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von 27.05.2013 08:37

JAHRESKREIS
8. WOCHE - MONTAG

13

GUTER MEISTER, WAS MUSS ICH TUN?

Ein junger Mann fragt Jesus nach dem Lebenssinn.
Viele Wege der Nachfolge.
Fragen an uns heute.

I. In jener Zeit lief ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? So steht es im heutigen Evangelium nach Markus1. Matthäus ergänzt, daß er ein junger Mann2 war, und wir verstehen seine Begeisterung - guter Meister ... -, sein ungestümes Auftreten - das Laufen zu Jesus, der Kniefall -, seinen Tatendrang - was muß ich tun? Papst Johannes Paul II. hat die Begegnung dieses jungen Mannes mit Jesus mehrfach kommentiert, besonders in seinem Apostolischen Schreiben an die Jugend der Welt und in der Enzyklika Veritatis splendor. Wir werden in unserer Betrachtung den Anregungen des Papstes folgen. »In dem jungen Mann, dessen Namen das Matthäusevangelium nicht nennt, können wir jeden Menschen erkennen, der, bewußt oder unbewußt, an Christus, den Erlöser des Menschen, herantritt und ihm die moralische Frage stellt. Für den jungen Mann ist es nicht zuerst eine Frage nach den Regeln, die befolgt werden müssen, als vielmehr eine Frage nach Sinnerfüllung für das Leben«3. Matthäus4 schildert das Gespräch ausführlicher, als einen offenen Dialog. Zuerst wendet Jesus den Blick des jungen Mannes auf Gott hin: Was fragst du mich nach dem Guten. Nur einer ist »der Gute« Dann erinnert er ihn an die zentrale Stellung der Zehn Gebote allen anderen Geboten gegenüber: Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote. Und auf die Frage des jungen Mannes: Welche?, die Antwort Jesu: Du sollst nicht töten, du sollst nic»t die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen ... »Damit wird ein enger Zusammenhang zwischen dem ewigen Leben und der Befolgung der Gebote Gottes hergestellt: die Gebote Gottes weisen dem Menschen den Weg des Lebens und geleiten ihn zu ihm. Aus dem Munde Jesu, des neuen Mose, werden den Menschen die Gebote des Dekalogs wiedergeschenkt; er selbst bestätigt sie endgültig und stellt sie uns als Weg und Bedingung des Heils vor.«5

Die Antwort Jesu genügt dem jungen Mann jedoch noch nicht. Nach Matthäus fragt er weiter: Was fehlt mir jetzt noch? Wir wollen hier innehalten; denn bisweilen werden wir uns selbst dies gefragt haben angesichts des wunderbaren Zaubers so vieler guter, schöner Dinge dieser Welt, die wir genießen und die uns dennoch keine Erfüllung schenken. Die Jahre verrinnen, und der Durst bleibt ungestillt. Die Antwort Jesu an den jungen Mann ist eine persönliche Antwort an einen jeden von uns.

Jesus sah dem jungen Mann an, daß er zur Hingabe fähig war, und er blickte liebevoll auf ihn: »Jedem Menschen schenkt er diesen Blick der Liebe. Das Evangelium bestätigt dies auf jeder Seite. Man kann sogar sagen, daß in diesem liebenden Blick Christi gleichsam eine Zusammenfassung der ganzen Frohen Botschaft enthalten ist. (...) Der Mensch braucht diesen liebevollen Blick: Er muß das Bewußtsein haben, geliebt zu sein, von Ewigkeit her geliebt und erwählt zu sein (vgl. Eph 1,4). Diese ewige Liebe göttlicher Erwählung begleitet den Menschen durch sein Leben wie der liebende Blick Christi.«6

Der liebende Blick des Herrn ist gleichsam seine Antwort auf das Zeugnis der Treue zu den Geboten, das der junge Mann bisher gegeben hat. Gleichzeitg ist dieser liebende Blick die Brücke zum Schlußteil des Gespräches, eben jener Frage: Was fehlt mir jetzt noch?7 »Diese Frage ist sehr wichtig. Sie zeigt, daß im Gewissen des Menschen und gerade des jungen Menschen ein Streben nach >etwas Höherem< verborgen liegt (...). Der Mensch, der Christ, ist fähig, sein Leben als Geschenk zu verstehen. Diese Dimension ist nicht nur >höher< als die Dimension der einzelnen sittlichen Verpflichtungen, wie sie aus den Geboten hervorgehen, sondern sie ist auch >tiefer< und grundlegender. Sie ist ein vollerer Ausdruck jenes Lebensentwurfs, an dem wir schon in der Jugend bauen.«8

Der junge Mann meinte, den Willen Gottes schon zu erfüllen, weil er die Gebote hielt. Nun muß er entdecken, daß es noch manche Fessel zu lösen gilt. Das hat sich bis heute nicht geändert: »Du erzählst mir von deinem Freund, daß er häufig die Sakramente empfange, ein sauberes Leben führe und ein tüchtiger Student sei. - Aber er geht nicht darauf ein. So oft du ihm vom Opfer und vom Apostolat sprichst, wird er traurig und läuft weg.

Sorge dich nicht. Das ist kein Mißerfolg deiner Bemühungen. Das ist Wort für Wort die Begebenheit, die der Evangelist beschreibt: >Wenn du vollkommen sein willst, so geh hin und verkaufe deine Habe und gib sie den Armen (Opfer), dann komm und folge mir nach< (Apostolat).

Der junge Mann >abiit tristis<, ging auch traurig davon: er wollte der Gnade nicht entsprechen.«9

II. Papst Johannes Paul II. schreibt, »daß in der Zeit vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil der Begriff der >Berufung< vor allem in Bezug zum Priestertum und Ordensleben gesehen wurde, als hätte sich Christus an den jungen Mann im Evangelium mit seinem >Folge mir nach< nur für diese Berufungen gewandt. Das Konzil hat diese Sicht erweitert (...). Der Ruf Christi >Folge mir nach< läßt sich auf verschiedenen Wegen vernehmen, auf denen Jünger und Bekenner des göttlichen Erlösers gehen. Auf verschiedene Weise kann man Christus nachfolgen, das heißt nicht nur durch das Zeugnis vom eschatologischen Reich der Wahrheit und Liebe, sondern auch, indem man an der Gestaltung der ganzen zeitlichen Wirklichkeit im Geiste des Evangeliums mitwirkt.«10 Gott ruft alle Menschen zur Heiligkeit: Gesunde und Kranke, Begabte und weniger Begabte, Reiche und Arme, Junge und Alte. Wer im kontinuierlichen Gebet danach sucht, entdeckt mit der Zeit den spezifischen Weg, den Gott für ihn vorgesehen hat.

Der junge Mann kam sich überfordert vor. Sein Reichtum war die große Fessel für die größte Chance seines Lebens, die Einladung Christi. Doch die ließ ihn traurig werden.

Die Worte, die Papst Johanes Paul II. an junge Menschen richtet, sind für jeden gültig: »Die Traurigkeit des jungen Mannes gibt uns zu denken. Wir könnten versucht sein zu glauben, daß ein großes Vermögen, die Fülle der Güter dieser Welt uns glücklich machen. Am Beispiel des jungen Mannes im Evangelium sehen wir jedoch, daß sein großes Vermögen zu einem Hindernis geworden war, den Ruf Jesu, ihm zu folgen, anzunehmen. Er war nicht bereit, zu Jesus ja zu sagen und nein zu sich selbst, ja zur Liebe und nein zur Ausflucht. Wahre Liebe ist fordernd. (...) Denn Jesus - unser Jesus selbst - hat gesagt: >Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage< (Joh 15,14). Liebe verlangt Anstrengung und eine persönliche, verpflichtende Bindung an den Willen Gottes. Liebe bedeutet Disziplin und Opfer, aber sie bedeutet auch Freude und menschliche Erfüllung. Meine lieben, jungen Leute! Habt keine Angst vor ehrlichem Bemühen und ehrlicher Arbeit! Habt keine Angst vor der Wahrheit! Mit der Hilfe Christi und durch das Gebet könnt ihr auf seinen Ruf antworten, könnt ihr Versuchungen, modische Launen und jeder Form von Massenmanipulation widerstehen. Öffnet eure Herzen für den Christus des Evangeliums - für seine Liebe, seine Wahrheit und seine Freude. Geht nicht traurig weg!«11

Der Ruf des Herrn zur Nachfolge erfordert ständige Bereitschaft: Was erwartest du von mir, Herr, in diesen neuen Umständen meines Lebens? Wir entdecken so, wie sich die Berufung im Gewebe des alltäglichen Lebens entfaltet; wir vernehmen Anregungen, Eingebungen, »besondere Rufe« in besonderen Augenblicken, die uns nahelegen, aus Liebe zum Herrn kleine oder große Dinge zu vollbringen. Und manchmal vernimmt man die göttliche Stimme wie Elija: der Herr war nicht im Sturm, der die Berge zerriß und die Felsen zerbrach, noch im Erdbeben, noch im Feuer: Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. Da hüllte Elija sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle.12

III. »Das Gespräch Jesu mit dem reichen Jüngling wird gewissermaßen in jeder Epoche der Geschichte, auch heute, weiter geführt. Die Frage: >Meister, was muß ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen?< bricht im Herzen jedes Menschen auf, und es ist immer und allein Christus, der die volle und entscheidende Antwort anbietet. Der Meister, der die Gebote Gottes lehrt, der zur Nachfolge einlädt und die Gnade für ein neues Leben schenkt, ist immer unter uns gegenwärtig und tätig.«13 Der junge Mann wich Christi Blick aus, überhörte die Aufforderung zu einem Leben aus der Liebe und ging traurig weg. War es ein endgültiges Weggehen? Was ist aus ihm geworden? Das Evangelium deutet nur knapp den Grund des Weggehens an: er hatte ein großes Vermögen, das ihm das Herz beschwerte.

Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als daß ein Reicher in das Reich Gottes gelangt, faßt Jesus seinen Jüngern gegenüber diese Begegnung zusammen. Dann heißt es von seinen Jüngern: sie erschraken sehr und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden? Der Herr verweist auf die Macht Gottes: Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich. »Die Liebe Christi nachzuahmen und nachzuleben, ist dem Menschen aus eigener Kraft allein nicht möglich. Er wird zu dieser Liebe fähig allein kraft einer Gabe, die er empfangen hat. Wie der Herr Jesus die Liebe von seinem Vater empfängt, so gibt er sie seinerseits aus freien Stücken an die Jünger weiter: >Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!< (Joh 15,9).«14

Das heutige Evangelium ermuntert uns, mutig im Gebet zu prüfen, wo wir das Herz haben. Lassen wir uns von Wohlstand, Luxus oder Bequemlichkeit bezirzen? Bemühen wir uns um die nötige innere Freiheit und Loslösung von den irdischen Gütern? Werden wir unwirsch, bedrückt oder mißgelaunt, wenn wir etwas entbehren müssen, das uns zur liebgewordenen Gewohnheit geworden war? Sind wir wachsam gegenüber spießigen Anhänglichkeiten? Lassen wir uns von Konsumdenken beeinflussen? Bekämpfen wir die Neigung, sich unnötige Bedürfnisse zu schaffen? Bemühen wir uns stattdessen, die Unbequemlichkeit froh, gelassen und sportlich zu nehmen und den Mangel an Mitteln nicht zu dramatisieren? Sind wir großzügig im Almosengeben und im Unterstützen guter Werke?

Der junge Mann, der Jesus traurig verließ, ist nicht die erfundene Gestalt in einem Gleichnis, sondern ein Mensch aus Fleisch und Blut. Er »ging traurig weg. Aber auch Jesus, menschlichster aller Menschen, blieb traurig zurück. Vielleicht seufzte er. Man kann sich das leicht vorstellen. Denn mit diesem Reichen war es so gegangen, wie es mit ungezählten Kindern dieser Welt bis zum Ende der Zeiten gehen würde: daß sie dem Rufe Gottes nicht folgen, weil sie ein verkehrtes Glück suchen, die Lust des Selbstbewahrens und Sich-Aneignens anstatt die Seligkeit des Sich-Verlierens und Sich-Verausgabens.15

Vielleicht - es ist ein schöner Gedanke - hat er das später, nach Jesu Tod und Auferstehung, doch noch geschafft. Denn es ist anzunehmen, daß der Blick Jesu ihn nie mehr losließ.16

1 Mk 10,17-27. - 2 vgl. Mt 19,20. - 3 Johannes Paul II., Enz. Veritatis splendor, 7. - 4 vgl. Mt 19,16-26. - 5 Johannes Paul II., a.a.O., 12. - 6 Johannes Paul II., Apost. Schreiben An die Jugend der Welt, 31.3.1985, 7. - 7 Mt 19,20. - 8 Johannes Paul II., a.a.O., 8. - 9 J.Escrivá, Der Weg, Nr.807. - 10 Johannes Paul II., a.a.O., 9. - 11 Johannes Paul II., Ansprache in Boston, 1.10.1979. - 12 vgl. 1 Kön 19,11-13. - 13 Johannes Paul II., Enz. Veritatis splendor, 25. - 14 ebd., 22. - 15 P.Berglar, Petrus - Vom Fischer zum Stellvertreter, München 1991, S.77. - 16 ebd.

von 26.05.2013 17:46

Unser Vater im Himmel


Am 1. Sonntag nach Pfingsten ist Dreifaltigkeitssonntag


Der liebe Gott hat uns in Seinem Sohne alles geschenkt (vgl. Röm.8,32)! Jesus ist unseretwegen Mensch geworden, hat alle Schuld allein für uns getragen und uns den Weg der Liebe, die ja Gott selbst ist, wieder eröffnet!

Aus Feinden Gottes, die wir durch die Sünde sind, können wir in Glaube, Hoffnung und Liebe wieder wahre Kinder Gottes werden (vgl. Röm. 5,10)! Ja, Jesus Christus hat uns in die göttliche Liebe selbst hineingenommen, dadurch, dass Er uns Anteil an der Liebe des Heiligen Geistes und damit auch an der Liebe des Vaters und des Sohnes schenkt!

In Seiner Menschwerdung hat Er sich zu unserem Bruder gemacht hat, wie wir es besonders in der Weihnachtszeit in so manchen Kirchenliedern besingen, ja Er will unser Freund sein (Joh.15,15), der Seine Liebe im Dienst an uns erweist, ja Sein Leben dahingibt für uns (vgl. Joh.15,13; Joh.10,17f.)!
In Jesus erhalten wir auch Anteil an der Kindschaft Gottes! Wie der Sohn den Vater liebt, sollen auch wir jetzt den Vater lieben im Heiligen Geist, und wie der Vater den Sohn liebt, so sollen auch wir die Liebe zum Sohn in unsere Herzen einlassen! „Ich habe ihnen Deinen Namen kundgetan und werde ihn weiter kundtun, damit die Liebe, mit der Du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen!“ (Joh. 17,26). Wir sind im Heiligen Geist keine Fremdlinge mehr Gott gegenüber, sondern unser neues Leben ist das Leben in der Liebe Gottes selbst!

Welchen Namen Gottes, von dem Jesus spricht, hat Er uns aber kundgetan? Ein besonderes Geschenk der Offenbarung Gottes in Jesus Christus, das uns oft gar nicht mehr hinreichend bewusst wird, ist, dass wir nicht nur von „Gott“, sondern von und mit unserem „Vater im Himmel“ sprechen können als Seine Kinder. Als Sohn führt Er uns zu Seinem und unserem Vater! Der Unterschied zwischen dem Sohn und uns, zwischen Schöpfer und Geschöpfen, ist dadurch nicht aufgehoben! Jesus ist nicht einfach nur Mensch wie wir. Das wird deutlich, wenn Er von „meinem Vater und eurem Vater“ (Joh. 20,17) spricht. Das Verhältnis Jesu zum Vater ist einzigartig. Doch Er nimmt uns in dieses Sein Verhältnis zum Vater mit hinein!

Dadurch, dass Jesus uns dahin führt, Gott gegenüber das vertrauensvolle „Vater“ zu gebrauchen, erschließt Er uns das Verständnis für unsere Berufung zur Gotteskindschaft, die uns im umfassenden Sinn durch Seine Hingabe für uns am Kreuz geschenkt wurde. Durch diese Seine Liebe bis in den furchtbaren Tod hat Er uns den Weg aus der Gottesferne und aus der Sünde wieder eröffnet und im Sakrament der Taufe uns wieder zu Gottes geliebten Kindern (Eph.5,1; Röm.8,15.ff.21; Phil2,15) gemacht!

„Da kam die Fülle der Zeit, und Gott sandte Seinen Sohn... Er sollte die unter dem Gesetze Stehenden loskaufen, damit wir die Annahme an Kindes Statt empfingen. Weil ihr nun Söhne seid, sandte Gott in unsere Herzen den Geist Seines Sohnes, der da ruft: Abba, Vater! So bist du also nicht mehr Sklave, sondern Sohn, als Sohn aber auch Erbe durch Gott“ (Gal. 4,4ff.).

Diese Anrede Gottes mit „Abba“, die Jesus selbst verwendet (Mk.14,36) und die Seine Apostel und Jünger weitergeben und praktizieren, ist mehr und inniger, als wir es mit dem deutschen Wort „Vater“ wiedergeben können. Es ist ein sehr kindliches Wort, in dem tief die Liebe zum Vater und des Vaters selbst ausgedrückt wird, ein Wort, das ein tiefes Vertrauensverhältnis voraussetzt und bezeichnet.

Ein solches Verhältnis zu Gott kennt keine andere Religion, sie kann es gar nicht haben, insofern sie Gott und Seine Offenbarung nicht kennt. Eine gewisse Vaterschaft Gottes wird auch im Alten Testament gelegentlich ausgesprochen, jedoch nicht so sehr als Ausdruck des persönlichen Verhältnisses zu Gott, sondern als Umschreibung der väterlichen Rolle Seinem alttestamentarischen, auserwählten Volk gegenüber (vgl. Dt. 8,5; 32,6; Ps. 103,13; Is. 1,2; 63,16; 64,7; Mal. 1,6).

In einem allgemeinen Sinn ist Gott natürlich Vater allen Seinen Geschöpfen gegenüber. Aber durch die Sünde ist unser Verhältnis zu Gott gebrochen! Erst Jesus Christus hat uns wieder geheilt und unsere ursprüngliche Berufung wieder ermöglicht! Nur durch die Befreiung von der Sünde und die Heiligung im Heiligen Geist sind wir wieder wahre Kinder Gottes geworden! Vorher waren wir unsererseits im Hinblick auf die Sünde noch Feinde Gottes (vgl. Röm.5,10)!

Ohne Jesus Christus bleibt „Gott“ immer entweder einseitig der Jenseitige, der Unerreichbare, der Unnahbare, der Unaussprechliche - oder er wird verdinglicht, verweltlicht, ein Götze, ein bloßes Abbild unserer Laune und unserer begrenzten Vorstellungskraft. Beides ist nicht der wahre Gott!

Denn Gott ist natürlich unaussprechlich erhaben und vollkommen, jenseitig, - aber wir könnten Ihn gar nicht wirklich erkennen oder lieben, wenn Er uns nicht auch zugleich sehr nah und direkt, voller Anteilnahme an unserem Geschick und Leben - also kurz: wirklich väterlich! - begegnen würde!

Indem Gott „Vater“ ist, werden beide Wirklichkeiten Gottes licht und klar: Seine Erhabenheit und unendliche Heiligkeit, die über alles Geschöpfliche unaussprechlich hinausragt, und Seine Nähe und Fürsorge, die uns in unserer Armseligkeit annimmt und emporhebt!

Als die Jünger bitten, ihnen das Beten zu lehren, da spricht Jesus das „Vater unser“ (Mt.6,9ff.; Lk.11,1ff.). Es ist das Urgebet der Kirche. Bis heute orientiert sich alles liturgische Beten an diesem Beten Jesu. Im Namen und mit der Endung „durch Jesus Christus, unseren Herrn“ betet die Kirche zum Vater.

