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von esther10 16.11.2015 20:21

Kardinal Müller: „Glaube ist ein Weg der Verständigung“


Kardinal Müller

16/11/2015 10:51SHARE:
Vatikan-Kardinal Gerhard Ludwig Müller zeigt sich tief betroffen über die mörderischen Terrorakte in Paris. In dieser Situation sei es wichtig, „dass wir zusammenstehen, dass wir alle Feindschaften gegeneinander, alle Vorurteile überwinden; dass wir verstehen, wir sind Brüder und Schwestern vor Gott." Das sagte der Präfekt der römischen Glaubenskongregation bei einem Festvortrag im österreichischen Zisterzienserstift Heiligenkreuz am Wochenende.

Unterschiede im Glauben müssten dazu führen, „dass wir uns wechselseitig noch mehr verstehen lernen, wechselseitig helfen, dass wir aber als Christen auch besonders diesen Weg der Zuneigung, der Solidarität und der Liebe miteinander gehen". Der christliche Glaube sei ein „Weg der Liebe und der Verständigung, der Überwindung des Leidens und nicht des Zufügens von Leiden anderen Menschen gegenüber".

Das Christentum sei eine Religion der Liebe, und diese Liebe und Versöhnung seien auch die einzige Möglichkeit, Gewalt und Hass in der Welt zu überwinden. Jedwede Vorstellungen von Gewalt im Namen Gottes wies der Kardinal scharf zurück: „In Wirklichkeit ist ja Religion die Verbindung zu Gott, zu Gott, der uns Menschen erschaffen hat, der uns liebt, der uns zu Brüdern und Schwestern macht." Gott sei „absolut dagegen, dass wir Menschen uns gegenseitig umbringen und uns sogar noch auf seinen Namen berufen".

Anlass von Kardinal Müllers Besuch in Heiligenkreuz waren das 40-Jahr-Jubiläum des Priesterseminars Leopoldinum und eine Studienabschlussfeier von 27 Absolventen der Päpstlichen Hochschule Bendikt XVI. Das Seminar hat in den letzten 40 Jahren mehr als 200 Priester hervorgebracht.
(kap 16.11.2015 gs)

von esther10 16.11.2015 20:17

Kardinal Parolin: Auch Vatikan kann Ziel von Terror werden


Kardinal Parolin - AP

16/11/2015 10:49SHARE:
Der Vatikan könnte wegen seiner religiösen Bedeutung durchaus zu einer Zielscheibe für Terroristen werden. Das sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin am Sonntag in einem Interview mit der französischen katholischen Tageszeitung La Croix. Aus diesem Grund würden die Sicherheitsvorkehrungen rund um dem Vatikan verschärft. Der Papst ruft laut Parolin dazu auf, sich von der Angst nicht lähmen zu lassen. Der Kardinalstaatssekretär betonte, dass dies der richtige Moment sei, um eine „Offensive der Barmherzigkeit“ zu starten. Um das „Übel des Terrorismus“ auszulöschen, sollen sich alle religiösen und politischen Verantwortlichen zusammenschließen, so Parolin.

Der Kardinalstaatssekretär erklärte außerdem, was genau Papst Franziskus meint, wenn er von einem Dritten Weltkrieg auf Raten spricht. Das meine einen „nicht erklärten und asymmetrischen“ Krieg, einen Krieg außerhalb des Schlachtfelds, bei dem unschuldige Menschen sterben; einen weltweiten Krieg, bei dem keiner wisse, wo der nächste Angriff passiert. Parolin forderte eine Bündelung aller „spirituellen Ressourcen“ für eine „positive Reaktion auf das Böse“.
(cath.ch 16.11.2015 ma)

von esther10 16.11.2015 20:11

Papst zu Mahlgemeinschaft: Ziehen Sie die Konsequenzen


Der Papst in der lutherischen Kirche Roms - RV

16/11/2015 10:18SHARE:
Auszug aus der Papstansprache in der evangelisch-lutherischen Kirche

Ich kann mich fragen: Aber wir, Lutheraner und Katholiken, auf welcher Seite werden wir (beim Jüngsten Gericht) sein, rechts oder links? Es hat hässliche Zeiten unter uns gegeben, nicht wahr? Denken Sie an unsere gegenseitigen Verfolgungen, obwohl wir doch dieselbe Taufe haben. Denken Sie an so viele lebendig Verbrannte. Wir müssen einander dafür um Verzeihung bitten, für den Skandal der Spaltung... Heute haben wir zusammen gebetet – Beten für die Armen, für die Bedürftigen, uns gegenseitig lieben mit wahrer, brüderlicher Liebe.

„Aber Pater, wir sind verschieden, denn unsere Dogmatik-Bücher sagen das eine und Ihre Dogmatik-Bücher das andere...“ Aber einer der Großen unter Ihnen hat einmal gesagt, das sei die Stunde der versöhnten Verschiedenheit. Bitten wir heute um diese Gnade, die Gnade dieser versöhnten Verschiedenheit im Herrn...

Auszug aus der Antwort des Papstes auf die Frage, wann endlich eucharistische Mahlgemeinschaft unter katholischen und lutherischen Christen möglich sein wird

0:00

Auf die Frage, wie man gemeinsam das Herrenmahl feiern kann, fällt es mir nicht leicht zu antworten... Aber ich glaube, wenn wir gemeinsam das Herrenmahl feiern, erinnern und vergegenwärtigen wir, tun wir dasselbe, was der Herr Jesus getan hat. Das Herrenmahl wird es geben, das Schlussbankett im Neuen Jerusalem wird es geben, aber dies wird das letzte sein. Auf dem Weg dorthin frage ich mich und weiß nicht zu antworten, mache mir Ihre Frage aber zu eigen und frage mich: Ist die gemeinsame Feier des Abendmahls des Herrn das Ende eines Wegs, oder ist es die Wegzehrung für das gemeinsame Vorangehen? Ich überlasse die Frage den Theologen, denen, die das verstehen. Es stimmt, dass die gemeinsame Feier gewissermaßen bedeutet, dass es keine Unterschiede unter uns gebe, dass wir dieselbe Lehre haben..., doch ich frage mich: Aber haben wir denn nicht dieselbe Taufe? Und wenn wir dieselbe Taufe haben, dann müssen wir zusammen gehen! ...

„Das ist mein Leib, das ist mein Blut“, hat der Herr gesagt, „tut dies zu meinem Gedächtnis!“ Und das ist eine Wegzehrung, die uns hilft, weiterzugehen. Ich war einmal sehr befreundet mit einem Bischof der Episkopalkirche – 48 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder. Und er hatte auch diese Unruhe, denn seine Frau und die Kinder waren katholisch. Er begleitete sie sonntags zur Messe und ging dann, um den Gottesdienst mit seiner Gemeinschaft zu feiern. Das war ein Schritt der Teilnahme am Abendmahl des Herrn... Auf Ihre Frage antworte ich nur dies...: Das ist ein Problem, auf das jeder seine Antwort geben muss.

Mir hat mal ein befreundeter Pastor gesagt: „Aber wir glauben, dass der Herr dort anwesend ist.

Er ist anwesend! Und auch ihr glaubt, dass der Herr anwesend ist. Was ist denn der Unterschied?“ – „Nun ja, die Erklärungen, die Interpretationen...“ Das Leben ist größer als die Erklärungen und Interpretationen! Beziehen Sie sich immer auf die Taufe: Ein Glaube, eine Taufe, ein Herr, so sagt uns Paulus, und daraus ziehen Sie dann die Konsequenzen! Ich werde es niemals wagen, eine Erlaubnis zu geben, um das zu tun, denn das ist nicht meine Kompetenz. Ein Glaube, eine Taufe, ein Herr. Sprechen Sie mit dem Herrn, und schreiten Sie voran! Mehr wage ich nicht zu sagen.
(rv 16.11.2015 sk)

von esther10 16.11.2015 20:07

Papstbesuch bei Lutheranern: Mehr möglich als Bedenkenträger meinen


Gastgeschenk: Ein Kelch für die lutherische Gemeinde - ANSA

16/11/2015 09:22SHARE:

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Das Wort „Ökumene“ hat Papst Franziskus gar nicht benutzt, aber dennoch ist ihm ein großer Schritt gelungen. Das sagt der Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde in Rom, Jens-Martin Kruse, nach dem Besuch des Papstes in seiner Kirche an diesem Sonntag. Wir haben mit Kruse direkt nach dem Besuch gesprochen. „Ich glaube, dass wir heute ein schönes und verbindendes Zeichen gesetzt und vielleicht sogar aufgezeigt haben, dass man tatsächlich noch mehr in der Ökumene machen kann, dass der Papst ganz willig und bereit ist und mit großer Offenheit uns gegenüber ein Zeichen gesetzt hat. Das gibt unglaublich Mut und, wie ich hoffe, auch Schwung - auch auf dem Weg Richtung 2017 [Reformations-Gedenken]. Es ist viel mehr möglich, als die Bedenkenträger immer meinen!“

