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von esther10 30.04.2013 00:31


Zu diesem Aktuell von Christa Meves nachfolgend der Link zu der Ausgabe von

ZENIT, "Die Welt von Rom aus gesehen".

http://www.zenit.org/article-25581?l=german

Liebe Freunde,
so schwer es fällt, es muss von mir als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin widersprochen werden!

Herzliche Frühlingsgrüße

Christa Meves

Meves aktuell

Die Bundesfraktion der Grünen will therapeutische Angebote verbieten lassen, die minderjährigen Homosexuellen helfen wollen, ihre sexuelle Orientierung zu ändern. Die Fraktion werde dazu einen eigenen Gesetzentwurf einbringen, erklärte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Volker Beck. Nach dem Entwurf sollen Verstöße mit einer Geldbuße von mindestens 500€ geahndet werden. Soge­nannte „Konversionstherapien hätten „ein erhebliches gesundheitliches Risiko,“ so hieß es in der Verlautbarung - wie die WELT online berichtet. „Wenigstens Kinder und Jugendliche müssten davor geschützt werden“.

Das ist ein schockierendes Ansinnen gegenüber der Zunft der Kinder- und Jugendlichen­psychotherapeuten. Das Institut für Jugend und Gesellschaft in Reichelsheim hat deshalb am 20.3.13 mit einer Presseerklärung reagiert. Nach einer Zurückweisung “einer falschen und unsachlichern Terminologisierung und unzul­ässigen Verknüpfungen“ wird darin darauf hingewiesen, dass „ der Gesetzentwurf auf einen unzulässigen Eingriff in die gesetzlich gewährleistete Autonomie jeder Therapie zielt, deren Ziel und Methode zwischen Therapeut und Klient vereinbart werden.“ Die Verlautbarung von Volker Beck unterstelle, dass Therapeuten nicht fähig seien, das Anliegen und die Motivation von minderjährigen Kindern ange­messen einschätzen zu können. In einer Stellungsnahme des Bundesgesund­heitsministeriums von 2008 heiße es:

“Wenn homosexuell empfindende Menschen eine psychotherapeutische Behandlung wünschen oder in Anspruch nehmen, sind sie in der Wahl ihrer Therapie und ihres Therapeuten nicht eingeschränkt. Die Ziele einer Therapie werden grundsätzlich zwischen der Patientin oder dem Patienten und der Therapeutin oder dem Therapeuten vereinbart. Die Therapiefreiheit ist verfassungsrechtlich durch Artikel 5 Absatz 3, Satz 1 und Artikel 12 Absatz 1 Satz 1 des Grundgesetzes geschützt.“

Eine solche rechtliche Zusicherung der Therapiefreiheit des Bundesbürgers gewinnt angesichts des Vorschlags von Volker Beck an Gewicht. In der Praxis kommt es zwar selten – aber doch immer einmal wieder - vor, dass Eltern Beratung suchen, weil eins ihrer Kinder im Vor- und Grundschulalter ostentativ erklärt, es wolle kein Junge sein und kein Mann werden, sondern lieber eine Frau. Solche Wünsche verbergen sich häufig auch hinter den Aktionen solcher Kinder, Kleidungsstücke aus Mamas Wäsche heimlich an sich zu nehmen und damit zu schmusen. Manchmal ergibt sich die Aufdeckung dieser Tatbestände aber auch erst, nachdem die Kinder wegen anderer Verhaltensschwierigkeiten vorgestellt werden, besonders durch eine Renitenz gegen schulische Belange. Die allmählich gewonnene Vertrautheit des kleinem Patienten erst mit seinem Helfer während der Therapie führt dann zur Aufdeckung der Ursache des Problems. In solchen Fällen lässt sich meist eine unzureichende Identifikation des Jungen mit seinem Vater und nicht selten auch eine starke Verbundenheit mit der Mutter ausmachen, was meist in geschlechtsuntypischen Verhaltensweisen der Eltern ihre Ursache hat.

Wenn diese Zusammenhänge erkannt sind, ändert das Kind bei gezielter Mitarbeit der nahen Bezugspersonen – besonders aber des Vaters – meist in einer umso kürzeren therapeutischen Phase, je besser die Eltern mitarbeiten und je jünger das Kind ist umso rascher – seine Einstellung.. Dieses pflegt regelmäßig als eine seelische Entlastung sichtbar zu werden, eindeutig erkennbar in aufblühender Fröhlichkeit und Lernbereitschaft.

Die Behauptung von Volker Beck, dass die Festigung der sexuellen Identität des Kindes durch eine fachgerechte psychotherapeutische Einwirkung „Ängste, Isolation, Depressionen und eine Erhöhung der Selbstmordrate“ zur Folge habe, stellt die Fakten auf den Kopf. In der Praxis bestätigt sich gerade das Gegenteil.

Dieser Plan eines Übergriffs in eingebahnte Strukturen analytischer Kinder­psychotherapie und einer sogar besonders erfolgreichen Möglichkeit rechtzeitiger Wirksam­keit ist ein schockierendes Ansinnen einer politischen Gruppierung.

Es bedarf fachlicher Zurückweisung.

Es geht von der Behauptung einer vorhandenen allgemeinen Offenheit für sexuelle Orientierung aus, wie sie auch bei der Gender- Mainstreaming-Ideologie vertreten wird.

Aber die Hormonforschung kann dagegen belegen, dass die bereits bei der Zeugung festgelegte Unterschiedlichkeit des Geschlechts bereits beim Fötus - und zwar wenige Wochen nach der Zeugung - im Mutterleib aktiviert wird und schon dort Einfluss auf sich einprägende Wesensunterschiede zwischen Mann und Frau in das sich nun allmählich konstituierende Gehirn nimmt.

Christa Meves
---
Helfen Sie mit, Fehlentwicklungen bei Kindern vorzubeugen. "Verantwortung für die Familie e.V." engagiert sich für die Zukunft unserer Kinder.

www.vfa-ev.de - www.christa-meves.de - www.ec
cm.de

von esther10 29.04.2013 22:09

Der ungläubige Thomas und die unentwegte Rivalität
Ein Gast aus Florenz

Von Elizabeth Lev

ROM, 29. April 2013 (ZENIT.org) - Während der Karwoche weilte in der „Galleria Borghese“, einem der Schmuckstücke Roms, ein regulärer Gast aus Florenz: die von Andrea del Verrocchio gefertigte Statuengruppe Christus und der Ungläubige Thomas, die gewöhnlich auf der „Via die Calzaiuoli“, der Hauptstraße von Florenz, anzutreffen ist. Unter Berninis mythologischen Skulpturengruppen von Pluto und Persephone oder Apollo und Daphne verbreitet sie ein Gefühl der Nüchternheit.

Um ein kleines Geheimnis zu verraten, ist der Ungläubige Thomas lange schon mein Favorit unter den Skulpturen in Florenz. Zu ihm fühle ich mich sogar mehr hingezogen als zum monumentalen David von Michelangelo. Er war mein Weggefährte, als ich mich als säkulare Kunsthistorikerin dem Reichtum des Glaubens näherte, als sich mir die wahre Schönheit der Renaissancekunst durch deren christliche Botschaft offenbarte. Das Faszinierende daran ist manifeste Erforschung des Zweifels und des Glaubens in der christlichen Kunst.

Die Fertigung und der Guss dieser beiden Statuen war ein gigantisches Projekt, das sich über einen Zeitraum von mehr als 15 Jahren erstreckte. Im Jahre 1466 erhielt die umtriebige Werkstatt von Andrea del Verrocchio (was wörtlich übersetzt bezeichnenderweise so viel wie „wahres Auge“ bedeutet) einen Auftrag vom Handelsgericht, einem aus sechs Richtern bestehenden und mit der Entscheidung von Streitfällen unter den Zünften betrauten Gremium, für den Palast der Zünfte „Orsanmichele“.

Dieses elegante Gebäude entlang der Hauptstraße von Florenz war ab dem 14. Jahrhundert von den berühmtesten Bildhauern der Republik geschmückt worden. In den 14 Nischen waren die Arbeiten Ghibertis, Donatellos und Nanni di Bancos ausgestellt. Für den damals 31-jährigen Verrocchio war dieser Auftrag der mit Abstand prestigereichste bisher. Die für das Werk vorgesehene Nische befand sich im Zentrum der Fassade. Zuvor hatte dort die Bronzeskulptur von St. Louis of Toulouse des legendären Donatello Platz gefunden, der im selben Jahr gestorben war.

Verrocchio entschloss sich zu einer Nachahmung der Leistung Lorenzo Ghibertis, dessen Bronzestatue von Johannes dem Täufer die benachbarte Nische ausfüllte und 1416 aus einem einzigen Guss geschaffen worden war. Jede Statue war mehr als zwei Meter groß, auf der Rückseite jedoch offen, sodass sie sich in die Nische einfügte und weniger Bronze benötigt wurde. In der „Galleria Borhgese“ ist es tatsächlich seltsam, zunächst fülligen, runden Figuren gegenüberzustehen und dann herumzugehen und auf der Rückseite einen klaffenden Hohlraum vorzufinden.

Im Gegensatz zu allen anderen für „Orsanmichele“ tätigen Bildhauern hat Verrocchio eine der ergreifendsten Erzählungen aus dem Johannesevangelium festgehalten:

„Thomas, genannt Didymus (Zwilling), einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.

Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht“ (Joh 20, 24-25).

Die Skulptur fängt jenen Augenblick ein, in dem Thomas, in der Nische tiefer gestellt, nach Jesus greift, seine Finger nur wenige Zentimeter von der Wunde entfernt haltend. Jesus hebt seinen Arm in die Höhe und entblößt seine Seite, um Thomas ein Berühren und Sehen zu ermöglichen. In einem der eindringlichsten künstlerischen Verarbeitungen von Christus in der Kunstgeschichte wirft Jesus einen von Traurigkeit und zugleich Mitgefühl erfüllten Blick auf Thomas hinab. Er versteht Thomas’ Bedürfnis zu begreifen, doch er begegnet dem Zweifel mit der Rüge, die auf dem Saum seines Gewandes geschrieben steht: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ (Joh 20,29).

Dieses sanfte Gesicht hinterließ im Geist von Verrocchios Schüler Leonardo da Vinci, der das 30. Lebensjahr damals noch nicht vollendet hatte, eine unauslöschliche Spur und erfuhr im Christus beim Letzten Abendmahl, der seinen Jüngern den Verrat ankündigt, eine erneute Umsetzung.

Verrocchios Werkstatt brachte nicht nur Leonardo hervor, sondern auch Botticelli und Perugino. Jeder der Künstler nahm ein Stück des erlesenen Stils des Meisters auf seinen Weg mit. Mit den Faltenwürfen der Gewänder, der weichen Modellierung der Gesichter und anmutigen Gesten gibt das Werk Anlass zur friedlichen Kontemplation des Zweifels, nicht des gewalttätigen Kampfes.

Wenngleich das Werk als Sinnbild für die vom Gericht verlangten Nachweise betrachtet wird, ist seine Platzierung meines Erachtens bemerkenswert: Es befindet sich im Mittelteil der Vorderseite eines Gebäudes zwischen dem Palazzo Vecchio, dem Zentrum der Stadtverwaltung und Sitz des Handelsgerichtes und dem Dom, der Kathedrale von Florenz.

Verlässt man das geschäftige Stadtzentrum und begibt sich in Richtung Kirche, erweckt ein aus einer Nische hervortretender mit einer Sandale bekleideter Fuß als erstes Element der Gruppe die Aufmerksamkeit des Betrachters. Mit den Augen gespannt den Wellen der Faltenwürfe folgend, tritt man näher bis hin zu den Einbuchtungen der Nische und wird Zeuge des intimen Augenblicks zwischen Christus und Thomas, genannt Didymus, unserem Zwilling.

Es entsteht der Eindruck, als habe diese Gruppe an die Gläubigen Florentiner auf ihrem Weg hinaus aus der geschäftigen Welt der Gewichte, Maße und Überprüfungen die Einladung gerichtet, die weltliche Anschauung hinter sich zu lassen und sich für die durch den Glauben offenbarte Wahrheit zu öffnen.

***

Den Weg weisen

Diese lebendige Auseinandersetzung mit dem Zweifel, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Kirchengeschichte zieht, beeindruckt mich stets aufs Neue, denn sie ist ein Zeichen für die Furchtlosigkeit wahren Glaubens.

Oft ist man versucht zu glauben, dass die Christen des Mittelalters gleich unwissenden Kindern den Lehren der Kirche blind Folge leisteten und aufgrund ihrer Einschüchterung zu eigenständigem Denken unfähig waren. Gläubige vergangener geschichtlicher Epochen werden häufig als verstandeslose Masse wahrgenommen, die Hühnerknochen als Reliquien verehrten, oder infolge der stundenlangen ihnen unverständlichen Gesänge eine Benebelung ihres Geistes erfuhren.

Nun mag es verwundern, dass in dieser Welt von Neo-Neandertalern der Bau von Kathedralen, die Wiederentdeckung der Bautechniken des alten Roms und die Erzeugung von Glasmalereien gelingen konnte, die selbst den erschöpftesten Reisenden in Blendung versetzen, Reisen von Großbritannien nach Syrien und Compostela unternommen wurden und Thomas Aquinas, Bonaventure und die ersten Universitäten hervorgegangen sind. Mit der Entdeckung der Erforschung der Realität des Zweifels dieser Welt erlebte ich jedoch gleichsam eine Erschütterung.

Die ersten Bilder des Ungläubigen Thomas entstanden bereits im fünften und sechsten Jahrhundert; in einer Zeit, da die Häresie des Arius Überhand zu nehmen schien. Ikonen erinnern an Thomas’ Bedürfnis nach Gewissheit während der turbulenten Zeitalter der Eroberung einst christlicher Länder durch den Islam.

Einige Zeitgenossen Verocchios schufen ebenso Darstellung von Thomas und Christus; das Thema des Zweifels erlebte jedoch mit der Reformation eine durchschlagende Wiederkehr. Im Jahre 1601 hinterließ Caravaggio der Nachwelt eine unvergessliche Version der Begegnung, bei der Thomas die von der Lanze zugefügte Wunde mit seinem Finger erkundet, wobei Christus selbst seine Hand führt. Die anderen Apostel drängen sich dicht an die Szene, um sie mitverfolgen zu können. Unterhalb des Thomas hat der Künstler hat sogar einen Platz für den Betrachter vorgesehen.

Das Mittelschiff der Lateranbasilika, der Kathedrale Roms und ältesten Kirche des Christentums, ist gesäumt von Statuen der Apostel aus dem 18. Jahrhundert. Auf die meisten Besucher üben die grauenvolle Haut des hl. Bartholomäus oder die sich in der gebeugten Haltung spiegelnde Inbrunst des hl. Matthäus besondere Anziehungskraft aus. Lässt man den Blick jedoch entlang des Mittelschiffes schweifen, so erkennt man nur eine Figur, die sich aus der Nische herausragt. Wie der Fuß der von Verrocchio angefertigten Skulpturengruppe hält die von Pierre le Gros geschaffene Marmorstatue des Thomas ihren berühmten ausgestreckten Finger in das Mittelschiff hinein. Während unseres Rundgangs durch das Mittelschiff geraten wir wie in unserem Leben ins Zweifeln und ins Wanken, doch da steht Thomas, der gesehen hat und glaubt, und den Weg zu seinem Herrn und seinem Gott weist (vgl. John 20,28).

Ich werde häufig um Informationen zu Reliquien, deren Authentizität und Herkunft gebeten. Letztlich führt dies hin zur Frage nach meiner Lieblingsreliquie. Sie ist in der Kirche „Santa Croce in Gerusalemme“ in einem Glaskasten im für die Passionsreliquien vorgesehenen Marmorschrein untergebracht. Neben dem Fragment des Kreuzes Jesu, seiner Holztafel (dem „titulus“) und den Nägeln und Dornen befindet sich dort auch ein kleines Behältnis mit dem Finger des Thomas, der allgegenwärtigen Versuchung des Zweifels.

In seiner „Einführung in das Christentum“ schrieb der emeritierte Papst Benedikt und damalige Kardinal Ratzinger, dass diese Ungewissheit, diese „unbeendbare Rivalität zwischen Zweifel und Glauben“ Gläubige und Nichtgläubige vereinen könne und „zum Ort der Kommunikation“ werde. Der Zweifel, so Ratzinger, bewahre beide vor dem Genuss der vollkommenen Selbstzufriedenheit; er öffne den Gläubigen für den Zweifler und den Zweifler für den Gläubigen. Letztlich rette er beide Seiten vor einer Einschließung in der eigenen Welt.

Thomas war vielleicht nicht der Fürst oder der von Jesus am meisten geliebte unter den Apostel, doch wir sind ihm, unserem „Zwilling“, zu tiefen Dank verpflichtet.

von 29.04.2013 09:03

OSTERZEIT
5. WOCHE - MONTAG

30

TEMPEL GOTTES

Die Einwohnung der Dreifaltigkeit in der Seele.
Sammlung, Innerlichkeit.
Umgang mit dem Heiligen Geist.


I. Die Evangelien berichten von zahlreichen Unterhaltungen zwischen Jesus und seinen Jüngern. Manchmal fragt sie der Herr, andere Male sind es die Apostel, die genauer wissen wollen, wie Jesus etwas gemeint hat. Ist ihr spontanes Begreifen überfordert, dann fragen sie einfach. Das ist in den Perikopen dieser Sonntage zwischen Ostern und Pfingsten der Fall. Jesus knüpft eine seinen Jüngern rätselhafte Verheißung - ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch1 - an eine Bedingung: Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden, und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.2

Natürlich merken die Apostel, daß diese Worte ihnen gelten. Doch weshalb nur ihnen? Judas Thaddäus will es wissen: Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt?3 Seine Frage »hat die jüdische Erwartung zur Voraussetzung, daß der Messias, wenn er erscheint, sich vor den Augen der ganzen Welt als der gottgesandte König der Endzeit offenbaren wird zur Freude seines Volkes und zum Schrecken seiner Feinde. Der Apostel kann nicht verstehen, warum sich die von Jesus verheißene Offenbarung auf die an ihn Glaubenden beschränken soll.«4

Der Herr beantwortet diese Frage nur indirekt. Er spricht von einem inneren Offenbarwerden, von einer göttlichen Einwohnung in der Seele dessen, der ihn liebt: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.5

Bei ihm wohnen? Ein frommer Israelit weiß, daß Gott im Tempel zu Jerusalem inmitten seines Volkes wohnt, er kennt ebenso die endzeitliche Verheißung bei Ezechiel: Ich werde mitten unter ihnen für immer mein Heiligtum errichten, und bei ihnen wird meine Wohnung sein. Ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.6 Die Apostel mögen an solche Stellen im Alten Testament gedacht haben. Aber wenn Jesus nun sagt: Wir werden bei ihm wohnen, übersteigen seine Worte die gängigen Kategorien. Wir wissen, gemeint ist die Einwohnung der Dreifaltigkeit selbst in der Seele dessen, der durch die Gnade zum Leben gekommen ist, eine neue, geheimnisvolle Wirklichkeit, die der heilige Paulus in seiner Ermahnung an die Christen von Korinth, sich dieser Wirklichkeit im Umgang mit ihrer heidnischen Umwelt bewußt zu sein, in die ergreifenden Worte faßt: Wir sind doch der Tempel des lebendigen Gottes.7

Die Theologie sagt uns, daß die Einwohnung Gottes im Menschen, der im Stande der Gnade ist, den drei Personen gemeinsam zukommt. Die Kirchenväter bemühen sich, das Geheimnis und seine Wirkungen in der Seele mit Beispielen und Vergleichen zu erläutern. So bringt Cyrill von Jerusalem, wenn er zu den Katechumenen von der Taufe spricht, ein in der materiellen Welt zu beobachtendes Beispiel: »Wenn das Feuer die schwere Masse des Eisens durchdringt und es ganz zu Feuer macht und so das Kalte heiß und das Schwarze leuchtend wird, wenn also das Feuer, das selbst ein Körper ist, in das Innere des Eisens eindringt und so ungehindert wirkt, was wunderst du dich da, wenn der Heilige Geist in das Innerste der Seele dringt.«8

Mit der Taufe ist der dreieinige Gott in uns anwesend, und nur durch die Todsünde endet diese Gegenwart. Erklärungen kommen da bald an eine Grenze. Wir können nur staunen, dankbar sein und Gott immer wieder in uns suchen. Gelegentlich werden wir die Erfahrung des heiligen Augustinus nachvollziehen können: »Spät habe ich dich geliebt, o Schönheit, so alt und doch so neu, spät habe ich dich geliebt! Und siehe, du warst drinnen, und ich war draußen, und dort draußen suchte ich dich (...). Du warst mit mir, und ich war nicht bei dir. Und weit hielt ich mich von dir entfernt, was gar kein Dasein hätte, wenn es in dir nicht wäre. Du hast gerufen und laut gerufen und meine Taubheit mir zerrissen; du hast geblitzt und hast gestrahlt und meine Blindheit in die Flucht geschlagen (...); ich habe dich gekostet, und ich hungere und dürste, du hast mich angerührt, und da bin ich entbrannt nach deinem Frieden.«9

II. Durch die Einwohnung Gottes in der Seele des Menschen entsteht in ihm ein Leben, das Meister Eckhart, der große Mystiker des Mittelalters, zu schildern versucht: »Es ist eine Kraft in der Seele, die berührt weder Zeit noch Fleisch. Sie fließt heraus aus dem Geist, sie bleibt im Geist und ist durch und durch geisterfüllt.

In dieser Kraft grünt und blüht Gott in all der Freude und Ehre, wie er in sich selber ist. Da ist nun so herzliche Freude und so unbegreiflich große Freude, daß niemand sie angemessen beschreiben kann. (...) In dieser Kraft ist Gott glimmend und brennend ohne Unterlaß: mit all seinem Reichtum, mit all seiner Süßigkeit und mit all seiner Wonne.«10

Und das soll jedem Christen möglich sein? Einer zu Hause vielbeschäftigten Mutter, einem jungen Mann zwischen Studium und Vergnügen, einem Arbeiter in Sorge um sein Auskommen gleichermaßen gelingen? Natürlich nicht von selbst und ohne Übung. Erforderlich ist zunächst, das Vorurteil fallen zu lassen, Kontemplation und Aktion schlössen sich aus. Mutter Teresa sagt: »Wir sollen die Arbeit in Gebet verwandeln, das Gebet aber können wir nicht durch die Arbeit ersetzen. (...) Könnten wir nur begreifen, was >die Arbeit beten< heißt! Verstünden wir nur, unseren Glauben zu vertiefen!«11 Dies ist der erste Schritt: Begreifen, was »die Arbeit beten« heißt - jede Arbeit, jede sinnvolle Beschäftigung.

die Arbeit beten= heißt - jede Arbeit, jede sinnvolle Beschäftigung.Dann ist es nötig, der Askese - der Abtötung um der inneren Freiheit willen - ihren festen Platz einzuräumen: Herr seiner Sinneseindrücke sein, Erinnerung, Phantasie und Vorstellung zügeln, ein Gespür für das entwickeln, was hier und jetzt zu tun ist. So schaffen wir den inneren Raum, um unsere Arbeit und unsere Aufgaben auf Gott hin ausrichten zu können: gesellschaftliche Verpflichtungen, Familienleben, Reisen, Erholung, Sorgen und Nöte. Wir entdecken dann die tiefere Dimension der zig Alltagsdinge, die wir zu tun haben. Wir schaffen ein »Gegengewicht gegen die Masse der Dinge, die Menge der Menschen und das Getriebe des äußeren Geschehens; gegen Öffentlichkeit, Mode und Reklame«12.

Dann können wir nach Gott verlangen wie der Hirsch nach den Wasserquellen13. Im Laufe der Zeit wird es uns dann zur Gewißheit werden, was der selige Josemaría Escrivá sicherlich aus eigener Erfahrung niederschrieb: »Das Herz kann dann gar nicht mehr anders, als jede der drei göttlichen Personen zu kennen und anzubeten. Das ist für die Seele wie eine neue Entdeckung im übernatürlichen Leben, so wie ein kleines Kind nach und nach die Welt entdeckt. Die Seele hält liebende Zwiesprache mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist; sie unterwirft sich gern dem Wirken des lebenspendenden Trösters, der, ganz ohne unser Verdienst, in uns Einzug hält und uns die übernatürlichen Gnadengaben und Tugenden schenkt.«14

III. Wie jedes Wirken Gottes nach außen, ist die Einwohnung der Allerheiligsten Dreifaltigkeit in der Seele »irgendwie das Werk der Dreifaltigkeit als ganzer (...). Und wenn wir jeder der Personen etwas von dem, was uns geschieht oder was in bezug auf die Kreatur gewirkt wird, zuzuteilen scheinen, glauben wir dennoch, daß alles durch den Vater über den Sohn im Heiligen Geist geschieht.«15 Die Heiligung wird - wie die Theologie sagt - dem Heiligen Geist zugeeignet, zugesprochen. Er ist jener, der lebendig macht16. Und nach den Worten des Herrn17 ist er uns nicht als vorübergehende Gabe, etwa nur im Augenblick des Sakramentenempfangs, gesc= 15 Die Heiligung wird - wie die Theologie sagt - dem Heiligen Geist zugeeignet, zugesprochen. Er ist jener, der lebendig macht16. Und nach den Worten des Herrn17 ist er uns nicht als vorübergehende Gabe, etwa nur im Augenblick des Sakramentenempfangs, geshenkt, sondern er bleibt ständig bei uns. Wir sind »Kinder Gottes, in deren Herz der Heilige Geist wie in einem Tempel wohnt«18.

Die Einwohnung der göttlichen Personen und die Gnade Gottes in uns stehen in wechselseitiger Beziehung. »Die Gnade ist wie ein Netz, das wir über die ganze Dreifaltigkeit werfen, um sie in uns gefangen zu halten. (...) Bringen wir eine Lichtquelle in ein Zimmer, so beleuchtet sie dessen Wände. Kommen die göttlichen Personen zu uns (das ist die Quelle, die ungeschaffene Gnade), dann erleuchten sie die Wände der Seele (das ist die Wirkung, die geschaffene Gnade). Und besitzen wir die Gnade, dann ist auch schon deren Quelle - die drei göttlichen Personen - gegenwärtig. (...) Die ungeschaffene Gabe, der Heilige Geist, und die geschaffene Gabe, die Gnade, werden zugleich verliehen.«19

Der heilige Thomas lehrt, Gott sei auf dreifache Weise in den Geschöpfen: durch sein Wesen, seine Macht und seine Gegenwart. »Über diese allgemeine Gegenwart hinaus aber gibt es eine besondere Gegenwart, die den vernünftigen Wesen entspricht, in denen Gott, wie man es ausdrückt, als das Erkannte im Erkennenden und als das Geliebte im Liebenden ist. Und weil das vernünftige Geschöpf in seiner Tätigkeit Gott selbst erreicht, so ist Gott nicht nur einfach da, sondern wohnt auch in ihm wie in seinem Tempel, wie es heißt.«20

Die Gegenwart der drei göttlichen Personen in der begnadeten Seele läßt eine Beziehung entstehen, »wie sie nur zwischen geistigen Personen möglich ist. Es ist dies eine liebende Vereinigung: Gott ist die Liebe, und der Anteil am göttlichen Sein, den die Vereinigung gewährt, muß ein Mitlieben sein.«21

Wir nähern uns dem Pfingstfest, an dem sich die Verheißung des Herrn erfüllt: Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.22 Er ist der Gast, der Herz und Sinn erfreut23 und in uns die wachsende Gleichförmigkeit mit Christus schafft; er nimmt sich auch unserer Schwachheit an24 und tritt für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können.25

Der heilige Augustinus ist sich der Unfähigkeit bewußt, dieses Geheimnis anders als staunend, anbetend und liebend zu ergründen, wenn er - gerade am Ende seiner fünfzehn Bücher über die Dreifaltigkeit - bittet: »Ich habe, so gut ich es vermochte, so gut du mir Vermögen gabst, dich gesucht, habe mit der Vernunft zu schauen verlangt, was ich glaubte, habe viel erörtert, viel mich gemüht. Herr, mein Gott, meine einzige Hoffnung, erhöre mich, daß ich nicht, müde geworden, dich nicht mehr suchen will, sondern mit Inbrunst dein Antlitz suche immerdar. Gib du die Kraft, zu suchen, der du dich finden ließest und die Hoffnung gabst, daß wir dich mehr und mehr finden. (...) Befreie mich, o Herr, von der Vielrederei, an der ich drinnen in meiner Seele leide; sie ist erbarmungswürdig vor deinen Augen und flieht hin zu deinem Erbarmen. Ich schweige ja nicht in meinen Gedanken, selbst wenn ich mit dem Munde schweige. (...) Möge mein Urteilen und Werten vor ihnen sicher sein! Möge mein Gewissen vor ihnen sicher sein, indem du mir sicheren Schutz gewährst.«26

Bitten wir die Mutter Gottes um die Fähigkeit, wie sie die Geheimnisse Gottes im Herzen zu bewahren27, damit wir - gesammelt und staunend - Gott in uns anbeten und seinen Eingebungen freudig folgen.

1 Joh 14,18. - 2 Joh 14,21. - 3 Joh 14,22. - 4 Regensburger Neues Testament, Bd.4, Regensburg 1961, S.274. - 5 Joh 14,23. - 6 Ez 37,26-27. - 7 2 Kor 6,16. - 8 Cyrill von Jerusalem, Katechesen, 17,14. - 9 Augustinus, Bekenntnisse, 10,27. - 10 Meister Eckhart, Die Gottesgeburt im Seelengrund, Freiburg 1990, S.115. - 11 Mutter Teresa, Beschaulich inmitten der Welt, Einsiedeln 1990, S.97. - 12 R.Guardini, Tugenden, Mainz/Paderborn 1987, S.158. - 13 Ps 41,2. - 14 J.Escrivá, Freunde Gottes, 306. - 15 Cyrill von Alexadrien, Johanneskommentar, 10,2. - 16 Das Große Glaubensbekenntnis. - 17 vgl. Joh 14,15-17; 15,36; 16,7-14. - 18 II.Vat.Konzil, Konst. Lumen gentium, 9. - 19 Ch.Journet, Vom Geheimnis der Gnade, Freiburg 1962, S.28-29. - 20 Thomas von Aquin, Summa theologica, I,8,3. - 21 Edith Stein, Im verschlossenen Garten der Seele, Freiburg 1989, S.80. - 22 Joh 14,26. - 23 Pfingstsequenz. - 24 Röm 8,26. - 25 ebd. - 26 Augustinus, Über die Dreieinigkeit, 15,28,51. - 27 vgl. Lk 2,19;2,51.

von esther10 29.04.2013 00:57



Kein Sex vor der Ehe? Münchner Moraltheologe beklagt beim ZdK-Treffen ernsthaft eine Verengung der sexualethischen Diskussionen auf das Raster "Ehe oder Nicht-Ehe" und möchte die Sexualmoral überdenken

Münster (kath.net/KNA/red)
Die katholische Kirche hat im Bereich ihrer Sexualethik ein erhebliches Glaubwürdigkeitsproblem. Dies behauptete bei der Frühjahrsvollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) zumindest der Münchner Moraltheologen Konrad Hilpert (Foto) und meinte, dass "leidige Diskrepanz zwischen amtlichen Forderungen und gelebten inneren Überzeugungen des Großteils der Gläubigen" gäbe. Hilpert wandte sich dagegen, das in der Kirche über Sexualität von der übergeordneten Position des Besserwissens und «im Gestus des Belehrens» gesprochen werde. Vielmehr müsse der Grundsatz des Fragens und Lernens gelten und ein Sprachmodus herrschen, der die Erfahrungen und Überzeugungen der Menschen einbeziehe.