Wie aber hat Jesus Seinen Jüngern den Vater vorgestellt? Der Apostel Philippus und mit ihm bestimmt auch die anderen Jünger haben ihn gebeten: „Herr, zeig uns den Vater. Das genügt uns!“ (Joh.14,8).

Was erhält Philippus und damit auch wir als Antwort? „Jesus erwiderte ihm: ‚So lange schon bin ich bei euch, und du kennst mich noch nicht, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen... Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, sage ich nicht aus mir selbst; der Vater, der in mir bleibt, vollbringt die Werke. Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist. Sonst glaubt doch wenigstens um der Werke willen“ (Joh. 14,9-11).

Wenn Jesu sagt: „Ich und der Vater sind eins“ (Joh. 10,30), so hebt Er den Unterschied in den Personen nicht auf, zeigt aber ganz klar, dass Gott dennoch in sich nur ein Einziger ist! Und so können und dürfen wir in Jesus und in Seiner Liebe auch das Angesicht und die Liebe des Vaters erkennen! In der Menschwerdung zeigt uns Gott Sein wahres Angesicht und Seine unendliche Liebe!

Die Worte und die Werke, von denen Jesus spricht und aus denen wir Ihn als Gottes Sohn erkennen sollen, sind die Zeichen, die Jesus uns gibt. Aus ihnen spricht die Wahrheit und Liebe Gottes. Wer nicht liebt und die Wahrheit hasst, nimmt sie nicht an. Er zeigt, dass er die Liebe Gottes ablehnt, dass er nicht den wahren Vater liebt, sondern sich einen falschen sucht, der aber niemals die Liebe sein kann. In diesem Sinn sagt Jesus zu den die Frohbotschaft vom Reiche Gottes ablehnenden Juden: „Ihr habt den Teufel zum Vater und wollt nach den Gelüsten eures Vaters tun. Der war ein Menschenmörder von Anbeginn“ (Joh.8,44).

„Seht, welch eine Liebe uns der Vater erwiesen hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es“ (1Joh.3,1). Das ist nicht nur eine unendlich große Gnade, sondern auch eine ernste Berufung zur Heiligkeit: „Daran erkennt man die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels: Wer das Rechte nicht tut, ist nicht aus Gott. Ebensowenig, wer seinen Bruder nicht liebt“ (1Joh.3,10)!

Der Glaube an Vater, Sohn und Heiligen Geist ist also nicht austauschbar mit irgend einem anderen Glauben, wie heute viele meinen! Nur durch die Gnade Jesu und im Heiligen Geist finden wir zu unserem wahren Vater und zur wahren Liebe Gottes! Der Glaube an Gott muss in der Liebe wirksam werden, sonst ist er nicht echt (vgl. Gal. 5,6)!

„Niemand hat Gott je gesehen. Der Eingeborene, der Gott ist, der da ruht am Herzen des Vaters, Er hat Kunde gebracht!“ (Joh.1,18).


Thomas Ehrenberger

von 25.05.2013 15:30

JAHRESKREIS
7. WOCHE - SAMSTAG

9

WIE DIE KINDER SEIN

Gottes Vaterschaft: tief und geheimnisvoll.
Mündliches Gebet und Volksfrömmigkeit.
Einfachheit, Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit.


I. Nicht nur mit ihren Krankheiten und Gebrechen kommen die Leute zu Jesus, sondern auch mit ihrem größten Reichtum: den Kindern. Darin haben sie eine feinere Witterung als die Jünger; denn diese scheinen zu denken: Was sollen Kinder beim Meister? Sie wiesen die Leute schroff ab.

Auch wir heute neigen dazu, im Kind das unfertige Geschöpf auf dem Weg zum Erwachsenwerden zu sehen. Wenn Jesus jene Kinder umarmt und segnet, umarmt und segnet er alle Kinder der Welt, aber auch alle Erwachsenen, die sein Wort beherzigen: Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.

Jesus nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.1 Nicht eine abstrakte Definition des Kindseins liefert er seinen Jüngern, sondern die greifbare Wirklichkeit, als wollte er uns vor der Gefahr warnen, sie zu verharmlosen - denn einerseits haben wir mit dem Kindsein unsere Schwierigkeiten, andererseits besingen wir es in rührenden Weisen.

Jesus sagt uns, wir - die »Erwachsenen« sollen wie die Kinder werden. Dies bedeutet zuallererst, den Geist der Gotteskindschaft zu entdecken: »Das Kindsein, das Jesus meint, ist die Entsprechung zu Gottes Vaterschaft. Für das Kind hängt ja alles mit Vater und Mutter zusammen. Durch diese kommt alles heran. Sie stehen überall. Sie sind Ursprung, Maßstab und Ordnung.«2

Gottes Vaterschaft ist umfassend, tief und geheimnisvoll: »Wenn die Sprache des Glaubens Gott >Vater< nennt, so weist sie vor allem auf zwei Aspekte hin: daß Gott Ursprung von allem und erhabene Autorität und zugleich Güte und liebende Besorgtheit um alle seine Kinder ist. Diese elterliche Güte Gottes läßt sich auch durch das Bild der Mutterschaft zum Ausdruck bringen (vgl. Jes 66,13; Ps 131,2), das mehr die Immanenz Gottes, die Vertrautheit zwischen Gott und seinem Geschöpf andeutet.«3

Der Erwachsene, der wie ein Kind werden will, braucht Starkmut und Entschlossenheit, aber auch Urteilsfähigkeit, denn wir sollen »unser Herz demütig von falschen Bildern >dieser Welt< reinigen (...). Die Reinigung des Herzens betrifft die Bilder von Vater und Mutter, die aus unserer persönlichen und der kulturellen Entwicklung hervorgegangen sind und unsere Beziehung zu Gott beeinflussen. Gott unser Vater steht über den Begriffen dieser geschaffenen Welt.«4

In der Praxis des Alltags soll sich diese demütige Sicht des eigenen Ich vor Gott im einfachen, unverstellten Verhalten ausdrücken. »Die geistliche Kindschaft ist nicht frommes Getue noch >Rührseligkeit<: sie ist ein kluger und kraftvoller Weg, den die Seele wegen seiner schwierigen Leichtigkeit nur beginnen und weitergehen kann, wenn Gott sie an der Hand führt.«5

Meister der Spiritualität verweisen darauf, daß die geistliche Kindschaft die Liebe immer jung erhält: »Du hast dich verjüngt! Tatsächlich wirst du gewahr, daß der Umgang mit Gott dir schon binnen kurzer Zeit die glückliche Ungezwungenheit deiner Jugend zurückgebracht hat und daß dir sogar die wunderbare Geborgenheit aus den fernen Tagen deiner geistigen Kindheit wiedergeschenkt wird - und doch weitab von jeglicher Kinderei. Du blickst dich um und stellst fest, daß es auch den anderen so ergeht. Seit ihrer Begegnung mit dem Herrn sind Jahre vergangen, aber je älter und reifer sie werden, desto unverwüstlicher ihre innere Jugendlichkeit, ihre Herzensfreude. Sie wirken nicht nur jung: sie sind jung und froh! Diese Wirklichkeit des inneren Lebens ist es, die die Menschen anzieht, ihnen Mut macht und schließlich überwältigt. Richte jeden Tag dein Dankgebet >ad Deum qui laetificat iuventutem< - an Gott, der deine Jugend erfreut.«6

Das Kind lebt aus dem Vertrauen. Edith Stein schreibt: »Es muß ja so sein, daß man sich ohne jede menschliche Sicherung ganz in Gottes Hände legt, um so tiefer und schöner ist dann die Geborgenheit.«7

Der »Erwachsene« dagegen »will sich sichern und wird dabei schlau und hart. Er hat Angst, und Angst erniedrigt. Das Kind hingegen kennt den Trieb der Selbstsicherung noch nicht - wenigstens nicht so stark -, sondern steht in ruhigem Vertrauen. Diese Haltung kommt nicht aus Verdienst, sondern aus Unwissenheit; dennoch ist sie da und erzeugt einen reinen, seiner selbst unbewußten Mut dem Dasein gegenüber. Der >Erwachsene< hat Zwecke, sucht danach seine Mittel und gebraucht sie. Er sieht die Dinge auf Nutzen und Verwendbarkeit an und macht dadurch alles unfrei.«8

II. Die heilige Theresia vom Kinde Jesu schreibt in ihren autobiographischen Aufzeichnungen: »Für mich ist das Gebet ein Aufschwung des Herzens, ein einfacher Blick zum Himmel, ein Ausruf der Dankbarkeit und Liebe inmitten der Prüfung wie in Stunden der Freude. Es ist etwas Erhabenes, Übernatürliches, das die Seele weitet und mit Gott vereinigt. Zuweilen, wenn mein Geist sich so ausgedörrt findet, daß ich keinen einzigen guten Gedanken finden kann, bete ich langsam ein Vaterunser oder ein Ave.«9 »Das mündliche Gebet, das in der Einheit von Leib und Seele der menschlichen Natur grundgelegt ist, verbindet den Leib mit dem Gebet des Herzens nach dem Beispiel Jesu, der zu seinem Vater betete und seine Jünger das Vaterunser lehrte.«10 Auch die verschiedenen Sitten und Bräuche außerhalb der Liturgie, wie etwa das Küßen eines Kruzifixes oder das Schmücken eines Bildes Unserer Lieben Frau, sind Ausdruck der »Einheit von Leib und Seele«»Dazu gehört ebenso das weite Feld der Volksfrömmigkeit. »Sowohl in jenen Gebieten, in denen die Kirche seit Jahrhunderten eingewurzelt ist, als auch dort, wo sie im Begriff ist, Wurzel zu fassen, findet man beim Volk besondere Ausdrucksformen des Glaubens und der Suche nach Gott.«11 In der Volksfrömmigkeit »kommt eine Sehnsucht nach Gott zum Ausdruck, wie sie nur die Einfachen und Armen kennen. Sie befähigt zur Großmut und zum Opfer, ja zum Heroismus, wenn es gilt, den Glauben zu bekunden. In ihr zeigt sich ein feines Gespür für tiefe Eigenschaften Gottes: seine Vaterschaft, seine Vorsehung, seine ständige, liebende Gegenwart. Sie führt zu inneren Haltungen, die man sonst kaum in diesem Maße findet: Geduld, das Wissen um die Notwendigkeit, das Kreuz im täglichen Leben zu tragen, Entsagung, Wohlwollen für andere, Respekt.«12

Manche Sitten und Bräuche unserer Vorfahren greifen den Kreislauf der Natur auf, wie das Erntedankfest oder Bittprozessionen, andere betreffen so entscheidende Situationen wie Geburt, Hochzeit oder Tod. Wieder andere rufen das Wirken heiligmäßiger Männer und Frauen ins Gedächtnis oder manifestieren sich in sinnenhaften Zeichen: dem Angelusläuten, in Krippenbrauchtum, Kreuzwegen und Kalvarienbergen, Wegekreuzen, Wallfahrten, Bilderschmuck, Weihwassser ...

Die Volksfrömmigkeit »hat gewiß ihre Grenzen. Oft ist sie dem Eindringen mancher religiösen Fehlformen ausgesetzt, auch dem Aberglauben. Häufig bleibt sie auf der Ebene kultischer Handlungen, ohne zu einem echten Akt des Glaubens zu führen. (...) Ist sie aber in der rechten Weise ausgerichtet, vor allem durch hinführende und begleitende Evangelisierung, dann birgt sie wertvolle Reichtümer in sich.«13 Der selige Josemaria Escrivä riet dazu, »mit der Frömmigkeit eines Kindes und der guten Lehre eines Theologen« zu beten.

Das Bemühen um ein immer tieferes Eindringen in die Glaubenslehre liefert die sichere Grundlage für solche frommen Volksbräuche. Gerade in ihrer Naivität zeigen sie uns den Weg der geistlichen Kindschaft. Wer darin nur die Äußerung eines infantilen Glaubens sieht, kann nur schwer das Wort des Herrn erfassen: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Vor Gott sind wir immer wie kleine, bedürftige Kinder, die es nötig haben, die Liebe in greifbaren, manchmal naiv-schlichten Zeichen auszudrücken. Von außen besehen und kritisch betrachtet, haben solche Zeichen kaum einen objektiven Wert. Und doch sind sie echter Ausdruck der betenden Haltung eines Menschen, der vor Gott kindhaft werden will.

Die geistliche Kindschaft nimmt manchmal auch kühne Züge an: wir wenden uns mit Worten an den Herrn, die uns, vor anderen Leuten ausgesprochen, die Schamröte ins Gesicht steigen ließen. Sie gehören einzig in die Intimität des Herzens: daß wir Gott lieben und ihn immer inniger lieben möchten, daß wir jedes Kreuz zu tragen bereit sind. Aus solch kühnem, kindlichem Beten können dann reife Vorsätze erwachsen.

III. Wenn wir in wenigen Worten zusammenfassen müßten, was es heißt, das Reich Gottes wie ein Kind anzunehmen, dann sollten wir uns folgende Haltungen merken: Einfachheit, Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit. Das Kind »ist noch nicht künstlich. Es steht noch in der Unmittelbarkeit; ist einfach es selbst. Es spricht aus, was ist, und bringt die Großen in Verlegenheit. Es zeigt, was es empfindet, und gilt als unerzogen. Die Erzogenheit besteht zu einem guten Teil nicht darin, liebevoll, verstehend, selbstlos zu sein, sondern die eigenen Gefühle zu verbergen; so enthält das Reden und Benehmen des Erwachsenen viel Unechtes und Unredliches. Demgegenüber ist das Kind einfach und aufrichtig. Auch das bedeutet kein Verdienst. Es empfindet die Hemmungen noch nicht, welche es dem Großen schwer machen, wahr zu sein. Seine Wahrhaftigkeit ist noch unerprobt. Aber sie ist da und bildet einen lebendigen Vorwurf.«14

Das kleine Kind braucht sich nicht zu verstellen und so zu tun, als wäre es groß und souverän, fehlerlos und vollkommen. Es weiß sich wehrlos - und doch geborgen. Und wir Erwachsenen? Könnten wir nicht zum Beispiel die Aussprache mit dem geistlichen Leiter einfacher und aufrichtiger führen, dabei schlicht alles berichten, was uns bewegt: Gutes, auf das wir befriedigt blicken, und Schlechtes, das uns beschämt, Unklares, das uns bedrängt?

Wer sich um Einfachheit bemüht, richtet seinen Blick auf den Herrn und sieht alles von ihm her. Dann ist die lautere Absicht da, man sucht in allem den Willen Gottes und das Wohl der Mitmenschen. Man sucht nicht das Außergewöhnliche, sondern tut das, was hier und jetzt zu tun ist.

Auf diesem Weg wächst die Vertrautheit mit dem Herrn. Wir lernen, uns in seiner Gegenwart zu sammeln. »Wer gesammelt in der Tiefe lebt, der sieht auch die >kleinen Dinge< in großen Zusammenhängen; nur er vermag ihr Gewicht - an letzten Maßstäben gemessen - in der richtigen Weise einzuschätzen und sein Verhalten entsprechend zu regeln.«15 Dann sind wir weder töricht leichtgläubig noch argwöhnisch, sondern klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben16.

Wie immer ist die Muttergottes auch im schlichten Umgang mit dem Herrn Lehrmeisterin. Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, wie Maria ganz im Hinblick auf den Sohn lebte. Das Wort in Kana oder das Magnificat zeugen von einem unkomplizierten Ineinander von Innen und Außen, von Sammlung und Aktivität. Wie spontan, wie einfach ist ihre schlichte Reaktion in Kana! Was soll sie tun? Zum Sohn gehen. Sie haben keinen Wein mehr17 - das ist alles, und es ist genug. Der Sohn versteht.

Gegenüber dem eigenen Dünkel, der sogar beim Beten »kreativ« sein möchte, lehrt uns Maria eine schliche Natürlichkeit. Im Magnificat findet sich fast alles vereint, was uns heute nicht selten als schwer vereinbar erscheinen will: Gotteslob und Dienst am Nächsten, vorgeformtes und freies Beten, Spontaneität und Rückgreifen auf Tradiertes, Selbstbewußtsein und Wissen um die eigene Niedrigkeit. Althergebrachte Worte werden zu neuen, lebendigen Worten, die ein konkreter Mensch unter dem Eindruck des Augenblicks spricht - da Elisabet jubelt und das Kind in ihrem Schoß hüpft.

1 Mk 10,13-16. - 2 R.Guardini, Der Herr, Würzburg 1951, S.318. - 3 Katechismus der Katholischen Kirche, 239. - 4 ebd., 2779. - 5 J.Escrivá, Der Weg, Nr.855. - 6 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.79. - 7 Edith Stein, Im verschlossenen Garten der Seele, Freiburg 1987, S.118. - 8 R.Guardini, a.a.O., S.314. - 9 Theresia von Liseux, Autobiographische Schriften, C 25r. - 10 Katechismus der Katholischen Kirche, 2722. - 11 Paul VI., Apost.Schreiben Evangelii nuntiandi, 8.12.75, 48. - 12 ebd. - 13 ebd. - 14 R.Guardini, a.a.O., S.313. - 15 Edith Stein, a.a.O., S.39. - 16 Mt 10,16. - 17 Joh 2,3.

von 24.05.2013 07:45

JAHRESKREIS
7. WOCHE - FREITAG

8

HAUSKIRCHE UND KEIMZELLE DER GESELLSCHAFT

Jesus gibt der Ehe die anfängliche Würde zurück.
Die Familie als Keimzelle zur Erneuerung der Gesellschaft.
Die Kraft des Sakramentes.


I. Das Evangelium der Messe1 zeigt uns wieder einmal den lehrenden Jesus. Sein Kommen in das Gebiet jenseits des Jordan bedeutet den endgültigen Abschied von Galiläa auf dem Weg zum Ziel seiner Sendung. Jerusalem kommt immer näher. Scharen umringen ihn, darunter auch einige Pharisäer, die ihn, wie schon früher, wieder in ein Streitgespräch verwickeln wollen. Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen? Sie kennen seine Lehre und wollen ihn in Gegensatz zu Mose bringen, um dann mit dem Scheidebrief herauszurücken, den Mose gestattet hatte. Unter den Rabbinern gab es einen Streit über die Interpretation des Textes aus dem Buch Deuteronomium, der die Ausstellung der Scheidungsurkunde mit der Begründung rechtfertigt: weil er an ihr etwas Anstößiges entdeckt2. Die strenge Schule verstand darunter ausschließlich Unzucht, die laxere, in der Praxis vorherrschende »alles, was an der Frau beim Ehemann Mißfallen erregen konnte, bis zum Anbrennenlassen einer Speise, so daß damit dem Mann praktisch ein schrankenloses Recht zur Ehescheidung eingeräumt war.«3

Bei Matthäus klingen diese Schulstreitigkeiten nach, wenn die Pharisäer fragen, ob der Mann die Frau aus jedem beliebigen Grund aus der Ehe entlassen4 dürfe. Markus hat Heidenchristen im Blick und interessiert sich nicht für solche Hintergründe, sondern für das Wesentliche, für die Reaktion des Herrn. Auch Jesus läßt sich nicht auf den Streit ein. Er nimmt den Gegnern das Heft aus der Hand mit einer Gegenfrage: Was hat euch Mose vorgeschrieben? Sie sagten: Mose hat erlaubt, eine Scheidungsurkunde auszustellen und die Frau aus der Ehe zu entlassen.5

Die Antwort Jesu »gliedert sich in drei Teile: er gibt zunächst der zitierten Bestimmung des Mose eine neue Deutung, indem er sie als Zugeständnis an die menschliche Herzenshärte erklärt, stellt dann daneben einen anderen Satz des Gesetzes, der Gottes ursprünglichen Willen in dieser Frage ausspricht, und gibt endlich eine eigene Entscheidung der Frage. Jesus bestreitet nicht, daß wirklich Mose die Erlaubnis zur Ehescheidung gegeben hat, noch tastet er seine Autorität als Gesetzgeber an, als hätte Mose etwa mit der Erlaubnis der Ehescheidung Gottes Willen verfälscht. Er bestreitet aber, daß darin Gottes eigentliche Forderung uneingeschränkt zum Ausdruck komme.«6

Jesus will der Ehe die Würde des Anfangs zurückgeben: Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind daher nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.

