprache und damit auch in eine neue Form, ohne die – dessen bin ich gewiss – wir in unserer Kultur, die lokal wie gleichzeitig global zu verstehen ist, die Menschen nicht mehr erreichen werden. Das pilgernde Volk Gottes, von dem beim Konzil so viel die Rede war, darf nicht stehen bleiben, es muss in Bewegung sein. In seinen Begegnungen auf dem Weg durch die Zeit wird es immer neue Veränderungsimpulse erleben, die es aufnehmen muss, will es nicht sein Ziel aus den Augen verlieren, die Orientierung an dem Gelobten Land. Von Papst Franziskus ist hier viel zu lernen, nämlich von den Rändern, von der Peripherie, von den Grenzen her zu glauben, zu handeln, zu beten und zu denken. Normalerweise sind wir es gewohnt, Kontrolle auszuüben, die Wirklichkeit von ihrer Mitte her zu betrachten und von hierher alles zu bestimmen. Plötzlich aber leben wir in einer neuen Welt. Nicht mehr die Mitte, das Gewohnte und das Zentrum sind von Interesse; es sind die Ränder, die interessieren. Von den Grenzen, von der Peripherie her, bekommen wir als Kirche einen neuen Ort von Gott zugewiesen und sollen unseren Alltag wie ein gastfreundliches Haus der Begegnung gestalten. Nicht die Unglückspropheten unserer Zeit sollen uns Angst einflößen und lähmen, vielmehr treibt uns eine wirkliche Kompassion, eine Mitleidenschaft für die Menschen von heute. Wiederum sind es die Flüchtlinge und Asylsuchenden, die zu uns kommen, von denen wir lernen können. Viele von ihnen sind tief religiöse Menschen. Sie zeigen uns, was Exodus heißt, nämlich sich mit einer Hoffnung auf Erlösung aufzumachen, in Bewegung zu geraten, im Vertrauen auf Gott seinen Verheißungen zu folgen.

5. Das Zweite Vatikanische Konzil fortzuschreiben, ist deswegen eine Aufgabe, „Kirche in der Welt von heute“ zu leben und zu sein; nicht „neben der Welt“ oder gar „über der Welt“, sondern ganz klar und unmissverständlich „in der Welt“ und „für die Welt“. Dort, wo die Menschen leben, soll die Kirche sein. Wenn wir angesichts des demografischen Wandels und der kirchlichen Schrumpfungserfahrungen der vergangenen Jahrzehnte so manches nicht aufrechterhalten können, so darf es genau nicht um den Rückzug aus der Welt und die ausschließlich kontemplative Konzentration auf den Innenbereich gehen. Vielmehr müssen wir auf die geistliche Kraft des Glaubens vertrauen, von dem auch das Zweite Vatikanische Konzil durchdrungen ist, um Orientierung und Erneuerung durch ein doppeltes Prinzip zu erfahren: durch das Prinzip der geistlichen Sammlung und durch das Prinzip der missionarischen Sendung. Beide Prinzipien sind so eng aufeinander verwiesen, dass die geistliche Sammlung ohne die missionarische Sendung nicht bestehen kann und umgekehrt.

Diese innere Beziehung zwischen Sammlung und Sendung ist Ausdruck jener Kraft, die uns hilft, von den Grenzen, von der Peripherie her die Kirche zu erneuern und den Weg des Zweiten Vatikanischen Konzils weiterzugehen, eben zu bezeugen, dass „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, […] auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi [sind]. Und es

gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände“ (Vat. II, GS 1). Das ist mehr als eine kirchliche Sympathieerklärung, das ist eine Freundschaftserklärung an alle Menschen, die uns Christen ermuntert, als Kirche mit Christus und in seiner Gesinnung den Weg durch diese Welt zu gehen. Diese Gesinnung besteht nicht in einer Weltflüchtigkeit, sondern bewährt sich in der Tugend der Welttüchtigkeit. Keineswegs geht es dabei um eine Verweltlichung der Kirche und ebenso nicht um eine Verkirchlichung der Welt – es geht um ein missionarisches Christsein in der Welt von heute. Amen.

*

FUSSNOTEN

1 Michael Gmelch, Flüchtlinge an Bord, in: CiG – Bilder der Gegenwart 36 (2015), S. 389.

2 vgl. Dtn 4,1–2.6–8

(25. September 2015) © Innovative Media Inc.

von esther10 25.09.2015 10:09

„Wisst, dass der Papst euch begleitet“
Ansprache von Papst Franziskus an die US-Bischöfe in der „Cathedral of St Matthew the Apostle“ -- Volltext


Washington, 24. September 2015 (ZENIT.org) Staff Reporter | 137 klicks


Wir dokumentieren im Folgenden die offizielle Übersetzung der Ansprache von Papst Franziskus an die US-Bischöfe in der „Cathedral of St Matthew the Apostle“ in Washington, D.C., am Mittwoch, dem 23. September 2015.

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Liebe Brüder im Bischofsamt,

zu allererst möchte ich einen Gruß an die jüdische Gemeinde richten, an unsere jüdischen Brüder, die heute das Fest Jom Kippurfeiern. Der Herr segne sie mit Frieden und lasse sie voranschreiten auf dem Weg der Heiligkeit, entsprechend seinem Wort, das wir heute gehört haben: »Seid heilig, denn ich …bin heilig« (Lev 19,2).

Ich freue mich darüber, euch in diesem Moment der apostolischen Sendung zu begegnen, die mich in euer Land geführt hat. Sehr herzlich danke ich Kardinal Wuerl und Erzbischof Kurtz für die freundlichen Worte, die sie auch in euer aller Namen an mich gerichtet haben. Nehmt bitte meinen Dank für den Empfang und für die großherzige Bereitschaft entgegen, mit der mein Aufenthalt geplant und organisiert wurde.

Wenn ich mit den Augen und mit dem Herzen eure Gesichter von Hirten überblicke, möchte ich auch die Kirchen, die ihr liebevoll auf euren Schultern tragt, umarmen. Ich bitte euch zu versichern, dass durch euch meine menschliche und geistliche Nähe zum ganzen Volk Gottes kommt, das über dieses weite Land verbreitet ist.

Das Herz des Papstes weitet sich, um alle einzuschließen. Das Herz weit zu machen, um zu bezeugen, dass Gott in seiner Liebe groß ist, darin besteht die Sendung des Nachfolgers Petri, des Stellvertreter dessen, der am Kreuz die ganze Menschheit umarmt hat. Kein Glied des Leibes Christi und der US-amerikanischen Nation möge sich von der Umarmung des Papstes ausgeschlossen fühlen. Wo immer der Name Jesu auf die Lippen kommt, da erklinge auch die Stimme des Papstes, um zu versichern: „Er ist der Retter!“ Von euren großen Metropolen an der Ostküste zu den Ebenen im Mittelwesten, vom tiefen Süden zum unbegrenzten Westen, wo auch immer sich eure Leute zur Eucharistiefeier versammeln, sei der Papst nicht ein reiner Name, der gewohnheitsmäßig genannt wird, sondern ein greifbar naher Gefährte, der die Stimme unterstützen will, die sich aus dem Herzen der Braut erhebt: „Komm, Herr!“

Wenn eine Hand gereicht wird, um Gutes zu tun oder dem Bruder bzw. der Schwester die Liebe Christi zu bringen, um eine Träne zu trocknen oder in der Einsamkeit Gesellschaft zu leisten, um einem Verirrten den Weg zu zeigen oder ein bereits gebrochenes Herzen wieder aufzurichten, um sich über einen Gefallenen zu beugen oder einen, der nach Wahrheit dürstet, zu belehren, um Verzeihung anzubieten oder zu einem neunen Anfang in Gott zu führen … dann wisst, dass der Papst euch begleitet, dass der Papst euch stützt, dass er auf eure Hand auch die seine legt, die schon alt und faltig, aber Gott sei Dank noch imstande ist zu unterstützen und zu ermutigen.

Mein erstes Wort ist, Gott Dank zu sagen für die Dynamik des Evangeliums, die ein bemerkenswertes Wachstum der Kirche Christi in diesen Ländern erlaubt und den großherzigen Beitrag möglich gemacht hat, den sie für die US-amerikanische Gesellschaft und die Welt geleistet hat und weiter leistet. Eure Großherzigkeit und eure Solidarität gegenüber dem Apostolischen Stuhl und in Bezug auf die Evangelisierung in vielen leidenden Teilen der Welt schätze ich sehr und danke tief bewegt dafür. Ich freue mich über den ungebrochenen Einsatz eurer Kirche für die Sache des Lebens und der Familie, die der vorrangige Grund meines gegenwärtigen Besuches ist. Aufmerksam verfolge ich die beachtlichen Anstrengungen hinsichtlich der Aufnahme und Integration der Immigranten, die weiter auf die USA mit dem Blick der Zuwanderer schauen, die auf der Suche nach vielversprechenden Möglichkeiten von Freiheit und Wohlstand hierher gekommen sind. Ich bewundere die Arbeit, mit der ihr den Bildungsauftrag in euren Schulen auf allen Ebenen und das karitative Wirken in euren zahlreichen Einrichtungen voranbringt. Es handelt sich um Aktivitäten, die häufig durchgeführt werden, ohne dass ihr Wert verstanden wird und ohne Unterstützung – Aktivitäten, die auf jeden Fall heroisch mit den Spenden der Armen aufrechterhalten werden. Denn diese Initiativen entspringen einem übernatürlichen Auftrag, und es ist nicht gestattet, diesem nicht zu gehorchen. Ich bin mir des Mutes bewusst, mit dem ihr dunklen Momenten auf dem Weg eurer Kirche begegnet seid, ohne Selbstkritik zu fürchten noch euch Erniedrigungen und Opfer zu ersparen, ohne der Angst zu weichen, sich dessen zu entäußern, was zweitrangig ist, um nur die Autorität und das Vertrauen wiederzugewinnen, die von den Dienern Christi verlangt wird, wie der Geist eures einmaligen Volkes es sich wünscht. Ich weiß, wie sehr die Wunde der letzten Jahre auf euch gelastet hat, und ich habe euren hochherzigen Einsatz begleitet, die Opfer zu heilen – im Bewusstsein, dass durch das Heilen auch immer wir selbst Heilung erfahren – und weiter daran zu arbeiten, dass solche Verbrechen sich nie mehr wiederholen.