Der Theologe beklagte eine Verengung der sexualethischen Diskussionen auf das Raster "Ehe oder Nicht-Ehe". Statt "detaillierte Verbotsnormen" vorzugeben, müsse die Sexualmoral unter dem Stichwort "Beziehungsethik" gesehen werden. Dann sei Sexualität eine "spezielle Art von Kommunikation", in der personale Güter wie Zuneigung, Wertschätzung, Fürsorge, Annahme und Trost mitgeteilt werden. Dabei gehe es weniger um die Bestimmung der Grenzen, «innerhalb der Befriedigung erlaubt und jenseits der sie verboten ist», sondern um Verantwortung für Menschen, denen man emotional und leiblich nahekomme. «Sexualethik muss also von den Beziehungen her gedacht und ausgestaltet werden und nicht umgekehrt», sagte Hilpert. Dieser Perspektivenwechsel sei anspruchsvoll und erfordere, dass Beziehungen gestaltet und gefördert werden.

Kontakt Prof. Hilpert

Auszüge aus dem Katechismus der Katholischen Kirche über die Lehren der Kirche zu Sexualität und Ehe:

2360 Die Geschlechtlichkeit ist auf die eheliche Liebe von Mann und Frau hingeordnet. In der Ehe wird die leibliche Intimität der Gatten zum Zeichen und Unterpfand der geistigen Gemeinschaft. Das Eheband zwischen Getauften wird durch das Sakrament geheiligt.

2361 „Infolgedessen ist die Sexualität, in welcher sich Mann und Frau durch die den Eheleuten eigenen und vorbehaltenen Akte einander schenken, keineswegs etwas rein Biologisches, sondern betrifft den innersten Kern der menschlichen Person als solcher. Auf wahrhaft menschliche Weise wird sie nur vollzogen, wenn sie in jene Liebe integriert ist, mit der Mann und Frau sich bis zum Tod vorbehaltlos einander verpflichten" (FC 11).

2366 Die Fruchtbarkeit ist eine Gabe, ein Zweck der Ehe, denn die eheliche Liebe neigt von Natur aus dazu, fruchtbar zu sein. Das Kind kommt nicht von außen zu der gegenseitigen Liebe der Gatten hinzu; es entspringt im Herzen dieser gegenseitigen Hingabe, deren Frucht und Erfüllung es ist. Darum lehrt die Kirche, die „auf der Seite des Lebens" steht (FC 30), „daß jeder eheliche Akt von sich aus auf die Erzeugung menschlichen Lebens ausgerichtet bleiben muß" (HV 11). „Diese vom kirchlichen Lehramt oft dargelegte Lehre gründet in einer von Gott bestimmten unlösbaren Verknüpfung der beiden Bedeutungen - liebende Vereinigung und Fortpflanzung -‚ die beide dem ehelichen Akt innewohnen" (HV 12) [Vgl. Pius Xl., Enz. „Casti connubii"].

2368 Ein besonderer Aspekt dieser Verantwortung betrifft die Empfängnisregelung. Aus berechtigten Gründen dürfen die Eheleute für Abstände zwischen den Geburten ihrer Kinder sorgen wollen. Es ist an ihnen, zu prüfen, ob ihr Wunsch nicht auf Egoismus beruht, sondern der angebrachten Großmut einer verantwortlichen Elternschaft entspricht. Außerdem werden sie ihr Verhalten nach den objektiven Maßstäben der Sittlichkeit regeln:

2370 Die zeitweilige Enthaltsamkeit sowie die auf Selbstbeobachtung und der Wahl von unfruchtbaren Perioden der Frau beruhenden Methoden der Empfängnisregelung [Vgl. HV 16] entsprechen den objektiven Kriterien der Moral. Diese Methoden achten den Leib der Eheleute, ermutigen diese zur Zärtlichkeit und begünstigen die Erziehung zu echter Freiheit. Hingegen „ist jede Handlung verwerflich, die entweder in Voraussicht oder während des Vollzuges des ehelichen Aktes oder im Anschluß an ihn beim Ablauf seiner natürlichen Auswirkungen darauf abstellt, die Fortpflanzung zu verhindern, sei es als Ziel, sei es als Mittel zum Ziel" (HV 14).

Mit Material der (C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto Konrad Hilpert: © Ludwig-Maximilians-Universität München


von esther10 29.04.2013 00:50




Domkapitular Markus Hofmann, Regens des Kölner Priesterseminars, über die Gebetsinitiative für den Eucharistischen Kongress/Köln: „Maria zeigt uns, wie wir uns dem Geheimnis der hl. Eucharistie nähern sollen“ – kath.net-Interview von Petra Lorleberg

Köln-Stuttgart (kath.net/pl) „Maria zeigt uns, wie wir uns dem Geheimnis Gottes und dem Geheimnis der hl. Eucharistie nähern sollen: schweigend, staunend, fragend, voll Freude und dankbar.“ Dies sagt Domkapitular Monsignore Dr. Markus Hofmann, der Regens des Kölner Priesterseminars, im kath.net-Interview über die Gebetinitiative „Mit Maria zu Jesus“. Die 33-tägige Gebetsaktion möchte das bevorstehende Großereignis, den Nationalen Eucharistischen Kongress in Köln (5.-9.Juni), schon im Vorfeld geistlich mittragen. Die Vertiefung der eigenen marianischen Frömmigkeit führt nach Überzeugung von Monsignore Hofmann direkt zur Christusfrömmigkeit und zur eucharistischen Frömmigkeit hin, denn „es gibt keine weisere und geeignetere Lehrerin für das unfassbare Geheimnis der hl. Eucharistie“ als Maria.

kath.net: Monsignore Dr. Hofmann, mit dem Aufruf zu einer 33-tägigen Gebetsinitiative zeigen Sie die Richtung und die Haltung an, in der das Geheimnis des Glaubens betrachtet werden muss. Wie kam diese Eingebung zustande? Aus welcher Tradition schöpfen Sie?

Monsignore Markus Hofmann: Der Gedanke kam beim Gebet für die Vorbereitungen des Eucharistischen Kongresses, der vom 5.-9. Juni in Köln stattfindet. Diese großartige Gelegenheit zur Erneuerung der Kirche von ihrem Zentrum her, von Jesus Christus selbst, wird nicht in erster Linie mit organisatorischen Mitteln zu einem „Erfolg“ werden – so nötig diese auch sind -, sondern vor allem durch eine gute geistliche Vorbereitung.

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Als der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, am 8. Dezember 2004 den Weltjugendtag der Gottesmutter Maria anvertraut hatte, da war ich von diesem Abend an sicher: jetzt wird der Weltjugendtag gelingen. Die damals zunehmende Sorge, ob der gesundheitlich schon sehr angeschlagene Heilige Vater, Papst Johannes Paul II., nach Köln kommen würde, wich der Gewissheit: egal wie, das wird gut gehen, denn diese Frage ist jetzt in die Hände der Mutter gelegt worden, und sie wird es richtig machen. – Und wie großartig hat sie die ganze Angelegenheit gelöst: Köln war der erste Weltjugendtag mit zwei Päpsten: mit Johannes Paul II., der „von oben“ aus teilnahm und mit seinem Nachfolger auf Erden, Benedikt XVI., der ausgerechnet als erster Papst nach fast 400 Jahren aus Deutschland kam und seine erste Auslandsreise zum Weltjugendtag nach Köln unternahm!

Wer könnte also besser die geistliche Vorbereitung des Eucharistischen Kongresses in Köln 2013 in die Hand nehmen, als die Mutter Jesu und unsere Mutter?

Kein Mensch stand Christus auf Erden näher als Maria. Aus ihrem Schoß hat er sich den Leib gebildet, den er am Kreuz für uns hingab und den er uns in der hl. Eucharistie als lebendige Speise schenkt.

Keiner der Zeitgenossen Jesu hat ihn tiefer verstanden als seine Mutter, niemand hatte einen größeren und treueren Glauben an Christus und seine Verheißungen als sie, die der selige Johannes Paul II. die „eucharistische Frau“ (Enzyklika, Ecclesia de Eucharistia Nr.53 ) nennt.

Es gibt keine weisere und geeignetere Lehrerin für das unfassbare Geheimnis der hl. Eucharistie als sie.

Mit ihren Worten bei der Hochzeit zu Kana „Was er euch sagt, das tut“, ermutigt Maria uns, dem Wort ihres Sohnes zu vertrauen, auch wenn die menschliche Erfahrung dagegen zu sprechen scheint. Derselbe Jesus, der in Kana Wasser in echten und guten Wein gewandelt hat, der ist auch fähig, Brot und Wein wirklich in seinen Leib und sein Blut zu wandeln und sich selbst uns als Speise zum ewigen Leben zu schenken (vgl. Ecclesia de Eucharistia Nr. 54).

kath.net: Wie ist der 33-tägige Gebetsweg an der Hand Mariens aufgebaut?

Monsignore Hofmann: Wir laden ein, jeden Tag etwa 10-12 Minuten dem Gebet und einer kleinen Betrachtung eines zentralen Inhalts des katholischen Glaubens zu widmen, um so den Eucharistischen Kongress geistlich an der Hand Mariens vorzubereiten. Auf das Kreuzzeichen und die Anrufung des Hl. Geistes mit dem Lied „Komm, Heilger Geist, der Leben schafft“ (Gotteslob Nr. 241) folgt eine kurze Katechese von etwa einer halben Seite. Dann schließt sich ein Rosenkranzgesätz an, das mit dem ältesten bekannten Mariengebet abgeschlossen wird: „Unter deinem Schutz und Schirm“.

Alle Texte für die einzelnen Tage sind auf der Homepage www.mit-maria-zu-jesus.de zu finden.

Alternativ dazu ist es natürlich auch möglich, anstelle der Katechesen einige Artikel aus dem Katechismus der Katholischen Kirche zu lesen und zu bedenken. Dies ist vor allem für diejenigen Personen interessant, die keinen Zugang zum Internet haben. Im Oktober 2002 wurde der Katechismus der Katholischen Kirche veröffentlicht. Das 20 jährige Jubiläum dieser reifen Frucht des II. Vatikanischen Konzils war neben der Eröffnung des Konzils vor 50 Jahren ein wesentlicher Grund für die Ausrufung des Jahres des Glaubens, in dem wir zurzeit stehen.

kath.net: Wer kann mitmachen? Ist es möglich, auch jetzt noch einzusteigen?

Monsignore Hofmann: Mitmachen kann grundsätzlich jeder, der mit Maria zu Jesus gehen möchte. Auch wer nicht schon am 16. April (dem Geburtstag von Benedikt XVI.) mit den 33 Tagen begonnen hat, kann selbstverständlich noch einsteigen.

Wer später gestartet ist, kann nach dem offiziellen Abschluss 18. Mai, dem Vorabend des Pfingstfestes (und dem Geburtstag des seligen Papstes Johannes Pauls II.), die entsprechenden Tage anhängen.

kath.net: MUSS man an der Abschlussveranstaltung teilnehmen können?

Monsignore Hofmann: Die Abschlussveranstaltung in Köln findet am 18. Mai um 20.00 Uhr in der Kirche St. Mariä Himmelfahrt (Marzellenstrasse) statt, die unmittelbar am Kölner Hauptbahnhof und wenige Minuten vom Kölner Dom entfernt liegt. Joachim Kardinal Meisner wird dabei die Weihe an die Gottesmutter gemeinsam mit all denen vollziehen, die sich dieser Weihe anschließen möchten.

Das ist für diejenigen, die nicht dorthin kommen können, natürlich auch im Geiste möglich. Herzlich willkommen sind dabei auch alle Personen, die die 33 Tage selbst nicht mitbeten, aber an dieser Betstunde mit Marienweihe teilnehmen möchten.

kath.net: Sind nur Beter aus der Erzdiözese Köln angesprochen?

Monsignore Hofmann: Wir haben inzwischen schon Mitbeter aus ganz Deutschland und darüber hinaus: von Osnabrück im Norden bis zum Chiemsee, ja bis in die Schweiz und Südtirol im Süden.

Aus Belgien, den Niederlanden und Kaiserslautern im Westen bis nach Berlin und der Steiermark im Osten.

Aus fast allen Diözesen Deutschlands haben sich über die Interneteite Personen gemeldet, die teilnehmen – und ich weiß von vielen, die darüber hinaus mit dabei sind, ohne sich offiziell angemeldet zu haben.

kath.net: Mit Maria zu Jesus: In Ihrer Homepage zitieren Sie den hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort. Papst Johannes Paul II. schreibt: Für St. Louis-Marie ist wahre Marienverehrung letztlich immer auf Christus bezogen und wird dadurch zu einem privilegierten Mittel ‚Jesus ganz zu finden, ihn zärtlich zu lieben und ihm treu zu dienen‘ (Traktat, 62)“. Wie kann die Gottesmutter Maria die Menschen wieder näher zur Eucharistie bringen?

Monsignore Hofmann: Maria zeigt uns, wie wir uns dem Geheimnis Gottes und dem Geheimnis der hl. Eucharistie nähern sollen: schweigend, staunend, fragend, voll Freude und dankbar. Das waren ihre Haltungen beim Empfang des Sohnes Gottes in ihrem Schoß und bei seiner Geburt in Bethlehem. Der selige Papst Johannes Paul II. verweist (Ecclesia de Eucharistia 555) auf die Analogie zwischen dem Glauben Mariens an die Fleischwerdung des Wortes Gottes und den gläubigen Empfang desselben Wortes unter den Gestalten von Brot und Wein. Das „Fiat“ Mariens und das“ Amen“ des Kommunizierenden sind miteinander verwandt.

Wer hat sich mehr um den Leib Christi in seinem irdischen Leben gesorgt als Maria? Wer hat mehr gelitten als sie bei der Verletzung der Würde Jesu? Darum können wir von ihr auch die Wiedergewinnung der rechten Ehrfurcht vor dem eucharistischen Leib Christi lernen.

kath.net: Herr Regens, Kardinal Meisner hat einmal gesagt: Wo die Marienverehrung lebendig ist, wachsen auch Priesterberufungen. Ist das auch Ihre Beobachtung?

Monsignore Hofmann: Das kann ich bestätigen. In Indien oder in Nigeria, wo die katholischen Familien täglich gemeinsam den Rosenkranz beten, sind die Priesterseminar voll.

Aus denjenigen Pfarrgemeinden und geistlichen Gemeinschaften , die eine lebendige und gesunde Marienverehrung pflegen, kommen die meisten Berufungen zum Priestertum in Deutschland.

Das ist auch gar nicht erstaunlich, denn Maria möchte immer zu Christus führen. Sie hilft, ihn tiefer zu verstehen, zu lieben und ihm voll Vertrauen zu folgen; so wie sie es schon unter dem Kreuz für den Jünger getan hat, den Jesus liebte und sterbend mitgab: „Das ist jetzt deine Mutter!“

Wer dem Beispiel dieses Jüngers folgt, wer Maria in sein Leben hineinnimmt und täglich den Umgang mit ihr pflegt, dem stellt sich dann auch die Frage: „Was will Jesus von mir? Was traut er mir zu? Wie kann ich ihm ähnlich werden?“

kath.net: Der geistliche Gebetsweg an der Hand Mariens endet am Samstag vor Pfingsten mit einer feierlichen Marienweihe durch den Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner. Wie geht es dann weiter, auf dem Kongress und danach?

Monsignore Hofmann: Das muss vor allem die Gottesmutter in die Hand nehmen. Auf dem Kongress sollten nach Möglichkeit viele Teilnehmer der Gebetsinitiative und –gemeinschaft selbst sehen und miterleben, wie ihr Gebet Früchte trägt.

Nach der Weihe geht es darum, dass jeder einzelne mit der Hilfe Gottes in seinem Leben das zu verwirklichen sucht, was er in der Weihe ausspricht: an der Hand Mariens Christus näher zu kommen. Das geschieht durch das regelmäßige Gebet um die Fürsprache Mariens sowie das Streben nach ihren Tugenden: vor allem Glaube, Hoffnung und Liebe in den tausend Kleinigkeiten des Alltags.

Ob sich dann Weiteres daraus ergibt, werden wir sehen und legen es in die Hände und in das Herz der Gottesmutter Maria.

kathTube-Foto: Monsignore Dr. Markus Hofmann und kath.net-Redakteurin Petra Lorleberg

von esther10 29.04.2013 00:49



29. April 2013, 10:20 Eine Frau mit einer herausragenden Rolle in der Kirchengeschichte



Benedikt XVI. sagte 2010 über die hl. Katharina von Siena: „Auch heute zieht die Kirche großen Nutzen aus der geistlichen Mutterschaft vieler Frauen, die – geweiht oder im Laienstand – in den Seelen den Gedanken an Gott nähren“

Rom (kath.net) Am heutigen Festtag der heiligen Katharina von Siena, Kirchenlehrerin und Mitpatronin Europas, veröffentlichen wir die Katechese von Papst Benedikt XVI., die er bei der Generalaudienz am 24. November 2010 über sie gehalten hat.


Liebe Brüder und Schwestern!

Heute möchte ich über eine Frau sprechen, die eine herausragende Rolle in der Kirchengeschichte hatte. Es handelt sich um die hl. Katharina von Siena. Das Jahrhundert, in dem sie lebte – das 14. Jahrhundert –, war eine schwierige Zeit für das Leben der Kirche und der ganzen Gesellschaftsstruktur in Italien und in Europa.

Doch der Herr lässt auch in Augenblicken großer Schwierigkeiten nicht ab, sein Volk zu segnen, indem er heilige Männer und Frauen erweckt, die den Verstand und das Herz aufrütteln und Bekehrung und Erneuerung bewirken.

Katharina ist eine von ihnen, und auch heute noch spricht sie zu uns und spornt uns an, mutig den Weg zur Heiligkeit zu beschreiten, um in immer vollkommenerer Weise Jünger des Herrn zu sein.

Sie wurde 1347 in Siena in einer sehr kinderreichen Familie geboren und starb 1380 in Rom. Im Alter von 16 Jahren trat sie, von einer Vision des hl. Dominikus veranlasst, in den weiblichen Zweig des Dritten Ordens der Dominikaner, den so genannten »Mantellaten« ein.

Sie blieb in der Familie, bekräftigte das Gelübde der Jungfräulichkeit, das sie bereits als Heranwachsende in privater Form abgelegt hatte, und widmete sich dem Gebet, der Buße und den Werken der Nächstenliebe, vor allem zum Wohl der Kranken.

Als der Ruf ihrer Heiligkeit sich verbreitete, führte dies zu einer intensiven Tätigkeit geistlicher Beratung für Menschen aller Stände: Adlige und Staatsmänner, Künstler und Menschen aus dem Volk, geweihte Personen, Kleriker, einschließlich Papst Gregors XI., der zu jener Zeit seinen Sitz in Avignon hatte und den Katharina nachdrücklich ermahnte, nach Rom zurückzukehren.

Sie reiste viel, um die innere Reform der Kirche anzuregen und den Frieden zwischen den Staaten zu fördern: Auch aus diesem Grund erklärte der ehrwürdige Diener Gottes Johannes Paul II. sie zur Mitpatronin Europas. Der alte Kontinent sollte niemals die christlichen Wurzeln vergessen, die seinem Weg zugrunde liegen, und auch weiterhin aus dem Evangelium die Grundwerte schöpfen, die Gerechtigkeit und Eintracht gewährleisten.

Katharina hatte viel zu erleiden, wie viele Heilige. Einige misstrauten ihr so sehr, dass das Generalkapitel der Dominikaner sie 1374, sechs Jahre vor ihrem Tod, sogar nach Florenz beorderte, um sie zu prüfen.

Ihr wurde ein gelehrter und demütiger Ordensmann zur Seite gestellt, Raimund von Capua, später Generalmagister des Ordens. Er wurde ihr Beichtvater und auch ihr »geistlicher Sohn« und schrieb eine erste vollständige Biographie der Heiligen. Sie wurde 1461 heilig gesprochen.

Die Lehre Katharinas, die nur mit Mühe lesen lernte und erst als Erwachsene schreiben konnte, ist im „Dialog der göttlichen Vorsehung“ oder „Buch der göttlichen Lehre“, einem Meisterwerk der geistlichen Literatur, in ihren Briefen und in der Sammlung ihrer Gebete enthalten.

Ihre Lehre ist mit einem solchen Reichtum ausgestattet, dass der Diener Gottes Paul VI. sie 1970 zur Kirchenlehrerin erklärte. Diesen Titel erhielt sie zusätzlich zu dem der Mitpatronin der Stadt Rom, der dem Wunsch des sel. Pius IX. entsprach, und dem der Patronin Italiens, den der ehrwürdige Diener Gottes Pius XII. ihr zuerkannte.

In einer Vision, die aus Katharinas Herz und Verstand nie mehr ausgelöscht wurde, brachte die Gottesmutter sie zu Jesus, der ihr einen wunderschönen Ring schenkte und zu ihr sagte: »Ich, dein Schöpfer und Erlöser, vermähle dich mit mir im Glauben, den du stets rein bewahren sollst, bis du im Himmel mit mir deine ewige Hochzeit feierst « (vgl. Raimund von Capua, S. Caterina da Siena, Legenda maior, Nr. 115).

Jener Ring blieb nur für sie selbst sichtbar. In diesem außergewöhnlichen Ereignis wird der lebendige Mittelpunkt von Katharinas Religiosität und jeder echten Spiritualität deutlich: die Christozentrik. Christus ist für sie gleichsam der Bräutigam, zu dem eine Beziehung der Innerlichkeit, der Gemeinschaft und der Treue besteht; er ist das über alles geliebte Gut.

Diese tiefe Vereinigung mit dem Herrn wird durch ein anderes Ereignis aus dem Leben dieser bedeutenden Mystikerin erläutert: den Herzenstausch. Raimund von Capua zufolge, der das darlegt, was Katharina ihm anvertraut hat, erschien ihr der Herr mit einem leuchtend roten menschlichen Herzen in der Hand, öffnete ihre Brust, legte es dort hinein und sagte: »Liebste Tochter, so wie ich jüngst das Herz genommen habe, das du mir schenken wolltest, so schenke ich dir jetzt das Meinige; von jetzt an wird es den Platz einnehmen, an dem das Deinige war« (ebd.). Katharina hat wirklich die Wortes des hl. Paulus gelebt: »nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir« (Gal 2,20).

Wie die Heilige aus Siena verspürt jeder Gläubige das Bedürfnis, sich die Empfindungen des Herzens Christi zu eigen zu machen, um Gott und den Nächsten so zu lieben, wie Christus liebt.

Und wir alle können unser Herz verwandeln lassen und lernen, wie Christus zu lieben, in Vertrautheit mit ihm, die genährt wird vom Gebet, von der Betrachtung des Wortes Gottes und von den Sakramenten, vor allem durch den häufigen und ehrfürchtigen Empfang der heiligen Kommunion. Auch Katharina gehört zu jener Schar eucharistischer Heiliger, die ich am Ende meines Apostolischen Schreibens Sacramentum caritatis (vgl. Nr. 94) erwähnt habe.

Liebe Brüder und Schwestern, die Eucharistie ist eine außerordentliche Liebesgabe, die Gott uns immer wieder schenkt, um unserem Glaubensweg Nahrung zu geben, unsere Hoffnung zu stärken, unsere Liebe zu entflammen, um uns ihm immer ähnlicher zu machen.

Um eine so starke und authentische Persönlichkeit bildete sich eine echte geistliche Familie: Menschen, die von der sittlichen Autorität dieser jungen Frau mit sehr hohem Lebensniveau angezogen waren. Manchmal waren sie auch beeindruckt von den mystischen Phänomenen, denen sie beiwohnten, wie den häufigen Ekstasen.

Viele stellten sich in ihren Dienst und betrachteten es vor allem als Privileg, von Katharina geistlich geleitet zu werden. Sie nannten sie »Mama«, denn als geistliche Kinder erhielten sie von ihr die Nahrung des Geistes.

Auch heute zieht die Kirche großen Nutzen aus der geistlichen Mutterschaft vieler Frauen, die – geweiht oder im Laienstand – in den Seelen den Gedanken an Gott nähren, den Glauben der Menschen stärken und das christliche Leben auf immer größere Höhen ausrichten.

An einen ihrer geistlichen Söhne, den Kartäuser Giovanni Sabatini, schreibt Katharina: »Ich bezeichne Euch als Sohn, da ich Euch durch ständiges Gebet und Verlangen im Angesicht Gottes gebäre, so wie eine Mutter ihr Kind gebiert« (Brief Nr. 141: An Giovanni Sabbatini). Den Dominikaner Bartolomeo de Dominici redete sie gewöhnlich mit folgenden Worten an: »Liebster Bruder und Sohn in Christus, dem liebreichsten Jesus«.

Ein weiterer Zug von Katharinas Spiritualität ist mit der Gabe der Tränen verbunden. Sie sind Ausdruck einer feinfühligen und tiefen Sensibilität, einer Fähigkeit zur inneren Ergriffenheit und zur liebevollen Zuneigung.

Nicht wenige Heilige hatten die Gabe der Tränen und äußerten damit erneut die innere Bewegtheit Jesu, der vor dem Grab des Freundes Lazarus und dem Schmerz Marias und Martas sowie beim Anblick von Jerusalem in seinen letzten irdischen Tagen seine Tränen nicht zurückgehalten und versteckt hat.

Katharina zufolge vermischen sich die Tränen der Heiligen mit dem Blut Christi, von dem sie in leidenschaftlichem Ton und mit sehr ausdrucksstarken symbolischen Bildern gesprochen hat: »Denkt an den gekreuzigten Christus, Gott und Mensch (…) Setzt euch den gekreuzigten Christus zum Ziel, verbergt euch in den Wunden des gekreuzigten Christus, versenkt euch in das Blut des gekreuzigten Christus« (Brief Nr. 21: An einen, dessen Name nicht genannt wird).

Hier können wir verstehen, warum Katharina, obgleich sie sich der menschlichen Unzulänglichkeiten der Priester bewusst war, stets sehr große Hochachtung vor ihnen hatte: Sie spenden durch die Sakramente und das Wort die erlösende Kraft des Blutes Christi.

Die Heilige aus Siena hat die geistlichen Amtsträger, auch den Papst, den sie den »sanftmütigen Christus auf Erden « nannte, stets aufgefordert, ihrer Verantwortung treu zu sein, wozu sie stets allein durch ihre tiefe und beständige Liebe zur Kirche bewegt wurde.

Bevor sie starb, sagte sie: »Wenn ich aus dem Leib scheide, habe ich wahrhaftig das Leben in der heiligen Kirche und für die heilige Kirche vollendet und hingegeben, was für mich eine einzigartige Gnade ist« (vgl. Raimund von Capua, S. Caterina da Siena, Legenda maior, Nr. 363).

Von der hl. Katharina lernen wir also die höchste Wissenschaft: Jesus Christus und seine Kirche zu kennen und zu lieben. Im „Dialog der göttlichen Vorsehung“ beschreibt sie mit einem einzigartigen Bild Christus als Brücke, die zwischen Himmel und Erde gespannt ist. Sie besteht aus drei Stufen: den Füßen, der Seite und dem Mund Jesu. Indem sie diese Stufen emporsteigt, durchschreitet die Seele die drei Abschnitte eines jeden Weges der Heiligung: die Loslösung von der Sünde, die Übung der Tugend und der Liebe, die süße und liebevolle Vereinigung mit Gott.

Liebe Brüder und Schwestern, wir wollen von der hl. Katharina lernen, mit Mut Christus und die Kirche zutiefst und aufrichtig zu lieben. Machen wir uns daher die Worte der hl. Katharina zu eigen, die wir im „Dialog der göttlichen Vorsehung“ am Ende des Kapitels lesen, in dem von Christus als Brücke die Rede ist: »Aus Barmherzigkeit hast du uns im Blut gewaschen, aus Barmherzigkeit wolltest du Umgang haben mit den Geschöpfen. Du bist außer dir vor Liebe! Es genügte dir nicht, Mensch zu werden, sondern du wolltest auch sterben! (…) O Barmherzigkeit! Mein Herz versinkt im Gedanken an dich: Wohin ich meine Gedanken auch wende, finde ich nichts als Barmherzigkeit « (vgl. Kap. 30). Danke.
http://kath.net/news/41104
kathTube-Foto: Nach alter Überlieferung ist in diesem Reliquiar die Hand der hl. Katharina von Siena

von esther10 29.04.2013 00:03

29 April 2013, 11:52 Regensburger Bischof auf Distanz zu Zollitsch-Aussagen

Zollitsch hat bei einer Diözesanversammlung ein "nicht sakramentales Dienstamt für Frauen" vorgeschlagen - Regensburger Bischof geht auf Distanz und erinnert, dass eine Äbtissin oder Generaloberin mehr Gestaltungsmöglichkeiten hat



Regensburger (kath.net)
Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer ist am Sonntagabend auf Distanz zu Aussagen von Erzbischof Robert Zollitsch gegangen, der im Rahmen einer Versammlung folgendes gemeint hatte: "Ich fördere die Vielfalt der Dienste und Ämter sowie die Zukunft der unterschiedlichen kirchlichen Berufe. Ich tue dies auf der Grundlage der Lehre der katholischen Kirche. Dazu gehört auch der Einsatz für neue kirchliche Dienste und Ämter, die auch Frauen offen stehen, wie etwa ein spezifisches Diakonenamt für Frauen."

Diese Aussagen nahm Voderholzer zum Anlass, in einer Aussendung die große Bedeutung der Frau in der Kirche zu betonen. Bei verschiedenen Gelegenheiten habe er sich die Forderung der Bischofskonferenz, dass der „Anteil an Frauen in Leitungsaufgaben, die nicht die Weihe voraussetzen, deutlich erhöht werden“ soll, ausdrücklich zu eigen gemacht.

Dann erinnerte Voderholzer aber, dass eine Äbtissin oder Generaloberin, eine Ordinariatsrätin oder Rektorin einer kirchlichen Schule wesentlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten als ein neues, nicht sakramentales Dienstamt für Frauen. "Der sakramentale Diakonat gehöre wie das Priester- und Bischofsamt untrennbar zum einen Weihesakrament, das gemäß der biblisch begründeten Tradition der Kirche – auch der Ostkirchen – Männern vorbehalten ist", so Voderholzer.
http://kath.net/news/41101
Foto Bischof Voderholzer (c) Bistum Regensburg

von 28.04.2013 07:00

OSTERZEIT
FÜNFTER SONNTAG

29

GERECHTIGKEIT

Ein elementares Verlangen.
Zorn und Gelassenheit.
Gerechtigkeit und Liebe.


I. Im Antwortpsalm der Liturgie dieses Sonntags heißt es: Ihr Gerechten, jubelt vor dem Herrn (...). Er liebt Gerechtigkeit und Recht, die Erde ist erfüllt von der Huld des Herrn.1 Ist sie es wirklich?

Das sittliche Leben dreht sich gleichsam um die Gerechtigkeit wie die Tür um die Angeln, die cardines. Sie ist eine der vier Kardinaltugenden, ein Eckpfeiler alles Sittlichen. Ohne sie wäre ein geordnetes, fruchtbares Zusammenleben unter den Menschen unmöglich. Die Gerechtigkeit ist, mit Worten von Papst Johannes Paul II., »grundlegendes Prinzip des Lebens und des Miteinander-Lebens, der einzelnen Menschen sowie der menschlichen Gemeinschaften, der Gesellschaften und der Völker. Darüber hinaus ist die Gerechtigkeit Grundlage für das Bestehen der Kirche als Volk Gottes und Grundlage der Koexistenz der Kirche mit den verschiedenen gesellschaftlichen Strukturen, besonders des Staates, wie auch der internationalen Organisationen. Auf diesem weiten und vielgestaltigen Feld suchen der Mensch und die Menschheit ununterbrochen nach Gerechtigkeit; dies ist ein nie endender Prozeß und eine höchst wichtige Aufgabe.«2

Uns allen ist die dreifache Gestalt dieser Grundtugend vertraut, die - auf verschiedenen Ebenen - jedem das ihm Geschuldete gibt. Sie hat die Beziehungen der einzelnen zueinander im Blick; sie ordnet das Verhältnis des Gemeinwesens zum Einzelnen als seinem Glied; und schließlich regelt sie die Beziehungen der Glieder zum sozialen Ganzen.