Wie andere Male7 folgt der öffentlichen Auseinandersetzung eine besondere Belehrung der Jünger, sobald sie allein sind. Nach Matthäus sind die Jünger schokiert: Wenn das die Stellung des Mannes in der Ehe ist, dann ist es nicht gut zu heiraten8. Und Jesus ergänzt dann seine Erklärung: Wer seine Frau aus der Ehe entläßt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch. Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entläßt und einen anderen heiratet.

Christus sieht die Ehe vom Anfang her. Die Liebe der Gatten erfordert von ihrer Natur her Einheit und Unauflöslichkeit. Echte Liebe »bedeutet unlösliche Treue, die in Glück und Unglück Leib und Seele umfaßt und darum unvereinbar ist mit jedem Ehebruch und jeder Ehescheidung. Wenn wirklich durch die gegenseitige und bedingungslose Liebe die gleiche personale Würde sowohl der Frau wie des Mannes anerkannt wird, wird auch die vom Herrn bestätigte Einheit der Ehe deutlich.«9 Mann und Frau sind »berufen, in ihrer Einheit ständig zu wachsen durch die Treue, mit der sie täglich zu ihrem Eheversprechen gegenseitiger Ganzhingabe stehen«10.

II. Bei seinem ersten Besuch in Deutschland machte Papst Johannes Paul II. den christlichen Eheleuten Mut: »Die Endgültigkeit der ehelichen Treue, die heute vielen nicht mehr verständlich erscheinen will, ist ein Ausdruck der unbedingten Würde des Menschen. Man kann nicht nur auf Probe leben, man kann nicht nur auf Probe sterben. Man kann nicht nur auf Probe lieben, nur auf Probe und Zeit einen Menschen annehmen.«11

Wenn wir die Werte der christlichen Ehe verteidigen, müssen wir mit dem Unverständnis derer rechnen, die sie in heutiger Zeit für unmöglich halten, mit der Aggressivität derer, die die Liebe nur egoistisch deuten. Das christliche Ehe- und Familienleben ist heute vielen Schwierigkeiten ausgesetzt. Die moderne Industriegesellschaft hat die Lebensbedingungen für Ehe und Familie grundlegend verändert. Früher waren sie nicht nur Lebens- und Erlebnisgemeinschaft, sondern auch Produktions- und Wirtschaftsgemeinschaft, die einen natürlichen Zusammenhalt förderte. Die Gefahren der Entfremdung sind heute größer geworden. Und doch: »Ehe und Familie sind wichtiger denn je: Keimzellen zur Erneuerung der Gesellschaft, Kraftquellen, aus denen das Leben menschlicher wird.«12

Staat und Gesellschaft leiten ihren eigenen Zerfall ein, wenn sie Ehe und Familie nicht mehr wirksam fördern und schützen und andere, nicht eheliche Lebensgemeinschaften ihnen gleichstellen. Alle Menschen guten Willens, besonders wir Christen, sind aufgerufen, die Würde und den Wert von Ehe und Familie neu zu entdecken und überzeugend vorzuleben.«13

Das christliche Bemühen, die Grundlagen von Ehe und Familie zu festigen, ist ein allgemeiner Dienst an der Gesellschaft. »In der Überzeugung, daß das Wohl der Familie einen unersetzlichen und unverzichtbaren Wert für das Zusammenleben der Bürger darstellt, müssen die staatlichen Autoritäten ihr möglichstes tun, um den Familien alle jene Hilfen auf wirtschaftlichem, sozialem, erzieherischem, politischem und kulturellem Gebiet zu sichern, die sie brauchen, um in menschenwürdiger Weise ihrer vollen Verantwortung nachkommen zu können.«14

Die Familien sollen sich immer mehr bewußt werden, daß in erster Linie sie selbst die Initiativen für eine sogenannte »Familienpolitik« ergreifen müssen: »Der gesellschaftliche Auftrag der Familie soll sich auch in Formen politischen Handelns äußern, das heißt, die Familien müssen sich als erste dafür einsetzen, daß die Gesetze und Einrichtungen des Staates die Rechte und Pflichten der Familie nicht nur nicht beeinträchtigen, sondern positiv stützen und verteidigen.«15

Dies erfordert zuerst - als Voraussetzung öffentlicher Wirksamkeit - die Sorge um die innere familiäre Stabilität. Dann entstehen Kontakte zu anderen Familien, weil man gesellschaftliche Aufgaben - Schule und Erziehung der Kinder zum Beispiel - gemeinsam zu lösen versucht. Doch wie sollte das möglich sein ohne die innere Kraft, die aus dem Bemühen um ein der ehelichen Berufung entsprechendes Leben erwächst?

Auch die Kinder sollen im familiären Leben einen Teil ihrer Berufung erkennen und dazu beitragen, daß die häusliche Atmosphäre christlich geprägt ist. Dies heißt vor allem, die natürlichen und übernatürlichen Tugenden zu pflegen: feinfühliges Hinhören, Dienstbereitschaft, Verstehen und Rücksichtnehmen, gute Laune und »Danke« sagen können.

III. Christus tat mehr, als der Ehe ihre ursprüngliche Würde zurückzugeben: er hob die natürliche Einrichtung auf die übernatürliche Ebene eines Sakramentes.

Das gegenseitige Sichgehören von Mann und Frau setzt die Beziehung Christi zu seiner Kirche sakramental gegenwärtig. Die normalen Merkmale jeder natürlichen ehelichen Liebe erhalten eine neue Bedeutung, die sie läutert, festigt und erhebt. »Das Sakrament hebt die natürliche Gestalt der Ehe nicht auf, sondern nimmt sie in das sakramentale Geheimnis hinein. Das ist bei anderen Sakramenten nicht so. Geburt ist nicht Taufe. Mahl ist nicht Herrenmahl. Aber die Hochzeit des Christen ist das Sakrament der Ehe.«16

Als Jesus Christus die Urwahrheit über die Ehe, die Wahrheit des Anfangs offenbarte, machte er den Menschen auch fähig, sie zu verwirklichen. Am Kreuz erreicht die Offenbarung der Liebe Christi ihren Höhepunkt. »In diesem Opfer wird der Plan vollständigt enthüllt, den Gott dem Menschsein des Mannes und der Frau seit ihrer Schöpfung eingeprägt hat (vgl. Eph 5,32 f); die Ehe der Getauften wird so zum Realsymbol des neuen und ewigen Bundes, der im Blut Christi geschlossen wurde. Der Geist, den der Herr ausgießt, macht das Herz neu und befähigt Mann und Frau, einander zu lieben, wie Christus uns geliebt hat. Die eheliche Liebe erreicht dadurch jene Fülle, auf die sie von innen her ausgerichtet ist, die übernatürliche Gattenliebe, in welcher die Vermählten auf die ihnen eigene und spezifische Art an der sich am Kreuz schenkenden Liebe Christi teilnehmen und sie zu leben berufen sind.«17

Es ist eine wichtige katechetische Aufgabe unserer Zeit, Brautleute und junge Ehepaare auf diese tiefe Sicht der christlichen Ehe hinzuweisen. Sie sollen erkennen, daß die Ehe zwischen Getauften nicht allein eine gesellschaftliche Einrichtung oder eine überkommene Tradition ist, sondern ein heiligendes Sakrament. Es ist ebenso wichtig, im eigenen Gebet hin und wieder das eigene Familienleben unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten. Dies kann das Zusammenleben stärken und das Gespür für die Anliegen der anderen - Ehepartner, Kinder, Geschwister, Großeltern - schärfen. So kann man sich gegenseitig helfen und Fehlhaltungen korrigieren, die »meistens einem sublimen Egoismus entspringen, der sich häufig unter der Maske des ewigen schulmeisterlichen Erziehers oder der zudringlichen, mitleidigen Bemutterung zu tarnen sucht«18.

Der Kirchenvater Johannes Chrysostomos sagt: »Ubi caritas gaudet, ibi est festivitas. - Wo Liebe sich freut, da ist Fest.«19 Auch die Kultur des Feierns gehört zur Familie. Das Fest befreit von der Fron und dem Streß des Alltags, es läßt uns heraustreten aus der Welt des Machens und öffnet den Blick wieder für das Ganze. Dies gilt besonders für den Sonntag und die großen Feiertage des Glaubens. Die Arbeitsruhe ist dabei nicht Selbstzweck, sondern eine Möglichkeit, »daß alle über genügend Zeit der Ruhe und der Muße verfügen, um ihr familiäres, kulturelles, gesellschaftliches und religiöses Leben zu pflegen«20. Ebenso sind familiäre Gedenktage eine gute Gelegenheit, sich auf den gemeinsamen Ursprung zu besinnen und unter Umständen, etwa durch ein versöhnendes Gespräch, kleine Verstimmungen zu glätten, die in der Hektik des Alltags entstanden sind. Auch Urlaub und Ferien sollen in einer Umgebung stattfinden, die nicht durch Frivolität oder dümmliche Libertinage gekennzeichnet ist.

In einer von natürlichen Tugenden geprägten Atmosphäre entfalten sich christliche Ideale und noble menschliche Anliegen. Dann ist die Familie wirklich die »Hauskirche«21 und der ideale Ausgangspunkt der Neuevangelisierung unserer Gesellschaft.

Bitten wir Maria, Mater pulchrae Dilectionis, die Mutter der Schönen Liebe, um die Fülle der Gnade Christi für die eigene und für alle Familien.

1 Mk 10,1-12. - 2 vgl. Dtn 24,1. - 3 Regensburger Neues Testament, Bd.2, Regensburg 1958, S.185. - 4 Mt 19,2. - 5 Mk 10,3-4. - 6 Regensburger Neues Testament, a.a.O., S.186. - 7 vgl. Mk 4,10.34; 7,17; 8,28. - 8 Mt 19,10. - 9 II. Vat. Konz., Konst. Gaudium et spes, 49. - 10 Johannes Paul II., Apost. Schreiben Familiaris consortio, 22.11.1981, 19. - 11 Johannes Paul II., Ansprache in Köln, 15.11.1980. - 12 ebd. - 13 ebd. - 14 Johannes Paul II., Apost. Schreiben Familiaris consortio, 22.11.1981, 45. - 15 ebd., 44. - 16 J.Höffner, Nur Du - und Du für immer, Köln 1980, S.7. - 17 ebd., S.13. - 18 ebd., S.10. - 19 zit. bei J.Pieper, Zustimmung zur Welt, München 1964, S.43. - 20 Katechismus der Katholischen Kirche, 2184. - 21 vgl. II. Vat. Konzil, a.a.O., 11.

von 23.05.2013 12:55

JAHRESKREIS
7. WOCHE - DONNERSTAG

7

WORAUF ES ANKOMMT

Lohn und Strafe.
Die Existenz der Hölle als Mahnung und Anruf.
Zeugnis statt Ärgernis.


I. Gestern hörten wir von der Reaktion unseres Herrn gegenüber einem Unbekannten, der in seinem Namen Dämonen austreibt. Im Unterschied zur Intoleranz der Jünger deutet Jesus an, daß jener Unbekannte in einem gewissen Sinne für ihn ist und dem Himmelreich nahe steht. Das heutige Evangelium1 setzt die Rede des Herrn fort. Dämonen austreiben ist etwas Spektakuläres. »Es gibt noch ganz andere, viel kleinere Werke, die auch schon im Namen Jesu getan werden können, auch die sind schon Zeichen des Glaubens an ihn, auch die werden von ihm anerkannt. Der Herr nennt ein allerkleinstes Werk: Ein Becher Wasser, zu trinken gereicht einem Jünger des Herrn - der Herr sagt aber nicht das Wort Jünger, sondern er schwächt auch da noch ab und will sagen: wenn dieser Becher irgend einem gereicht wird, nur weil der Empfänger irgendwie zu Christus gehört.«2

Er wird nicht um seinen Lohn kommen ... Gott vergißt auch nicht den geringsten Dienst, den man ihm - oder ihm im Nächsten - erweist. Es spornt an, von ihm zu hören, daß Gott kein Dienst - auch nicht der geringfügigste - entgeht, wenn er aus Liebe und Anteilnahme geschieht.

Alles, was ein Mensch im Laufe seines Lebens an Erfolgen verbuchen oder an glanzvollen Leistungen vollbringen mag, ist nichts im Vergleich zu Gottes Lohn für das Gute, das wir tun: dem Himmel. Dieser Lohn ist Geschenk, nicht die Frucht eigener Leistung, und doch auch nicht von unserem Tun oder Lassen gänzlich unabhängig. Deshalb liegt viel daran, die Gelegenheiten zum Bösen entschlossen zu meiden. Alles soll in die Zielgerade unseres Lebens, zu Gott zu gelangen, einmünden. Nichts ist dem ewigen Heil vorzuziehen.

Drastisch verdeutlicht der Herr, wie selbst Nötiges und Elementares zum Hindernis werden kann: Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab (...). Und wenn dich dein Fuß zum Bösen verführt, dann hau ihn ab (...). Und wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus. Die Hand, der Fuß, das Auge, so nötig und wichtig sie auch sind, die beseligende Schau Gottes für die ganze Ewigkeit, sie ist das absolute Gut und allem vorzuziehen. Meistens geht es - Gott sei Dank - nicht um Hand, Fuß oder Auge, sondern um Kleinigkeiten, auf die wir ganz undramatisch verzichten können.

Christus nennt die Alternative dazu: in die Hölle geworfen zu werden, wo der Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt. Weil es so ist, müssen wir entschlossen alles meiden, was ihn beleidigen könnte. Auch das, was noch keine Sünde ist, uns aber in ihre Nähe bringen könnte, sollen wir entschlossen meiden. Weder mit dem eigenen noch mit dem Heil des Nächsten dürfen wir spielen.

Wir sagten schon, daß, wer Gott in allem gefallen will, es in der Regel mit nur kleinen Hindernissen zu tun haben wird: mit Launen, Ecken und Kanten des Charakters, wählerischen Ansprüchen beim Essen und Trinken, übertriebener Sorge um Gesundheit oder Wohlbefinden. Vielleicht sind diese Schwächen nicht einmal Sünde, aber sie erschweren das Vorankommen und begünstigen Stolpern oder Versagen in wichtigeren Dingen.

Wem das Ziel seines Lebens klar ist, der kann leichter großzügig sein und beharrlich im Kampf. Der Herr unterstützt diesen Kampf bei seinen Jüngern: die ungestüme Art des Petrus verwandelt er in Festigkeit; die vorschnelle Aufgeregtheit der Donnersöhne Johannes und Jakobus in den beharrlichen Eifer von Glaubensverkündern; den skeptischen Realismus des Thomas in ein wunderbares Zeugnis des Glaubens.

II. Christlich leben heißt Schritt für Schritt unterwegs sein zum Himmel. »Der Himmel ist das letzte Ziel und die Erfüllung der tiefsten Sehnsüchte des Menschen, der Zustand höchsten, endgültigen Glücks.«3 Alles Irdische im Lichte dieses letzten Zieles seinen der Schmerz und die Freude, die die Erholung, der Erfolg und die vorausgesetzt, man weiß es richtig einzuordnen, ähnlich wie man bei einem großen Unternehmen jede Einzelheit plant und sie gleichzeitig in einem umfassenderen Zusammenhang sieht. Fehlt dieses Licht, dann gerät der Mensch in die Gefahr, das Ziel seines Weges, seine Existenz auf Erden, zu verfehlen. Denn der Herr belehrt uns über die Alternative: entweder der Himmel - auf dem Weg durch das Fegefeuer, falls wir noch der Läuterung bedürfen - oder die Hölle, der Ort des unauslöschlichen Feuers4.

»Die Aussagen der Heiligen Schrift und die Lehren der Kirche über die Hölle sind eine Mahnung an den Menschen, seine Freiheit im Blick auf sein ewiges Schicksal verantwortungsvoll zu gebrauchen. Sie sind zugleich ein eindringlicher Aufruf zur Bekehrung: >Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn< (Mt 7,13-14).«5

Wäre die Hölle nicht eine Wirklichkeit, hätte Christus nicht so klar von ihr gesprochen und uns nicht so oft: Seid wachsam! zugerufen. Der Zustand ewiger Verdammnis für jene, die das Böse nicht bereut haben und in schwerer Schuld sterben, wird im Alten Testament dunkel angedeutet6, im Neuen Testament aber deutlich ausgesprochen. Der Herr spricht vom ewigen Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist7. In zahlreichen Gleichnissen verkündet er, daß es nach dem Tode nicht nur die Seligkeit des Himmels, sondern auch die Qual und Verzweiflung der Hölle gibt.8 Dort werden die bösen Knechte bestraft, die den Willen des Herrn nicht erfüllt haben9, ebenso die törichten Jungfrauen, die, als der Bräutigam eintrifft, kein Öl - nämlich das der guten Werke - bei sich haben10, sowie der Gast, der ohne Hochzeitsgewand an der Festtafel sitzt11. Wer seinen Bruder schwer beleidigt soll dem Feuer der Hölle verfallen sein12; ebenso werden jene Verfluchten die ewige Strafe erhalten, die sich um die schwere Not ihres Nächsten nicht gekümmert haben13. Johannes der Täufer sagt von dem Kommenden, er werde in der Welt die Spreu vom Weizen trennen, um den Weizen in seine Scheune zu bringen und die Spreu im nie erlöschenden Feuer zu verbrennen14.

»Wenn man über das Geschick des Menschen nach dem Tode spricht, so muß man sich besonders vor Darstellungsweisen hüten, die sich ausschließlich auf willkürliche Phantasievorstellungen stützen (...). Jene Bilder hingegen, welche wir in der Heiligen Schrift verwandt finden, verdienen eine besondere Ehrfurcht. Man muß ihren tieferen Sinn verstehen und die Gefahr vermeiden, sie allzu sehr abzuschwächen, weil das oft die Wirklichkeit selbst verflüchtigt, die in diesen Bildern angedeutet wird.= 15 Die Bilder von der Hölle stehen für eine Realität - sie sind weder bloßes Symbol noch die naive Erfindung einer unaufgeklärten Zeit. Das Lehramt der Kirche hat diese Glaubenswahrheit stets gelehrt. In der Konstitution Lumen gentium des Zweiten Vatikanichen Konzils heißt es im Kapitel über den endzeitlichen Charakter der pilgernden Kirche: »Da wir aber weder Tag noch Stunde wissen, so müssen wir nach der Mahnung des Herrn standhaft wachen, damit wir am Ende unseres einmaligen Erdenlebens (vgl. Hebr 9,27) mit ihm zur Hochzeit einzutreten und den Gesegneten zugezählt zu werden verdienen (vgl. Mt 25,31-46) und nicht wie böse und faule Knechte (vgl. Mt 25,26) ins ewige Feuer weichen müssen (vgl. Mt 25,41), in die Finsternis draußen, wo Heulen und Zähneknirschen sein wird (Mt 22,13; 25,30).«15

Es wäre unverantwortlich, diese Glaubenswahrheit in der Verkündigung auszusparen oder vom eigenen Beten auszuschließen. Die Kirche kann »nicht ohne schwerwiegende Verstümmelung ihrer wesentlichen Botschaft auf eine beständige Katechese darüber verzichten, was der traditionelle christliche Sprachgebrauch als die vier Letzten Dinge des Menschen bezeichnet: Tod, Gericht, Hölle und Paradies. In einer Kultur, die den Menschen in sein mehr oder weniger gelungenes irdisches Leben einzuschließen sucht, verlangt man von den Hirten der Kirche eine Katechese, die mit der Gewißheit des Glaubens das Jenseits erschließt und erhellt: Jenseits der geheimnisvollen Pforten des Todes zeichnet sich eine Ewigkeit der Freude in der Gemeinschaft mit Gott oder der Strafe in der Ferne von ihm ab.«17

Indem wir uns heute fragen, ob wir entschlossen die Gelegenheiten zur Sünde meiden, bitten wir die Muttergottes, sie möge uns lehren, jede Sünde - auch die läßliche - zu verabscheuen.