Ich spreche zu euch als Bischof von Rom, der bereits im Alter aus einem ebenfalls amerikanischen Land von Gott gerufen wurde, um die Einheit der Universalkirche zu hüten und um in der Liebe den Weg aller Teilkirchen zu fördern, damit sie in der Erkenntnis, im Glauben und in der Liebe Christi fortschreiten. Da ich eure Vor- und Zunamen lese, eure Gesichtszüge betrachte, das hohe Maß eures kirchlichen Bewusstseins kenne und um eure Ergebenheit weiß, die ihr dem Nachfolger Petri stets entgegengebracht habt, muss ich euch sagen, dass ich mich unter euch nicht als Fremder fühle. Ich stamme nämlich auch aus einem weiten, endlosen und nicht selten gestaltlosen Land, das, wie das eure, den Glauben aus dem Gepäck der Missionare empfangen hat. Ich kenne gut die Herausforderung, das Evangelium in die Herzen von Menschen einzusäen, die aus verschiedenen Welten kommen und häufig verhärtet sind von dem beschwerlichen Weg, den sie vor ihrer Ankunft zurückgelegt haben. Nicht fremd ist mir die Geschichte von der Mühe, die Kirche inmitten von Ebenen, Bergen, Städten und Vororten eines oft unwirtlichen Territoriums einzupflanzen, wo die Grenzen immerzu provisorisch sind, die offensichtlichen Antworten nicht halten und der Eingangsschlüssel erfordert, dass man die epischen Mühen der Pioniere und Erforscher mit der prosaischen Weisheit und Resistenz der Siedler, die den erreichten Raum überwachen, zu verbinden versteht. Einer eurer Dichter hat es so besungen: »kräftige und unermüdliche Flügel«, aber auch die Weisheit dessen, der »die Berge kennt«.[1]

Ich spreche nicht allein zu euch. Meine Stimme steht in Kontinuität mit dem, was meine Vorgänger euch geschenkt haben. Tatsächlich war seit den Anfängen der „amerikanischen Nation“, als nach der Revolution die erste Diözese in Baltimore errichtet wurde, die Kirche von Rom euch immer nahe, und es fehlte euch nie ihr ständiger Beistand und ihre Förderung. In den letzten Jahrzehnten haben drei meiner verehrten Vorgänger euch besucht und euch dabei einen beachtlichen Schatz an immer noch aktuellen Lehren übergeben, die ihr beherzigt habt, um die weitblickenden pastoralen Programme auszurichten, mit denen ihr diese geliebte Kirche leitet.

Es ist nicht meine Absicht, ein Programm abzustecken oder eine Strategie zu umreißen. Ich bin nicht gekommen, um euch zu beurteilen oder Unterricht zu erteilen. Ich vertraue völlig auf die Stimme dessen, der »alles lehren« wird (Joh 14,26). Gestattet mir nur – in der Freiheit der Liebe –, dass ich als Bruder unter Brüdern sprechen kann. Es liegt mir nicht am Herzen, euch zu sagen, was ihr tun sollt, denn wir wissen alle, was der Herr von uns verlangt. Ich möchte vielmehr noch einmal auf jene – alte und stets neue – Mühe zurückkommen, die darin besteht, sich über die zu beschreitenden Wege zu fragen, über die Gefühle, die man sich während des Wirkens bewahren, und über den Geist, in dem man handeln soll. Ohne den Anspruch, erschöpfend zu sein, möchte ich euch an einigen Überlegungen teilhaben lassen, die ich für unsere Sendung für angebracht halte.

Wir sind Bischöfe der Kirche, von Gott eingesetzte Hirten, um seine Herde zu weiden. Unsere größte Freude ist es, Hirten zu sein, nichts anderes als Hirten, mit einem ungeteilten Herzen und von einer unumkehrbaren Selbsthingabe. Man muss sich diese Freude bewahren, ohne zuzulassen, dass sie uns geraubt wird. Der Böse brüllt wie ein Löwe und sucht, diese Freude zu verschlingen, indem er so das zerstört, wozu wir berufen sind, nämlich nicht für uns selbst da zu sein, sondern als Gabe im Dienst des »Bischofs unserer Seelen« (vgl. 1 Petr 2,25).

Das Wesen unserer Identität muss im beharrlichen Gebet, in der Verkündigung (vgl. Apg 6,4) und im Weiden (vgl. Joh 21,15-17;Apg 20,28-31) gesucht werden.

Es handelt sich nicht um irgendein Gebet, sondern um die vertraute Einheit mit Christus, wo wir täglich seinem Blick begegnen, um seine Frage an uns gerichtet zu verspüren: »Wer ist meine Mutter? Wer sind meine Brüder?« (vgl. Mk 3,31-34), und um ihm ruhig antworten zu können: „Herr, hier ist deine Mutter, hier sind seine Brüder! Ich übergebe sie dir, es sind jene, die du mir anvertraut hast.“ Von einer solchen Vertrautheit mit Christus nährt sich das Leben des Hirten.

Es geht nicht darum, komplexe Lehren zu predigen, sondern Christus freudig zu verkünden, der für uns gestorben und auferstanden ist. Der Stil unserer Sendung erwecke in unseren Zuhörern die Erfahrung des „für uns“ dieser Verkündigung: Das Wort Gottes schenke jedem Teil ihres Lebens Sinn und Fülle; die Sakramente mögen sie mit jener Speise nähren, die sie sich nicht besorgen können, die Nähe des Hirten rüttle in ihnen die Sehnsucht nach der Umarmung des Vaters wach. Wacht darüber, dass die Herde im Herzen des Hirten stets jenen Vorrat an Ewigkeit antreffe, den man unter Mühen umsonst in den Dingen der Welt sucht. Auf euren Lippen mögen sie immer die Wertschätzung für die Fähigkeit finden, in der Freiheit und Gerechtigkeit den Wohlstand zu schaffen und aufzubauen, den diese Erde großzügig gibt. Es fehle jedoch nicht der gelassene Mut zu bekennen: »Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt« (Joh 6,27).

Nicht sich selbst weiden, sondern verstehen, sich zurückzunehmen, sich klein zu machen, nicht in die Mitte zu stellen, um die Familie Gottes mit Christus zu nähren. Wacht ungebrochen darüber und schwingt euch hoch auf, um mit dem Blick Gottes die Herde, die allein ihm gehört, zu erreichen. Erhebt euch auf die Höhe des Kreuzes seines Sohnes, dem einzigen Gesichtspunkt, der dem Hirten das Herz seiner Herde öffnet.

Nicht nach unten schauen in der eigenen Selbstbezogenheit, sondern immer auf die Horizonte Gottes, die über das hinausgehen, was vorherzusehen oder zu planen wir in der Lage sind. Auch über uns selbst wachen, um vor der Versuchung des Narzissmus zu fliehen, der die Augen des Hirten blendet, seine Stimme unkenntlich macht und seine Gesten steril. Auf den vielfältigen Straßen, die sich eurer Hirtensorge auftun, denkt immer daran, den Kern unauslöschlich zu bewahren, der alles zusammenfasst: »Das habt ihr mir getan« (vgl. Mt 25,31-45).

Gewiss ist es einem Bischof nützlich, die Weitsicht eines Leaders zu besitzen und die Schläue eines Verwalters, doch fallen wir unerbittlich, wenn wir die Macht der Stärke mit der Stärke der Ohnmacht verwechseln, durch die Gott uns erlöst hat. Für einen Bischof ist es notwendig, dass er die nüchterne Wahrnehmung für den Kampf zwischen Licht und Finsternis hat, der in dieser Welt ausgetragen wird. Aber weh uns, wenn wir das Kreuz zu einem Banner weltlicher Kämpfe machen und dabei vergessen, dass die Bedingung für einen dauerhaften Sieg darin besteht, sich durchbohren zu lassen und sich selbst zu entäußern (vgl. Phil 2,1-11).

Uns ist die Angst der ersten Elf nicht fremd, die eingeschlossen waren in ihren Wänden, belagert und erschüttert, erfüllt vom Schreck der Schafe, die sich zerstreut haben, weil der Hirte erschlagen wurde. Aber wir wissen, dass uns ein Geist des Mutes und nicht der Scheu geschenkt wurde. Daher ist es uns nicht erlaubt, uns von der Angst lähmen zu lassen.

Ich weiß wohl, dass eure Herausforderungen zahlreich sind, dass das Feld, auf dem ihr aussät, unwirtlich ist und es nicht an Versuchungen mangelt, sich im Gehege der Ängste einzuschließen, sich die Wunden zu lecken, während man einer Zeit nachtrauert, die nicht wiederkommt, und sich harte Antworten auf die schon erbitterten Widerstände zurechtlegt.

Und dennoch sind wir Förderer der Kultur der Begegnung. Wir sind lebendige Sakramente der Umarmung zwischen dem göttlichen Reichtum und unserer Armut. Wir sind Zeugen der Erniedrigung und Herablassung Gottes, der in der Liebe auch unserer ursprünglichen Antwort zuvorkommt.

Der Dialog ist unsere Methode, nicht wegen einer schlauen Strategie, sondern aus Treue zu dem, der niemals müde wird, wieder und wieder auf die Plätze der Menschen zu gehen, bis zur elften Stunde, um seine liebevolle Einladung auszusprechen (vgl. Mt20,1-16).

Der Weg ist daher der Dialog: Dialog unter euch, Dialog in euren Presbyterien, Dialog mit den Laien, Dialog mit den Familien, Dialog mit der Gesellschaft. Ich möchte nicht müde werden, euch zu einem Dialog ohne Angst zu ermutigen. Je reicher der Schatz ist, den ihr mit Freimut zu teilen habt, desto beredter sei die Demut, mit der ihr ihn anbieten müsst. Habt keine Angst, den notwendigen „Exodus“ zu jedem echten Dialog zu vollziehen. Andernfalls ist es nicht möglich, die Gründe des anderen zu begreifen, noch gründlich zu verstehen, dass der Bruder, der erreicht werden soll oder mit der Macht und der Nähe der Liebe befreit werden soll, mehr zählt als die Positionen, die wir für weit von den unsrigen entfernt halten, selbst wenn diese echte Gewissheiten sind. Eine erbitterte und streitbare Sprache der Spaltung ziemt sich nicht für die Lippen eines Hirten, hat kein Heimatrecht in seinem Herzen, und obschon diese für einen Augenblick eine scheinbare Vorherrschaft zu sichern scheint, ist letztlich nur der dauerhafte Reiz der Güte und der Liebe wirklich überzeugend.