Aber jede dieser drei Spielarten lebt aus dem Gerechtigkeitswillen des einzelnen. Es sind immer konkrete Menschen, die mit ihrem gerechten oder ungerechten Handeln die jeweiligen staatlichen und gesellschaftlichen Strukturen prägen.

Gerechtigkeit ist - nach der Definition des heiligen Thomas von Aquin - »die Haltung, kraft deren jemand standhaften und beständigen Willens einem jeden sein Recht zuerkennt«3. Zwar hängt vieles von einer gerechten staatlichen Ordnung ab. Doch sie bliebe weitgehend steril, wurzelte die Sorge um eine gerechtere Gesellschaftsordnung nicht im konkreten persönlichen Handeln, beginnend im Kleinen.

Und die große Dinge? »Oft scheinen ja die großen Dinge dafür da zu sein, um den Menschen von jenen Stellen abzulenken, wo es ernst wird. Wo wird es also mit der Gerechtigkeit der Ordnung wirklich ernst? Die Antwort würde weniger großartig lauten, dafür aber viel konkreter. Sie würde sich in Fragen kleiden, die ins eigene Leben gingen.

Zum Beispiel: Wenn du jetzt für dich zehn Mark ausgibst und sollst es nachher für einen anderen tun - wiegt der Betrag in deinem Gefühl beide Male gleich schwer? Oder sagst du, denkst du, fühlst du im ersten Fall: >Nur< zehn Mark; im zweiten aber: >Ganze zehn<? Woher das verschiedene Gewicht? Gerechtigkeit wäre, daß der Betrag beide Male gleich wöge, das heißt, die Not des anderen dir so nahe ginge wie deine eigene (...).

Wie ist das zu Hause, in deiner Familie: Hältst du die verschiedenen Personen darin gleich wert? Ist ein böses Wort über diese dir ebenso empfindlich wie über jene? Oder steht es so, daß du diese gerne magst und ein Unrecht gegen sie dich empört - du aber im Fall der anderen findest, die Sache sei nicht so schlimm? Müßte nicht wenigstens dein praktisches Verhalten in beiden Fällen das gleiche sein?

Hier, nicht bei der Abmessung der Steuerlasten, fängt die wirkliche Gerechtigkeit der Ordnung an: zu Hause, im Verkehr mit den Freunden, im Büro - eben dort, wo du mit den Menschen zusammen bist; darin, daß du jedem nach deiner Möglichkeit sagst und gibst und tust, worauf er Anspruch hat.«4

II. »Gott ruft uns durch alles, was im Alltag geschieht, durch die Freude und das Leid unserer Mitmenschen, durch die irdischen Sorgen unserer Freunde und Bekannten, durch die vielen kleinen Dinge des Familienlebens. Und Gott ruft uns auch durch die großen Probleme, Konflikte und Aufgaben, die geschichtliche Epochen prägen und das Hoffen und Mühen eines Großteils der Menschheit in ihren Bann ziehen.«5 Ein geschärftes Gespür für Gerechtigkeit läßt uns alles ernst nehmen: die »vielen kleinen Dinge des Familienlebens« wie »die großen Probleme, Konflikte und Aufgaben, die geschichtliche Epochen prägen« Das Kleine wie das Große geht uns an - beides gehört zu den irdischen Wirklichkeiten, die durch uns menschlicher, gerechter, gottgerichteter werden sollen. Auch wenn es meistens nicht in unserer Hand liegt, das Große, Weltbewegende ins Werk zu setzen, d»rfen wir doch nicht so tun, als ginge es uns gar nichts an: »Wie verständlich sind die Ungeduld, die Beklemmung und die ungestümen Wünsche jener, die mit einer natürlichen christlichen Seele nicht resignieren wollen angesichts der persönlichen und sozialen Ungerechtigkeit, die das menschliche Herz hervorbringen kann. So viele Jahrhunderte schon leben die Menschen zusammen, und noch immer gibt es so viel Haß, so viel Zerstörung, so viel Fanatismus in Augen, die nicht sehen, und in Herzen, die nicht lieben wollen.«6

Wieviele Erniedrigungen, Diskriminierungen, Ungerechtigkeiten, welche extreme Not ganzer Völker müssen wir täglich mit ansehen: »Die Reichtümer der Erde verteilt unter einige wenige, die Bildungsgüter einem kleinen Kreis vorbehalten und draußen Hunger nach Brot und Wissen. Draußen menschliches Leben, das heilig ist, weil es von Gott kommt, und das behandelt wird wie eine Sache, wie Zahlen in einer Statistik. Ich verstehe und teile diese Ungeduld, eine Ungeduld, die mich drängt, auf Christus zu schauen, der uns ständig auffordert, jenes neue Gebot der Liebe zu verwirklichen.«7

Welch weites Feld für unsere persönliche Gewissenserforschung! Wer sich nach Gerechtigkeit sehnt, hinterläßt eine Spur der Liebe und Menschenfreundlichkeit. Er bekämpft die Ungerechtigkeit in seinem bescheidenen Wirkungsbereich: in Familie, Betrieb, Gemeinde - und fühlt sich zutiefst solidarisch mit denen, die himmelschreiende Ungerechtigkeiten erleiden. Um so schmerzlicher empfindet er seine Ohnmacht.

Freilich, »erst von Gott her wird wirkliche und volle Gerechtigkeit werden, durch das Gericht. Wir sollten uns die Offenbarung, daß dieses Gericht über alles Menschliche ergehen wird, sehr nahekommen lassen. Das Erste, was jeder denken soll, wenn er ans Gericht denkt, lautet: Es wird Gericht sein über mich! Dann aber auch über alle jene Formen und Größen des Menschlichen, vor denen wir so leicht das Gefühl bekommen, sie seien souveräne, keiner Prüfung unterworfene Mächte: der Staat, die Kultur, die Geschichte.«8

Zorn und Empörung über die Unmenschlichkeit ungerechter Strukturen überall in der Welt sind ein nur verständlicher Ausdruck der Sehnsucht nach Gerechtigkeit - aber sie dürfen uns weder den Blick für »kleine Unmenschlichkeiten« in unserem überschaubaren Lebensbereich versperren noch die gelassene Einsicht trüben, daß Gott alles richten wird.

III. Urantrieb, sich für die Gerechtigkeit einzusetzen, ist die Liebe zu Christus. Je treuer wir dem Herrn sind, um so gerechter werden wir sein, um so engagierter für die Gerechtigkeit. Was könnte uns mehr anspornen, als zu wissen, daß der Andere, der Nächste - besonders der Notleidende - Christus selbst ist, daß wir also je nachdem, ob wir gerecht oder ungerecht handeln, Christus aufnehmen oder ihn zurückweisen. Denn er wartet auf uns in unseren Brüdern und Schwestern: Ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben (...). Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.9

»Christen haben den Auftrag, die sittliche Botschaft des Neuen Testamentes zu erfüllen, nämlich Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und Freiheit zu praktizieren, nicht nur privat, sondern auch öffentlich in der Gesellschaft; wenn auch immer unter dem bescheidenen Vorbehalt, daß die absolute Wahrheit, die perfekte Gerechtigkeit, die vollkommene Liebe und die umfassende Freiheit hier auf Erden weder erkennbar noch erreichbar sind. Und vor allem haben Christen die Pflicht, den (nicht nur im materiellen Sinne) >Armen< die Frohe Botschaft vom Reiche Gottes zu verkünden - und dabei glaubwürdige Werke der Barmherzigkeit zu üben.«10

Ein Christ, der glaubt und im Nächsten Christus sieht, wird weder apathisch noch wie ein bloßer »Macher« reagieren. Der Ansporn der Liebe Christi wird ihm immer wieder neue Impulse geben, Gerechtigkeit zu üben: caritas enim Christi urget nos: die Liebe Christi drängt uns.11

Das Zweite Vatikanische Konzil lehrt: »Damit die Übung dieser Liebe über jeden Verdacht erhaben sei und als solche in Erscheinung trete, (...) muß man zuerst den Forderungen der Gerechtigkeit Genüge tun, und man darf nicht als Liebesgabe anbieten, was schon aus Gerechtigkeit geschuldet ist.«12 Echte Nächstenliebe setzt den Sinn für Gerechtigkeit voraus: »Ohne Gerechtigkeit kann es keine Liebe geben. Die Liebe >übersteigt< die Gerechtigkeit, aber zugleich findet sie in der Gerechtigkeit ihre Bewährung. Sogar Vater und Mutter müssen, wenn sie ihr Kind lieben, gerecht zu ihm sein. Gerät die Gerechtigkeit ins Wanken, ist auch die Liebe gefährdet.«13

Bloßes Gerechtsein kann leicht routiniert und somit lieblos werden und die Wärme des »ganzen« Herzens Christi drosseln. Bitten wir den Herrn also, »daß er uns ein gutes Herz gebe, fähig, auf das Leiden anderer mit Mitleid zu antworten und zu verstehen, daß die Qual, die das Menschenleben auf Erden begleitet und oft viele Seelen ängstigt, nur durch die Liebe gelindert werden kann.«14

1 Ps 33,4-5. - 2 Johannes Paul II., Ansprache bei der Generalaudienz am 8.11.78. - 3 Thomas von Aquin, Summa theologica, II-II,58,1. - 4 R.Guardini, Tugenden, Mainz/Paderborn 1987, S.53. - 5 J.Escrivá, Christus begegnen, 110. - 6 ebd., 111. - 7 ebd.. - 8 R.Guardini, a.a.O., S.56. - 9 Mt 25,42.45. - 10 W.Ockenfels, Hat die Kirche in der sozialen Frage versagt?, in: Plädoyer für die Kirche, Aachen 1992, S.177. - 11 2 Kor 5,14. - 12 II.Vat.Konz., Dekret Apostolicam actuositatem, 8. - 13 Johannes Paul II., a.a.O. - 14 J.Escrivá, Christus begegnen, 167.

von esther10 28.04.2013 00:23


28.04.2013 14:23 - Die Erschaffung der Engel

Ursachen, Hintergründe und Folgen
Die Geschichte der Engel
Der Engelsturz und seine Auswirkung
auf uns Menschen,

Das Imprimatur hat das erzbischöfliche Ordinariat Salzburg
am 31. Mai 1954, Zl. 1311 für das Gesamtwerk erteilt.

Die Lebensbeschreibung der Schwester Maria von Agreda
sowie Einzelheiten über ihre erhaltenen Offenbarungen
sind im ersten Buch des Gesamtwerkes (4 Bücher)
welches auch einzeln bestellt werden kann enthalten.


Vorwort
Der Inhalt dieser Broschüre ist zwar nicht der durchgehenden
Reihenfolge entsprechend, jedoch wortgetreu übernommen,
aus dem Offenbarungswerk „Leben der jungfräulichen Gottes-
mutter Maria,“ geoffenbart der Schwester Maria von Agreda
aus Spanien in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Es ist hervorragend dazu geeignet, den wirklichen Sinn und
das wahre Ziel des menschlichen Lebens begreifbar zu ma-
chen. Ein ausgewählter Teil davon ist in dieser Broschüre wie-
dergegeben und kann niemals als zeitlich überholt betrachtet
werden.
Es wird darin berichtet, wie und warum der Sturz des einst-
mals höchsten Engels Luzifer und seines Anhanges aus dem
Himmel zustande gekommen ist.
Da wir Menschen nach bestandener Prüfung dazu bestimmt
sind diese Plätze im Himmel einzunehmen, die Satan und sein
Anhang für immer verloren haben, sucht er nun seit Anbeginn
der Welt dieses mit aller Macht aus Rache gegen Gott und aus
Hass und Neid gegen die Menschen zu verhindern. Das ist der
Grund für den unversöhnlichen Kampf des Satans gegen Gott
und das ganze Menschengeschlecht, dessen Folgen wir tagtäg-
lich immer wieder aufs Neue erfahren.
Man will aber nicht erkennen, dass die Ursache davon vom
Satan in der Welt – mit der Zustimmung und Beihilfe der
Menschen – zu ihrer verderblichen Wirkung gebracht werden.
Dieser größte Feind Gottes und der Menschen hat es sogar
vermocht, vielen Menschen den Gedanken einzugeben, dass es
einen persönlichen Gott, besonders aber ihn selbst, den Teufel
als Persönlichkeit – und damit eine Hölle, vor der die Men-
schen Angst haben müssten – überhaupt nicht gibt und alles
nur symbolisch betrachtet werden muss.
Einen Feind den man aber nicht kennt, beachtet man nicht.
Durch den Unglauben, der Gleichgültigkeit und der Nichtbe-
achtung der göttlichen Gebote, bekommt der Satan seinen Ein-
fluss auf die Gedanken und Handlungen der Menschen, deren
verheerende Folgen in zunehmendem Maße zu sehen sind.
Bedingt durch die vergeblichen Bemühungen der Menschheit,
Frieden und eine bessere und gerechtere Welt zu schaffen, die
den Erfordernissen eines guten menschlichen Zusammenle-
bens gerecht wird, sollte es doch allmählich begriffen werden,
dass alle diesbezüglichen Bestrebungen ohne Gott und die An-
erkennung und Befolgung Seiner Gebote zum Scheitern ver-
urteilt sind.
Um den rechten Weg sicher finden zu können und damit viel
Leid nicht notwendig werden zu lassen, hat Gott der Mensch-
heit immer wieder ganz besondere Hinweise und Gnaden zu-
kommen lassen. Dazu gehören zweifellos die göttlichen Offen-
barungen auf die eingangs hingewiesen wurde. Diese enthül-
len in ganz besonderer Weise die Ursachen, Hintergründe
und Folgen des satanischen Wirkens in der Welt. Darin wer-
den die geheimsten Pläne und Absichten des Teufels und sei-
ner höllischen Genossen gegen seinen Willen aufgedeckt – die
Menschheit sollte dieses niemals erfahren – und schriftlich
festgehalten.
Es wird auch der wahre Grund enthüllt wie es möglich war,
dass sich gerade nach dem Beginn des Christentums bis in die
heutige Zeit hinein, eine Vielzahl der unterschiedlichsten
Glaubensgemeinschaften und Sekten gebildet haben, wo jede
für sich behauptet im Besitz der alleinigen Wahrheit zu sein. Es
kann aber nicht nebeneinander mehrere der unterschiedlichs-
ten Wahrheiten geben die sich gegenseitig widersprechen.
Da es Satan mit aller Macht verhindern wollte, dass seine Ma-
chenschaften zur Verwirrung, Irreführung und Vernichtung
der ganzen Menschheit bekannt gemacht würden, begann
durch seinen Einfluss verursacht, eine dreihundert-jährige
Auseinandersetzung um die Anerkennung der geoffenbarten
Wahrheit, bis diese endlich von der Kirche anerkannt und ver-
öffentlicht werden konnte.
Aus den vorgenannten Gründen ist es auch nach dieser Zeit,
bis zum heutigen Tage einer breiten Öffentlichkeit unbekannt
geblieben, was auch mit dazu beigetragen hat, dass sich die
Geisteskrankheit des Unglaubens immer weiter verbreiten
konnte.
Es gibt wohl wenige Bücher, welche auf so allgemein ver-
ständliche Weise, die Erkenntnis über die neid- und hasser-
füllte Verfolgung des ganzen Menschengeschlechtes durch Sa-
tan und seiner höllischen Genossen klarer und deutlicher zum
Ausdruck bringen. Darum behält dieses berühmte Werk gera-
de für die heutige Zeit seine besondere Bedeutung und sollte
deshalb überall bekannt gemacht und allgemein verbreitet
werden.
Abschließend kann noch gesagt werden, alle ökumenischen
Bestrebungen werden erst dann von Erfolg gekrönt sein, wenn
unsere Gottesmutter Maria, ihrer gottgewollten Stellung ge-
mäß als Fürbitterin und Gnadenvermittlerin erkannt und an-
erkannt sein wird.
L. W. im Jahre 2004


Inhaltsverzeichnis

1. Die Erschaffung und Prüfung der Engel 10
2. Luzifer geriet damals in eine sehr ungeordnete Selbstliebe, 11
3. In den Werken Gottes ist alles nach Maß, Zahl und Gewicht
geordnet. 12
4. Ferner offenbarte Gott den Engeln, 13
5. Luzifer aber, voll Neid und aufgeblasener Hoffart, widersetzte
sich 14
6. Hier muss ich noch ein anderes Geheimnis erwähnen. 14
7. Diese aufgeblasene, eitle Hoffart reizte den Zorn des Herrn. 15
8. Auslegung des 12. Kapitels der Geheimen Offenbarung. 17
9. Es war als sage Gott den Engeln: 17
10. Noch ein anderes Zeichen erschien am Himmel: 18
11. Die zehn Hörner dieser Häupter 19
12. „Der Drache trat vor die Frau, 19
13. Fortsetzung der Auslegung des zwölften Kapitels der geheimen
Offenbarung. 20
14. Er ist Gott, der Allerhöchste, König aller Geschöpfe. 21
15. Mit diesen Worten kämpften der Heilige Michael und sein
Anhang. 22
16. Doch Michael erwiderte: „Wer ist wie der Herr, unser Gott, der
in den Höhen wohnt? 22
17. So offenbarte sich aufs neue Gottes Macht und Gerechtigkeit. 23
18. So wurde der große Drache gestürzt, 24
19. So war nun der Himmel von den bösen Engeln gesäubert. 25
20. Schluss der Auslegung des zwölften Kapitels der Geheimen
Offenbarung. 25
21. Der Fall von Adam und Eva im Paradies. 28
22. Luzifer betrog sich selbst. 29
23. An das Gebot anknüpfend, 30
24. Als Luzifer den Fall der Stammeltern gewahrte, 31
25. Im Augenblick der Menschwerdung des göttlichen Wortes 31
26. Alle tugendhaften und vollkommenen Frauen habe ich genau
verfolgt, um unsere Feindin (Maria) zu finden, 33
27. Sie überlegten, wie sie die heiligste Jungfrau verfolgen
könnten, 34
28. Luzifer will das Erlösungswerk verhindern. 35
29. Ich wusste, dass diese Ehre Ihm als Gott gebühre. 36
30. „Meine Verwirrung ist jetzt zu groß,“ 38
31. Nur gegen jenes Weib (Maria), unsere Feindin, trage ich
tödlichen Hass, 39
32. Die Versammlung der bösen Geister nach dem Tode Jesu in
der Hölle. 40
33. Von jenem Tage der Erschaffung der ersten Menschen an, habe
ich danach getrachtet, den Gottmenschen und Seine Mutter zu
vernichten 41
34. Oh ihr Menschen, wie seid ihr doch von Gott, den ich hasse, so
sehr begünstigt 42
35. Oh wie stark ist dieser Gottmensch, 44
36. Sie waren sich einig, dass es unmöglich sei, die Person Christi
anzugreifen, 44
37. „Die Menschen haben nun eine neue Lehre, 45
38. Einige Teufel machten es sich zur Aufgabe, die Neigungen der
Kinder von ihrer Empfängnis und Geburt an in eine verkehrte

Richtung zu bringen 46
39. Wir müssen sorgen, dass die Menschen die Frömmigkeit und
den Geschmack an geistlichen und göttlichen Dingen verlieren, 47
40. Es ist unmöglich, alles darzulegen, 48
41. Leider sind diese höchst wichtigen Wahrheiten in unseren
Tagen gar sehr dem Gedächtnis der Menschen entschwunden
zu ihrem entsetzlichen Schaden. 49
42. Die Heilige Schrift und die Werke der heiligen Lehrer 49
43. Damit nun jene, die dieses Buch lesen, aus diesem Schlafe
erwachen, 50
44. Da dieser Feind ein unkörperlicher Geist ist, den keine
Wirksamkeit ermüdet, 51
45. Sobald der Satan die Tatsache der natürlichen Zeugung eines
Menschen erkennt, 52
46. Die Mittel des Allerhöchsten, die Menschen gegen diese Bosheit
des Drachens zu beschützen, sind verschiedener Art. 53
47. Zu dieser allgemeinen Vorsehung Gottes kommt dann noch der
Schutz unserer heiligen Engel. 54
48. Er sucht es dahin zu bringen, dass die Kinder sich manche
schlimme Handlungen angewöhnen, dass sie Böses sehen und
hören, und dass ihre Eltern in dieser Zeit an solche Gefahren
nicht denken und darum auch keine Vorsorge dagegen treffen. 54
49. Nicht geringer ist aber die Sorge und Wachsamkeit der heiligen
Engel, 55
50. Die Engel hingegen führen zu Gunsten der Kinder die
Tugenden der Eltern und Ahnen an, 56
51. Hat der Mensch den vollen Vernunftgebrauch erlangt, dann
wird der Kampf zwischen den bösen und den guten Engeln
noch heftiger. 56
52. Unaufhörlich kommen uns die Engel durch Eingebungen und
Ermahnungen zu Hilfe. 57
53. Eine unzweifelhafte Offenbarung göttlichen Schutzes war die
Bekehrung des Saulus. 59
54. Luzifer und die Seinen empfanden die Geißel der göttlichen
Allmacht. 60
55. Was hatte Saulus getan, um ein so außerordentliches Glück zu
verdienen? 61
56. Lehre der Himmelskönigin 63