In einer Antwort auf eine ihm gestellte Frage hatte Papst Franziskus gesagt, dass er als Papst nicht einfach erlauben dürfe, dass gemischt-konfessionelle Paare zur Kommunion gehen. Aber dann hatte er auf das Gewissen und das gemeinsame Gebet des Paares verwiesen. Dass ihm diese Frage selber auch ein Anliegen ist, bewies der Papst in seinem Gastgeschenk: einem Kelch, wie die katholische Kirche ihn zur Eucharistie und die lutherische Kirche zum Abendmahl verwendet. „Das ist natürlich ein wirklich spektakuläres Geschenk und eine tolle Geste“, so Pfarrer Kruse. „An der Stelle, wo es eben noch keine Gemeinschaft gibt, das Zeichen zu setzen, dass wir diese Gemeinschaft wollen, dass wir dieses gemeinsame Abendmahl wollen. In diesem Sinn hat der Papst ja auch sehr fein auf die ihm gestellten Fragen nach der Gemeinschaft im heiligen Abendmahl geantwortet. Ich glaube, dass man da heute sehr dankbar sein darf für das Geschenk, das er uns gemacht hat. Das wird uns hier in Rom in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren tragen.“

Bisher waren Papst Franziskus Zeichen in Richtung Ökumene mit der Orthodoxie gelungen und Begegnungen mit evangelikalen Christen, nun ist auch das Kapitel der „klassischen“ Ökumene mit den Kirchen der Reformation geöffnet. Pfarrer Jens-Martin Kruse ist hoffnungsvoll, dass das für seine Gemeinde und seine ganze Kirche noch zu mehr führt. „Wir haben im Kleinen gezeigt, was ökumenisch möglich ist. Und der Papst hat verstanden, auf die Herzlichkeit und Nähe der Gemeinde mit genau dieser Herzlichkeit und Nähe zu antworten, und mit Geschwisterlichkeit. Ich glaube, dass im Kleinen deutlich geworden ist, dass auch im Größeren mehr möglich ist.“

Hintergrund

Papst Franziskus ist bereits der dritte Papst, der die Gemeinde in der Nähe der römischen Villa Borghese besucht hat. 1983 war als erster Papst überhaupt in einer lutherischen Kirche Papst Johannes Paul II. zu Gast, 2010 besuchte dann Benedikt XVI. die Kirche. Die Gemeinde ist evangelisch-lutherisch und vor allem – aber nicht ausschließlich – deutschsprachig, die Pfarrstelle wird immer von Deutschland aus besetzt.
(rv 16.11.2015 ord)

von esther10 16.11.2015 19:34

“Prognose Tod”: Zwei kritische KAO-Filme über Organtransplantationen
Veröffentlicht: 16. November 2015 | Autor: Felizitas Küble

Vor einigen Tagen fand in Frankfurt eine Tagung der DSO (Deutsche Stiftung Organtransplantation) statt, in der es darum ging, die Situation von Angehörigen der “Organspender” zu betrachten. Nicht verwunderlich, kommt die DSO zu einer Einschätzung, die unseren Erfahrungen diametral entgegensteht: Der Opfertod der “Spender” sei ein großer Trost für die Hinterbliebenen. 62f10dc686



In zwei neuen Filmen, gedreht von der renommierten Fernsehjournalistin Silvia Matthies, die sich seit drei Jahrzehnten intensiv mit der Problematik von Hirntod und Organentnahme beschäftigt, werden unsere Erfahrungen ​dargestellt; die Filme sind auf Youtube zu finden:

Erster Film: Tod bei lebendigem Leib – was geschah mit Lorenz Meyer?

https://youtu.be/1kFv2ju8IRU

Welches Trauma eine Organentnahme für die Angehörigen des Spenders bedeuten kann, zeigt der Fall des 15-jährigen Lorenz Meyer. Die Eltern wurden bereits eine Nacht nach der Einlieferung ihres Sohnes in eine Schweizer Klinik mit der Frage nach Organentnahme konfrontiert. In ihrer Verzweiflung stimmten sie trotz aller Vorbehalte der Entnahme der Nieren zu. Ein Schritt, den sie im Nachhinein bitter bereuen sollten.

Erst bestand nur der Verdacht, dass mehr Organe entnommen wurden als zugesagt. Doch dann stellte sich heraus, dass es gravierende Zweifel an der Richtigkeit der Hirntoddiagnostik gibt. Scannen0005

Zweiter Film: Prognose Tod – Wann ist die Frage nach Organen zulässig?

https://youtu.be/d7eAEtEJl30

In vielen Kliniken werden die Angehörigen eines Patienten schon wenige Stunden nach der Einlieferung nach Organentnahme gefragt. Zu diesem Zeitpunkt ist oft noch keine Hirntoddiagnostik durchgeführt worden. Gerechtfertigt wird die Frage nach Organen mit einer aus Sicht der Ärzte aussichtslosen Prognose. Doch ist das Thema Organentnahme zu diesem Zeitpunkt nicht verfrüht?



Welche fatalen Auswirkungen solche voreiligen Prognosen für die Betroffenen, ihre Angehörigen, aber auch für die Kliniken haben können, zeigt der Fall von Thomas Linder.

Wer schützt Patienten, die als potentielle Organspender identifiziert werden, vor falschen Prognosen?

Kontakt: KAO (Kritische Aufklärung über Organtransplantationen), Dr. Martin Stahnke, Nelkenstr. 9 in 47906 Kempen

von esther10 16.11.2015 18:57

Israels Premier Netanyahu fordert weltweiten Kampf gegen den Terror

Veröffentlicht: 16. November 2015 | Autor: Felizitas Küble
Ministerpräsident Benjamin Netanyahu gab am Samstagabend (14. November 2015) folgende Stellungnahme zu den Terroranschlägen in Paris heraus:



„Im Namen des Volkes und der Regierung von Israel möchte ich dem Volk von Frankreich und den Familien derer, die gestern Abend brutal in Paris ermordet wurden, unser tiefstes Mitgefühl aussprechen. Ebenso möchten wir unsere Wünsche für eine schnelle Genesung für die Verwundeten aussprechen. Israel steht in diesem gemeinsamen Kampf gegen den militanten islamistischen Terror mit Frankreich Schulter an Schulter. IMG_1016

Ich habe die israelischen Sicherheits- und Geheimdienstbehörden angewiesen, die entsprechenden französischen Organisationen und die Organisationen aus anderen westeuropäischen Ländern in jederweder Art und Weise zu unterstützen.

Terrorismus richtet sich gezielt und bewusst gegen Zivilisten. Er kann niemals gerechtfertigt werden. Terrorismus muss immer verurteilt werden. Er muss immer bekämpft werden. Unschuldige Menschen in Paris, wie in London, Madrid, Mumbai, Buenos Aires und Jerusalem sind Opfer des militanten islamistischen Terrors und nicht seine Ursache. Wie ich bereits seit vielen Jahren sage, militanter islamistischer Terrorismus greift unsere Gesellschaften an und er will unsere Zivilisation und unsere Werte zerstören.

Ich rufe die gesamte zivilisierte Welt dazu auf, sich zu vereinen, um die Plage des weltweiten Terrorismus zu besiegen. Ein Anschlag auf einen von uns sollte als ein Anschlag auf uns alle gesehen werden. Der gesamte Terrorismus muss verurteilt und gleichwertig mit unerschütterlicher Entschlossenheit bekämpft werden.

Nur mit dieser moralischen Klarheit werden die Kräfte der Zivilisation, die Grausamkeit des Terrorismus besiegen.“

von esther10 16.11.2015 18:55

CDU-Politiker Ismail Tipi: Politik muß Bevölkerung vor Salafisten schützen
Veröffentlicht: 16. November 2015 | Autor: Felizitas Küble


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Nach den Anschlägen in Paris am Freitag steht Frankreich noch immer unter Schock:
„Diese Anschläge in Paris zeigen, wie skrupellos der IS agiert. Diese Serie von gleichzeitigen Attentaten verdeutlicht, zu was diese Extremisten fähig sind. Wir müssen jetzt gemeinsam in Europa Wege finden, gegen den IS vorzugehen. Wir dürfen nicht zulassen, dass sich solche Vorfälle wiederholen“, mahnt der türkisch-stämmige, hessische CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi (siehe Foto).
.
Er fügt hinzu:.„Jahrelang haben wir den Salafisten freien Lauf gelassen und zugesehen, wie sie unsere Gesellschaft unterwandert und Jugendliche radikalisiert haben, um ihre Organisation zu vergrößern. Spätestens jetzt nach diesen furchtbaren Anschlägen müssen wir reagieren und handeln. Unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit konnten sich die Salafisten in Deutschland ausbreiten.
Wir dürfen es nicht dem Zufall überlassen und auf Unachtsamkeit der Salafisten spekulieren, sondern müssen bei jedem Mal, wenn sie versuchen, unsere freiheitlich demokratische Grundordnung zu zerstören, in der Lage sein zu handeln. Deswegen brauchen wir ein allgemeines Betätigungsverbot. Die Politik muss die Salafisten ohne deutsche Staatsbürgerschaft am besten gleich aus Deutschland ausweisen, um die Bevölkerung vor dieser Gefahr zu schützen.“

Quelle: http://www.ismail-tipi.de/inhalte/2/aktu...tzen/index.html

von esther10 16.11.2015 18:46

Der Papst und der Kurie zu Einwanderung und Dialog mit dem Islam zu diskutieren

Die Basilika von St. Peter(© LaPresse)


(© LAPRESSE) DIE BASILIKA VON ST. PETER
Lombardi: normal halbjährlich übergreifende Treffen, Themen auf die Tagesordnung für einige Zeit gab es keine Rede von Reform

IACOPO SCARAMUZZI
VATIKANSTADT

Der Papst und der Vatikan Abteilungsleiter heute mit Migrationsfragen und den Dialog mit dem Islam, stand während einer abteilungsübergreifenden Sitzung ab 09.30 Uhr, im Laufe des Vormittags, in der "Sala Bologna" Apostolischen Palast.