Man muss zulassen, dass in unserem Herzen immer das Wort des Herrn erklingt: »Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.« (Mt 11,28-30). Das Joch Jesu ist das Joch der Liebe und daher eine Garantie für die Erquickung. Zuweilen fällt uns die Einsamkeit unserer Mühen schwer, und wir sind so überladen mit dem Joch, dass wir uns nicht mehr daran erinnern, es vom Herrn empfangen zu haben. Es kommt uns nur als das unsrige vor, und daher schleppen wir uns wie müde Ochsen auf trockenem Feld voran, bedroht von dem Gefühl, umsonst gearbeitet zu haben, und vergessen die Fülle der Erquickung, die unlösbar mit dem verbunden ist, der sie uns verheißen hat.

Von Jesus lernen, besser noch: Jesus lernen, der gütig und demütig ist; durch die Betrachtung seines Handelns in seine Güte und Demut eintreten. Unsere Kirchen und unser Volk, das nicht selten vom harten Leistungsdruck gequält ist, in die Milde des Jochs des Herrn einführen. Sich daran erinnern, dass die Identität der Kirche Jesu nicht vom „Feuer vom Himmel, das vernichtet“ (vgl. Lk9,54), gewährleistet wird, sondern von der geheimen Wärme des Heiligen Geistes, der „heilt, wo Krankheit quält, löst, was in sich erstarrt, lenkt, was den Weg verfehlt“ (vgl. Pfingstsequenz Veni, Sancte Spiritus).

Den großen Auftrag, den uns der Herr anvertraut, führen wir in Gemeinschaft, auf kollegiale Weise aus. Die Welt ist schon so zerrissen und geteilt! Die Zersplitterung ist schon überall zu Hause. Daher darf die Kirche, das „nahtlose Gewand des Herrn“, sich nicht auseinander bringen und teilen lassen oder streiten.

Unsere bischöfliche Sendung besteht in erster Linie darin, die Einheit zu festigen, deren Inhalt bestimmt ist vom Wort Gottes und von dem einen Brot des Himmels. Damit bleibt jede der uns anvertrauten Kirchen katholisch, weil sie offen und in Gemeinschaft mit allen Teilkirchen und mit der Kirche von Rom ist, „die den Vorsitz in der Liebe führt“. Es ist folglich ein Imperativ, über diese Einheit zu wachen, sie zu bewahren, zu fördern, zu bezeugen als Zeichen und Instrument, das jenseits aller Barrieren Nationen, Volksgruppen, Gesellschaftsklassen und Generationen eint.

Das kommende Heilige Jahr der Barmherzigkeit, das uns in die unerschöpfliche Tiefe des göttlichen Herzens einführt, in dem keine Teilung wohnt, sei für alle eine bevorzugte Gelegenheit, die Gemeinschaft zu stärken, die Einheit zu vervollkommnen, die Differenzen auszusöhnen, sich gegenseitig zu vergeben und jede Teilung zu überwinden, sodass euer Licht leuchte wie »eine Stadt, die auf einem Berg liegt« (Mt 5,14).

Dieser Dienst an der Einheit ist besonders wichtig für eure geschätzte Nation, deren reiche materielle und geistige, kulturelle und politische, geschichtliche und menschliche, wissenschaftliche und technologische Ressourcen nicht indifferente moralische Verantwortungen auferlegen in einer Welt, die verwirrt ist und mühsam nach neuen Gleichgewichten des Friedens, des Wohlstands und der Integration sucht. Daher ist es ein wesentlicher Teil eurer Sendung, den Vereinigten Staaten von Amerika den demütigen und mächtigen Sauerteig der Communio anzubieten. Die Menschheit soll wissen, dass sie durch die Gegenwart des »Sakraments der Einheit« (Lumen gentium, 1) in ihrer Mitte die Gewähr dafür besitzt, dass ihr Schicksal nicht die Verlassenheit und die Auflösung ist.

Und dieses Zeugnis ist ein Leuchtturm, der nicht verlöschen darf. In der dichten Finsternis des Lebens ist es nämlich notwendig, dass sich die Menschen von seinem Licht führen lassen, um des Hafens gewiss zu sein, der sie erwartet, um sicher zu sein, dass ihre Schiffe nicht am Riff zerschellen noch den Wellen ausgeliefert sind. Daher, liebe Mitbrüder, ermutige ich euch, die Herausforderungen unserer Zeit anzupacken. Auf dem Grund einer jeden von ihnen liegt immer das Leben als Geschenk und Verantwortung. Die Zukunft der Freiheit und der Würde unserer Gesellschaften hängt davon ab, wie wir auf diese Herausforderungen zu antworten verstehen.

Die unschuldigen Opfer der Abtreibung, die Kinder, die verhungern oder unter Bomben sterben, die Immigranten, die auf der Suche nach einer Zukunft ertrinken, die Alten oder die Kranken, auf die man gerne verzichten würde, die Opfer von Terrorismus, Krieg, Gewalt und Drogenhandel, die Umwelt, die von einer räuberischen Beziehung des Menschen zur Natur zerstört wird – in all dem steht immer das Geschenk Gottes auf dem Spiel, dessen edle Verwalter wir sind, aber nicht seine Herren. Es ist daher nicht gestattet, diesen Fragen auszuweichen oder sie zu vertuschen. Von nicht geringerer Bedeutung ist es, das Evangelium von der Familie zu verkünden, wozu ich beim bevorstehenden Weltfamilientreffen in Philadelphia zusammen mit euch und mit der ganzen Kirche nachdrücklich Gelegenheit haben werde.

Diese unveräußerlichen Aspekte der Sendung der Kirche gehören zum Kern dessen, was uns vom Herrn übergeben wurde. Wir haben deshalb die Pflicht, sie zu hüten und weiterzugeben, auch dann, wenn die Mentalität der Zeit undurchlässig und feindlich gegenüber dieser Botschaft ist (vgl. Evangelii gaudium, 34-39). Ich ermutige euch, mit den Mitteln und der Kreativität der Liebe und mit der Demut der Wahrheit dieses Zeugnis anzubieten. Es braucht nicht nur nach außen verlautbart und verkündet zu werden, sondern muss auch in den Herzen der Menschen und im Gewissen der Gesellschaft Raum gewinnen.

Zu diesem Zweck ist es sehr wichtig, dass die Kirche in den Vereinigten Staaten auch wie eine einfache häusliche Feuerstelle ist, welche die Menschen durch den Reiz des Lichtes und durch die Wärme der Liebe anzieht. Als Hirten kennen wir sehr wohl die Dunkelheit und Kälte, die es nach wie vor in dieser Welt gibt, die Einsamkeit und Verlassenheit so vieler – selbst dort, wo die kommunikativen Ressourcen und die materiellen Reichtümer im Überfluss vorhanden sind; wir kennen auch die Angst vor dem Leben, die Verzweiflung und die vielfältigen Weisen der Flucht.

Daher ist letztlich nur eine Kirche, die um die „Feuerstelle“ zu sammeln versteht, imstande anzuziehen. Sicherlich nicht um jedes beliebige Feuer, sondern um jenes, das am Ostermorgen entzündet wurde. Der auferstandene Herr selbst fragt durch die schüchterne Stimme vieler Brüder und Schwestern weiter bei den Hirten der Kirche an: »Habt ihr nicht etwas zu essen?« Es geht darum, seine Stimme zu erkennen, genauso wie die Apostel am Ufer des Sees von Tiberias (vgl. Joh 21,4-12). Noch entscheidender wird sein, sich der Gewissheit zu überlassen, dass die Glut seiner Gegenwart, die am Feuer der Passion entfacht wurde, uns vorausgeht und nie erlischt. Wenn diese Gewissheit abnimmt, läuft man Gefahr, Verwalter von Asche zu werden und nicht Hüter und Ausspender des wahren Lichts und jener Wärme, die fähig ist, das Herz zu erwärmen (vgl. Lk 24,32).

Bevor ich schließe, gestattet mir, dass ich euch noch zwei Ratschläge gebe, die mir am Herzen liegen. Der erste bezieht sich auf euer bischöfliches Vatersein. Seid Hirten nahe bei den Menschen, ganz nahe Hirten und Diener. Diese Nähe soll in besonderer Weise euren Priestern gegenüber zum Ausdruck kommen. Begleitet sie, damit sie Christus weiter mit ungeteiltem Herzen dienen, da nur die Fülle die Diener Christi erfüllt. Ich bitte euch daher, lasst nicht zu, dass sie sich mit dem Mittelmaß zufrieden geben. Sorgt für ihre geistlichen Quellen, damit sie nicht in die Versuchung geraten, Notare und Bürokraten zu werden, sondern Ausdruck der Mütterlichkeit der Kirche sind, die ihre Kinder hervorbringt und wachsen lässt. Wacht darüber, dass sie nicht müde werden, aufzustehen und dem, der nachts an die Tür klopft, zu antworten, auch wenn man bereits denkt, Anrecht auf Ruhe zu haben (vgl.Lk 11,5-8). Trainiert sie, damit sie bereit sind stehen zu bleiben, sich zu bücken, Balsam zu vergießen, sich um den zu kümmern und sich für ihn zu verausgaben, der »zufällig« sich dessen beraubt fand, was er zu besitzen glaubte (vgl. Lk 10,29-37).

Mein zweiter Ratschlag bezieht sich auf die Immigranten. Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich irgendwie gleichsam „in eigener Angelegenheit“ spreche. Die Kirche in den USA kennt wie wenige die Hoffnungen der Herzen der Migranten. Immer schon habt ihr ihre Sprache gelernt, ihre Sache unterstützt, ihre Beiträge integriert, ihre Rechte verteidigt, ihre Suche nach Wohlstand gefördert, die Flamme ihres Glaubens brennend erhalten. Auch jetzt tut keine US-amerikanische Einrichtung mehr für die Immigranten als eure christlichen Gemeinden. Nun habt ihr diese lang anhaltende Einwanderungswelle aus Lateinamerika, die viele eurer Diözesen überrollt. Nicht nur als Bischof von Rom, sondern auch als Hirte, der aus dem Süden kommt, verspüre ich das Bedürfnis, euch zu danken und euch zu ermutigen. Es wird vielleicht nicht einfach sein für euch, ihre Seele zu verstehen; vielleicht seid ihr durch ihre Verschiedenheiten auf die Probe gestellt. Ihr sollt jedoch wissen, dass sie auch Ressourcen besitzen, die geteilt werden können. Nehmt sie daher ohne Angst auf. Bietet ihnen die Wärme der Liebe Christi an, dann werdet ihr das Geheimnis ihres Herzens entschlüsseln. Ich bin sicher, dass diese Menschen einmal mehr die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre Kirche bereichern werden.