1. Die Erschaffung und Prüfung der Engel
Sie wurden von Gott im Himmel erschaffen und zwar im
Stande der Gnade. Mit dieser sollten sie sich die Herrlichkeit
als Lohn verdienen. Obwohl sie sich am Orte der Gnade be-
fanden, schauten sie doch die Gottheit noch nicht von Ange-
sicht zu Angesicht, bis sie es mit der Gnade durch Gehorsam
gegen den göttlichen Willen verdient hätten.
Die guten wie auch die abtrünnigen Engel blieben nur kurze
Zeit im Zustand der Prüfung, denn die Erschaffung, Prüfung
und Entscheidung erfolgten in drei ganz kurzen Zeitabschnit-
ten. Im ersten Zeitraum wurden alle Engel erschaffen und mit
Gnaden und den Gaben des Heiligen Geistes ausgerüstet, so
dass sie überaus schön und vollkommen waren.
Dann folgte eine kurze Weile, in der allen der Wille ihres
Schöpfers kundgetan wurde. Sie empfingen das Gesetz und
den Auftrag ihren Schöpfer als ihren höchsten Herrn anzuer-
kennen und so den Zweck ihres Daseins zu erfüllen.
In dieser kurzen Weile entbrannte zwischen dem Heiligen Mi-
chael und seinen Engeln jener große Streit wider den Drachen
und seinen Anhang. Die guten Engel verdienten durch Be-
harrlichkeit in der Gnade die ewige Seligkeit. Die ungehor-
samen hingegen verfielen durch ihre Auflehnung gegen Gott
der ewigen Pein.
Ich (Maria von Agreda) wünschte zu wissen, aus welchem
Beweggrund und durch welche Veranlassung Luzifer und sein
Anhang ungehorsam waren und fielen. Ich erkannte, dass die
bösen Engel der Verschuldung nach, vielerlei Verbrechen be-
gehen konnten, wenn sie auch der Tat nach nicht alle begin-
gen. Jene Sünden aber, die sie mit ihrem bösen Willen tatsäch-
lich verübten, erzeugten in ihnen einen Habitus, d. h. die Nei-
gung zu allem Bösen. Auch zu jenem, das sie selbst nicht ver-
üben konnten. Zu diesen Sünden aber verführen sie die Men-
schen und freuen sich, wenn es ihnen gelingt.
2. Luzifer geriet damals in eine
sehr ungeordnete Selbstliebe,
denn er sah sich mit einer höheren Schönheit der Natur und
Gnade ausgerüstet, als die übrigen Engel. In dieser Erkenntnis
hielt er sich zu lange auf, und das Wohlgefallen an sich selbst
hemmte ihn so, dass er Gott, der einzigen Ursache all seiner
Vorzüge, den schuldigen Dank lässig und träge darbrachte.
Wiederum betrachtete er sich selbst.
Aufs neue gefielen ihm seine Schönheit und seine Gnaden. Er
schrieb sie sich selbst zu und liebte sie als seine eigenen. Diese
ungeordnete Selbstbetrachtung bewirkte, dass er sich mit den
Kräften, die er von einer höheren Macht empfangen hatte,
nicht nur nicht, wie er sollte, über sich selbst erhob, sondern
sie verführte ihn auch zum Neid gegen andere und zur Be-
gierde nach den Gaben und Vorzügen der anderen. Da er diese
für sich nicht erlangen konnte, entbrannte er in tödlichem Zorn
und Hass gegen Gott, der ihn aus dem Nichts erschaffen hatte,
und gegen alle Seine Geschöpfe. Aus dieser Verfassung ent-
sprangen Ungehorsam, Vermessenheit, Ungerechtigkeit, Treu-
losigkeit, Gotteslästerung, ja, sogar eine Art Abgötterei, denn
er begehrte für sich jene Anbetung, die man allein Gott schul-
dig ist. Er lästerte Gottes Hoheit und Heiligkeit. Er verlor den
Glauben und die schuldige Treue. Er nahm sich vermessentlich
vor, alle Geschöpfe zu vernichten, und schmeichelte sich, dies
und noch manches andere ausführen zu können. In dieser
Geisteshaltung verharrte er. Seine Hoffart steigerte sich. Doch
seine Vermessenheit war größer als seine Stärke, denn in die-
ser konnte er nicht wachsen. Doch hinsichtlich der Sünde „ruft
ein Abgrund dem anderen zu“, der erste sündige Engel war
Luzifer, er verführte die anderen. Deshalb wird er der Fürst
der bösen Geister genannt, also nicht vermöge Seiner Natur.
Nicht wegen dieser, sondern nur um der Sünde willen konnte
er diesen Titel behaupten. Die sündigen Engel sind nicht alle
aus einem Chor, sondern aus allen fielen Engel ab, und zwar
viele. Jetzt will ich, wie ich es schaute, berichten nach welchen
Ehren und Vorzügen Luzifer voll Neid und Hoffart trachtete.
3. In den Werken Gottes ist alles nach
Maß, Zahl und Gewicht geordnet.
Darum beschloss die göttliche Vorsehung, den Engeln unmit-
telbar nach ihrer Erschaffung, - also bevor sie sich noch ande-
ren Zielen zuwenden konnten - das Endziel zu offenbaren, zu
dem sie erschaffen und mit einer so erhabenen und ausge-
zeichneten Natur begabt worden waren. Gott erleuchtete sie
auf folgende Weise: Zuerst empfingen sie eine sehr eindrucks-
volle Erkenntnis von der Wesenheit Gottes, Seiner Einheit in
der Natur, Seiner Dreifaltigkeit in den Personen. Zugleich er-
hielten sie den Befehl, den unendlichen Gott als ihren Schöpfer
und Herrn zu verehren und anzubeten. Alle folgten gehorsam,
doch mit Unterschied, die guten Engel folgten aus Liebe und
Gerechtigkeit. Sie unterwarfen sich mit bestem Willen, nahmen
gläubig auf, was ihre Fassungskraft überstieg, und gehorchten
freudig. Luzifer aber unterwarf sich nur, weil ihm das Gegen-
teil unmöglich schien, darum auch nicht mit vollkommener
Liebe. Er teilte seinen Willen zwischen sich und der untrügli-
chen Wahrheit des Herrn. Deshalb fand er das Gebot schwer
und lästig und er erfüllte es nicht mit vollkommener Liebe und
nicht aus Gerechtigkeit. Darum geriet er in eine Verfassung,
die seinen Ungehorsam herbeiführte. Diese Lässigkeit und Zu-
rückhaltung, mit der er diese ersten Akte setzte, beraubten ihn
noch nicht der Gnade, doch begann hier seine üble Verfassung.
Er empfand eine gewisse Schwäche in der Tugend und ein Ab-
sinken im Geiste, und seine strahlende Schönheit minderte
sich. Er erfüllte Gottes Gebote lau und unvollkommen. Dies
war sein erster Schritt zum Fall.
4. Ferner offenbarte Gott den Engeln,
dass er Menschen, vernünftige Geschöpfe einer niederen Ord-
nung, erschaffen wolle. Auch diese sollten Gott als ihren Urhe-
ber und ihr ewiges Gut lieben, fürchten und ehren. Er werde
diese Natur überaus begnadigen. Die zweite Person der Hei-
ligsten Dreifaltigkeit selbst werde Mensch werden und in Ver-
bindung die menschliche Natur mit der Göttlichen zu einer
Person vereinigen. Diesen zukünftigen Gottmenschen sollten
die Engel nicht nur wegen Seiner Gottheit, sondern auch we-
gen Seiner Menschheit als ihr Oberhaupt anerkennen, verehren
und anbeten. Als an Würde und Gnade Ihm untergeordnet,
sollten sie Seine Diener sein. Zugleich ließ Gott die Engel er-
kennen, wie geziemend, gerecht und vernünftig diese Unter-
werfung sei. Wie alle übrigen zukünftigen Geschöpfe hätten
auch sie die Aufgabe, den Gottmenschen zu verherrlichen,
weil Er aller Wesen König sei. Alle vernünftigen Geschöpfe,
die der Erkenntnis und des Genusses Gottes fähig seien, soll-
ten Sein Volk werden und Ihn als ihr Haupt anerkennen und
verehren. Dann wurde den Engeln das entsprechende Gebot
erteilt. Die gehorsamen, heiligen Engel unterwarfen sich die-
sem Befehle sofort mit ganzer Willenskraft, mit demütigem
und liebesglühendem Eifer.
5. Luzifer aber, voll Neid und aufgeblasener
Hoffart, widersetzte sich
und trieb die gleichgesinnten Engel an, ein Gleiches zu tun.
Auch sie gehorchten dem göttlichen Befehle nicht. Dafür ver-
sprach Luzifer ihnen, dass er ihr Haupt sein und ein unabhän-
giges Fürstentum gegen Christus aufrichten wolle. Neid und
Hoffart und unordentliches Begehren verursachten in diesem
einen Engel eine solche Verblendung, dass er unzählige mit
der Pest der Sünde ansteckte. Nun erhob sich jener große
Kampf im Himmel, von dem der Heilige Johannes berichtet.
Die gehorsamen heiligen Engel entbrannten vor Eifer, die Ehre
des Allerhöchsten und die Ehre des Gottmenschen, den sie in
einem Gesichte schauten, zu verteidigen. Sie baten um die Er-
laubnis und die Genehmigung des Herrn, gegen den Drachen
zu streiten. Das wurde ihnen gewährt.
6. Hier muss ich noch ein anderes
Geheimnis erwähnen.
Als allen Engeln geboten wurde, dem menschgewordenen
Wort zu gehorchen, empfingen sie als drittes Gebot jene Frau
als Gebieterin anzuerkennen in dessen Schoß der Eingeborene
des Vaters das menschliche Fleisch annehmen sollte. Diese
Frau werde ihre Königin und die Herrin aller Geschöpfe sein
und an Gnaden und Glorie alle Engel und Menschen überra-
gen. Die guten Engel zeichneten sich durch Annahme dieses
Befehles aus. Sie glaubten und priesen in tiefster Demut die
Macht und Geheimnisse des Allerhöchsten. Luzifer und seine
Anhänger aber erhoben sich infolge dieses Befehles bei der Of-
fenbarung dieses Geheimnisses mit wachsendem Hochmut. In
tobsüchtiger Wut begehrte Luzifer für sich die Auszeichnung,
Haupt aller Engel und des ganzen Menschengeschlechtes zu
werden. Wenn dies nur durch die Verbindung der höheren mit
der niederen Natur möglich sei, so solle sie an ihm geschehen.
Im Hinblick auf die niedere Natur der Mutter des menschge-
wordenen Wortes (Maria) widersetzte sich Luzifer unter
schauerlichen Lästerungen. In unbändigem Zorn empörte er
sich gegen den Urheber solch großer Gnadenwunder. Er reizte
seine Genossen auf und rief: „Diese Befehle sind unbillig! Mei-
ne Hoheit wird dadurch beleidigt! Darum will ich diese Natur
die Du mit so großer Liebe anblickst und ferner noch so reich-
lich begnadigen willst, verfolgen und ausrotten. Dazu will ich
meine ganze Macht und List aufbieten. Dieses Weib, die Mut-
ter des Wortes, will ich von der Höhe, auf der Du sie zu erhe-
ben gedenkst, herabstürzen. Ich will Deine Pläne zuschanden
machen!“
7. Diese aufgeblasene, eitle Hoffart
reizte den Zorn des Herrn.
Zur Beschämung Luzifers sagte Er: „Diese Frau, die du nicht
ehren willst, wird dir den Kopf zertreten, dich überwinden
und zunichte machen. Wenn durch deinen Stolz der Tod in die
Welt kommen wird, so wird durch ihre Demut das Leben und
Heil der Menschen kommen. Sie werden jenen Lohn und jene
Kronen empfangen, die du samt deinem Anhang verloren
hast.“
Luzifer widerstrebte mit tollsinnigem Stolze allem, was er vom
göttlichen Willen und Seinen Entschlüssen verstanden hatte.
Er drohte dem ganzen Menschengeschlecht. Die guten Engel
erkannten den gerechten Zorn des Allerhöchsten wider Luzifer
und seinen Anhang. Sie stritten wider sie mit den Waffen des
Verstandes, der Gerechtigkeit und der Wahrheit.
Darauf wirkte der Allerhöchste ein anderes geheimnisvolles
Wunder. Nachdem Er den Engeln die hypostatische Union der
zweiten Person mit der Menschheit durch Erleuchtung geof-
fenbart hatte, zeigte Er ihnen die allerseligste Jungfrau in ei-
nem visionären Bilde. Er ließ sie die reine menschliche Natur
in einer höchst vollkommenen Frau schauen. In dieser werde
Seine Allmacht viel wunderbarer wirken als in allen übrigen
bloßen Geschöpfen, da Er in dieser Frau in unvergleichlich ho-
hem Grade alle Gaben und Gnaden Seiner Rechten hinterlegen
werde. Die Schau dieses Bildes der Himmelskönigin und Mut-
ter des wirklichen Wortes wurde allen Engeln, den Guten und
den Bösen, gewährt. Dieses Gesicht erfüllte die Guten mit Be-
wunderung. Sie sangen Loblieder und begannen gleich, mit
inbrünstigem Eifer und dem unüberwindlichen Schild jenes
Zeichens bewaffnet, die Ehre des Mensch gewordenen Gottes
und Seiner Allerheiligsten Mutter zu verteidigen. Der Drache
und sein Anhang hingegen flammten auf in einem unversöhn-
lichen Hass gegen Christus und Seine jungfräuliche Mutter.
Dann erfolgte, was ihm 12. Kapitel der Geheimen Offenbarung
enthalten ist.
8. Auslegung des 12. Kapitels der
Geheimen Offenbarung.
Und es erhob sich ein großer Kampf im Himmel, Michael und
seine Engel kämpften mit dem Drachen, und der Drache und
seine Engel kämpften. Aber sie vermochten nicht standzuhal-
ten, und ihr Platz im Himmel ging verloren. So wurde der
große Drache gestürzt, die alte Schlange, die Teufel und Satan
heißt und die ganze Welt verführt. Er wurde auf die Erde ge-
stürzt, und mit ihm wurden seine Engel gestürzt.
Der Evangelist sagt: „Ein großes Zeichen erschien am Himmel,
eine Frau, mit der Sonne umkleidet, den Mond unter ihren Fü-
ßen und eine Krone von zwölf Sternen auf ihrem Haupte.“
Dieses Zeichen ist durch Gottes Willen vor allen Engeln, den
guten und den bösen, im Himmel wirklich erschienen. Im
Schauen sollten sie ihren Willen entweder zum Gehorsam oder
zum Ungehorsam gegen die Gebote des göttlichen Wohlgefal-
lens entscheiden. Dieses Zeichen offenbarte ihnen auch, wie
wunderbar Gott die menschliche Natur erschaffen würde.
Wohl war sie ihnen schon bei der Offenbarung des Geheim-
nisses der Menschwerdung zu erkennen gegeben, doch Gott
wollte sie ihnen auch noch in einem rein menschlichen, ganz
vollkommenen, ganz heiligen Geschöpfe kundtun, das Er
nächst Christus erschaffen werde.
9. Es war als sage Gott den Engeln:
„Ich will die Menschen nicht so wie euch züchtigen, weil aus
ihnen eine Frau hervorgehen wird, in dessen Schoß Mein Ein-
geborener Fleisch annehmen soll. Er wird ihnen Meine
Freundschaft wieder erwerben, Meine Gerechtigkeit versöh-
nen und den Weg zur Seligkeit, den die Sünde verschlossen
hat, wieder eröffnen.“
Er ließ die Engel erkennen, dass Er durch Vermittlung Christi
und Seiner Mutter jene Gnaden und Gaben in den Menschen
niederlegen wolle, die die abtrünnigen Engel durch ihre Treu-
losigkeit verloren hatten. Die Engel erkannten in diesem Zei-
chen auch viele Geheimnisse der Menschwerdung, der strei-
tenden Kirche und ihrer Glieder, und dass sie, die Engel, beru-
fen seien, den Menschen zu helfen, sich gegen ihre Feinde zu
verteidigen und sie zur ewigen Seligkeit zu führen.
10. Noch ein anderes Zeichen erschien am Himmel:
Ein großer, feuerroter Drache mit sieben Köpfen und zehn
Hörnern und sieben Kronen auf seinen Köpfen. Sein Schweif
fegte den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und
warf sie auf die Erde. Nach dem Luzifer gegen diese im Zei-
chen dargestellte Frau seine Lästerungen ausgestoßen hatte,
ward er sogleich aus einem überaus schönen Engel in einen
fürchterlichen, abscheulichen Drachen verwandelt, so dass er
in äußerer Gestalt als ein wahrnehmbares Zeichen erschien.
Wütend erhob er sieben Köpfe, nämlich die sieben Legionen
oder Heerscharen seines ganzen Anhanges. Jeder einzelnen
Rotte setzte er ein Haupt vor und befahl ihnen, zu sündigen
und zu den sieben Hauptsünden anzureizen und zu verfüh-
ren. Diese werden Hauptsünden genannt, weil sie alle übri-
gen in sich schließen und sie gleichsam Hauptstandarten sind,
die sich gegen Gott aufrichten. Es sind Hoffart, Neid, Zorn,
Unkeuschheit, Unmäßigkeit, Trägheit, Geiz. Sie werden
durch die sieben Kronen versinnbildlicht, mit denen Luzifer
nach seiner Verwandlung in einen Drachen gekrönt wurde.
Der Allerhöchste selbst hatte sie zur Strafe für die entsetzliche
Bosheit dem Luzifer und den übrigen abtrünnigen Engeln
durch Seinen heiligen Zorn geschmiedet. Jeder empfing seine
besondere Strafe, die zugleich ein Merkmal war, das ihre Bos-
heit andeutete, durch die sie die Urheber der sieben Haupt-
sünden geworden waren.
11. Die zehn Hörner dieser Häupter
sind die Triumphe der Ungerechtigkeit und Bosheit des Dra-
chens und bedeuten seine Ruhmsucht und aufgeblasene, stolze
Vermessenheit, in der er die Ausübung der Laster sich selbst
zuschreibt. In dieser bösen Gesinnung bot er, um das Ziel sei-
nes Stolzes zu erreichen, den unglücklichen Engeln seine las-
terhafte, giftvolle Freundschaft an und stellte ihnen erdichtete
Fürstentümer und Belohnungen in Aussicht. Diese Verspre-
chen voll teuflischer Dummheit und Täuschung waren der
Schwanz mit dem der Drache den dritten Teil der Sterne vom
Himmel fegte. Die Engel waren helle Sterne, und wenn sie be-
harrt hätten, würden sie mit den übrigen Engeln und Gerech-
ten wie Sonnen in alle Ewigkeit leuchten. Aber ihre wohlver-
diente Strafe schleuderte sie auf die Erde, und zu ihrem Un-
glück gar bis in den Mittelpunkt derselben, nämlich in die Höl-
le, wo sie in Ewigkeit des Lichtes und der Freude entbehren
müssen.
12. „Der Drache trat vor die Frau,
die gebären sollte, um ihr Kind gleich nach der Geburt zu ver-
schlingen.“ Luzifers Stolz war so ungeheuer, dass er voll An-
maßung begehrte, seinen Thron über alle Sterne Gottes zu set-
zen. In Gegenwart der im Zeichen dargestellten auserwählten
Frau fabelte der Tor: „Jener Sohn, den dieses Weib gebären
wird, ist von Natur aus geringer als ich. Ich will Ihn verschlin-
gen und vernichten. Meinen Anhang will ich gegen Ihn führen
und wider Seine Gedanken und Gesetze meine Lehren aus-
streuen. Einen ewigen Krieg will ich wider Ihn führen und in
ewiger Feindschaft gegen Ihn verharren!“
Maria aber steht einzig da. Obwohl Adamstochter, überragt
sie weit alle Engel an Gnaden, Gaben und Verdiensten.
13. Fortsetzung der Auslegung des zwölften
Kapitels der geheimen Offenbarung.
Und es erhob sich ein großer Kampf im Himmel, Michael und
seine Engel kämpften mit dem Drachen, und der Drache und
seine Engel kämpften. Nach dem der Herr obige Geheimnisse
den guten und bösen Engeln geoffenbart hatte, begann der
Heilige Michael mit den Seinen unter Zustimmung Gottes ge-
gen den Drachen und seinen Anhang zu kämpfen. Dieser Streit
war wunderbar. Er wurde nur mit den Waffen des Verstandes
und des Willens geführt. Entflammt von Eifer für die Ehre Got-
tes, ausgerüstet mit der ihm von Gott verliehenen Macht und
bewaffnet mit seiner eigenen Demut, widerstand Michael dem
eitlen Hochmut des Drachens, indem er sagte: „Würdig ist der
Allerhöchste aller Ehre, alles Lobes, aller Ehrfurcht. Er ist wür-
dig der Ehrfurcht, der Liebe und des Gehorsams aller Ge-
schöpfe. Er ist allmächtig und kann tun, was Er will. Nichts
kann er wollen, was nicht vollkommen gerecht ist. Er, der Un-
erschaffene und von keinem andern Wesen Abhängige, gab
uns aus Gnade alles, was wir besitzen. Er erschuf uns aus dem
Nichts. Er kann auch andere Wesen erschaffen, wann und wie
es Ihm gefällt. Darum ist es höchst geziemend, dass wir uns
vor Seinem göttlichen Thron niederwerfen und Seine göttliche
Majestät und wesenhafte Hoheit anbeten, kommet also, ihr
Engel, folget mir! Lasset uns Ihn anbeten. Seine wunderbaren
geheimen Gerichte und Seine heiligen, vollkommenen Werke
lobpreisen.
14. Er ist Gott, der Allerhöchste,
König aller Geschöpfe.
Er wäre es nicht, wenn wir Seine großen, machtvollen Werke
begreifen könnten. Seine Weisheit und Güte sind unendlich. Er
ist reich an Schätzen und Segnungen, Herr aller Dinge. Keines
andern bedürftig, kann Er Seine Schätze mitteilen, wem Er
will. In Seiner Wahl kann Er nicht irren. Er kann lieben und
sich dem Geliebten mitteilen. Er kann lieben, wen Er will, und
erschaffen, erhöhen, bereichern nach Seinem Wohlgefallen. In
allem ist Er stets der Weise, der Heilige, der Allmächtige. Las-
set uns Ihn mit tiefster Dankbarkeit anbeten wegen der Wun-
derwerke der Menschwerdung und der Auserwählung Seines
Volkes. Auch wegen dessen Erlösung, wenn es fallen sollte.
Jenem Vorhergeschauten wollen wir in beiden Naturen, der
göttlichen und der menschlichen, anbeten und verehren, Ihn
als unser Haupt anerkennen und freimütig bekennen, dass Er,
der Urheber aller Gnade und Glorie, aller Ehre, alles Lobes
und aller Herrlichkeit würdig sei. Lasset uns Ihm zurufen: „Du
bist der Starke, der Mächtige, Du bist Gott!“
15. Mit diesen Worten kämpften der Heilige
Michael und sein Anhang.
Wie mit heftigen Blitzen stritten sie wider den Drachen und
seinen Anhang. Diese hingegen kämpften mit Gotteslästerun-
gen. Luzifer aber konnte vor dem Antlitz des heiligen Engels-
fürsten nicht bestehen. Er verging vor Wut und wollte vor
Qual entfliehen allein der Göttliche Wille gebot, dass er nicht
nur gestraft, sondern auch überwunden werde und die Wahr-
heit und Allmacht Gottes erfahre, er mochte wollen oder nicht.
Trotzdem lästerte er: „Gott ist ungerecht, wenn Er die Natur
der Menschen über die Natur der Engel erhebt. Ich bin der er-
habenste und schönste Engel, mir gebühren Triumph und
Huldigung. Ich will meinen Thron über die Sterne setzen und
gleich sein dem Allerhöchsten. Keinem einzigen von niederer
Natur werde ich mich unterwerfen und niemals zugeben, dass
ein anderer mir vorgehe oder sich über meine Hoheit er-
schwinge!“ Dasselbe wiederholten seine abtrünnigen Anhän-
ger.
16. Doch Michael erwiderte: „Wer ist wie der Herr,
unser Gott, der in den Höhen wohnt?
Schweige, Feind, mit deinen ungeheuren Lästerungen! Du bist
ganz von Bosheit besessen, darum fort aus unserer Gesell-
schaft, du Unglückseliger! Fahre hinab mit deiner blinden
Unwissenheit und deiner Bosheit in die finstere Nacht und in
das Chaos der höllischen Pein! Wir hingegen, o Geister des
Herrn, wollen Gott anbeten und verehren. Die glückselige Frau
aber, die dem ewigen Wort die menschliche Natur schenken
wird, wollen wir als unsere Herrin und Königin anerkennen.“
Jenes >große Zeichen< der Himmelskönigin war in diesem
Streit für die guten Engel wie Schild und Waffe gegen die bö-
sen Abtrünnigen. Dem gegenüber waren die Streitgründe Lu-
zifers kraftlos. Er wurde verwirrt und sprachlos und konnte
die in diesem Zeichen dargestellten Wahrheiten nicht ertragen.
Wie dieses geheimnisvolle Zeichen durch Gottes Kraft erschie-
nen war, so wollte Gott auch, dass ein anderes Zeichen, der ro-
te Drache, sichtbar werde und Luzifer in dieser Gestalt zum
Entsetzen und Erschrecken seines Anhanges und zur Verwun-
derung der heiligen Engel mit Schande aus dem Himmel ver-
stoßen werde.
17. So offenbarte sich aufs neue
Gottes Macht und Gerechtigkeit.
Den Verlauf dieses Streites kann man mit Worten schwerlich
schildern, weil der Abstand zwischen unserem Begreifen und
der Tätigkeit so vieler erhabener Engel zu groß ist. Die Bösen
wurden nicht Herr, denn Ungerechtigkeit, Lügenwerk, Unwis-
senheit und Bosheit können Gerechtigkeit, Wahrheit, Licht und
Güte nicht überwältigen, noch können diese Tugenden von
den Lastern überwunden werden.
Deshalb sagt der Evangelist: „Aber sie vermochten nicht
standzuhalten, und ihr Platz im Himmel ging verloren.“ Die
unglückseligen Engel machten sich durch ihre Sünde der ewi-
gen Anschauung und Gesellschaft Gottes unwürdig. Ihr An-
denken wurde aus dem göttlichen Geiste ausgelöscht, wo sie
vor ihrem Fall durch ihre Gnadengaben gleichsam einge-
schrieben waren. Sie verloren ihr Recht auf die im Falle ihres
Gehorsams ihnen zubereiteten Plätze.
Dieses Anrecht ging nun auf die Menschen über. Von den
abtrünnigen Engeln wurde jede Spur so vollständig ausge-
löscht, dass nichts mehr von ihnen im Himmel zu finden war.
Oh unglückselige Bosheit, unbeschreibliches Unglück, würdig
einer so entsetzlichen Strafe!
18. So wurde der große Drache gestürzt,
und mit ihm wurden seine Engel gestürzt. Der heilige Erzengel
Michael verstieß den elenden, in einen Drachen verwandelten
Luzifer mit jenem unüberwindlichen Wort: „Wer ist wie
Gott?“ Es war so kräftig, dass es jenen stolzen Riesen samt sei-
nen Rotten niederschmetterte und mit unvergleichlicher
Schande in den tiefsten Abgrund der Erde hinunterschleu-
derte. Nun empfing er zu seinem Unglück und zur Strafe auch
noch neue Namen, wie Drache, Schlange, Teufel, Satan. Na-
men, die der heilige Erzengel ihm im Streite beigelegt hatte,
um dadurch seine Bosheit und Ungerechtigkeit auszudrücken.
Wie er durch seine Tücke alles Glück und alle Ehre verwirkt
hatte, so ward er auch aller Ehrentitel beraubt und statt dessen
mit Schandnamen bezeichnet. Übrigens legte schon sein Bos-
heitsplan, den er seinen Bundesgenossen vorschlug und be-
fahl, nämlich die Erdenbewohner zu betören und zu verfüh-
ren, seine Arglist mehr als genügend an den Tag. So ward also
jener, der in seinen Gedanken schon alle Völker zerschmet-
terte, hinabgeschleudert in die Hölle.
Von ihm sagt Isaias: „In die Unterwelt wirst du hinabgestürzt,
in die Tiefe des Pfuhles. Dein Leichnam wird übergeben den
Motten und dem Wurme deines bösen Gewissens“ (Is. 14, 15).
Es erfüllte sich an Luzifer alles, was Isaias im 14. Kapitel seines
Buches berichtet.
19. So war nun der Himmel
von den bösen Engeln gesäubert.
Für die guten und gehorsamen aber fiel der Vorhang der Gott-
heit. Triumphierend gingen sie in ihre Glorie ein, während die
Abtrünnigen ihre Strafe empfingen.
Gott offenbarte den Engeln einen Teil der göttlichen Be-
schlüsse und sprach: „Luzifer hat sein Banner der Hoffart und
der Sünde aufgepflanzt. Mit vollendeter Bosheit und starkem
Grimm wird er das menschliche Geschlecht verfolgen und vie-
le durch Arglist verführen und so verleiten, dass die Men-
schen sich gegenseitig selbst umbringen. In der Blindheit der
Sünden und Laster werden sie zu verschiedenen Zeiten in un-
heilvoller Unwissenheit sich empören, aber Hoffart, Lüge und
alle Arten von Sünden sind Meinem Wesen und Willen unend-
lich fern. Wir wollen darum der Tugend und Heiligkeit den
Triumph verleihen.“
20. Schluss der Auslegung des zwölften Kapitels
der Geheimen Offenbarung.
Wehe der Erde und dem Meere, denn der Teufel ist zu euch
mit gewaltigem Grimm herabgestiegen. Er weiß, wie kurz sei-
ne Frist ist. Wehe der Erde, dem zukünftigen Schauplatz so
vieler Übeltaten! Wehe dem Meere, weil es so entsetzlichen
Lastern gegenüber sich nicht in tosenden Strömen ergoss, die
Übeltäter zu ertränken und die Unbilden wider Gott, Seinen
Schöpfer, zu rächen. Doch noch viel mehr wehe dem uner-
gründlichen, in aller Bosheit verhärteten Meere, das sind jene,
die dem Teufel nachfolgen. Er ist herniedergestiegen, euch in
großem Zorn und unerhörter Grausamkeit mit Krieg zu über-
fallen. Die Wut dieses grimmigen Drachens, der ärger ist als
ein blutgieriger Löwe, will alles verschlingen. Alle Tage der
gesamten Weltzeit dünken ihm eine kurze Frist, seinen Grimm
zu befriedigen. So groß ist sein Durst und seine Gier, die Men-
schen zu verderben, dass ihm ihre ganze Lebenszeit nicht ge-
nügt. Seine Tobsucht wünscht ewige Zeiten, wenn sie möglich
wären, um gegen die Kinder Gottes einen ewigen Krieg führen
zu können. Vor allem kehrt sich sein Grimm gegen jene gott-
selige Frau, die ihm den Kopf zertreten wird.
Als der Drache sich auf die Erde herabgestürzt sah, verfolgte
er die Frau, die den Knaben geboren hatte. Nachdem die alte
Schlange, der Teufel, den unseligen Ort und Zustand, in den er
geraten war, erkannte, entbrannte er in noch heftigerem
Grimm und Neid. Er hätte sich selbst wie ein wütendes Tier
zerreißen mögen. Gegen die Frau, die Mutter des menschge-
wordenen Wortes, fasste er einen solchen Groll, dass ihn kein
Mensch zu begreifen vermag.
Als Luzifer und sein teuflischer Anhang in der Hölle ange-
kommen war, hielt er gleich mit allen eine Ratsversammlung.
In dieser Zeit bot Luzifer seinen Verstand und seine ganze
teuflische Bosheit auf, mit seinen höllischen Genossen zu über-
legen, wie sie Gott am ärgsten beleidigen und sich an Ihm für
die über sie verhängte Strafe rächen könnten.
Das Endergebnis dieser Versammlung war kurz folgendes:
Weil Gott aller Voraussicht nach die Menschen sehr lieben
werde, würde die ärgste Rache und schwerste Unbill darin be-
stehen, dass sie die Wirkungen der göttlichen Liebe verhin-
derten, indem sie die Menschen betörten, verführten und so
viel wie möglich aufreizten, gegen Gott undankbar und rebel-
lisch zu sein. Dadurch würden sie Seine Gnade und Freund-
schaft verlieren.
Luzifer sagte: „Nach dieser Erkenntnis müssen wir arbeiten,
und alle Kräfte und Sorgen aufbieten. Wir wollen die Men-
schen unseren Einsprechungen und unserem Willen unterwür-
fig machen und sie dadurch verderben. Wir wollen das ganze
Menschengeschlecht verfolgen und es um seinen verheiße-
nen Lohn bringen. Wir wollen unsere ganze Wachsamkeit
aufbieten, dass die Menschen nicht zur Anschauung Gottes ge-
langen, weil diese uns ungerechter Weise verweigert wurde.
Großen Triumph werde ich über sie feiern. Alles werde ich
verheeren und meinem Willen unterwerfen. Ich will Irrtümer
und Sekten und meine den Gesetzen Gottes zuwiderlaufen-
den Gesetze verbreiten. Ich selbst werde aus den Menschen
Propheten und Anführer erwecken, in sie meine Irrlehren säen,
die sie überall verbreiten sollen. Darauf will ich aus Rache ge-
gen ihren Schöpfer sie zu mir in die Qualen der Hölle hinab-
ziehen.
Die Armen will ich bedrängen, die Notleidenden unterdrü-
cken, die Verlassenen verfolgen. Ich will Zwietracht säen,
Kriegsflammen entzünden, Völker gegen Völker hetzen,
Hochmütige und Freche hervorbringen, die das Gesetz der
Sünde überall ausbreiten. Alle die mir folgen, will ich im ewi-
gen Feuer vergraben. Jene die sich mir am engsten anschließen,
will ich in den Ort der größten Qualen versenken. Daraus wird
mein Reich sein, das ist der Lohn, den ich meinen Knechten
gebe.
Dem menschgewordenen Wort will ich einen blutigen Krieg
ankündigen. Wenn Er auch Gott ist, so wird Er doch auch
Mensch sein, also von einer niedereren Natur als ich. Ich will
meinen Thron und meine Würde über die Seinige erheben,
durch meine Macht und Arglist Ihn überwinden und stürzen.
Die Frau, die Seine Mutter wird, soll unter meinen Händen
vergehen. Denn was sollte für meine Macht und Größe eine
einzige Frau bedeuten? Ihr Dämonen aber, die ihr mit mir ver-
gewaltigt worden seid, folgt mir nach und gehorcht mir jetzt in
der Rache, wie ihr mir damals im Ungehorsam gefolgt seid.
Heuchelt Liebe zu den Menschen und richtet sie dadurch
zugrunde. Dienet ihnen betrüglich, um sie zu stürzen. Macht
sie schlecht und zieht sie zu mir hinab in die Hölle.“
Keine menschliche Zunge vermag den Grimm und die Bosheit
dieser ersten höllischen Ratsversammlung gegen das Men-
schengeschlecht zu schildern, das noch gar nicht erschaffen
war.
Damals wurden alle Laster und Sünden der Welt ausgedacht.
Von dorther entspringen alle Lügen, Irrtümer und Glaubens-
spaltungen. Alle Ungerechtigkeit hat in dieser chaotischen
Versammlung ihren Ursprung. Alle die Bosheit verüben, die-
nen dem Fürsten der Hölle.
21. Der Fall von Adam und Eva im Paradies.
Der glückliche Gnadenstand des ersten Elternpaares dauerte
nur kurze Zeit, weil bald der Neid der Schlange gegen sie er-
wachte. Sie hatte immer mit Spannung auf die Erschaffung der
ersten Menschen gelauert. Luzifer sah die Entstehung aller üb-
rigen Geschöpfe. Die Erschaffung Adams aber sowie die Ges-
taltung Evas aus seiner Rippe wollte ihm Gott nicht offenba-
ren. Dies alles blieb ihm verborgen, bis beide beisammen wa-
ren.
Als nun Luzifer die alle anderen Geschöpfe überragende wun-
derbare Gestaltung der menschlichen Natur sowie die leibliche
und seelische Schönheit Adams und Evas erblickte und die vä-
terliche Liebe erkannte, mit der der Herr sie ansah und zu Her-
ren der ganzen Schöpfung machte und ihnen die Hoffnung auf
das ewige Leben verlieh, entflammte sein Zorn mehr denn je.
Unbeschreiblich ist der Grimm, in dem die stolze Schlange sich
wand und ihren Neid anfeuerte, um Adam und Eva wie ein
reißender Löwe ums Leben zu bringen. Er hätte es getan, wenn
eine höhere Macht ihn nicht gehindert hätte. Er überlegte, wie
er beide der Gnade Gottes berauben und sie gegen den Aller-
höchsten aufwiegeln könne.
22. Luzifer betrog sich selbst.
Der Herr hatte ihm gleich im Anfang geoffenbart, dass das
Göttliche Wort im reinsten Schoße Mariä Mensch werde, aber
wann und wie verbarg Er ihm wie die Erschaffung Adams und
die Bildung Evas. Luzifer sollte sofort seine Unwissenheit be-
züglich des Geheimnisses und der Zeit der Menschwerdung
empfinden. Da seine Wut und Wachsamkeit vorzüglich auf
Christus und Maria gerichtet waren, mutmaßte er, Adam sei
aus Eva geboren, sie sei seine Mutter, und Adam könnte das
fleischgewordene Wort sein. Diese Ansicht verstärkte sich, als
er jene göttliche Kraft verspürte, die ihn zurückhielt, sie zu tö-
ten. Seine Mutmaßung verlor sich nach und nach, als er Adam
und Eva über das Gebot sprechen hörte, das Gott ihnen gege-
ben hatte. Er fing an ihre Gespräche zu belauschen und ihre
Anlagen auszuspähen.
Er umschlich sie wie ein hungriger Löwe, um durch ihre Nei-
gungen, die er in ihnen erkannte, in sie einzudringen. Bevor er
alles ausgekundschaftet hatte, schwankte er ständig zwischen
dem Zorn gegen Christus und Maria und der Sorge, von ihnen
überwunden zu werden. Am meisten jedoch fürchtete er die
Schande, von der Himmelskönigin besiegt zu werden, da sie ja
nur ein Geschöpf war und nicht Gott.
23. An das Gebot anknüpfend,
das Gott Adam und Eva gegeben hatte, bewaffnete sich Luzifer
mit einer verführerischen Lüge und begann, mit aller Gewalt
sich dem Willen Gottes zu widersetzen. Nicht den Mann, son-
dern die Frau fiel er zuerst an, weil er erkannte, dass sie zarter
und schwächer von Natur sei. Auch hatte er dabei die Gewiss-
heit, dass er nicht Christus angreife. Dazu kam, dass er wieder
in größten Zorn geriet wegen des Zeichens, das er im Himmel
gesehen hatte, als Gott ihm im Hinblick auf diese Frau drohte.
Dies alles brachte ihn heftiger gegen Eva auf als gegen Adam.
Bevor er sich ihr zeigte, erdreistete er sich, ihr allerlei unge-
ordnete Gedanken und lebhafte Vorstellungen einzuflößen,
um sie so einigermaßen verwirrt und unvorbereitet zu finden.
Ich will jetzt nur sagen, dass der Satan Eva gewaltig, ja un-
menschlich versuchte. Es genügt hier zu wissen, was die Hei-
lige Schrift darüber berichtet, dass nämlich Luzifer in Gestalt
einer Schlange mit Eva geredet hat. Sie hörte auf das Gespräch,
was sie nicht hätte tun sollen, denn durch das Anhören und
Antworten kam sie dazu, dem Satan zu glauben und das Ge-
bot zu übertreten. Darauf überredete sie auch ihren Mann, der
zu seinem und aller Menschen Unheil auch das Gebot übertrat.
Dadurch verloren sie für sich wie auch für uns den Stand der
Gnade.
24. Als Luzifer den Fall der Stammeltern gewahrte,
und sah, dass die innere Schönheit der Gnade und Gerechtig-
keit der Abscheulichkeit der Sünde gewichen war, frohlockte
und triumphierte er unbeschreiblich vor den höllischen Geis-
tern. Doch sein Jubel verstummte sogleich, als er erkannte,
dass ganz gegen seinen Wunsch und seine Erwartung die gött-
liche Liebe und Barmherzigkeit die beiden Übeltäter be-
gnadigte, ihnen Zeit zur Buße und Hoffnung auf Verzeihung
gewährte, für die sie sich durch wahre Reue empfänglich
machten. Luzifer sah, wie ihnen die Schönheit der Gnade und
die Freundschaft Gottes wieder hergestellt wurde.
Die großen Wirkungen der vollkommenen Reue erschreckten
und verwirrten aufs neue die ganze Hölle. Luzifers Bestürzung
wuchs noch, als er das Urteil Gottes gegen die Schuldigen ver-
nahm, das er sich ganz anders gedacht hatte, besonders aber,
als er aufs neue die Drohung hörte: „Die Frau wird dir den
Kopf zertreten!“
25. Im Augenblick der Menschwerdung
des göttlichen Wortes
hatten Luzifer und alle bösen Geister die Kraft des allmächti-
gen Gottes gespürt, der sie in die tiefsten Höhlen der Hölle
hinabstürzte. Sie lagen dort einige Tage machtlos niedergewor-
fen, bis der Herr in Seiner wunderbaren Vorsehung ihnen er-
laubte, von diesem Schlag, dessen Ursache sie nicht erkannten,
sich zu erheben.
Der große Drache stand nun auf und begab sich auf die Welt,
um überall auf Erden umherzugehen und auszuforschen, ob
sich etwas Neues vorfinde, das Ursache der Wirkung sein
könnte, die er und alle seine Diener an sich erfahren hatten.
Der stolze Fürst der Finsternis wollte diese Untersuchung sei-
nen Genossen nicht allein überlassen. Er selbst kam mit ihnen
herauf, streifte mit höchster Arglist und Bosheit über den gan-
zen Erdkreis und forschte und spähte drei Monate umher.
Dann kehrte er ebenso unwissend, wie er sie verlassen hatte, in
die Hölle zurück.
Er konnte solche göttlichen Geheimnisse nicht verstehen. Seine
Bosheit war ja so schwarz, dass er solche göttlichen Früchte
nicht genießen, noch den Schöpfer dafür verherrlichen und
preisen konnte wie wir, denen die Erlösung gilt.
Der Feind Gottes wusste in seiner Verwirrung nicht, wem er
sein neues Missgeschick zuschreiben sollte. Darum berief er
alle höllischen Banden zur Beratung zusammen, ohne auch nur
einen einzigen bösen Geist auszunehmen. Er ließ sich auf ei-
nem erhöhten Platz nieder und hielt folgende Rede: „Ihr wisst,
meine Untertanen, mit welcher Sorgfalt ich, seitdem Gott uns
aus seinem Hause verstoßen und unsere Macht gebrochen hat,
auf Rache gesonnen und an der Zerstörung seiner Macht gear-
beitet habe. Freilich kann ich Ihn nicht selbst erreichen.
Aber bei den Menschen, die Er liebt, habe ich weder Zeit noch
Gelegenheit verloren, sie meiner Herrschaft zu unterwerfen. So
habe ich durch meine Stärke mein Reich bevölkert. Zahlreich
sind die Völker und Nationen, die mir folgen und gehor-
chen.
Jeden Tag gewinne ich unzählige neue Seelen und bringe sie
ab von der Erkenntnis und dem Dienste Gottes, damit sie nicht
einst genießen, was wir verloren haben. Ich will sie in diese
ewigen Qualen stürzen, die wir erleiden, da sie meinen Lehren
und meinen Fußstapfen gefolgt sind.
An ihnen werde ich den Zorn auslassen, den ich gegen ihren
Schöpfer hege. Doch dies alles halte ich für gering, und ich bin
immer in Schrecken wegen des ungewöhnlichen Ereignisses,
das wir erlebten. Eine solche überwältigende und zermal-
mende Stärke erfuhren wir noch nie, seitdem wir vom Himmel
gefallen sind. Ich erkenne, dass eure und meine Macht gewal-
tig erschüttert ist, und es bemächtigt sich meiner eine große
Furcht, dass unsere Herrschaft zerstört sein möchte. Wir brau-
chen jetzt außerordentliche Wachsamkeit. Ich bin voll Wut,
und der Zorn meiner Rache ist nicht befriedigt. Ich durchzog
den ganzen Erdkreis, beobachtete sorgfältig alle seine Bewoh-
ner, und doch habe ich nichts Außergewöhnliches gefunden.
26. Alle tugendhaften und vollkommenen Frauen
habe ich genau verfolgt, um unsere Feindin
(Maria) zu finden,
die wir im Himmel kennen gelernt haben. Keine Anzeichen
künden mir, dass sie geboren ist. Keine von allen Frauen hat
jene Eigenschaften, die die Mutter des Messias nach meinem
Urteil haben müsste. Ein Mädchen, das ich wegen seiner hohen
Tugenden fürchtete und im Tempel verfolgte, ist bereits ver-
heiratet. Sie kann also die Gesuchte nicht sein, denn Isaias hat
gesagt, dass sie Jungfrau sein werde. Trotzdem fürchte und
hasse ich sie.
Da sie tugendhaft ist, könnte von ihr die Mutter des Messias
oder ein großer Prophet geboren werden. Bis jetzt konnte ich
sie noch nie überwinden, und ich verstehe von ihrem Leben
weniger als von dem der andern. Sie hat mir immer unüber-
windlichen Widerstand geleistet. Sie schwindet mir leicht aus
dem Gedächtnis, und wenn ich mich ihrer erinnere, so kann
ich ihr nicht recht nahe kommen. Ich weiß nicht, ob diese Ver-
gesslichkeit geheimnisvoll ist, oder ob sie von der Verachtung
kommt, die ich gegen ein armseliges Weib hege. Ich werde
darüber nachdenken.
In diesen Tagen hat sie mir zweimal Befehle erteilt. Wir konn-
ten der Gewalt der Hoheit nicht widerstehen, mit der sie uns
aus jenen von uns besessenen Personen vertrieb. Das ist aller
Beachtung wert, und wegen eines solchen Auftretens gegen
mich verdient sie meinen Zorn. Ich beschließe also, sie zu ver-
folgen und zu unterwerfen. Ihr werdet mich mit allen euren
Kräften und eurer ganzen Verschlagenheit unterstützen. Wer
sich in diesem Kampf auszeichnet, wird von meiner großen
Macht bedeutende Belohnung erhalten.“
Die aufmerksamen höllischen Rotten lobten und billigten Luzi-
fers Pläne. Sie sagten, er möge nicht fürchten, dass seine Tri-
umphe durch jenes Weib zerstört oder vermindert würden, da
seine Macht so groß und ihm beinahe die ganze Welt un-
terworfen sei.
27. Sie überlegten, wie sie die heiligste
Jungfrau verfolgen könnten,
die sie als eine Frau von ausgezeichneter Tugend und Heilig-
keit, nicht aber als die Mutter des menschgewordenen Wortes
erkannten. Dann folgte für Maria ein langer Kampf mit Luzifer
und seinen Dienern der Bosheit. Sie sollte oft dem höllischen
Drachen den Kopf zertreten.
Gott kann Satan immer bezwingen und niederhalten, allein Er
ordnet alles in einer Weise, die Seiner unendlichen Güte am
besten entspricht. Darum verbarg der Herr diesen Feinden die
Würde Mariä, die wunderbare Art ihrer Mutterschaft und ihre
jungfräuliche Unversehrtheit, vor und nach der Geburt des
göttlichen Kindes. Auch erkannten die bösen Geister die Gott-
heit Christi vor Seinem Tod nicht mit zweifelloser Sicherheit.
Erst von da an verstanden sie viele Geheimnisse der Erlösung,
über die sie sich getäuscht und geirrt hatten. Sie verstanden nie
das Geheimnis der Demut des Erlöses. Ihr aufgeblasener Stolz
verblendete sie.
28. Luzifer will das Erlösungswerk verhindern.
Seit der Menschwerdung des göttlichen Wortes konnte Luzifer
seine tyrannische Herrschaft auf der Welt nicht mehr so unge-
stört ausüben wie in den früheren Jahrhunderten. Schon in der
Stunde der Verkündigung fühlte dieser stark Bewaffnete eine
andere stärkere Macht, die ihn überwältigte und nieder-
schmetterte. Dasselbe widerfuhr ihm, als das Jesuskind und
seine Mutter in Ägypten einzogen. Noch bei vielen anderen
Gelegenheiten war der höllische Drache von Maria durch ü-
bernatürliche Macht überwunden worden.
Nun begannen die ungewöhnlichen Werke Jesu. Das alles zu-
sammen flößte der alten Schlange unsägliche Angst und Be-
sorgnis ein, es möchte sich eine andere große Macht auf Erden
befinden.
Doch das Geheimnis der Erlösung war dem in seiner Wut ver-
blendeten Luzifer so verborgen, dass er die Wahrheit nicht
entdecken konnte, obschon er seit seinem Sturz vom Himmel
immer in Unruhe und auf der Lauer gewesen war, um auszu-
forschen, wann und wie das ewige Wort Fleisch annehmen
würde. Dieses Wunderwerk flößte seinem Stolz am meisten
Furcht ein. Darum hatte er so oft Ratsversammlungen gehal-
ten. Bestürzt über das, was ihm und seinen Dienern von Seiten
Jesu und Mariä begegnet war, dachte er nach, mit welcher
Macht diese ihn zurückgeworfen und überwältigt hatten. Er
vermochte das Geheimnis nicht zu ergründen.
Er beschloss, seine höchsten, in Bosheit und Arglist am meisten
hervorragenden Diener der Finsternis zu Rate zu ziehen und
ließ ein ganz furchtbares Gebrüll in der Hölle vernehmen. -
Das Zeichen, wodurch die bösen Geister sich gegenseitig ver-
ständlich machen. - Nachdem sie alle versammelt waren,
sprach er: „Meine Diener und Gefährten, die ihr allzeit meiner
gerechten Partei gefolgt seid, ihr wisset wohl, dass wir in dem
ersten Stande, in dem der Schöpfer aller Dinge uns versetzte,
Ihn als den Urheber unseres Daseins anerkannten und ehrten.
Da Er aber mit Hintansetzung unserer gottähnlichen Schönheit
und Erhabenheit uns das Gebot gab, die Person des Wortes in
der menschlichen Gestalt, die es annehmen wollte, anzubeten
und ihr zu dienen, haben wir uns Seinem Willen widersetzt.
29. Ich wusste, dass diese Ehre
Ihm als Gott gebühre.
Da Er aber zugleich Mensch sein sollte, also von einer gerin-
gen, tief unter uns stehenden Natur, so konnte ich es nicht er-
tragen, Ihm unterworfen zu sein, da mir verweigert wurde,
was Gott für diesen Menschen tun wollte. Und nicht nur die-
sen Menschen anzubeten hat uns Gott geboten, sondern auch
ein Weib als Herrin anzuerkennen, das ein bloß irdisches Ge-
schöpf und Seine Mutter sein sollte. Diese so beleidigende Zu-
rücksetzung haben wir alle tief empfunden. Wir haben uns
widersetzt und diesem Befehle widerstanden. Dafür wurden
wir mit dem unglücklichen Zustand und den Qualen gestraft,
die wir jetzt tragen. Wir kennen diese Wahrheiten und beken-
nen sie hier unter uns mit Beben.
Doch vor den Menschen dürfen wir das nicht tun, dies ver-
biete ich euch, damit sie nicht unsere Unwissenheit und
Schwäche erfahren.“
„Wenn aber jener Gottmensch und Seine Mutter uns verderben
sollen, so wird Ihre Ankunft in der Welt unsere größte Qual
und unser größtes Unglück sein.
Darum muss ich all meine Macht aufbieten, sie zu vernichten,
müsste dabei auch die ganze Welt zugrunde gehen. Ihr kennt
die bisherige Unüberwindlichkeit meiner Macht. Ein so großer
Teil der Welt gehorcht mir und ist meinem arglistigen Willen
unterworfen. Doch seit einigen Jahren seid ihr bei vielen Gele-
genheiten überwunden worden und sind eure Kräfte ge-
schwächt.
Ich selbst verspürte eine höhere Macht, die mich bindet. Schon
einige Male habe ich mit euch die ganze Welt durchstreift, um
zu sehen, ob in ihr etwas Neues zu finden sei, dem unsere
Niederlage zuzuschreiben wäre, oder ob etwa der verheißene
Messias gekommen sei.
Wir haben Ihn auf der ganzen Erde nicht gefunden und ent-
deckten nicht einmal sichere Zeichen Seiner Ankunft, nämlich
die Pracht und das Aufsehen, mit denen Er unter den Men-
schen auftreten wird. Trotzdem fürchte ich, die Zeit könnte
nahe sein, dass Er vom Himmel auf die Erde kommen wird.
Wir wollen Ihn samt dem Weibe, dass Er zu Seiner Mutter er-
wählen wird, mit großer Wut vernichten. Wer darin mehr leis-
tet, dem werde ich zum Dank größere Belohnungen erteilen.
Bis jetzt finde ich an allen Menschen Sünden und Wirkungen
der Sünde. Nirgends entdecke ich die Majestät und Größe, in
der sich der menschgewordene Gott den Menschen offenbaren
wird, um sie zu bewegen, Ihn anzubeten und Ihm Opfer dar-
zubringen. An diesem unfehlbaren Zeichen werden wir Ihn
erkennen, aber auch an Seiner Sündenlosigkeit.“
30. „Meine Verwirrung ist jetzt zu groß,“
fuhr Luzifer fort. „Wenn das ewige Wort noch nicht in die
Welt gekommen ist, so weiß ich die Ursache der außerordent-
lichen Dinge, die wir erfahren, nicht zu finden. Ich kenne die
Kraft nicht, die uns niederschmettert. Wer hat uns aus Ägyp-
ten verjagt? Wer hat die Tempel und Götzenbilder dieses Lan-
des umgestürzt, in denen wir von allen Bewohnern angebetet
wurden? Wer überwältigt uns jetzt in Galiläa und in der Um-
gegend und hindert uns, manche Sterbende ins Verderben zu
bringen? Wer bewirkt, dass sich so viele von ihren Sünden und
unserer Herrschaft losmachen, und dass andere tugendhafter
werden und vom Reiche Gottes sprechen?
Geht es so fort, so kann durch diese unbekannte Macht großes
Verderben über uns kommen. Wir müssen dem vorbeugen
und aufs neue nachforschen, ob es in der Welt einen großen
Propheten oder Heiligen gibt, der uns zu vernichten beginnt.
Ich entdecke keinen, dem solche Kraft zuzuschreiben wäre.
31. Nur gegen jenes Weib (Maria), unsere Feindin,
trage ich tödlichen Hass,
besonders seit wir sie im Tempel und später in ihrem Haus zu
Nazareth verfolgt haben. Immer wurden wir von der sie
schützenden Kraft besiegt und niedergeschmettert. Unserer
Bosheit überlegen, hat sie uns unüberwindlichen Widerstand
geleistet. Nie gelang es mir, ihr Inneres zu durchschauen oder
ihrer Person etwas anzutun. Sie hat einen Sohn (Jesus). Als
dessen Vater starb (Josef), stand sie mit ihm dem Sterbenden
bei. Wir alle aber konnten ihnen nicht nahen.
Es sind arme, verachtete Leute, sie ist ein unbekanntes, schwa-
ches Weiblein. Doch steht es zweifellos fest, dass Sohn und
Mutter gerecht sind. Ich wollte sie immer zu den gewöhnli-
chen Lastern der Menschen verleiten, allein ich konnte bei Ih-
nen nie die geringste ungeordnete Regung hervorrufen. Ich
sehe wohl, dass der allmächtige Gott mir den Stand dieser bei-
den Seelen verbirgt. Dem liegt sicher irgendein Geheimnis ge-
gen uns zu Grunde.
Wenn aber dieser Mensch auch nicht der Messias ist, so sind
Mutter und Sohn jedenfalls Gerechte und unsere Feinde. Das
ist Grund genug, sie zu verfolgen und a