III. Der Blick nach oben, zum Ziel unseres Lebens, hilft uns, nicht orientierungslos zu werden in den Niederungen des Alltags. Dann können wir auch jenen Orientierung sein, die uns nahestehen. Wir helfen ihnen mit unserer konsequenten Lebensweise - bester Erweis der Freundschaft - auf ihrem Weg zu Gott. Im heutigen Evangelium heißt es: Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.

Was heißt mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen? »Anschaulich heißt es im Griechischen >Eselsmühlstein<, das ist jener von den beiden aufeinander sich wälzenden Steinen in der Mühle, der gewöhnlich von einem Esel herumgedreht wurde. In der Mitte hatte dieser Stein natürlich ein Loch, um die Walze durchstecken zu können. Daher heißt es >herumgelegt< - das Wort ist von furchtbarer Anschaulichkeit, mit einem solchen Stein um den Hals konnte er nur in die Tiefe sinken!«18

Dieses Herrenwort steht im Kontext des Streits unter den Aposteln, wer von ihnen der Größte sei.19 Zuerst belehrt sie der Herr: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Dann macht er die Lehre anschaulich: er stellte ein Kind in ihre Mitte - wohl eines der gerade in der Nähe spielenden Kinder. Er nahm es in seine Arme. Die Geste wird zu einem Gleichnis, das zwei Gedanken verbindet: selbst wie ein Kind sein, um in das Himmelreich einzugehen, und sich in acht nehmen, den Kleinen und Schwachen kein Ärgernis zu geben.

Dann ist es, als richteten sich die Gedanken Christi nicht mehr auf die Jünger und ihre kindischen Querelen, sondern auf das leibhaftige Kind in seinen Armen. Was wird aus diesem gefährdeten Wesen werden?

Ärgernis geben bedeutet einen Menschen dadurch zu Fall bringen, daß man auf seinem Lebensweg zu einem Stein des Anstoßes wird, zu einem Stolperstein. Das Ärgernis - heißt es im Katechismus der katholischen Kirche - »ist eine Haltung oder ein Verhalten, das den Anderen zum Bösen verleitet. Wer Ärgernis gibt, wird zum Versucher seines Nächsten. Er gefährdet dessen Tugend und Rechtschaffenheit; er kann seinen Bruder in den seelischen Tod treiben.«20

Die Kleinen, das sind für Jesus wohl zuerst die Kinder: jenes, das er in seinen Armen hielt wie alle anderen, in deren offener Einfalt sich das Bild Gottes unverfälscht widerspiegeln kann. Aber Jesus denkt wohl auch an die vielen, die in irgendeinem Sinne »schwach« und »zerbrechlich« sind: »Welchen Wert muß der Mensch in den Augen des Schöpfers haben, wenn >er verdient hat, einen solchen und so großen Erlöser zu haben<, wenn Gott seinen Sohn hingegeben hat, damit er, der Mensch, nicht verlorengeht, sondern das ewige Leben hat (vgl. Joh 3,16)?«21

Durch Ärgernis geben kann das größte Werk Gottes - die Erlösung - in einem Menschen zunichte gemacht werden. Verführt und verstrickt in die Unerbittlichkeit der Sünde, geht er des Gnadenlebens verlustig, das kostbarer ist als das Leben des Leibes. Jetzt verstehen wir besser, warum dies Wort des Herrn so hart ist wie kaum ein anderes im Evangelium.

Wieviel Ärgernis wird Tag für Tag in der Welt gegeben! Der Herr erwartet von seinen Jüngern ein lebendiges Zeugnis und ein gutes Beispiel, aber auch Sühne und Wiedergutmachung. Die Worte des Herrn über die Hölle rufen uns dazu auf, für viele Menschen statt Stolpersteine verläßliche Weggefährten zum Heil zu sein. Mit einem alten Stoßgebet der Kirche bitten wir Maria: Iter para tutum!, bereite uns den sicheren Weg!

1 Mk 9,41-50. - 2 J.Dillersberger, Markus, Bd.4, Salzburg 1937, S.93. - 3 Katechismus der Katholischen Kirche, 1024. - 4 vgl. Mt 5,22; 13,42.50; Mk 9,43-48. - 5 Katechismus der Katholischen Kirche, 1036. - 6 vgl. Jes 24,21; 66,24; Weish 4,19 usw. - 7 Mt 25,41. - 8 vgl. Mt 13,24-30.47-50; Lk 14,16-24; 16,19-31 usw. - 9 vgl. Mt 24,51. - 10 vgl. Mt 25,1 ff. - 11 vgl. Mt 22,11-13. - 12 Mt 5,22. - 13 vgl. Mt 25,41 ff. - 14 vgl. Lk 3,17. - 15 Schreiben der Kongregation für die Glaubenslehre zu einigen Fragen der Eschatologie, 17.5.1979. - 16 II.Vat.Konz., Konst. Lumen gentium, 48. - 17 Johannes Paul II., Apost. Schreiben Reconciliatio et paenitentia, 2.12.84, 26. - 18 J.Dillersberger, a.a.O., S.98. - 19 vgl. Mk 9,33-37. - 20 Katechismus der Katholischen Kirche, 2284. - 21 Johannes Paul II., Enz. Redemptor hominis, 10.

von 22.05.2013 13:34

JAHRESKREIS
7. WOCHE - MITTWOCH

6

EINHEIT UND VIELFALT

Kein Monopolanspruch.
Vielfalt: ein Zeichen des Lebens.
Verschiedene Formen der Spiritualität.


I. Das heutige Evangelium1 schildert eine kurze, aber lehrreiche Episode. Den Jüngern ist aufgefallen, daß einer, der nicht zu ihrem Kreis gehört, im Namen Jesu Dämonen austreibt. Wer war dieser Unbekannte? Wir dürfen annehmen, daß er irgendwann einmal in Berührung mit Jesus gekommen war. Hatte er dessen heilende Macht selbst erfahren? Wir wissen es nicht. Die Jünger wundern sich darüber, daß auch einer, der nicht wie sie Jesus ganz nahe ist, in seinem Namen Machterweise wirken kann. Das Evangelium berichtet über ihre ungestüme Reaktion, wahrscheinlich mit dem Donnersohn2 Johannes an der Spitze, denn er ist es, der sich dann an Jesus wendet. Er tut es mit der Befangenheit dessen, der sich über den Ausgang der Angelegenheit unsicher ist, und deshalb hat seine Bemerkung den Klang einer Frage: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgte. Sucht er bei Jesus die Bestätigung, sie hätten sich richtig verhalten? Ahnt er vielleicht, daß der Herr es nicht gutheißen wird?

Tatsächlich werden die Jünger durch die Aufklärung des Herrn in einem wichtigen Punkt belehrt. Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. »Dieses Wort ist kein Gegensatz zu jenem anderen, bekannteren: Wer nicht für mich ist, der ist wider mich (Lk 11,23). Eher könnte man sagen, das Wort hier bei Markus erklärt genauer, was es heißt, für Christus zu sein. Ein Mann, der Dämonen austreibt in Seinem Namen, der glaubt an ihn. Auch wenn er nicht nachfolgt, ist er für Christus. Die Jünger sollen unterscheiden lernen: nicht alle, die nicht ständig Christus nachfolgen, sind schon gegen ihn.«3 Der Unbekannte handelt wohl auf eigene Faust, aber nicht in eigener Vollmacht: mit einer Spur Glauben beruft er sich auf Jesus, auf die Kraft seines Namens. Und Jesus nimmt ihn in Schutz und weist die enge Sicht seiner Jünger zurück.

Daraus lernen wir zunächst, offen zu sein gegenüber vielen, die gutwillig Christus verkünden, ohne ihn ganz zu kennen. Aber dieses Wort des Herrn verweist ebenso auf das apostolische Zeugnis derer, die ihn gut kennen. Bei der Christusnachfolge sind viele Schattierungen und Ausprägungen möglich: »Es gibt viele Formen des Apostolates, durch die die Laien die Kirche aufbauen, die Welt heiligen und in Christus beleben«4, heißt es in einem Text des Zweiten Vatikanischen Konzils. Keine Form der Spiritualität ist also »gültiger« oder »vorbildlicher« als andere, wenn sie sich aus Berufung und Sendung ergibt. Diese bestimmen die für eine konkrete Person jeweils gültige Ausprägung. Wenn eine apostolische Initiative - ob individuell oder von einer Gemeinschaft ausgehend - »= als andere, wenn sie sich aus Berufung und Sendung ergibt. Diese bestimmen die für eine konkrete Person jeweils gültige Ausprägung. Wenn eine apostolische Initiative - ob individuell oder von einer Gemeinschaft ausgehend - in rechter Weise in das Apostolat der Gesamtkirche eingeordnet«5 ist, dann verlangt die christliche Gesinnung, daß man sie achtet. Dies bedeutet nicht, daß man sich mit ihr auch identifizieren müßte. Aber freuen kann man sich immer, eingedenk des Wortes Jesu über die Ernte und die wenigen Arbeiter.6

Das Geschehen im heutigen Evangelium mag eine isolierte Begebenheit schildern, die Belehrung jedoch, die der Herr den Seinen erteilt, bleibt für alle Zeit gültig: Jesus weist den Monopolanspruch seiner Jünger zurück. Tatsächlich kann man sich kaum einen Christen vorstellen, der in einer Art geistlichen Totalitarismus’ seine eigene Vorstellung von christlicher Spiritualität oder vom apostolischen Zeugnis als die einzig gültige ansieht. Papst Johannes Paul II. spricht in Christifideles laici »von den endlosen und verschiedenen Modalitäten, nach denen alle und die einzelnen Glieder der Kirche als Arbeiter im Weinberg des Herrn arbeiten und den mystischen Leib Christi auferbauen.«7

Einheit ist etwas ganz anderes als eine Gleichförmigkeit, die die Seelen und die apostolischen Initiativen einengen würde. In der Kirche wächst eine wunderbare Vielfalt, Blumen vergleichbar, die ganz verschieden in Aroma, Farbe und Gestalt sind. Diese Vielfalt ist ein Reichtum zur Ehre Gottes. Deshalb heißt es: »Freue dich zu sehen, daß andere in guten apostolischen Werken arbeiten. - Bitte für sie um Gottes reiche Gnade und darum, daß sie dieser Gnade entsprechen. Aber du, weiter auf deinem Weg: sei gewiß, es gibt keinen anderen für dich.«8

II. Es gibt keine bessere Art, die uns anvertrauten Talente einzusetzen, als sich ganz dem Weg zu verschreiben, den man als gottgewollten für sich erkannt hat. Es ist nicht nur Zeitverschwendung, sondern auch eine überflüssige Versuchung, Vergleiche mit anderen geistlichen Lebensformen anzustellen. Denn die Folge daraus kann nur die Relativierung des eigenen Engagements sein.

»Das Pfingstwunder besteht darin, daß alle Wege dieser Erde ihre göttliche Weihe erhalten. Nie darf es dahingehend mißverstanden werden, daß nur einem einzigen Weg - auf Kosten der anderen Wege - ein Monopol oder eine ausschließliche Wertschätzung zukäme. Pfingsten: das ist die unbeschreibliche Vielfalt der Sprachen, der Umstände, der mannigfachen Formen, in denen wir Gott begegnen - keine aufgezwungene Gleichförmigkeit.«9

Vielfalt in der Einheit hat es von Anfang an gegeben. »Von Anfang an ist sich die Kirche bewußt, allen Völkern offenzustehen. Sie ist weder an eine Stadt noch an ein Reich gebunden, weder an eine Rasse noch an eine soziale Schicht. Jeder Partikularismus wäre die Aufhebung ihrer selbst. Sie ist weder Kirche der Sklaven noch der Herren, weder die der Römer noch der Barbaren, sondern die Kirche aller, denn sie läßt allen deutlich werden, daß sie Brüder sind. (...) Einheit und Katholizität gehören zusammen; die eine ist Grundlage und Lebenskraft der anderen.«10 So hat der Glaube von Anfang an alle erreicht: Männer und Frauen, Junge und Alte, Gesunde und Kranke, Freie und Sklaven, Gebildete und Ungebildete. Allen Getauften gemeinsam war die Einheit in der brüderlichen Liebe, in der überlieferten Lehre, in den Sakramenten und im Gehorsam gegen die legitimen Hirten.

Freuen wir uns also auch heute, wenn wir sehen, wie sich die Katholizität der Kirche in der Vielfalt der Apostolatsformen äußert. Die Kirche kann niemals in ihren Äußerungen uniform sein, denn sie soll alle Menschen erreichen, und Menschen sind nun einmal - Gott sei Dank - sehr verschieden. »Die Kirche ist auch darum katholisch, weil sie es versteht, die geoffenbarte Wahrheit, die sie in ihrem göttlichen Inhalt unversehrt behütet, in jeder menschlichen Umgebung so vorzulegen, daß es zu einer geistigen Begegnung mit den höchsten Ideen und den berechtigten Erwartungen jedes Menschen und jedes Volkes kommt. (...) Das Evangelium führt nicht zur Verarmung oder zur Auslöschung dessen, was jeder Mensch, jedes Volk und jede Nation, was jede Kultur während ihrer Geschichte als Wert, Wahrheit und Schönheit anerkennen und leben. Es regt vielmehr an, diese Werte aufzunehmen und sie weiter zu entwickeln: sie mit Freude und Großmut zu leben und im geheimnisvollen und erhebenden Licht der Offenbarung.«11

Das heutige Evangelium verweist nicht nur auf die Vielfalt, sondern auch auf die verschiedenen Intensitätsgrade des Zeugnisses für Christus. Der Herr läßt auch das gelten, was die Jünger für unzureichend halten. In unserem Alltag begegnen uns nicht nur Menschen, die engagiert Zeugnis geben, sondern auch solche, die sich für das Gute einsetzen, ohne sich jedoch ganz zu engagieren. Jesus weist sie nicht ab; und sein Wort an die Jünger klingt wie eine Mahnung an uns, »den Übereifer zu bändigen, der vor lauter Strebsamkeit nach dem Allerbesten das einfache Gute oft durch Härte verhindert oder übersieht«12.

Wir dürfen dort keine Grenzen ziehen, wo Jesus keine zog. Prüfen wir also, ob wir es verstehen, für die Vielfalt der Gaben Gottes in der Kirche und für die Mannigfaltigkeit der apostolischen Impulse dankbar zu sein. Denn aus dieser Dankbarkeit erwächst die konkrete Wertschätzung für jede gute Tat in Jesu Namen.

III. Die Vielfalt, die die Kirche von Anfang an aufweist, »rührt einerseits von der Unterschiedlichkeit der Gaben Gottes her, andererseits von der Vielzahl der sie empfangenden Menschen.«13 Ein Ausdruck dieser Vielfalt sind die verschiedenen liturgischen Uberlieferungen: »Die Kirchen ein und desselben geographischen und kulturellen Bereichs begannen allmählich, das Mysterium Christi in besonderen, kulturell geprägten Ausdrucksformen zu feiern. Unterschiede in den Formen finden sich bei der Art und Weise der Überlieferung des Glaubensgutes (vgl. 2 Tim 1,14), in der liturgischen Symbolik, im Aufbau der brüderlichen Gemeinschaft, im theologischen Verständnis der Mysterien und in Formen der Heiligkeit.= 14 Anders als die Vielfalt in der Liturgie - die wir nur selten erleben können - begegnet uns innerhalb der Kirche die Vielfalt in den Äußerungen der Spiritualität im Alltag.Christliche Spiritualität ist immer Nachfolge Christi und baut auf den Mitteln der Heiligung auf, die Christus seiner Kirche gegeben hat. Sie ist nie abstrakt, denn sie wird immer von konkreten Menschen gelebt, die von bestimmten sozialen, kulturellen, psychologischen und historischen Voraussetzungen geprägt sind. Dies bringt verschiedene Ausdifferenzierungen und Gewichtungen mit sich. Jeder Heilige gleicht dem anderen und ist doch von ihm verschieden. Die Nachfolge Christi, die ein bestimmter Mensch verwirklicht, ist angesichts seiner Begrenzungen eingeschränkt. Erst alle zusammen ergeben ein Bild Christi.

»Der große Reichtum an Verschiedenheiten steht der Einheit der Kirche nicht entgegen, sondern die Sünde und ihre Folgen belasten und bedrohen diese Gabe der Einheit unablässig.«15 Darum sollen wir wie der heilige Paulus bitten, die Einheit des Geistes zu wahren durch das Band des Friedens16: Einheit in der Wahrheit und in der Liebe und gleichzeitg lebendige Vielfalt in den Formen der Spiritualität, im theologischen Denken, in der Pastoral. »Insofern die Vielfalt wirklich Reichtum ausmacht und Fülle mit sich bringt, ist sie wahre Katholizität; der Pluralismus grundlegend verschiedener Meinungen führt jedoch zur Auflösung, Zerstörung und zum Verlust der Identität.«17

Der Heilige Geist ist das Band der Einheit und der Liebe, er öffnet der Kirche und jedem einzelnen vielfältige Wege der Heiligung. Wer ein bestimmtes Charisma, eine spezifische Berufung erhalten hat, trägt zum Aufbau der Kirche bei, indem er sich treu seinem besonderen Ruf stellt und den Weg geht, den Gott ihm gezeigt hat. Denn der Herr wartet auf uns dort, wo er uns hingestellt hat, und nicht anderswo.

»Du warst verblüfft darüber, daß ich die mangelnde >Gleichförmigkeit< in diesem Apostolat, in dem du arbeitest, guthieß. Und ich sagte dir: Einheit und Vielfalt. - Ihr müßt so verschieden sein, wie die Heiligen im Himmel verschieden sind, denn jeder von ihnen hat seine besondere persönliche Note. - Darüber hinaus aber müßt ihr euch gleichen wie die Heiligen, die keine Heiligen wären, wäre nicht jeder von ihnen eins mit Christus geworden.«18

Die Kirche gleicht einem menschlichen Organismus, dessen Glieder in ihrer Differenziertheit gleichzeitig zusammengehören.19 In ihr wird die natürliche Verschiedenheit von Charakteren, Neigungen und Meinungen über Gesellschaft, Wissenschaft oder Politik in allem, was nicht im Widerspruch zum Glauben und zur Lehre Christi steht, nicht nur respektiert, sondern gefördert. Mit einem Wort: Die Christen unserer Zeit und aller Zeiten bleiben vereint in Christus, in seiner Liebe und seiner Lehre, treu zur erhaltenen Berufung und verschieden in ihrer Persönlichkeit: jeder im Bemühen, Salz und Licht zu sein, brennende Kohle, Jünger Christi aus einem Guß.

1 Mk 9,38-40. - 2 vgl. Mk 3,17. - 3 J.Dillersberger, Markus, Salzburg 1937, S.92. - 4 II.Vat.Konz., Dekret Apostolicam actuositatem, 16. - 5 ebd., 23. - 6 vgl. Mt 9,37. - 7 Johannes Paul II., Apost. Schreiben Christifideles laici, 30.12.1988, 56. - 8 J.Escrivá, Der Weg, Nr.965. - 9 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.226. - 10 A. Hamman, Die ersten Christen, Stuttgart 1985, S.137. - 11 Johannes Paul II., Rundschreiben Slavorum Apostoli, 2.6.1985, 18. - 12 J.Dillersberger, Markus, Salzburg 1937, S.94. - 13 Katechismus der Katholischen Kirche, 814. - 14 ebd., 1202. - 15 ebd., 814. - 16 Eph 4,3. - 17 Schlußdokument der Außerordentlichen Bischofssynode 1985, II C 2. - 18 J.Escrivá, Der Weg, Nr.947. - 19 vgl. 1 Kor 12,13-27.

von 21.05.2013 12:48

JAHRESKREIS
7. WOCHE - DIENSTAG

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EIN MESSIANISCHER PSALM

Christus ist die Mitte der Psalmen.
Bitte um Kraft zur Überwindung heutiger Hindernisse.
Christus, der König.