Gott segne euch und die Muttergottes beschütze euch! Danke!

*

FUSSNOTE

[1] »In youth my wings were strong and tireless, / But I did not know the mountains. / In age I know the mountains / But my weary wings could not follow my vision – / Genius is wisdom and youth.« (Edgar Lee Masters, Spoon River Anthology, “Alexander Throckmorton”).

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von esther10 25.09.2015 10:03

Kardinal Müller: Die Kirche rechtfertigt den reumütigen Sünder, nicht aber die Sünde
Veröffentlicht: 25. September 2015 | Autor: Felizitas Küble

rche, Offenbarung, Regensburg, Sünde, Sünder, Sexuallehre |Ein Kommentar
Die Kirche schuldet dem Menschen die Wahrheit Gottes



Kürzlich präsentierte der vatikanische Kurienkardinal Gerhard Müller das Buch “Gott oder nichts” von Kardinal Robert Sarah in Regensburg. Die öffentliche Buchvorstellung durch den “Mann aus Rom” erregte erhebliches öffentliches Aufsehen.

In seiner Rede würdigte der Präfekt der Glaubenskongregation das neu erschienene Interview-Buch des gott-oder-nichts_mschwarzafrikanischen Kardinals Sarah; zugleich ging er auf grundsätzliche und aktuelle Themen ein, die heute besonders heiß diskutiert werden.

Die Ansprache des Glaubenspräfekten ist auf der Vatikan-Homepage veröffentlicht; hieraus folgt nun ein Auszug:

“Die Kirche ist den Menschen die Wahrheit Gottes schuldig. Sie darf sich auch nicht einschüchtern lassen von Vorwürfen etwa der Unterbewertung der Sexualität oder sich in die Zwickmühle ihrer Verteufelung oder Vergötzung bringen lassen.

Die substantiale Einheit des Menschen in Geist, Seele und Leib, seine Bezogenheit auf die Gemeinschaft und die generationenübergreifende Verantwortung, die Identität als Mann und Frau in ihrer wesenhaften Bezogenheit aufeinander: alle diese Faktoren zeigen die Stimmigkeit der Ehelehre und der Sexualmoral der Kirche, die sie von Gott empfangen hat.

Die innere Steigerung von Sexus, Eros und Agape in der Person der Ehepartner weist die Ehe aus als natürliche Lebensgemeinschaft von einem Mann und einer Frau, die frei und für immer Ja zueinander gesagt haben. Dies gilt nicht nur für den Augenblick einer schönen Stimmung, weil Liebe Ganzhingabe bedeutet und nicht ein Gefühl der Hochstimmung, dem keine Dauer beschieden sein kann.

Eine häretische Sexuallehre hilft dem Menschen nicht

Wenn auch aus der Kirche heraus eine neue Sexualmoral gefordert wird, mag dies von manchen unter Verkennung der Wahrheit des Evangeliums als befreiende Entlastung vom gesellschaftlichen Konformitätsdruck in Familie, Medien, am Arbeitsplatz empfunden und begrüßt werden. index

Den Menschen hilft eine alte heidnische und als neu angepriesene Sexuallehre nicht, die auf falschen anthropologischen Prämissen aufbaut, den Geboten Gott diametral widerspricht und vom Standpunkt der Offenbarung als häretisch zu qualifizieren ist.



BILD: Neues Buch von Kardinal G. Müller “Die Hoffnung der Familie”

Nur was sittlich gut ist und dem Willen Gottes entspricht, kann auch den Menschen zum Glück und Heil gereichen. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass der Hedonismus eine uralte Irrlehre ist und nur den atheistischen Nihilismus als theoretische Basis hat, kann man nur von einer atheistischen Anthropologie her die Sexualität als moralfreien Raum ansehen, in dem allenfalls ein paar äußere Regeln gelten.

Die Sexualität ist vielmehr von innen her dem moralischen Prinzip der Unterscheidung von Gut und Böse ausgesetzt, nämlich dass durch sie in der geistleiblichen Einheit der Person die Liebe und die Hingabe ohne Vorbehalt und jede Berechnung oder wechselseitige Instrumentalisierung ihr Kriterium ist.

Ein Abfall der Kirche von Gott wäre skandalös

Wir wissen alle, sagt der Kardinal, dass wir Sünder sind und gerade im Bereich der Sexualität sich die Schwäche des Menschen sehr deutlich zeigt, die Leiblichkeit in das Person-Sein zu integrieren. Dem Menschen, der sein Fehlverhalten einsieht und seine Schuld bereut, versagt Gott seine Vergebung nie und er hat auch der Kirche die Vollmacht zur Vergebung aller Sünden im Bußsakrament anvertraut.

Der Skandal besteht nicht darin, dass immer wieder das 6. Gebot übertreten worden ist und übertreten wird. Der Skandal wäre es und ein Abfall der Kirche von Gott, wenn die Kirche den Unterschied von Gut und Böse nicht mehr nennen würde oder gar frevelhaft das für gut erklärt, was Gott als Sünde erklärt; oder wenn man gar Gott mit fromm klingenden Worten in Anspruch nimmt um die Sünde, statt den Sünder zu rechtfertigen.”

von esther10 25.09.2015 01:25

„Warum sind diese unsere Brüder und Schwestern obdachlos?“
Ansprache von Papst Franziskus im Caritas-Zentrum in Washington -- Volltext


Washington, 24. September 2015 (ZENIT.org) Staff Reporter | 88 klicks


Wir übernehmen die deutsche Übersetzung der Rede von Papst Franziskus beim Treffen mit Obdachlosen im Caritas Zentrum der Pfarrei St. Patrick in Washington.

Der Text wurde auf der Webseite von Radio Vatikan veröffentlicht.

***
Liebe Freunde,

das erste Wort, das ich euch sagen möchte, ist „danke“. Danke, dass ihr mich empfangt, und danke für eure Bemühungen, die ihr unternommen habt, damit dieses Treffen stattfinden kann.

Hier denke ich an eine Person, die ich liebe, an jemanden, der in meinem Leben sehr wichtig war und ist. Er war eine Stütze und eine Quelle der Inspiration. An ihn wende ich mich, wenn ich „in der Klemme bin“. Ihr lasst mich an den heiligen Josef denken. Eure Gesichter erinnern mich an ihn.

Im Leben des heiligen Josef gab es schwierige Situationen zu meistern. Eine davon war die Zeit, als Maria Jesus zur Welt bringen, bekommen sollte. Die Bibel sagt: „Als sie dort [in Betlehem] waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.“ (Lk 2,6-7). Die Bibel ist ganz deutlich: Es gab keinen Platz für sie. Ich stelle mir Josef vor mit seiner Frau, die ein Kind bekommen soll, ohne ein Dach, ohne Haus, ohne Unterkunft. Der Sohn Gottes kam als ein Obdachloser in diese Welt. Der Sohn Gottes wusste, was es heißt, das Leben zu beginnen ohne ein Dach über dem Kopf. Wir können uns die Fragen Josefs in diesem Augenblick vorstellen: Warum hat der Sohn Gottes kein Dach zum Leben? Warum sind wir obdachlos, warum haben wir keine Wohnung? Dies sind Fragen, die sich viele von euch täglich stellen mögen. Genauso wie der heilige Josef mögt ihr fragen: Warum sind wir obdachlos, ohne ein Zuhause? Es wird uns gut tun, wenn wir alle uns diese Fragen stellen: Warum sind diese unsere Brüder und Schwestern obdachlos? Warum haben diese unsere Brüder und Schwestern kein Zuhause?

Josefs Fragen sind weiter aktuell. Sie begleiten all jene, die in der Geschichte obdachlos waren und sind.

Josef war einer, der sich Fragen stellte. Vor allem aber war er ein Mann des Glaubens. Der Glaube war es, der Josef die Kraft gab, Licht zu finden in diesem Moment, als alles dunkel zu sein schien. Der Glaube stützte ihn in den Schwierigkeiten seines Lebens. Dank des Glaubens war Josef dazu in der Lage, weiter zu gehen, wenn alles stehen zu bleiben schien.

Angesichts ungerechter und schmerzvoller Situationen bringt der Glaube uns das Licht, das die Dunkelheit vertreibt. Wie bei Josef macht der Glaube uns offen für die stille Gegenwart Gottes in jedem Augenblick unseres Lebens, in jeder Person und in jeder Situation. Gott ist in einem jeden von euch gegenwärtig, in einem jeden von uns.

Wir können keine gesellschaftliche oder moralische Rechtfertigung, überhaupt keine Rechtfertigung finden, um das Fehlen von Unterkünften hinzunehmen. Es sind ungerechte Situationen, aber wir wissen, dass Gott sie mit uns erleidet, sie an unserer Seite erlebt. Er lässt uns nicht allein.

Wie wir wissen, wollte Jesus nicht nur mit jedem Menschen solidarisch sein, wollte er nicht nur, dass niemand das Fehlen seiner Begleitung, seiner Hilfe, seiner Liebe empfinde oder erfahre. Er selbst identifizierte sich mit allen, die leiden, die weinen, die irgendeine Art von Ungerechtigkeit erleiden. Er sagt uns das ganz deutlich: „Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25,35).

Der Glaube lässt uns wissen, dass Gott an eurer Seite ist, dass Gott in unserer Mitte ist und dass seine Gegenwart uns zur Nächstenliebe bewegt. Diese Nächstenliebe hat ihren Ursprung im Anruf eines Gottes, der weiter an unsere Tür klopft, an die Tür aller Menschen, um uns einzuladen zu Liebe, zu Mitleid, zum Dienst füreinander.

Jesus klopft immer wieder an unsere Türen, an die Türen unseres Lebens. Er tut dies nicht auf magische Weise, er tut dies nicht mit Spezialeffekten, mit Leuchtreklamen oder Feuerwerk. Jesus klopft immer wieder an unsere Tür in den Gesichtern unserer Brüder und Schwestern, in den Gesichtern unserer Nachbarn, in den Gesichtern der Menschen an unserer Seite.