von esther10 28.04.2013 00:01

Ursachen, Hintergründe und Folgen
Die Geschichte der Engel
Der Engelsturz und seine Auswirkung
auf uns Menschen,

Das Imprimatur hat das erzbischöfliche Ordinariat Salzburg
am 31. Mai 1954, Zl. 1311 für das Gesamtwerk erteilt.

Die Lebensbeschreibung der Schwester Maria von Agreda
sowie Einzelheiten über ihre erhaltenen Offenbarungen
sind im ersten Buch des Gesamtwerkes (4 Bücher)
welches auch einzeln bestellt werden kann enthalten.


Vorwort
Der Inhalt dieser Broschüre ist zwar nicht der durchgehenden
Reihenfolge entsprechend, jedoch wortgetreu übernommen,
aus dem Offenbarungswerk „Leben der jungfräulichen Gottes-
mutter Maria,“ geoffenbart der Schwester Maria von Agreda
aus Spanien in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Es ist hervorragend dazu geeignet, den wirklichen Sinn und
das wahre Ziel des menschlichen Lebens begreifbar zu ma-
chen. Ein ausgewählter Teil davon ist in dieser Broschüre wie-
dergegeben und kann niemals als zeitlich überholt betrachtet
werden.
Es wird darin berichtet, wie und warum der Sturz des einst-
mals höchsten Engels Luzifer und seines Anhanges aus dem
Himmel zustande gekommen ist.
Da wir Menschen nach bestandener Prüfung dazu bestimmt
sind diese Plätze im Himmel einzunehmen, die Satan und sein
Anhang für immer verloren haben, sucht er nun seit Anbeginn
der Welt dieses mit aller Macht aus Rache gegen Gott und aus
Hass und Neid gegen die Menschen zu verhindern. Das ist der
Grund für den unversöhnlichen Kampf des Satans gegen Gott
und das ganze Menschengeschlecht, dessen Folgen wir tagtäg-
lich immer wieder aufs Neue erfahren.
Man will aber nicht erkennen, dass die Ursache davon vom
Satan in der Welt – mit der Zustimmung und Beihilfe der
Menschen – zu ihrer verderblichen Wirkung gebracht werden.
Dieser größte Feind Gottes und der Menschen hat es sogar
vermocht, vielen Menschen den Gedanken einzugeben, dass es
einen persönlichen Gott, besonders aber ihn selbst, den Teufel
als Persönlichkeit – und damit eine Hölle, vor der die Men-
schen Angst haben müssten – überhaupt nicht gibt und alles
nur symbolisch betrachtet werden muss.
Einen Feind den man aber nicht kennt, beachtet man nicht.
Durch den Unglauben, der Gleichgültigkeit und der Nichtbe-
achtung der göttlichen Gebote, bekommt der Satan seinen Ein-
fluss auf die Gedanken und Handlungen der Menschen, deren
verheerende Folgen in zunehmendem Maße zu sehen sind.
Bedingt durch die vergeblichen Bemühungen der Menschheit,
Frieden und eine bessere und gerechtere Welt zu schaffen, die
den Erfordernissen eines guten menschlichen Zusammenle-
bens gerecht wird, sollte es doch allmählich begriffen werden,
dass alle diesbezüglichen Bestrebungen ohne Gott und die An-
erkennung und Befolgung Seiner Gebote zum Scheitern ver-
urteilt sind.
Um den rechten Weg sicher finden zu können und damit viel
Leid nicht notwendig werden zu lassen, hat Gott der Mensch-
heit immer wieder ganz besondere Hinweise und Gnaden zu-
kommen lassen. Dazu gehören zweifellos die göttlichen Offen-
barungen auf die eingangs hingewiesen wurde. Diese enthül-
len in ganz besonderer Weise die Ursachen, Hintergründe
und Folgen des satanischen Wirkens in der Welt. Darin wer-
den die geheimsten Pläne und Absichten des Teufels und sei-
ner höllischen Genossen gegen seinen Willen aufgedeckt – die
Menschheit sollte dieses niemals erfahren – und schriftlich
festgehalten.
Es wird auch der wahre Grund enthüllt wie es möglich war,
dass sich gerade nach dem Beginn des Christentums bis in die
heutige Zeit hinein, eine Vielzahl der unterschiedlichsten
Glaubensgemeinschaften und Sekten gebildet haben, wo jede
für sich behauptet im Besitz der alleinigen Wahrheit zu sein. Es
kann aber nicht nebeneinander mehrere der unterschiedlichs-
ten Wahrheiten geben die sich gegenseitig widersprechen.
Da es Satan mit aller Macht verhindern wollte, dass seine Ma-
chenschaften zur Verwirrung, Irreführung und Vernichtung
der ganzen Menschheit bekannt gemacht würden, begann
durch seinen Einfluss verursacht, eine dreihundert-jährige
Auseinandersetzung um die Anerkennung der geoffenbarten
Wahrheit, bis diese endlich von der Kirche anerkannt und ver-
öffentlicht werden konnte.
Aus den vorgenannten Gründen ist es auch nach dieser Zeit,
bis zum heutigen Tage einer breiten Öffentlichkeit unbekannt
geblieben, was auch mit dazu beigetragen hat, dass sich die
Geisteskrankheit des Unglaubens immer weiter verbreiten
konnte.
Es gibt wohl wenige Bücher, welche auf so allgemein ver-
ständliche Weise, die Erkenntnis über die neid- und hasser-
füllte Verfolgung des ganzen Menschengeschlechtes durch Sa-
tan und seiner höllischen Genossen klarer und deutlicher zum
Ausdruck bringen. Darum behält dieses berühmte Werk gera-
de für die heutige Zeit seine besondere Bedeutung und sollte
deshalb überall bekannt gemacht und allgemein verbreitet
werden.
Abschließend kann noch gesagt werden, alle ökumenischen
Bestrebungen werden erst dann von Erfolg gekrönt sein, wenn
unsere Gottesmutter Maria, ihrer gottgewollten Stellung ge-
mäß als Fürbitterin und Gnadenvermittlerin erkannt und an-
erkannt sein wird.
L. W. im Jahre 2004


Inhaltsverzeichnis

1. Die Erschaffung und Prüfung der Engel 10
2. Luzifer geriet damals in eine sehr ungeordnete Selbstliebe, 11
3. In den Werken Gottes ist alles nach Maß, Zahl und Gewicht
geordnet. 12
4. Ferner offenbarte Gott den Engeln, 13
5. Luzifer aber, voll Neid und aufgeblasener Hoffart, widersetzte
sich 14
6. Hier muss ich noch ein anderes Geheimnis erwähnen. 14
7. Diese aufgeblasene, eitle Hoffart reizte den Zorn des Herrn. 15
8. Auslegung des 12. Kapitels der Geheimen Offenbarung. 17
9. Es war als sage Gott den Engeln: 17
10. Noch ein anderes Zeichen erschien am Himmel: 18
11. Die zehn Hörner dieser Häupter 19
12. „Der Drache trat vor die Frau, 19
13. Fortsetzung der Auslegung des zwölften Kapitels der geheimen
Offenbarung. 20
14. Er ist Gott, der Allerhöchste, König aller Geschöpfe. 21
15. Mit diesen Worten kämpften der Heilige Michael und sein
Anhang. 22
16. Doch Michael erwiderte: „Wer ist wie der Herr, unser Gott, der
in den Höhen wohnt? 22
17. So offenbarte sich aufs neue Gottes Macht und Gerechtigkeit. 23
18. So wurde der große Drache gestürzt, 24
19. So war nun der Himmel von den bösen Engeln gesäubert. 25
20. Schluss der Auslegung des zwölften Kapitels der Geheimen
Offenbarung. 25
21. Der Fall von Adam und Eva im Paradies. 28
22. Luzifer betrog sich selbst. 29
23. An das Gebot anknüpfend, 30
24. Als Luzifer den Fall der Stammeltern gewahrte, 31
25. Im Augenblick der Menschwerdung des göttlichen Wortes 31
26. Alle tugendhaften und vollkommenen Frauen habe ich genau
verfolgt, um unsere Feindin (Maria) zu finden, 33
27. Sie überlegten, wie sie die heiligste Jungfrau verfolgen
könnten, 34
28. Luzifer will das Erlösungswerk verhindern. 35
29. Ich wusste, dass diese Ehre Ihm als Gott gebühre. 36
30. „Meine Verwirrung ist jetzt zu groß,“ 38
31. Nur gegen jenes Weib (Maria), unsere Feindin, trage ich
tödlichen Hass, 39
32. Die Versammlung der bösen Geister nach dem Tode Jesu in
der Hölle. 40
33. Von jenem Tage der Erschaffung der ersten Menschen an, habe
ich danach getrachtet, den Gottmenschen und Seine Mutter zu
vernichten 41
34. Oh ihr Menschen, wie seid ihr doch von Gott, den ich hasse, so
sehr begünstigt 42
35. Oh wie stark ist dieser Gottmensch, 44
36. Sie waren sich einig, dass es unmöglich sei, die Person Christi
anzugreifen, 44
37. „Die Menschen haben nun eine neue Lehre, 45
38. Einige Teufel machten es sich zur Aufgabe, die Neigungen der
Kinder von ihrer Empfängnis und Geburt an in eine verkehrte

Richtung zu bringen 46
39. Wir müssen sorgen, dass die Menschen die Frömmigkeit und
den Geschmack an geistlichen und göttlichen Dingen verlieren, 47
40. Es ist unmöglich, alles darzulegen, 48
41. Leider sind diese höchst wichtigen Wahrheiten in unseren
Tagen gar sehr dem Gedächtnis der Menschen entschwunden
zu ihrem entsetzlichen Schaden. 49
42. Die Heilige Schrift und die Werke der heiligen Lehrer 49
43. Damit nun jene, die dieses Buch lesen, aus diesem Schlafe
erwachen, 50
44. Da dieser Feind ein unkörperlicher Geist ist, den keine
Wirksamkeit ermüdet, 51
45. Sobald der Satan die Tatsache der natürlichen Zeugung eines
Menschen erkennt, 52
46. Die Mittel des Allerhöchsten, die Menschen gegen diese Bosheit
des Drachens zu beschützen, sind verschiedener Art. 53
47. Zu dieser allgemeinen Vorsehung Gottes kommt dann noch der
Schutz unserer heiligen Engel. 54
48. Er sucht es dahin zu bringen, dass die Kinder sich manche
schlimme Handlungen angewöhnen, dass sie Böses sehen und
hören, und dass ihre Eltern in dieser Zeit an solche Gefahren
nicht denken und darum auch keine Vorsorge dagegen treffen. 54
49. Nicht geringer ist aber die Sorge und Wachsamkeit der heiligen
Engel, 55
50. Die Engel hingegen führen zu Gunsten der Kinder die
Tugenden der Eltern und Ahnen an, 56
51. Hat der Mensch den vollen Vernunftgebrauch erlangt, dann
wird der Kampf zwischen den bösen und den guten Engeln
noch heftiger. 56
52. Unaufhörlich kommen uns die Engel durch Eingebungen und
Ermahnungen zu Hilfe. 57
53. Eine unzweifelhafte Offenbarung göttlichen Schutzes war die
Bekehrung des Saulus. 59
54. Luzifer und die Seinen empfanden die Geißel der göttlichen
Allmacht. 60
55. Was hatte Saulus getan, um ein so außerordentliches Glück zu
verdienen? 61
56. Lehre der Himmelskönigin 63