I. Die hundertfünfzig geistlichen Gedichte, die auf hebräisch - ganz ihrer literarischen Art entsprechend - Loblieder und auf griechisch psalmoi, also »Lieder zur Harfe« heißen, gehörten zur Tempelliturgie des Alten Bundes und zum Gottesdienst der Synagoge. Sie gehörten ebenso zum Gebetsschatz der jüdischen Familie. Jesus wird sie von Maria und Josef gelernt haben. »Die Psalmen sind das >Gebetbuch< Jesu Christi. Sie bilden die geistige Welt, in der der Erlöser, seiner Menschheit nach, lebt. So sehr gehören ihm die Bilder-, Ausdrucks- und Aussagewelt der Psalmen, daß sie ihm bei entscheidenden Situationen auf die Lippen kommen. Sie werden sogar sein Sterbegebet. Die Psalmen sind eben Geist vom Geiste Jesu Christi. Sie kommen aus der Höhe zum Menschensohn Christus Jesus und steigen wieder vom Menschensohn zur Höhe der göttlichen Herrlichkeit. Christus ist Anfang und Ziel der Psalmen. Christus ist die Mitte der Psalmen.«2 Sie sind »erst ein Schatten jener Fülle der Zeit, die in Christus, dem Herrn, angebrochen ist und aus der das Gebet der Kirche seine Kraft gewinnt«3.

Die Kirche betrachtet die Psalmen als »wichtigen Teil der heiligen Liturgie und des Gottesdienstes«4. Sie »betet mit jenen großartigen Liedern, die heilige Verfasser im Alten Bund auf Eingebung des Geistes Gottes gedichtet haben. Sie haben von ihrem Ursprung her die Kraft, Geist und Herz des Menschen zu Gott zu erheben und in ihnen fromme und heilige Gesinnung zu wecken. Im Glück helfen sie danksagen, im Unglück bringen sie Trost und Standhaftigkeit.= 4 Die Psalmen sind - vor allem im Stundengebet - die geborene Stimme der Kirche«5, »Quelle der Frömmigkeit und Nahrung für das persönliche Beten«6. Dies bezeugt Augustinus: »Wieviel weinte ich bei deinen Hymnen und Gesängen, heftig bewegt durch die Stimme deiner Kirche, die lieblich erklang. Diese Stimme strömte in meine Ohren ein, und klar und lauter floß die Wahrheit in mein Herz. Dort entzündete sie die Gefühle der Frömmigkeit.«7

Unter den Psalmen messianischen Charakters ragt der Psalm 2 hervor. Seine Mitte ist das geheimnisvolle Wort: Mein Sohn bist du. Heute habe ich dich gezeugt. »Glauben, daß der, der auf Golgota gestorben ist, zugleich derjenige sei, zu dem diese Worte gesagt sind, scheint ein unerhörter Widerspruch. Was bedeutet diese Anwendung des Wortes? Sie besagt, daß man die Königshoffnung Israels in dem am Kreuz Gestorbenen und für das Auge des Glaubens Auferweckten erfüllt weiß. Sie bedeutet die Überzeugung, daß zu dem, der am Kreuz starb; zu dem, der aller Macht der Welt entsagte (...); zu dem, der alle Schwerter beiseite legen ließ und nicht, wie es die Könige der Welt tun, andere für sich in den Tod schickte, sondern selbst in den Tod für andere ging; zu dem, der den Sinn des Menschseins nicht in der Macht und in deren Selbstbehauptung, sondern im radikalen Sein für die anderen sah, ja, der das Sein für die anderen war, wie das Kreuz es zeigt - daß zu ihm und zu ihm allein Gott gesagt hat: >Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt.< Im Gekreuzigten wird für die Glaubenden sichtbar (...), was der wahre Sinn von Königtum ist.«8

Die Apostelgeschichte zeigt, wie die ersten Christen in diesem Psalm Kraft inmitten ihrer Prüfungen fanden9. Als Petrus und Johannes zum Hohen Rat geführt wurden, weil sie im Namen Jesu einen Gelähmten am Tor des Tempels geheilt hatten, gaben sie mutig Zeugnis. Nach ihrer Freilassung gingen sie zu den Ihren und berichteten alles, was die Hohenpriester und die Ältesten zu ihnen gesagt hatten. Dann beteten sie alle zusammen zu Gott: Herr, du hast den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen und alles, was dazu gehört; du hast durch den Mund unseres Vaters David, deines Knechtes, durch den Heiligen Geist gesagt: Warum toben die Völker, warum machen die Nationen vergebliche Pläne? Die Könige der Erde stehen auf, und die Herrscher haben sich verbündet gegen den Herrn und seinen Gesalbten.10 Sie baten den Herrn um die Kraft, trotz aller Drohungen sein Wort mit allem Freimut weiter zu verkünden, denn sie wußten: dies war ihr Auftrag und ihre Verantwortung.

II. Die Worte, die der Psalmist an den Herrn zu einem Zeitpunkt richtet, da Jerusalem von feindseligen Völkern und Fürsten bedroht ist, sind prophetische Worte. Vom geschichtlichen Boden des Königtums ausgehend, erfüllen sie sich in Christus und bleiben seitdem gültig. Auch wir können mit Recht beten: Warum toben die Völker, warum machen die Nationen vergebliche Pläne? Warum so viel Haß und so viel Bosheit in der Welt? Der Widerstreit, der mit der Ursünde begann, dauert fort: Die Mächtigen der Erde verbünden sich gegen Gott und gegen alles, was von Gott ist. Die Würde alter Menschen, von Ungeborenen und Wehrlosen wird mißachtet, die Kirche verunglimpft, Christus selbst verhöhnt, Menschen, die dem Glauben treu bleiben wollen, verachtet.

Aber Gott ist stärker. Zu ihm, dem lebenspendenden Felsen11 gingen Petrus und Johannes und alle, die an jenem Tag mit ihnen versammelt waren. Am Ende ihres Gebetes - berichtet Lukas - wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt, und sie verkündeten freimütig das Wort Gottes12.

Dies ist »kein einmaliges, in sich abgeschlossenes Geschehen gewesen. Für immer ist er in der Kirche wirksam, aber immer auch von neuem und individuell und >situativ< in jedem einzelnen Gläubigen. Die Ausgießung des Heiligen Geistes ist das Lebensprinzip der ganzen Kirche auf Erden und auch das Belebungs- und das Steuerungsprinzip des einzelnen Menschenherzens. Nur dessen eigener böser Wille kann das verhindern und zunichte machen.«13 Wenn wir heute diesen Psalm beten, bitten wir um Kraft zur Überwindung der Hindernise in einer Welt, die sich Gott entfremdet. Wie die Jünger damals, bauen wir auf das gläubige Bewußtsein unserer Gotteskindschaft und das Königsein Jesu Christi14.

Laßt uns ihre Fesseln zerreißen und von uns werfen ihre Stricke. Ein weltweites Aufbegehren. »Sie durchbrechen das sanfte Joch, sie werfen von sich seine liebenswerte Bürde der Heiligkeit und der Gerechtigkeit, der Gnade, der Liebe und des Friedens. Sie wüten gegen die Liebe, sie verspotten die wehrlose Güte eines Gottes, der auf Legionen von Engeln, die ihn verteidigen könnten, verzichtet (vgl. Joh 18,36).= 14 Doch er, der im Himmel thront, lacht, der Herr verspottet sie. Dann aber spricht er zu ihnen im Zorn, in seinem Grimm wird er sie erschrecken. Und doch scheinen hier auf Erden viele Widersacher Gottes zu triumphieren. Die Menschheitsgeschichte - auch userer Zeit - ist voll von Namen, deren Erwähnung uns Grauen einflößt - Orte wie Menschen. Denn die Geschichte »ist, wie Augustinus in seinem >Gottesstaat< gezeigt hat, ein ständiger Kampf zwischen zwei Reichen: dem Reich Gottes und dem Reich des Bösen (des Satans). Sie unterscheiden sich durch zweierlei Liebe: Gottesliebe und Selbstliebe. Meist ist beides miteinander vermischt. Deshalb darf man einzelne geschichtliche Ereignisse nicht vorschnell als Zeichen Gottes oder als Ausgeburt des Bösen deuten. Man muß vielmehr wissen, daß Gott ein verborgener Gott ist, der uns allein in Jesus Christus eindeutig erschienen ist. Allein von Jesus Christus her haben wir den Maßstab, um die Geschichte und das Leben zu beurteilen.«15

Derselbe Augustinus meint, Zorn Gottes sei bereits die geistige Blindheit derer, die sich gegen das göttliche Gesetz versündigen.16 Andrerseits meint ein anderer Kirchenvater - Hieronymus -, der Zorn, von dem im Psalm die Rede ist, sei »nicht sosehr Zorn wie die nötige Zurechtweisung, so wie der Vater dem Sohn, der Arzt dem Kranken, der Lehrer dem Schüler sie erteilt«17.

Gott ist geduldig und will, daß alle Menschen gerettet werden18. Jedoch ist die Zeit des geduldigen Erbarmens nicht unbegrenzt: denn für jeden Menschen kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann19.

Papst Johannes Paul II. hat sich der Barmherzigkeit Gottes zu verschließen als eines der Merkmale unserer Zeit charakterisiert. Der Mensch »bleibt in der Sünde gefangen, indem er von seiner Seite her seine Bekehrung und damit die Sündenvergebung unmöglich macht, die er als unwesentlich und unbedeutsam für sein Leben erachtet. Dies ist eine Situation des geistlichen Ruins.«20

Wir, die wir Christus nahe sein wollen, müssen durch Sühne die gewaltsame Ablehnung Gottes von so vielen Menschen wiedergutzumachen suchen.

III. Das Mysterium des Bösen ist die bedrängendste Frage im Kontext der menschlichen Freiheit. Der Psalm 2 proklamiert das alles überwindende Königsein Christi: Ich selber habe meinen König eingesetzt auf Sion, meinem heiligen Berg. Den Beschluß des Herrn will ich kundtun. Er sprach zu mir: Mein Sohn bist du. Heute habe ich dich gezeugt. »Gott, unser Vater, hat uns in seinem Erbarmen seinen Sohn zum König gegeben. Er droht und ist zugleich mild; er kündigt uns seinen Zorn an und schenkt uns seine Liebe. Mein Sohn bist du: Er wendet sich an Christus und er wendet sich an dich und an mich, wenn wir uns dazu entschließen, alter Christus, ipse Christus zu sein.

Die Sprache vermag nicht mehr auszudrücken, was das Herz angesichts der Güte Gottes empfindet. Er sagt zu uns: Du bist mein Sohn; nicht ein Fremder, nicht ein Knecht, den man gütig behandelt, nicht ein Freund - das wäre schon viel -, ein Sohn!«21 Dies ist unsere Zuflucht: die Gotteskindschaft. Hier finden wir die nötige Stärke gegen die Widrigkeiten eines Milieus, das sich oft gegenüber der christlichen Sicht des Lebens feindselig zeigt.

Gott, unser Vater, bleibt uns immer nahe. Seine Gegenwart wirkt überall: in den Herzen der Menschen wie in den Ereignissen der Geschichte, im Kleinen wie im Großen. Überall wartet Gott auf uns, daß wir zu ihm gehen - mit unseren Bitten und unseren Nöten: Fordere von mir, und ich gebe dir die Völker zum Erbe, die Enden der Erde zum Eigentum. Besonders im Umgang mit dem eucharistischen Herrn - bei der Kommunion oder in Anbetung vor dem Tabernakel - können wir ihn an dieses Wort Fordere von mir ... erinnern.

Johannes Chrysostomos vergleicht die Verheißungen Christi mit den Verheißungen im Alten Testament: »Uns ist ja nicht ein Land verheißen, das von Milch und Honig fließt, kein langes Alter und reicher Kindersegen, nicht Brot und Wein, Schaf- und Rinderherden; nein, unser harrt der Himmel und sein Glück, wir werden Kinder Gottes sein und Bruder seines Eingeborenen, gemeinsam unser Erbe besitzen, mit ihm Ruhm und Herrschaft teilen und tausend andere Gaben empfangen.«22

Du wirst sie zerschlagen mit eiserner Keule, wie Krüge aus Ton wirst du sie zertrümmern. Nun denn, ihr Könige, kommt zur Einsicht, laßt euch warnen, ihr Gebieter der Erde! Dient dem Herrn in Furcht und küßt ihm mit Beben die Füße. Christus hat mit seinem Tod am Kreuz vor all seinen Feinden triumphiert. Einige Väter wagen den Vergleich, die eiserne Keule sei das Kreuz, ein Holz mit eiserner Kraft.23 Das Kreuz ist das Zeichen des Christen, das alles Widrige wie Krüge aus Ton zerbricht. Das Kreuz in unserem Verstand, in unserem Herzen, in all unseren Werken - dies heißt, ein Leben zu führen, das sich vor dem Opfer nicht fürchtet und die freiwillige Askese bejaht.

Der Psalm endet mit einem Aufruf des Vertrauens auf Gott. Wohl allen, die ihm vertrauen. In deinen Händen ruht der Menschen Schicksal. Nichts kann auf Erden deiner Macht entgleiten. Du sprichst das Urteil über alle Völker, voll des Erbarmens. Reiche entstehen, blühen und zerfallen, aber das deine überdauert alle, denn deine Herrschaft ist von Gott verliehen, ewigen Ursprungs.24

1 Th.Schnitzler, Was das Stundengebet bedeutet, Freiburg 1980, S.142. - 2 Allgemeine Einführung in das Stundengebet, 101. - 3 Pius X., Apost.Schreiben Divino afflatu, 1.11.1911. - 4 Allgemeine Einführung in das Stundengebet, 100. - 5 Basilius, Homilie zu Psalm 1, 2. - 6 II. Vat. Konzil, Konst. Sacrosanctum Concilium, 90. - 7 Augustinus, Bekenntnisse, 9,6. - 8 J.Ratzinger, Einführung in das Christentum, München 1968, S.176. - 9 vgl. Apg 4,23-31. - 10 Apg 4,24-26. - 11 1 Kor 10,4. - 12 Apg 4,29-31. - 13 P.Berglar, Petrus - Vom Fischer zum Stellvertreter, München 1991, S.190. - 14 J.Escrivá, Christus begegnen, 185. - 15 Katholischer Erwachsenen-Katechismus, Bonn 1985, S.127. - 16 Augustinus, Erklärung der Psalmen, 2,4. - 17 Hieronymus, Erklärung der Psalmen, 2. - 18 1 Tim 2,4. - 19 Joh 9,4. - 20 Johannes Paul II., Enz. Dominum et vivificantem, 46-47. - 21 J.Escrivá, Christus begegnen, 185. - 22 Johannes Chrysostomos, Homilien über das Matthäusevangelium, 16,5. - 23 vgl. Athanasius, Kommentar zu den Psalmen, 2,6. - 24 Erste Vesper vom Christkönigssonntag, Hymnus.

von esther10 21.05.2013 00:48



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21 Mai 2013, 11:55
Der Exorzismus des Papstes

Ein Befreiungsgebet auf dem Petersplatz? Von Armin Schwibach

Rom Eine der sichtbaren Änderungen bei den großen Begegnungen mit dem Papst (Generalaudienz, nach den Messen auf dem Petersplatz) besteht darin, dass es keine „prima fila“ („erste Reihe“) mehr gibt. War es früher einigen Einzelpersonen oder Vertretern von Vereinigungen und Institutionen möglich, zum Heiligen Vater zum sogenannten „baciamano“ („Ringkuss“) vorgelassen zu werden (was bei vielen jenseits einer besonderen Verbundenheit mit dem Papst auch zu Zwecken der Selbstdarstellung genutzt wurde), so hat Papst Franziskus mit dieser Tradition gebrochen.

Besser gesagt: in der „prima fila“ sitzen heute über 100 Personen, vor allem Kranke, Behinderte und Leidende, die vom Papst einzeln und persönlich begrüßt werden. Daher dauert heute die Generalaudienz bedeutend länger, da sich Franziskus für diese besondere „prima fila“ auch über eine Stunde Zeit nimmt. Die Begegnungen sind intensiv und berührend, vor allem wenn ein Behinderter im Rollstuhl zum Papst sagt: „Danke, dass es Sie gibt“; oder wenn sich Franziskus von den Leuten in ein Gespräch verwickeln lässt: „Sie sollten heilig gesprochen werden“, meinte ein Kranker nach der Heiligsprechung am 12 Mai. „Zuerst aber selig! “, erwiderte Franziskus mit einem Augenzwinkern. Den Menschen ist es so möglich, in einen direkten Dialog mit dem Papst zu treten, der sich nie zurückzieht und keiner Umarmung ausweicht.

So auch nach der heiligen Messe am Pfingstsonntag. Eine Begegnung jedoch war besonderer Art. Die Videoaufnahmen zeigen, wie einer der Kranken, ein junger Mann, Franziskus von einem Priester vorgestellt wird. Der Priester spricht einige Worte mit dem Papst, dessen Gesicht mit einem Schlag sehr ernst wird. Franziskus beschränkte sich nicht auf einen Segen mit Kreuzzeichen auf die Stirn. Der Papst legte dem jungen Mann die Hände auf. Dieser fuhr etwas in sich und öffnete den Mund.

Der Fernsehsender der italienischen Bischofskonferenz „TV 2000“ befragte zu diesem Ereignis einige Exorzisten. Diese bestätigten in der wöchentlichen Sendung „Vade retro“, dass es sich bei dieser Geste des Papstes um ein Befreiungsgebet gehandelt habe.

Der Direktor des vatikanischen Presseamtes, P. Federico Lombardi SJ, äußerte sich zu dieser Hypothese auf eine Anfrage: „Es war nicht Absicht des Papstes gewesen, auf dem Petersplatz einen Exorzismus zu praktizieren. Vielmehr wollte Franziskus für einen leidenden Menschen beten, der ihm vorgestellt wurde“.

Das Video des Befreiungsgebetes




  • 21.05.2013 00:29 - Islam
von esther10 21.05.2013 00:29

Islam


ISLAM = ANTI-CHRISTENTUM
Beiträge, die das beweisen und illustrieren und die CHRISTEN wachrütteln sollen
http://deislam.wordpress.com/2011/02/07/...n-art%E2%80%9C/

von esther10 21.05.2013 00:28


21 Mai 2013, 12:30
Kardinal Meisner: Der neue Papst ist kein Reformer

Kölner Erzbischof: In Fragen der Lehre passt zwischen Franziskus und seinen Vorgänger Benedikt XVI. «kein Blatt», auch in Fragen nach mehr Demokratie in der Kirche oder einer Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zum Kommunionempfang

Stuttgart (kath.net/KNA) Unter dem neuen Papst Franziskus wird es nach Ansicht des Kölner Kardinals Joachim Meisner (Foto) keinen grundlegenden Kurswandel in der katholischen Kirche geben. «Ich warne da vor falschen Hoffnungen», sagte Meisner in einem Interview der «Stuttgarter Zeitung» (Dienstag). In Fragen der Lehre passe zwischen Franziskus und seinen Vorgänger, Benedikt XVI., «kein Blatt».

Das gelte, so Meisner, auch für Forderungen nach mehr Demokratie in der Kirche oder einer Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zum Kommunionempfang. «Zu solchen Reformforderungen würde Franziskus wohl sagen - wenn ich ihn richtig interpretiere: Diese alten Anliegen hat die Kirche längst geordnet, macht euch endlich an die Neuevangelisierung der Welt, geht zu den Menschen und dreht euch nicht dauernd im Kreis.»