Liebe Freunde, eine der wirkungsvollsten Weisen zu helfen, die wir haben, ist das Gebet. Das Gebet verbindet uns; es macht uns zu Brüdern und Schwestern; es öffnet unsere Herzen und erinnert uns an eine schöne Wahrheit, die wir manchmal vergessen. Beim Gebet lernen wir alle „Vater“, „Papa“ zu sagen und begegnen uns als Brüder und Schwestern. Beim Gebet gibt es nicht Reiche und Arme, da gibt es Söhne und Töchter, Brüder und Schwestern. Beim Gebet gibt es nicht Menschen erster oder zweiter Klasse, da gibt es Brüderlichkeit.

Beim Gebet findet unser Herz die Kraft, nicht kalt und gefühllos zu werden gegenüber Situationen der Ungerechtigkeit. Beim Gebet ruft und weckt uns Gott immer wieder zur Nächstenliebe.

Wie gut tut es uns, gemeinsam zu beten. Wie gut tut es, einander in diesem Raum zu begegnen, in dem wir einander als Brüder und Schwestern sehen und uns bewusst werden, dass wir gegenseitige Unterstützung brauchen. Heute möchte ich mit euch zusammen sein. Ich brauche eure Unterstützung, eure Nähe. Ich möchte euch einladen, gemeinsam zu beten, füreinander, miteinander. So werden wir weitermachen können mit dieser Unterstützung, die uns hilft, die Freude über die Gewissheit zu erfahren, dass Jesus immer in unserer Mitte ist. Seid ihr bereit?

Vater unser im Himmel …

Bevor ich gehe, möchte ich euch Gottes Segen erbitten:

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht über euch leuchten und sei euch gnädig.

Der Herr wende sein Angesicht euch zu und schenke euch Heil.

(vgl. Num 6,24-26)

Und vergesst nicht, für mich zu beten.

(Quelle: Radio Vatikan, 25.09.2015)
http://www.zenit.org/de/articles/warum-s...stern-obdachlos
(24. September 2015) © Innovative Media Inc.

von esther10 25.09.2015 01:20

"Keine Rechtfertigung für Mangel an Wohnraum"


Papst spricht zu Obdachlosen

Washington, 24. September 2015 (ZENIT.org) Kathleen Naab | 71 klicks

Am zweiten vollen Tag seines Besuchs in den Vereinigten Staaten hat Papst Franziskus vor Armen und Obdachlosen den Mangel an Wohnraum angeprangert. Zugleich tröstete er seine Zuhörer: "Der Glaube bringt uns das Licht, das die Dunkelheit zerstreut." Direkt nach seiner historischen Rede vor dem Kongress ging der Heilige Vater in die Washingtoner St. Patrick-Kirche, wo er sichtlich fröhlich und entspannt mit 300 Bedürftigen zusammentraf. Er sagte ihnen, dass ihre Gesichter ihn an jemanden erinnerten, den er sehr liebe, jemand, zu dem er immer gehe, wenn er "in der Klemme" steckt, der heilige Joseph.

"Joseph sah sich in seinem Leben mit einigen schwierigen Situationen konfrontiert", erklärte der Papst. "Eine davon war in der Zeit, als Maria kurz vor der Geburt Jesu stand [...] Die Bibel ist dazu sehr klar:.. Es war kein Platz für sie. Ich kann mir Joseph vorstellen, mit seiner Verlobten ein Kind zu haben, ohne Obdach, kein Haus, kein Ort zum Verweilen. Der Sohn Gottes ist in diese Welt gekommen als ein Obdachloser." Der Papst sagte, man könne sich Joseph vorstellen, wie er fragte: "Wie kommt es, dass der Sohn Gottes kein Zuhause hat. Warum sind wir obdachlos, warum haben wir keine Wohnung?"

Wie Joseph, so überlegte der Papst, fragten sich viele in seinem Publikum dasselbe. Und diejenigen, die ein Dach über dem Kopf haben, sollten sich diese Frage stellen: "Warum haben diese, unsere Brüder und Schwestern, keinen Platz, wo sie wohnen können? Warum sind diese Brüder und Schwestern von uns obdachlos?" Joseph stellte Fragen, sagte Franziskus, vor allem aber hatte Joseph Glauben.

"Der Glaube gab Joseph die Macht, genau in dem Moment Licht zu finden, als alles dunkel schien. Der Glaube hielt ihn inmitten der Mühen des Lebens. Durch den Glauben war Joseph in der Lage, nach vorne zu drängen, als alles ihn zurückzuhalten schien." Der Papst betonte, dass es keine soziale oder moralische Rechtfertigung, keinerlei Rechtfertigung für Mangel an Wohnraum gebe. Aber er fügte hinzu, dass wir in der Mitte ungerechter Situationen wissen, dass Gott mit uns leidet, sie an unserer Seite erlebt. „Er läßt uns nicht im Stich."

Franziskus sagte, dass einer der effektivsten Wege, die wir haben, anderen zu helfen, das Gebet sei. "Das Gebet vereint uns, es macht uns zu Brüdern und Schwestern", sagte er. "Es öffnet unsere Herzen und erinnert uns an eine schöne Wahrheit, die wir manchmal vergessen. Im Gebet lernen wir alle Vater zu sagen, Wenn wir Vater sagen, lernen wir einander als Brüder und Schwestern zu sehen. Im Gebet gibt es keine reichen und armen Menschen, es sind Söhne und Töchter, Schwestern und Brüder. Im Gebet gibt es keinen ersten oder zweiter Klasse, sondern Bruderschaft."

Das Gebet gebe die Kraft, Unrecht weiter zu bekämpfen, sagte der Papst. Dann bat er die Zuhörer, mitzubeten und sagte, dass er ihre Unterstützung brauche. "Heute möchte ich mit euch beten. Ich möchte einer bei Euch sein. Ich brauche Eure Unterstützung, Eure Nähe," sagte er. "Ich möchte Euch einladen, gemeinsam zu beten, für einander, miteinander. Auf diese Weise können wir einander helfen, um die Freude zu erfahren, Jesus in unserer Mitte zu erleben und dass Jesus uns hilft, eine Lösung für die Ungerechtigkeit zu finden, die er aus erster Hand erfahren hat, eben kein Haus zu haben."

Der Volltext der Papstrede ist hier abrufbar.

(24. September 2015) © Innovative Media Inc.

von esther10 25.09.2015 01:14

Massenpanik bei islamischer Haddsch nach Mekka – Mindestens 717 Tote
24. September 2015 19:01 | Mitteilung an die Redaktion


Über 700 Tote, mehr als 1000 Verletzte: Haddsch in Mekka

(Riad) Saudische Regierungsstellen korrigieren die Zahl der Todesopfer immer weiter nach oben. Bei der traditionellen Haddsch, der moslemischen Pilgerfahrt nach Mekka, kamen bei einem Massengedränge nach aktuellem Stand mindestens 717 Menschen ums Leben. Die Rede ist von „möglicherweise 800 Toten“. Zwei Millionen Moslems befinden sich derzeit in Mekka, um die Kaaba, den schwarzen Stein im Innenhof der Heiligen Moschee zu umrunden.
Der Großteil der Opfer soll aus dem Niger stammen. Für den saudischen Gesundheitsminister Khaled al-Falih, erst seit wenigen Monaten im Amt, sind die Opfer „schuld, weil sie sich in Bewegung gesetzt haben, ohne die Uhrzeiten einzuhalten“.
Dschamarat-Brücke: Ritus der Teufelssteinigung

Die Zahl der Verletzten wird derzeit mit „mehr als tausend angegeben“. Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist noch unklar. Laut ersten Erhebungen der Rettungskräfte, habe eine „Zunahme des Zustroms“ von Menschen auf dem Weg zur Dschamarat-Brücke die Panik ausgelöst. An diesem Ort vollziehen die Pilger am letzten Tag ihrer Haddsch den Ritus der „Teufelssteinigung“. Immer wieder kommt es an der Dschamarat-Brücke zu Massenpanik mit zahlreichen Toten:
1994 – 270 Tote
1998 – 119 Tote
2001 – 35 Tote
2004 – 245 Tote
2006 – 364 Tote
2015 – mehr als 717 Tote

Die Behörden haben 4000 Rettungskräfte und 200 Rettungswagen zum Einsatz gebracht. Wegen der engen Weg zwischen dem Meer von Zelten und der enormen Anzahl von Personen werden die Rettungseinsätze aber behindert. Der saudische Zivilschutz bestätigte, daß sich das Unglück um 9 Uhr morgens (Ortszeit), rund fünf Kilometer von der Kaaba entfernt, ereignete
Laut Zivilschutz “waren die Pilger zur Brücke unterwegs, als eine plötzliche Zunahme der Pilgerscharen ein Gedränge auslöste, durch das Hunderte von Personen zu Boden stürzten”. Das Gelände wurde inzwischen weiträumig abgesperrt. Laut saudischen Behörden, handelt es sich „um das schlimmste Unglück in den vergangenen 25 Jahren“.

Wie BBC berichtete, stammen die meisten Opfer aus dem Niger. Andere Quellen sprechen von mindestens 50 Iranern, die sich unter den Toten befänden. Die Stadt Mina, wo sich das Unglück ereignete, liegt an der Straße, die Mekka mit der Ebene von Arafat verbindet. In der Ebene befindet sich eine kleine Erhebung, die als „Berg der Barmherzigkeit“ bekannt ist. Dort sollen sich, laut moslemischer Überlieferung, Adam und Eva nach der Vertreibung aus dem irdischen Paradies wiedergefunden haben

Text: Asianews/Giuseppe Nardi
Bild: Asianews

von esther10 25.09.2015 01:08

Krieg im Irak und Syrien


Jetzt köpfen die IS-Terroristen die eigenen Leute

Die schlimmen Nachrichten aus dem Irak und Syrien reißen nicht ab. Die Grausamkeit der IS-Terrormiliz richtet sich inzwischen offenbar auch gegen die eigenen Leute - zwei Kämpfer sollen hingerichtet worden sein.

Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ ist für ihre Grausamkeit bekannt. Dass sich diese Grausamkeit auch gegen die eigenen Leute richtet, ist allerdings neu. Zwei IS-Kämpfer wurden nun öffentlich enthauptet, berichtet die „Daily Mail“ und beruft sich auf Menschenrechtsaktivisten. Die Vorwürfe: Einer der beiden Männer soll anderen Muslimen Geld gestohlen haben.