1. Die Erschaffung und Prüfung der Engel
Sie wurden von Gott im Himmel erschaffen und zwar im
Stande der Gnade. Mit dieser sollten sie sich die Herrlichkeit
als Lohn verdienen. Obwohl sie sich am Orte der Gnade be-
fanden, schauten sie doch die Gottheit noch nicht von Ange-
sicht zu Angesicht, bis sie es mit der Gnade durch Gehorsam
gegen den göttlichen Willen verdient hätten.
Die guten wie auch die abtrünnigen Engel blieben nur kurze
Zeit im Zustand der Prüfung, denn die Erschaffung, Prüfung
und Entscheidung erfolgten in drei ganz kurzen Zeitabschnit-
ten. Im ersten Zeitraum wurden alle Engel erschaffen und mit
Gnaden und den Gaben des Heiligen Geistes ausgerüstet, so
dass sie überaus schön und vollkommen waren.
Dann folgte eine kurze Weile, in der allen der Wille ihres
Schöpfers kundgetan wurde. Sie empfingen das Gesetz und
den Auftrag ihren Schöpfer als ihren höchsten Herrn anzuer-
kennen und so den Zweck ihres Daseins zu erfüllen.
In dieser kurzen Weile entbrannte zwischen dem Heiligen Mi-
chael und seinen Engeln jener große Streit wider den Drachen
und seinen Anhang. Die guten Engel verdienten durch Be-
harrlichkeit in der Gnade die ewige Seligkeit. Die ungehor-
samen hingegen verfielen durch ihre Auflehnung gegen Gott
der ewigen Pein.
Ich (Maria von Agreda) wünschte zu wissen, aus welchem
Beweggrund und durch welche Veranlassung Luzifer und sein
Anhang ungehorsam waren und fielen. Ich erkannte, dass die
bösen Engel der Verschuldung nach, vielerlei Verbrechen be-
gehen konnten, wenn sie auch der Tat nach nicht alle begin-
gen. Jene Sünden aber, die sie mit ihrem bösen Willen tatsäch-
lich verübten, erzeugten in ihnen einen Habitus, d. h. die Nei-
gung zu allem Bösen. Auch zu jenem, das sie selbst nicht ver-
üben konnten. Zu diesen Sünden aber verführen sie die Men-
schen und freuen sich, wenn es ihnen gelingt.
2. Luzifer geriet damals in eine
sehr ungeordnete Selbstliebe,
denn er sah sich mit einer höheren Schönheit der Natur und
Gnade ausgerüstet, als die übrigen Engel. In dieser Erkenntnis
hielt er sich zu lange auf, und das Wohlgefallen an sich selbst
hemmte ihn so, dass er Gott, der einzigen Ursache all seiner
Vorzüge, den schuldigen Dank lässig und träge darbrachte.
Wiederum betrachtete er sich selbst.
Aufs neue gefielen ihm seine Schönheit und seine Gnaden. Er
schrieb sie sich selbst zu und liebte sie als seine eigenen. Diese
ungeordnete Selbstbetrachtung bewirkte, dass er sich mit den
Kräften, die er von einer höheren Macht empfangen hatte,
nicht nur nicht, wie er sollte, über sich selbst erhob, sondern
sie verführte ihn auch zum Neid gegen andere und zur Be-
gierde nach den Gaben und Vorzügen der anderen. Da er diese
für sich nicht erlangen konnte, entbrannte er in tödlichem Zorn
und Hass gegen Gott, der ihn aus dem Nichts erschaffen hatte,
und gegen alle Seine Geschöpfe. Aus dieser Verfassung ent-
sprangen Ungehorsam, Vermessenheit, Ungerechtigkeit, Treu-
losigkeit, Gotteslästerung, ja, sogar eine Art Abgötterei, denn
er begehrte für sich jene Anbetung, die man allein Gott schul-
dig ist. Er lästerte Gottes Hoheit und Heiligkeit. Er verlor den
Glauben und die schuldige Treue. Er nahm sich vermessentlich
vor, alle Geschöpfe zu vernichten, und schmeichelte sich, dies
und noch manches andere ausführen zu können. In dieser
Geisteshaltung verharrte er. Seine Hoffart steigerte sich. Doch
seine Vermessenheit war größer als seine Stärke, denn in die-
ser konnte er nicht wachsen. Doch hinsichtlich der Sünde „ruft
ein Abgrund dem anderen zu“, der erste sündige Engel war
Luzifer, er verführte die anderen. Deshalb wird er der Fürst
der bösen Geister genannt, also nicht vermöge Seiner Natur.
Nicht wegen dieser, sondern nur um der Sünde willen konnte
er diesen Titel behaupten. Die sündigen Engel sind nicht alle
aus einem Chor, sondern aus allen fielen Engel ab, und zwar
viele. Jetzt will ich, wie ich es schaute, berichten nach welchen
Ehren und Vorzügen Luzifer voll Neid und Hoffart trachtete.
3. In den Werken Gottes ist alles nach
Maß, Zahl und Gewicht geordnet.
Darum beschloss die göttliche Vorsehung, den Engeln unmit-
telbar nach ihrer Erschaffung, - also bevor sie sich noch ande-
ren Zielen zuwenden konnten - das Endziel zu offenbaren, zu
dem sie erschaffen und mit einer so erhabenen und ausge-
zeichneten Natur begabt worden waren. Gott erleuchtete sie
auf folgende Weise: Zuerst empfingen sie eine sehr eindrucks-
volle Erkenntnis von der Wesenheit Gottes, Seiner Einheit in
der Natur, Seiner Dreifaltigkeit in den Personen. Zugleich er-
hielten sie den Befehl, den unendlichen Gott als ihren Schöpfer
und Herrn zu verehren und anzubeten. Alle folgten gehorsam,
doch mit Unterschied, die guten Engel folgten aus Liebe und
Gerechtigkeit. Sie unterwarfen sich mit bestem Willen, nahmen
gläubig auf, was ihre Fassungskraft überstieg, und gehorchten
freudig. Luzifer aber unterwarf sich nur, weil ihm das Gegen-
teil unmöglich schien, darum auch nicht mit vollkommener
Liebe. Er teilte seinen Willen zwischen sich und der untrügli-
chen Wahrheit des Herrn. Deshalb fand er das Gebot schwer
und lästig und er erfüllte es nicht mit vollkommener Liebe und
nicht aus Gerechtigkeit. Darum geriet er in eine Verfassung,
die seinen Ungehorsam herbeiführte. Diese Lässigkeit und Zu-
rückhaltung, mit der er diese ersten Akte setzte, beraubten ihn
noch nicht der Gnade, doch begann hier seine üble Verfassung.
Er empfand eine gewisse Schwäche in der Tugend und ein Ab-
sinken im Geiste, und seine strahlende Schönheit minderte
sich. Er erfüllte Gottes Gebote lau und unvollkommen. Dies
war sein erster Schritt zum Fall.
4. Ferner offenbarte Gott den Engeln,
dass er Menschen, vernünftige Geschöpfe einer niederen Ord-
nung, erschaffen wolle. Auch diese sollten Gott als ihren Urhe-
ber und ihr ewiges Gut lieben, fürchten und ehren. Er werde
diese Natur überaus begnadigen. Die zweite Person der Hei-
ligsten Dreifaltigkeit selbst werde Mensch werden und in Ver-
bindung die menschliche Natur mit der Göttlichen zu einer
Person vereinigen. Diesen zukünftigen Gottmenschen sollten
die Engel nicht nur wegen Seiner Gottheit, sondern auch we-
gen Seiner Menschheit als ihr Oberhaupt anerkennen, verehren
und anbeten. Als an Würde und Gnade Ihm untergeordnet,
sollten sie Seine Diener sein. Zugleich ließ Gott die Engel er-
kennen, wie geziemend, gerecht und vernünftig diese Unter-
werfung sei. Wie alle übrigen zukünftigen Geschöpfe hätten
auch sie die Aufgabe, den Gottmenschen zu verherrlichen,
weil Er aller Wesen König sei. Alle vernünftigen Geschöpfe,
die der Erkenntnis und des Genusses Gottes fähig seien, soll-
ten Sein Volk werden und Ihn als ihr Haupt anerkennen und
verehren. Dann wurde den Engeln das entsprechende Gebot
erteilt. Die gehorsamen, heiligen Engel unterwarfen sich die-
sem Befehle sofort mit ganzer Willenskraft, mit demütigem
und liebesglühendem Eifer.
5. Luzifer aber, voll Neid und aufgeblasener
Hoffart, widersetzte sich
und trieb die gleichgesinnten Engel an, ein Gleiches zu tun.
Auch sie gehorchten dem göttlichen Befehle nicht. Dafür ver-
sprach Luzifer ihnen, dass er ihr Haupt sein und ein unabhän-
giges Fürstentum gegen Christus aufrichten wolle. Neid und
Hoffart und unordentliches Begehren verursachten in diesem
einen Engel eine solche Verblendung, dass er unzählige mit
der Pest der Sünde ansteckte. Nun erhob sich jener große
Kampf im Himmel, von dem der Heilige Johannes berichtet.
Die gehorsamen heiligen Engel entbrannten vor Eifer, die Ehre
des Allerhöchsten und die Ehre des Gottmenschen, den sie in
einem Gesichte schauten, zu verteidigen. Sie baten um die Er-
laubnis und die Genehmigung des Herrn, gegen den Drachen
zu streiten. Das wurde ihnen gewährt.
6. Hier muss ich noch ein anderes
Geheimnis erwähnen.
Als allen Engeln geboten wurde, dem menschgewordenen
Wort zu gehorchen, empfingen sie als drittes Gebot jene Frau
als Gebieterin anzuerkennen in dessen Schoß der Eingeborene
des Vaters das menschliche Fleisch annehmen sollte. Diese
Frau werde ihre Königin und die Herrin aller Geschöpfe sein
und an Gnaden und Glorie alle Engel und Menschen überra-
gen. Die guten Engel zeichneten sich durch Annahme dieses
Befehles aus. Sie glaubten und priesen in tiefster Demut die
Macht und Geheimnisse des Allerhöchsten. Luzifer und seine
Anhänger aber erhoben sich infolge dieses Befehles bei der Of-
fenbarung dieses Geheimnisses mit wachsendem Hochmut. In
tobsüchtiger Wut begehrte Luzifer für sich die Auszeichnung,
Haupt aller Engel und des ganzen Menschengeschlechtes zu
werden. Wenn dies nur durch die Verbindung der höheren mit
der niederen Natur möglich sei, so solle sie an ihm geschehen.
Im Hinblick auf die niedere Natur der Mutter des menschge-
wordenen Wortes (Maria) widersetzte sich Luzifer unter
schauerlichen Lästerungen. In unbändigem Zorn empörte er
sich gegen den Urheber solch großer Gnadenwunder. Er reizte
seine Genossen auf und rief: „Diese Befehle sind unbillig! Mei-
ne Hoheit wird dadurch beleidigt! Darum will ich diese Natur
die Du mit so großer Liebe anblickst und ferner noch so reich-
lich begnadigen willst, verfolgen und ausrotten. Dazu will ich
meine ganze Macht und List aufbieten. Dieses Weib, die Mut-
ter des Wortes, will ich von der Höhe, auf der Du sie zu erhe-
ben gedenkst, herabstürzen. Ich will Deine Pläne zuschanden
machen!“
7. Diese aufgeblasene, eitle Hoffart
reizte den Zorn des Herrn.
Zur Beschämung Luzifers sagte Er: „Diese Frau, die du nicht
ehren willst, wird dir den Kopf zertreten, dich überwinden
und zunichte machen. Wenn durch deinen Stolz der Tod in die
Welt kommen wird, so wird durch ihre Demut das Leben und
Heil der Menschen kommen. Sie werden jenen Lohn und jene
Kronen empfangen, die du samt deinem Anhang verloren
hast.“
Luzifer widerstrebte mit tollsinnigem Stolze allem, was er vom
göttlichen Willen und Seinen Entschlüssen verstanden hatte.
Er drohte dem ganzen Menschengeschlecht. Die guten Engel
erkannten den gerechten Zorn des Allerhöchsten wider Luzifer
und seinen Anhang. Sie stritten wider sie mit den Waffen des
Verstandes, der Gerechtigkeit und der Wahrheit.
Darauf wirkte der Allerhöchste ein anderes geheimnisvolles
Wunder. Nachdem Er den Engeln die hypostatische Union der
zweiten Person mit der Menschheit durch Erleuchtung geof-
fenbart hatte, zeigte Er ihnen die allerseligste Jungfrau in ei-
nem visionären Bilde. Er ließ sie die reine menschliche Natur
in einer höchst vollkommenen Frau schauen. In dieser werde
Seine Allmacht viel wunderbarer wirken als in allen übrigen
bloßen Geschöpfen, da Er in dieser Frau in unvergleichlich ho-
hem Grade alle Gaben und Gnaden Seiner Rechten hinterlegen
werde. Die Schau dieses Bildes der Himmelskönigin und Mut-
ter des wirklichen Wortes wurde allen Engeln, den Guten und
den Bösen, gewährt. Dieses Gesicht erfüllte die Guten mit Be-
wunderung. Sie sangen Loblieder und begannen gleich, mit
inbrünstigem Eifer und dem unüberwindlichen Schild jenes
Zeichens bewaffnet, die Ehre des Mensch gewordenen Gottes
und Seiner Allerheiligsten Mutter zu verteidigen. Der Drache
und sein Anhang hingegen flammten auf in einem unversöhn-
lichen Hass gegen Christus und Seine jungfräuliche Mutter.
Dann erfolgte, was ihm 12. Kapitel der Geheimen Offenbarung
enthalten ist.
8. Auslegung des 12. Kapitels der
Geheimen Offenbarung.
Und es erhob sich ein großer Kampf im Himmel, Michael und
seine Engel kämpften mit dem Drachen, und der Drache und
seine Engel kämpften. Aber sie vermochten nicht standzuhal-
ten, und ihr Platz im Himmel ging verloren. So wurde der
große Drache gestürzt, die alte Schlange, die Teufel und Satan
heißt und die ganze Welt verführt. Er wurde auf die Erde ge-
stürzt, und mit ihm wurden seine Engel gestürzt.
Der Evangelist sagt: „Ein großes Zeichen erschien am Himmel,
eine Frau, mit der Sonne umkleidet, den Mond unter ihren Fü-
ßen und eine Krone von zwölf Sternen auf ihrem Haupte.“
Dieses Zeichen ist durch Gottes Willen vor allen Engeln, den
guten und den bösen, im Himmel wirklich erschienen. Im
Schauen sollten sie ihren Willen entweder zum Gehorsam oder
zum Ungehorsam gegen die Gebote des göttlichen Wohlgefal-
lens entscheiden. Dieses Zeichen offenbarte ihnen auch, wie
wunderbar Gott die menschliche Natur erschaffen würde.
Wohl war sie ihnen schon bei der Offenbarung des Geheim-
nisses der Menschwerdung zu erkennen gegeben, doch Gott
wollte sie ihnen auch noch in einem rein menschlichen, ganz
vollkommenen, ganz heiligen Geschöpfe kundtun, das Er
nächst Christus erschaffen werde.
9. Es war als sage Gott den Engeln:
„Ich will die Menschen nicht so wie euch züchtigen, weil aus
ihnen eine Frau hervorgehen wird, in dessen Schoß Mein Ein-
geborener Fleisch annehmen soll. Er wird ihnen Meine
Freundschaft wieder erwerben, Meine Gerechtigkeit versöh-
nen und den Weg zur Seligkeit, den die Sünde verschlossen
hat, wieder eröffnen.“
Er ließ die Engel erkennen, dass Er durch Vermittlung Christi
und Seiner Mutter jene Gnaden und Gaben in den Menschen
niederlegen wolle, die die abtrünnigen Engel durch ihre Treu-
losigkeit verloren hatten. Die Engel erkannten in diesem Zei-
chen auch viele Geheimnisse der Menschwerdung, der strei-
tenden Kirche und ihrer Glieder, und dass sie, die Engel, beru-
fen seien, den Menschen zu helfen, sich gegen ihre Feinde zu
verteidigen und sie zur ewigen Seligkeit zu führen.
10. Noch ein anderes Zeichen erschien am Himmel:
Ein großer, feuerroter Drache mit sieben Köpfen und zehn
Hörnern und sieben Kronen auf seinen Köpfen. Sein Schweif
fegte den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und
warf sie auf die Erde. Nach dem Luzifer gegen diese im Zei-
chen dargestellte Frau seine Lästerungen ausgestoßen hatte,
ward er sogleich aus einem überaus schönen Engel in einen
fürchterlichen, abscheulichen Drachen verwandelt, so dass er
in äußerer Gestalt als ein wahrnehmbares Zeichen erschien.
Wütend erhob er sieben Köpfe, nämlich die sieben Legionen
oder Heerscharen seines ganzen Anhanges. Jeder einzelnen
Rotte setzte er ein Haupt vor und befahl ihnen, zu sündigen
und zu den sieben Hauptsünden anzureizen und zu verfüh-
ren. Diese werden Hauptsünden genannt, weil sie alle übri-
gen in sich schließen und sie gleichsam Hauptstandarten sind,
die sich gegen Gott aufrichten. Es sind Hoffart, Neid, Zorn,
Unkeuschheit, Unmäßigkeit, Trägheit, Geiz. Sie werden
durch die sieben Kronen versinnbildlicht, mit denen Luzifer
nach seiner Verwandlung in einen Drachen gekrönt wurde.
Der Allerhöchste selbst hatte sie zur Strafe für die entsetzliche
Bosheit dem Luzifer und den übrigen abtrünnigen Engeln
durch Seinen heiligen Zorn geschmiedet. Jeder empfing seine
besondere Strafe, die zugleich ein Merkmal war, das ihre Bos-
heit andeutete, durch die sie die Urheber der sieben Haupt-
sünden geworden waren.
11. Die zehn Hörner dieser Häupter
sind die Triumphe der Ungerechtigkeit und Bosheit des Dra-
chens und bedeuten seine Ruhmsucht und aufgeblasene, stolze
Vermessenheit, in der er die Ausübung der Laster sich selbst
zuschreibt. In dieser bösen Gesinnung bot er, um das Ziel sei-
nes Stolzes zu erreichen, den unglücklichen Engeln seine las-
terhafte, giftvolle Freundschaft an und stellte ihnen erdichtete
Fürstentümer und Belohnungen in Aussicht. Diese Verspre-
chen voll teuflischer Dummheit und Täuschung waren der
Schwanz mit dem der Drache den dritten Teil der Sterne vom
Himmel fegte. Die Engel waren helle Sterne, und wenn sie be-
harrt hätten, würden sie mit den übrigen Engeln und Gerech-
ten wie Sonnen in alle Ewigkeit leuchten. Aber ihre wohlver-
diente Strafe schleuderte sie auf die Erde, und zu ihrem Un-
glück gar bis in den Mittelpunkt derselben, nämlich in die Höl-
le, wo sie in Ewigkeit des Lichtes und der Freude entbehren
müssen.
12. „Der Drache trat vor die Frau,
die gebären sollte, um ihr Kind gleich nach der Geburt zu ver-
schlingen.“ Luzifers Stolz war so ungeheuer, dass er voll An-
maßung begehrte, seinen Thron über alle Sterne Gottes zu set-
zen. In Gegenwart der im Zeichen dargestellten auserwählten
Frau fabelte der Tor: „Jener Sohn, den dieses Weib gebären
wird, ist von Natur aus geringer als ich. Ich will Ihn verschlin-
gen und vernichten. Meinen Anhang will ich gegen Ihn führen
und wider Seine Gedanken und Gesetze meine Lehren aus-
streuen. Einen ewigen Krieg will ich wider Ihn führen und in
ewiger Feindschaft gegen Ihn verharren!“
Maria aber steht einzig da. Obwohl Adamstochter, überragt
sie weit alle Engel an Gnaden, Gaben und Verdiensten.
13. Fortsetzung der Auslegung des zwölften
Kapitels der geheimen Offenbarung.
Und es erhob sich ein großer Kampf im Himmel, Michael und
seine Engel kämpften mit dem Drachen, und der Drache und
seine Engel kämpften. Nach dem der Herr obige Geheimnisse
den guten und bösen Engeln geoffenbart hatte, begann der
Heilige Michael mit den Seinen unter Zustimmung Gottes ge-
gen den Drachen und seinen Anhang zu kämpfen. Dieser Streit
war wunderbar. Er wurde nur mit den Waffen des Verstandes
und des Willens geführt. Entflammt von Eifer für die Ehre Got-
tes, ausgerüstet mit der ihm von Gott verliehenen Macht und
bewaffnet mit seiner eigenen Demut, widerstand Michael dem
eitlen Hochmut des Drachens, indem er sagte: „Würdig ist der
Allerhöchste aller Ehre, alles Lobes, aller Ehrfurcht. Er ist wür-
dig der Ehrfurcht, der Liebe und des Gehorsams aller Ge-
schöpfe. Er ist allmächtig und kann tun, was Er will. Nichts
kann er wollen, was nicht vollkommen gerecht ist. Er, der Un-
erschaffene und von keinem andern Wesen Abhängige, gab
uns aus Gnade alles, was wir besitzen. Er erschuf uns aus dem
Nichts. Er kann auch andere Wesen erschaffen, wann und wie
es Ihm gefällt. Darum ist es höchst geziemend, dass wir uns
vor Seinem göttlichen Thron niederwerfen und Seine göttliche
Majestät und wesenhafte Hoheit anbeten, kommet also, ihr
Engel, folget mir! Lasset uns Ihn anbeten. Seine wunderbaren
geheimen Gerichte und Seine heiligen, vollkommenen Werke
lobpreisen.
14. Er ist Gott, der Allerhöchste,
König aller Geschöpfe.
Er wäre es nicht, wenn wir Seine großen, machtvollen Werke
begreifen könnten. Seine Weisheit und Güte sind unendlich. Er
ist reich an Schätzen und Segnungen, Herr aller Dinge. Keines
andern bedürftig, kann Er Seine Schätze mitteilen, wem Er
will. In Seiner Wahl kann Er nicht irren. Er kann lieben und
sich dem Geliebten mitteilen. Er kann lieben, wen Er will, und
erschaffen, erhöhen, bereichern nach Seinem Wohlgefallen. In
allem ist Er stets der Weise, der Heilige, der Allmächtige. Las-
set uns Ihn mit tiefster Dankbarkeit anbeten wegen der Wun-
derwerke der Menschwerdung und der Auserwählung Seines
Volkes. Auch wegen dessen Erlösung, wenn es fallen sollte.
Jenem Vorhergeschauten wollen wir in beiden Naturen, der
göttlichen und der menschlichen, anbeten und verehren, Ihn
als unser Haupt anerkennen und freimütig bekennen, dass Er,
der Urheber aller Gnade und Glorie, aller Ehre, alles Lobes
und aller Herrlichkeit würdig sei. Lasset uns Ihm zurufen: „Du
bist der Starke, der Mächtige, Du bist Gott!“
15. Mit diesen Worten kämpften der Heilige
Michael und sein Anhang.
Wie mit heftigen Blitzen stritten sie wider den Drachen und
seinen Anhang. Diese hingegen kämpften mit Gotteslästerun-
gen. Luzifer aber konnte vor dem Antlitz des heiligen Engels-
fürsten nicht bestehen. Er verging vor Wut und wollte vor
Qual entfliehen allein der Göttliche Wille gebot, dass er nicht
nur gestraft, sondern auch überwunden werde und die Wahr-
heit und Allmacht Gottes erfahre, er mochte wollen oder nicht.
Trotzdem lästerte er: „Gott ist ungerecht, wenn Er die Natur
der Menschen über die Natur der Engel erhebt. Ich bin der er-
habenste und schönste Engel, mir gebühren Triumph und
Huldigung. Ich will meinen Thron über die Sterne setzen und
gleich sein dem Allerhöchsten. Keinem einzigen von niederer
Natur werde ich mich unterwerfen und niemals zugeben, dass
ein anderer mir vorgehe oder sich über meine Hoheit er-
schwinge!“ Dasselbe wiederholten seine abtrünnigen Anhän-
ger.
16. Doch Michael erwiderte: „Wer ist wie der Herr,
unser Gott, der in den Höhen wohnt?
Schweige, Feind, mit deinen ungeheuren Lästerungen! Du bist
ganz von Bosheit besessen, darum fort aus unserer Gesell-
schaft, du Unglückseliger! Fahre hinab mit deiner blinden
Unwissenheit und deiner Bosheit in die finstere Nacht und in
das Chaos der höllischen Pein! Wir hingegen, o Geister des
Herrn, wollen Gott anbeten und verehren. Die glückselige Frau
aber, die dem ewigen Wort die menschliche Natur schenken
wird, wollen wir als unsere Herrin und Königin anerkennen.“
Jenes >große Zeichen< der Himmelskönigin war in diesem
Streit für die guten Engel wie Schild und Waffe gegen die bö-
sen Abtrünnigen. Dem gegenüber waren die Streitgründe Lu-
zifers kraftlos. Er wurde verwirrt und sprachlos und konnte
die in diesem Zeichen dargestellten Wahrheiten nicht ertragen.
Wie dieses geheimnisvolle Zeichen durch Gottes Kraft erschie-
nen war, so wollte Gott auch, dass ein anderes Zeichen, der ro-
te Drache, sichtbar werde und Luzifer in dieser Gestalt zum
Entsetzen und Erschrecken seines Anhanges und zur Verwun-
derung der heiligen Engel mit Schande aus dem Himmel ver-
stoßen werde.
17. So offenbarte sich aufs neue
Gottes Macht und Gerechtigkeit.
Den Verlauf dieses Streites kann man mit Worten schwerlich
schildern, weil der Abstand zwischen unserem Begreifen und
der Tätigkeit so vieler erhabener Engel zu groß ist. Die Bösen
wurden nicht Herr, denn Ungerechtigkeit, Lügenwerk, Unwis-
senheit und Bosheit können Gerechtigkeit, Wahrheit, Licht und
Güte nicht überwältigen, noch können diese Tugenden von
den Lastern überwunden werden.
Deshalb sagt der Evangelist: „Aber sie vermochten nicht
standzuhalten, und ihr Platz im Himmel ging verloren.“ Die
unglückseligen Engel machten sich durch ihre Sünde der ewi-
gen Anschauung und Gesellschaft Gottes unwürdig. Ihr An-
denken wurde aus dem göttlichen Geiste ausgelöscht, wo sie
vor ihrem Fall durch ihre Gnadengaben gleichsam einge-
schrieben waren. Sie verloren ihr Recht auf die im Falle ihres
Gehorsams ihnen zubereiteten Plätze.
Dieses Anrecht ging nun auf die Menschen über. Von den
abtrünnigen Engeln wurde jede Spur so vollständig ausge-
löscht, dass nichts mehr von ihnen im Himmel zu finden war.
Oh unglückselige Bosheit, unbeschreibliches Unglück, würdig
einer so entsetzlichen Strafe!
18. So wurde der große Drache gestürzt,
und mit ihm wurden seine Engel gestürzt. Der heilige Erzengel
Michael verstieß den elenden, in einen Drachen verwandelten
Luzifer mit jenem unüberwindlichen Wort: „Wer ist wie
Gott?“ Es war so kräftig, dass es jenen stolzen Riesen samt sei-
nen Rotten niederschmetterte und mit unvergleichlicher
Schande in den tiefsten Abgrund der Erde hinunterschleu-
derte. Nun empfing er zu seinem Unglück und zur Strafe auch
noch neue Namen, wie Drache, Schlange, Teufel, Satan. Na-
men, die der heilige Erzengel ihm im Streite beigelegt hatte,
um dadurch seine Bosheit und Ungerechtigkeit auszudrücken.
Wie er durch seine Tücke alles Glück und alle Ehre verwirkt
hatte, so ward er auch aller Ehrentitel beraubt und statt dessen
mit Schandnamen bezeichnet. Übrigens legte schon sein Bos-
heitsplan, den er seinen Bundesgenossen vorschlug und be-
fahl, nämlich die Erdenbewohner zu betören und zu verfüh-
ren, seine Arglist mehr als genügend an den Tag. So ward also
jener, der in seinen Gedanken schon alle Völker zerschmet-
terte, hinabgeschleudert in die Hölle.
Von ihm sagt Isaias: „In die Unterwelt wirst du hinabgestürzt,
in die Tiefe des Pfuhles. Dein Leichnam wird übergeben den
Motten und dem Wurme deines bösen Gewissens“ (Is. 14, 15).
Es erfüllte sich an Luzifer alles, was Isaias im 14. Kapitel seines
Buches berichtet.
19. So war nun der Himmel
von den bösen Engeln gesäubert.
Für die guten und gehorsamen aber fiel der Vorhang der Gott-
heit. Triumphierend gingen sie in ihre Glorie ein, während die
Abtrünnigen ihre Strafe empfingen.
Gott offenbarte den Engeln einen Teil der göttlichen Be-
schlüsse und sprach: „Luzifer hat sein Banner der Hoffart und
der Sünde aufgepflanzt. Mit vollendeter Bosheit und starkem
Grimm wird er das menschliche Geschlecht verfolgen und vie-
le durch Arglist verführen und so verleiten, dass die Men-
schen sich gegenseitig selbst umbringen. In der Blindheit der
Sünden und Laster werden sie zu verschiedenen Zeiten in un-
heilvoller Unwissenheit sich empören, aber Hoffart, Lüge und
alle Arten von Sünden sind Meinem Wesen und Willen unend-
lich fern. Wir wollen darum der Tugend und Heiligkeit den
Triumph verleihen.“
20. Schluss der Auslegung des zwölften Kapitels
der Geheimen Offenbarung.
Wehe der Erde und dem Meere, denn der Teufel ist zu euch
mit gewaltigem Grimm herabgestiegen. Er weiß, wie kurz sei-
ne Frist ist. Wehe der Erde, dem zukünftigen Schauplatz so
vieler Übeltaten! Wehe dem Meere, weil es so entsetzlichen
Lastern gegenüber sich nicht in tosenden Strömen ergoss, die
Übeltäter zu ertränken und die Unbilden wider Gott, Seinen
Schöpfer, zu rächen. Doch noch viel mehr wehe dem uner-
gründlichen, in aller Bosheit verhärteten Meere, das sind jene,
die dem Teufel nachfolgen. Er ist herniedergestiegen, euch in
großem Zorn und unerhörter Grausamkeit mit Krieg zu über-
fallen. Die Wut dieses grimmigen Drachens, der ärger ist als
ein blutgieriger Löwe, will alles verschlingen. Alle Tage der
gesamten Weltzeit dünken ihm eine kurze Frist, seinen Grimm
zu befriedigen. So groß ist sein Durst und seine Gier, die Men-
schen zu verderben, dass ihm ihre ganze Lebenszeit nicht ge-
nügt. Seine Tobsucht wünscht ewige Zeiten, wenn sie möglich
wären, um gegen die Kinder Gottes einen ewigen Krieg führen
zu können. Vor allem kehrt sich sein Grimm gegen jene gott-
selige Frau, die ihm den Kopf zertreten wird.
Als der Drache sich auf die Erde herabgestürzt sah, verfolgte
er die Frau, die den Knaben geboren hatte. Nachdem die alte
Schlange, der Teufel, den unseligen Ort und Zustand, in den er
geraten war, erkannte, entbrannte er in noch heftigerem
Grimm und Neid. Er hätte sich selbst wie ein wütendes Tier
zerreißen mögen. Gegen die Frau, die Mutter des menschge-
wordenen Wortes, fasste er einen solchen Groll, dass ihn kein
Mensch zu begreifen vermag.
Als Luzifer und sein teuflischer Anhang in der Hölle ange-
kommen war, hielt er gleich mit allen eine Ratsversammlung.
In dieser Zeit bot Luzifer seinen Verstand und seine ganze
teuflische Bosheit auf, mit seinen höllischen Genossen zu über-
legen, wie sie Gott am ärgsten beleidigen und sich an Ihm für
die über sie verhängte Strafe rächen könnten.
Das Endergebnis dieser Versammlung war kurz folgendes:
Weil Gott aller Voraussicht nach die Menschen sehr lieben
werde, würde die ärgste Rache und schwerste Unbill darin be-
stehen, dass sie die Wirkungen der göttlichen Liebe verhin-
derten, indem sie die Menschen betörten, verführten und so
viel wie möglich aufreizten, gegen Gott undankbar und rebel-
lisch zu sein. Dadurch würden sie Seine Gnade und Freund-
schaft verlieren.
Luzifer sagte: „Nach dieser Erkenntnis müssen wir arbeiten,
und alle Kräfte und Sorgen aufbieten. Wir wollen die Men-
schen unseren Einsprechungen und unserem Willen unterwür-
fig machen und sie dadurch verderben. Wir wollen das ganze
Menschengeschlecht verfolgen und es um seinen verheiße-
nen Lohn bringen. Wir wollen unsere ganze Wachsamkeit
aufbieten, dass die Menschen nicht zur Anschauung Gottes ge-
langen, weil diese uns ungerechter Weise verweigert wurde.
Großen Triumph werde ich über sie feiern. Alles werde ich
verheeren und meinem Willen unterwerfen. Ich will Irrtümer
und Sekten und meine den Gesetzen Gottes zuwiderlaufen-
den Gesetze verbreiten. Ich selbst werde aus den Menschen
Propheten und Anführer erwecken, in sie meine Irrlehren säen,
die sie überall verbreiten sollen. Darauf will ich aus Rache ge-
gen ihren Schöpfer sie zu mir in die Qualen der Hölle hinab-
ziehen.
Die Armen will ich bedrängen, die Notleidenden unterdrü-
cken, die Verlassenen verfolgen. Ich will Zwietracht säen,
Kriegsflammen entzünden, Völker gegen Völker hetzen,
Hochmütige und Freche hervorbringen, die das Gesetz der
Sünde überall ausbreiten. Alle die mir folgen, will ich im ewi-
gen Feuer vergraben. Jene die sich mir am engsten anschließen,
will ich in den Ort der größten Qualen versenken. Daraus wird
mein Reich sein, das ist der Lohn, den ich meinen Knechten
gebe.
Dem menschgewordenen Wort will ich einen blutigen Krieg
ankündigen. Wenn Er auch Gott ist, so wird Er doch auch
Mensch sein, also von einer niedereren Natur als ich. Ich will
meinen Thron und meine Würde über die Seinige erheben,
durch meine Macht und Arglist Ihn überwinden und stürzen.
Die Frau, die Seine Mutter wird, soll unter meinen Händen
vergehen. Denn was sollte für meine Macht und Größe eine
einzige Frau bedeuten? Ihr Dämonen aber, die ihr mit mir ver-
gewaltigt worden seid, folgt mir nach und gehorcht mir jetzt in
der Rache, wie ihr mir damals im Ungehorsam gefolgt seid.
Heuchelt Liebe zu den Menschen und richtet sie dadurch
zugrunde. Dienet ihnen betrüglich, um sie zu stürzen. Macht
sie schlecht und zieht sie zu mir hinab in die Hölle.“
Keine menschliche Zunge vermag den Grimm und die Bosheit
dieser ersten höllischen Ratsversammlung gegen das Men-
schengeschlecht zu schildern, das noch gar nicht erschaffen
war.
Damals wurden alle Laster und Sünden der Welt ausgedacht.
Von dorther entspringen alle Lügen, Irrtümer und Glaubens-
spaltungen. Alle Ungerechtigkeit hat in dieser chaotischen
Versammlung ihren Ursprung. Alle die Bosheit verüben, die-
nen dem Fürsten der Hölle.
21. Der Fall von Adam und Eva im Paradies.
Der glückliche Gnadenstand des ersten Elternpaares dauerte
nur kurze Zeit, weil bald der Neid der Schlange gegen sie er-
wachte. Sie hatte immer mit Spannung auf die Erschaffung der
ersten Menschen gelauert. Luzifer sah die Entstehung aller üb-
rigen Geschöpfe. Die Erschaffung Adams aber sowie die Ges-
taltung Evas aus seiner Rippe wollte ihm Gott nicht offenba-
ren. Dies alles blieb ihm verborgen, bis beide beisammen wa-
ren.
Als nun Luzifer die alle anderen Geschöpfe überragende wun-
derbare Gestaltung der menschlichen Natur sowie die leibliche
und seelische Schönheit Adams und Evas erblickte und die vä-
terliche Liebe erkannte, mit der der Herr sie ansah und zu Her-
ren der ganzen Schöpfung machte und ihnen die Hoffnung auf
das ewige Leben verlieh, entflammte sein Zorn mehr denn je.
Unbeschreiblich ist der Grimm, in dem die stolze Schlange sich
wand und ihren Neid anfeuerte, um Adam und Eva wie ein
reißender Löwe ums Leben zu bringen. Er hätte es getan, wenn
eine höhere Macht ihn nicht gehindert hätte. Er überlegte, wie
er beide der Gnade Gottes berauben und sie gegen den Aller-
höchsten aufwiegeln könne.
22. Luzifer betrog sich selbst.
Der Herr hatte ihm gleich im Anfang geoffenbart, dass das
Göttliche Wort im reinsten Schoße Mariä Mensch werde, aber
wann und wie verbarg Er ihm wie die Erschaffung Adams und
die Bildung Evas. Luzifer sollte sofort seine Unwissenheit be-
züglich des Geheimnisses und der Zeit der Menschwerdung
empfinden. Da seine Wut und Wachsamkeit vorzüglich auf
Christus und Maria gerichtet waren, mutmaßte er, Adam sei
aus Eva geboren, sie sei seine Mutter, und Adam könnte das
fleischgewordene Wort sein. Diese Ansicht verstärkte sich, als
er jene göttliche Kraft verspürte, die ihn zurückhielt, sie zu tö-
ten. Seine Mutmaßung verlor sich nach und nach, als er Adam
und Eva über das Gebot sprechen hörte, das Gott ihnen gege-
ben hatte. Er fing an ihre Gespräche zu belauschen und ihre
Anlagen auszuspähen.
Er umschlich sie wie ein hungriger Löwe, um durch ihre Nei-
gungen, die er in ihnen erkannte, in sie einzudringen. Bevor er
alles ausgekundschaftet hatte, schwankte er ständig zwischen
dem Zorn gegen Christus und Maria und der Sorge, von ihnen
überwunden zu werden. Am meisten jedoch fürchtete er die
Schande, von der Himmelskönigin besiegt zu werden, da sie ja
nur ein Geschöpf war und nicht Gott.
23. An das Gebot anknüpfend,
das Gott Adam und Eva gegeben hatte, bewaffnete sich Luzifer
mit einer verführerischen Lüge und begann, mit aller Gewalt
sich dem Willen Gottes zu widersetzen. Nicht den Mann, son-
dern die Frau fiel er zuerst an, weil er erkannte, dass sie zarter
und schwächer von Natur sei. Auch hatte er dabei die Gewiss-
heit, dass er nicht Christus angreife. Dazu kam, dass er wieder
in größten Zorn geriet wegen des Zeichens, das er im Himmel
gesehen hatte, als Gott ihm im Hinblick auf diese Frau drohte.
Dies alles brachte ihn heftiger gegen Eva auf als gegen Adam.
Bevor er sich ihr zeigte, erdreistete er sich, ihr allerlei unge-
ordnete Gedanken und lebhafte Vorstellungen einzuflößen,
um sie so einigermaßen verwirrt und unvorbereitet zu finden.
Ich will jetzt nur sagen, dass der Satan Eva gewaltig, ja un-
menschlich versuchte. Es genügt hier zu wissen, was die Hei-
lige Schrift darüber berichtet, dass nämlich Luzifer in Gestalt
einer Schlange mit Eva geredet hat. Sie hörte auf das Gespräch,
was sie nicht hätte tun sollen, denn durch das Anhören und
Antworten kam sie dazu, dem Satan zu glauben und das Ge-
bot zu übertreten. Darauf überredete sie auch ihren Mann, der
zu seinem und aller Menschen Unheil auch das Gebot übertrat.
Dadurch verloren sie für sich wie auch für uns den Stand der
Gnade.
24. Als Luzifer den Fall der Stammeltern gewahrte,
und sah, dass die innere Schönheit der Gnade und Gerechtig-
keit der Abscheulichkeit der Sünde gewichen war, frohlockte
und triumphierte er unbeschreiblich vor den höllischen Geis-
tern. Doch sein Jubel verstummte sogleich, als er erkannte,
dass ganz gegen seinen Wunsch und seine Erwartung die gött-
liche Liebe und Barmherzigkeit die beiden Übeltäter be-
gnadigte, ihnen Zeit zur Buße und Hoffnung auf Verzeihung
gewährte, für die sie sich durch wahre Reue empfänglich
machten. Luzifer sah, wie ihnen die Schönheit der Gnade und
die Freundschaft Gottes wieder hergestellt wurde.
Die großen Wirkungen der vollkommenen Reue erschreckten
und verwirrten aufs neue die ganze Hölle. Luzifers Bestürzung
wuchs noch, als er das Urteil Gottes gegen die Schuldigen ver-
nahm, das er sich ganz anders gedacht hatte, besonders aber,
als er aufs neue die Drohung hörte: „Die Frau wird dir den
Kopf zertreten!“
25. Im Augenblick der Menschwerdung
des göttlichen Wortes
hatten Luzifer und alle bösen Geister die Kraft des allmächti-
gen Gottes gespürt, der sie in die tiefsten Höhlen der Hölle
hinabstürzte. Sie lagen dort einige Tage machtlos niedergewor-
fen, bis der Herr in Seiner wunderbaren Vorsehung ihnen er-
laubte, von diesem Schlag, dessen Ursache sie nicht erkannten,
sich zu erheben.
Der große Drache stand nun auf und begab sich auf die Welt,
um überall auf Erden umherzugehen und auszuforschen, ob
sich etwas Neues vorfinde, das Ursache der Wirkung sein
könnte, die er und alle seine Diener an sich erfahren hatten.
Der stolze Fürst der Finsternis wollte diese Untersuchung sei-
nen Genossen nicht allein überlassen. Er selbst kam mit ihnen
herauf, streifte mit höchster Arglist und Bosheit über den gan-
zen Erdkreis und forschte und spähte drei Monate umher.
Dann kehrte er ebenso unwissend, wie er sie verlassen hatte, in
die Hölle zurück.
Er konnte solche göttlichen Geheimnisse nicht verstehen. Seine
Bosheit war ja so schwarz, dass er solche göttlichen Früchte
nicht genießen, noch den Schöpfer dafür verherrlichen und
preisen konnte wie wir, denen die Erlösung gilt.
Der Feind Gottes wusste in seiner Verwirrung nicht, wem er
sein neues Missgeschick zuschreiben sollte. Darum berief er
alle höllischen Banden zur Beratung zusammen, ohne auch nur
einen einzigen bösen Geist auszunehmen. Er ließ sich auf ei-
nem erhöhten Platz nieder und hielt folgende Rede: „Ihr wisst,
meine Untertanen, mit welcher Sorgfalt ich, seitdem Gott uns
aus seinem Hause verstoßen und unsere Macht gebrochen hat,
auf Rache gesonnen und an der Zerstörung seiner Macht gear-
beitet habe. Freilich kann ich Ihn nicht selbst erreichen.
Aber bei den Menschen, die Er liebt, habe ich weder Zeit noch
Gelegenheit verloren, sie meiner Herrschaft zu unterwerfen. So
habe ich durch meine Stärke mein Reich bevölkert. Zahlreich
sind die Völker und Nationen, die mir folgen und gehor-
chen.
Jeden Tag gewinne ich unzählige neue Seelen und bringe sie
ab von der Erkenntnis und dem Dienste Gottes, damit sie nicht
einst genießen, was wir verloren haben. Ich will sie in diese
ewigen Qualen stürzen, die wir erleiden, da sie meinen Lehren
und meinen Fußstapfen gefolgt sind.
An ihnen werde ich den Zorn auslassen, den ich gegen ihren
Schöpfer hege. Doch dies alles halte ich für gering, und ich bin
immer in Schrecken wegen des ungewöhnlichen Ereignisses,
das wir erlebten. Eine solche überwältigende und zermal-
mende Stärke erfuhren wir noch nie, seitdem wir vom Himmel
gefallen sind. Ich erkenne, dass eure und meine Macht gewal-
tig erschüttert ist, und es bemächtigt sich meiner eine große
Furcht, dass unsere Herrschaft zerstört sein möchte. Wir brau-
chen jetzt außerordentliche Wachsamkeit. Ich bin voll Wut,
und der Zorn meiner Rache ist nicht befriedigt. Ich durchzog
den ganzen Erdkreis, beobachtete sorgfältig alle seine Bewoh-
ner, und doch habe ich nichts Außergewöhnliches gefunden.
26. Alle tugendhaften und vollkommenen Frauen
habe ich genau verfolgt, um unsere Feindin
(Maria) zu finden,
die wir im Himmel kennen gelernt haben. Keine Anzeichen
künden mir, dass sie geboren ist. Keine von allen Frauen hat
jene Eigenschaften, die die Mutter des Messias nach meinem
Urteil haben müsste. Ein Mädchen, das ich wegen seiner hohen
Tugenden fürchtete und im Tempel verfolgte, ist bereits ver-
heiratet. Sie kann also die Gesuchte nicht sein, denn Isaias hat
gesagt, dass sie Jungfrau sein werde. Trotzdem fürchte und
hasse ich sie.
Da sie tugendhaft ist, könnte von ihr die Mutter des Messias
oder ein großer Prophet geboren werden. Bis jetzt konnte ich
sie noch nie überwinden, und ich verstehe von ihrem Leben
weniger als von dem der andern. Sie hat mir immer unüber-
windlichen Widerstand geleistet. Sie schwindet mir leicht aus
dem Gedächtnis, und wenn ich mich ihrer erinnere, so kann
ich ihr nicht recht nahe kommen. Ich weiß nicht, ob diese Ver-
gesslichkeit geheimnisvoll ist, oder ob sie von der Verachtung
kommt, die ich gegen ein armseliges Weib hege. Ich werde
darüber nachdenken.
In diesen Tagen hat sie mir zweimal Befehle erteilt. Wir konn-
ten der Gewalt der Hoheit nicht widerstehen, mit der sie uns
aus jenen von uns besessenen Personen vertrieb. Das ist aller
Beachtung wert, und wegen eines solchen Auftretens gegen
mich verdient sie meinen Zorn. Ich beschließe also, sie zu ver-
folgen und zu unterwerfen. Ihr werdet mich mit allen euren
Kräften und eurer ganzen Verschlagenheit unterstützen. Wer
sich in diesem Kampf auszeichnet, wird von meiner großen
Macht bedeutende Belohnung erhalten.“
Die aufmerksamen höllischen Rotten lobten und billigten Luzi-
fers Pläne. Sie sagten, er möge nicht fürchten, dass seine Tri-
umphe durch jenes Weib zerstört oder vermindert würden, da
seine Macht so groß und ihm beinahe die ganze Welt un-
terworfen sei.
27. Sie überlegten, wie sie die heiligste
Jungfrau verfolgen könnten,
die sie als eine Frau von ausgezeichneter Tugend und Heilig-
keit, nicht aber als die Mutter des menschgewordenen Wortes
erkannten. Dann folgte für Maria ein langer Kampf mit Luzifer
und seinen Dienern der Bosheit. Sie sollte oft dem höllischen
Drachen den Kopf zertreten.
Gott kann Satan immer bezwingen und niederhalten, allein Er
ordnet alles in einer Weise, die Seiner unendlichen Güte am
besten entspricht. Darum verbarg der Herr diesen Feinden die
Würde Mariä, die wunderbare Art ihrer Mutterschaft und ihre
jungfräuliche Unversehrtheit, vor und nach der Geburt des
göttlichen Kindes. Auch erkannten die bösen Geister die Gott-
heit Christi vor Seinem Tod nicht mit zweifelloser Sicherheit.
Erst von da an verstanden sie viele Geheimnisse der Erlösung,
über die sie sich getäuscht und geirrt hatten. Sie verstanden nie
das Geheimnis der Demut des Erlöses. Ihr aufgeblasener Stolz
verblendete sie.
28. Luzifer will das Erlösungswerk verhindern.
Seit der Menschwerdung des göttlichen Wortes konnte Luzifer
seine tyrannische Herrschaft auf der Welt nicht mehr so unge-
stört ausüben wie in den früheren Jahrhunderten. Schon in der
Stunde der Verkündigung fühlte dieser stark Bewaffnete eine
andere stärkere Macht, die ihn überwältigte und nieder-
schmetterte. Dasselbe widerfuhr ihm, als das Jesuskind und
seine Mutter in Ägypten einzogen. Noch bei vielen anderen
Gelegenheiten war der höllische Drache von Maria durch ü-
bernatürliche Macht überwunden worden.
Nun begannen die ungewöhnlichen Werke Jesu. Das alles zu-
sammen flößte der alten Schlange unsägliche Angst und Be-
sorgnis ein, es möchte sich eine andere große Macht auf Erden
befinden.
Doch das Geheimnis der Erlösung war dem in seiner Wut ver-
blendeten Luzifer so verborgen, dass er die Wahrheit nicht
entdecken konnte, obschon er seit seinem Sturz vom Himmel
immer in Unruhe und auf der Lauer gewesen war, um auszu-
forschen, wann und wie das ewige Wort Fleisch annehmen
würde. Dieses Wunderwerk flößte seinem Stolz am meisten
Furcht ein. Darum hatte er so oft Ratsversammlungen gehal-
ten. Bestürzt über das, was ihm und seinen Dienern von Seiten
Jesu und Mariä begegnet war, dachte er nach, mit welcher
Macht diese ihn zurückgeworfen und überwältigt hatten. Er
vermochte das Geheimnis nicht zu ergründen.
Er beschloss, seine höchsten, in Bosheit und Arglist am meisten
hervorragenden Diener der Finsternis zu Rate zu ziehen und
ließ ein ganz furchtbares Gebrüll in der Hölle vernehmen. -
Das Zeichen, wodurch die bösen Geister sich gegenseitig ver-
ständlich machen. - Nachdem sie alle versammelt waren,
sprach er: „Meine Diener und Gefährten, die ihr allzeit meiner
gerechten Partei gefolgt seid, ihr wisset wohl, dass wir in dem
ersten Stande, in dem der Schöpfer aller Dinge uns versetzte,
Ihn als den Urheber unseres Daseins anerkannten und ehrten.
Da Er aber mit Hintansetzung unserer gottähnlichen Schönheit
und Erhabenheit uns das Gebot gab, die Person des Wortes in
der menschlichen Gestalt, die es annehmen wollte, anzubeten
und ihr zu dienen, haben wir uns Seinem Willen widersetzt.
29. Ich wusste, dass diese Ehre
Ihm als Gott gebühre.
Da Er aber zugleich Mensch sein sollte, also von einer gerin-
gen, tief unter uns stehenden Natur, so konnte ich es nicht er-
tragen, Ihm unterworfen zu sein, da mir verweigert wurde,
was Gott für diesen Menschen tun wollte. Und nicht nur die-
sen Menschen anzubeten hat uns Gott geboten, sondern auch
ein Weib als Herrin anzuerkennen, das ein bloß irdisches Ge-
schöpf und Seine Mutter sein sollte. Diese so beleidigende Zu-
rücksetzung haben wir alle tief empfunden. Wir haben uns
widersetzt und diesem Befehle widerstanden. Dafür wurden
wir mit dem unglücklichen Zustand und den Qualen gestraft,
die wir jetzt tragen. Wir kennen diese Wahrheiten und beken-
nen sie hier unter uns mit Beben.
Doch vor den Menschen dürfen wir das nicht tun, dies ver-
biete ich euch, damit sie nicht unsere Unwissenheit und
Schwäche erfahren.“
„Wenn aber jener Gottmensch und Seine Mutter uns verderben
sollen, so wird Ihre Ankunft in der Welt unsere größte Qual
und unser größtes Unglück sein.
Darum muss ich all meine Macht aufbieten, sie zu vernichten,
müsste dabei auch die ganze Welt zugrunde gehen. Ihr kennt
die bisherige Unüberwindlichkeit meiner Macht. Ein so großer
Teil der Welt gehorcht mir und ist meinem arglistigen Willen
unterworfen. Doch seit einigen Jahren seid ihr bei vielen Gele-
genheiten überwunden worden und sind eure Kräfte ge-
schwächt.
Ich selbst verspürte eine höhere Macht, die mich bindet. Schon
einige Male habe ich mit euch die ganze Welt durchstreift, um
zu sehen, ob in ihr etwas Neues zu finden sei, dem unsere
Niederlage zuzuschreiben wäre, oder ob etwa der verheißene
Messias gekommen sei.
Wir haben Ihn auf der ganzen Erde nicht gefunden und ent-
deckten nicht einmal sichere Zeichen Seiner Ankunft, nämlich
die Pracht und das Aufsehen, mit denen Er unter den Men-
schen auftreten wird. Trotzdem fürchte ich, die Zeit könnte
nahe sein, dass Er vom Himmel auf die Erde kommen wird.
Wir wollen Ihn samt dem Weibe, dass Er zu Seiner Mutter er-
wählen wird, mit großer Wut vernichten. Wer darin mehr leis-
tet, dem werde ich zum Dank größere Belohnungen erteilen.
Bis jetzt finde ich an allen Menschen Sünden und Wirkungen
der Sünde. Nirgends entdecke ich die Majestät und Größe, in
der sich der menschgewordene Gott den Menschen offenbaren
wird, um sie zu bewegen, Ihn anzubeten und Ihm Opfer dar-
zubringen. An diesem unfehlbaren Zeichen werden wir Ihn
erkennen, aber auch an Seiner Sündenlosigkeit.“
30. „Meine Verwirrung ist jetzt zu groß,“
fuhr Luzifer fort. „Wenn das ewige Wort noch nicht in die
Welt gekommen ist, so weiß ich die Ursache der außerordent-
lichen Dinge, die wir erfahren, nicht zu finden. Ich kenne die
Kraft nicht, die uns niederschmettert. Wer hat uns aus Ägyp-
ten verjagt? Wer hat die Tempel und Götzenbilder dieses Lan-
des umgestürzt, in denen wir von allen Bewohnern angebetet
wurden? Wer überwältigt uns jetzt in Galiläa und in der Um-
gegend und hindert uns, manche Sterbende ins Verderben zu
bringen? Wer bewirkt, dass sich so viele von ihren Sünden und
unserer Herrschaft losmachen, und dass andere tugendhafter
werden und vom Reiche Gottes sprechen?
Geht es so fort, so kann durch diese unbekannte Macht großes
Verderben über uns kommen. Wir müssen dem vorbeugen
und aufs neue nachforschen, ob es in der Welt einen großen
Propheten oder Heiligen gibt, der uns zu vernichten beginnt.
Ich entdecke keinen, dem solche Kraft zuzuschreiben wäre.
31. Nur gegen jenes Weib (Maria), unsere Feindin,
trage ich tödlichen Hass,
besonders seit wir sie im Tempel und später in ihrem Haus zu
Nazareth verfolgt haben. Immer wurden wir von der sie
schützenden Kraft besiegt und niedergeschmettert. Unserer
Bosheit überlegen, hat sie uns unüberwindlichen Widerstand
geleistet. Nie gelang es mir, ihr Inneres zu durchschauen oder
ihrer Person etwas anzutun. Sie hat einen Sohn (Jesus). Als
dessen Vater starb (Josef), stand sie mit ihm dem Sterbenden
bei. Wir alle aber konnten ihnen nicht nahen.
Es sind arme, verachtete Leute, sie ist ein unbekanntes, schwa-
ches Weiblein. Doch steht es zweifellos fest, dass Sohn und
Mutter gerecht sind. Ich wollte sie immer zu den gewöhnli-
chen Lastern der Menschen verleiten, allein ich konnte bei Ih-
nen nie die geringste ungeordnete Regung hervorrufen. Ich
sehe wohl, dass der allmächtige Gott mir den Stand dieser bei-
den Seelen verbirgt. Dem liegt sicher irgendein Geheimnis ge-
gen uns zu Grunde.
Wenn aber dieser Mensch auch nicht der Messias ist, so sind
Mutter und Sohn jedenfalls Gerechte und unsere Feinde. Das
ist Grund genug, sie zu verfolgen und alles aufzubieten, um
sie zu Fall zu bringen und zu entdeck