Kritik von kirchlichen Reformgruppen aus Deutschland wie der Kirchenvolksbewegung an seiner eigenen Amtsführung oder am Amtsverständnis der Kirche lassen den Kölner Kardinal nach eigenem Bekunden kalt. «Wenn die mich loben würden, müsste ich mich fragen, was ich verkehrt gemacht habe», so Meisner. Er könne manche Gruppen schon «wegen ihres verkehrten Grundansatzes» nicht akzeptieren, sagte der Erzbischof unter Anspielung auf eine andere Initiative. «Sie nennt sich Kirche von unten. Es gibt aber nur eine Kirche von oben her.»

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Foto (c) Erzbistum Köln
http://www.kath.net/news/41359

von esther10 21.05.2013 00:07

Der Heilige Geist erneuert das Antlitz der Erde und der Kirche auch durch die Sündenvergebung in der Beichte. Ein Kommentar zum Pfingstsonntagsevangelium von P. Bernhard Sirch



Illschwang www.kath.net
A - B - C: Pfingstsonntag. 1. Lesung: Apg 2, 1-11, 2. Lesung: Gal 5, 16-25 und Ev. Joh 20. 19-23

Zuversichtlich und voll Freude beten wir im Antwortpsalm des Pfingstfestes: "Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu". Erst recht gilt dieser Antwortpsalm von der Kirche: "Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Kirche wird neu". Wenn die Kirche erneuert wird, dann ist dies vor allem ein Werk des Heiligen Geistes.

Im heutigen Evangeliums wird uns ein Hinweis gegeben, wie und vor allem durch wen dieser Heilige Geist, der das Antlitz der Erde, das Antlitz der Kirche erneuert, wirksam wird: "Jesus hauchte die Jünger an und sprach zu ihnen: Empfangt den heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20, 22.23).

Ja, neu wird das Antlitz der Erde, besonders das Gesicht des Menschen hellt sich auf und Freude bricht aus der Tiefe des Herzens auf, wenn ein Mensch nach einem aufrichtigen Bekenntnis seiner Schuld die Worte Christi durch den Mund eines Priesters erfahren darf: „Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und uns den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er Dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich Dich los von Deinen Sünden: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.”

Gerade das Bußsakrament müssen wir neu in den Mittelpunkt bei der Erneuerung der Kirche stellen. Schon im natürlichen Bereich ist es so, dass man sich nicht wohl fühlt und dass man nur mit Widerwillen in eine Wohnung gehen will, wenn diese über längere Zeit nicht gereinigt wird. Es gibt auch eine Reinigung der Seele durch das Vermächtnis Jesu an diesem Pfingstfest: "Empfangt den heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben" (Joh 20, 22.23).

Zwar wird heute das Bußsakrament nicht geleugnet, aber in der Praxis hat das Bußsakrament nur einen geringen Stellenwert und kommt faktisch einer unausgesprochenen Leugnung gleich als hätte Jesus die Worte nie gesagt: "Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20, 22.23). Die Vergebung verweigern brauchen die von Christus bevollmächtigen Priester nicht, weil niemand kommt. Im Streben nach Heiligkeit eines jeden Christen ist eine Erneuerung der Kirche grundgelegt. Die Kirche muß sich erneuern durch ein Sterben nach Heiligung in den Priestern und in den Gläubigen. In der Pfingstsequenz beten wir: "Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem gieße Leben ein, heile du, wo Krankheit quält. Wärme du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt, lenke, was den Weg verfehlt".

Beim Sakrament der Sündenvergebung, des Bußsakramentes, geht es wesentlich um eine Erneuerung, es ist das Sakrament der Erneuerung und Befreiung und des Neuanfangs. Oft durfte ich miterleben, wie das Gesicht des Menschen durch die Gnade des Bußsakramentes erneuert wurde, neu aufstrahlte. Der 32. Psalm drückt es so aus: "Wohl dem, dessen Frevel vergeben, dessen Sünde bedeckt ist". Die Vergebung der Sünden bewirkt im Menschen durch den heiligen Geist die Erneuerung. Wer seine Sünden vor einem Priester bekennt, öffnet sein Herz, damit es durch das Bußsakrament gereinigt wird.

Selbst das Schuldbekenntnis am Anfang der hl. Messe, wo unsere läßlichen Sünden vergeben werden, soll für die Meßbesucher nicht etwas sein, was gewohnheitsmäßig an einem vorbeizieht, sondern der Christ soll über seine Fehlhaltungen nachdenken und sich seiner Schuld bewusst werden, so dass er vor Gott und damit auch vor den Menschen immer liebenswürdiger wird, erneuert wird.

Das Aussprechen, das Heraussprechen der Schuld bei der hl. Beichte soll keine Tortour sein, sondern eine Befreiung, eine Befreiung von Schuld, um wieder glücklich und froh sein zu können durch das Sakrament der Versöhnung, denn Gott ist barmherzig. Jesus ging gerade den Menschen nach, die sich in Schuld verstrickt haben.

Man kann heute im Menschen eine Zwiespältigkeit feststellen, um die vor allem die Seelsorger und Beichtväter wissen müssen. Man könnte fast meinen, das Lied mit den Engelein: "Wir kommen alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind" ist heute in Erfüllung gegangen: die einzelnen Menschen fühlen sich nicht schuldig. Wenn "Unrecht" auftaucht, dann wird von den Medien nach einem Schuldigen gesucht und ihm wie dem Sündenbock die ganze Schuld aufgeladen. Wenn der Sündenbock gefunden ist, dann hat die "Allgemeinheit" wieder das "Unschuldskleid" an.

Im Jahr der Priester wurde bei den Mißbrauchsfällen vor allem nach Priestern gefahndet, obwohl bei sexuellem Missbrauch nur 0,3 Prozent der Täter in der Kirche zu finden sind. Das hat der Gerichtspsychiater Reinhard Haller in einem Interview für ORF Vorarlberg betont. Die übrigen 99,7 Prozent der Missbrauchstäter kommen aus dem nichtkirchlichen Umfeld. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die Süddeutsche Zeitung: "Wenn man alle Missbrauchsfälle in der kath. Kirche zusammennimmt, so kommt man zu dem Ergebnis: "Missbrauch in der katholischen Kirche: Drei Promille aller Täter", also 0,3 %.

Ich habe den Eindruck, es ging beim Thema Missbrauchsfälle nicht darum, die Jugendlichen zu schützen, sondern man hat einen Sündenbock gefunden und auf den 0,3 % aller Täter herumgehackt. Auch die Priester, auch die Apostel sind Menschen mit Fehlern; das Verhältnis ist heute noch bessere, da nicht jeder 12. Priester ein Judas ist. Was mir als ehemaligem Dekanatsjugendseelsorger (15 Jahre) aufgestoßen ist: was sich heute in vielen Schulen abspielt oder generell unter Jugendlichen praktiziert wird, da fehlen alle Vergleichspunkte zu dem, was sich "früher" an "Missbrauchsfällen" ereignete und heute an den Pranger gestellt wird. Man ging bei den "Mißbrauchsfällen" nicht nur an den eigentlichen Tätern vorbei, sondern auch dem eigentlichen Problem.

Es ist ein Kennzeichen unserer Zeit, dass nur die Anderen schlecht sind, jeder Einzelne persönlich ist integer. Um beim angeführten Thema zu bleiben: Die 99,7 Prozent der Missbrauchstäter waschen in der Öffentlichkeit die Hände in Unschuld! Immer wieder kann ich in Gesprächen erleben, wie wichtig dieser feine Unterschied ist: dem angeprangerten Unrecht bei den Anderen steht die persönliche Integrität gegenüber.

Die heutige Zwiespältigkeit im Menschen, die Jesus mit Pharisäismus charakterisiert, erklärt Jesus so: "Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! - und dabei steckt in deinem Auge ein Balken? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen" (Mt 7, 3-5).

Selbst wenn das Verhältnis Splitter im eigenen Auge und Balken im Auge des Anderen so wäre, wie Jesus es darstellt, so muß ich mich bemühen, den schmerzenden Splitter im eigenen Auge heraus zu ziehen. Oft wird das wirklich Böse in der Welt in den Medien überdimensional, um in der Sprache Jesu zu bleiben: als "Balken", dargestellt. Diese Darstellung führt dazu, dass man sich beim Lesen der schrecklichen Meldungen beruhigt: aber bei mir ist das nicht so. Vor Gott ist nicht das Verhältnis zu anderen Menschen ausschlaggebend, sondern: wie halte ich die Gebote! Mein Gewissen ist ausschlaggebend; durch eine hl. Beichte wird auch das Gewissen, das oft erfolgreich totgeschlagen wird, geschult.

Der Psalmist betet: "Selig der Mensch, dem seine Missetat erlassen, dessen Herz ohne Falsch ist" (Ps 32). Die Beichte soll das Herz bilden. Wollen sie nicht lieber mit einem Menschen zusammen sein, "dessen Herz ohne Falsch ist" (Ps 32)? Wir machen heute riesige Fortschritte in der Technik, aber Rückschritte in der Bildung des Herzen. Nicht im Fortschritt der Technik, sondern in der Bildung des Herzens wird der Grundstein für eine glückliche Zukunft des Menschen sein. Das Bußsakrament ist auch das Sakrament der Bildung des Herzens.

Viele Schulungen bieten heute die Firmen an. Eine Schulung des Gewissens und Herzens gibt es nicht in unserer "höher entwickelten Kultur". Ich muß mir in die Augen schauen können. Weil wir diesem Blick nicht standhalten können, ist ein Zwiespalt in uns, der zu psychischer und seelischer Störung führt.

Es geht im alltäglichen Leben nicht um Mord- und Todschlag, sondern um eine schleichende seelische Verkrustung dem Mitmenschen gegenüber, die gestoppt werden muß. Die Lieblosigkeiten, die sich unter anderem in den vielen Ehescheidungen zeigen, sprechen eine harte Sprache und drängen bisweilen Menschen in ihrer aussichtslosen Lage in den Tod. Bei einer Trennung sind oft zwei Menschen, die sich zuerst geliebt haben, beteiligt und schuldig. Zu einem christlichen Leben gehört vor allem der liebende Umgang miteinander. Es genügt nicht, dass ich mir sagen muß: ich habe niemanden getötet.

Besonders "grausam" ist die Vorgehensweise von "Obern", die einen "Untergebenen" unbedingt zur Vollkommenheit zwingen wollen und dabei sogar meinen, im Auftrag Gottes zu handeln. In christlichen Gemeinschaften darf nicht der Wille im Vordergrund stehen, die "Untergebenen" durch rigorose Maßnahmen zur Heiligkeit zu verhelfen, sondern die gelebte Liebe soll junge Menschen zu einem Leben nach Heiligkeit ermuntern. Ein leuchtendes Ziel ist besser und einladender wie jede Rute. Menschen sollen aufblicken können zu Gemeinschaften, wo deutlich wird: "Gott ist die Liebe". Gott bewirkt, dass von Gemeinschaften gesagt werden kann: "seht wie sie einander lieben". Die Gabe des Heiligen Geistes ist die Liebe. Die Liebe macht den Menschen neu und erneuert auch die Kirche.
Die täglich neuen Schreckensmeldungen in die Zeitungen sind widerlich und versteinern das Äußere unserer Herzen und verhindern die dringend nötige Herzensbildung. Wie will ein Mensch gesund sein, wenn das Innerste in seiner Existenz krank ist: das Herz, die Seele?

Im Urgrund unserer Seele sind die gerade heute vermehrt auftretenden psychischen Erkrankungen zu sehen. Nicht der Psychiater bringt in diesem Fall eine Heilung, sondern der Seelenarzt: Christus, bzw. der Priester, der im Namen Gottes die Schuld wegnimmt, das Herz frei macht, erlöst.

Wir beten jedoch im Confiteor nicht nur, dass ich Böses getan habe, sondern auch, dass ich Gutes unterlassen habe. Der hl. Paulus geht sogar noch weiter, wenn er sagt: "Besiege das Böse durch das Gute" (Röm 12, 21). Es ist für das geistliche Leben oft sinnlos, wenn wir unser Augenmerk nur auf das Meiden des Bösen richten. Der hl. Paulus stellt uns in der heutigen zweiten Lesung ein Ziel vor Augen: "Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung" (Gal 5, 22.23). Bitten wir Gott immer wieder, dass er unseren Blick für das Gute öffne; wir sollen nachsinnen, wie wir das Gute tun können, damit wir das Böse in Geduld und Gelassenheit durch das Gute überwinden. Bei der hl. Beichte spreche ich nicht nur: "Ich spreche dich los von deinen Sünden...", sondern auch: "Der Herr, der Hl. Geist gebe dir Kraft zum Guten und erneuere dein Angesicht".

Wie sehr wir zur Christus gehören, bzw. aus dem Geist leben, sagt Paulus lapidar: "Alle, die zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. Wenn wir aus dem Geist leben, dann wollen wir dem Geist auch folgen" (Gal 5, 24.25).

Ein altes Sprichwort sagt: "Ein ruhiges Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen". Dieses ruhige Gewissen ist auch die Grundlage und Voraussetzung der Freude, die aus dem Inneren kommt. Diese Freude, die unser Innerstes erfüllt und zur Ruhe kommen läßt, auch wenn es nach außen hin stürmt und tobt, will uns Gott geben in der Gabe des Heiligen Geistes. Diesen lebensspendenden heiligen Geist, die Freude des Heiligen Geistes, die Ihre Personmitte heil macht, darf ich Ihnen an diesem Pfingstfest wünschen.

www.pater-bernhard.de

von 20.05.2013 14:28

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JAHRESKREIS
7. WOCHE - MONTAG

4

UM GLAUBEN BITTEN

Der Glaube, eine Gabe Gottes.
Der Glaube sieht und hilft sehen.
Alles zu Seiner Ehre tun.


I. Das heutige Evangelium setzt unmittelbar nach der Verklärung ein: Als Jesus und die drei Jünger zu den anderen Jüngern zurückkamen, sahen sie eine große Menschenmenge um sie versammelt und Schriftgelehrte, die mit ihnen stritten. Es heißt dann, daß die Leute in großer Erregung auf Jesus zuliefen. Die Szene ist anschaulich geschildert. Die Menschen wenden sich von den hilflosen Jüngern und den vermutlich hämisch erfreuten Gesetzeslehrern wie auch von dem kranken Jungen und seinem Vater ab. Dieser klagt und bittet zugleich: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht. Er ist von einem stummen Geist besessen (...). Ich habe schon deine Jünger gebeten, den Geist auszutreiben, aber sie hatten nicht die Kraft dazu.1 Die Jünger hatten zwar schon im Namen Jesu Wunder gewirkt, aber diesmal sind sie ohnmächtig.

Der Glaube des Vaters ist schwach. Er reicht gerade, um zu ahnen, Jesus könnte ihm aus der ausweglosen Situation helfen; der volle, bedingungslose Glaube indessen, den Jesus erwartet, fehlt ihm. Wenn du kannst, hilf uns; hab Mitleid mit uns! fleht er den Herrn an.

Überraschend und beklemmend dann der Ruf Jesu: O du ungläubige Generation! Wie lange muß ich noch bei euch sein? Wie lange muß ich euch noch ertragen? »Der Ausruf ist ein erschütternder Einblick in sein Herz, das in echt menschlicher Weise seinem Schmerz Luft macht. Die Verständnislosigkeit und der ständig so schwache Glaube der Menge und auch der Jünger läßt ihn den Aufenthalt unter den Menschen fast unerträglich schwer empfinden. Was wissen wir über den ungeheuren Unterschied zwischen dem Seelenleben des Gottmenschen und dem der anderen Menschen! Von welchen Höhen galt es immer wieder herabzusteigen, welche weiten Räume waren zu durchmessen - menschlich gesprochen, war es eine ungeheure Anstrengung, eine ständig schmerzende Seelenanspannung, diese kleinliche, erbärmliche Art der Menschen zu ertragen und sich ihnen anzupassen.«2

Die Klage des Herrn mindert seine Anteilnahme am Leid des Vaters nicht. Jesus bricht nicht den Stab über ihn, er erbarmt sich seiner Not und hilft ihm, einen Schritt weiterzugehen. Jesus »durchschaut die innere Wirrnis des armen Menschen und kommt ihm zuvor: Was das Können betrifft, so ist dem alles möglich, der Glauben hat (Mk 9,23). Alles ist möglich: allmächtig sind wir! Aber mit Glauben. Jener Mann spürt, daß sein Glaube schwankt, er befürchtet, das mangelnde Vertrauen könne die Heilung seines Sohnes vereiteln. Und er weint. Schämen wir uns nicht solcher Tränen, denn sie kommen aus der Liebe zu Gott, aus dem reumütigen Gebet, aus der Demut. Und der Vater des Knaben rief unter Tränen: Ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben (Mk 9,24).«3 Wie leicht ist es, sich mit dieser Bitte zu identifizieren! Jesus, ein Körnchen Glauben habe ich schon, aber ich merke, das ist viel zu wenig! Laß ihn wachsen, daß er Werke hervorbringt! Daß ich meine Sünden beweine und mich wirklich auf deine Macht und deine Barmherzigkeit stütze!

Der Glaube ist eine gottgeschenkte Gabe. Gott öffnet das Herz des Gläubigen für das übernatürliche Licht. Deswegen sollen wir darum bitten; aber zugleich gilt es - auch dies ist ohne göttliche Hilfe nicht möglich -, die inneren Voraussetzungen dafür zu schaffen: Demut, Reinheit des Herzens, Offenheit.

Wenn irgendwann einmal unser Glaube schwankt, weil das Apostolat schwierig ist oder uns nahestehende Menschen - Freunde, Geschwister, Kinder - im Glauben unsicher werden, erinnern wir uns dann an die Reaktion dieses besorgten Vaters. Zuerst müssen wir bitten. Johannes Chrysostomos sagt, daß es Sache Gottes ist, die Augen zu öffnen, aber Sache des Menschen, zu hören - also ein zugleich göttliches und menschliches Werk.4 Die demütige Haltung dieses armen Vaters kann uns Vorbild sein: ohnmächtig beruft er sich auf Jesu Barmherzigkeit: hilf uns, hab Mitleid mit uns! Das ist der sichere Weg: sich auf die göttliche Barmherzigkeit verlassen. Der Herr versagt niemals seine Gaben, wenn wir ihn in Demut, mit reinem und offenem Herzen darum bitten: »Erschließt sich unser Geist dem Hauch der Gnade, stimmt er ihrem Wirken zu und arbeitet er auch nur ein wenig mit, so wird Gott uns stärken, uns führen und geleiten von Liebe zu Liebe, bis zu jenem lebendigen Glauben, der für unsere Umgestaltung notwendig ist«5.

II. Wie sahen die Menschen, die ihm damals in Palästina begegneten, Jesus? Sie sahen ihn je nach ihren inneren Voraussetzungen. Seine Mutter erfaßt ihn tiefer als alle anderen. Die von ihm Geheilten erkannten ein wenig von seiner Güte. Anderen fehlte die Offenheit des Herzens, und sie suchten nicht die Ehre Gottes, sondern nur die eigene.6 Sie weigerten sich, sehend zu werden und an Jesus zu glauben. Einige Pharisäer blieben offen, aber unschlüssig, andere waren durch die äußere Hülle des Gesetzes wie vernagelt und infolgedessen unempfänglich für die Wunder, die auf seine Messiaswürde hinwiesen: »Der Sohn Gottes steht vor ihnen; sie aber sehen in ihm nur einen Aufrührer und gehen mit der Entrüstung des Gerechten gegen jeden vor, der an ihn glaubt. Da sie nicht sehen wollen, wirkt das, was ihnen von Gott her entgegentritt, daß sie fortan nicht sehen können. Ihre Blickkraft verschließt sich. Sie erblinden.«7

Der Herr spricht: Meine Lehre stammt nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat. Wer bereit ist, den Willen Gottes zu tun, wird erkennen, ob diese Lehre von Gott stammt oder ob ich in meinem eigenen Namen spreche.8 Jesus deutet den tiefsten Grund an für die Weigerung, ihn als den ersehnten Messias anzuerkennen: sie haben nicht Gott, sondern den Teufel zum Vater9.