Es war, machte deutlich, zu Beginn des Nachmittags der Direktor des Presseamt ​​des Heiligen Stuhls, ein "normales Treffen als es tut alle sechs Monate." Und "Gebot der Stunde gab es zwei Argumente, für eine lange Zeit", sagte der Jesuit, also lange vor den Anschlägen Dschihadisten vergangenen Freitag in Paris: "Die Migranten, die aktuelle Situation der Migration in Europa, Probleme ' schlug Thema, erst vor einiger Zeit, Kardinal Antonio Maria Veglio, Präsident des Päpstlichen Rates für die Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs, und "den Dialog, insbesondere mit der muslimischen Welt", das Thema auf die Tagesordnung setzen auf Anregung von Kardinal Jean- Louis Tauran, Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog.

Es wurde daher diskutiert Organisation der römischen Kurie, Thema, um vertrauliche Dokumente des Vatikans in zwei Bücher vor kurzem (Vatileaks) und der Mitte des vom Papst gewünscht und von einem Rat von neun Kardinäle Unterstützung Francis hergestellt Reform verbreitet berührt tangential (C9) , dass nach der September-Sitzung, in der sie genehmigt die Gründung einer neuen Gemeinde, die mehrere Päpstliche Räte existieren und ist vorläufig als "Laien und Familienleben" aggregiert, wird wieder auf 12 zu erfüllen 10. Dezember.

von esther10 16.11.2015 18:20

16.11.2015 15:00
„Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“

Das dritte Buch des italienischen Journalisten Gianluigi Nuzzi enthält viele Halbwahrheiten und Unwahrheiten. Von Ulrich Nersinger
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Papst feiert Ostermesse auf dem Petersplatz
Nuzzis Blick auf den Vatikan sucht angebliche Dunkelmänner der Kirche.


Die ersten Zeilen eines Buches sind für den Leser von Bedeutung. Sie entscheiden in der Regel darüber, ob er sich zum Weiterlesen entschließt oder die Lektüre vorzeitig beendet. Und sie verraten etwas über den Charakter eines Buches. Dem Käufer von Gianluigi Nuzzis Elaborat „Alles muss ans Licht. Das geheime Dossier über den Kreuzweg des Papstes“ wird auf der Rückseite des Schutzumschlages großmundig versprochen: „Ein Buch, das jedem die Augen öffnet“. Wer aber nun glaubt, ein hochinformatives Sachbuch erworben zu haben, wird enttäuscht sein – und getäuscht werden.

Der Autor spricht einleitend von einem der „Wundmale des Vatikans“ und widmet sich dem kurzen Pontifikat Papst Johannes Pauls I. (1978). Die Existenz einer mächtigen Freimaurerloge, die eigentlich gar keine war, wird beschworen; hochrangige Würdenträger der Römischen Kurie als deren eingeschworene Mitglieder benannt, das unerwartete Ableben des Papstes mit dessem angeblichen Kampf gegen angebliche Dunkelmänner der Kirche in Verbindung gebracht. Heute ist für so gut wie jedermann geklärt, dass der Tod des Luciani-Papstes ein natürlicher war, bedingt durch dessen schwache Gesundheit, und die damals kursierenden Verschwörungs- und Mordtheorien sich aus einer unglücklichen vatikanischen Informationspolitik ergaben. Doch längst widerlegte alte „Enthüllungen“ scheinen für den Einstieg in neue skandalträchtige „Offenbarungen“ noch immer bestens geeignet zu sein.

Wer als Leser diesen Weg mitbeschreiten will, hat in Gianluigi Nuzzi seinen idealen Cicerone gefunden. Seite für Seite kann er sich dann die Lektüre hindurch auf- und erregen lassen. Der Autor bedient sich in seinen Ausführungen eines Pathos, das einen höchstmoralischen Anspruch des Buches suggerieren soll. Moral ist in dem Buch aber eine äußerst fragwürdige Komponente, folgt doch die spektakuläre „Enthüllung“ vatikanischer Finanzskandale der Maxime: Der Zweck heiligt die Mittel! Vertrauliche Unterlagen des Vatikans – zum Teil mit den eindeutigen Vermerken „Riservato“ und „Sub Secreto Pontificio“ versehen – gerieten durch kriminelle Vorgänge und das Handeln von Dieben in die Hände Nuzzis. Der Papst selber sah sich genötigt, nach dem Angelusgebet vom 8. November ausdrücklich zu betonen, „dass es strafbar ist, solche Dokumente zu stehlen“.

Dass man über die Echtheit der im Buch abgedruckten Unterlagen nicht zu diskutieren braucht, steht außer Frage. Ebenso kann nicht geleugnet werden, dass sich Katholiken um die Finanzen des Heiligen Stuhls ernsthaft Sorgen zu machen haben. In manchen Bereichen der Verwaltung steuert die wirtschaftliche Lage durchaus auf eine katastrophale Entwicklung hin. Korruption ist im Vatikan kein Fremdwort und dort tätige Menschen vermögen durchaus eine beachtliche kriminelle Energie an den Tag zu legen. Benedikt XVI. und Franziskus haben bereits enorme Anstrengungen unternommen, vorhandene Missstände konsequent anzugehen und zu beseitigen. Doch dafür bedarf es Nüchternheit, echter Sachkundigkeit und eines professionellen Vorgehens, fernab einer sensationslüsternen Neugier, einer ideologiegefärbten Motivation und einer besonderen Art von Beschaffungskriminalität.

Außer dem Umstand, dass Nuzzi für sein Buch aus einem Diebstahl Nutzen zieht, gilt es, weiteres Hauptaugenmerk auf die Interpretation der entwendeten Dokumente zu werfen. Sie ist selektiv, aus dem Zusammenhang gerissen, manipulativ – und oft schlicht und einfach falsch. Eine Buchbesprechung kann nicht detailliert auf die gefährliche Mixtur von Wahrheiten, Halbwahrheiten und Unwahrheiten eingehen. Daher heißt es, sich auf einen exemplarischen Blick zum „Skandal“ des Besitzes und der Verwaltung vatikanischer Immobilien zu beschränken, auch dies nur in Fragmenten.

Von „Residenzen“ und „Luxusdomizilien“ ist die Rede. Mangelnde Bescheidenheit wird beklagt, eine Option für die „Kirche der Armen“ vermisst. Besonders die Wohnungen der römischen Purpurträger werden der Beobachtung unterworfen, plakativ deren Quadratmeterzahlen gegen die Ausmaße der päpstlichen Unterkunft im vatikanischen Gästehospiz aufgerechnet. Der Heilige Stuhl gerate damit in Erklärungsnot, heißt es. Erklärung täte daher not. Das tut sie wirklich. Aber anders als sie in dem Buch mit einem ständig sich wiederholenden Pathos der Entrüstung gefordert wird. „Aufklärer“ wie Nuzzi lassen ein Mindestwissen über geschichtliche Hintergründe und römische Gepflogenheiten vermissen – oder sie verschweigen bewusst ihre Kenntnis darüber.

Der Großteil der Kardinalswohnungen in Rom findet sich in historischem Ambiente, in Palästen, die Einrichtungen der Römischen Kurie beherbergen, oder sind sogar in den weiten Fluchten des Apostolischen Palastes gelegen. Ihre Größe und Aufteilung war und ist durch die Geschichte des Kardinalats vorgegeben. Bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts schrieb die damalige Zeremonialkongregation peinlich genau vor, wie die Wohnung eines Purpurträgers auszusehen hatte: So verlangte sie unter anderem das Vorhandenseins eines Eingangssaals, eines Wartezimmers für die Besucher, eine „Sala delle Congregazioni“ (diese war für die Sitzungen der Kongregationen vorgesehen, denen der Kardinal eventuell als Präfekt vorsaß). Die Residenz eines Kardinals in der Ewigen Stadt war und ist nicht nur eine Wohnung, sie ist auch ein Arbeitsplatz und ein Ort der Kommunikation. Hier kommt es oft täglich zu Begegnungen mit einer Vielzahl von Besuchern (Schüler-, Pfarr- und Pilgergruppen) und Delegationen aus den getrennten Schwesterkirchen und nichtchristlichen Religionsgemeinschaften.