von 27.04.2013 21:50

Aus allem, und wie immer ihr es könnt,

sucht ein Opfer der Sühne zu machen für die Sünden,

durch die Er beleidigt wird,

und ein Opfer der Bitte für die Bekehrung der Sünder.

(Der Engel von Fatima zu den Hirtenkindern, 1916)




Liebe Newsletter-Empfänger, Ende April 2013



Herzlich danke ich für die rege Teilnahme am „Fest der göttlichen Barmherzigkeit“ sowie für die vielen Zeichen der Unterstützung und des gemeinsamen Gebetes. Die eindrucksvolle Feier am „Weißen Sonntag“ hat vielen von neuem die Schönheit der Alten Liturgie vor Augen geführt. Beten wir weiterhin darum, dass sich viele Herzen öffnen können – für die Barmherzigkeit Gottes und für die Schönheit des Alten Ritus.

Schon jetzt darf ich – neben der nächsten Sonntagsmesse am Pfingstsonntag, 19.05. (17 Uhr Nieder-Ramstadt) und neben der Feier von „pro Immaculata“ (03.05., 17.00 Uhr Ober-Ramstadt) auf die Nachprimiz eines Mitbruders im Alten Ritus hinweisen, die er – so Gott will – am Sonntag, 29.09., um 17 Uhr in Nieder-Ramstadt feiern wird. An diesem Festtag wird vorher um 15 Uhr ein Vortrag stattfinden und auch die Gelegenheit zum Kennenlernen geboten. Es ist wichtig, dass wir uns stärker vernetzen, Adressen austauschen und so unser Anliegen wirksamer vertreten.

In einem lesenswerten Beitrag für die Zeitschrift „Dominus vobiscum“ vom April 2013 fragt Andreas Wollbold, Professor für Pastoraltheologie in München, warum sich die Liturgiereform (die in vielem ja weit über die Konzilstexte hinausging) „so erfolgreich durchgesetzt“ hat, so dass auch „nach ‚summorum Pontificum‘ die heiligen Messen an den traditionellen Messorten nicht überfüllt sind“. Außerdem – so Wollbold weiter – hätten auch nach der Freigabe der der alten Liturgie „nicht scharenweise Diözesan- und Ordenspriester mit ihrer Zelebration begonnen.“ Tatsächlich wundert man sich zuweilen, dass die offensichtlichen Defizite des Neuen Ritus quer durch alle ideologischen Lager längst sichtbar geworden, der Alte Ritus jedoch von den allerwenigsten als ernstzunehmende „Arznei“ erkannt wird.

Wollbold Ausführungen sind aufschlussreich, sodass ich sie jedem Freund der Alten Liturgie nur wärmstens empfehlen kann (zumal der Autor einer der wenigen Priester ist, die es trotz ihrer Wertschätzung für die „Alte Messe“ zum ordentlichen Theologieprofessor gebracht haben). Eine der Antworten Wollbolds möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Er schreibt: „Spätestens in den 1950er Jahren sind dem Leben vieler Pfarreien die geistlichen Voraussetzungen abhanden gekommen, die die alte Liturgie tragen. Wie anders kann man es erklären, dass persönliches Gebet, Andacht und Versenkung in ihr geradezu verpönt waren, dagegen Mittun und Mitsingen regelrecht zum Kirchengebot erhoben wurden?
M.E. ist hier einer der wundesten Punkte des gegenwärtigen liturgischen Betriebs angesprochen: Die Unfähigkeit des Menschen, sich im Schweigen und in der Anbetung dem Geheimnis Gottes zu nähern, ist einer der Hauptursachen, warum viele mit der Alten Liturgie „nichts anfangen“ (wie es heute so schön heißt) können. Deshalb ist der Weg einer erneuten Hinführung zum alten Ritus nur über eine geistliche Neuausrichtung der Pfarrgemeinden zu haben: „So wie die neue Liturgie unbeabsichtigt zum Symbol einer neuen, verweltlichten Gläubigkeit geworden ist, so könnte die alte Liturgie zum Inbegriff der Neuevangelisierung werden. Denn radikal stellt sie Gott in den Mittelpunkt und wehrt so der Gottesvergessenheit (….) Nur mit innerlich erneuerten Gläubigen kann die alte Liturgie einen verweltlichten Geist herausfordern“ (Wollbold).
Dass hier noch ein Weg voller Opfer, Leid und Gebet vor uns liegt, weiß jeder, der sich hinsichtlich des Zustands unserer Kirche keinen Illusionen hingibt. Auch wenn es nach Auffassung eines maßgeblichen Vertreters des deutschen Katholizismus seit Papst Franziskus angeblich „wieder interessant ist, katholisch zu sein“ (während es unter seinem Vorgänger – so muss man schlussfolgern – offenbar nicht war), so darf man doch bezweifeln, dass allein ein neues Gesicht an der Spitze unserer Kirche die tiefe geistliche Krise überwinden wird. Hat nicht gerade das letzte Pontifikat die Macht- und Wehrlosigkeit des Pontifex unter den gegenwärtigen Strukturen eindrucksvoll unter Beweis gestellt?
Jeder Einzelne ist gefragt: Buße, Gebet und die Bereitschaft, insbesondere für die Anliegen einer wirklichen „Reform“ die entsprechenden Opfer zu bringen – nicht zuletzt auch die Bereitschaft, den zu erwartenden Schmähungen gelassen zu begegnen.
Im Oktober dieses Jahres werden wir mit 50 Betern nach Fatima aufbrechen – darunter nicht wenige, die zum Kreis um „pro Immaculata“ gehören. Besonders der nun beginnende Marienmonat Mai richtet unseren Blick auf die Erscheinungen aus dem Jahre 1917 und das in wenigen Jahren anstehende wichtige Jubiläum – nicht ohne daran zu erinnern, dass die Botschaften und Prophezeiungen der Gottesmutter noch lange nicht ausgeschöpft, ihre Forderungen noch längst nicht erfüllt sind.

Es grüßt und segnet Sie in Vorfreude auf weitere Begegnungen – schriftlich oder persönlich,

Ihr in Christo und Maria ergebener

Hendrick Jolie, Pfarrer

von 27.04.2013 12:49

OSTERZEIT
4. WOCHE - SAMSTAG

28

HOFFNUNG

Irdische Erwartungen und übernatürliche Hoffnung.
Vermessenheit, Verzweiflung, geistliche Trägheit.
Maria, Gestalt der Hoffnung.


I. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.1 Wir wollen diesem tröstlichen Wort aus dem heutigen Evangelium ein anderes Herrenwort, das wir heute im Kommunionvers beten, hinzufügen: Vater, ich will, daß alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir seien, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen.2 Jesus macht uns auf das Ziel unseres Lebens, auf die beseligende Gemeinschaft mit Gott, aufmerksam.

Jesus Christus, unser Mittler, wird uns gemäß seiner Verheißung alles gewähren, um was wir in seinem Namen bitten. Was aber heißt »in seinem Namen« Es heißt, ihn anzunehmen, im Glauben festzuhalten, daß er der Auferstandene ist und der Barmherzige. Und es heißt auch, alles, worum wir bitten, dem eigentlichen und letzten Ziel unseres Lebens zu unterstellen: dem Heil. Wir hoffen auf das Heil, auf das»ewige Leben in Gott.

Der Bauer beim Säen, der Seemann beim Antritt einer Seefahrt, der Händler bei seinen Geschäften, sie alle hoffen: auf reiche Ernte, auf glückliche Ankunft, auf erfolgreichen Abschluß. Es sind menschliche Erwartungen, die nur uneigentlich wiedergeben, was christliches Hoffen ist.

Die christliche Hoffnung ist wesenhaft übernatürlich. Sie übersteigt den natürlich-menschlichen Wunsch, Glück zu haben oder glücklich zu sein, ja, sie überragt sogar das natürlich begründete Vertrauen auf einen Gott, der irgendwie das Schicksal der Menschen lenkt. Die übernatürliche Tugend der Hoffnung erstrebt das ewige Leben, die seligmachende Teilhabe am Leben Gottes, ihn zu sehen, von Angesicht zu Angesicht. Gott selbst ist es, der uns die Sehnsucht einpflanzt und uns die Mittel gibt, damit sie sich dereinst ganz erfüllen kann. Freilich, diese Mittel können wir auch verschmähen. Der Hauptgrund unserer Hoffnung ist: Gott der Barmherzige und allgewaltig Liebende reicht uns gleichsam seine helfende, stützende Hand. Wir ergreifen sie in Liebe und Dankbarkeit.

Der heilige Bonaventura sagt in einer Adventspredigt, »die Bewegung der Hoffnung gleicht dem Flug des Vogels, der, um zu fliegen, seine Flügel so weit wie möglich ausspannt und alle seine Kräfte für das Bewegen der Flügel verwendet, gleichsam sich selber ganz zur Bewegung macht und damit Höhe erreicht - eben fliegt. Hoffnung ist Fliegen. Hoffnung erfordert von uns einen radikalen Einsatz; sie verlangt von uns, daß all unsere Glieder Bewegung werden, um abzuheben von der Schwerkraft der Erde, um aufzusteigen zur wahren Höhe unseres Seins, zu den Verheißungen Gottes.«3

Der Hoffende weiß, daß Gott niemals Unmögliches verlangt, daß er aber gebietet, das zu tun, was uns möglich ist, und das zu erbitten, was nicht in unserer Macht liegt. Mit Worten des Konzils von Trient: »Alle sollen ihre feste Hoffnung ganz und gar auf Gottes Hilfe setzen. Denn wenn sie nicht selbst seine Gnade vernachlässigen, dann wird Gott das gute Werk vollenden, wie er es begonnen hat (vgl. Phil 1,6), da er nicht nur das Wollen, sondern auch das Vollenden wirkt (Phil 2,13).«4

Darauf gründet unsere Hoffnung: der Herr wird uns nicht verlassen, wenn wir ihn nicht verlassen; er wird uns die notwendigen Mittel geben, damit wir in jeder Situation, zu jeder Zeit, an jedem Ort ihm nahe bleiben; er wird uns gern erhören, wenn wir ihn demütig anflehen. Er wird uns also alles Nötige geben, damit wir uns dort heiligen können, wo wir sind: in den alltäglichen Beschäftigungen, in den verschiedensten Umständen unseres Lebens. Je größer die Hindernisse, um so mächtiger wird seine Gnade sein, je geringer unsere Kraft, um so stärker seine Hilfe.

II. Die christliche Hoffnung »ruft den Einsatz all unserer Kräfte für die vollständige Öffnung unseres Seins hervor, für die Entfaltung all seiner Möglichkeiten«5. Sie ist aktiv, aber meidet die Vermessenheit, und da der Hoffende zutiefst davon durchdrungen ist, daß er ein Empfangender ist, kann ihm die Verzweiflung nichts anhaben, jene Haltung, die den Weg zu Christus bewußt nicht beschreiten will, weil sie an die Wirksamkeit der Erlösung für sich nicht glaubt.

Vermessenheit und Verzweiflung sind Formen einer Vorwegnahme, die »den Weg-Charakter des menschlichen Daseins im status viatoris zerstören. Beide heben das echte Werden auf. Das >Noch nicht< wird wirklichkeitswidrig umgedeutet entweder in das >Nicht< oder in das >Schon< der Erfüllung. In der Verzweiflung wie in der Vermessenheit erstarrt und gefriert das eigentlich Menschliche, das die Hoffnung allein in strömender Gelöstheit zu bewahren vermag.«6

Die Vermessenheit verfälscht »die übernatürliche Hoffnung, indem sie verkennt und nicht anerkennt, daß das irdische Dasein des status viatoris im präzisen und eigentlichen Sinn der >Weg< zur endgültigen Erfüllung ist; indem sie das Ewige Leben als etwas >im Grunde< schon Erreichtes, als etwas >im Prinzip< bereits Gegebenes ansieht.«7 Der Vermessene verläßt sich auf die eigene Kraft und vergißt am Ende ganz die Notwendigkeit der Hilfe Gottes. Er meint, gleichsam einen Rechtsanspruch auf die Gaben des barmherzigen Gottes zu besitzen, unabhängig davon, ob er sich ihnen öffnet oder nicht. Er hofft auf Vergebung ohne Reue, auf Hilfe ohne Gebet, auf ewiges Leben ohne Kampf.

Die Verzweiflung wurzelt in einer inneren Trägheit, die in der klassischen Theologie acedia genannt wird. Als Traurigkeit der Welt, die nach Paulus den Tod wirkt8, »will sie sich das Große nicht zumuten, das der Natur des Christen gemäß ist. Sie ist eine Art von angsthaftem Schwindelgefühl, das den Menschen befällt, wenn er der Höhe inne wird, zu der ihn Gott erhoben hat. (...) Sie will die übernatürlichen Güter nicht annehmen, weil sie ihrem Wesen nach verbunden sind mit einem Anspruch an den Empfänger.«9

Das geistliche Leben erschlafft so, und Gott gerät mehr und mehr aus dem Blickfeld. Solche Unterbewertung des geistlichen Lebens kann mit einer zunehmenden Anhänglichkeit an irdische Güter einhergehen. In dem Maße, in dem das Interesse an ihnen zunimmt und ausschließlich wird, verliert die Hoffnung ihre tragende Kraft, da sie ja gerade alles Irdische transzendiert.