Gott gibt sich jenen zu erkennen, deren Herz und Verstand offen ist. »Wo wir Gott anreden, wo wir uns zu Gott hin öffnen, werden wir selber neu, und umgekehrt: Wo Welt sich vor Gott verschließt, sich von ihm abwendet, da ist sie wie ein Planet, der aus seinem Schwerefeld herausbricht und der dann ortlos durch das Nichts hingleitet. Sie ist dann wie eine Erde, die dann von keiner Sonne mehr beleuchtet wird und in der das Leben erlischt.«10 Alle haben Augen zum Sehen, aber nicht alle können das Licht der Sonne schauen. Doch hört die Sonne nicht auf zu leuchten, weil einige im Dunkel bleiben und wie blind sind. Bemühen wir uns deshalb, uns in jeder Situation unseres Lebens dem Licht von oben zu öffnen! »In jeder Fügung, die an uns kommt, leuchtet das Licht Gottes auf, und begibt sich das Sehendwerden oder Erblinden. Wehe uns, wenn wir nicht wach bleiben; wenn wir uns nicht immer wieder in der Bereitschaft erneuern! Wehe uns, wenn wir im Nichtsehen zufrieden werden; wenn die Gestalt des Herrn verblaßt und uns darüber nichts mehr einfällt!«11

Diese Gedanken können uns auch helfen, Familienangehörige, Freunde oder Kollegen Gott näherzubringen. Die mangelnde Entschlossenheit, sich von der Sünde abzuwenden und sich der Gnade zu öffnen, ist für sie wie für uns das größte Hindernis, den Glauben oder die Berufung ernstzunehmen. Wenn Herz und Empfinden im Dunkel bleiben, verunklären sich nicht nur evidente Zusammenhänge, auch die Eingebungen Gottes prallen an unserer Stumpfheit ab. Eingesperrt im eigenen Egoismus suchen wir dann nicht mehr das Gute, sondern Bequemlichkeit und Zerstreuung. Das Ja zum Glauben oder zu einem hohen Ideal erscheint dann immer schwieriger; und auch wenn einer den Ruf Gottes schon vernommen hat, verebbt dann allmählich der Schwung der Berufung wieder.

Die reumütige Beichte ist das große Mittel, die innere Klarheit wiederzugewinnen und auf den Weg des Glaubens zurückzufinden. Wer sein Herz läutert und reinigt, in dem können Glauben und Großzügigkeit neu aufkeimen. Viele wissen aus Erfahrung, daß Zweifel und lähmende Beschwernisse verschwinden, wenn einer sich ein Herz faßt und in aller Aufrichtigkeit beichten geht.

III. Das Unbehagen der Jünger über ihr Unvermögen, den kranken Jungen zu heilen, fuchst sie. Als Jesus nach Hause kam und sie allein waren, fragten sie ihn: Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben? Die Antwort des Herrn damals gilt bis heute: Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden.

Es gibt Dinge und Situationen, die nur betend gemeistert werden können. »Es ist wichtig, Beten nicht nur dann zu pflegen, wenn es uns gerade Freude macht. Wie nichts Großes im Menschenleben ohne Disziplin und Methode zu erreichen ist, so braucht auch das innere Leben beides. Wenn wir einen großen Künstler hören, der meisterhaft sein Instrument beherrscht, dann bewegt uns die Leichtigkeit, das scheinbar Selbstverständliche und Gelöste, das einfach die Schönheit des Werkes selber sprechen läßt. Aber gerade damit es am Ende diese Leichtigkeit gebe, in der sich das Große rein und unverstellt ausdrückt, muß eine lange zuchtvolle Arbeit vorangehen. Das innere Leben darf uns nicht weniger wert sein als die äußeren Verrichtungen, als Sport und technisches Können. Das >Wachsen des inneren Menschen< ist unseres ganzen Einsatzes wert: Die Welt braucht Menschen, die innerlich reif und reich geworden sind.«12

Beten, das sind nicht nur die Worte, die wir sprechen; auch die Werke und die Arbeit, die wir gläubig dem Herrn darbringen, können und sollen eine Art Gebet zur Ehre Gottes sein. »Die Vorsehung trägt dem einzelnen in der Form der Situation die für ihn jetzt wichtigen Menschen, Dinge, Verhältnisse zu und fordert, daß er handle. Nicht aus einem abstrakten Prinzip, aber auch nicht aus subjektiver Willkür, sondern aus der Sinnforderung der Menschen und Dinge, wie sie jeweils sind. In der Forderung der Situation Gottes Willen zu erkennen und ihn durch diese Sachgerechtigkeit zu erfüllen - das heißt wahrhaft >alles zu seiner Ehre tun<.«13

Herr, vermehre uns den Glauben! Beten wir oft so zum Herrn, gerade in Bedrängnis: wenn das »Alles meinem Gott zu Ehren!« uns nicht einleuchtet, wenn die Früchte unseres Apostolates ausbleiben, wenn wir merken, daß dieser oder jener Fehler sich nicht ohne weiteres ausmerzen läßt, wenn wir meinen, Gottes Wille übersteige unsere Kräfte. So beteten die Apostel, als sie merkten, wie schwach ihr Glaube war - obwohl sie Christus so nahe waren, ihn hörten und sahen. So betet der besorgte Vater im heutigen Evangelium. »Mit den gleichen Worten wenden wir uns jetzt zu ihm, am Ende dieser Zeit des Gebetes. Herr, ich glaube! Ich bin in deinem Glauben aufgewachsen und ich habe mich entschlossen, dir von nahem zu folgen. Im Laufe meines Lebens habe ich oft deine Barmherzigkeit erfleht. Und oft auch habe ich es für unmöglich gehalten, daß du so herrliche Wunder in den Herzen deiner Kinder wirken könntest. Herr, ich glaube! Aber hilf mir, daß ich stärker und tiefer glaube.

Und auch an Maria richten wir unser Gebet, denn sie, die Mutter Gottes und unsere Mutter, ist die Lehrmeisterin im Glauben: Selig, die du geglaubt hast, daß in Erfüllung gehen wird, was dir vom Herrn gesagt wurde (Lk 1,45).«14

1 Mk 9,13-28. - 2 J.Dillersberger, Markus, Salzburg 1937, S.71-72. - 3 J.Escrivá, Freunde Gottes, 204. - 4 Johannes Chrysostomos, Homilien über die Apostelgeschichte, 35. - 5 Franz von Sales, Über die Gottesliebe, Einsiedeln 1985, S.72. - 6 vgl. Joh 5,41-44. - 7 R.Guardini, Der Herr, Würzburg 1951, S.176. - 8 Joh 7,16-17. - 9 vgl. Joh 8,42-44. - 10 J.Ratzinger, Mitarbeiter der Wahrheit, Würzburg 1992, S.212. - 11 R.Guardini, a.a.O., S.180. - 12 J.Ratzinger, Diener eurer Freude, Freiburg 1988, S.79. - 13 R.Guardini, Vorschule des Betens, Mainz 1986, S.139. - 14 J.Escrivá, Freunde Gottes, 204.

von esther10 20.05.2013 00:59

Interview mit Kardinal Meisner über den neuen und den alten Papst und den Eucharistischen Kongress. Von Ludwig Ring-Eifel und Andreas Otto (KNA)

Köln (kath.net/KNA) Die Deutsche Bischofskonferenz und das Erzbistum Köln laden vom 5. bis 9. Juni zum Eucharistischen Kongress nach Köln ein. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) sprach am Mittwoch mit dem Kölner Kardinal Joachim Meisner über das kommende Großereignis und über den Zustand der Kirche unter dem neuen Papst Franziskus, aber auch über die „Pille danach“ und über Meisners Besuch bei Benedikt XVI.

KNA: Herr Kardinal, Anfang Juni ist Köln Gastgeber des Eucharistischen Kongresses. Warum dieses Treffen?

Meisner: Nach dem schrecklichen Missbrauchsskandal habe ich gespürt: Die Kirche braucht in Deutschland nichts nötiger als die Besinnung auf den Herrn. Ich habe ja mit allen Opfern persönlich gesprochen, soweit das möglich war. Nach den Begegnungen habe ich mich gefragt, wer diese Verwundungen heilen kann. Ich kann es nicht. Das kann nur der Herr selber. Ihn haben wir im Altarsakrament, in den eucharistischen Gestalten von Brot und Wein, mitten unter uns.

KNA: Kann das Wort «Eucharistie» noch Anziehung entfalten?

Meisner: Das muss man übersetzen. Aber die größere Schwierigkeit ist das Wort Kongress. Jeder denkt da an eine Fachtagung. Dabei ist das in vielen Ländern üblich und bekannt: Wir wollen ein großes Fest des Glaubens feiern - mit Gottesdiensten, Katechesen, Gespräch, Glaubenszeugnissen...

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KNA: Ist der Glaube an die reale Gegenwart Christi in der Eucharistie nicht schon verdunstet?

Meisner: In Teilen leider ja. Der Eucharistische Kongress stellt eine Gegenbewegung dar. Aber es gibt auch noch eine große Wertschätzung für das Sakrament - etwa wenn Gemeinden den Wegfall einer Messe beklagen. Es lässt mich aufhorchen, wenn sie das als Verlust empfinden. Es macht mich aber auch traurig, wenn Gläubige sagen, dass ihnen die Messe im zwei Kilometer entfernten Nachbardorf zu weit ist.

KNA: Die Welt hat seit wenigen Wochen einen neuen Papst. Wie sehen Sie den neuen Amtsstil von Papst Franziskus?

Meisner: Er ist völlig anders als der, den ich von seinen Vorgängern kannte. Franziskus wohnt ja immer noch im Konklavequartier, dem Gästehaus Santa Marta. Das bringt den Laden da ganz durcheinander, weil es mit vielen Sicherheitsauflagen verbunden ist.

KNA: Will er damit Distanz zur Kurie wahren?

Meisner: Mit der Kurie hat das weniger zu tun. Er ist Südamerikaner und will wohl mehr unter Leuten sein. Im äußeren Habitus gibt sich der neue Pontifex anders als Benedikt XVI., aber in der Sache liegen sie sehr beieinander. Was der neue Papst von der Armenkirche sagt, passt zu Benedikts Wort von der «Entweltlichung».

KNA: Widerspricht der Apostolische Palast seinem Armutsideal?

Meisner: Das päpstliche Appartement ist doch eine ganz normale Wohnung. Groß ist dort nur der Empfangsraum. Die Privaträume sind klein. Ich habe ein größeres Schlafzimmer als der Papst.

KNA: Kritik hat immer wieder die barocke Kleidung von Benedikt XVI. ausgelöst.

Meisner: Das hat doch nichts mit Prunksucht zu tun. Sein großes Thema war die Einheit der Kirche vor und nach dem Zweiten Vatikanum. Dieses Konzil hat viele sehr gute und neue Impulse für die alte Kirche gebracht. Das gilt auch für die Liturgie, obwohl bei der Durchführung manchmal der Eindruck erweckt wurde, dass wir nun einen neuen Messritus haben und der bisherige verboten ist. Es gibt nun aber den einen römischen Ritus in zwei Formen. Benedikt wollte neben der neuen auch der alten Form Geltung verschaffen, denn eine über 1.000-jährige Liturgie kann man nicht einfach verbieten. Damit hat er für Kontinuität gesorgt. Und diese Kontinuität zeichenhaft auch in seiner Kleidung sichtbar gemacht.

KNA: Wie geht es Benedikt XVI. gesundheitlich?

Meisner: Am 18. März, also am Abend vor der Einführung des neuen Papstes, habe ich ihn besucht. Da bin ich erschrocken, wie schmal er geworden ist. So eine halbe Portion. Ich war ja mit seinem Rücktritt erst gar nicht einverstanden. Aber als ich ihn so sah, da sind meine Vorbehalte weggeschmolzen. Geistig ist er allerdings ganz fit, ganz der alte.

KNA: Hat der Rücktritt das Papstamt verändert?

Meisner: Eigentlich nicht. Allerdings könnte von der Psychologie her ein anderer Eindruck entstehen. Bis zum Tod - das habe ich nicht nur in Bezug auf Ehen so gesehen, sondern auch auf das Papstamt. Aber die heutige Medizin erlaubt es, dass ein Mensch trotz Krankheit und Altersschwäche lange lebt. Der frühere israelische Ministerpräsident Ariel Scharon ist schon seit Jahren im Wachkoma. Für das Papstamt wäre eine solche Situation nicht tragbar.

KNA: Welche Impulse erhoffen Sie sich von Franziskus?

Meisner: Er sollte uns Europäern klar machen, dass wir nicht dauernd Nabelschau halten, sondern uns um die Evangelisierung zu kümmern haben. In Frankreich sind mit den Katholiken Muslime, Juden und viele Menschen guten Willens wegen der «Homo»-Ehe der Regierung aufs Fell gerückt. Und wir? Wir sprechen in Deutschland über die Priesterweihe für Frauen und solche Themen, die längst geregelt sind, und scheuen die gesellschaftliche Auseinandersetzung.

KNA: Ihr eigener Diözesanrat hat sich gegen den Pflichtzölibat und für die Priesterweihe von Frauen...

Meisner: ...das ist nicht Sache dieses Gremiums, sondern das ist Sache der Bischöfe. Ihnen hat der Herr aufgetragen zu lehren. Die Laien sollten sich nicht klerikalisieren, sondern ihren Weltauftrag ernst nehmen. Umgekehrt sollten sich Kleriker nicht laisieren – so wie neulich ein Bischof, der sich zur Besteuerung von Reichen äußerte.

KNA: Warum teilen selbst aktive Katholiken nicht die Positionen des
Lehramtes?

Meisner: Das liegt nicht zuletzt an der jahrzehntelangen Berieselung der Medien mit negativen Nachrichten über die Kirche. In Fragen wie Ehe, Familie oder Sterbehilfe bringen sie immer nur kritische Stimmen. Kirche und Glaube werden als überholt dargestellt. Da kann man wohl schwer katholisch bleiben! Die Menschen denken dann oft nicht selber darüber nach, sondern übernehmen das.

KNA: Die Laien akzeptieren die Rolle des Lehramts nicht...

Meisner: Das ist aber eine Sache des Glaubens. Wer das nicht annehmen kann, ist in diesem Punkt nicht mehr katholisch, der ist eigentlich protestantisch. Das gibt es so nirgends außer bei uns in den deutschsprachigen Ländern.

KNA: Derzeit steht die Kirche wegen ihres Arbeitsrechtes in der Kritik. Kann sie Wiederverheiratete beschäftigen?

Meisner: Nach unserer Grundordnung nicht.

KNA: Und das gilt für die Putzfrau wie für den Chefarzt?

Meisner: Die Grundordnung sieht da durchaus Differenzierungen vor. Es ist auch ein Unterschied, ob ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin die Lehre der Kirche bekämpft, oder sie anerkennt, aber im konkreten Fall versagt.

KNA: Sie selbst machen bei Lockerungen nur ungern mit?

Meisner: Wenn wir nicht genügend überzeugendes Personal für unsere kirchlichen Einrichtungen haben, sollten wir abspecken. Wenn der Motor zu schwach ist, muss eine kleinere Karosserie her.

KNA: Ihr Schwenk bei der «Pille danach» hat überrascht. Bei einer Vergewaltigung soll ein Präparat mit verhütender Wirkung erlaubt sein. Ethisch nicht vertretbar halten Sie ....

Meisner: ...nicht nur ich, sondern die katholische Kirche...

KNA: ...eine Pille mit abtreibender Wirkung. Kann man einer Frau eine gewaltsame Schwangerschaft zumuten?

Meisner: Was einer vergewaltigten Frau widerfährt, ist sehr schlimm. Aber die Kirche muss auch Partei für das Kind ergreifen. Es ist der schwächste und unschuldigste Beteiligte in dieser Problemlage. Ich habe damals erstens gesagt: Der Schutz eines Menschenlebens gilt uneingeschränkt und von der Zeugung an. Zweitens bin ich mir bewusst, dass dies in geradezu schwerste Entscheidungssituationen führt. Deshalb ist drittens ärztlicherseits darauf hinzuweisen, dass eine Abtreibung auch in diesem Falle in einem katholischen Krankenhaus nicht möglich ist.

KNA: Katholische Ärzte müssen auch über die abtreibende «Pille danach» und deren Zugänge informieren. Auf gleicher Basis agierten doch auch die katholischen Beraterinnen in der Schwangerenkonfliktberatung...«

Meisner: Nein, die haben den Beratungsschein ausgestellt, der zu einer Abtreibung berechtigt. Er wurde mit Recht als Tötungslizenz definiert und war damals doch der »casus belli« gewesen.

KNA: Herr Kardinal, Weihnachten werden sie 80 Jahre alt. Ist das Ihr letzter Geburtstag als Erzbischof von Köln?

Meisner: Nach kirchlicher Praxis steht für mich dann der Wechsel in den Ruhestand an.

KNA: Wo wollen Sie den verbringen?

Meisner: Ich möchte auf jeden Fall in Köln bleiben - nach dem Motto meiner Großmutter »Wo mein Fleisch geblieben ist, sollen auch meine Knochen bleiben«. Hier war ich am längsten in meinem Leben, und hier fühle ich mich wohl.

KNA: Wissen Sie schon, wo Sie wohnen werden?

Meisner: Wenn wir von Ruhestandsgeistlichen verlangen, das Pfarrhaus zu verlassen, kann ich als Erzbischof nicht hier in unmittelbarer Nähe des Bischofshauses bleiben. Wir haben im Erzbistum genügend Möglichkeiten. Wenn ich einen Sessel habe, wo ich gut sitzen und beten kann, vielleicht auch eine kleine Kapelle, genügt mir das.

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten

von esther10 20.05.2013 00:41

Christen, die in einer zweiten, nur zivilen Verbindung leben! Ein kath.net-Klartext von Weihbischof Andreas Laun, Salzburg.



Salzburg (www.kath.net)
Die Frage, ob Katholiken, die geschieden und dann staatlich eine neue Verbindung eingegangen sind, zur heiligen Kommunion gehen können oder nicht, ist eines der „heißen Themen“ in der öffentlichen Meinung geworden und manchmal nehmen sogar Menschen dazu Stellung, die gar nicht gläubig sind und nicht einmal Mitglieder der Kirche!

Diskutiert wird darüber meistens als eine Frage der Barmherzigkeit: Wäre die Kirche doch barmherziger, würde sie „es“ erlauben, sagt man! Eng verbunden damit ist die Forderung nach „Mahlgemeinschaft“ mit den Protestanten, manchmal fordert man sogar den Zugang zur heiligen Kommunion für Nicht-Christen! Wäre die Kirche dazu „endlich“ barmherzig genug, wäre viel Gutes davon zu erwarten, meinen jene, die sich von der Erfüllung dieser (und auch anderer) Forderungen eine große, wunderbare Reform der Kirche versprechen!

Unübersehbar ist dabei: Manchmal sprechen auch Bischöfe und Kardinäle dieses „Problem“ als Frage der Barmherzigkeit an und meinen, in dieser Sache müsse man endlich „weiterkommen“!

Aber ist es so, hängt es nur an der „Unbarmherzigkeit bestimmter Kreise“ in der Kirche, die „leider“ am großen „Nein!“ festhalten? Sind wirklich diejenigen im Recht und die wahren, weil „barmherzigen“ Priester die jetzt in angeblich „heiligem“ Ungehorsam wenigstens die genannten, eben wieder verheirateten Katholiken an den Tisch des Herrn bitten? Allerdings, bei dieser Fragestellung sollte man sich bewusst machen:

Erstens fällt derjenige, der hier „Barmherzigkeit“ fordert, ein stark abwertendes Urteil über Papst Johannes Paul II. und auch Papst Benedikt XVI. als verstockte, unbarmherzige Geistliche! Er tut das wohl unbewusst, aber logisch zwingend! Auch wird man erleben, dass der um seiner Barmherzigkeit willen oft gerühmte Papst Franziskus in diesem Punkt ebenso „unbarmherzig“ sein wird!