Gründe, warum übergroß erscheinende Wohnungen nicht immer in mehrere kleinere aufgeteilt werden können, haben nicht selten ihre Erklärung in den Vorschriften des Denkmalschutzes oder finden sich aufgrund des hohen Alters mancher Palazzi in nur schwer oder gar nicht durchführbaren baulichen Umgestaltungen gelegt. Zudem sei die Frage erlaubt, warum soll man einem verdienstvollen Kardinal im Ruhestand, der längst nicht über die Gelder und Pensionen des heimischen kirchensteuerfinanzierten Klerus verfügt, einen angemessenen Alterssitz zu zahlbaren Konditionen verweigern? Geschickt spielen der Autor und die Schar seiner Helfershelfer – allesamt Personen, die den prolongierten Pauperismus nicht immer zu ihrem eigenen Lebensinhalt gemacht haben – auf der Klaviatur des Neides.

Dass die säkularen Medien Nuzzis Ausführungen begierig aufsaugen und genüsslich verbreiten, verwundert nicht. Bad news are good news, schlechte Nachrichten sind gut fürs Geschäft. Auch nicht, wenn Fernsehanstalten, so wie es der ORF dieser Tage tat, zu Komplizen illegal beschaffter Tonaufnahmen von nicht für die Öffentlichkeit bestimmten Äußerungen des Heiligen Vaters werden. Beschämend und traurig ist es, wenn „Alles muss ans Licht“ auch innerkirchlich Claqueure und unkritische Unterstützer findet. Fassungslos, aber irgendwie nicht überrascht, wird man Zeuge, wie der Wiener Theologieprofessor Paul M. Zulehner die kriminelle Beschaffung der vatikanischen Dokumente vor laufender Kamera gutheißt und lobt.

1965 hatte der deutsche Liedermacher Franz Josef Degenhardt ein Album mit Protestsongs herausgebracht. Das Titellied verstand sich als pointierte Kritik an der damaligen Gesellschaft. Unter neuen Vorzeichen vermag es in unseren Tagen im Umgang mit Gianluigi Nuzzis „Enthüllungsbuch“ eine geeignete Entscheidungshilfe zu sein: „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing nicht ihre Lieder!“

Gianluigi Nuzzi: Alles muss ans Licht. Das geheime Dossier über den Kreuzweg des Papstes. Ecowin Verlag, Salzburg 2015, 384 Seiten, ISBN: 978-3-7110- 085-9, EUR 21,95

von esther10 16.11.2015 18:06

Flüchtlingskrise: EU im Ausnahmezustand - Merkel warnt vor einem Balkankrieg! (3)


Liebe Leser,

die Flüchtlingskrise beschäftigt die europäische und die deutsche Politik. Diese führte bereits zu einer Spaltung der EU. Die meisten Mitgliedstaaten wollen keine oder nur begrenzt Migranten aufnehmen. Einige wenige, wie Deutschland, nehmen fast unbegrenzt Flüchtlinge auf.

Doch die Spaltung der Union ist nur das eine. Die Angst vor einem Krieg geht um!

Warnungen vor militärischen Auseinandersetzungen

So warnte unlängst Bundeskanzlerin Angela Merkel vor militärischen Auseinandersetzungen auf dem Balkan, für den Fall, dass Deutschland die Grenzen schließe. Denn dann wären die Flüchtlinge gezwungen in den Staaten zu verbleiben, durch die die Balkanroute führt. Länder, die die Migranten nicht wollen. Und die Migranten diese Länder nicht.

Schnell könnte eine explosive Stimmung entstehen. Die Lage außer Kontrolle geraten.

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn warnt ebenfalls davor, dass falscher Nationalismus zu einem richtigen Krieg führen könne.

Ernste Lage

Da taucht sie also wieder auf - die hässliche Fratze vom Balkankrieg.

Was glauben Sie? Ist das nur Taktik, um Deutschland weiterhin zu animieren, fast gar als einziges verbliebenes EU-Land weitere Hunderttausende Migranten aufzunehmen?

Oder echte, tatsächliche Angst vor einem neuen Balkankrieg?

Wenn Sie mich fragen - ich glaube es ist beides!

Warnungen ernst nehmen

In diesem Zusammenhang fallen mir die Worte des deutschen Staatsmannes Otto von Bismarck ein, dem wir die Sozialgesetzgebung und damit einem Pfeiler des modernen Sozialstaats verdanken.

Bismarck sagte einmal, dass wenn es jemals einen neuen Krieg in Europa gebe, werde dieser aus "irgendeiner Dummheit" auf dem Balkan herrühren.

Wenn wir die Worte von Merkel und Asselborn sowie die vieler anderer Warner ernst nehmen, dann stehen wir kurz davor.

Der Balkan darf nicht wieder brennen!

Deshalb muss alles getan werden, damit der Balkan nicht wieder brennt! Erst 2014 war der hundertste Jahrestag der Ermordung des österreichischen Erzherzogs Franz Ferdinand in Sarajevo. Das Attentat löste den Ersten Weltkrieg aus.

Nein, ich möchte nicht zu schwarz malen. Die Zeiten haben sich freilich geändert. Demokratisierung, politische Reformen und die Euro-atlantische Vereinigung haben die Balkanregion befriedet. Auch wenn nur Kroatien und Slowenien EU-Mitglieder sind.

Die Angst und das Ungewisse bleiben

Und doch bleibt die Angst. Das Ungewisse. Denn auch in den 1990er-Jahren hätte niemand damit gerechnet, dass Kriege auf dem jugoslawischen Territorium ausbrechen.

Oder wie war es im Oktober 2014, als nach einem Fußballspiel zwischen Serbien und Albanien Demonstrationen zwischen beiden nationalen Gruppen ausbrachen?

Die alten Ressentiments scheinen nicht überwunden. Und das ist tragisch.

Der nationale Geist

Nein, der Ungeist schlummert noch in der Flasche. Er klopft bereits an den Deckel.

Denken Sie nur daran, als Ungarn seine Grenzen dicht machte. Wie sich die politischen Führer auf dem Balkan gegenseitig beleidigten und beschuldigten, für das entstandene Chaos verantwortlich zu sein.

Soldaten an den Grenzen

So sind auch die Experten des Thinktanks des Europäischen Rats für Auslandsbeziehungen erschüttert, wie schnell sich die zwischenstaatlichen Beziehungen auf dem Balkan ändern können. Die alten Feindseligkeiten seien erneut zu Tage getreten.

Regierungen lassen anklingen, wegen der Migranten sogar wieder Soldaten an den Grenzen patrouillieren zu lassen.

Merkels Warnung ernst nehmen

Sind wir also wieder soweit? Vor zwanzig Jahren musste die NATO mit 50.000 Soldaten den Frieden in der Balkanregion durchsetzen.

Die Worte von Bundeskanzlerin Angela Merkel und des luxemburgischen Außenministers Jean Asselborn sollten deshalb ernst genommen werden.

Die Flüchtlingskrise muss gelöst werden.

Jetzt noch schneller, als jemals zuvor!

Herzlichst Ihr
http://www.gevestor.de/expert/guido-gran...vbmxpbmUuZGU%3D
Guido Grandt

von esther10 16.11.2015 16:52

13.11.2015 15:10
Ein Heiliger in unserer Mitte
Vor 35 Jahren, vom 15.–19. November 1980, besuchte Papst Johannes Paul II. die Bundesrepublik Deutschland. Erstaunlich: Seine damaligen Ansprachen nehmen heutige Debatten vorweg – zur Rolle der Kirche in der Gesellschaft, zu Ehe und Familie und nicht zuletzt auch zur Flüchtlingskrise. Von Tobias Klein
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27 Predigten und Ansprachen in fünf deutschen (Erz)diözesen: Der hl. Papst Johannes Paul II. während der Fahrt mit dem Papamobil durch Fulda im Herbst 1980.
Foto: KNA
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Als eine „Pilgerreise“ in ein Land, dessen Geschichte „auf so enge Weise mit der Geschichte des Christentums und der Kirche verbunden ist und zutiefst von der christlichen Tradition geprägt wurde“, bezeichnete der Hl. Papst Johannes Paul II. bei seiner Ankunft am Flughafen Köln-Bonn am 15.11.1980 den ersten Deutschlandbesuch seines Pontifikats. Innerhalb von fünf Tagen besuchte er die Diözesen und Erzdiözesen Köln, Osnabrück, Mainz, Fulda und München-Freising und hielt dabei 27 Predigten und Ansprachen, deren Aussagen heute, 35 Jahre später, nichts an Aktualität verloren haben – eher im Gegenteil.