Demgegenüber steht die Haltung dessen, der weiß, was absolut gilt. Er kann gelassen bleiben: Er »handelt mit Entschiedenheit, aber er hat den Lauf der Dinge, der sein Handeln ermöglicht, und damit auch sein mögliches Scheitern akzeptiert; denn er weiß, daß der Sinn nicht erst durch ihn und sein Handeln in die Welt kommt.«10 In Gelassenheit ist er fähig, den inneren Kampf immer wieder von neuem zu beginnen und jedesmal neu zu konkretisieren: im geistlichen Gespräch, in der täglichen Gewissenserforschung, im demütigen Anerkennen eines Versagens, in der dankbaren Annahme einer neuen Gnade.

III. Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht.11 Gott vergißt sein Volk nicht - aber sein Volk »findet sein Erwähltsein zu anstrengend, dieses ständige Gehenmüssen mit Gott. Man will lieber nach Ägypten, in die Normalität zurückkehren und sein wie alle anderen. Diese Rebellion der menschlichen Trägheit gegen die Größe der Erwählung ist ein Bild des Aufstands gegen Gott, der in der Geschichte immer wiederkehrt und unsere Epoche in besonderer Weise prägt. (...) Auch die Kirche kann der metaphysischen Trägheit - der acedia - verfallen, ein Übermaß an äußerer Aktivität kann der klägliche Versuch sein, den innersten Kleinmut und die Trägheit des Herzens zu verkleistern, die aus Glaubensarmut, aus Mangel an Hoffnung und an Liebe zu Gott und zu seinem Abbild, dem Menschen, hervorkommt.«12

Im Alten Bund erheben sich die Patriarchen und Propheten gegen Hoffnungslosigkeit und Resignation, gegen Traurigkeit, Verbitterung und Ermattung. Sie verkünden einen Gott, der sein Volk »wie auf Adlerflügeln« trägt. Er ist »kein Gott, der in seliger Ruhe unberührt über den Geschicken der Menschen und dem Lauf der Geschichte thront. Er ist ein lebendiger Gott, der das Elend der Menschen sieht und ihr Schreien hört. Er ist ein Gott, der sich für das Leben einsetzt, ein Gott, der befreit und herausführt, ein Gott, der in die Geschichte eingreift und eine neue Geschichte eröffnet. Er ist ein Gott der Hoffnung.«13

Diese Hoffnung der Patriarchen und Propheten auf Erfüllung der Verheißung findet im Herzen vieler frommen Israeliten Echo. Einige stehen an der Schwelle des Neuen Bundes oder treten in ihn ein: Johannes der Täufer, Simeon, Hanna, und vor allem Josef und Maria. Maria ist sich im Magnificat »bewußt, daß sich an ihr die Verheißung erfüllt, die an die Väter und vor allem an Abraham und seine Nachkommen auf ewig ergangen ist; daß also auf sie als die Mutter Christi der gesamte Heilsplan hingeordnet ist, in dem sich von Geschlecht zu Geschlecht derjenige offenbart, der als Gott des Bundes an sein Erbarmen denkt.«14

Maria hat Schritt für Schritt den Grund ihrer - unserer - Hoffnung erkannt: Vor der Verkündigung des Engels aus der Hoffnung Israels lebend und um die Erfüllung der Verheißung bittend; dann, nachdem sie sich ihrer Berufung bewußt geworden ist, dankbar als bevorzugte Trägerin der Hoffnung; und dann im kargen Stall von Betlehem, auf dem Weg nach Ägypten, während der stillen Jahre in Nazaret, in der Zeit des öffentlichen Wirkens ihres Sohnes und schließlich in der Dunkelheit von Golgota. Maria ist das lebendige Symbol für die Vollendung des Alten Bundes und den Beginn des Neuen. Sie wird zur betenden Mitte aller Hoffenden, als die Apostel nach der Himmelfahrt um sie versammelt sind und dann die Zeit der Kirche anbricht. Sie »leuchtet (...) hier auf Erden in der Zwischenzeit bis zur Ankunft des Tages des Herrn (vgl. 2 Petr 3,10) als Zeichen der sicheren Hoffnung und des Trostes dem wandernden Gottesvolk voran.«15

Frömmigkeit und Tradition preisen in Maria den Morgenstern, der die Sonne der Gerechtigkeit ankündigt, und den Leitstern im Leben des Christen. Wir schließen unsere Zeit des Gebetes mit Worten eines großen Mystikers, des heiligen Bernhard von Clairvaux, der im liebenden Überschwang Maria preist: »Wenn du erfährst, daß dieses Erdenleben mehr ein Dahintreiben in Wellen, Wind und Wetter ist als ein Dahinschreiten auf festem Land: wende deine Augen nicht ab vom Licht dieses Sternes, damit du nicht untergehst in den Stürmen. Wenn die Sturmwinde der Versuchungen daherbrausen, wenn du zwischen die Klippen der Drangsale verschlagen wirst, blick auf zum Stern, ruf zu Maria! Wenn dich emporschleudern Wogen des Stolzes, des Ehrgeizes, der Verleumdung, der Eifersucht - blick auf zum Stern, ruf zu Maria! Wenn Zorn, Habsucht oder die Begierde des Fleisches deine Seele erschüttern - blick auf zu Maria! Wenn dich die Last der Sünden drückt und die Schmach des Gewissens beschämt, wenn dich die Strenge des Gerichtes schreckt, wenn du drohst von abgrundtiefer Traurigkeit und Verzweiflung verschlungen zu werden - denk an Maria!«16

1 Joh 14,14. - 2 Joh 17,14. - 3 vgl. J.Kard.Ratzinger, Auf Christus schauen, Freiburg 1989, S.66. - 4 Konzil von Trient, Dekret über die Rechtfertigung, Kap.13. - 5 J.Kard.Ratzinger, a.a.O., S.67. - 6 J.Pieper, Lieben, Hoffen, Glauben, München 1986 S.221. - 7 ebd., S.236. - 8 vgl. 2 Kor 7,10. - 9 J.Pieper, a.a.O., S.228-229. - 10 R.Spaemann, Moralische Grundbegriffe, München 1983, S.107. - 11 Jes 49,15. - 12 J.Kard.Ratzinger, a.a.O., S.75-77. - 13 Katholischer Erwachsenen-Katechismus, Bonn 1985, S.61. - 14 Johannes Paul II., Enz. Redemptoris Mater, 25.3.1987, 36. - 15 II.Vat.Konzil, Konst. Lumen gentium, 68. - 16 Bernhard von Clairvaux, Homilie De Laudibus Virginis Matris, 2,17.

von esther10 27.04.2013 00:36

27 April 2013, 15:00 Gott wartet in Liebe auf sie

Ein Interview mit Alan Ames: Gott öffnet ihnen Sein Herz und lädt alle ein, zu kommen und in Seiner Liebe zu ruhen, in Seiner Liebe geheilt und gestärkt zu werden.




Perth (kath.net) „Ich war traurig, doch mir wurde klar, dass der Heilige Geist ihn leitete, diesen Schritt zu tun, und dass es Gottes Wille war“, antwortete Alan Ames (siehe Foto) auf die Frage der 21-jährigen Maria aus Süddeutschland, wie er auf den Rücktritt von Papst Benedikt reagiert habe. „In Papst Franziskus scheint nun ein anderer Aspekt der Liebe Gottes auf. Das Wunderbare, das Gott durch Seine Päpste tut, ist, dass Er in jedem von ihnen einen anderen Weg aufzeigt, wie man in Seiner Liebe leben kann.“

Alan Ames (*1953), der seit seiner tiefen mystischen Gotteserfahrung und Umkehr im Jahr 1992 Gebetstage in aller Welt hält, spricht in dem Interview auch über seine Reisen, die Angriffe gegen die Kirche, wie etwa jüngst gegen den Brüsseler Erzbischof, die Kirche in den deutschsprachigen Ländern und warum die Beichte oft abgelehnt wird.

Der Engländer Alan Ames gehört zu den bekanntesten katholischen Referenten im englischsprachigen Raum und kommt seit dem Jahr 2000 auch regelmäßig in die deutschsprachigen Länder. Diese Art der Neuevangelisierung wird von Gott gesegnet durch zahlreiche Heilungen und Bekehrungen. Alle Gebetstage finden mit Erlaubnis seines Heimatbischofs Barry Hickey von Perth, Australien, und nach den Regeln statt, die dieser dafür erlassen hat.


Sie reisen seit Jahren um die Welt und teilen Ihre Erfahrungen mit anderen. War es leicht für Sie, hinauszugehen, darüber zu sprechen und die weiten Reisen zu unternehmen?

Alan Ames: Bevor Gott in mein Leben trat, hatte ich nie das Verlangen, Vorträge vor vielen Menschen zu halten. Als der Herr mich darum bat, war ich mir nicht sicher, ob ich es tun könnte. Jesus, Mein Herr, sagte mir jedoch, Er werde mir all die Worte, Gnaden und Gaben schenken, die ich brauchte, um Seine Arbeit zu tun. Ich vertraue Ihm vollkommen, und so ging ich hinaus, obwohl ich nervös dabei war und immer noch bin! Er hat mich nie im Stich gelassen und hat mir alles, was nötig ist, geschenkt, so wie Er es versprochen hatte. Leider habe ich Ihn manchmal im Stich gelassen.

Viele Menschen haben eine Gotteserfahrung, sprechen aber nicht öffentlich davon. Sie halten Vorträge darüber in vielen Ländern. Warum?

Weil Gott mich darum gebeten hat. Von Anfang an sagte Er, dass das, was Er gibt, mit anderen geteilt werden soll und dass ich hinausgehen und Seine Liebe mit allen teilen solle. Weil ich Ihn liebe, tue ich das.

Menschen aus aller Welt erfuhren eine Heilung während Ihrer Gebetstage. Was sind die intensivsten oder berührendsten Erlebnisse, die Sie auf solchen Reisen hatten?

Am berührendsten ist für mich, Menschen zu sehen, die Gottes Liebe nicht kannten und jetzt von ihr berührt wurden, von Freude erfüllt sind und Ihn in den Sakramenten kennen lernen.

Wie bereiten Sie sich auf Ihre Vorträge vor?

Ich bereite mich vor durch das Gebet und in der Hl. Messe vor den Vorträgen. In der Eucharistie erfüllt mich Gott mit sich selbst und mit allem, was ich brauche, um Seinen Willen zu tun. Es kam schon vor, dass es mir (physisch) nicht gut ging, und ich fragte mich, wie ich den Vortrag halten und für die Menschen beten sollte. Jesus, mein Herr, stärkt mich, während Er mich in der Eucharistie mit Seiner göttlichen Gegenwart erfüllt. Obwohl ich mich innerlich immer noch krank und schwach fühle, spüre ich Seine Kraft in mir, und das trägt mich und gibt mir die Kraft zum Weitermachen.

Was erwartet die Menschen, die zu Ihren Gebetstagen kommen?

Der Vater und Jesus und der Heilige Geist erwarten sie… Gott wartet in Liebe auf sie. Er öffnet ihnen Sein Herz und lädt alle ein, zu kommen und in Seiner Liebe zu ruhen, in Seiner Liebe geheilt und gestärkt zu werden.

Durch Ihre Vorträge haben Sie das Leben vieler Menschen verändert. Wie hat sich Ihr eigenes Leben geändert?

Ich verändere niemanden, Gott verändert! Er hat mein Leben verändert – es war ein Leben in Finsternis und Sünde, und jetzt ist es ein Leben, in dem ich versuche, im Licht Seiner Liebe zu leben und alle Sünden – auch die kleinsten – zu meiden. Leider versage ich so oft, wenn die Finsternis der Sünde in mein Leben kommt durch meine Ungeduld, durch Frustrationen oder schlechte Gedanken, die mir manchmal kommen. Doch dann gießt Gott in diesem wundervollen Sakrament der Beichte Gnade in mein Herz, wenn Er mir vergibt und mir hilft, das schwere Kreuz meines Stolzes zu tragen.

Haben Sie ein Lieblingsgebet?

Ja, die Eucharistie!

Als Papst Benedikt ankündigte, dass er zurücktreten werde – was war Ihre Reaktion darauf?

Ich war traurig, doch mir wurde klar, dass der Heilige Geist ihn leitete, diesen Schritt zu tun, und dass es Gottes Wille war. In Papst Franziskus scheint nun ein anderer Aspekt der Liebe Gottes auf. Das Wunderbare, das Gott durch Seine Päpste tut, ist, dass Er in jedem von ihnen einen anderen Weg aufzeigt, wie man in Seiner Liebe leben kann.

Welchen Eindruck haben Sie von der Kirche in den deutschsprachigen Ländern?

Deutschland hat seine Probleme, so wie viele Länder, aber auch seinen Segen – die wundervollen Priester und Ordensleute … und die Schar der Gläubigen. Zwar gibt es viele, die sich von der Kirche abwenden, doch es gibt auch diejenigen, die am katholischen Glauben festhalten, und durch sie wird Gott andere segnen und sie zurück in Seine Liebe ziehen. Vielleicht scheint es manchmal, wie wenn dies unmöglich wäre oder dass sich nichts tut, doch glauben Sie mir: Durch die Ausdauer der Gläubigen berührt Gott die Herzen und Seelen, und es wird eine reiche Ernte geben. Wir müssen Gott nur vertrauen und Ausdauer zeigen darin, Ihn im katholischen Glauben zu lieben – dem wahren Glauben und der wahren Liebe Gottes.

Die Kirche ist immer angegriffen worden. Heute scheinen die Angriffe noch intensiver zu werden. Warum?

Wenn wir einen Blick in die Geschichte werfen, werden wir feststellen, dass es schon schlimmere Zeiten für die Kirche gegeben hat. Seien wir nicht so besorgt wegen der Angriffe! Wir sollten mit Angriffen rechnen und darauf antworten, indem wir das Böse „angreifen“ mit unserer Gottesliebe, mit Sanftmut, mit Mitgefühl, mit Taten der Barmherzigkeit, mit Gebet, mit den Sakramenten – mit unserem Glauben!

Der Erzbischof von Brüssel ist ein gutes Vorbild dafür. Mit einem erstaunlichen Ausdruck der Sanftmut reagierte Erzbischof André-Joseph Léonard, Oberhaupt der katholischen Kirche in Belgien, auf einen gemeinen Angriff. Er blieb ruhig sitzen, die Augen geschlossen im Gebet, während er am Dienstag, dem 23. April 2013, von vier barbusigen Aktivistinnen angegriffen wurde. Sie schrien, fluchten und bespritzten ihn mit Wasser. Wir alle sollten uns verhalten wie er!

Gerade jungen Menschen fällt es schwer, nicht der Manipulation durch die Massenmedien zu verfallen. Welchen Rat haben Sie für die jungen Leute, die nach dem wahren Sinn ihres Lebens suchen?

Sie sollten den Heiligen Geist jeden Tag in ihr Leben einladen. Er ist es, der uns den wahren Sinn des Lebens erschließen, den wahren Weg aufzeigen und die Kraft dafür schenken wird. Aber er muss jeden Tag eingeladen werden, in unser Leben zu kommen.

In Ihren Vorträgen sprechen Sie von der Bedeutung und Wichtigkeit der Beichte. Warum wird dieses Sakrament in unserer Zeit so abgelehnt?

Weil wir alle sündigen… Das mag manche überraschen, doch jeder von uns sündigt! Die Sünde ist ein Hindernis zwischen uns und Gott und hält Gottes Gnade davon ab, uns zu erfüllen. Wenn wir also ganz offen für Gott sein wollen, müssen wir unsere Sünden beichten und die Hindernisse dadurch entfernen lassen.

In dem Sakrament leitet uns der Heilige Geist außerdem an, unsere Sünden zu sehen und zu erkennen, wie wir wirklich sind. Wenn wir dann akzeptieren, was uns aufgezeigt wird, und um die Gnade bitten, ein besserer Mensch zu werden, wird der Heilige Geist uns diese Gnade schenken. Die Sünde ist auch eine offene Tür für den Bösen, durch die er in eine Seele eindringen kann. Im Sakrament der Beichte verschließt Gott diese Tür und öffnet eine (andere) Tür für Seine Gnade.

Der Grund, warum die Beichte abgelehnt wird, liegt darin, dass der Böse sich unseren Stolz zunutze machte und manche von uns davon überzeugte, dass die Sünde gar keine Sünde sei oder dass wir die Vergebung Gottes gar nicht brauchen. Denn einige Menschen wollen gar nicht sehen, wie sie wirklich leben, und daher schauen sie weg, wollen die Wahrheiten des Lebens nicht sehen und akzeptieren den Betrug des Bösen.

Wieder andere meinen, es reiche, sich bei Gott ganz privat im persönlichen Gebet zu entschuldigen, ohne zur Beichte zu gehen. Auch hier wirkt der Böse auf unseren Stolz ein, um die Menschen davon abzuhalten, dass sie nicht gehen und die Gnade nicht empfangen, die ihnen durch den Priester in der Beichte angeboten wird. Diese Menschen lehnen die Gnade ab, die der Herr Jesus durch die Apostel geschenkt hat. Das ist genau das, was der Böse will.

Es ist auch weniger peinlich, weil sie vor niemand anders zugeben müssen, wie schwach sie sind. Der Wurzel für dieses Gefühl der Peinlichkeit ist der Stolz. Es gibt eine lange Liste von Ausreden, die die Menschen vorbringen, doch es gibt keinen Grund, der wirklich zählt.

Wie wichtig ist unsere Beziehung zu den Heiligen – neben unserer Beziehung zu Gott?

Die Heiligen zeigen uns, dass wir trotz unserer menschlichen Schwächen durch Gottes Gnade heilig sein können, wenn wir uns nach Kräften darum bemühen. Sie haben uns ein Vorbild vor Augen gestellt, dem wir folgen dürfen, und sie zeigten uns auf viele verschiedene Arten, dass wir so leben können, wie der Herr Jesus es von uns wünscht.

Ihr bekanntestes Buch ist “Durch die Augen Jesu”. Warum sind die Menschen so fasziniert davon – Menschen aus aller Herren Länder, Menschen unterschiedlichster Herkunft?

Der Grund liegt in der Liebe, die der Herr Jesus in diesem Buch enthüllt… Seine Liebe zu allen Menschen. In den Aposteln sehen wir die Schwächen, die wir haben, und wir sehen, wie alle (außer einem) diese Schwächen in Christus überwanden, und wie auch wir sie überwinden können. Eine weitere wundervolle Gnade ist, dass der Herr Seine menschliche Natur zeigte und wie Er unsere Gefühle teilt. Ich kann Gott nicht genug danken für dieses Buch. Es hat durch Seine Gnade das Leben vieler Menschen verändert.

Wie schreiben Sie Ihre Bücher?

Normalerweise schreibe ich von Hand in dem Moment, in dem sie mir gegeben werden. Auf diese Weise kann es keine Änderungen geben, und wenn mein Seelenführer sie sieht, weiß er, dass sie unverändert sind.

Zum Abschluss eine Frage zum “Jahr des Glaubens”. Wozu sind wir Katholiken nach Ihrer Ansicht vor allem aufgerufen?

Hinauszugehen und die Liebe Gottes mit anderen zu teilen! So viele Menschen kennen Seine Liebe noch nicht, und alle sollten sie kennen lernen! Wenn wir Seine Liebe auf sanfte, gütige, mitfühlende Art mit anderen teilen, können wir sie dazu führen, Ihn kennen und lieben zu lernen und die Erfüllung ihres Lebens in Ihm zu finden.

Danke für das Interview!

Alan Ames wird vom 11. – 23. Mai Vorträge in der Schweiz und Deutschland halten, Infos darüber finden Sie auf: www.alanames.org/de

von 26.04.2013 10:42

OSTERZEIT
4. WOCHE - FREITAG

27

WIE DAS EVANGELIUM LESEN?

Das Evangelium: Begegnung mit dem geoffenbarten Mysterium Gottes.
Das Leben Christi im Kopf und im Herzen tragen.
Sich ins Evangelium hineinversetzen, den Heiligen Geist wirken lassen.


I. Wir nennen die Überlieferung dessen, was sich mit der Menschwerdung des Sohnes Gottes unter uns ereignet und erfüllt hat1, Evangelium, Frohe Botschaft. Nach dem Sinn unseres Lebens fragend, finden wir dort die sichere Antwort, denn sie kommt von dem, der der Weg, die Wahrheit und das Leben2 ist. Das Evangelium als »Hauptzeugnis für Leben und Lehre des fleischgewordenen Wortes, unseres Erlösers«3, gibt uns nicht lediglich historische Auskunft, sondern bedeutet - mit Worten des heiligen Paulus4 - die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, (die) alles übertrifft. Der in ihm begründete christliche Glaube ist »= 3, gibt uns nicht lediglich historische Auskunft, sondern bedeutet - mit Worten des heiligen Paulus - die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, (die) alles übertrifft4. Der in ihm begründete christliche Glaube ist nicht etwa eine Weltanschauung mit religiösem Hintergrund, auch nicht ein religiöses oder theologisches Lehrsystem oder Moralgesetz, sondern es ist Mysterium im paulinischen Sinn, das heißt eine Offenbarung Gottes an die Menschheit durch gottmenschliche Taten, voll Leben und Kraft.«5

Deshalb reichen weder ein allgemeines Bescheidwissen als Bestandteil menschlicher Allgemeinbildung noch auch eine tiefergehende Kenntnis durch bloßes Nachdenken aus. »Das Leben Jesu muß sich in unserem eigenen Leben wiederholen, indem wir Christus kennenlernen: durch Lesen und immer wieder Lesen, durch Meditieren und immer wieder Meditieren der Heiligen Schrift.«6 Nötig ist eine Kenntnis, die wir engagiert nennen könnten, weil es ihr um das Ganze des Lebens geht: »Es genügt nicht, ein allgemeines Bild von Christus zu haben, wir müssen vielmehr aus seiner Haltung und seinen Reaktionen lernen. Und vor allem müssen wir seinen Erdenwandel betrachten und seinen Spuren nachgehen, um Kraft, Licht, Gelassenheit und Frieden daraus zu schöpfen.

Wenn man einen Menschen liebt, möchte man alles, selbst die kleinsten Details über ihn wissen, um sich mit ihm identifizieren zu können. Darum müssen wir die Lebensgeschichte Jesu betrachten, von der Geburt in einer Krippe bis zu seinem Tod und seiner Auferstehung.«7

In den vier Evangelien verdichtet sich die gesamte Heilige Schrift, denn alles im Alten Testament war auf ihn - auf Christus - hingeordnet, und alle anderen Bücher im Neuen Testament gehen von ihm - von Christus - aus. Besonders von den Evangelien gilt, was in der Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils über die göttliche Offenbarung steht: »In den Heiligen Büchern kommt ja der Vater, der im Himmel ist, seinen Kindern in Liebe entgegen und nimmt mit ihnen das Gespräch auf«8 Die Lektüre des Evangeliums, die »Seelenspeise und reiner, unversiegelter Quell des geistlichen Lebens«9 ist, soll deshalb eine liebende, betende Lektüre sein, wie es einem Werk entspricht, dessen Urheber Gott ist.

Das betende Betrachten des Evangeliums erfordert Glauben, denn da spricht die reine Wahrheit zu uns, und Ehrfurcht, denn es ist Gottes Wort, sowie ein Gespür für das Heilige, denn es sind Worte des Heils. Unter dem Beistand des Heiligen Geistes hat die Kirche den Schatz des Lebens Christi auf Erden unversehrt durch die Jahrhunderte weitergegeben, damit wir darin den Weg zur Heiligkeit finden. In dem Maße, in dem der Wunsch nach Gemeinschaft mit Gott in uns wächst, erschließt sich uns das Evangelium. Fragen wir uns also: Sind wir bestrebt, Tag für Tag tiefer in das Geheimnis der Menschwerdung unseres Herrn einzudringen? Bitten wir den Heiligen Geist vor der Lektüre des heiligen Buches um das Feuer seiner Liebe?

II. Lieben kann man nur, was man gut kennt. Deshalb ist es nötig, das Leben Christi »ganz im Kopf und im Herzen zu tragen, damit wir es in jedem Augenblick ohne Hilfe eines Buches mit geschlossenen Augen vor unserem inneren Blick wie einen Film vorbeiziehen lassen können. Die Worte und Taten des Herrn werden uns auf diese Weise in den verschiedenen Situationen unseres Lebens begleiten.

So werden wir sein Leben mitleben. Denn es geht nicht nur darum, an Jesus zu denken, uns diese oder jene Szene zu vergegenwärtigen. Wir müssen uns vielmehr in sie hineinversetzen, und als Teilnehmer des Geschehens werden wir dann Christus so nahe folgen wie Maria, seine Mutter, wie die ersten Zwölf, wie die frommen Frauen und die Menge, die ihn umdrängte. Wenn wir so handeln und Christus keine Hindernisse in den Weg legen, werden uns seine Worte bis ins Innerste durchdringen und umwandeln.«10

Wir schlagen das Evangelium mit dem Wunsch auf, Christus sehr aufmerksam, wie seine Jünger damals, zu betrachten: wie er in dieser oder jener Situation reagierte, warum er mit diesem Menschen so und mit jenem anderen anders sprach, wie er sich der Bedürftigen und Notleidenden erbarmte, wie er sich nach langer Wanderung müde fühlte und unter Freunden Erholung suchte, wie er den Glauben einfacher Menschen pries, wie er geduldig die Schwerfälligkeiten seiner Jünger ertrug. Und immer wieder werden wir beobachten, wie er tagsüber und nächtelang das Gespräch mit dem Vater sucht, dankend, vertrauend, bittend. Wir lernen so den Umgang mit Gott und mit den Menschen und entdecken in den Bildern des Evangeliums uns selbst: als Arbeiter im Weinberg und als Knechte auf dem Acker des Herrn, als Hirten, Bauern und Stadtmenschen, denn das alles sind wir in den Gleichnissen. Wir lernen Umgang mit der Schönheit der Natur, den Vögeln am Himmel und den Blumen auf dem Feld, mit den Dingen des Alltags, mit Arbeit, mit Leid. Vor allem aber lernen wir beten. Deswegen ermahnt das Zweite Vatikanische Konzil alle an Christus Glaubenden, »besonders eindringlich, durch das häufige Lesen der Heiligen Schrift sich das >alles übertreffende Wissen Jesu Christi< (Phil 3,8) anzueignen. >Die Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kennen< (Hieronymus). Sie sollen deshalb gern an den heiligen Text selbst herantreten, einmal in der mit göttlichen Worten gesättigten heiligen Liturgie, dann in frommer Lesung.«11

»Laß uns aus deiner Kraft leben und unter deinem beständigen Schutz geborgen sein«12, erbitten wir heute vom Herrn im Tagesgebet der heiligen Messe. So schwer ist das nicht: »Ich habe dir geraten, jeden Tag einige Minuten im Neuen Testament zu lesen und dich, gleichsam selbst beteiligt, in jede der einzelnen Szenen hineinzuversetzen. Auf diese Weise kannst du das Evangelium in deinem Leben sozusagen >Fleisch und Blut< werden lassen, kannst es erfüllen und auch andere dahin bringen, es zu erfüllen.«13

III. Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; in dieser Endzeit hat er zu uns gesprochen durch den Sohn.14 Seitdem der Sohn gesprochen hat, steht jede Stunde der Menschheitsgeschichte im Zeichen der Endzeit, der Vollendung - auch jede Stunde meines Lebens. Das ist der Kern der Frohen Botschaft. Das Wort des Sohnes bleibt Stunde für Stunde brandaktuell: lebendig (...) kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert.15 Es gilt allgemein, ohne deshalb abstrakt zu sein, denn es richtet sich an jeden einzelnen: es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenk und Mark.16 Es offenbart uns als wahres Licht, das jeden Menschen erleuchtet17, Sinn und Wert unseres Lebens und richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens18.

Manchmal werden wir uns in einer der Gestalten des Evangeliums wiederfinden, im verlorenen Sohn, der traurig-froh zum Vater heimkehrt, oder im verirrten Schaf, dem die Sorge des Hirten gilt. Manchmal wird uns ein Wort oder eine Begebenheit besonders ansprechen, die uns dann zu einem den Tag prägenden Stoßgebet des Dankes, der Bitte oder der Reue inspirieren. Vor allem aber liefert das Evangelium den Stoff für unsere festen Gebetszeiten, die ja so nötig sind, will man ein kontemplatives Leben mitten in der Welt führen. »Jeder Gläubige kann und muß aus den verschiedenen Formen und dem Reichtum des christlichen Gebetes, wie es die Kirche lehrt, seinen eigenen Weg und seine eigene Gebetsmethode herausfinden; doch fließen alle diese persönlichen Wege am Ende in jenen Weg zum Vater zusammen, als der sich Jesus Christus bezeichnet hat. Beim Suchen nach dem eigenen Weg soll sich der einzelne daher nicht so sehr von seinem persönlichen Geschmack als vielmehr vom Heiligen Geist leiten lassen, der ihn durch Christus zum Vater führt.«19

Die Betrachtung des Evangeliums unseres Herrn führt uns in das Mysterium seines Lebens. Es ist besonders wichtig, sein Leben als Geheimnis der Liebe Gottes zu sehen, reich und nie auszuloten, aber nicht willkürlich interpretierbar: »Die Liebe Gottes, einziger Gegenstand der christlichen Kontemplation, ist eine Wirklichkeit, deren man sich mit keiner Methode oder Technik >bemächtigen< kann; ja, wir müssen den Blick immer auf Jesus Christus gerichtet halten, in dem die göttliche Liebe für uns am Kreuz so weit gegangen ist, daß sie auch die Gottverlassenheit auf sich genommen hat (vgl. Mk 15,34). Wir müssen also Gott die Entscheidung darüber überlassen, wie er uns an seiner Liebe teilhaben lassen will. Wir dürfen aber nie irgendwie versuchen, uns mit dem betrachteten Gegenstand, der freien Liebe Gottes, auf eine Stufe zu stellen; auch dann nicht, wenn uns durch die Barmherzigkeit Gottes des Vaters, durch den in unsere Herzen gesandten Heiligen Geist in Christus aus Gnade ein spürbarer Widerschein dieser göttlichen Liebe geschenkt wird und wir uns von der Wahrheit, Güte und Schönheit des Herrn gleichsam angezogen fühlen.«20

Wir überlassen es Gott, wie er durch die Lektüre des Evangeliums auf unser Leben einwirken will. Aber wir können dieses Wirken vorbereiten und erleichtern, indem wir nach einem besonders passenden Augenblick für die tägliche Lektüre suchen. Die kurze Lektüre bereits am Morgen kann uns eine konkrete, einfache Anregung für den beginnenden Tag mit auf den Weg geben, die so unsere Gottesgegenwart, unseren Umgang mit den Menschen, unsere Arbeit oder unsere Stimmung grundiert. Schritt für Schritt können die Worte des seligen Josemaría Escrivá im »Weg« in uns Gestalt annehmen: »Wären doch dein Verhalten und deine Worte so, daß jeder, der dich sieht oder mit dir spricht, unwillkürlich dächte: Der da beschäftigt sich mit dem Leben Jesu.«21

1 vgl. Lk 1,1. - 2 Joh 14,6. - 3 II.Vat.Konz., Konst. Dei Verbum, 18. - 4 Phil 3,8. - 5 Odo Casel, Das christliche Kultmysterium, Regensburg 1932, S.25. - 6 J.Escrivá, Christus begegnen, 14. - 7 ebd., 107. - 8 II.Vat.Konz., Konst. Dei Verbum, 21. - 9 ebd. - 10 J.Escrivá, Christus begegnen, 107. - 11 II.Vat.Konz., a.a.O., 25. - 12 Tagesgebet. - 13 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.672. - 14 Hebr 1,1. - 15 Hebr 4,12. - 16 ebd. - 17 Joh 1,9. - 18 Hebr 4,12. - 19 Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben an die Bischöfe der katholischen Kirche über einige Aspekte der christlichen Meditation, 15.10.1989, 29. - 20 Kongregation für die Glaubenslehre, a.a.O., 31. - 21 J.Escrivá, Der Weg, Nr.2.

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