Zweitens sollte man sich fragen: Welch eigenartige Motivation könnte der „unbarmherzige“ Priester haben, den Zugang zur heiligen Kommunion zu verweigern, obwohl er anders auch könnte? Es ist doch für jeden Menschen und, darum auch für den Priester, viel angenehmer sich beliebt zu machen und sich nicht ohne Notwendigkeit ins Eck der „unbarmherzigen Ewiggestrigen“ stellen zu lassen!

Drittens weist die „Haltung der Barmherzigkeit“ dem Geistlichen eine erstaunliche „Macht“ zu: Ihm billigt man zu, sowohl über das Gebot des Herrn als auch über das Gewissen der Menschen zu entscheiden und zu richten! Die Lehre der Kirche besteht aber immer darauf, dass die Sakramente wirksam sind unabhängig von der Moral oder Unmoral, also auch unabhängig von der Barmherzigkeit oder Unbarmherzigkeit der Spender, solange diese das Sakrament nach den Vorgaben der Kirche spenden!

Zudem lehrt die Kirche auch ein Recht der Gläubigen auf das Sakrament, wenn diese die nötigen Voraussetzungen mitbringen. Von einem hoheitlichen Entscheidungsrecht des Geistlichen ist dabei nie die Rede! Dieser kann und soll nur die diesbezügliche Lehre der Kirche darlegen und dann den Gläubigen selbst entscheiden lassen, ob er im Sinn der Kriterien des Glaubens zur heiligen Kommunion gehen kann oder nicht.

Viertens: Über diese Frage reden sollte man ausgehend von dem Argument, mit dem Papst Johannes Paul II. (in Familiaris consortio) sein „Nein“ begründet. Er sagt nämlich nicht „bleibt „hart“, sondern: Die Lebenssituation der Wiederverheirateten „steht im Widerspruch zum Bund der Liebe zwischen Christus und seiner Kirche, den die Eucharistie sichtbar und gegenwärtig macht!“ Das heißt: Nachzudenken gilt es über diesen „Widerspruch“, nicht über die Barmherzigkeit oder Unbarmherzigkeit des Priesters!

Fünftens: Dem entspricht ganz und gar auch die Lehre des heiligen Paulus, und es handelt sich dabei um eine, wie Karl Rahner es nannte, heute weitgehend „vergessene Wahrheit“! In seinem ersten Brief an die Korinther (11,27ff.) schreibt Paulus: „Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt.“

Also soll jeder selbst entscheiden, ob er zu heiligen Kommunion gehen darf oder nicht? Ja, indem er prüft, ob er würdig ist. Aber das Maß dieser Prüfung ist einerseits die Lehre über die Eucharistie, andererseits über die Ehe sein, so wie die Kirche sie immer vorgelegt hat! Die Kirche kann keine Vollmacht, an der Wahrheit vorbei neue Regeln zu erlassen, sie kann nur sagen, was „würdig“ ist und was nicht! Dabei erinnert sie immer auch an die Warnung des heiligen Paulus, die heilige Kommunion in einem Zustand der Unwürdigkeit zu empfangen!

Mit „Unwürdigkeit“ ist dabei natürlich an jeden schwerwiegenden Widerspruch zu Gott und Seinen heiligen Willen zu denken und nicht nur an die Situation der Wiederverheirateten! Wenn objektiv eine Gefahr besteht, dann ist es ein Akt der Barmherzigkeit, den Gefährdeten zu warnen und das Schweigen wäre Unbarmherzigkeit und Sünde! Es ist, wie wenn ein Arzt einem Leberkranken „verbietet“ Alkohol zu trinken: Das Verbot ist eigentlich kein Verbot, sondern nur ein Benennen der schlechten Folgen des Alkohol für diesen Menschen! Jedes Kind versteht, dass das mit Unbarmherzigkeit nichts, wirklich gar nichts zu tun hat!

Ich möchte eine Betroffene zu Wort kommen lassen, die mir ihre Geschichte und ihren geistlichen Weg beschrieb. Natürlich wird der Seelsorger immer beachten, wie unterschiedlich die Geschichten sind, die das Leben erzählt. Nun, die genannte Frau schrieb über sich und ihre Geschichte so: „Nach dem selbstverschuldeten Trauma der Scheidung habe ich jahrelang, ganze fünf Jahre lang, innerlich darum gekämpft, auf keinen Fall meine Schuld wegzuerklären oder gar abzuwälzen auf meinen geschiedenen Mann, um auf diese Weise vor mir selbst besser dazustehen und seelische Erleichterung zu erfahren. Ich habe darum gekämpft, mir nicht selbst Sand in die Augen zu streuen und falschen Trost wohlmeinender Zeitgenossen von mir zu weisen. Ich habe darum gerungen, meine Schuld auf mich zu nehmen und aller Versuchung zu widerstehen mir eine erträgliche Lebensgeschichte zurechtzulegen.

Ich möchte nicht entschuldigen, ich möchte nichts wegerklären oder wegdiskutieren, ganz im Gegenteil. Denn nur die Wahrheit wird uns frei machen. Das war mir immer bewusst. Und ich wollte die Wahrheit!

Den Wiederverheirateten wird ein schlechter Dienst erwiesen, wenn ihre Schuld mit psychologischem Verständnis und wohlmeinendem, jedoch trotzdem falschen Mitgefühl einfach zugedeckt und so ihre Reue und Bußfertigkeit im Keim erstickt wird durch die Rede von einem barmherzigen Gott, der nur noch lieb und nicht mehr gerecht ist! Das mag zunächst beruhigend wirken. Aber nur vorübergehend. Das menschliche Herz lässt sich nicht täuschen. Gott ist auch gerecht und Sünden haben Folgen!“

Dann spricht die Frau von einer „der Lösung“, die sie in einer heiligen Messe erlebt hat:

„Der Priester hat alle eingeladen, katholisch oder nicht, bei der Kommunion nach vorne zu kommen und einen Segen zu empfangen, wenn er oder sie am Empfang der heiligen Kommunion verhindert ist.

Du machst Dir absolut keine Vorstellung wie wunderbar das für mich war! Nach diesem Erlebnis bin ich bei der heiligen Kommunion oft mit nach vorn zum Priester gegangen, ich habe meine Hände vor der Brust gekreuzt, wie ich gelernt hatte, und habe den Priester gebeten: Bitte, segnen Sie mich! Und ohne Zögern hat der Priester mir das Kreuzzeichen gemacht, so wie das der Priester auch bei kleinen Kindern tut. Wirklich, du weißt nicht, was für ein großer Trost das für mich war! Und so eine Stärkung! Wie eine geistliche Wegzehrung.

Ich möchte Dir diesen leibhaften Ausdruck des Angenommenseins sehr ans Herz legen, dich bitten, diesen "Brauch" einzuführen für alle, die nicht würdig sind zur Kommunion zu gehen aber sich doch sehnen nach dem Segen Christi durch den Priester.

Es ist ein Ausdruck, ein sichtbares Zeichen, dass Menschen wie Wiederverheiratete oder solche mit schwierigen Süchten oder andere, die aus anderen Gründen nicht kommunizieren können oder wollen, nicht aus der Kirche ausgestoßen sind, sondern weiterhin in der Liebe Gottes verbleiben. Und du kannst mir glauben, von den Sakramenten ausgeschlossen zu sein, sozusagen für immer, das ist sehr schwer zu ertragen.

Und dieser priesterliche Segen macht es möglich, dass sich absolut jeder dem Herrn nähern kann, ohne dass das Sakrament missbraucht wird.

Es wäre auch eine wunderbare Möglichkeit der echten Teilhabe von Leuten, die aus irgendeinem inneren Antrieb heraus sich in eine Messe setzen und eigentlich gar nichts mit Christentum zu tun haben. Es muss deutlich gemacht werden, dass alle zu unserer heiligen Messe eingeladen sind, dass aber der Empfang des Sakramentes Vorrausetzungen hat! Jeder könnte kommen, wie zum Bankett des himmlischen Vaters, wo am Ende die Zerlumpten und Armen zum Tisch geladen sind, ausdrücklich auch Nicht-Christen und schwere Sünder.

Ich würde mir sehr wünschen, dass das allgemein der Brauch würde. Es wäre ein großer Segen für alle. Es ist so was Kleines, Einfaches und doch so groß in der Wirkung. Weil es leibhaft ausgedrückt ist, wird es auch verstanden. Da gibt es doch hoffentlich keine theologischen Schwierigkeiten? Das ist doch „die Kirche zu den Sündern bringen“ - und der „Sünder tut seine kleinen Schritte zu Christus hin!“

Aus all dem folgt:
Die Entscheidung ob jemand „würdig“ oder „unwürdig“ im Sinn der Kirche ist, die heiligen Kommunion zu empfangen, ist eine Gewissensentscheidung des Einzelnen, die dieser gemäß dem Maßstab Gottes fällt.

Mit der Barmherzigkeit oder Unbarmherzigkeit des Spenders hat diese Entscheidung nichts, wirklich nichts zu tun. Die Barmherzigkeit ist aber ganz wichtig für die Art und Weise, wie der Priester über diese Frage spricht. Nicht ungesagt darf bleiben, dass der Betroffene weiterhin Glied der Kirche ist und von Gott geliebt wird! Papst Johannes Paul II. hat gezeigt, wie man das zur Sprache bringen sollte! Nur zu sagen, der Betroffene dürfe nicht zu den Sakramenten gehen, wäre nur die „halbe Wahrheit“ und würde dem Verdacht, die Kirche sei unbarmherzig, Nahrung geben.

Aus all dem ergibt sich: Die Lehre der Kirche kann sich in dieser Frage nicht ändern, man kann nicht so „Weiterkommen“, wie das suggestiv manchmal gesagt wird! Denn nicht die Kirche hat hier festgelegt, Diese Ordnung kommt von Gott selbst, indem er die Ehe geschaffen und die Sakramente eingesetzt hat. Es ist sozusagen ein „übernatürliches Naturrecht“: Aus der Wirklichkeit ergibt sich das hier Gebotene!

Der demütige Gehorsam wird Jesus Christus erwiesen, nicht irgendwelchen Menschen, und verbindet mit Jesus auf seine Weise. Der selbstherrliche Ungehorsam hingegen begründet keine „Kommunio“, keine Gemeinschaft mit Christus. Diese lässt sich nicht erzwingen und der Versuch dazu ist sogar gefährlich! Sie, die wirkliche Gemeinschaft mit dem Herrn in der Wahrheit, nur sie ist es, nach der sich der Christ sehnt, wenn er die heiligen Kommunion empfängt, nichts anderes!
http://www.kath.net/news/41351

von esther10 19.05.2013 00:31




Die Pfingstpredigt des Papstes im Volltext:


Radio Vatikan dokumentiert hier die Predigt von Papst Franziskus an diesem Pfingstsonntag im Volltext:

„Liebe Brüder und Schwestern,
an diesem Tag betrachten wir in der Liturgie und feiern von neuem die durch den auferstandenen Christus erwirkte Ausgießung des Heiligen Geistes über seine Kirche – ein Ereignis der Gnade, das den Abendmahlssaal zu Jerusalem erfüllt hat, um sich dann über die ganze Erde auszubreiten.

Aber was geschah denn an jenem Tag, der uns so fern ist und doch so nah, dass er das Innerste unseres Herzens berührt? Der heilige Lukas gibt uns die Antwort in dem Abschnitt aus der Apostelgeschichte, den wir gehört haben (2,1-11). Der Evangelist führt uns nach Jerusalem, in das Obergemach des Hauses, in dem die Apostel versammelt sind. Das erste Element, das unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist das Brausen, das plötzlich vom Himmel her kommt, „wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt“, und das Haus erfüllt; und dann die „Zungen wie von Feuer“, die sich verteilten und sich auf jeden der Apostel niederließen. Das Brausen und die Feuerzungen sind deutliche und konkrete Zeichen, welche die Apostel nicht nur von außen, sondern auch in ihrem Innern anrühren: im Geist und im Herzen. Die Folge ist, dass „alle mit dem Heiligen Geist erfüllt“ wurden, der seine unwiderstehliche Dynamik entfaltet, mit überraschenden Ergebnissen: Sie „begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab“. Und dann eröffnet sich uns ein völlig unerwartetes Bild: Eine große Menschenmenge strömt zusammen und ist völlig verwundert, denn jeder hört die Apostel in seiner eigenen Sprache reden. Alle machen eine nie dagewesene neue Erfahrung: „Wir hören sie in unseren Sprachen“ reden. Und wovon sprechen sie? Sie verkünden „Gottes große Taten“.

Im Licht dieses Abschnitts aus der Apostelgeschichte möchte ich über drei Worte nachdenken, die mit dem Wirken des Heiligen Geistes verbunden sind: Neuheit, Harmonie, Mission.

1. Das Neue macht uns immer ein wenig Angst, denn wir fühlen uns sicherer, wenn wir alles unter Kontrolle haben, wenn wir es sind, die unser Leben nach unseren Mustern, unseren Sicherheiten, nach unserem Geschmack aufbauen, programmieren und planen. Und das geschieht auch gegenüber Gott. Oft folgen wir ihm, nehmen ihn an, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Es fällt uns schwer, uns in vollem Vertrauen ihm hinzugeben und zuzulassen, dass der Heilige Geist die Seele unseres Lebens ist und die Führung über all unsere Entscheidungen übernimmt. Wir haben Angst, Gott könne uns neue Wege gehen lassen, uns herausführen aus unserem oft begrenzten, geschlossenen, egoistischen Horizont, um uns für seine Horizonte zu öffnen. Doch in der gesamten Heilsgeschichte ist es so: Wenn Gott sich offenbart, bringt er Neues, immer Neues, er verwandelt und verlangt, dass man ihm völlig vertraut: Noach baut eine von allen belächelte Arche und wird gerettet; Abraham verlässt sein Land, und hat nichts in der Hand als eine Verheißung; Mose nimmt es mit der Macht des Pharao auf und führt das Volk in die Freiheit; die Apostel, die furchtsam im Abendmahlssaal eingeschlossen waren, gehen mutig hinaus, um das Evangelium zu verkünden. Es ist nicht die Neuheit um der Neuheit willen, die Suche nach dem Neuen, um die Langeweile zu überwinden, wie es in unserer Zeit häufig geschieht. Die Neuheit, die Gott in unser Leben bringt, ist das, was uns tatsächlich verwirklicht, das, was uns die wahre Freude schenkt, die wahre Gelassenheit, denn Gott liebt uns und will nur unser Bestes. Fragen wir uns: Sind wir offen für die „Überraschungen Gottes“? Oder verschließen wir uns ängstlich vor der Neuheit des Heiligen Geistes? Sind wir mutig, die neuen Wege zu beschreiten, die die Neuheit Gottes uns anbietet, oder verteidigen wir uns, eingeschlossen in vergängliche Strukturen, die ihre Aufnahmefähigkeit verloren haben? Es tut uns gut, uns diese Fragen mehrmals am Tag zu stellen.

2. Ein zweiter Gedanke: Dem Anschein nach schafft der Heilige Geist Unordnung in der Kirche, weil er die Unterschiedlichkeit der Charismen, der Gaben bringt, doch unter seinem Wirken ist all das ein großer Reichtum, denn der Heilige Geist ist der Geist der Einheit, was nicht Einförmigkeit bedeutet, sondern eine Rückführung von allem in die Harmonie. Die Harmonie bewirkt in der Kirche der Heilige Geist. Einer der Kirchenväter verwendet einen Ausdruck, der mir sehr gefällt: Der Heilige Geist „ipse harmonia est“ – ist selbst die Harmonie. Nur er kann die Unterschiedlichkeit, die Pluralität, die Vielfalt erwecken und zugleich die Einheit bewirken. Auch hier gilt: Wenn wir selbst die Verschiedenheit schaffen wollen und uns in unseren Parteilichkeiten, in unseren Ausschließlichkeiten verschließen, führen wir in die Spaltung; und wenn wir selbst nach unseren menschlichen Plänen die Einheit herstellen wollen, schaffen wir letztlich die Einförmigkeit, die Schematisierung. Wenn wir uns hingegen vom Geist leiten lassen, führen Reichtum, Vielfältigkeit, Unterschiedlichkeit nie zum Konflikt, denn er bringt uns dazu, die Vielfältigkeit im Miteinander der Kirche zu leben. Das gemeinsame Unterwegssein in der Kirche unter der Führung der Hirten, die ein spezielles Charisma und Amt haben, ist ein Zeichen für das Wirken des Heiligen Geistes; die Kirchlichkeit ist ein grundsätzliches Merkmal für jeden Christen, für jede Gemeinschaft, für jede Bewegung. Die Kirche ist es, die mir Christus bringt und mich zu Christus führt; Parallelwege sind sehr gefährlich! Wenn man sich darauf einlässt, sich jenseits (proagon) der Lehre und der kirchlichen Gemeinschaft zu bewegen, und nicht darin bleibt, ist man nicht mit dem Gott Jesu Christi verbunden (vgl. 2 Joh 9). Fragen wir uns also: Bin ich offen für die Harmonie des Heiligen Geistes, indem ich jegliche Ausschließlichkeit überwinde? Lasse ich mich von ihm leiten, indem ich in und mit der Kirche lebe?

3. Letzter Punkt. Die Theologen der frühen Kirche sagten: Die Seele ist eine Art Segelboot; der Heilige Geist ist der Wind, der in das Segel bläst, um das Boot voranzutreiben; die Triebkraft und der Schub des Windes sind die Gaben des Geistes. Ohne seinen Antrieb, ohne seine Gnade kommen wir nicht voran. Der Heilige Geist lässt uns in das Geheimnis des lebendigen Gottes eintreten und bewahrt uns vor der Gefahr einer gnostischen und einer selbstbezogenen, in ihr Gehege eingeschlossenen Kirche; er drängt uns, die Türen zu öffnen, um hinauszugehen, um das gute Leben des Evangeliums zu verkünden und zu bezeugen, um die Freude des Glaubens, der Begegnung mit Christus zu übertragen. Der Heilige Geist ist die Seele der Mission. Was in Jerusalem vor fast zweitausend Jahren geschah, ist kein weit von uns entferntes Ereignis, es ist etwas, das uns einholt, das in jedem von uns zur lebendigen Erfahrung wird. Das Pfingstereignis im Abendmahlssaal von Jerusalem ist der Anfang, ein Anfang, der sich über die Zeit hinzieht. Der Heilige Geist ist die Gabe schlechthin, die der auferstandene Christus seinen Aposteln schenkt, aber er möchte, dass sie sie alle erreicht. Wie wir im Evangelium gehört haben, sagt Jesus: „Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll“ (Joh 14,16). Es ist der Paraklet, der „Tröster“, der den Mut schenkt, die Straßen der Welt zu durchwandern und das Evangelium zu überbringen! Der Heilige Geist lässt uns den Horizont erblicken und drängt uns bis an die Peripherien des Seins, um das Leben Jesu Christi zu verkünden. Fragen wir uns, ob wir dazu neigen, uns in uns selbst, in unserer Gruppe zu verschließen, oder ob wir zulassen, dass der Heilige Geist uns für die Mission öffnet. Erinnern wir uns an diese drei Worte: Neuheit, Harmonie und Mission.

Die heutige Liturgie ist ein großes Gebet, das die Kirche heute mit Jesus zum Vater erhebt, damit er die Ausgießung des Heiligen Geistes erneuere. Jeder Einzelne von uns, jede Gruppe, jede Bewegung wende sich in der Harmonie der Kirche an den Vater mit der Bitte um diese Gabe. Wie im Moment ihres Entstehens, so ruft die Kirche auch heute gemeinsam mit Maria: „Veni Sancte Spiritus! – Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe!“ Amen.“

(rv 19.05.2013 sta)


Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/05/...ext:/ted-693550
des Internetauftritts von Radio Vatikan

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