Ein Leitmotiv der Ansprachen des 2014 heiliggesprochenen Papstes auf dieser Pastoralreise bildete die Konfrontation der Kirche mit einer zunehmend „religiös gleichgültigen Umwelt“: Wenngleich, wie er in einer Rede an den Bundespräsidenten und andere Autoritäten in Bonn am Tag seiner Ankunft betonte, „sogar die neuzeitlichen areligiösen und antireligiösen Ideologien […] noch Zeugnis von der Existenz und dem hohen Wert dessen [geben], was sie mit allen Mitteln zu leugnen und zu zerstören trachten“, sah Johannes Paul II. deutlich, dass es für die Kirche immer schwieriger wird, mit ihrer Botschaft Gehör zu finden. In einer Predigt in Osnabrück am 16. November stellte er die Situation der Diaspora als richtungsweisend für die Zukunft der Kirche heraus – eine Erkenntnis, die erst jüngst auch vom Kölner Erzbischof Kardinal Woelki in die Worte gekleidet wurde: „Die jetzige Gestalt der Kirche bricht weg. Diaspora ist unsere pastorale Realität.“ Johannes Paul II. formulierte es vor 35 Jahren in Osnabrück so: „Die wenigsten von uns können sich für ihre Glaubenspraxis heute noch einfach von einer starken gläubigen Umgebung mittragen lassen. Wir müssen uns [...] bewusst dafür entscheiden, bekennende Christen sein zu wollen und den Mut zu haben, uns von unserer Umgebung [...] zu unterscheiden.“

Im Sinne dieser „Unterscheidung des Christlichen“, wie sie schon Romano Guardini gefordert hatte, rief Johannes Paul II. die Bischöfe, Priester und Laien nachdrücklich dazu auf, den Mut zu haben, den Glauben der Kirche „in aller Eindeutigkeit, unbeirrt um Beifall oder Ablehnung“ zu verkünden: „Nicht wir befördern letztlich Erfolg oder Misserfolg des Evangeliums, sondern Gottes Geist. Die Gläubigen und die Nichtglaubenden haben ein Recht darauf, eindeutig die authentische Botschaft der Kirche zu hören.“ Konflikte seien dabei unvermeidlich: „Das Evangelium gefällt […] den Menschen nicht immer. Und es kann ihnen auch nicht immer gefallen. […] Denn diese göttliche Wahrheit, diese frohe Botschaft, birgt in der Tat eine große innere Spannung in sich. In ihr verdichtet sich der Gegensatz zwischen dem, was von Gott stammt, und dem, was aus der Welt kommt.“ In einer Ansprache an die Deutsche Bischofskonferenz am 18. November in Fulda warnte der Papst vor „einem falschen Pluralismus“: „Manchmal finden sich die Menschen geistig in der Situation eines Warenhauses, in dem alle möglichen Güter angepriesen und zur Selbstbedienung angeboten sind […]. Die äußere Freiheit, das zu denken und zu sagen, was man will, wird mitunter verwechselt mit der inneren Beliebigkeit der Überzeugung; an die Stelle einer klaren Orientierung tritt die Indifferenz gegenüber so vielen Meinungen und Deutungen.“ Die Theologieprofessoren, an die er am selben Tag in Altötting das Wort richtete, ermahnte er: „Der Gläubige hat ein Recht zu wissen, worauf er sich im Glauben verlässt. Die Theologie muss dem Menschen zeigen, wo er einen letzten Halt findet.“

Wie eine vorweggenommene Antwort auf aktuelle Debatten über das Auseinanderdriften von kirchlicher Lehre und Lebenswirklichkeit der Gläubigen mutet es an, wenn der Hl. Papst Johannes Paul II. in seiner Ansprache an die Bischofskonferenz erklärt: „Zwischen den Lebensgewohnheiten einer säkularisierten Gesellschaft und den Forderungen des Evangeliums tut sich eine tiefe Kluft auf. Viele wollen sich am kirchlichen Leben beteiligen, finden aber keinen Zusammenhang mehr zwischen ihrer Lebenswelt und den christlichen Prinzipien. Man glaubt, die Kirche halte nur aus Starrheit an ihren Normen fest, und dies verstoße gegen jene Barmherzigkeit, die uns Jesus im Evangelium vorlebt. Die harten Forderungen Jesu, sein Wort: ,Gehe hin und sündige nicht mehr!‘ werden übersehen. Oft zieht man sich auf das persönliche Gewissen zurück, vergisst aber, dass dieses Gewissen das Auge ist, welches das Licht nicht aus sich selber besitzt, sondern nur, wenn es zur authentischen Quelle des Lichtes hinblickt.“ Aus heutiger Sicht drängt sich hier ein Vergleich mit Äußerungen deutscher Bischöfe im Zusammenhang mit der jüngst zu Ende gegangenen Familiensynode auf: Äußerungen, die ebenfalls vielfach um die Begriffe „Lebenswelt“, „Barmherzigkeit“ und „Gewissen“ kreisten, die Klarheit und Entschiedenheit der Worte Johannes Pauls II. jedoch vermissen ließen. Tatsächlich hatte wenige Wochen vor dem Deutschlandbesuch des Papstes, vom 26.09.–25.10. 1980, ebenfalls eine Bischofssynode zur Lage der christlichen Familie stattgefunden. Auf die Ergebnisse dieser Synode kam Johannes Paul II. in seiner Predigt in Köln am 15.11.1980 zu sprechen und nahm dabei in Teilen bereits sein ein Jahr später veröffentlichtes nachsynodales Schreiben „Familiaris consortio“ vorweg.

So betonte der Papst die Bedeutung der christlichen Familie als „Hauskirche“ sowie den Charakter der Ehe als „Sakrament Jesu Christi“: „Eheliche Liebe und Treue sind umgriffen und getragen von Gottes Liebe und Treue in Jesus Christus.“ Gleichzeitig richtete er seinen Blick auch auf „die Schwierigkeiten, denen das hohe Ideal des christlichen Familienverständnisses und Familienlebens heute ausgesetzt ist“: „Das öffentliche Klima ist nicht immer freundlich gegenüber Ehe und Familie. Und doch erweisen sie sich in unserer anonymen Massenzivilisation als Zufluchtsort auf der Suche nach Geborgenheit und Glück. Ehe und Familie sind [...] Keimzellen zur Erneuerung der Gesellschaft, Kraftquellen, aus denen das Leben menschlicher wird.“ Die „Endgültigkeit der ehelichen Treue, die heute vielen nicht mehr verständlich erscheinen will“, hob der Hl. Johannes Paul II. als „Ausdruck der unbedingten Würde des Menschen“ hervor: „Man kann nicht nur auf Probe lieben, nur auf Probe und Zeit einen Menschen annehmen.“ Zudem betonte er die existenzielle Bedeutung der Institution Familie für Staat und Gesellschaft: Diese leiteten „ihren eigenen Zerfall ein, wenn sie Ehe und Familie nicht mehr wirksam fördern und schützen und andere, nichteheliche Lebensgemeinschaften ihnen gleichstellen“.

Vergleicht man diese Worte des damaligen Papstes mit den vielfach von begrifflicher Unklarheit geprägten Debatten im Umfeld der diesjährigen Familiensynode, dann könnte man den Eindruck gewinnen, die Kirche – insbesondere in Deutschland – habe in den letzten 35 Jahren ihre eigene Lehre vergessen. Insofern stimmt es hoffnungsvoll, dass die deutschsprachige Arbeitsgruppe der Synode festgestellt hat, das nachsynodale Schreiben „Familiaris consortio“ müsse „neu erschlossen“ werden.