Der andere spionierte angeblich für die syrische Regierung, indem er Mikrochips in Gebäuden oder Fahrzeugen versteckte und so deren Ortung möglich machte. Der Counterterrorismus-Experte Charlie Winter sagte dem „Independent“, dass die Nachrichten keinesfalls überraschend seien. Der IS sei bekannt dafür, Gegner und angebliche Rebellen grausam zu bestrafen – selbst dann, wenn sie vorher auf der gleichen Seite kämpften.


http://www.focus.de/panorama/videos/krie...id_4209982.html

von esther10 25.09.2015 01:06

Franziskus Spaziergänge zwischen Armen und Ausgegrenzten in DC Farewell ...EWTN

Nach Abgabe eines historischen Ansprache an den Kongress, ging der Heilige Vater nach St. Patrick-Kirche und der Zentrale Catholic Charities "in Washington, um persönliche Zeit mit sozialen Peripherie der Stadt zu verbringen.


von PETER Jesserer SMITH 2015.09.24
Mit freundlicher Genehmigung der Familie Waller...EWTN


Steven Waller hält den Brief, den er geplant, um Franziskus zu geben. Der Papst nahm den Brief und betraute ihn zu einem seiner Entourage.

- Mit freundlicher Genehmigung der Familie Waller

WASHINGTON - Auf Franziskus die letzten Tag in der Hauptstadt der Nation, hörte leistungsstarke Gesetzgeber der Nation, ihm zu geben eine historische Adresse - aber es Armen und Ausgegrenzten, die ganz nah und persönlich mit dem Heiligen Vater bekam die Stadt war.
Nach Abgabe der allererste Adresse von einem Papst, um den US-Kongress in einer gemeinsamen Sitzung, ging Franziskus in einem schwarzen Fiat für St. Patricks Kirche und der Washington Erzdiözese Catholic Charities Zentrale nebenan auf G Street, wo er mit mehr als erfüllt 500 Personen von karitativen Programme der Erzdiözese serviert.

Sobald er eintrat St Patrick, Franziskus ging Mittelgang der Kirche, Gruß mehr als 250 Personen - darunter auch einige Gemeindemitglieder -, die um ihn links und rechts drängten. Die meisten Menschen waren Catholic Charities Kunden aus 19 der 65 Programme,

einschließlich der Obdachlosen, unbegleitete Minderjährige aus Mittelamerika, Personen in der Drogenabhängigkeit Programme und Menschen mit geistiger Behinderung.

Bevor auf die Versammlung, ehrte er eine Statue der Maria und betete an der Marienkapelle für ein paar Minuten, bevor sie für ihn zu ihrer Kirche begrüßen zu danken. Stand vor einem Stuhl vor dem Altar gesetzt, sagte er ihnen, sie erinnerten ihn an St. Joseph: ein Heiliger, "ist der, den ich gehen, um, wann immer ich bin" in der Klemme "," und hatte auch zu Gott fragen, warum war er obdachlos mit der seligen Jungfrau und des Sohnes Gottes.

"Wie es für Joseph tat, macht der Glaube uns zum ruhigen Gegenwart Gottes in jedem Augenblick unseres Lebens offen ist, in jedem Menschen und in jeder Situation. Gott in jedem von euch vorhanden ist, in jedem von uns ", sagte er. "Wir können keine soziale oder moralische Rechtfertigung, keine Rechtfertigung auch immer, für den Mangel an Wohnraum zu finden. Es gibt viele ungerechte Situationen, aber wir wissen, dass Gott mit uns leidet, erlebt sie an unserer Seite. Er uns nicht im Stich lassen. "

Ermutigt die Menschen zu Jesus in allen Lebenslagen zu beten gelehrt, der Papst, dass das Gebet Männer und Frauen, Reiche und Arme in einer Bruderschaft vereint.

"Er öffnet unsere Herzen und erinnert uns an eine schöne Wahrheit, die wir manchmal vergessen," sagte er. "Im Gebet, wir alle lernen zu sagen:" Vater, "" Dad. " Wir lernen, einander als Brüder und Schwestern zu sehen. "

Der Heilige Vater später lud die Menschen das Vaterunser beten, gemeinsam mit ihm - "Ich werde auf Spanisch zu beten und euch zu beten auf Englisch", fügte er mit einem Lächeln hinzu und Augenzwinkern - und segnete die Menschenmenge vor der Einnahme einen Durchgang, die verbunden die Kirche und Büros Catholic Charities '.

Unterhaltung und Lunch

Wie der Heilige Vater segnete den St. Martin de Porres Kapelle im Inneren Catholic Charities, eine Menge von 300 Personen, die meisten von ihnen Obdachlose von Catholic Charities 'Unterstände und Gehäuse Unterstützungsprogramme diente, saß an den Tischen mit himmelblauen Tücher, weiße Stühle geschmückt, und gelben Blumen - die Farben der argentinischen Flagge. Für ein paar Stunden, die sie für die Ankunft des Papstes gewartet hatte, und hörte Unterhaltung. Irish Tenor Mark Forrest war zur Hand, die Durchführung für sie Songs wie Danny Boy und dem Gebet von St Francis unter anderem.

Wenn der Heilige Vater kam aus den Türen der Catholic Charities, sprangen die Menschen, um ihre Füße und jubelten. Der Heilige Vater segnete das Essen, und sagte auf Italienisch mit einem Lächeln, "Buon appetito!"

Das Essen für das Mittagessen bereit war Huhn und Pasta-Salat von Freiwilligen mit St. Maria Mahlzeiten, die warme Speisen zum hungrigen es bietet jeden Mittwoch Abend, und an zwei weiteren Standorten in Maryland zu anderen Zeiten serviert.

DC nativen Katie Englisch sagte dem Register sie mit dem Programm für den letzten zwei Jahren mit ihrer gesamten Familie, die auf der Hand Vorbereitung der Mahlzeiten war freiwillig gemeldet hat. Sie sagte, sie erkennen, dass Franziskus war ein Licht für Obdachlose. Englisch, die im zweiten Jahr an der John Carroll University, sagte sie versucht, von Person zu Person sich mit den Obdachlosen, wenn sie erfüllt sie durch die U-Bahn unterwegs zu sprechen.

Englisch sagte, sie hat wirklich versucht, zu Herzen die Botschaft des Papstes zu ergreifen, um "sein, in der Solidarität" mit den Armen und an den Rand gedrängt.

"Er hat mich wirklich inspiriert zu gehen und anderen zu dienen", sagte sie, "ob es sich um Menschen mit Behinderungen oder Menschen in Not der Nahrung und Schutz."

Die persönliche Note

Doch wenn der Plan für den Heiligen Vater gewesen, lässig treffen und grüßen Sie die Tische sitzen vor dem Start wurde schnell aufgegeben. Die Menschen drängten sich um den Heiligen Vater, schütteln die Hände und bat um seinen Segen, wie er seinen Weg langsam durch die Tische, die Hände schütteln, die Leute zu fragen für ihn zu beten, bis schließlich immer wieder in seinen schwarzen Fiat 500.

Ein 8-jähriges Kind, Steven Waller, trat mitten durch die Erwachsenen um den Papst beringt ihm einen Brief er handwrote zu geben. Der kleine Junge fragte den Heiligen Vater zu beten, dass seine Mutter in der Lage wäre, einen Job zu finden.

"Schütteln des Papstes Hand war erstaunlich", Waller sagte dem Register danach.
Brittney Anderson, 25, hatte ihre Tochter Anaiyah, 3, gebracht, um den Papst zu sehen.

Anderson trat Catholic Charities 'Wohnungsbauprogramm im September 2014, als sie beendete ihre Associate Degree, die ihren Weg in medizinische Abrechnung und Codierung arbeiten gepflastert, und das hilft ihr sparen Sie bis nach einer Wohnung zu Marktpreisen zu mieten. "Er ist ein sehr religiöser Mensch mit einem großen Herzen", sagte Anderson. "Er kümmert sich um die Menschen - es ist egal, welcher Rasse, er ist nur eine sehr liebende Person."

Eric Dyer, 50, geteilt, dass er zunächst zu interessieren, um den Papst zu sehen war.
"Aber es bedeutet eine ganze Menge, wenn Sie mit jemandem eine Mahlzeit", sagte er.
Dyer hat in Notunterkünften und Ausschalten seit 1988, aber er war Vorteil sprechen von Catholic Charities Ressourcen, Fähigkeiten zu entwickeln, und Ausbildung, um sich aus seiner geschützten Lage und auf seinen Traum vom Bau eines Non-Profit zu bekommen.

Einige Dinge zu erinnern,

Mehr als 104.000 Menschen unterschrieben die Promenade mit Francis Versprechen, fragte eine Kampagne Katholiken zu verpfänden, um zu beten, zu dienen oder zu handeln, nach dem Vorbild und der Lehre des Franziskus und an andere herausfordern, um das gleiche zu tun. Scott Patrick, Catholic Charities von DCs eingehenden Vorsitzender des Vorstands, sagte dem Register wurden sie dem Papst präsentiert sich mit einem Buch von 400 Seiten mit den Namen aller, die verpflichtet.

"Ich denke, diese Art von seiner Pilgerfahrt definiert", sagte er. "Es geht um alles, was er hat, die Welt zu sprechen, die Hilfsangebote für diejenigen, die weniger glücklich sind, die Armen und Bedürftigen zu dienen, zu erreichen und zu helfen, deinen Nächsten wie wir gelernt haben, wachsen in der katholischen Kirche ist."

Hinzugefügt Patrick: "Ich glaube, die Leute gehen zu Fuß entfernt von dieser Begegnung berührt sowohl geistig als auch emotional."

Steven Mutter, Nichole Austin, der aus einer Gastgewerbeschule absolviert hatte und wurde für die Beschäftigung in der Industrie suchen, sagte, sie sei durch Tapferkeit ihres Sohnes und die ganze Erfahrung der Begegnung mit dem Papst beeindruckt.
"Es ist definitiv etwas, was wir sein werden, etwa bei Tisch und für eine Weile jetzt sprechen."
Peter Jesserer Smith ist das Register der Washington-Korrespondent.