Geradezu prophetisch mutet aus heutiger Sicht die am 17.11.1980 in Mainz gehaltene Ansprache Johannes Pauls II. an die Gastarbeiter und Immigranten an. Darin weist der Papst auf Versäumnisse bei der gesellschaftlichen Integration von Arbeitsmigranten hin – „Zu lange haben viele geglaubt, die ausländischen Arbeitnehmer würden nur vorübergehend in die Industriegebiete kommen; ihre Anwesenheit wurde fast ausschließlich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet, als eine Frage des Arbeitsmarktes“ – und sagt sodann „neue Ströme von Flüchtlingen“ voraus: „Ungezählte Menschen fühlen sich politisch verfolgt oder diskriminiert und suchen Asyl, wo sie frei atmen können. Millionen von Menschen blicken heute, zu dieser Stunde, dem Hungertod ins Auge. Diese Lage wird in zunehmendem Maße solche Anstrengungen von den Verantwortlichen erfordern, dass die Grenze des Zumutbaren und des Erreichbaren bald in Sicht kommt. Noch ist es nicht soweit, aber wir müssen uns geistig darauf vorbereiten. Liegt hier nicht eine Herausforderung an die Politiker, die in einer gemeinsamen Anstrengung, über alle Partei- und Länderinteressen hinaus, angegangen werden müsste?“ Angesichts der vielfach hilflos wirkenden Reaktionen der Regierenden auf die derzeitige Flüchtlingswelle hat diese Frage zweifellos etwas Beschämendes. Von drängender Aktualität ist jedoch auch der Aufruf Johannes Pauls II., „jegliche aufkeimende Fremdenfeindlichkeit“ sorgsam zu beachten und „gegen blinde Angstgefühle und instinktive Abwehrreaktionen ein[en] sachgerechte[n] Realismus“ zu setzen. Die Forderung, die politisch Verantwortlichen müssten „mutig genug“ sein, „die Bevölkerung auf eine notwendige Beschränkung der Lebensmöglichkeiten für den Einzelnen vorzubereiten“ – „Auf die Dauer wird sich kein wohlhabendes Land vor dem Ansturm so vieler Menschen, die wenig oder gar nichts zum Leben haben, abriegeln können“ –, fand erst jüngst ein Echo in der Predigt des Essener Bischofs Overbeck zum Caritas-Sonntag am 20.09.2015: „Unser Wohlstand und die Weise, in Frieden zu leben, werden sich ändern. Ich bin mir gewiss: so wie die Flüchtlinge ihre Lebensgewohnheiten ändern müssen, so werden auch wir es tun müssen.“ Diese Predigt rief zum Teil empörte Reaktionen hervor: Es gehe nicht an, von den Einheimischen zu verlangen, sie müssten sich an die Zuwanderer anpassen. Bistumssprecher Ulrich Lota sprach von 1 500 „mehrheitlich kritischen bis hasserfüllten und beleidigenden Reaktionen“.

Nicht zuletzt erteilt die damalige Ansprache des Papstes an die Migranten auch all jenen eine deutliche Absage, die das Schreckgespenst einer „Islamisierung des Abendlandes“ an die Wand malen: An die muslimischen Migranten gewandt, erklärt der Hl. Johannes Paul II.: „Wenn ihr mit aufrichtigen Herzen euren Gottesglauben aus eurer Heimat hierher in ein fremdes Land getragen habt und hier zu Gott als eurem Schöpfer und Herrn betet, dann gehört auch ihr zu der großen Pilgerschar von Menschen, die seit Abraham immer wieder aufgebrochen sind, um den wahren Gott zu suchen und zu finden. Wenn ihr euch auch in der Öffentlichkeit nicht scheut, zu beten, gebt ihr uns Christen dadurch ein Beispiel, das Hochachtung verdient.“ Statt den Islam nur als Bedrohung wahrzunehmen, sollen Christen sich vielmehr von ihm anregen lassen, umso entschiedener ihren eigenen Glauben zu bekennen. Gleichzeitig ermahnt der Papst die Muslime – rund eineinhalb Jahre nach der Islamischen Revolution im Iran und ein knappes Jahr nach dem sowjetischen Einmarsch in Afghanistan – aber auch, ihren Glauben „von keinem menschlichen oder politischen Interesse missbrauchen“ zu lassen.

Im Ganzen gesehen geben die Predigten und Ansprachen dieser 35 Jahre zurückliegenden Pastoralreise beredtes Zeugnis von dem reichen geistigen Vermächtnis dieses großen Papstes, das noch nicht annähernd angemessen gewürdigt worden ist. Gleichzeitig machen sie auch deutlich, dass viele aktuelle Konfliktthemen tatsächlich gar nicht so neu sind: All das, was uns heute solche Kopf- und Bauchschmerzen bereitet, war für scharfe Augen auch 1980 schon sichtbar – in Ansätzen zumindest. So ergibt sich der Eindruck, Staat und Gesellschaft, in besonderem Maße aber die Kirche hätten auf die Herausforderungen der Gegenwart weit besser vorbereitet sein können, wenn sie sich schon vor 35 Jahren die Worte des Papstes stärker zu Herzen genommen hätten. Die Worte eines Heiligen.

von esther10 16.11.2015 16:48

b]13.11.2015 14:50
Merkels Schwäche, Gabriels Chance
Die Kanzlerin gerät in der Flüchtlingskrise auch in der eigenen Partei in die Defensive – Das bringt die SPD auf. Von Martina Fietz
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Angela Merkel kennt Thomas de Maiziere seit Beginn ihrer politischen Laufbahn. In der Flüchtlingskrise wird der Innenminister zum Problem für die Kanzlerin.


Aus der Perspektive der Kanzlerin betrachtet, muss Deutschland zaudernd wirken und inkonsequent. Da hat sie dem Flüchtlingsmädchen Reem im Juli erklärt, dass nicht alle Menschen auf der Flucht in Deutschland Aufnahme finden können, und ihr wurde Kaltherzigkeit nachgesagt. Dann entscheidet sie Anfang September in einer hochbrisanten Lage, dass Flüchtlinge aus Ungarn, die auf der Autobahn unterwegs waren, aufgenommen würden, und das gilt als Signal für einen massiven Zuwanderungsstrom, der sich tatsächlich längst in Bewegung gesetzt hatte. Was Angela Merkel davon hält, ist in einem etwas verschwurbelten Satz zum Ausdruck gebracht: „Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.“ Das war Ende September.

Nun im November 2015 muss die CDU-Politikerin erkennen, dass sie ihr Land wohl tatsächlich überschätzt hat. Nach dem aktuellen Politbarometer sind nur noch 43 Prozent der Deutschen der Auffassung, dass Merkel in der Flüchtlingspolitik gute Arbeit abliefere. 52 Prozent halten ihre Politik für eher schlecht. Dazwischen liegen allerdings auch Wochen der Unentschlossenheit und Zögerlichkeit. In der Rückschau muss Merkel sich und ihrer Regierung auch Fehler eingestehen.

Diese sind aber an anderer Stelle zu verorten als in der landläufig vorgebrachten Kritik, die Grenzen hätten einfach wieder abgesichert werden müssen. Die Frage nach dem Wie einer solchen Aktion wird dabei gern ausgeblendet. Noch heute fragt die Kanzlerin gern nach dem Szenario: Sollte man die Flüchtlinge an der deutschen Grenze zurückweisen und das Problem nach Österreich verlagern? Was macht man an der grünen Grenze? Und vor allem: Wie setzt man die Grenzsicherung durch? Mit Waffengewalt? Merkel hat seinerzeit eine politische Entscheidung getroffen, eine humane außerdem. Mittlerweile muss sie erkennen, dass sie dafür immer weniger Unterstützung bekommt – auch aus dem eigenen Lager.

Für die problematische Entwicklung gibt es mehrere Gründe: Ihr Innenminister hat sich nicht wirklich als Krisenmanager gezeigt. Dass Merkel ihren Kanzleramtsminister Peter Altmaier zum Koordinator für die Flüchtlingspolitik ernannt hat, kommt einem Misstrauensvotum gegen Thomas de Maiziere gleich. Es ist eine Ironie der Entwicklung, dass ausgerechnet er inzwischen für viele in der Union als Garant für die Rückkehr zu einem geordneten Verfahren angesehen wird.

Dabei stellt sich durchaus die Frage, ob es klug war, kurz nach dem mühsam errungenen Koalitionskompromiss vom vorletzten Donnerstag mit dem Thema Familiennachzug ein neues Problem in den Fokus zu rücken. Aus Sicht Merkels war damit die nach langem Streit errungene Einigkeit leichtfertig zunichte gemacht. Mehr noch: Die Entwicklung führte dazu, dass die CDU-Gremien einen Beschluss fassten, der sich als Absage an den Kurs der Parteichefin liest. Die Erklärung, eine Begrenzung des Familiennachzugs sei gemeinsames Ziel, ist ein bemühtes, aber wenig wirkungsvolles Unterfangen, Einigkeit zu demonstrieren.

Erschwerend kommt hinzu, dass auch Altmaier durch die überraschende Aktion von de Maiziere kalt erwischt wurde. Seine Einlassungen, das Kanzleramt habe von einem Stopp des Familiennachzugs für Syrer nichts gewusst, war ursprünglich gedacht, um Ruhe in die Diskussion zu bringen. Der Innenminister erschien isoliert und noch einmal geschwächt. Doch wendete sich das Blatt. Am Ende stand das Kanzleramt isoliert da. Das schwächt Altmaier in seiner Koordinatoren-Rolle, die ohnehin schwieriger wird als zunächst erwartet. Denn die Länder und Kommunen werden zunehmend panischer angesichts der Tatsache, dass kein Ende des Flüchtlingszuzugs in Sicht ist. Doch damit nicht genug: Merkel dürfte wenig überrascht haben, dass die CSU der Forderung de Maizieres schnell beisprang. Dass allerdings auch Wolfgang Schäuble sich auf seine Seite stellte, gab der Angelegenheit eine neue, eine kritische Dimension.

Denn erstmals ist damit eine Führungsfigur auf den Plan getreten, hinter der sich diejenigen sammeln können, denen die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin nicht gefällt. Schäuble hatte sich bislang wohl dosiert skeptisch eingelassen, war nie offensiv aufgetreten in seiner Kritik wie Horst Seehofer. Genau dadurch aber unterstellt man ihm Besonnenheit, die zusammen mit seiner langjährigen Erfahrung positiv wirkt in der öffentlichen Wahrnehmung. Nicht von ungefähr liegt der Finanzminister mittlerweile auf Platz eins der wichtigsten zehn Politiker, Merkel dagegen nur noch auf Rang vier.