Matt Hadro Catholic News Agency zu diesem Bericht beigetragen.

http://www.ncregister.com/daily-news/dc-...his-simplicity/
Read more: http://www.ncregister.com/daily-news/pop.../#ixzz3mhS7pPYx

von esther10 25.09.2015 00:52

Studie bestätigt universelle Kindertagesstätte schadet Kindern


24. September 2015 - 01.24 Uhr EST
Eine neue Studie veröffentlicht 21. September 2015, zeigt, dass Quebecs Kita System hat negative Auswirkungen auf Kinder. Die Längs Bewertung wurde von Schwergewichts-Wissenschaftlern durchgeführt. Er verwendet vier verschiedene, zuverlässige Datensätzen einschließlich Daten von Statistics Canada. Ihre Ergebnisse bestätigen frühere Untersuchungen, die belegen, dass universelle Kindertagesstätte ist eine Bedrohung für die emotionale Entwicklung von Kindern.

Hier sind die fünf need-to-know-Punkte über die neuen Forschungs:

1. Negative Verhaltensweisen zu erhöhen

Kinder in Kindertagesprogramm Quebec hatten "schlechter Gesundheit, niedrigere Lebenszufriedenheit und höhere Kriminalitätsraten im späteren Leben." Die Autoren schreiben: "Die negativen Auswirkungen der Quebec-Programm auf die nicht-kognitiven Ergebnisse von kleinen Kindern scheint zu bestehen und zu wachsen, wie sie erreichen Schulalter.. "(S. 21)

Was haben die Forscher damit meine "nicht-kognitiven" Ergebnisse? Sie bedeuten Verhalten. Sie maßen Dinge wie Aggressivität, Hyperaktivität und Angst. Dieses Forschungsergebnis bestätigt eine frühere Längs, Peer-Review-Studie.

Hier Geschlechterfragen; Jungen und Mädchen unterschiedlich betroffen. "Wir sehen viel stärkere Auswirkungen auf Hyperaktivität und Aggression für Jungen," schreiben die Autoren. Es kommt noch schlimmer: "die Schätzungen größeren absoluten Auswirkungen auf die Kriminalitätsraten für Jungen, vor allem für andere kriminelle Codeverletzungen und Drogen."

Für Mädchen, die Autoren schreiben, "die stärkste Wirkung auf prosoziales Verhalten, das von 22 Prozent einer Standardabweichung verschlechtert.." (S. 28)

2. Gesundheit und Lebenszufriedenheit Abnahme

Nicht nur, dass negative Verhaltensweisen erhöhen, aber selbst berichteten Maß für Gesundheit und Lebenszufriedenheit Rückgang im Gegensatz zu Kindern, die nicht in das Programm ausgesetzt. Die Autoren merken an, dass, "Insgesamt geben diese Ergebnisse starke Hinweise auf eine Verschlechterung sowohl der Gesundheit und Lebenszufriedenheit unter den älteren Jugendlichen in die Quebec Kinderbetreuungsprogramm ausgesetzt.." (S. 24)

3. Lehre nicht verbessern

"Insgesamt gibt es keine starken Beweise in diesen Schätzungen, dass die Quebec Family Plan einen nachhaltigen Einfluss auf die kognitive Entwicklung der Kinder hatte." (S. 23) Kanadier wurden geführt, zu glauben, dass frühes Lernen steigert Akademiker. Doch wo immer bescheiden Boosts gefunden werden, verblassen sie. Dies bleibt wahr, der Ganztageskindergarten-Programme als auch.

4. Gezielte Eingriffe Kind kann nicht in universelle Programme repliziert werden

Perry Preschool war eine Studie in den 1960er Jahren in den Vereinigten Staaten durchgeführt. Es war eine kleine Skala, teuer und gezieltes Programm für benachteiligte Kinder und ihre Mütter. Es zeigte sich Vorteile für die Kinder als Folge der intensiven Bemühungen, einschließlich der Intervention mit den Eltern.

Universal-Programme nicht die gleiche Wirkung haben. Durch Design, sind die meisten der betroffenen Kinder nicht benachteiligt werden. Es gibt keine Familie Intervention. Da Kosten ist eine Barriere, die Qualität ist schlecht.

Zurück im Jahr 2010 interviewte der IMFC eine der Quebec Kindertages Studie Autoren, Kevin Milligan, die diese Stelle betont unter Berufung Nobelpreis ausgezeichnete Ökonom James Heckman sowie: "[Heckman] hat sehr klar geschrieben, dass die Beweise ist ziemlich stark auf [gezielte] at-Risk-Interventionen ... aber er ist sehr, sehr, sehr klar, dass er nicht zugunsten des Universalprogramme. "

Ein anderer Forscher, Dr. Jay Belsky, wird wie folgt zitiert: "Die Beweise, dass einige Eingriffe arbeiten können, auf lange Sicht, rutschte in Aussagen, dass alle Eingriffe funktionieren - und haben keinen Nachteil."

Aus der Studie: ". Breitere Kinderbetreuung Erweiterungen erscheinen nicht auf kurzfristige Vorteile bieten, mit gemischten Beweise für langfristige Auswirkungen" (. S. 8)

5. Befestigung Forschung ist Teil der Grund, warum, aber es übersehen wird,

Kanadische Forscher, Dr. Gabor Mate-und Dr. Gordon Neufeld zusammen schrieb ein wichtiges Buch. Halten Sie Ihre Kids: Warum Eltern mehr Materie als Altersgenossen beschreibt, was eine gute Verbindung zwischen Eltern und Kindern aussieht benötigen. Es beschreibt auch die Befestigungs nichtig Kindern in Nordamerika Erfahrungen heute als eine Frage der Routine.

Peer Befestigung, sage Neufeld und Mate, ist das, was passiert, wenn kleine Kinder sind in großen Gruppen mit anderen kleinen Kinder gelegt. Sie fangen an, zu den anderen Kindern als Vorbilder, anstatt uns auf, oder zum Anhang an liebevolle und reife Erwachsene aussehen. Die Ergebnisse sind nicht überraschend, nicht gut. (Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserem Stück über Befestigung, Kindertagesstätten und was Sozialisation bedeutet für kleine Kinder.)

Befestigung, so Dr. Gordon Neufeld, kommt es auf "die Schaffung einer starken, tiefe emotionale Verbindungen mit denen, die Anhebung sie." Es ist ein Konzept, das organisch in den ersten Jahren des Lebens entfaltet. (Sie können mehr über Befestigungs hier zu lernen, über Video-Interview mit Dr. Gordon Neufeld.)

Letztlich Anreize Rolle. Universal-Programmen beeinflussen parenting Entscheidungen.

Eine Mutter, Tanya Zaleski, der am Stadtrand von Montreal in Quebec lebt sagt: "Es ist nicht selten, dass ich über Frauen, die zu Hause bei ihren Kindern gegenüber gesellschaftlichen Druck lange bleiben. Eine Frau, insbesondere weiß ich war verzweifelt zu Hause bleiben und musste ihre gesamte Clan der Schwiegereltern, die nicht verstehen, warum sie sich nicht gegen 'ziehen ihr Gewicht.' ... Viele Eltern lassen ihre Kinder in Kindertages älteren, auch wenn im Mutterschafts lassen Sie mit einem littler ein. Das ist die Norm hier. "

Doch trotz der sich entwickelnden Haltung, auch in Quebec, 70 Prozent der Eltern glauben, der beste Ort für ein Kind unter sechs zu Hause mit einem Elternteil. Umfragen zeigen, Eltern nicht universelle Kindertagesprogramme möchten.

Diese neue Forschung zeigt leider, dass die Quebec-Experiment nicht Früchte trägt. Bleiben Sie für den nächsten IMFC Release abgestimmt, wenn wir den Erfolg der finnische Modell-die gesunde finanzielle Zulagen für Eltern, die nicht auf institutionelle Kindertagesstätte bevorzugen umfasst berücksichtigen.

PDF herunterladen: Quebec Kindertagesstätte schadet Kindern

http://www.imfcanada.org/sites/default/f..._Sep%2022_0.pdf
https://www.lifesitenews.com/opinion/que...-harms-children

*
http://www.zeit.de/thema/kindertagesstaette

http://www.zeit.de/2012/27/Kinderbetreuung-Interview-Ahnert

Lehrer warnen vor Pornosexualisierung in der Schule...
http://www.welt.de/politik/deutschland/a...der-Schule.html...








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von esther10 25.09.2015 00:50



Kleidung für Flüchtlinge

Die Menschen, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, haben oft nicht viel mehr, als das, was sie am Leib tragen. Doch jetzt werden Tage und Nächte wieder kälter und die Menschen brauchen dringend warme Unterkünfte und warme Kleidung. Bei Letzterem helfen zum Beispiel die Kleiderkammer der Caritas und die Aktion Hoffnung.



VIDEO: NEUE MENSCHEN - NEUE KLEIDER. WIE CARITAS UND AKTION HOFFNUNG HELFEN

Was würden sie einpacken und mitnehmen, wenn sie auf der Flucht sind? Am Ende ist es ganz wenig, was ein einzelner Mensch wirklich tragen kann. So geht es in diesen Wochen und Monaten 1000den von Flüchtlingen: Oft ist das Handy dabei, als Kontaktmöglichkeit zu denen, die noch zu Hause sind – vielleicht wird die Zahnbürste mitgenommen. Aber viel Kleidung zum Wechseln, oder gar warme Mäntel haben da meist keinen Platz.
Und so kommen die Menschen bei uns an. Mit dem, was sie am Leib tragen. Jetzt sind wir alle gefordert und aufgerufen, zu helfen: Ehrenamtliche Helfer kümmern sich genauso wie die Caritas oder aktion hoffnung, die Flüchtlinge mit Kleidung ausstatten. Wie das im Einzelnen aussieht, hat sich katholisch1.tv vor Ort in Ettringen und in Augsburg angeschaut.
http://www.bildpost.de/index.php/epaper/...hoffnung_helfen



von esther10 25.09.2015 00:49


Pentin auf Karte. Daneels, Mitglied der kommenden Synode

http://wdtprs.com/blog/2015/09/pentin-on...upcoming-synod/
http://wdtprs.com/blog/2015/09/a-special...rd-sarah-alert/

Pentin auf Karte. Daneels, Mitglied der kommenden Synode

Geschrieben am 24. September 2015 durch Fr. John Zühlsdorf
Edward Pentin wurde dabei eine Menge schweres Heben in diesen Tagen, vor der Synode kommen im Oktober. Es wird ein Krieg sein. Schauen Sie sich Pentin ebook Die Takelage eines Vatikan Synode: eine Untersuchung der angeblichen Manipulation bei der außerordentlichen Synode über die Familie

Sie können auch dieses Stück zu einem der Mitglieder der Synode, die von Franziskus berufen: Karte. Daneels. HIER