Schäuble wird mittlerweile als einzigem eine Nachfolge Merkels zugetraut. Keine Frage, dass er sich selbst als fähig ansieht, die Regierungsgeschäfte zu führen. Schließlich stand er schon 1998 bereit, Helmut Kohl zu beerben. Merkel hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Schäuble in der Nach-Kohl-Ära seine Karrierepläne beiseitelegen musste. Als Generalsekretärin fegte sie den damaligen CDU-Vorsitzenden aus dem Amt. Sie verhinderte auch, dass Schäuble Bundespräsident wurde. Zwar haben beide im Laufe der zehnjährigen Kanzlerschaft von Merkel zu einem guten Arbeitsklima gefunden. Schäuble zeigte sich stets loyal. Eine persönliche Verbundenheit wie zu de Maiziere, den sie aus den Anfängen ihrer politischen Arbeit kennt, gab es allerdings nicht. Nun stehen der Loyale und der Vertraute inhaltlich gegen ihre Position. Das schwächt mehr als jeglicher Druck, den die CSU aufbauen könnte, und aller Widerspruch von Seiten des Koalitionspartners.

Abgesehen davon bläst Merkel der Wind von der Parteibasis entgegen. Das bekam sie massiv bei Parteiveranstaltungen zu spüren, auf denen ihr „Jetzt reicht's“-Parolen entgegengehalten wurden. Das erlebte sie außerdem in der Unionsfraktion. Schon in der Griechenland-Frage hatte sich Widerstand formiert. Doch blieb der in verkraftbaren Grenzen. Bis zur Sommerpause nämlich stand die Kanzlerin unangefochten da. Sie erfreute sich hoher Beliebtheitswerte und saß so fest im Sattel, dass aus der SPD bereits die Frage gestellt wurde, ob die Sozialdemokraten 2017 überhaupt mit einem eigenen Kanzlerkandidaten antreten sollten. Doch diese Gewissheit liefert Merkel nun nicht mehr. Und damit ist sie für die Mandatsträger der Union auch kein Garant mehr für einen sicheren Wiedereinzug in den Bundestag. Das lockert Loyalitäten und stärkt den Reiz zum Widerspruch.

Und natürlich führt die Entwicklung auch beim Koalitionspartner zum Umdenken. Merkel kann sich sicher sein, dass die SPD derzeit das Bündnis nicht auflösen würde. Dazu steht die Partei von Sigmar Gabriel in den Umfragen zu schlecht da. Rot-Rot-Grün ist keine Option, da sich eine Reglementierung des Flüchtlingsstroms, den auch die SPD mittlerweile für notwendig hält, mit Grünen und Linken noch schwieriger würde umsetzen lassen als mit einer Kanzlerin, die sagt, das Asylrecht kenne keine Obergrenze.

Allerdings eröffnet Merkels Schwäche dem SPD-Vorsitzenden neue Chancen. Nicht ohne Grund hat Gabriel unlängst erklärt, natürlich wolle er Kanzler werden. Dabei dürfte er die FDP in den Blick nehmen. Die Liberalen erholen sich allmählich von ihrem Absturz im Jahre 2013. Der Union und speziell Merkel fühlen sie sich nicht mehr verpflichtet. Aus FDP-Sicht spräche also nichts gegen eine Ampel-Koalition. Doch hinter den Kulissen wird auch an dem rot-rot-grünen Projekt weitergedacht – nicht zuletzt in der Hoffnung, dass die Super-Linke Sarah Wagenknecht durch ihre neue Rolle als Fraktionsvorsitzende auf einen realpolitischeren Kurs gebracht werden könnte.

Ist Angela Merkel also in Gefahr, ihr Amt zu verlieren? 79 Prozent der Deutschen glauben das nicht, wie das Politbarometer ermittelte. Tatsächlich ist die CDU eher staatstragend und weitaus skrupulöser als beispielsweise die SPD, einen Kanzler zu stürzen. Trotzdem: Die Entwicklung der vergangenen zwei Wochen hat Merkels Stellung in rasantem Tempo verändert. Sie ist nicht mehr unangefochten. Das reduziert auch ihren Einfluss in Europa. Den würde sie allerdings dringend brauchen angesichts des Widerstandes gegen eine gemeinsame Flüchtlingspolitik. Hier zeigt sich übrigens deutlich eine Fehleinschätzung der Kanzlerin. Sie hatte tatsächlich auf Solidarität in der Europäischen Gemeinschaft gesetzt.

Wer Merkel in diesen Tagen erlebt, findet dennoch keine nervöse oder zerknirschte Regierungschefin vor. Im Gegenteil: Sie wirbt ruhig und nachdrücklich für ihren Kurs, den sie nach wie vor als alternativlos ansieht. Möglicherweise gelingt ihr dies vor dem Hintergrund einer persönlichen Unabhängigkeit. Angela Merkel mag die Macht, um gestalten zu können. Aber sie braucht sie nicht für ihr eigenes Leben.[/b]

von esther10 16.11.2015 16:25

David Bendels (CSU) bekräftigt seine Kritik an der Asylpolitik der Kanzlerin
Veröffentlicht: 16. November 2015 | Autor: Felizitas Küble

Der Sprecher der CSU-Basisbewegung „Konservativer Aufbruch“, David Bendels, hat seine Kritik an der Asylpolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Zusammenhang mit den Terroranschlägen von Paris verteidigt. AfD_Plakat_A0_Deutschland_RZ_500



Bendels hatte zuvor auf Facebook geschrieben, Merkel sei mit ihrer „verantwortungslosen und rechtswidrigen ‘Politik der offenen Grenzen’ politisch mitverantwortlich, daß diese schrecklichen Akte des Terrors geschehen konnten“, wenn es sich bewahrheiten sollte, daß einer der islamistischen Attentäter als Flüchtling von Griechenland nach Paris eingereist sei und zwar möglicherweise über Deutschland.

„Ich gebe Frau Merkel natürlich keine persönliche Mitschuld an diesen schrecklichen Taten, daß die Bundeskanzlerin aber eine politische Mitverantwortung an den Ereignissen trägt, daran halte ich fest“, sagte Bendels der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT. „Bewußt auf effektive Grenzkontrollen zu verzichten, stellt ein hohes sicherheitspolitisches Risiko dar, womit die Bundesregierung nicht nur die Sicherheit in Deutschland, sondern auch in Europa gefährdet.“ – Dies könne potentiellen Terroristen in die Hände spielen, warnte der CSU-Politiker.

Es sei zwar richtig, daß die Flüchtlingspolitik und Sicherheitspolitik nicht gegeneinander ausgespielt werden sollten, sagte Bendels. „Wir können jetzt aber auch nicht nur trauern und die Augen davor verschließen, welche Maßnahmen nach den Terroranschlägen von Paris nun ergriffen werden müssen.“

Quelle: https://jungefreiheit.de/politik/deutsch...uer-anschlaege/

von esther10 16.11.2015 16:17

Nahostexpertin Dr. Kneissl warnte bereits im Sommer vor IS-Terror in Europa
Veröffentlicht: 16. November 2015 | Autor: Felizitas Küble

Das Blutbad von Frankreich schockiert noch immer ganz Europa und während die Sicherheitsvorkehrungen in der Weihnachtszeit allerorts verstärkt werden, wird die Frage nach den Hintergründen immer lauter. 40323-90x80



Warum ausgerechnet der IS einen derart starken Zulauf verbuchen kann, erklärte Nahostexpertin Dr. Karin Kneissl bereits im Sommer in einem Interview für Unzensuriert-TV. Sie analysiert die Pläne und Ziele des Islamischen Staats (IS), bewertet die Wahrscheinlichkeit von Terroranschlägen und erklärt, warum sich so viele junge Menschen den Mörderbanden in Syrien und im Irak anschließen

Während Experten wie Dr. Kneissl mit einer langjährigen Erfahrung im nahöstlichen Bereich bereits vor Monaten vor einer Bedrohung dieser Art warnten, wurden Alarmbotschaften wie diese offiziell als Angstmache abgetan. In einem exklusiven Interview spricht sie etwa von der Faszination die vom IS ausgeht und, dass diese vor allem für junge Männer groß ist.