Kardinal Danneels gibt zu, Teil von 'Mafia' Club Benedikt XVI Gegensatz
New autorisierte Biographie enthüllt auch Päpstlichen Delegaten in kommenden Synode schrieb Brief an Belgien Regierung unterstützt gleichgeschlechtliche "Ehe" Gesetzgebung, weil es endete Diskriminierung von LGBT-Gruppen

Weitere ernsthafte Bedenken werden über Kardinal Godfried Danneels, einer der päpstlichen Delegierten gewählt, um die kommenden Ordentlichen Synode über die Familie zu besuchen erhöht, nachdem der Erzbischof von Brüssel gestanden, in dieser Woche, um als Teil einer radikalen "Mafia" reformistische Gruppe Benedikt gegen XVI.
Es wurde auch gezeigt, in dieser Woche, dass er einmal schrieb einen Brief an die belgische Regierung zugunsten gleichgeschlechtliche "Ehe" Gesetzgebung, weil es endete Diskriminierung von LGBT-Gruppen.
Der Kardinal ist bereits mit einmal bekannt riet dem König von Belgien, um eine unterschreiben Abtreibungsgesetz im Jahr 1990, für das Erzählen ein Opfer klerikalen sexuellen Missbrauchs zu schweigen und sich weigerte, pornografischen bewahre, "pädagogische" Materialien, die in der belgischen katholischen Schulen eingesetzt.
Er hat einmal gesagt, die gleichgeschlechtliche "Ehe" sei eine "positive Entwicklung ", obwohl er hat sich bemüht, eine solche Vereinigung von Eheverständnis der Kirche zu unterscheiden.
Nach einer der nächsten autorisierten Biografie auf der Kardinal co-written durch Jürgen Mettepenningen, ein ehemaliger Sprecher der Kardinal Danneels 'Nachfolger, Erzbischof Andre Joseph Leonard, und Karim Schelkens, ein Kirchenhistoriker und Theologe, äußerte der Kardinal Zufriedenheit über das Verschwinden der "Diskriminierung" gegen LGBT Paare nach der Gesetzgebung verabschiedet Genehmigung gleichgeschlechtliche "Ehe" im Jahr 2003.

[...]

Bei der Vorstellung des Buches diese Woche in Brüssel, der Kardinal, sagte er Teil eines geheimen Club von Kardinälen zum Papst Benedikt XVI Gegensatz war.

Er nannte es eine "Mafia" Verein, der den Namen des St. Gallen trug. Die Gruppe wollte eine drastische Reform der Kirche, um es "viel moderner" und für Kardinal Jorge Bergoglio, um es den Kopf zu machen. Die Gruppe, die auch bestehen Kardinal Walter Kasper und der späten Jesuit Kardinal Carlo Maria Martini, hat in Austen Ivereigh Biographie des Franziskus, dokumentiert

http://nieuws.vtm.be/binnenland/159605-d...oort-maffiaclub...
2015.09.23 - 13.30
Eine neue offizielle Biographie gibt mehr Einblick in das Leben von Kardinal Danneels. Teilt dem Kardinal, dass er in einem geheimen Club der Kardinäle, die Joseph Ratzinger gegenüber war. Er nennt es eine Mafia-Club und trug den Namen St. Gallen. Er wollte eine drastische Reform der Kirche, viel moderner und aktueller Franziskus auf den Kopf......


von esther10 25.09.2015 00:47

Bloggst Du noch oder blödelst Du schon?

von Cicero | 25. September 2015 - 13:08 | katholisches 1 Kommentar
IMGP1888
Das marxistische Bonmot „Verbloggung führt zur Verblödung“ erregt ja durchaus die Gemüter der Bloggerkolleginnen und -kollegen. Man fühlt sich in seinem ehrenamtlichen publizistischen Tun von Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz nicht gerade wertgeschätzt. Natürlich kann man sagen, wem der Schuh paßt, der zieht ihn sich an. Mir paßt er nicht, ich ziehe ihn mir nicht an. Und dennoch. Im Kontext der Frage nach einem Webportal, das ja im eigentlichen Sinne gar kein Blog ist, fiel dieser … Weiterlesen →
http://katholon.de/?p=9102




Ich kommentiere das an dieser Stelle nicht.

7 Responses to Kardinal Marx: „Verbloggung führt zu Verblödung“
Doch ich möchte auch nicht, daß es ungehört und undiskutiert verklingt.
http://katholon.de/?p=9093...


von Cicero | 25. September 2015 - 13:08 | katholisches

Das marxistische Bonmot „Verbloggung führt zur Verblödung“ erregt ja durchaus die Gemüter der Bloggerkolleginnen und -kollegen. Man fühlt sich in seinem ehrenamtlichen publizistischen Tun von Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz nicht gerade wertgeschätzt. Natürlich kann man sagen, wem der Schuh paßt, der zieht ihn sich an. Mir paßt er nicht, ich ziehe ihn mir nicht an. Und dennoch.

Im Kontext der Frage nach einem Webportal, das ja im eigentlichen Sinne gar kein Blog ist, fiel dieser markige Spruch, der im Grunde die größte Zahl der katholischen Blogger nicht betrifft, aber dennoch trifft. Dies ist nicht zuletzt so, weil sich katholische Blogger ohnehin von der Kirche und hier insbesondere von den bezahlten kirchlichen Medienarbeitern nicht sonderlich wertgeschätzt fühlen. Statt Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, erntet man eher Häme und Ablehnung. Statt Bloggerrelations zu betreiben, wie es alle großen Unternehmen und Organisationen mehr oder weniger erfolgreich tun, schlägt die katholische Kirche in Deutschland ihren Bloggern die Tür vor der Nase zu. Da fragt man sich als katholischer Blogger, ob man nicht am Ende doch im falschen Film ist. Man wurde auch schon mal mit lockerer Hand in einen Topf mit kreuz net und ähnlichem geworfen.

Wer also verstehen möchte, warum eine Vielzahl katholischer Blogger sich von diesem locker markigen Spruch, der ja dem Grunde nach die katholische Bloggerszene, augenzwinkernd auch schon mal Blogoezese genannt, gar nicht treffen kann, eben dennoch verletzt, gekränkt beleidigt und ganz sicher nicht wertgeschätzt fühlen, muß dies im Hinterkopf behalten.

Im Kontext der allgemeinen Verachtung, die katholischen Bloggern von vielen – nicht von allen – kirchlichen Dienststellen entgegen gebracht wird, gibt es jetzt zudem noch ein Zitat vom Sprecher der deutschen Bischöfe, das bei passender oder unpassender Gelegenheit eben diesen katholischen Bloggern um die Ohren fliegen wird. Was einmal aus der Tube gedrückt ist, das bekommt man in diese nicht wieder zurück.

Als katholischer Blogger gilt mein Dank dem Vorsitzenden der DBK, der mit einem Satz meine jahrelangen Versuche eben doch eine Kommunikation zwischen katholischen Bloggern und kirchlichen Dienststellen zu ermöglichen, förmlich zerschmettert hat. Wir werden das marxsche Bonmot der Verblödung durch Verbloggung sicher im November auf der Bloggertagung in Essen noch mal diskutieren. Vielleicht werden wir es auch nur verblödeln.

Es erschließt sich mir einfach nicht, warum katholisches Bloggen von der Kirche nicht ebenso wertgeschätzt wird, wie die Mitarbeit am Pfarrbrief, das Engagement im Pfarrgemeinderat, liturgische Laiendienste, Mitarbeit in der Caritas und vieles andere mehr. Aber wir werden wohl auch künftig damit leben müssen, die Schmuddelkinder der katholischen Publizistik zu sein.

Da weiß man, was man hat. Guten Abend.

Für mich hat dieser lapidar und vermutlich sogar gedankenlos dahin geworfene Satz einen Denkprozeß ausgelöst. Will ich das eigentlich noch? Nein, ich will es nicht mehr. Ich habe keine Lust, Leute, die mir – und wenn auch nur indirekt – Verblödung unterstellen künftig für lau gegen schlechte Presse und andere öffentliche Angriffe zu verteidigen. Dies nur um dann anschließend von denen, die man verteidigt, beleidigt zu werden. Nein, danke!

Mein Bloggen wird sich ändern. Thematisch, in der Schwerpunktsetzung … Wie genau die Veränderung aussehen wird, das wird sich zeigen. Schnellschüsse sind nicht mein Ding. Ein Denkprozeß ist eingeleitet. Und ja, auch ich habe mich über diesen blöden Satz der Verblödung durch Verbloggung geärgert. Aber Ärger, geht man produktiv damit um, ist gesund und bringt einen voran. In diesem Sinne, fröhliches weiter verblöden bloggen.
http://katholon.de/?p=9093
http://katholon.de/?p=9102


von esther10 25.09.2015 00:42

Freitag, 25. September 2015
Familien-Appell an Papst Franziskus Richtung 700.000 Unterschriften



Die „Ergebene Bitte an Seine Heiligkeit Papst Franziskus über die Zukunft der Familie“ hat inzwischen über 670.000 Unterstützer aus der ganzen Welt gefunden.

Zum Abschluss der Unterschriftensammlung wird am 29. September 2015, 10:00 im Hotel Columbus (via della Conciliazione 33, Roma) eine Pressekonferenz stattfinden.

Im Appell äußern sich die Unterzeichner besorgt über die Angriffe auf die katholische Lehre über Ehe und Moral. Die Aktion wurde im Hinblick auf die Familiensynode im Oktober 2015 organisiert.

Einige Details über die Teilnehmer:

186 Kardinäle oder Bischofe aus 42 Ländern haben bislang unterschrieben.

Die Unterschriften stammen aus 178 Ländern. Das sind 91 Prozent aller existierenden Nationen.

62 Organisationen bildeten die Allianz, die die Unterschriften gesammelt haben.

Zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen und politischen Lebens unterstützten mit ihrer Unterschrift die Aktion.

Die Medienresonanz war auf der ganzen Welt überwältigend. Im deutschsprachigen Raum berichteten unter anderem: Die Zeit, Die Welt, Spiegel, Bayerischer Rundfunk, Österreichischer Rundfunk, Die Presse (Ö) usw. Praktisch alle katholischen Medien haben berichteten.

Weitere Informationen für Journalisten und Medienleute:

Supplica filiale
Via Nizza, 110
00198 Roma
Italy
supplicafiliale@gmail.com


Eingestellt von Mathias von Gersdorff um 15:14

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