Quelle: https://www.unzensuriert.at/content/0019...rorgefahr-durch

von esther10 16.11.2015 12:40

Europa nach dem Islamisten-Angriff von Paris: Weiter so in den Untergang oder die Wende wagen?
16. November 2015 11:08 | Mitteilung an die Redaktion

Welche Antwort gibt Europa auf die Attentate von Paris?
Anmerkungen von Giuseppe Nardi


(Paris/Beirut) Die islamistischen Attentate von Paris erschüttern die Welt. Erst die nächsten Tage werden zeigen, welche Schlüsse die westlichen Regierungen wirklich daraus ziehen werden und damit zeigen, ob man in den Staatskanzleien lernfähig ist. Was sagen nun die „Refugees Welcome„-Experten? Welche Verantwortung tragen Hollande, Merkel und Faymann mit ihrer „Willkommenskultur“ für die Attentate in Paris? Welche Verantwortung trägt Papst Franziskus, der beim Angelus am 6. September Europa aufgefordert hatte, alle, die nach Europa kommen wollen, aufzunehmen: „Nehmt alle auf, Gute und Schlechte“? Die Schlechten haben in Paris ihr Gesicht gezeigt.

Angesichts des Massakers, das in Paris verübt wurde, hat der Zirkus der Massenmedien zwar davon abgelassen, Plattitüden und Oberflächlichkeiten zu verbreiten, doch vorerst nur, um Panik zu schüren. Doch Panik nützt mit Sicherheit niemandem. Die europäischen Völker werden gleichzeitig, nach einstudierter Manier, von Politik und Medien zu Selbsttherapierungs-„Exorzismen“ angehalten: man lege Blumen und Plüschtiere am Ort der Verbrechen nieder, zünde dort Kerzen an und stimme Lieder mit zweifelhaften, aber ideologisch wohlgelittenen Texten wie „Imagine“ von John Lennon an. Nach dieser „Trauerarbeit“ sollten, so hofft man, die eigenen Ängste verflogen und die Welt wieder rosafarben sein. In einem Krieg ist das aber nicht so.

Der sogenannte „Westen“ war nie so stark und so schwach zugleich. Er strotzt von Überlegenheit an Organisation, Technik, Wissenschaft und Waffen, ist aber geistig schwächer denn je, weil er die Relativierung der eigenen Werte zum Maßstab erhoben hat. Durch die Einwanderungspolitik leben heute mindestens 25 Millionen Moslems in Westeuropa. Sie fühlen sich einerseits von den äußeren Errungenschaften unserer Zivilisation angezogen, verstehen aber nicht, was diese Zivilisation hervorgebracht hat, weil ihnen niemand diese Wurzeln erklärt. Sowohl die „westlichen“ Massen, mehr noch die Eliten, haben sich von diesen christlichen Wurzeln entfernt. Sie sind ihnen so fremd geworden, daß sie sie selbst nicht mehr verstehen, geschweige denn danach handeln könnten. Europa ertappt sich in Paris des eigenen Nihilismus.
„Attentat gegen die Menschlichkeit?“

Österreichs Bundeskanzler, der Sozialdemokrat Werner Faymann, schaffte es, mit seiner ersten Wortmeldung daher auch prompt danebenzuliegen. Die Attentate von Paris seien ein „Angriff gegen die Menschlichkeit“, verkündete er. Zunächst stutzt man über den Zusammenhang „Attentat“ und „Menschlichkeit“, denn schließlich geht es um beinharte und brutale Politik. Handelt es sich nur um die Plattitüde eines überforderten Politikers?

Beim zweiten Nachdenken stolpert man geradezu: Faymann steht für den legalisierten Mord an ungeborenen Kindern und kann daher für sich und seine Regierung das Prädikat

„Menschlichkeit“ kaum in Anspruch nehmen. Mit der Abtreibung in engstem und direktem Zusammenhang steht der demographische Kollaps Europas. Für den Wohlstand opfert Europa seit 40 Jahren die eigenen Kinder. Und das so brutal und radikal, daß wir heute viel zu wenige eigene Kinder und Kindeskinder haben. Die Negativgleichung ist einfach und dennoch schauen fast alle weg: Kinder = Zukunft, keine Kinder = keine Zukunft. Der Zusammenhang wird vielen fremd erscheinen, weil das Thema Abtreibung tabuisiert wurde und daher jeder Erörterung entzogen wurde, als gäbe es sie nicht. Es gibt sie aber und sie hat radikale und tiefgreifende Auswirkungen.

Islamistenattentat ist Folge der Islamisierung ist Folge der Masseneinwanderung ist Folge der Massenabtreibung

Erst durch die Massenabtreibung unserer eigenen Zukunft wurde die Masseneinwanderung nach Europa zum Thema. Die Verantwortungslosigkeit unseres eigenen Handels wurde uns in Paris mit aller Brutalität vor Augen geführt. Kein Verbrechen bleibt ohne Folgen. Auch nicht das Verbrechen gegen sich selbst, gegen das eigene Volk durch die Tötung der eigenen Kinder. Direkte Folgen sind die Masseneinwanderung, die Multikulturalität, das Absterben unserer eigenen Völker, unserer Kultur, unserer Sitten und Gebräuche und auch unseres Denkens. Eine ganz konkrete Folge ist die Islamisierung Europas und eine Auswirkung dieser Islamisierung sind die Attentate von Madrid, London, Brüssel, Berlin, Graz und von Paris.

Die Politik meidet es, diese Zusammenhänge beim Namen zu nennen wie der Teufel das Weihwasser. Erstens, weil man der Meinung ist, daß die eigene Bevölkerung (das Volk wurde ja stillschweigend für abgeschafft erklärt) das nicht ertragen würde. Zweitens weil auf höchster politischer Ebene in diesem Punkt Ideologie höher geschätzt wird als die Wirklichkeit und daher nicht zu sein habe, was nicht sein dürfe. Und drittens, weil die Politikerkaste zu einem Gutteil ein ebenso eigennütziges wie abgehobenes Dasein führt und kaum mehr als Handlanger und Befehlsempfänger von Finanzoligarchen ist, deren Interessenlage naturgemäß ganz anders ist, als die von Völkern und Staaten.

Willkommensdiktatur als Antwort auf Paris?

Oder wollte Österreichs Bundeskanzler Faymann damit sagen, die Attentate von Paris seien ein Angriff gegen die „Willkommenskultur“, die ja wider jede Vernunft mit dem Hinweis auf „Menschlichkeit“ gerechtfertigt wird? Wollte der Regierungschef – ob er nun in Wien ein rotes Parteibuch oder in Berlin ein schwarzes hat, scheint keinerlei Rolle mehr zu spielen – damit sagen, daß die Antwort auf die Attentate von Paris erst recht eine Fortsetzung der „Willkommenskultur“ sein müsse, aus der damit definitiv und „alternativlos“ (Angela Merkel) eine Willkommensdiktatur würde?

Falscher könnte die Antwort auf Paris nicht sein. Europa braucht als Antwort auf brutale Attentate nicht Blümchen und Plüschtiere. Europa muß prüfen, ob es ausreichend bewaffnet ist, über eine einsatzbereite Polizei und Armee verfügt und sich fragen, ob es eine Strategie hat, sich gegen den Feind zu verteidigen. Der Staat muß wehrhaft sein oder er ist nicht. Damit soll keineswegs einer Fortsetzung der bisherigen, von Washington diktierten Nahost-Politik das Wort geredet werden. Ganz im Gegenteil.

Bei einem Angriff ist die Wehrhaftigkeit die Pflicht einer Regierung und nicht die Fortsetzung ideologischer Träumereien, mit denen seit Jahrzehnten die Grundlage des eigenen Volkes unterhöhlt wird und die Europa erst in dieses Schlamassel geführt haben. Denn für die Attentate von Paris tragen Obama, Hollande, Merkel und Faymann Mitverantwortung, genauso wie jene ideologischen Brillenträger, die nur eine verzerrte Wahrnehmung der Realität zulassen und mit „Refugees Welcome“-Plakaten den Rechtsbruch fordern und faktisch Schlepperdienste leisten.
Ohne Umdenken in Sachen Lebensrecht wird Europa keine Zukunft haben

Damit stehen wir vor der Frage aller Fragen, der sich Europa akut und mit äußerster Ernsthaftigkeit stellen muß: Sind wir in Sachen Lebensrecht zu einem Umdenken bereit? Sind wir bereit, wieder ein offenes und freudiges Ja zu eigenen Kindern zu finden? Sind wir bereit, dem Abtreibungswahn und der Abtötung unserer eigenen Zukunft ein Ende zu bereiten?

Sollte die Antwort Ja lauten, wird Europa vielleicht noch einmal eine Chance haben. Sollte die Antwort Nein lauten, wird Europa untergehen und werden unsere geborenen Enkel nur mehr eine ferne Ahnung dessen haben, was Europa einmal war. Auch Obama, Hollande, Merkel und Faymann werden dann längst vergessene Gestalten sein, die allerdings für ihre Politik nie zur Verantwortung gezogen worden sein werden. Und künftige Historiker aller Disziplinen, Philosophen, Soziologen und Demographen, welcher nichteuropäischen Ethnie auch immer, werden sich vielleicht mit der Frage befassen, wie Europa innerhalb weniger Jahrzehnte zusammenbrechen und untergehen konnte, wie einst das Römische Reich.

Sollten die Islamisten siegen, wird man sich nicht einmal mehr mit dieser Frage befassen.

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